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Volkswagen Aktie - VW Aktie 

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Erste Sammelklage gegen VW in Australien eingereicht
03.11.2015 11:18

SYDNEY (awp international) - Nach dem Skandal um die Abgastest-Manipulationen bei Volkswagen ist in Australien die erste Sammelklage von VW - und Audi -Besitzern gegen den Auto-Hersteller eingereicht worden. Wieviele Fahrzeughalter sich beteiligten, teilte die zuständige Kanzlei Bannister Law nicht mit. Jedoch werde damit gerechnet, dass in dem Land insgesamt bis zu 90 000 Menschen auf Schadenersatz klagen könnten, berichtete die Zeitung "The Australian" am Dienstag.

Bereits im Oktober hatte die VW-Filiale in Australien alle Fahrzeuge mit der Manipulationssoftware zurückgerufen. Sollte sich bei den Verfahren herausstellen, dass der Konzern den Verbraucherschutz verletzt und die Käufer in die Irre geführt hat, drohen Strafen in Millionenhöhe. Durch die Manipulationen hätten die Fahrzeuge deutlich an Wert verloren, so der Anwalt Charles Bannister. "Wenn ein Auto einmal mit so einem schlechten Ruf belegt ist, dann ist es schwer, dieses Stigma loszuwerden."/fw/cfn/DP/stb

(AWP)

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spylong
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Seit 19:10 Uhr wissen wir - jetzt kommen auch die Benziner dran: Verkaufen, verkaufen, verkaufen.

spylong

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VW nun auch mit CO2-Problemen

Hunderttausende VW-Autos könnten mehr CO2 ausgestossen und damit mehr Sprit verbraucht haben als vom Hersteller angegeben.

VW musste am Dienstagabend nach Manipulationen bei Stickoxid-Werten auch Unregelmässigkeiten bei CO2-Werten einräumen. Es gehe hauptsächlich um Dieselfahrzeuge, aber auch eine geringe Anzahl von Benzinern. Damit erreicht der Abgas-Skandal eine neue Dimension. Wie deutlich der gemessene CO2-Ausstoss über den angegebenen Werten liegt, sagte ein VW-Sprecher zunächst nicht.

In dem neuen Fall geht es um den Ausstoss des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) - und damit um den Spritverbrauch. "Nach derzeitigem Erkenntnisstand können davon rund 800 000 Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns betroffen sein", heisst es in einer VW-Mitteilung vom Dienstagabend in Wolfsburg. Der Autokonzern bezifferte die wirtschaftlichen Risiken in einer ersten Schätzung auf rund zwei Milliarden Euro.

VW-Chef Matthias Müller versprach erneut eine "schonungslose" Aufklärung. "Dabei machen wir vor nichts und niemandem Halt. Das ist ein schmerzhafter Prozess, aber er ist für uns ohne Alternative." Der Aufsichtsrat reagierte in einer Mitteilung "mit Betroffenheit und Sorge" auf die neue Dimension. Nach dpa-Informationen wird sich die Aufsichtsratsspitze spätestens an diesem Sonntag treffen, der komplette Aufsichtsrat dann am Montag.

Bisher ging es in dem Abgas-Skandal um Stickoxid (NOX). Im September hatte das Unternehmen eingestanden, bei Abgas-Tests auf dem Prüfstand mit Softwarehilfe die Ergebnisse für Diesel-Motoren manipuliert zu haben. Die Software schaltet in Testsituation in einen Sparmodus. In diesem Zusammenhang musste VW bereits 6,5 Milliarden Euro zurückstellen.

Auffälligkeiten auch bei Benzinmotoren

Im Rahmen der derzeit laufenden Überprüfungen aller Prozesse und Abläufe bei Dieselmotoren ist laut VW aufgefallen, dass bei der CO2-Zertifizierung einiger Fahrzeugmodelle zu niedrige CO2- und damit auch Verbrauchsangaben festgelegt wurden. Betroffen seien ganz überwiegend Fahrzeuge mit Dieselmotoren. Es gehe um Autos der Typen Polo, Golf und Passat, sagte ein VW-Sprecher auf Anfrage. Bei der VW-Tochter Audi seien A1- und A3-Modelle betroffen. Bei Skoda gehe es um den Octavia und bei Seat um den Leon und den Ibiza.

Auch bei einem Benzinmotor mit Zylinderabschaltung habe es Auffälligkeiten gegeben, sagte der Sprecher. Es handele sich dabei aber um eine geringe Stückzahl. Bei den Dieselmotoren seien 1,4-, 1,6- und 2,0-Liter-Varianten betroffen. Alle Aggregate stammen einem Sprecher zufolge aus dem Wolfsburger Stammhaus von VW.

Kohlendioxid (CO2) ist zwar unschädlich für den Menschen, aber zugleich das bedeutendste Treibhausgas und wesentlich für die menschengemachte Erderwärmung verantwortlich. Die CO2-Grenzwerte sind in der EU in den vergangenen Jahren verschärft worden. Fraglich ist nun, ob VW bei der Flotte die CO2-Grenzwerte überschritten hat.

Folgeprobleme für Volkswagen könnten anstehen

Die neue Dimension des Abgas-Debakels könnte für Volkswagen und seine Kunden mögliche Folgeprobleme haben. So hängt hierzulande die Höhe der Kfz-Steuer für jüngere Pkw mit Erstzulassungsdatum ab 1. Juli 2009 auch am Ausstoss von Kohlendioxid (CO2). Autos mit niedrigerer CO2-Emission sind steuerlich günstiger als welche mit einer höheren. Damit steht das Risiko im Raum, dass durch die Abgas-Manipulationen Kfz-Steuern für Autos aus dem VW-Konzern zu niedrig festgesetzt worden sind.

Die Grünen sehen nun auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Zug. "Angesichts der Dimension des Skandals und dem damit verbundenen Schaden für die gesamte deutsche Automobilbranche reicht es nicht mehr aus, Aufklärung als Show zu simulieren", sagte der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer der Deutschen Presse-Agentur. Dobrindt müsse klare politische Regeln und Kontrollen durchsetzen, um die Auto-Branche vor sich selbst zu schützen. "Wir brauchen endlich umfassende Transparenz und Tests auf der Strasse durch eine unabhängige europäische Behörde."

Die Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag, Bärbel Höhn, erklärte: "Offenbar hat VW bei der Ermittlung des Spritverbrauches illegale Techniken angewendet, um ihn nach unten zu korrigieren." Die ganze Wahrheit müsse jetzt auf den Tisch. Nötig seien zudem endlich schlagkräftige staatliche Stellen, die auch die Angaben der Hersteller nachprüfen dürfen und können. Bisher sei das nicht der Fall.

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marsi24
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Eher bald wieder kaufen.

spylong
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Ach marsi - bald ist je nach Anlagehorizont in zwei Wochen oder in 2 Monaten oder auch in 2 Jahren. Jedenfalls würde ich VW erst wieder kaufen wenn Kurse zwischen 50 - 70 EUR erreicht sind, egal ob das nun bald oder weniger bald ist.

spylong

Elias
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Lug und Trug in Wolfsburg

Vertrauen erodiert nicht linear, sondern ist plötzlich weg. Bisher hielten die Kunden VW die Treue. Doch jetzt gibt VW zu, bei Autos den Verbrauch frisiert zu haben. Und das geht ans Portemonnaie.

http://www.nzz.ch/meinung/lug-und-trug-in-wolfsburg-1.18641105

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

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VW-Absatz in Japan bricht ein
06.11.2015 12:55

TOKIO (awp international) - Der Absatz von Volkswagen in Japan ist im Zuge des Abgasskandals eingebrochen. Die Neuzulassungen sanken im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast die Hälfte auf 2403 Fahrzeuge, wie der japanische Automobilimportverband am Freitag mitteilte. Volkswagen hat auf dem japanischen Markt allerdings nur einen sehr geringen Marktanteil.

VW hatte im September zugegeben, mit Hilfe einer Software die Abgaswerte von Millionen von Dieselfahrzeugen weltweit manipuliert zu haben. Das japanische Verkehrsministerium fand nach eigenen Angaben manipulierte Software in 36 importierten VW-Dieselfahrzeugen.

Ende Oktober hatte sich VW-Markenchef Herbert Diess für die Manipulationen entschuldigt. "VW hat einige Dinge getan, die falsch waren", sagte er einem Bericht des Nachrichtenportals Nikkei Asian Review zufolge vor dem Start der Automesse Tokio Motor Show.

Auch in anderen Märkten war der VW-Absatz im Oktober zurückgegangen, zum Beispiel in Grossbritannien. In Deutschland sanken die Neuzulassungen von Volkswagen gegen den Trend um 0,7 Prozent. Eine Folge des Skandals um manipulierte Abgas-Werte, der Mitte September bekannt wurde, ist das Minus aber vermutlich noch nicht: Bei privaten Käufen liegen nach Branchenangaben rund zwei Monate zwischen Bestellung und Auslieferung. Sollte die Dieselaffäre Auswirkungen haben, wären diese erst im November oder Dezember sichtbar./tk/DP/zb

(AWP)

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VW will in Schweiz Mehrsteuern übernehmen

Im Abgas-Skandal geht VW auch auf seine Schweizer Kunden zu. Mögliche höhere Motorfahrzeugsteuern, die aus den falsch angegebenen Emissionswerten resultieren könnten, will der Konzern selber übernehmen.

Nadia Batzig, Sprecherin des Eidg. Finanzdepartements (EFD) bestätigte einen entsprechenden Bericht der "NZZ am Sonntag". Am Freitagnachmittag sei per E-Mail ein Brief von VW-Konzernchef Matthias Müller beim EFD eingetroffen, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Der Brief ging zudem an alle 28 Finanzminister der EU. In der Nachricht, die am Sonntag auch der sda vorlag, heisst es wortwörtlich: "Der Volkswagen-Konzern wird dafür einstehen, dass etwaige Mehrsteuern ausgeglichen werden." Müller bittet die Finanzminister, mögliche Steuernachzahlungen dem Konzern direkt in Rechnung zu stellen, auch wenn das mit organisatorischem Aufwand verbunden wäre.

