Brasilien big-player

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05.06.2009 02:45
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Mitten in der Krise: Banker mit Rekordgewinn

von Alexander Busch

Brasilien hat seine Schwächen überwunden und gute Chancen, gestärkt aus der globalen Wirtschaftskrise hervorzugehen. Das Handelsblatt stellt Menschen vor, die für das neue Brasilien stehen. Heute: Roberto Setúbal. Wie der Chef der Bank Itaú mitten in der Krise den Rivalen Unibanco übernimmt und Milliarden verdient.

Roberto Setúbal, Chef der größten Bank Lateinamerikas, Itaú-Unibanco. Quelle: Paulo Fridman

SÃO PAULO. Als der schmale, elegante Herr mit dem gut sitzenden Anzug zu reden beginnt, merken die wenigsten im Publikum, dass gerade eine neue Epoche beginnt. Denn der brasilianische Banker Roberto Setúbal spricht ruhig - von Gewinnwachstum und von zweistelligen Renditen seiner Bank. Banco Itaú heißt sie. Er spricht vom stabilen Finanzsystem seines Landes, ohne einen einzigen Konkurs. Von den hohen Eigenkapitalquoten der brasilianischen Banken und der strengen Aufsicht.

Seine Bankerkollegen aus dem Norden registrieren das kaum. Sie sind zerstreut und vor allem mit sich selbst beschäftigt. Kaum vorstellbar für sie, dass es 2008 irgendwo noch Banken gibt, die in der historischen Finanzkrise immer noch wachsende Gewinne prognostizieren - so wie Setúbal. Fast trotzig wirkt es, als etwa William Rhodes, Topmanager der amerikanischen Citigroup, darauf beharrt, dass alle im gleichen Boot sitzen: "Ich glaube nicht, dass irgendwelche Volkswirtschaften sich von der Krise abkoppeln werden." Auch bei Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, klingt leichte Ironie durch, als er sagt: "Die Stimmung in den USA und Europa ist fürchterlich - umso mehr freuen wir uns, dass wir uns in Brasilien in einem der neuen Wachstumsmärkte weltweit treffen."

Das war im März vergangenen Jahres bei der Frühjahrstagung des internationalen Bankengremiums, des Institute of International Finance (IIF), in Rio de Janeiro - und Setúbals kaum beachteter Auftritt markierte eine historische Zäsur: Erstmals stehen Banken aus den großen Schwellenländern wie China und Brasilien weit besser da als die Giganten aus Europa und den USA. Diese Diskrepanz zwischen den einstigen Marktführern, die kräftig ins Trudeln geraten sind, und den Aufsteigern, die stabil sind und sogar noch wachsen, hat sich im Verlauf der Krise noch verschärft.

Wie kaum eine andere Bank steht Itaú-Unibanco für die positive Entwicklung eines Instituts in der Krise. Vermutlich hätten die versammelten Banker dem freundlichen Brasilianer Setúbal damals genauer zugehört, hätten sie geahnt, dass er im Krisenjahr 2008 einen Rekordabschluss von 3,4 Mrd. Dollar erzielen würde. Dem 54-Jährigen gelang das Kunststück, ein paar Monate später sein Haus mit dem Rivalen Unibanco zur größten Bank Lateinamerikas zu fusionieren. Mit einer Marktkapitalisierung von derzeit 66 Milliarden Dollar zählt sie zu den rund einem Dutzend größten Instituten weltweit. Sie hat die Schweizer UBS, die Deutsche Bank oder auch die Citigroup weit hinter sich gelassen.

Vermutlich kein Banker weltweit wird 2008 als das glanzvollste Jahr seiner Karriere beschreiben. Für Roberto Setúbal ist es das: "Auch wenn wir in der Zukunft noch viel größere Deals abschließen - für mich ist die Fusion mit Unibanco der Höhepunkt meiner Karriere." Setúbal gelang das Kunststück, die zahlreichen Kontrolleure aus den zwei Besitzerfamilien Itaús - den Setúbals und den Villelas - mit den Eigentümern von Unibanco, der alteingesessenen Bankerfamilie Moreira Salles, zusammenzubringen.

Eineinhalb Jahre verhandelten nur er und der fünf Jahre jüngere Pedro Moreira Salles, CEO und Miteigentümer von Unibanco, über die Fusion. Die Gespräche führten sie an Feiertagen und Wochenenden in einer Villa eines gemeinsamen Vertrauten in São Paulos Nobelstadtteil Morumbí. Weit genug entfernt vom Wohnort der beiden, damit niemand Verdacht schöpfen würde. 15-, 20-mal seit August 2007 trafen sie sich. Die letzten Details zurrten sie bei der Jahrestagung des IWF in Washington im Spätjahr 2008 fest. Wo sich Banker auf die Füße traten, fiel das Privattreffen der beiden nicht weiter auf. Nur die engsten Familiemitglieder wurden eingeweiht. Selbst Vorstände der beiden Banken wurden erst an einem Sonntagabend im November darüber informiert, als die Fusion schon beschlossene Sache war. Vorher hatten Setúbal, der CEO des fusionierten Instituts ist, und Salles, der den Aufsichtsrat anführt, dem Zentralbankpräsidenten und Präsident Lula da Silva das Projekt persönlich präsentiert.

Es ist nicht nur die Größe der fusionierten Bank, die beeindruckt - es ist das Potenzial, welches diese brasilianische Bank nun weltweit besitzt. "Setúbal hat eine Bank geschaffen, die zur weltweiten Kraftmaschine werden kann", sagt Mark Rosen von der Credit Suisse. "Sie wird einer der globalen Gewinner der Finanzkrise sein." Auch der Investmentguru Marc Mobius lobt sie als die "möglicherweise profitabelste Bank der Welt".

Dass die Bank jetzt zur weltweiten Bankenelite gehört, ist maßgeblich Setúbals Verdienst, der vor 15 Jahren mit nur 39 Jahren die Führung der Bank übernahm. Sein Vater hatte Itaú zur Nummer zwei in Brasilien gemacht - obwohl die Setúbals keine der alteingesessenen Bankerfamilien Brasiliens sind. Sein Vater Olavo Egydio Setúbal war Ingenieur und Unternehmer, der Deca, Brasiliens größtes Sanitärunternehmen, gegründet hatte. Bevor er Bürgermeister von São Paulo und später Außenminister wurde, baute er die Bank zur Nummer zwei in Brasilien auf, nachdem er Ende der fünfziger Jahre von einem Onkel zu Hilfe gerufen worden war, um eine kleine Bank in Familienbesitz zu sanieren.

Olavo ging vor wie ein Ingenieur, nicht wie ein Banker. Er führte Prozesse ein, rationalisierte die Bankgeschäfte. Er schulte das Personal, statt schillernde Banker mit guten Verbindungen einzustellen. Er setzte in den 80er-Jahren bereits auf Software, als das Kreditgeschäft noch "Handarbeit" war. Bei Itaú - was schwarzer Stein in Tupí-Guaraní bedeutet - bestimmten nicht mehr die Filialleiter, wer kreditwürdig war, sondern die Computer. Im Vorstand saßen bis vor kurzem mehr Ingenieure als Banker. Auch Sohn Roberto hat nicht Betriebswirtschaft, sondern Ingenieurwissenschaften studiert. Einblicke ins Bankgeschäft bekam er bei der Citigroup. Bei ihrem legendären Präsidenten John Reed, einem Freund der Familie, lernte er das moderne Einzelkundengeschäft der Banken in den USA kennen. Delfim Netto, mehrfacher Wirtschaftsminister Brasiliens, beschreibt die Unternehmensphilosophie Itaús so: "Es ist eine Bank, die von intellektuellen Ingenieuren geführt wird, mit engen Verbindungen in die urbane Industrie Brasiliens."

