Solvay

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04.04.2011 10:48
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Solvay

Der belgische Chemiekonzern Solvay setzt zu einer Milliardenübernahme an. Er will den franzöischen Konkurrenten Rhodia für rund 3,4 Milliarden Euro übernehmen. Solvay wird dadurch zum Spezialchemie-Weltmarktführer. Rhodia ist mit der Übernahme einverstanden.

(sda/dpa) Der Chemiekonzern Solvay will den französischen Konkurrenten Rhodia schlucken. Die belgigsche Solvay bietet für die ehemalige Chemiesparte von Rhône-Poulenc 31.60 Euro pro Aktie, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Damit kostet die Übernahmen unter dem Strich rund 3,4 Mrd. Euro.

Durch den Kauf, der als «freundliche Übernahme» gelte, entstehe ein Spezialchemie-Weltmarktführer mit 12 Mrd. Euro Umsatz. Den Zukauf will Solvay komplett aus eigenen Mitteln bestreiten.

Volle Kasse

Die Belgier hatten 2009 ihr Pharmageschäft an den US-Konzern Abbott Laboratories verkauft und dadurch 4,5 Mrd. Euro in die Kasse bekommen. Schon damals hatte der Konzern angekündigt, den Erlös in das Chemie- und Kunststoffgeschäft zu stecken.

Mit dem Schritt will Solvay sein Geschäft auf eine breitere Basis stellen und sich neue Märkte in Schwellenländern erschliessen. «Wir sehen die Möglichkeit, das operative Ergebnis (Ebitda) durch die Akquisition auf fast zwei Milliarden Euro zu verdoppeln», sagte Solvay-Chef Christian Jourquin.

Das Einsparpotenzial nach der Übernahme beziffert Solvay auf jährlich 250 Mio. Euro innerhalb von drei Jahren. Zudem ergänze sich das Geschäft der beiden Firmen gut.

Rahmenvertrag unter Dach

Rhodia selbst bezeichnete den Schritt in der gemeinsamen Mitteilung als «fantastische Möglichkeit». Das französische Chemieunternehmen ist nach eigenen Angaben ein weltweit führender Spezialchemie-Anbieter und beschäftigt 14'000 Mitarbeiter in 25 Ländern.

Der Kauf solle bis August abgeschlossen sein. Das Angebot ist ein Aufschlag von 50 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs von Rhodia, berichtete Solvay. Das Angebot sei vom Rhodia-Direktorium einstimmig angenommen und bereits am Sonntag ein Rahmenvertrag unterzeichnet worden.

Der börsennotierte Chemiekonzern Solvay ist ein Kunststoffspezialist mit Sitz in Brüssel. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Polymere, Soda und Wasserstoffperoxid. Im vergangenen Jahr kam der Konzern mit 16'800 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 7,1 Mrd. Euro.

Der französische Konkurrent Rhodia beschäftigt 14'000 Mitarbeiter weltweit und hat 5,2 Mrd. Euro 2010. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben weltweit führend bei Produkten aus Rohstoffen wie Silizium und Seltenen Erden sowie Konsumprodukten (Tenside, natürliche Polymere und Azetat) sowie Plastikprodukte aus Polyamiden.

Quelle: www.nzz.ch

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