Höhere Steuern und Abgaben möglich

In der Schweiz werden die Motorfahrzeugsteuern von den Kantonen erhoben. Sparsame Autos profitieren dabei von Steuerrabatten. Im Kanton Zürich beispielsweise zahlt ein Besitzer eines sparsamen VW-Golf mit der Energieetikette A jährlich fast 100 CHF weniger als ein Besitzer eines Golf mit Energieetikette B.

Die Manipulationen der Emissionswerte dürften nicht nur Auswirkungen auf die Motorfahrzeugsteuer, sondern auch auf die sogenannten CO2-Sanktionen beim Import von Autos haben. Für diese Sanktionen zulasten der Autoimporteure ist das Bundesamt für Energie (BFE) zuständig.

Dieses klärt nun ab, ob bereits importierte Autos mit falsch deklarierten CO2-Werten nachsanktioniert werden müssen. Marianne Zünd, Informationschefin beim BFE, bestätigte auf Anfrage einen Bericht der "Schweiz am Sonntag".

Vor allem Fahrzeuge ab 2012 betroffen

Wie viele Fahrzeuge in der Schweiz betroffen sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Gemäss Livio Piatti, Sprecher der VW-Generalimporteurin Amag, ist am Montag oder Dienstag mit handfesten Informationen zu rechnen.

"Wir werden anschliessend so schnell wie möglich über weitere Schritte für die Schweiz informieren. Nach unserer Kenntnis sind ganz überwiegend Dieselfahrzeuge mit einer EU6-Norm ab Baujahr 2012 sowie ein spezieller Benziner mit Zylinderabschaltung (1,4 l ACT) in geringer Stückzahl potenziell betroffen", schrieb Piatti an die sda.

Geständnisse von Mitarbeitern

Die falschen CO2-Angaben sind laut VW entweder über Manipulationen im Messvorgang auf dem Prüfstand selber oder über manipulierte Testwagen zustande gekommen. Wer für die falschen Angaben verantwortlich ist, ist aber nach wie vor ungewiss.

Gemäss Informationen der "Bild am Sonntag" geht die jüngste Aufdeckung auf das Geständnis eines Wolfsburger Ingenieurs zurück. Der Mitarbeiter der VW-Abteilung Forschung und Entwicklung habe seinem Vorgesetzten vom grossangelegten CO2-Betrug berichtet, meldete die Zeitung. Der Konzernrevision lägen zudem Geständnisse weiterer Mitarbeiter vor. Ein VW-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

Laut dem Zeitungsbericht begann der Betrug mit geschönten Sprit- und CO2-Angaben von Hunderttausenden Volkswagen-Modellen 2013 und lief bis zum Frühjahr 2015. Die Techniker hätten mit unerlaubten Massnahmen die Werte manipuliert, zum Beispiel durch einen höheren Reifendruck von mehr als 3,5 bar. Daneben sei auch Diesel ins Motoröl gemischt worden, damit der Wagen leichter läuft und weniger Sprit verbraucht.

Es kommt immer dicker

Der Abgas-Skandal hatte sich Anfang vergangener Woche ausgeweitet, als VW einräumen musste, bei rund 800'000 Fahrzeugen den Ausstoss des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) und damit den Spritverbrauch zu niedrig angegeben zu haben. Betroffen sind den damaligen Angaben zufolge die Modelle Polo, Golf, Passat, Audi A1 und A3 sowie Skoda Octavia und Seat Leon und Ibiza.

Mitte September hatte VW bereits Manipulationen bei Abgastests zugegeben. Dabei geht es um Werte zum gesundheitsschädlichen Stickoxid. Betroffen davon sind weltweit 11 Millionen Fahrzeuge und in der Schweiz knapp 130'000.

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VW-Skandal: Technische Änderungen wohl bei 540 000 Autos nötig
09.11.2015 15:27

(Meldung weiter ausgebaut)

BERLIN (awp international) - Wegen des VW -Abgas-Skandals sind wohl bei 540 000 Diesel-Fahrzeugen in Deutschland grössere technische Änderungen als nur ein Austausch der manipulierten Software nötig. Davon sei nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) derzeit auszugehen, teilte das Bundesverkehrsministerium am Montag in Berlin mit. Die Rahmenbedingungen für diese Hardware-Änderungen sollen den betroffenen Wagenhaltern von Volkswagen mitgeteilt werden.

Hintergrund ist der vom KBA angeordnete verbindliche Rückruf für insgesamt 2,4 Millionen Fahrzeuge, der Anfang 2016 beginnen soll. Dabei geht es um verschiedene Modelle. VW hatte bereits mitgeteilt, dass für Autos mit 2,0 Litern Hubraum reine Software-Lösungen reichen sollen. Bei anderen Modellen sind darüber hinaus Anpassungen in der Motortechnik nötig - also Eingriffe nicht nur über die Programmierung.

RÜCKRUFAKTION

Mitte Oktober hatte das KBA VW zu der zunächst als freiwillig geplanten Rückrufaktion verpflichtet. Europaweit sind insgesamt etwa 8,5 Millionen Dieselautos von der Affäre um geschönte Stickoxid-Emissionswerte betroffen, weltweit rund 11 Millionen. Die Grossaktion soll laut Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) im Januar starten und dürfte sich bis zum Jahresende hinziehen.

Der Skandal hatte sich in der vorigen Woche noch ausgeweitet: VW teilte mit, dass es auch beim Ausstoss des Klimagases Kohlendioxid (CO2) "Unregelmässigkeiten" gab. Unter den 800 000 Fahrzeugen mit falschen CO2-Werten sind nach Informationen Dobrindts auch 98 000 Benziner. "Sowohl das Vorgehen, das zu diesen Ergebnissen geführt hat, als auch die Ergebnisse selber sind inakzeptabel", sagte er.

RÜCKLAGEN UND RISIKEN

Bisher legte Europas grösster Autokonzern 6,7 Milliarden Euro für das Stickoxid-Problem zurück. Die "wirtschaftlichen Risiken" des CO2-Problems wurden zunächst auf weitere 2 Milliarden Euro geschätzt./sam/jap/DP/stb

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Presse: EU verlangt von VW Details zu CO2-Skandal
10.11.2015 11:45

BRÜSSEL/WOLFSBURG (awp international) - Die EU-Kommission fordert einem Bericht zufolge von VW Aufklärung über die zu hohen CO2-Werte bei Autos des Konzerns. Das "Wall Street Journal" berichtete am Dienstag von einem "ernst geschriebenen Brief" von Klima- und Energiekommissar Miguel Arias Cañete an VW-Konzernchef Matthias Müller. Darin fordere er "weitere Klärungen" zum CO2-Ausstoss von Autos aus dem VW-Konzern und bittet um eine Antwort in den kommenden zehn Tagen. Zunächst bestätigten weder die EU-Kommission noch VW den Brief.

Cañete will dem Bericht zufolge unter anderem wissen, wie viele und welche Autos höhere Werte aufweisen und um wie viel die Werte zu hoch liegen. EU-Regeln setzen für die Neuwagenflotten der Hersteller CO2-Obergrenzen fest. Im vergangenen Jahr durften 80 Prozent der verkauften Neuwagen eines Herstellers im Schnitt einen Messwert von 130 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer nicht überschreiten. Ansonsten drohen Strafen. VW hatte in der vergangenen Woche Unregelmässigkeiten bei den CO2-Werten für mehrere Modelle eingeräumt. Bis zu 800 000 Modelle des Konzerns könnten betroffen sein.

Die EU-Kommission hatte bereits am Freitag in einem Brief an die Umwelt- und Industrieminister der 28 EU-Staaten um Mithilfe bei der Aufklärung gebeten./fri/DP/stb

(AWP)

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VW will Zellfertigung für Elektroauto-Batterien in Deutschland
16.11.2015 12:26

WOLFSBURG (awp international) - Angesichts des Rückstands der deutschen Autoindustrie bei der Fertigung von Batterien für Elektroautos hat Volkswagen ein Umdenken gefordert. "Ich bin der Meinung, wir brauchen eine Batteriefertigung in Deutschland. Das ist die Kerntechnologie der Elektromobilität", sagte VW -Markenchef Herbert Diess in Wolfsburg der Deutschen Presse-Agentur. "Ein grosser Teil der Wertschöpfung wird in Zukunft die Batterie sein. Insofern fände ich eine konzertierte Aktion richtig."

Für ein einzelnes Unternehmen seien Investitionen in eine eigene Zellfertigung schwer darstellbar, sagte Diess. Es gebe dazu Gespräche mit der Politik. "Auch innerhalb der Industrie zusammenzuarbeiten, kann man sich schon vorstellen." Dabei geht es um die neue Generation der Batteriezellen.

Um mehrere Millionen Zellen herzustellen, sei ein Investitionsvolumen von mindestens einer Milliarde Euro erforderlich, hiess es im Fortschrittsbericht der "Nationalen Plattform Elektromobilität", einem Beratungsgremium der Bundesregierung, vom vergangenen Jahr.

Zellen von Batterien gelten als Schlüssel für den Durchbruch von Elektroautos, weil sie bislang die Reichweite begrenzen und die Fahrzeuge teuer machen. Deutschland droht aber bei der Zellfertigung abhängig vor allem von asiatischen Herstellern zu werden.