Im Rückblick zeigt sich, dass Itaús Stärke unter Setúbal vor allem darin bestand, die wichtigen Entscheidungen immer einen Schritt vor der Konkurrenz gemacht zu haben: Als 1995 eine Bankenkrise in Brasilien das Finanzsystem erschüttert, dessen Kollaps nur durch einen Rettungsplan der Regierung abgewendet werden kann, wartet Setúbal nicht ab, bis sich die Wogen glätten, sondern kauft ein: Er greift bei den Privatisierungen zu und übernimmt die Staatsbanken von Rio de Janeiro und Minas Gerais - und weitet sein Einzelkundengeschäft in den zwei wirtschaftlich stärksten Staaten Brasiliens nach São Paulo aus. Genau zu dem Zeitpunkt, als Brasilien erstmals wieder ohne Inflation wächst und das Kreditgeschäft interessant wird.

Er kauft die Investmentbank BBA Creditanstalt Ende 2002, kurz nachdem Brasilien haarscharf an der Zahlungsunfähigkeit vorbeigeschlittert ist und nur durch ein IWF-Paket gerettet werden kann. Beim Börsenboom ab 2004 ist Itaú die einzige lokale Bank, die mit den Giganten wie Credit Suisse und UBS mithalten kann. Nur Itaú bringt ähnlich viele Unternehmen an die Börse und fädelt Fusionen ein wie die Schweizer Konkurrenten. Im Krisenjahr 2008, als die ausländischen Banken schon längst mit eigenen Problemen zu kämpfen haben, überholt Itaú die Konkurrenten im Geschäft mit den Mergern und Börsengängen. Durch die Finanzkrise verlieren die ausländischen Institute zusätzlich an Prestige: Immer mehr Unternehmen und Investoren vertrauen lieber dem lokal verwurzelten Banco Itaú. Zumal deren CEO auch Eigentümer ist - das steigert das Vertrauen zusätzlich, denn Itaú wird nicht von Managern geführt, die wegen ihrer Boni zu hohe Risiken eingehen.

Dieses Vertrauen erweist sich auch als wichtig für das junge Privatkundengeschäft von Itaú. Als der Wohlstand der Reichen Südamerikas durch Finanzboom und Rohstoffhausse stark wächst, steigt Itaú groß in die Vermögensverwaltung in Südamerika ein. Die Bank kauft die Lateinamerika-Aktivitäten von Bank Boston, neben dem Einzelkundengeschäft in Chile auch deren wichtige Private-Banking-Filialen auf den Bermudas und Miami. Später kommt das Private-Banking von ABN Amro in Miami und Montevideo dazu. Genau zu dem Zeitpunkt, als Familienerben von Zuckermühlen, Erzminen und Farmen nach der Übernahme durch die Konkurrenz oft über Nacht zu Millionären werden. Schon vor der Bankenkrise war Itaú der größte lokale Vermögensverwalter in Südamerika - direkt nach der UBS und der Citigroup. Wahrscheinlich haben die Brasilianer inzwischen die ausländischen Institute in der Präferenz der Wohlhabenden abgehängt.

Immer wichtiger für Itaús Wachstum wird der Erfahrungsschatz, den die Bank bei den rund einem Dutzend großen Übernahmen unter Setúbal aufgebaut hat. Das macht sich jetzt beim Zusammenschluss mit Unibanco bezahlt: Sechs Wochen nach der Ankündigung stehen die elf Vizepräsidenten fest. Zwei Monate später können die Kunden alle Bankautomaten der bisher getrennten Institute benutzen. Zwei Jahre wird sich Roberto Setúbal voll der Integration der Bank widmen. Dann wieder will er sich um die Strategie der Bank kümmern.

Und damit um die Frage: Wie soll es weitergehen? Vor kurzem tauchten Gerüchte auf, dass Setúbal die Citigroup-Aktivitäten in Mexiko kaufen wollte. "Wir sind daran interessiert, unsere Präsenz im Einzelkundengeschäft in Lateinamerika auszubauen", sagt er. Doch Setúbal hat keine Eile. Mit der Gelassenheit desjenigen, der aus einer Position der Stärke die angeschlagene Konkurrenz in aller Ruhe beobachten kann, sagt er selbstbewusst: "Die Kaufgelegenheiten im Ausland werden nicht so schnell verschwinden."

Dass er von ausländischen Bankern immer noch falsch eingeschätzt wird, daran hat er sich inzwischen gewöhnt. Als Dominique Strauss-Kahn, der Direktor des IWF, kürzlich davor warnte, dass auch brasilianische Banken toxische Papiere in ihren Portfolios besäßen, reagierte Setúbal kühl. "Das muss ich nicht kommentieren", sagte er. "Es zeigt nur die tiefe Unkenntnis dieses Herren über unser Bankgeschäft."

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10.11.2016 17:18
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SBS bin raus

Zacks hat ge downgraded

20.10.2016 02:36
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Über die plötzliche Euphorie für brasilianische Aktien kann ich nur lachen, auch die Aufwertung der Währung ist ein Witz.

Ich lebe stets einige Monate pro Jahr in Brasilien. Wer hier hinter die Kulissen schaut, weiss, dass das bare Chaos herrscht. Bankenstreik ohne Ende, Gemeinden und Staaten wie auch die privaten Haushalte hoffnungslos verschuldet usw. von der Arbeitsmoral der Leute ganz zu schweigen. Eine solche Volksmentalität hat in der heutigen globalisierten Welt mit harter Konkurrenz und Produktivitätsdruck keine Chance. Da sind Italiener, Portugiesen oder Griechen noch Musterknaben. Die Brasilianer wollen feiern und festen und das am liebsten jeden Tag.

Die Ernüchterung wird bald kommen und der Real wird seinen langjährigen Abwärtstrend gegenüber dem Schweizer Franken fortsetzen.

Brasilien ist wunderschön, wenn man Geld hat und am "dolce far niente" teilnehmen kann, aber von Investitionen ist strikte abzuraten.

Mut - Lebe wild und gefährlich (Osho)

19.10.2016 22:12
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SBS nähert sich nun 10$ - Ziel 13.33$

The stock of Companhia de Saneamento Basico (ADR) (NYSE:SBS) hit a new 52-week high and has $13.33 target or 34.00% above today’s $9.95 share price. The 5 months bullish chart indicates low risk for the $6.95B company. The 1-year high was reported on Oct, 19 by Barchart.com. If the $13.33 price target is reached, the company will be worth $2.36 billion more.
The 52-week high event is an important milestone for every stock because it shows very positive momentum and is time when buyers come in. During such notable technical setup, fundamental investors usually stay away and are careful shorting or selling the stock. About 157,243 shares traded hands. Companhia de Saneamento Basico (ADR) (NYSE:SBS) has risen 62.91% since March 16, 2016 and is uptrending. It has outperformed by 57.37% the S&P500.

16.08.2016 10:31
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SBS - starkes 2.q16; Einnahmen und Ertrag

Companhia de Saneamento Basico (ADR)

In 2Q16, net operating revenue, including construction revenue, reached R$ 3.4 billion; a 21.8% increase compared to the same period of 2015.

Costs and expenses, including construction costs, totaled R$ 2.6 billion, 11.3% higher than the R$ 2.4 billion recorded in 2Q15.

Adjusted EBIT, in the amount of R$ 822.9 million, grew 74.2% from R$ 472.5 million recorded in 2Q15.

Adjusted EBITDA, in the amount of R$ 1,117.1 million, increased 47.6% from R$ 756.6 million recorded in 2Q15 (R$ 3,885.1 million in the last 12 months).

The adjusted EBITDA margin was 32.5% in 2Q16, versus 26.8% in 2Q15 (30.1% in the last 12 months). Excluding construction revenues and construction costs, the adjusted EBITDA margin was 43.2% in 2Q16 (38.4% in 2Q15 and 40.0% in the last 12 months).

In 2Q16 the Company recorded a net income of R$ 797.5 million, in comparison to a net income of R$ 337.3 million in 2Q15.

22.07.2016 22:24
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sehr stark heute +4.69% auf 9.59

das Durchschnittsziel auf Yahoo steht auf  27.3 $ (nur 3 Analysten)
 

Screen of the Week of Zacks Investment Research:

Top 5 Stocks Exhibiting Significant Relative Price Strength

Whether a stock has the potential to offer considerable returns is determined primarily by its earnings and valuation ratios. Simultaneously, it is important to check whether its price performance exceeds its peers or the industry average.

On such comparison, if we find that a stock is unable to match up to wider sectoral growth despite having impressive earnings momentum or valuation multiples, it may be better to avoid it.

14.07.2016 22:55
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SBS ein beeindruckender Lauf

schaut euch mal den Chart an !

Die Gewinnschätzung wurde von 66 auf 71 cts angehoben.
Zacks gibt ein Strong Buy.

http://finance.yahoo.com/news/3-reasons-why-sabesp-sbs-125212159.html

(hey, ich kann auch nichts dafür, wenn sonst Niemand was schreibt !)

08.04.2016 23:11
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Schaut ziemlich nach EGO-Thread aus. Dies ist nicht persönlich und vorallem nicht negativ gemeint Yes 3

Also ich bin in Brasilien indirekt (via Pharol SA) in die Telecom Oi SA investiert.

Leider ein Disaster ohnegleichen. Den Einsatz habe ich mental seit langem abgeschrieben.

Auch sonst sehe ich Brasilien nicht gerade als das Land in den Emerging Markets, das besonders lukrativ erscheint - auch wenn Petrobras (nach all den Skandalen) wie ein Schnäppchen aussieht.

08.04.2016 22:24
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wieder mal ein (zu)schönes Kursziel (vom 5.4.)

Ziel 23.35$  !!! hoffen wir

das Durchschnittsziel aller Analysten 1y Target Est: 16.74 $

http://www.thepointreview.com/brokerages-set-companhia-de-saneamento-bas...

30.03.2016 22:25
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wie weiter ?

Dow Jones 17,704.23 0.40% spannend, wie weiter ?? der 52 W Höchststand ist erreicht.   SBS6.74 +0.20 (2.98%)Real-time:   12:55PM EDTNYSE real-time data - DisclaimerCurrency in USDRange 6.56 - 6.7752 week 3.46 - 6.77 Es gab gestern eine 4.Q Besprechung:
4q estimate was .56, in at .67

very good qtr. qtr. 1 estimate at .57. with real up in qtr 1, should easily do at least .70.

 

06.05.2015 22:30
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Saneamento endlich über 6$; Tarifanpassung
06.04.2015 22:19
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witer up (Saneamento, Brazil) SBS
01.04.2015 23:04
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Saneamento Outperform von Scotia
25.03.2015 22:27
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Ziel 6.75 $
23.03.2015 16:48
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Einigung mit der Regierung
12.02.2015 16:21
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SABESP

Hey Alpenland,

 

Ich würde eher die Finger von de Sabesp lassen. Herrscht gerade eine gewaltige Wasserkrise im Südosten Brasiliens, vor allem in São Paulo, wo die Sabesp operativ tätig ist. Man spricht von der Möglichkeit Ihr die Lizenz zum operieren zu entziehen (eher unwahrscheinlich, da die Sabesp zum Teil dem Staat von São Paulo gehört), weil sie in den letzten Jahren nicht die nötigen Investitionen tätigte, um das Wassernetz auf dem Stand zu halten (über 30% Verlust der Wassermenge auf dem Verteilernetz, z.bsp). In São Paulo wird jetzt das Wasser bereits rationiert. 

 

Einige zusätzliche Infos:

http://sao-paulo.estadao.com.br/noticias/geral,sem-redutores-de-pressao-...

 

Hier kann man das Ausmass der Rationierung sehen:

http://www.estadao.com.br/infograficos/cidades,mapa-do-abastecimento,369995

06.02.2015 10:32
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Companhia de Saneamento (SBS) SABESP

Ich mach mal etwas gewagtes in Brasilien.

Nach enormem Rückgang wird ein Ziel von 12 $ angezeigt.

Nach Yahoo gelten folgende Zahlen
P/E (ttm): 6.43
EPS (ttm): 0.80
Div & Yield: 0.28 (5.80%)

Studie von Stafford


http://stafforddaily.com/companhia-de-saneamento-basico-adr-receives-average-target-price-of-12/332063/

16.12.2009 08:11
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11-03-2010 20:44 ECONOMICS/BR: BIP schrumpft erstmals seit 17 Jahren

RIO DE JANEIRO (awp international) - Trotz eines Aufschwungs zum Jahresende ist die Wirtschaftsleistung in Brasilien 2009 erstmals seit 17 Jahren gesunken. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des südamerikanischen Landes schrumpfte im vorigen Jahr um 0,2 Prozent, wie das brasilianische Amt für Geografie und Statistik (IGBE) am Donnerstag mitteilte. 2008 lag das BIP-Wachstum noch bei 5,1 Prozent.

Finanzminister Guido Mantega sprach dennoch von einem vernünftigen Ergebnis. Die meisten Länder hätten aufgrund der heftigsten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren viel stärkere Rückgänge hinnehmen müssen. Für 2010 erwarte er ein Wachstum von 5,7 Prozent. In den letzten drei Monaten 2009 stieg BIP wieder um 2,0 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal. Brasilien ist weltweit die zehntgrösste Volkswirtschaft./hr/re/DP/he

...weiterhin interessant - gibt es die mutigen Investoren welche bereits in Firmen investiert sind? Potenzial gäbe es in vielen Sparten, zudem mit grossen Wachstumschancen!