Die grössten Produzenten von Batteriezellen stammen inzwischen aus Fernost. Firmen wie Samsung , LG oder Panasonic können hier Grössenvorteile ausnutzen, weil sie nicht nur für E-Autos, sondern auch für Batterien in Handys, Laptops und Tablets produzieren. Der E-Auto-Pionier Tesla baut in den USA zusammen mit Panasonic die bislang grösste Zellfertigung der Welt auf, die 2017 starten soll.

Die wachsende Produktion macht die Zellen der aktuellen Generation billig, einen Neueinstieg aber umso teurer. Daimler , der bislang einzige auf diesem Feld tätige deutsche Hersteller, will deshalb zum Jahresende die Zellenproduktion im sächsischen Kamenz einstellen.

Ändern könnte sich die Lage, wenn neue Generationen von Zellen auf den Markt kommen. Dann könnten sich Investitionen in neue Produktionsstandorte wieder lohnen, heisst es in der Branche.

Betriebsräte der Autobauer hatten wiederholt eine eigene Batterie-Zellfertigung gefordert. Am Dienstag trifft sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) am Daimler-Standort Gaggenau in Baden-Württemberg mit Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht sowie dessen Amtskollegen bei VW und Porsche, Bernd Osterloh und Uwe Hück. Dort geht es auch um das Thema Elektromobilität.

"Eine Aufholjagd ist aufwendig und dauert, aber wir dürfen keine Zeit verlieren", sagte Diess. Volkswagen hatte als Reaktion auf den Abgas-Skandal angekündigt, Zukunftstechnologien vorantreiben zu wollen. Dazu zählt auch die Elektromobilität. Die Verkaufszahlen von Elektroautos in Deutschland sind immer noch sehr gering. Anders als in anderen Ländern gibt es keine Kaufprämien.

"Es klingt hart, aber aus heutiger Sicht besteht die Gefahr, das nicht Deutschland der Leitmarkt für Elektromobilität sein wird, sondern nach Stand der Dinge möglicherweise China", sagte Diess. Dort gebe es hohe Förderungen. Der Automobilstandort Deutschland dürfe sich nicht abhängen lassen. "Das Know-how und die richtigen Fahrzeuge haben wir in Deutschland, aber ohne eigenen Markt werden wir es nicht schaffen. Ich bin deshalb für Kaufanreize für Elektroautos in Deutschland - wie die konkret aussehen, darüber muss man reden."

Auch VW-Betriebsratschef Osterloh forderte in dem Doppelinterview Kaufanreize: "Wir brauchen natürlich höhere Stückzahlen, damit es sich lohnt."/hoe/loh/fri/ang/DP/jha

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US-Umweltbehörde droht VW im Abgas-Skandal mit drakonischen Strafen
19.11.2015 06:40

LOS ANGELES (awp international) - Kurz vor Ablauf eines wichtigen Ultimatums hält die kalifornische Umweltbehörde CARB den Druck auf Volkswagen im Abgas-Skandal aufrecht. "Wenn sie keinen Plan vorlegen, der für uns und die EPA akzeptabel ist, dann stehen uns Strafen zur Verfügung - es geht nicht ewig so weiter, es gibt eine Deadline", sagte CARB-Chefin Mary Nichols der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch (Ortszeit) bei der Los Angeles Auto Show. Allerdings werde man den Wolfsburgern noch etwas Zeit geben.

Am Freitag läuft für VW eine erste Frist ab, innerhalb derer der deutsche Autobauer den US-Regulierern Vorschläge für einen Rückruf von knapp 500 000 Diesel-Fahrzeugen unterbreiten muss, in denen eine spezielle Software ("Defeat Device") zur Manipulation von Emissionstests in den USA installiert wurde. Die Behörden haben dann 20 Geschäftstage Zeit, den Plan zu prüfen.

"Danach könnten wir potenziell anfangen, Strafen zu verhängen", so Nichols. Es gehe allerdings nicht darum, VW mit Strafen zu überziehen, sondern eine Lösung zu finden.

VW-USA-Chef Michael Horn wurde bei seinem Auftritt in Los Angeles kühl empfangen. "Das mit dem Applaus werden wir nochmal üben müssen", sagte er zur Begrüssung. Horn, der von Dutzenden Journalisten bedrängt wurde, entschuldigte sich abermals für die Verfehlungen des Konzerns und erklärte: "Nichts ist für mich persönlich wichtiger als die Zufriedenheit der Kunden und es wieder gut zu machen für alle, die über die Jahre Vertrauen in Volkswagen hatten."

Horn bestätigte, dass VW-Vertreter sich am Freitag zu Gesprächen mit den US-Behörden EPA und CARB treffen werden. "Wir kooperieren voll und ganz, und wir werden dies weiter tun, mit maximal möglicher Transparenz." Zum konkreten Zeitplan für den Rückruf hielt der US-Statthalter der Wolfsburger sich aber weiter bedeckt. "Es ist zu früh, und ich würde grossen Ärger bekommen, wenn ich heute etwas dazu sage."

CARB-Chefin Nichols übte indes massive Kritik am bisherigen Krisenmanagement des Unternehmens: "Am Anfang haben sie abgestritten, dass es überhaupt ein Problem gibt." Dann habe der Konzern zunächst Anwälte angeheuert und Pressemitteilungen verschickt, anstatt an einer Lösung zu arbeiten. "Sie waren offenbar mehr um ihren Aktienkurs und möglicherweise ihre Kunden besorgt, als um die Umweltschäden, die sie anrichten", sagte die Vorsitzende der Institution, die im September gemeinsam mit der US-Umweltbehörde EPA die Affäre ins Rollen gebracht hatte.

Sollte sich VW bei einem Rückruf nicht an die Vereinbarungen halten, gäbe es die Möglichkeit, die betroffenen Autos aus dem Verkehr zu ziehen, sagte Nichols. Bei der jährlichen Erneuerung der Registrierung würde dann die Fahrerlaubnis verweigert. "Dies sind drakonische Strafen, und es ist überflüssig zu sagen, dass wir nicht hoffen, sie verhängen zu müssen." Doch die exzessive Luftverpestung durch die Fahrzeuge müsse gestoppt werden. "Wir warten noch immer darauf, wie das gelöst werden kann."

Ein grosses Problem beim Rückruf sei, so Nichols, dass Fahrer möglicherweise überhaupt kein Interesse daran hätten. Denn der Ausbau der Schummel-Software, die VW seit 2009 in diversen Diesel-Fahrzeugen installierte, ginge zu Lasten von Leistung und Spritverbrauch. "Wenn sich herumspricht, dass die Reparatur die Autos weniger spritzig fahren lässt und dadurch mehr Sprit bezahlt werden muss [...], werden Leute sich dagegen entscheiden." Durch den "Defeat Device" wird die Abgasreinigung nur im Testbetrieb voll aktiviert./vlh/hbr/DP/zb

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Abgas-Skandal bei VW: Audi gibt nun doch verbotene Software zu
24.11.2015 06:33

INGOLSTADT/WOLFSBURG (awp international) - Aus den Vorwürfen der US-Behörden wird Gewissheit: Auch in grösseren Dieselautos von VW und den Konzerntöchtern Audi und Porsche hat eine verbotene Software für niedrigere Abgaswerte gesorgt. Audi räumte am Montagabend die Installation eines Programms in V6 TDI 3,0-Liter-Motoren ein, das in den USA als illegale Schummelsoftware gilt. Zumindest in Europa konnte VW zuletzt aber auch mal mit positiven Nachrichten aufwarten.

Bislang hatte der Konzern in den USA nur zugegeben, bei 2,0-Liter-Motoren gezielt getrickst zu haben. Als der Abgas-Skandal im September ins Rollen kam, hatte der später zurückgetretene VW-Chef Martin Winterkorn schnell ein umfassendes Schuldgeständnis im Namen des Konzerns abgegeben. Die Anfang November von den US-Umweltbehörden EPA und CARB erhobenen Vorwürfe gegen den grösseren, von der Tochter Audi entwickelten Motor waren bislang aber stets abgestritten worden.

Der Konzern bemühte sich, den Fall vom bereits gebeichteten Skandal abzugrenzen und als vermeintliches Missverständnis mit den US-Aufsehern um eine eigentlich legitime Software darzustellen. Nun teilte Audi aber mit, den US-Behörden seit 2009 in Zulassungsverfahren insgesamt drei Programme nicht offengelegt zu haben. Eines davon werde nach geltender US-Gesetzgebung als "Defeat Device" betrachtet. So bezeichnen EPA und CARB verbotene Programme zur Manipulation von Abgas-Messwerten.

Defeat Devices, auf Deutsch als Abschalteinrichtung bezeichnet, können feststellen, ob sich ein Auto im Emissionstest befindet. Nur dann wird die Abgasreinigung voll aktiviert. Im Normalbetrieb ist die Luftverpestung deutlich höher als auf dem Prüfstand. Der Einbau solcher Software verstösst gegen US-Klimaschutzgesetze und kann mit drastischen Strafen geahndet werden. VW drohen immense Bussgelder, teure Rechtsstreits und hohe Rückrufkosten.

Zwar bestreitet Audi weiter eine vorsätzliche Täuschung. Ein Sprecher sagte, es handele sich bei dem strittigen Programm nicht um eine Manipulations-Software: "Dann müsste das System auf dem Prüfstand anders agieren als auf der Strasse - das ist aber nicht der Fall. Das Fahrzeug erkennt nicht, wenn es auf dem Prüfstand steht." Für die US-Regulierer zählt aber, dass die Software in den USA illegal ist und der Hersteller sie über Jahre nicht vorschriftsgemäss angemeldet hat.

Audi hat nach eigenen Angaben mit den Umweltbehörden weitere Schritte der Zusammenarbeit vereinbart und volle Kooperation versprochen. Der Verkaufsstopp für die betroffenen Modelle sei bis auf weiteres verlängert worden. Das Unternehmen werde das Programm nun überarbeiten, detailliert dokumentieren und in den USA erneut zur Genehmigung vorlegen. Das Unternehmen schätzt den finanziellen Aufwand auf "einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag".