Geld ist immer vorhanden, aber die Taschen wechseln

16.12.2009 01:03
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Miami wrote:

freebase wrote:
hmm da hast du eigentlich recht ich muss erlich gesagt gestehen kenne mich mit brasil titeln zu wenig aus. bin mich so an den smi gewöhnt das ich es nicht so richtig wage. mit dem dax oder deutsche aktientiteln das geht noch.

aber wenn man sich den brasil-markt genauer anschaut und in etwas zu verstehen versucht,kann man da sicher noch gut was absahnen. Biggrin

hmm aber in tam würde ich jetzt glaub eher weniger investieren. schon eher in vivo. Biggrin

@freebase - bist du schon mal in Aktien investiert gewesen bezüglich Brasilien? Schon beachtlich diese Performance (z.b. Vivo unter vielen anderen) - bin mir ernsthaft am überlegen da längerfristig einzusteigen, war auch per Mitte Jahr wieder in Brasilien, da steckt allgemein enormes Potenzial in der Wirtschaft, nur wird es nur NOCH zu wenig genutzt.

PS: wo handelst du die Aktien? SQ oder eine andere Plattform?

Gruss & Thx

@miami

also wenn würde ich mit SQ aber wage es zur zeit nicht,bin etwas vorsichtig geworden. da die märkte algemein etwas unruig sind! :roll:

aber sicher ist der brasilianische markt sehr intressant,und wenn man sich noch gut auskent erst recht. BiggrinWink


 

15.12.2009 22:30
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Ich habe das gleiche vor, werde einige SMI Titel nächstens verkaufen

so zB Novartis, denke dieser Titel hat nur noch

wenig Potential und in Brasilein investiern!!!

Hätte ich z.B. am 6.12. invetiert,

wäre jetzt in doch kurzer Zeit

folgende Situation :

Net Servicios +4,0%

Petroleo Br -4,1%

Tam +10,3%

Vale +6,3%

Vivo +5,9%

Itau Unibanco +2,2%

.... bis bald Brasil 8)

da steh ich nun,

ich armer tor,

und bin so klug wie zuvor.

--------------------------

Danke und Gruss Terry

15.12.2009 21:10
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freebase wrote:

hmm da hast du eigentlich recht ich muss erlich gesagt gestehen kenne mich mit brasil titeln zu wenig aus. bin mich so an den smi gewöhnt das ich es nicht so richtig wage. mit dem dax oder deutsche aktientiteln das geht noch.

aber wenn man sich den brasil-markt genauer anschaut und in etwas zu verstehen versucht,kann man da sicher noch gut was absahnen. Biggrin

hmm aber in tam würde ich jetzt glaub eher weniger investieren. schon eher in vivo. Biggrin

@freebase - bist du schon mal in Aktien investiert gewesen bezüglich Brasilien? Schon beachtlich diese Performance (z.b. Vivo unter vielen anderen) - bin mir ernsthaft am überlegen da längerfristig einzusteigen, war auch per Mitte Jahr wieder in Brasilien, da steckt allgemein enormes Potenzial in der Wirtschaft, nur wird es nur NOCH zu wenig genutzt.

PS: wo handelst du die Aktien? SQ oder eine andere Plattform?

Gruss & Thx

Geld ist immer vorhanden, aber die Taschen wechseln

06.12.2009 02:31
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hmm da hast du eigentlich recht ich muss erlich gesagt gestehen kenne mich mit brasil titeln zu wenig aus. bin mich so an den smi gewöhnt das ich es nicht so richtig wage. mit dem dax oder deutsche aktientiteln das geht noch.

aber wenn man sich den brasil-markt genauer anschaut und in etwas zu verstehen versucht,kann man da sicher noch gut was absahnen. Biggrin

hmm aber in tam würde ich jetzt glaub eher weniger investieren. schon eher in vivo. Biggrin


 

06.12.2009 01:59
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Über die Annehmlichkeiten in Latinamerika insbesondere in Brasilien, will ich lieber hier nicht näher eingehen. Man muss es einfach selber erlebt haben, sonst hat man echt etwas im Leben verpasst 8)

Nun zu den Aktien, ich Frage mich, warum verbringen wir soviel Zeit und Geld mit Anlagen im SMI, wenn die Anlagen in Brasilien das X-fache erbringen ???

Beispiele seit 1.1.09 :

Net Servicios 135%

Petroleo Br 108%

Tam 128%

Vale 135%

Vivo 160%

.... und im SMI ... Lonza -30% !!!

da steh ich nun,

ich armer tor,

und bin so klug wie zuvor.

--------------------------

Danke und Gruss Terry

05.12.2009 21:28
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hmm also habe den brasil markt etwas ausser augen verloren,ich hatte in der letzten zeit so viel um die ohren! liegt wohl ander weihnachts-vorstimmung! :roll:

aber was ich sicher weis brasilien ist nicht extrem verschuldet,für mich ist einfach wichtig das der amzonas erhalten bleibt. und nicht alles gerodet wirt :!:

aber ansonsten könnte man da in viele sektoren investieren gold,gas,kohle aber habe zur zeit keine kohle übrig. und bin auch nicht auf dem laufenden was brasilien zur zeit angeht. aber das jahr 2000 werd ich nie vergessen das waren die geilsten 3 monate meines ganzen lebens.

wenn ich nur nicht so lange fliegen müsste würde ich gärne wider gehen die sprache ist eigentlich sehr einfach zu lärnen. in der schweiz arbeitet man einfach viel zu viel und die schönen sachen gehen an einen im nu vorbei leider. :roll:


 

05.12.2009 21:07
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Brasilien zählt damit zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften der Welt und zu den unabhängigsten.

Im Gegensatz zu der Exportnation China stützt sich das Wachstum des lateinamerikanischen Landes zum Großteil auf den heimischen Konsum. Nur 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entfallen auf den Export. Kein anderes lateinamerikanisches Land ist derart autark. Weiterer Pluspunkt: Die fünftgrößte Bevölkerung der Erde ist sehr jung, motiviert und hat nur eine geringe Verschuldung.

Gelesen : " der aktionär "

--- Net Servicos : führende Kabelfernsehanbieter

--- Fluglinie TAM

--- Petrobraseiner der größten Energiekonzerne

--- Valezählt zu den Basisinvestments in Brasilien,Der größte Eisenerzproduzent der Welt

--- Vivo : ein Joint Venture der europäischen Telekomriesen Portugal Telecom und Telefónica ist der größte Mobilfunkanbieter in Brasilien

Brasilien bleibt ein Favorit :

Konservative Anleger greifen zu den Aktien von Petrobras und Vale. Beide sind Basisinvestments, die insbesondere langfristig Freude bereiten dürften. Wer es einen Deut spekulativer mag, legt sich TAM und Net Servicos ins Depot. Noch ein Exot, ist auch die Aktie von Vivo ein Kauf.

... als mit Vollgas - hier investieren 8)

da steh ich nun,

ich armer tor,

und bin so klug wie zuvor.

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Danke und Gruss Terry

06.07.2009 23:23
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Yuan starts on long slog to reserve currency status

By Alan Wheatley, China Economics Editor - Analysis

BEIJING (Reuters) - It's time for markets to take a deep breath: the yuan will not become a reserve currency, let alone dethrone the dollar, this year, next year or any time soon.

Will China's currency be increasingly used to settle trade in Asia and, who knows, maybe even to denominate commodities? Yes.

Does China worry that lax U.S. monetary and fiscal policy will debase the dollar, today's dominant global currency, and with it a chunk of its $1.95 trillion stockpile of reserves? Yes.

Does China want to enhance the legitimacy of the International Monetary Fund -- and gain more clout in the process -- by adding the yuan to the basket of currencies that make up the Special Drawing Right, the fund's virtual currency? Yes.

Expect to hear more on these subjects at this week's Group of Eight summit in Italy, which President Hu Jintao will attend.

But conflating these considerations into the conclusion that China is ready, economically or politically, to do what is needed to turn the yuan, also known as the renminbi (RMB), into a reserve currency is wide off the mark.

"The renminbi will clearly internationalize significantly over the next 5-10 years. Over a longer period (10-20 years) it may emerge as a secondary reserve currency like the Japanese yen, although this is not certain.

"For it to replace the dollar as the main global reserve currency would require many decades and a combination of improbable events," wrote Arthur Kroeber in the China Economic Quarterly, a journal he edits.

Kroeber rightly draws a distinction between facilitating the use of the yuan as an international currency for current account purposes such as trade and tourism and enabling its use on the capital account for portfolio investment and reserve holdings.

For that, China would have to scrap capital controls: central banks and other foreigners would have to be able to invest freely in onshore yuan financial assets such as stocks, bonds and bank deposits and to freely repatriate their capital.

For foreigners to hold yuan on a large scale, Kroeber writes, they would also have to be convinced China's markets are trustworthy and fairly free of rigging by the government.

"Technical difficulties aside, this will require a significant retreat from the current state-dominated model of credit allocation. This cannot happen quickly," he concludes.

LOTS OF DOUBTS

Brendan Kelly, an analyst with Pacific Forum CSIS in Honolulu, agreed that completely eliminating capital controls was a policy transformation that would clash with the ruling Communist Party's craving for control.

"Investors would also likely require significant reforms in the rule of law, raising the question of whether an authoritarian government could ever gain the trust required to be a reserve nation," he wrote in a study.

Furthermore, Kelly doubted whether China had the deep, liquid capital markets that money managers demand of a reserve currency, a shortcoming that he says helped stunt Japan's international ambitions for the yen.

"Significant further development of China's bond markets over the upcoming decades will be required to support a role for the yuan as a reserve currency," said Kelly, a former China country director for the U.S. secretary of defense.

On the positive side of the ledger, Kelly reckons a currency acquires credibility through trial by fire.

As such, he mused, historians may look back on China's stable economic performance and the steady hand of its policymakers during the current turmoil and the 1997/98 Asian financial crisis as building blocks of Beijing's reputation and leadership.

PARADOX

Eswar Prasad, a Cornell University professor of trade who used to head the IMF's China desk, said China's sheer economic size would propel the yuan to reserve currency status.

"If they can get the technical part fixed up -- having a more convertible currency, deeper financial markets -- even if they do not do very well in terms of institutional factors such as the rule of law, they can in fact end up having the RMB become a major reserve currency," Prasad said in Beijing last week.

The key question, he said, is whether Beijing is willing to live with the exchange rate volatility that an open capital account generates.

This exposes the Beijing paradox. While logic dictates that a reserve currency must rise and fall with the flows of global capital, China has tightened, not relaxed, its grip on the yuan.

"The Chinese authorities view convertibility as quite feasible over a five-year horizon, but the financial crisis has shifted that to some extent," Prasad said.

Worried about export job losses, Beijing has prevented the yuan from appreciating against the dollar for the past 12 months.

"China's stated aspirations -- to have the yuan play more of an important role in international finance, for Chinese companies to go abroad and invest -- are consistent with a gradual opening of the capital account, and in practice that has to go hand in hand with more flexibility of the exchange rate," said David Dollar, who ran the World Bank's Beijing office until last week.

Joseph Yam, who heads the Hong Kong Monetary Authority, hopes the yuan will become fully convertible so it can play the role of a regional monetary anchor alongside the dollar and the euro.

"The possibility of it becoming a reserve currency is there. I think that is one reason why certain steps have been taken in mainland China to promote the greater use of the renminbi internationally. It's early days yet, but I think they are taking the right moves," Yam told Reuters during a recent meeting of the Bank for International Settlements in Basel, Switzerland.

(Additional reporting by Tamora Vidaillet in Basel; Editing by Mathew Veedon)

($1=6.83 yuan)


 

06.07.2009 23:09
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brasil-power

hallo terry

ja easy schon recht,nicht so sauber wie bei mf. Biggrin

also in brasilien würde ich in telephon gesellschaften investieren wie bei uns swisscom usw.

oder banko de brasil da sich die währung real fast verdoppelt hatte. aber giebt noch viel mehr bankentitel,banken. weis nur nicht mehr alle auswendig leider. was auch noch intressant sein könnte und vermutlich auch ist,rohstoffe.

weil damals als ich im 2000 in brasilien war alter da war der real nur halb so viel wert. da der dollar stärker wahr. gut für mich als ich das erste mal dollar wechselte,drückte der banker mir x noten in die hand. BiggrinBiggrinBiggrin

die leute guckten mich ja anderst krumm an,und alles war so bilig so geil. Biggrin 8) vorallem rio wow mega city da war ich anderst plat. und der kontrast zu reich zu arm war echt krass. :cry:

ps:das geilste war aber wenn man eine 100 real note wechseln wollte hatten alle angst vor dieser note! war echt lustig weil alle meinten die seien gefälscht. ob wohl man ein gringo für die war. Biggrin

http://www.finanz-links.de/frames/fr_ausland_amerika_brasilien_fr.htm?ht...


 

06.07.2009 21:27
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Brasilien big-player

Danke freebase zu deinen Ausführungen

zur brasilanischen Wirtschaft.

Ich bin auch interessiert in

Brasil - Titel zu investieren.

Kannst du mir bitte entsprechende Empfehlen

:roll: Obrigado !

da steh ich nun,

ich armer tor,

und bin so klug wie zuvor.

--------------------------

Danke und Gruss Terry

02.07.2009 16:14
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big-player

Nicht nur auf der Fifa Weltrangliste steht Brasilien seit Mittwoch wieder ganz oben, auch an den Devisenmärkten spielt Brasilien weltweit in der ersten Liga: Im zweiten Quartal hat der brasilianische Real die beste Wertentwicklung seit seiner Einführung vor 15 Jahren verzeichnet.

Von April bis Juni kletterte der Real zum Dollar um 19 Prozent, zum Euro belief sich die Aufwertung auf über 12 Prozent. Nur Südafrikas Rand hat sich im gleichen Zeitraum gegenüber Dollar und Euro noch besser geschlagen. Wie das Handelsministerium in Brasilien am gestrigen Mittwoch meldete, fiel der Handelsbilanzüberschuss im Juni grösser aus als erwartet. Das dürfte dem Real weiter Schub geben.

Real dürfte weiter an Stärke gewinnen

«Die Fähigkeit der brasilianischen Wirtschaft, sich rasch wieder zu erholen, wird dem Real Unterstützung geben», sagte Luiz Fernando Figueiredo, von 1999 bis 2003 bei der brasilianischen Notenbank für Geldpolitik zuständiger Direktor und Gründer des Hedgefonds Mauá Investimentos Ltda. zur Nachrichtenagentur Bloomberg. Figueiredo hält eine Real-Aufwertung zum Dollar bis Jahresende auf ein Niveau von 1,8 Real je Dollar möglich. Am Mittwoch notierte der Real bei 1,9325 Real je Dollar gegenüber 2,3176 zum Jahresanfang.