Audis Erklärung ändere nichts am Vorgehen der Behörden, sagte ein CARB-Sprecher. Erst am Freitag hatten sie mit zusätzlichen Strafen gedroht. Zuvor war bekanntgeworden, dass die Software nicht nur in Volkswagen , Audi- und Porsche-Modellen der Baujahre 2014 bis 2016 installiert, sondern bereits seit 2009 verwendet wurde. Dadurch stieg die Zahl der betroffenen Wagen von 10 000 auf 85 000 an. Dazu kommen in den USA mehr als 480 000 VW- und Audi-Autos mit 2,0-Liter-Diesel, bei denen der Konzern im September Manipulationen zugegeben hatte.

Unterdessen kommt VW wenigstens in Europa bei der Bewältigung des Skandals voran. Für mehr als 90 Prozent der betroffenen Konzernfahrzeuge in Europa seien inzwischen Lösungen bestätigt, sagte Vorstandschef Matthias Müller am Montag in Wolfsburg vor rund 1000 Führungskräften. Dabei sei der Aufwand für die Nachrüstung "technisch, handwerklich und finanziell überschaubar". Der Deutschen Presse-Agentur lagen Auszüge der Rede Müllers vor.

Bei Autos mit 1,6 Liter-Motoren sind demnach laut Müller keine "grundlegenden Eingriffe" am Motor notwendig - wie VW zunächst angenommen habe. Für die Autos seien neben einem Software-Update zwar auch Hardware-Massnahmen erforderlich. Dabei gehe es aber um "relativ einfache Veränderungen" am Luftgitter beziehungsweise an der Luftfilterkassette, sagte Müller in der Rede.

Bei der Abgas-Software geht es um Werte für das gesundheitsschädliche Stickoxid. Mitte September hatte Volkswagen eingeräumt, weltweit elf Millionen Dieselfahrzeuge mit diesen verbotenen Programmen ausgestattet zu haben. Ausserdem aber hatte VW bei 800 000 Autos falsche Angaben zum Ausstoss des klimaschädlichen Kohlendioxid (CO2) gemacht. Konzernchef Müller kündigte an, Mitte Dezember einen Zwischenbericht zum Skandal vorlegen zu wollen./rek/DP/zb

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VW-Skandal: Staatsanwälte ermitteln auch wegen Steuerhinterziehung
24.11.2015 12:42

BRAUNSCHWEIG (awp international) - In der Abgas-Affäre bei Volkswagen ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig jetzt auch wegen Steuerhinterziehung. Das Verfahren sei im Zusammenhang mit den falschen CO2-Angaben eröffnet worden, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe am Dienstag.

"Es gibt derzeit fünf Beschuldigte, bei denen ein Anfangsverdacht auf Straftaten bejaht worden ist", berichtete Ziehe. Sie stammten "aus dem Bereich des VW -Konzerns". Der Verdacht laute auf mögliche Steuerhinterziehung. Zuvor hatte auch der Norddeutsche Rundfunk darüber berichtet.

STEUERHINTERZIEHUNG WEGEN ZU GERINGER KFZ-STEUER

Der Kohlendioxid-Ausstoss eines Autos ist ein wichtiges Kriterium für die Berechnung der Kfz-Steuer. Wenn - wie von VW mitgeteilt - hier zu geringe Werte angegeben worden seien, könne dem Staat ein entsprechender Schaden aus zu geringen Steuerzahlungen entstanden sein. "Das ist die führende Überlegung", sagte Ziehe.

Die Braunschweiger Anklagebehörde hatte wegen der im September von VW eingeräumten Manipulationen von Stickoxid-Messwerten bei Dieselmotoren schon ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und Razzien durchgeführt. Anfang November teilte der Autobauer mit, dass es auch bei Kohlendioxid-Emissionen zu "Unregelmässigkeiten" gekommen war. Die Staatsanwaltschaft leitete daraufhin zunächst Vorermittlungen ein./jap/DP/fbr

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Abgas-Skandal: VW muss in Südkorea über 125 000 Autos zurückrufen
26.11.2015 06:26

SEOUL (awp international) - VW muss in Südkorea wegen des Vorwurfs manipulierter Abgaswerte mehr als 125 000 Autos in die Werkstätten rufen. Nach eigenen Abgastests bei mehreren Modellen der Marken VW und Audi seit dem vergangenen Monat belegte das Umweltministerium in Seoul den deutschen Autobauer ausserdem mit einer Geldstrafe von 14,1 Milliarden Won (11,6 Millionen Euro). Die Tests hätten ergeben, dass VW die Abgaswerte bei Fahrzeugen mit Dieselmotoren geschönt habe, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Volkswagen Korea muss demnach bis zum 6. Januar einen konkreten Rückrufplan für 125 522 Diesel-Fahrzeuge vorlegen. Betroffen sind Autos mit EA-189-Motoren, die vor allem zwischen 2008 und 2015 verkauft wurden, einschliesslich des in Südkorea populären Tiguan.

Nach dem Bekanntwerden des Abgas-Skandals bei VW hatte Südkorea auch Sonderuntersuchungen bei den VW-Modellen Jetta, Golf und Beetle sowie des Audi A3 durchgeführt. Volkswagen hatte eingeräumt, mit Hilfe einer Software Abgastests manipuliert zu haben. Für den Umbau der weltweit bis zu 11 Millionen betroffenen EA-189-Motoren legte VW nach eigenen Angaben 6,7 Milliarden Euro zurück.

Südkorea will die verschärften Untersuchungen auch auf andere Hersteller ausweiten und Diesel-Modelle von 16 Autobauern unter die Lupe nehmen./dg/DP/stk

(AWP)

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Jetzt bei der VW-Aktie noch einsteigen?

Der Manipulationsskandal von Volkswagen nimmt immer groteskere Formen an. Die Aktie hat sich bereits erholt. Die Frage ist, ob sie noch weiter zulegen kann.

Von Lorenz Burkhalter

Schon seit Wochen herrscht in und um Wolfsburg der Ausnahmezustand. Mit dem Automobilhersteller Volkswagen (VW) verstrickt sich der wichtigste Arbeitgeber der Region immer tiefer in den Skandal rund um die Manipulation von Ausstosswerten, in den Medien gerne auch auch als "Dieselgate" benannt.

Ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert? Ganz so einfach ist das aus Sicht eines führenden Automobilherstellers nicht. Denn die Reputation entscheidet doch über das Markenimage und damit über den kommerziellen Erfolg oder Misserfolg, vor allem in sicherheitsrelevanten Bereichen wie der Automobilindustrie.

Die Anleger kannten bezüglich VW kein Pardon. Im Zuge des Skandals tauchte die VW-Aktie Mitte September innerhalb weniger Tage um nahezu 50 Prozent auf 86,46 Euro.

Das schnelle Geld ist gemacht

Wer damals den Mut hatte einzusteigen, der wurde für diesen fürstlich entlohnt. Nach einer mehrmonatigen Berg- und Talfahrt werden mittlerweile wieder Kurse von über 120 Euro bezahlt. Und das, obschon nahezu täglich wieder neue Hiobsbotschaften aus Übersee eintreffen.

Erst vor wenigen Tagen wurde VW von den Behörden des US-Bundesstaates Kalifornien darüber in Kenntnis gesetzt, dass auch zahlreiche Dieselfahrzeuge der Luxusmarken Audi und Porsche betroffen seien. Der führende deutsche Automobilhersteller muss den Behörden nun innerhalb von 45 Tagen Pläne für einen Rückruf einreichen.

Allerdings haben Meldungen wie die vorliegende kaum noch Auswirkungen auf die Kursentwicklung der VW-Aktie. Die Probleme und ihre milliardenschweren Folgen für das Unternehmen scheinen mittlerweile eingepreist.

Schweizer Grossbanken sind sich uneins

Die zwei Schweizer Grossbanken haben unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die VW-Aktie ein Kauf sei. Bei der Credit Suisse wird sie mit "Underperform" und einem Kursziel von 111 Euro quasi zum Verkauf empfohlen. Die Ungewissheit sei weiterhin gross und das finanzielle Ausmass für den Automobilhersteller noch nicht absehbar, so lautet die Begründung.

Mutiger ist da schon der für die UBS Investmentbank tätige Berufskollege des Analysten. Seinen Berechnungen zufolge nimmt der aktuelle Aktienkurs Kosten im Umfang von 60 Milliarden Euro vorweg. Der Experte hält das für übertrieben und rechnet selber mit Kosten von rund 34 Milliarden Euro.

Darüber hinaus sieht er das Unternehmen umfangreiche Restrukturierungsmassnahmen einleiten. Auch davon erhofft man sich bei der grösseren der beiden Schweizer Grossbanken positive Auswirkungen auf die zukünftige Kursentwicklung. Deshalb wird die Aktie mit einem 160 Euro lautenden 12-Monats-Kursziel zum Kauf empfohlen.

Fakt ist: Das schnelle Geld ist bei dieser Aktie gemacht. Wenn VW die Krise meistert, sind wie von der UBS Investmentbank erwartet höhere Kurse möglich. Immerhin errechnet sich beim freien Cash Flow auf bereinigter Basis eine jährliche Rendite von gut 10 Prozent. Davon lässt sich nur träumen. Die milliardenschweren Kosten, welche auf das Unternehmen zukommen, werden den Anlegern jedoch Geduld und gute Nerven abverlangen.

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VW-Bosse früh über CO2-Affäre informiert

Das VW-Top-Management war über die Probleme bei den CO2-Werten einem Pressebericht zufolge deutlich früher informiert als bisher bekannt.