Die Aufwertung des Real im zweiten Quartal ging einher mit einem Anstieg der Preise für Brasiliens Rohstoffexporte, Zinssenkungen der brasilianischen Notenbank und mit dem bisher weltweit größten Börsengang im laufenden Jahr. Der IPO von VisaNet, der brasilianischen Tochter des amerikanischen Kreditkartenanbieters Visa Inc. brachte einen Emissionserlös von 8,4 Milliarden Real (3,1 Mrd. Euro) ein.

Leitindex Bovespa: Plus 37 Prozent im laufenden Jahr

Der Börsengang könnte weitere Unternehmen ermuntern, sich Kapital über Aktienplatzierungen zu beschaffen und dazu beitragen, dass ausländisches Kapital nach Brasilien fliesst, so Figueiredo weiter. Brasiliens Leitindex Bovespa hat seit Jahresanfang um 37 Prozent zugelegt, nach einem Rekordeinbruch von 41 Prozent im Vorjahr.

Auch Gustavo Franco, seinerzeit Direktor der Zentralbank in Brasília und einer der Architekten des «plano real» für die Einführung der neuen Währung, sieht den Real als Erfolg: «Vor dem Hintergrund all der Reformmassnahmen der vergangenen 15 Jahre steht Brasilien heute wirtschaftlich in jeder Hinsicht besser da», sagt Franco, heute Partner beim Vermögensverwalter Rio Bravo Investimentos in Sao Paulo. Er rechnet mit einer weiteren Aufwertung des Real, lehnt aber eine Prognose ab.

Die jüngsten Zahlen zum Wirtschaftswachstum belegen, dass der Abschwung weniger harsch ausfällt als erwartet. Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich um

1,8 Prozent rückläufig. Von Bloomberg befragte Analysten hatten den Abschwung auf minus 2,8 Prozent geschätzt. Nach einer Umfrage der brasilianischen Notenbank wird Brasiliens Wirtschaft im Gesamtjahr 2009 um 0,5 Prozent schrumpfen, 2010 soll das Wachstum bereits wieder 3,5 Prozent erreichen.

Hedgefondsmanager Figueiredo ist ein etwas zuversichtlicher als die Konsensmeinung: Er rechnet zwar auch für 2009 mit einem Minus von 0,5 Prozent, 2010 werde Brasiliens Wirtschaft aber gar

4,2 Prozent zulegen. «Die Wirtschaft erholt sich schneller als gedacht», begründet er seine Zuversicht.


 

23.06.2009 15:41
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brasil ole ole

Brasilianische Visa-Tochter steht vor grösstem Börsengang

Mehr zum Artikel

Langsame Wiederbelebung chinesischer IPOs23.06.2009 14:00

Die brasilianische Sparte des Kreditkartenanbieters Visa will in dieser Woche den Sprung an die Börse wagen. Das IPO der in Sao Paulo ansässigen Cia. Brasileira de Meios de Pagamentos soll zwischen 5,7 und 7,2 Milliarden Real (2 bis 2,6 Mrd. Euro) einbringen - damit wäre es das weltweit größte innerhalb eines Jahres.

Interessiert sind die Anleger nicht zuletzt deswegen, weil die Nutzung von Kreditkarten in Brasilien mehr als 20 Prozent jährlich zunimmt.

«Die Chancen stehen gut, dass das IPO ein Rekordvolumen erreicht», sagt Clecius Peixoto, Fondsmanager bei Emerging Markets Management LLC in Arlington, Virginia. «Es sind mehrere Faktoren vorhanden, nach denen Investoren derzeit suchen - ein Engagement in Brasilien und ein sehr attraktives Thema, nämlich die intensiverer Kartennutzung.»

Seit die Regierung im Jahr 1995 Brasiliens Währung an den Dollar gekoppelt hat, um die auf 5000 Prozent gestiegene Inflation zu bekämpfen, ist die Nutzung von Kreditkarten jedes Jahr um rund 20 Prozent gestiegen, geht aus Daten von Itau Unibanco Holding SA hervor. Weiter angetrieben werden dürfte die Nachfrage nach Kreditkarten durch die extrem niedrigen Zinsen, erwartet Carlos Camacho von Gap Asset Management in Rio de Janeiro.

Neun Börsendebuts dürften diese Woche über die Bühne gehen

Weltweit hat die Aktivität bei Aktienemissionen deutlich angezogen. Allein in dieser Woche dürften laut Bloomberg-Daten bis zu 31 Platzierungen über die Bühne gehen, darunter neun Börsendebüts. In Brasilien kommt die gute Performance des Aktienmarktes dazu. So steuert der Bovespa auf das beste Vierteljahr seit dem vierten Quartal 2006 zu. Seit Anfang April hat er 21 Prozent zugelegt, für das Jahr liegt er 32 Prozent im Plus.

Die Muttergesellschaft Visa hat mit ihrem IPO im März 2008 17,9 Milliarden Dollar erlöst und einen Rekord für die USA gesetzt. Die unter dem Namen VisaNet bekannte brasilianische Tochter, an der Visa zehn Prozent hält, will bis zu 477,7 Millionen Aktien platzieren. Der Börseneinführungspreis dürfte aufgrund der guten Aussichten für den Kreditkartenmarkt am oberen Ende der Zeichnungsspanne von 12 bis 15 Real festlegte werden, erwartet Camacho. «Die Nutzung von Kreditkarten hängt unmittelbar vom Konsum ab, und die Aussichten für den Verbrauchermarkt in Brasilien sind sehr gut», erläutert Camacho, der für seinen Fonds VisaNet-Aktien zeichnen will.

Erste IPO in Brasilien seit einem Jahr

Das IPO ist das erste in Brasilien, seit OGX Petroleo & Gas Participacoes SA im Juni 2008 mit einem Börsengang 6,7 Mrd. Real erlöste. Im vergangenen Jahr wagten in Brasilien gerade einmal vier Unternehmen den Sprung an die Börse, verglichen mit 64 im Jahr 2007. Die erste weltweite Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg hatte den Benchmarkindex Bovespa 41 Prozent einbrechen lassen und den Investoren den Appetit auf Aktien verdorben. In diesem Jahr kehren die Anleger jedoch wieder auf den brasilianischen Kapitalmarkt zurück. Bis 16. Juni hatten sie 10,3 Milliarden Real investiert, berichtet der Börsenbetreiber BM&F Bovespa SA. Allein im Mai floss die Rekordsumme von 6,08 Milliarden Real in Aktien.

Ein Erfolg des VisaNet-IPOs dürfte auch andere Unternehmen ermutigen, in diesem Jahr an die Börse zu gehen, sagt Alberto Kiraly, Vizepräsident des brasilianischen Investmentbankenverbandes in Sao Paulo. «Wir rechnen mit weiteren Börseneinführungen in der Größenordnung von über einer oder 1,5 Milliarden Real, weil das ein gutes Liquiditätsniveau anzeigt.»

Magere Performance anderer Börsenneulinge als Bremsklotz

Gebremst werden könnte die Begeisterung der Investoren allerdings durch die eher magere Performance anderer Börsenneulinge. Annähernd 90 Prozent der Aktien, die seit Anfang 2007 in Brasilien an die Börse gekommen sind, notierten laut Bloomberg-Daten unter ihrem Börseneinführungspreis. Eine Ausnahme, die auch für VisaNet optimistisch stimmt, ist Redecard SA, ein Unternehmen, das die Zahlungen für den Visa-Konkurrenten MasterCard Inc. in Brasilien abwickelt. Die Aktie hat seit ihrem Börsendebüt im Juli 2007 15 Prozent gewonnen und schneidet damit deutlich besser als der Bovespa ab, der für den Zeitraum auf ein Minus von elf Prozent kommt. «Es ist ein attraktiver Sektor, und das Beispiel Redecard wirkt sich ebenfalls positiv aus», kommentiert Fondsmanager Januario Hostin Jr. von Leme Investimentos in Florianopolis.


 

05.06.2009 03:04
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Die Stärken und Schwächen der brasilianischen Exportwirtschaft

A. Einleitung

Brasilien kann auf einen erfolgreichen Industrialisierungsprozeß zurückblicken. Noch bis zu Anfang dieses Jahrhundert war das südamerikanische Land geprägt durch einen sehr großen Agrarsektor. Agrarprodukte, vor allem Kaffee, sowie Rohstoffe erbrachten 97 Prozent der Exporterlöse (Sangmeister 1994: S. 320). Erst aufgrund der Weltwirtschaftskrise setzte ein autozentrierter Industrialisierungsprozeß ein, der dazu führte, daß Brasilien den höchsten Industrialisierungsgrad aller industrialisierten Volkswirtschaften Lateinamerikas besitzt und somit als Schwellenland bzw. NIC klassifiziert werden kann (Barrios 1999: S. 354). Das Entwicklungsmodell der importsubstituierenden Industrialisierung stand schließlich mit der Schuldenkrise im Jahre 1982 an seinem Ende. Mit der Schuldenkrise schwand aufgrund der Verschlechterung der terms of trade die Möglichkeit, mit Rohstoff-Exporten Renteneinkommen zu erzielen, um den Industrieapparat zu subventionieren. Brasilien geriet zunehmend unter den Strukturanpassungsdruck, aufgrund der tendenziellen Globalisierung der Weltmärkte. Um der Krise entgegenzuwirken, versuchten die damaligen Regierungen in den 80ern, eine umfassende Regulierung des Außenhandels in die Tat umzusetzen. Mit Hilfe von Exportsubventionen und Importrestriktionen gelang es tatsächlich ein erhebliches Exportwachstum auszulösen (1980-1992: 70 Prozent), zum dem konnte der Anteil der Industriegüter am Gesamtexport ebenfalls gesteigert werden (Barrios 1999: S. 354). Jedoch drohte aufgrund der Einschränkung des Technologietransfers eine Veralterung der Produktionsanlagen. Des weiteren trug die offene und verdeckte Exportförderung zum Haushaltsdefizit bei. Versuche, die Exporterlöse durch die Anhebung der Ausfuhrmengen zu steigern, scheiterten, da andere lateinamerikanische Staaten diese gleiche Strategie anwendeten und somit zu einem Preisverfall beitrugen. Durch die erhöhten Exporterlöse sollte dem Druck aus dem Schuldendienst begegnet werden (Barrios 1999: S. 354). Erst mit der Modernisierung der brasilianischen Wirtschaft durch die Regierung Collor de Melho wurden bessere Voraussetzungen für die Exportwirtschaft geschaffen.

Im folgenden Beitrag sollen die Stärken und Schwächen der brasilianischen Exportwirtschaft herausgearbeitet werden, um am Ende Brasiliens Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu evaluieren.

1. Die Stärken der brasilianischen Exportwirtschaft

1.1. Liberalisierung und Deregulierung der außenwirtschaftlichen Beziehungen

Im Rahmen des Plano Collor setzte eine Liberalisierung und Deregulierung der außenwirtschaftlichen Beziehungen ein. Dies bedeutete eine schrittweise Beseitigung nichttarifärer Handelshemmnisse. Die Importrestriktionen wurden durch die marktkonforme Regulierung von Wechselkurse und Zollsätzen ersetzt (Sangmeister 1994: S. 323).Im Bereich der Exportsubventionen wurden in den vergangenen Jahren den Firmen zahlreiche incentives angeboten. Im allgemeinen erteilt die brasilianische Regierung keine direkten Subventionen für Exporteure. Jedoch bietet sie eine Reihe von Steuer- und Zollvergünstigungen an, um den Export von Produkten "Made in Brazil" zu fördern. Die Steuer- und Zollvergünstigungen für Exporteure beziehen sich auf die Einfuhr von Equipment und Rohstoffen, die ausschließlich für die Produktion von Exportprodukten bestimmt sind. Des weiteren sind Exportprodukte sowie Rohstoffe, die in den Produktionsprozeß des herzustellenden Exportgutes miteinfließen, von der Verbrauchssteuer ausgeschlossen. Die Befreiung von der Verbrauchssteuer wurden kürzlich auf landwirtschaftliche Produkte, Halbfertigwaren sowie Fertigwaren, die für den Export bestimmt sind, ausgeweitet. Ein Exportkreditprogramm, bekannt unter dem Namen PROEX, wurde 1991 geschaffen. Unter diesem Programm garantiert die Regierung den kommerziellen Banken günstige Zinsen. Diese Banken sollen hiermit Exportverkäufe finanzieren, indem sie den brasilianischen Exporteuren den Zugang zu Finanzkapital mit Zinsraten sichern, die äquivalent zu denen auf den internationalen Finanzmärkten sind. So fallen zum Beispiel Kapitalgüter, Automobile und Autoteile sowie Konsumgüter unter das Finanzierungsprogramm PROEX (http://www.mercosur.org: BRAZIL Key Economic Indicators 1998).

1.2. Brasiliens Hauptausfuhrgüter

http://tiss.zdv.uni-tuebingen.de/webroot/sp/spsba01_S99_1/Image8.gif

http://tiss.zdv.uni-tuebingen.de/webroot/sp/spsba01_S99_1/Image8.gif

Mit der weltwirtschaftlichen Rezession zu Beginn der 80er Jahre und durch den Strukturanpassungsprozeß in vielen Entwicklungsländer ging die Dynamik im Süd-Süd-Handel verloren. Die Devisenknappheit zwang zu Sparmaßnahmen, so daß die Importfähigkeit dieser Länder eingeschränkt wurde. Im besonderen gingen die brasilianischen Exporte in die afrikanischen Länder, die bevorzugte Handelspartner waren, deutlich zurück. Ein wichtiger Handelspartner ist heute die Europäische Union, an die insgesamt 30 Prozent der Gesamtexporte im Jahr 1992 gingen (Sangmeister 1994: S. 321). Auf die USA entfielen dagegen 20 Prozent der brasilianischen Ausfuhren. Bis Ende der 50er Jahre waren die USA noch mit Abstand die bedeutendsten Importeure von brasilianischen Produkten (vgl. Tabelle oben, Baer 1995: S. 213). Weiterhin unterhält Brasilien Handelsbeziehungen mit Japan und China, jedoch hält sich dieser Außenhandel mit den asiatischen Märkten bescheiden im Vergleich zu Chile, das Kontakte zum ASEAN pflegt.