Nach Informationen der "Bild am Sonntag" lagen dem Konzern bereits vor einem Jahr konkrete Ergebnisse vor, die zeigten, dass es bei einzelnen Modellen klare Abweichungen zwischen den offiziellen und tatsächlichen CO2-Werten gebe.

Volkswagen hatte Anfang November zugegeben, bei der Typ-Zulassung zahlreicher Modelle zu niedrige CO2-Werte angegeben und damit falsche Versprechen über den Sprit-Verbrauch gemacht zu haben. Davon sind nach Angaben des Konzerns rund 800.000 Fahrzeuge betroffen, auch mehrere Benziner sind darunter. Bis dahin war der Abgasskandal auf die Manipulation von Stickoxidwerten bei Dieselautos beschränkt.

Wie die Zeitung weiter berichtet, wurde bereits in diesem Frühjahr ein Polo-Modell heimlich vom Markt genommen, weil die offiziellen CO2-Werte deutlich überschritten wurden. Der VW-Markenvorstand unter Führung des damaligen Chefs Martin Winterkorn entschied demnach, den Polo TDI BlueMotion aus dem Programm zu nehmen. Produktion und Verkauf des Drei-Liter-Autos wurden daraufhin gestoppt. Offiziell nannten die Wolfsburger geringe Verkaufszahlen als Grund. Die Kunden, die bereits den Polo fuhren, wurden dem Blatt zufolge allerdings nicht informiert.

Zu der Frage, ob der Konzern tatsächlich seit einem Jahr Kenntnis von CO2-Auffälligkeiten habe, wollte ein Sprecher keine Stellungnahme abgeben. Zum Produktionsstopp des Polo-Modells sagte er: "Aufgrund der verhaltenen Nachfrage haben wir das Angebot beim Blue Motion TDI Polo in allen Märkten ausgesetzt. Wir prüfen derzeit bei allen Fahrzeugen ab Baujahr 2012, ob die CO2 Werte vom Katalogwert abweichen."

Die Manipulation von CO2-Angaben verunsichert nach Angaben des VW-Betriebsrats zunehmend die Kunden. "Es gibt schon eine Kaufzurückhaltung", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh am Freitag in Wolfsburg. Die Größenordnung des Bestellrückgangs bezifferte er nicht. Große Unternehmen müssen beim Kauf von Firmenwagen darauf achten, dass ihre Fahrzeugflotten einen bestimmten Kohlendioxid-Ausstoß nicht überschreiten. Die CO2-Werte eines Fahrzeugs fließen zudem in die Berechnung der Kfz-Steuer ein. "Das Thema CO2 hat eine größere Vertrauenskrise erzeugt als das Thema Stickoxide."

(Reuters)

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VW bekommt Diesel-Quittung in den USA

Volkswagen bekommt in den USA eine erste Quittung für die Abgas-Betrügereien: Der Skandal um manipulierte Emissionswerte hat erstmals auf die Verkaufszahlen durchgeschlagen - und zwar mit voller Wucht.

Weitere schlechte Neuigkeiten lieferte die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P). Zudem bereiten die Wolfsburger nun auch in Indien den Rückruf Hunderttausender Diesel-Autos vor.

Im November brach der Absatz der Pkw-Kernmarke VW auf dem US-Markt im Jahresvergleich um 24,7 Prozent auf 23 882 Autos ein, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Verkäufe spiegelten den Verkaufsstopp der Autos mit 2,0- und 3,0-Liter-Dieselmotoren wider, erklärte VW. Durch Manipulationsvorwürfe der dortigen Umweltbehörden war der Abgas-Skandal von den USA aus ins Rollen gebracht worden.

Im September und Oktober hatte VW in den USA noch ein Mini-Plus erzielt, allerdings gab es auch jeweils einen Verkaufstag mehr als ein Jahr zuvor. Im November waren es zwei Tage weniger. VW hatte Mitte September eingeräumt, mit einer Software Abgastests von Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben und den Verkauf einiger Modelle gestoppt.

Marktforscher hatten im November von einer Rabattoffensive in den USA berichtet - doch auch das verhalf VW nicht zu einem erneuten Verkaufsplus. Besonders beim Passat und beim Jetta, dem wichtigsten Modell, lief es schlecht.

Unternehmen herabgestuft

Zusätzlichen Gegenwind für VW gab es von der Ratingagentur S&P. Die Finanzexperten stuften die Kreditwürdigkeit des Unternehmens erneut herab. Die Geschäftsaussichten für VW hätten sich eingetrübt, das Image der Marke sei schlechter geworden. Statt "A-" vergibt S&P nur noch ein "BBB+" an die Wolfsburger.

Alle drei grossen Ratingagenturen Moody's, Fitch und S&P hatten VW seit dem Abgas-Skandal bereits einmal abgestuft. Damit könnte es für den VW-Konzern künftig teurer werden, sich frisches Geld zu besorgen.

Mitte September hatte VW wegen des Abgas-Skandals den Verkauf fast aller Dieselmodelle in den USA gestoppt. Anfang November kam dann noch der Geländewagen Touareg mit dem grösseren 3,0-Liter-Motor dazu. Inzwischen verkauft VW in den USA überhaupt keine neuen Dieselautos mehr, wie die US-Sprecherin des Unternehmens sagte. Bis Ende August, also kurz bevor die Manipulationen öffentlich wurden, hätten Diesel-Modelle noch 21 Prozent an den gesamten Verkäufen ausgemacht.

Die VW-Tochter Audi legte beim Absatz im November um 0,4 Prozent auf 16 700 Autos leicht zu, obwohl die Ingolstädter ebenfalls vom Skandal um geschönte Abgaswerte betroffen sind. In den Vormonaten waren die Verkäufe aber deutlich stärker gewachsen. Die VW-Luxustochter Porsche meldete ein Absatzminus von 5,3 Prozent auf 4450 Autos.

Anfang November hatten VW, Audi und Porsche den Verkauf von Autos mit 3,0-Liter-Motoren in den USA gestoppt, weil die US-Behörden auch hier Unregelmässigkeiten festgestellt hätten. Betroffen waren unter anderem der Touareg, der Porsche Cayenne und verschiedene Audi-Modelle. Erst in der vergangenen Woche hatte Audi eingeräumt, eine in den USA verbotene Software in die Autos eingebaut zu haben.

Rückrufe auch in Indien

In Indien will der Konzern knapp 324 000 vom Abgas-Skandal betroffene Autos der Marken VW, Skoda und Audi zurückrufen. Pläne zur Beseitigung der speziellen Software zur Manipulation von Abgas-Messwerten wurden der indischen Regierung vorgestellt, wie die Wolfsburger mitteilten. Auch in Indien hatten Behörden nach Bekanntwerden der Tricksereien Ermittlungen eingeleitet.

Im Wolfsburger Stammwerk kommen am Mittwoch (9.30 Uhr) zum zweiten Mal seit dem Aufkommen des Abgas-Skandals die Mitarbeiter zu einer Betriebsversammlung zusammen. Bei der nicht öffentlichen Veranstaltung wird neben Betriebsratschef Bernd Osterloh auch VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche als Vertreter des Grossaktionärs Porsche erwartet.

(AWP)

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VW-Tochter Skoda fährt Produktion in tschechischem Werk zurück
02.12.2015 08:40

MLADA BOLESLAV (awp international) - Die VW-Tochtermarke Skoda fährt die Produktion von zwei Automodellen in einem tschechischen Werk zurück. Beim Bau des Fabia und des Rapid Spaceback gebe es Anpassungen am Standort Mlada Boleslav, bestätigte ein Skoda-Sprecher am Mittwoch auf Anfrage. Details nannte er nicht. Auch ob die Produktionskürzungen in Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal stehen, liess der Sprecher offen. Zuerst hatte die tschechische Zeitung "Mlada Fronta Dnes" über die Einschnitte in der Fertigung berichtet.

In Skoda-Modellen war wie bei anderen VW-Töchtern eine verbotene Software eingebaut, die einen Abgastest auf dem Prüfstand erkannt und dann in einen "sauberen" Modus umgeschaltet hat. Auch von den falschen Angaben bei CO2- und damit Spritverbrauchswerten ist Skoda betroffen./fri/nmu/fbr

(AWP)

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US-Klagen gegen VW: Showdown in Kalifornien

Ein Gericht in Kalifornien wird zur grossen Bühne im Abgas-Skandal.

In der Affäre um manipulierte Emissionstests muss sich Volkswagen in den USA mit Hunderten von Klägern auseinandersetzen - die Fälle werden nun in San Francisco zusammengeführt.

Um die Verfahren gegen den Konzern zu vereinfachen, entschied ein Justizausschuss am Dienstag in New Orleans, über 500 Klagen bei dem Bezirksrichter Charles Breyer zu bündeln. Der Ausschuss wandte sich damit gegen 27 andere Distrikte, die als Gerichtsstandort vorgeschlagen worden waren. Die Anwälte von VW hatten sich Gerichtsdokumenten nach zunächst für Michigan und Virginia eingesetzt. "Wir haben die Anweisung des Gerichts erhalten und werden das Unternehmen in diesen Fällen energisch verteidigen", teilte die US-Tochter Volkswagen of America mit.

Das Rechtsgremium begründete die Entscheidung für Kalifornien damit, dass dort fast ein Fünftel aller Klagen eingereicht worden seien. Zudem hob es die wichtige Rolle der kalifornischen Umweltbehörde CARB bei der Aufdeckung des Betrugsfalls hervor. Gemeinsam mit der US-Umweltbehörde EPA hatten die Kalifornier die Affäre am 18. September ins Rollen gebracht.

Die Anwälte von VW hatten argumentiert, dass das Gericht im Bezirk von Michigans Autometropole Detroit - Heimat der US-Branchenführer General Motors , Ford und Chrysler und Standort des EPA-Testzentrums - besser für die Klagen geeignet sei. Für Virginia hatte sich VW aufgrund der Nähe zu seinem US-Sitz eingesetzt. Einige Kläger wollten in Kalifornien verhandeln, das als Klimaschutz-Vorreiter gilt.

In den Klagen tauchen auch die Konzerntochter Audi sowie in einigen Fällen der Ex-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn und der aktuelle US-Chef Michael Horn sowie der Stuttgarter Zulieferer Bosch als Beklagte auf. In den Klagen geht es zumeist um die Manipulation von VW-Dieselwagen mit 2,0- und 3,0-Litermotoren.

Vorwürfe wegen Betrugs und Vertragsbruchs

Für den nun zuständigen Richter Breyer spreche seine Erfahrung mit komplexen und staatsübergreifenden Rechtskonflikten, so das United States Judicial Panel. Breyer ist 74 Jahre alt und seit 1997 Bundesrichter. Sein Bruder Stephen ist Richter am obersten US-Gerichtshof Supreme Court.

Für VW geht es bei den Zivilklagen vor allem um Vorwürfe von Autobesitzern wegen Betrugs und Vertragsbruchs. Es klagen aber auch Anleger, die unter dem Absturz der VW-Aktie litten sowie Landkreise und Gemeinden wegen Umweltverschmutzung. Zudem ermitteln das US-Justizministerium und mehrere Bundesstaaten.

Noch ist es zu früh, um die Gefahr für VW richtig einzuschätzen. Im US-Recht ist es relativ leicht, in Fällen wie dem Abgas-Skandal zu klagen. Für Anwälte sind Sammelverfahren gegen Konzerne lukrativ, sie übernehmen die Fälle oft gegen eine Beteiligung an den erstrittenen Entschädigungs- oder Vergleichssummen. Da VW bereits ein umfassendes Schuldgeständnis abgegeben hat, sind viele Kanzleien auf Mandatsjagd.

Bislang befinden sich die Fälle noch im vorprozessualen Stadium ("pretrial") - das Verfahren kann sich lange hinziehen. Es ist nicht klar, wie viele Klagen letztlich zugelassen werden. Richter Breyer wird einige Klägeranwälte bestimmen, die im Prozess Führungsrollen übernehmen. Sie nehmen die Vorfinanzierung hoher Prozesskosten in Kauf, dürfen aber hoffen, am Ende besonders stark zu profitieren.

In den USA betrifft die Manipulation von Emissions-Messwerten mit einer Software, die die Abgasreinigung nur im Testmodus voll aktiviert, fast eine halbe Million VW-Diesel mit 2,0-Liter- und über 85 000 mit 3,0-Liter-Motoren. Weltweit sind etwa elf Millionen Wagen betroffen. Dem Konzern droht in den USA eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar. Das ist aber zunächst ein theoretisches Höchstmass.

(AWP)

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Auch in China wird Volkswagen wegen Abgasskandal verklagt
16.12.2015 11:20

PEKING (awp international) - Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselautos ist Volkswagen auch auf seinem grössten Markt in China mit einer Zivilklage konfrontiert. Eine Umweltorganisation hat die Klage bei einem Gericht in Tianjin nahe Peking eingereicht. Die Stiftung für Artenschutz und grüne Entwicklung in Peking fordert eine Entschädigung in nicht genannter Höhe und eine Entschuldigung, weil der Konzern die Umwelt in China absichtlich geschädigt habe, berichtete ihr Vizegeneralsekretär, Ma Yong, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Peking.

Das Zweite Mittlere Volksgericht in Tianjin habe den Fall angenommen, berichtete Ma Yong. "Wir sind ziemlich optimistisch über den Ausgang." Eine VW -Sprecherin sagte auf Anfrage, Volkswagen schenke der Klage grosse Aufmerksamkeit, habe aber noch keine Schrift vom Gericht erhalten. Sobald eine technische Lösung für das Abgasproblem vorliege, werde das Unternehmen die Behörden und Kunden unterrichten.

Allerdings sind in China nach VW-Angaben nur 1950 importierten Autos betroffen, weil Dieselfahrzeuge im Reich der Mitte keine Rolle spielen und dort auch nicht produziert werden. Der Konzern hatte sich bereits im Oktober öffentlich entschuldigt und einen Rückruf der Fahrzeuge in Aussicht gestellt. In den ersten elf Monaten dieses Jahres hat die Volkswagengruppe in China mit 3,22 Millionen 3,6 Prozent weniger Autos im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verkauft./lw/DP/zb

(AWP)

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VW hat mit Dieselgate noch lange zu kämpfen

Volkswagen hat ein katastrophales Jahr hinter sich und ein kräftezehrendes vor sich. Geht der Konzern am Schluss gestärkt aus der Krise?

Der Skandal um per Software geschönte Diesel-Abgaswerte wird mit einer gigantischen Rückrufaktion, Milliardenkosten und einer Klageflut wütender Kunden und Anleger den Wolfsburger Konzern 2016 und noch darüber hinaus auf Trab halten. Doch Experten trauen Europas grösstem Autobauer zu, die Krise in den Griff zu bekommen und geläutert und gestärkt aus ihr hervorzugehen. "Das nächste Jahr wird schwierig, aber es ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen", sagt Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Auch Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler sieht 2016 als Jahr der Aufarbeitung für VW. Die wichtigste Aufgabe werde sein: "Man muss die Kunden zurückgewinnen."

VW unter neuer Führung traut der Autoexperte zu, sich die zuletzt gesunkenen Marktanteile zurückzuholen - zur Not mit höheren Preisnachlässen. Der Konzern habe zuletzt "ganz ordentlich an der Preisschraube gedreht". Absatzminus und Rabatte dürften auf den Gewinn drücken, aber selbst einen Rückgang in Milliardenhöhe halten die Experten für beherrschbar. Frank Schwope, Analyst bei der NordLB, geht davon aus, dass der Zwölf-Marken-Konzern in diesem und im kommenden Jahr ohne Verlust aus der Sache herauskommt. Das kurze Gedächtnis der Kunden und die Erholung des wichtigsten Konzernmarktes China werden Volkswagen nach Einschätzung der Branchenkenner zupasskommen.

Noch nicht im grünen Bereich

Auf der ersten grossen Pressekonferenz seit Ausbruch des Abgasskandals präsentierten Konzernchef Matthias Müller und Aufsichtsratsvorsitzender Hans Dieter Pötsch jüngst einen Fahrplan, wie sie Dieselgate aufklären, die Folgen bewältigen und zugleich noch die Krise als Chance zur grundlegenden Neuaufstellung des Riesenunternehmens mit rund 600.000 Mitarbeitern nutzen wollen. Im grünen Bereich sehen sich die Wolfsburger aber noch nicht. "Es wäre zu früh zu sagen, man hat nach zehn Wochen alles im Griff", sagt ein Konzernsprecher, "aber wir sind auf dem Zielkorridor." Alle Scherben aufzukehren, braucht schon deshalb Zeit, weil der grösste deutsche Industriekonzern 2015 in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Im Frühjahr tobte ein wochenlanger Machtkampf zwischen Vorstandschef Martin Winterkorn und Aufsichtsratsvorsitzendem Ferdinand Piech. Im Herbst fegte das Auffliegen der Manipulation von Millionen Diesel-Autos Winterkorn aus dem Amt und stürzte die Traditionsfirma in die tiefste Krise ihrer Geschichte.

Als oberstes Ziel für das kommende Jahr nennt VW, die elf Millionen betroffenen Diesel-Fahrzeuge in Ordnung zu bringen. Das sei wichtiger als die Frage, welche Ingenieure oder Manager die Manipulation zu verantworten haben, heisst es in Wolfsburg. Die erste Konfrontation mit den Käufern muss Konzernchef Müller Mitte Januar auf der Automesse in Detroit überstehen. Die Umweltbehörden der Vereinigten Staaten waren dem Betrug auf die Schliche gekommen, den Volkswagen lange abgestritten hatte.

VW-Cheff will sich in den USA reuig zeigen

Der US-Markt war vor allem für die Kernmarke Volkswagen schon lange ein schwieriges Pflaster, nun könnte der Imageschaden kaum grösser sein. Konzernchef Müller wagte sich bisher noch nicht in die Höhle des Löwen, im Kongress musste sich US-Chef Michael Horn von empörten Abgeordneten in die Mangel nehmen lassen. Nun will Müller die Flucht nach vorne antreten, auf der Messe und anschliessenden Terminen in Washington. Auf die Knie fallen werde er nicht, kündigte der Manager an. "Ich werde mich natürlich noch einmal für die Dinge entschuldigen", betonte er. "Aber ich werde auch optimistisch und selbstbewusst den Blick nach vorne richten."

So geht Müller - wie auch die Experten - davon aus, dass der Skandal nur einen kleinen Knick beim Pkw-Absatz zur Folge haben wird. Das Schielen auf Stückzahlen und immer neue Verkaufsrekorde ergebe für ihn ohnehin wenig Sinn, sagte er der "Wirtschaftswoche". Ob VW "Nummer eins, zwei oder drei beim Volumen" sei, "das ist mir egal". Führend in der Branche wolle man nach wie vor sein, dies werde aber jetzt anders definiert.

Unkalkulierbare Schadenersatz-Kosten

Schwerer als Rückgänge beim Absatz wiegen für Fachleute die noch unkalkulierbaren Kosten für milliardenschwere Schadenersatzklagen. Auch könnte die Kompensation für die Kunden teuer werden, wenn VW zu einem Rückkauf gezwungen werden sollte. Bisher hat der Konzern 6,5 Milliarden Euro für die Rückrufkosten weltweit zurückgelegt, die in diesem Jahr zu Buche schlagen. "Teuer wird es auf jeden Fall", sagt Pieper mit Blick auf die Schadenersatzklagen. Mehr als 30 Milliarden Euro könnten es werden, schätzt der Autoexperte, womöglich sogar bis zu 50 Milliarden, allerdings verteilt über viele Jahre. Selbst in dieser Grössenordnung sei dies für VW kein Problem, weil der Konzern viel Geld auf der hohen Kante und grosse Kreditlinien habe. Ausserdem gehe das Geschäft trotz Dieselgate weiter.