Eine weitere Rolle in Bezug auf den Außenhandel Brasiliens spielt der Handel innerhalb Südamerikas, vor allem hinsichtlich der Entstehung des Mercosul, an dem Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay partizipieren. Dem Mercosul sind in den 80er Jahren bilaterale Handelsabkommen zwischen Argentinien und Brasilien vorausgegangen. Zwischen 1992-93 erwirtschaftete Brasilien einen großen Handelsüberschuß mit Argentinien, der bedingt mit der Überbewertung des argentinischen Pesos war: "1992 konnte Brasilien Waren von 3,1 Milliarden US-$ nach Argentinien ausführen, das damit - nach den USA - wichtigstes Abnehmerland brasilianischer Produkte wurde; [...]" (Sangmeister 1994: S. 330). Die kontinuierliche Steigerung von Exporten nach Argentinien verursachten wirtschaftliche Unruhen und Besorgnisse auf Seiten der argentinischen Unternehmen. Diese forderten von der argentinischen Regierung, Gegenmaßnahmen einzuleiten. Es wurden zwar keine neuen Zölle erhoben, jedoch wurden brasilianischen Güter mit einer besonderen Steuer verteuert. Natürlich entsprach dies nicht den Regeln des Mercosul, dessen Handelsbeginn im Dezember 1994 anstand (Baer 1995: S.210 ).

2. Die Schwächen der brasilianischen Exportwirtschaft

2.1. Die Wettbewerbsposition Brasiliens auf dem Weltmarkt

Obwohl in den vorherigen Abschnitten ein Exportwachstum zunächst mit der Regulierung des Außenhandels nach dem Schock der Schuldenkrise und schießlich mit der Liberalisierung der außenwirtschaftlichen Beziehungen diagnostiziert wurde, stellt Meyer-Stamer demgegenüber die These, die Wettbewerbsposition der brasilianischen Industrie habe sich im Laufe der 80er Jahre verschlechtert (Meyer Stamer 1994: S. 309) Anhand von durchgeführten Untersuchen belegt er, daß nur 45 Prozent der exportierenden Unternehmen international wettbewerbsfähig seien, denn bei diesen war das Verhältnis zwischen Inlands- und Weltmarktpreisen kleiner eins. Weitere 7 Prozent stünden an der Grenze der Wettbewerbsfähigkeit. Weitere auffällige Merkmale seien schlechte "performance-Standards" (Meyer Stamer 1994: S. 309) gewesen, d.h. die Indikatoren für Qualität und Reaktionsschnelligkeit hatten katastrophale Werte. Aufgrund des noch bestehenden Protektionismus innerhalb des brasilianischen Marktes in den 80er Jahren gab es keine Anreize, die Effizienz-, Qualitäts- oder Innovationsverbesserungen honorieren würden. Da der Konkurrenzdruck im Binnenmarkt gefehlt hat, konnten keine besseren performance-Standards durchgesetzt werden. Auf dem Weltmarkt mußten die brasilianischen Unternehmen im Marktsegment "niedrige Qualität zu niedrigem Preis" konkurrieren. Niedrige Exportpreise wurden mit Hilfe von überhöhten Inlandspreisen kompensiert.

Als "Erfolgsgeschichte der 80er Jahre", wie es Hartmut Sangmeisters betitelt (Sangmeister 1994: S. 318), kann man die brasilianische Exportwirtschaft nach diesen Beobachtungen nun nicht unbedingt klassifizieren. Zwischen der industrieller Exportdynamik, die den Eindruck vermittelt, in den 80ern sei eine leistungsfähige Industrie entstanden, und der abnehmenden Wettbewerbsfähigkeit läßt sich ein Paradox vermuten. Meyer-Stamer versucht jedoch dieses Paradox aufzulösen, indem er die Hintergründe des Exporterfolgs erläutert: Brasilianische Unternehmen hätten erfolgreich versucht, auf der Grundlage vorhandener Kapazitäten Einbrüche auf dem Binnenmarkt durch Exporte zu kompensieren. So seien Wirtschafts- und Exportwachstum negativ korreliert gewesen. Weitere Gründe seien hohe Exportsubventionen seitens der brasilianischen Regierung, mit denen brasilianische Tochterunternehmen multinationaler Konzerne zum Export stimuliert werden sollten. Ein Versuch, die Subventionen zu streichen, sorgte für einen Exporteinbruch. Die Exportdynamik wurde vor allem durch gewissen Branchen in Gang gesetzt, die aufgrund von Investitionen und kontinuierlichen Lernprozessen international wettbewerbsfähig waren. Als Musterbeispiel nennt Meyer-Stamer Branchen wie die Herstellung von Papier und Zellulose. Weitere Branchen mit einer hohen Effizienz und Qualität sowie technologischen Lernprozessen waren Hersteller von Orangensaftkonzentrat und Exporteure von Gefriergeflügel sowie die Schuhindustrie (Meyer-Stamer 1994: S. 312).

Ein weiterer Zusammenhang mit der Wettbewerbsfähigkeit Brasilien stellt der Wechselkurs des Reals dar. Aufgrund der relativen Bindung an den Dollar innerhalb der zugelassenen Bandbreite ergab sich eine Verteuerung der Exporte. Tatsächlich war die Handelsbilanz nach Einführung des Reals im Jahr 1994 defizitär, aber erst ab Mai 1996 gelang es Brasilien, ein Exportwachstum von 7,2 Prozent im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres zu erzielen, dabei gingen sogar die Importe um 13,4 Prozent zurück (Barrios 1999: S. 362)

B. Resümee

Schon lange ist Brasilien kein Exporteur mehr, der ausschließlich Kaffee oder sonstige Primärguter weltweit vermarktet. Vor allem konnte die Exportpalette erfolgreich diverfiziert werden. Durch die Industrialisierungsbemühungen in den vergangenen Jahrzehnten ist es Brasilien gelungen, neben den zahlreichen Agrarprodukten ebenfalls eine Vielzahl von industriellen Exportgüter anzubieten. Ebenfalls verzeichnet Brasilien eine Vielzahl von Abnehmerländer. Wie in der Tabelle im Punkt 1.2. ersichtlich wurde, besteht im Fall Brasilien kein so großes Abhängigkeitsverhältnis zu einem bestimmten Abnehmerland, so daß Brasilien nicht so krisenanfällig ist, wie es sich im Fall Chile mit der Asien-Krise bestätigt hat.

Weitere bedeutende Handelsbeziehungen innerhalb des Südamerikas werden in Zukunft im Rahmen des regionales Binnenmarktes "Mercosul" eine Rolle spielen. Vor allem der Handel zwischen Argentinien und Brasilien ist hier hervorzuheben.

Trotz Exportwachstumserfolge haben sich in der Vergangenheit schlechte perfomance-Standards die internationale Wettbewerbsfähigkeit brasilianischer Produkte beeinträchtigt. Daher ist hier eine Verbesserung der Qualität und der Reaktionsschnelligkeit von Nöten. Eine Beeinträchtigung der Exportwirtschaft durch die Dollarbindung des Reals hat sich nicht bestätigt.