(Reuters)

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Staranwalt USA

 Star-Anwalt: Schnelle Einigung mit VW

 

Der von Volkswagen angeheuerte Star-Anwalt Kenneth Feinberg will die drohenden Schadenersatz-Ansprüche in den USA wegen der Abgas-Affäre möglichst rasch abwickeln. Er sehe gute Chancen auf eine Einigung mit klagenden VW-Kunden außerhalb eines normalen, langwierigen Gerichtsverfahrens, sagte der Jurist dem "Handelsblatt": "Wenn mein Programm so wie geplant funktioniert, dann wird der Prozess viel schneller, effizienter und kostengünstiger sein und die Unsicherheiten beseitigen." In den Vereinigten Staaten, wo der Skandal um gefälschte Messwerte von Stickoxid-Abgasen begonnen hatte, bereitet Europas größter Autobauer den Rückruf von Millionen Fahrzeugen mit manipulierter Motor-Software vor. Dem Konzern drohen dort Klagen mit Forderungen in mehrstelliger Millionenhöhe. Feinberg gilt als Experte für große Entschädigungen. Wie viel sein Programm VW kosten wird, konnte er noch nicht sagen. In Deutschland ziehen sich die Ermittlungen zu der Affäre in die Länge. (dpa)

mal einen Call zuglegt.

Vertraue auf UBS Ziel 160
http://www.finanznachrichten.de/...agen-auf-buy-ziel-160-euro-322.htm

und nicht auf CS Ziel 80  Sad
(leider zu lange zugewartet infolge solcher Schreckprognosen)

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Studie: VW verzichtet trotz Abgas-Skandals auf grosse Rabatte
04.01.2016 06:33

DUISBURG (awp international) - Europas grösster Autobauer Volkswagen verzichtet trotz des Abgas-Skandals auf weitreichende Kaufanreize für Neuwagen. "Die ganz grossen Rabattaktionen auf die Krise sind ausgeblieben", schreibt das CAR-Institut an der Universität Duisburg-Essen in einer aktuellen Studie.

Vielmehr habe VW im Dezember 2015 eher weniger Nachlässe gewährt als im Vormonat - für die Autoexperten ist das ein gutes Zeichen. "Die Voraussetzungen für die Marke VW, im Jahr 2016 nach den Wirren des Diesel-Skandals im Neuwagenmarkt besseren Boden unter den Füssen zu erreichen, scheinen nicht schlecht", betonen sie mit Blick auf Preisnachlässe und Kaufanreize.

2015 seien die zweithöchsten Rabatte seit Beginn der Studien vor zehn Jahren gemessen worden. Auch 2016 dürften sich Neuwagenkäufer auf "paradiesische Zeiten" einstellen, schreiben die Experten. Darauf weise die Menge an Tageszulassungen und jungen Gebrauchtwagen hin, mit denen Hersteller und Händler ins Jahr gegangen seien.

Gerade bei Tageszulassungen gewährten Vertragshändler grosse Rabatte bis zu einem Drittel. Ein weiterer wichtiger Kaufanreiz seien Eintauschprämien. "Immer häufiger versucht man, durch überhöhte Zahlungen für Gebrauchtwagen Kunden vom Neuwagenkauf zu überzeugen" - obwohl die Hersteller damit auf Margen von bis zu neun Prozent verzichteten./bvi/DP/zb

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USA verklagen VW im Abgasskandal - VW will prüfen
04.01.2016 20:20

(Mit weiteren Details und Hintergrund ergänzt)

WASHINGTON/WOLFSBURG (awp international) - Die US-Regierung hat im Abgasskandal Klage gegen Volkswagen eingereicht. Dem Konzern werden der Einsatz von Betrugssoftware und Verstösse gegen das Klimaschutzgesetz vorgeworfen, wie das Justizministerium am Montag in Washington mitteilte. VW drohen Strafen in Milliardenhöhe. Der Konzern hatte den Einsatz von Manipulations-Software bereits im September eingeräumt und war daraufhin in seine bisher tiefste Krise gestürzt. In etlichen Ländern laufen Ermittlungen und Verfahren.

Die in Detroit (US-Staat Michigan) eingereichte Klage richte sich neben VW auch gegen die ebenfalls vom Skandal betroffenen Konzerntöchter Audi und Porsche. Die Hersteller hätten in fast 600 000 Dieselfahrzeugen eine illegale Software ("Defeat Device") eingesetzt, um bei Emissionstests zu betrügen. Die USA würden alle geeigneten Rechtsmittel gegen VW ausschöpfen, kündigte das Justizministerium an.

SIND IM AUSTAUSCH

Ein VW-Sprecher sagte am Montagabend in Wolfsburg: "Wir kennen die Klageschrift noch nicht im Detail und werden sie nun zunächst prüfen." Man sei aber in einem ständigen Austausch mit den Behörden. In den Vereinigten Staaten hatte der Skandal um geschönte Test-Messwerte von Stickoxid-Abgasen begonnen. Volkswagen bereitet dort einen Rückruf von Fahrzeugen mit manipulierter Motor-Software vor. Bislang haben sich die Wolfsburger mit den US-Umweltbehörden auch noch nicht auf einen Plan dazu einigen können.

Bisher hätten die Gespräche mit VW dazu keine akzeptable Lösung für hervorgebracht, heisst es in der Mitteilung des US-Ministeriums. "Wir arbeiten an Lösungen, aber über die Details können wir öffentlich noch nicht sprechen", sagte ein VW-Sprecher dazu, ohne weitere Details zu den Gesprächen zu nennen. In Deutschland startet die Rückrufaktion für betroffene Fahrzeuge in diesem Jahr.

AUCH IN DEUTSCHLAND BAHNEN SICH KLAGEN AN

Hierzulande ziehen sich die Ermittlungen zur Abgas-Affäre in die Länge. Es müsse dabei ein möglicher Tatzeitraum von bis zu zehn Jahren aufgearbeitet werden, hatte der zuständige Braunschweiger Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe vor dem Jahreswechsel gesagt. Die Behörde ermittelt unter anderem wegen Betrugsverdacht gegen mehrere Mitarbeiter des Konzerns.

Wegen der falschen Abgaswerte bahnen sich auch in Deutschland teure Zivilklagen enttäuschter Autofahrer und VW-Aktionäre an. Anders als in den USA gibt es hierzulande jedoch kein Sammelklage-Verfahren: Jeder Autofahrer, der glaubt, einen Schaden erlitten zu haben, muss diesen dokumentieren, beweisen und dann selbst geltend machen./hbr/DP/jha

(AWP)

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Volkswagen bittet EU um Geduld

Volkswagen braucht mehr Zeit für Auskünfte zu geschönten CO2-Werten in seinen Autos an die EU.

Darüber habe Konzernchef Matthias Müller die EU-Kommission in einem Brief informiert, bestätigte ein VW-Sprecher am Dienstagabend. Nachmessungen bei "den noch verbliebenen neun Modellvarianten" seien bis zum Jahresende noch nicht abgeschlossen gewesen. "Das wird jetzt aber in den nächsten Tagen der Fall sein", sagte der Sprecher. "Dann werden sie ausgewertet und die Ergebnisse werden der EU-Kommission zeitnah mitgeteilt." Zuvor hatte das "Wall Street Journal" über den Brief berichtet.

Der Konzern rechnet nicht damit, dass geschönte CO2-Werte nun doch wieder zu einem grösseren Problem werden könnten. "Es bleibt dabei, dass nur für wenige Modellvarianten die Verbrauchswerte leicht angepasst werden müssen", sagte der VW-Sprecher. "Derzeit prüfen wir noch Modellvarianten, die einer Jahresproduktion von 36'000 Einheiten entsprechen, etwa 0,5 Prozent des Volumens der Marke Volkswagen."

VW hatte Anfang November Unregelmässigkeiten bei CO2-Messungen öffentlich gemacht. Ursprünglich hiess es, es könnten bis zu 800'000 Autos betroffen sein. Die EU-Kommission forderte daraufhin Aufklärung. Im Dezember gab VW dann Entwarnung: Die Zahl der betroffenen Autos sei deutlich geringer als vom Konzern befürchtet. VW hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einmal um Aufschub bei der EU für die Informationen zum CO2-Ausstoss seiner Autos gebeten.

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USA: VW muss 115 000 Autos zurücknehmen

Der Autokonzern Volkswagen muss laut einem Medienbericht in den USA voraussichtlich ein Fünftel der von den Abgas-Manipulationen betroffenen Autos zurücknehmen.

Das wären gut 115 000 Fahrzeuge, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstag) vorab. Davon gehe der Konzern aus. Die Autobesitzer würden entweder den Kaufpreis erstattet oder im Wege des Umtausches deutlich vergünstigt ein neues Fahrzeug gestellt bekommen. Ein VW-Sprecher äusserte sich auf Anfrage dazu zunächst nicht.

Bei den übrigen Fahrzeugen in den USA geht man bei VW laut der Tageszeitung davon aus, dass grössere Umrüstungen mit hohen Materialkosten und langen Werkstatt-Zeiten nötig sind. Teile des sogenannten Abgas-Strangs müssen dem Blatt zufolge neu konstruiert und zugelassen werden. Die gesetzlichen Grenzwerte für den Schadstoff Stickoxid liegen in den USA deutlich niedriger als in Europa, wo einfachere technische Lösungen möglich sind.

Die USA hatten zuletzt den Druck erhöht und eine Milliarden-Klage angestrengt. Die Behörden werfen Volkswagen auch bei der Aufarbeitung der Abgas-Affäre Tricksereien und Täuschung vor. "Die Bemühungen der Vereinigten Staaten, die Wahrheit über die Emissionsüberschreitungen und andere Ungereimtheiten zu erfahren (...), wurden behindert und gehemmt durch das Vorenthalten von Material und irreführende Informationen, die Volkswagen zur Verfügung gestellt hat", heisst es in der Klageschrift der US-Regierung, die das Justizministerium am Montagabend vorgelegt hatte.

Damit drohen VW theoretisch gut 45 Milliarden US-Dollar Strafe plus eine weitere, möglicherweise milliardenschwere Zahlung im Ermessen des Gerichtes, wie aus der Klageschrift hervorgeht. Ein Konzernsprecher sagte damals, man sei in ständigem Austausch mit den US-Behörden. Volkswagen müsse die Klage zunächst im Detail prüfen, vorher gebe es keine weiteren Reaktionen.

(AWP)

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Volkswagen verliert Top-Position in Japan

Volkswagen hat in Japan in Folge des Skandals um manipulierte Abgaswerte erstmals seit 16 Jahren seine Stellung als Nummer eins unter den ausländischen Marken verloren.

Nach Angaben des japanischen Verbands der Autoimporteure vom Freitag sank der Absatz der Wolfsburger im vergangenen Jahr um 18,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 54 766 Autos. Es war der erste Absatzrückgang für VW auf dem japanischen Markt seit sechs Jahren. Neuer Spitzenreiter unter den Importmarken ist Mercedes-Benz mit einem Marktanteil von 19,8 Prozent, während Volkswagen auf nur noch 16,7 Prozent kommt.

Mercedes-Benz verkaufte im vergangenen Jahr in Japan 65 162 Autos, ein Zuwachs von 7,1 Prozent zum Vorjahr. An dritter Stelle folgte BMW mit einem Absatzanstieg von 1,3 Prozent auf 46 229 Autos. Das entspricht einem Marktanteil von rund 14,1 Prozent. Die Marke Audi dagegen litt ebenfalls unter dem VW-Skandal und verzeichnete mit 29 414 verkauften Autos einen Absatzrückgang um 6,4 Prozent. Damit rangierte Audi im vergangenen Jahr auf dem vierten Platz.

(AWP)

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Nackenschlag vor Spitzentreffen: US-Behörden lassen VW auflaufen
13.01.2016 07:32

(Meldung ausgebaut)

WASHINGTON/WOLFSBURG (awp international) - Volkswagen hat im Abgas-Skandal einen schweren Rückschlag erlitten. Die US-Behörden haben die Pläne des Autobauers zur Beseitigung der Manipulationen durchfallen lassen - und das unmittelbar vor dem ersten Spitzentreffen von VW -Chef Matthias Müller mit der Leiterin der mächtigen US-Umweltbehörde EPA, Gina McCarthy, das am Mittwochvormittag (Ortszeit) in Washington stattfinden soll. Zudem sorgte ein unglückliches Interview Müllers bei der Detroiter Automesse für Irritationen.

Die kalifornische Umweltbehörde CARB lehnte einen ursprünglich im November von VW eingereichten Vorschlag zur Beseitigung von Manipulations-Programmen in Hunderttausenden Dieselfahrzeugen ab. Zwar geht aus der Mitteilung der Behörde hervor, dass VW die Chance habe, bei den Lösungsvorschlägen für die betroffenen knapp 500 000 Wagen mit 2,0-Litermotoren nachzubessern. Doch der Zeitpunkt der Mitteilung ist hochbrisant.

GESPRÄCHE STEHEN UNTER KEINEM GUTEN STERN

Denn eigentlich hatten die kalifornischen Aufseher angekündigt, sich bis Donnerstag Zeit zu nehmen, um eine Entscheidung zu den Plänen von VW bekanntzugeben. Dadurch hätte VW-Chef Müller beim Treffen mit EPA-Chefin McCarthy die Chance gehabt, die Regulierer zu besänftigen und zeitlichen Aufschub auszuhandeln. Volkswagen will nun versuchen, die Behörden im zweiten Anlauf mit einem neuen Lösungspaket zu überzeugen, zu dem auch der Rückkauf von mehr als 100 000 Autos zählen könnte.

Doch nach der ersten Abfuhr durch CARB stehen die Gespräche zwischen Müller und McCarthy unter keinem guten Stern. Zumal die EPA, die den Skandal Mitte September ans Licht gebracht hatte, rasch deutlich machte, dass sie mit den Kollegen aus Kalifornien voll auf einer Linie liegt. "Die EPA stimmt mit CARB überein, dass Volkswagen keinen genehmigungsfähigen Rückrufplan vorgelegt hat", teilte das Umweltamt in Washington mit.

HARSCHE KRITIK AUS USA

Der Autobauer soll mit einer illegalen Software, einem "Defeat Device", Abgastests manipuliert haben, um die Grenzwerte beim Ausstoss des gesundheitsschädlichen Stickoxid (NOx) einzuhalten.

"Volkswagen hat die Entscheidung getroffen, bei Abgas-Tests zu schummeln und hat dann versucht, das zu verstecken", betonte CARB-Chefin Mary Nichols. "Sie haben weitergemacht und haben die Lüge noch verschlimmert und als sie erwischt wurden, haben sie versucht, es zu leugnen." VW steht in den USA wegen Vorwürfen mangelnder Kooperation bei den Ermittlungen im Abgas-Skandal schon länger heftig in der Kritik.

LÖSUNGSPAKET NOCH UNKLAR

Volkswagen erklärte zur Entscheidung aus Kalifornien: "Die heutige Mitteilung bezieht sich auf die anfänglichen Rückrufpläne Volkswagens, die CARB im Dezember übermittelt wurden. Seither hatte Volkswagen konstruktive Gespräche mit CARB."

Insgesamt geht es um etwa 580 000 Diesel-Autos in den USA, da auch grössere Modelle mit 3,0-Litermotoren betroffen sind. Wie das Lösungspaket, das den Aufsehern präsentiert werden soll, genau aussieht, ist noch unklar. Ebenfalls unklar ist, ob die Öffentlichkeit nach dem Treffen informiert wird. Müller will in Washington nach Angaben aus Konzernkreisen ausserdem noch Gespräche mit Kongressabgeordneten führen.

VERUNGLÜCKTES INTERVIEW MIT US-RADIOSENDER

Der VW-Chef hatte zuvor mit einem verunglückten Radio-Interview irritiert. In dem Gespräch mit dem US-Sender NPR stellte Müller den Abgas-Skandal zunächst lediglich als "technisches Problem" dar - anschliessend wollte der Konzern das Interview noch einmal neu aufzeichnen. In der zweiten Version ruderte Müller dann zurück. VW lege grossen Wert auf die Feststellung, dass der Konzern die Verstösse einräume. "Daran gibt es keinen Zweifel."/loh/DP/fbr

(AWP)

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Grossinvestoren verklagen VW

In Deutschland mehren sich im Diesel-Abgasskandal Schadensersatzklagen von Aktionären gegen Volkswagen.

Die Kanzlei Nieding + Barth werde in dieser Woche am Landgericht Braunschweig die Klage eines institutionellen Anlegers als Musterverfahren einreichen, erklärte Aktionärsanwalt Klaus Nieding am Montag. Insgesamt strengten 66 Investoren aus den USA und Grossbritannien die selbe Klage an, die Volkswagen einen Verstoss gegen das Wertpapierhandelsgesetz wegen verspäteter Bekanntgabe der illegalen Abgasmanipulation von Diesel-Fahrzeugen in den USA vorwirft. "Es geht um einen deutlich dreistelligen Millionenbetrag", bestätigte Nieding, der auch Vize-Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ist, einen Bericht der "Financial Times" vom Wochenende.

Zusätzlich habe die Kanzlei Schadensersatzklagen von mehreren tausend Privatanlegern gesammelt. Nieding zufolge erlitten sie mit VW-Aktien Verluste, weil der Wolfsburger Autobauer nicht sofort die Öffentlichkeit über seinen internen Kenntnisstand zu dem Gesetzesverstoss in den USA informiert habe. Volkswagen wollte zu den Klagen keine Stellungnahme abgeben.

Finanzaufsicht untersucht

Ob VW im September zu spät eine Pflichtveröffentlichung publizierte, untersucht seither auch die Finanzaufsicht BaFin. Die Untersuchung der Kommunikation und möglichen Insiderhandels werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte eine Sprecherin der Behörde der Nachrichtenagentur Reuters. Der Sachverhalt sei komplex, und die BaFin müsse umfassende Informationen von VW einholen. Ob am Ende tatsächlich ein Fehlverhalten vorliege, sei davon abhängig, ob man dem Unternehmen aus damaliger Sicht Verfehlungen nachweisen könne.

Auch der Tübinger Rechtsanwalt Andreas Tilp hatte bereits Anfang Oktober vor dem Landgericht Braunschweig eine der ersten Anlegerklagen in Deutschland gegen Volkswagen eingereicht. Aktionärsklagen gegen VW koordiniert auch Bentham Europe, an dem der US-Hedgefonds Elliott beteiligt ist. In den USA wurden mittlerweile mehr als 650 Sammelklagen von Autokäufern und Anlegern eingereicht. Wie die "Financial Times" berichtete, wurde erst vergangene Woche der Pensionsfonds der staatlichen Verkehrsgesellschaft in Arkansas zu einem der führenden Kläger bestimmt. Zudem prüften auch die Pensionsfonds der Stadt Philadelphia und die niederländische Algemene Pensioen Groep (APG) sowie die Fondsgesellschaft Dimensional Fund Advisors Klagen.

(Reuters)

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