Aryzta

ARYZTA N 

Valor: 4323836 / Symbol: ARYN
  • 9.322 CHF
  • -1.00% -0.094
  • 22.10.2018 17:30:14
274 posts / 0 new
Letzter Beitrag
spesenmoos
Bild des Benutzers spesenmoos
Offline
Zuletzt online: 09.10.2018
Mitglied seit: 06.08.2010
Kommentare: 668
hmm

Das hört sich einfach sehr einseitig an. Wärst du im Verwaltungsrat von Aryzta willst du doch auch, dass die Altaktionäre neues Kapital zeichnen. 800 Mio EUR sind kein Pappenstiel. Da braucht es einerseit good-News (dass sie EBIT mässig auf Kurs sind war jetzt mal eine) und andererseits ein attraktives Umtauschverhältnis. Es braucht ja auch die Zustimmung der Generalversammlung für das. Stimmt das Umtauschverhältnis nicht, werde ich mit meiner massiven Beteiligung (Spass) nein stimmen.

Offiziell ist eine Kapitalerhöhung, da geb ich 100%recht. Ist aber nichts anderes als eine Sanierung. Das zusätzliche Kapital wird ja für den Schuldenabbau gebraucht.

Die Revisionsstelle wird auf Abschreibungen auf dem Goodwill drängen. So eine Übung macht diese Firma einmal und dann werden sie möglichst viel in das Paket packen:

- Kapitalerhöhung
- Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital (Hybrid)
- Abschreibung von Goodwill
- Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Beteiligungen (Picard, etc.)

Wenn die Börse das begreift, geht die Aktie auf 10.- und mehr. Die Leerverkäufer könnten dann schön auf die Schnauze fliegen.

gertrud
Bild des Benutzers gertrud
Offline
Zuletzt online: 21.10.2018
Mitglied seit: 09.09.2015
Kommentare: 714
Gewinner

Das ist schwarz oder weiss, Spesenmoos. Man kann die Hybridgläubiger nicht "ein bisschen" einbeziehen. Entweder zwingen, oder ein Angebot auf freiwilliger Basis machen, wobei letzteres dann sehr attraktiv werden muss.
Das war bei Meyer Burger auch so: Die einzigen klaren Gewinner waren die Wandelgläubiger, sogar und gerade auch aus heutiger Sicht.

Klar läuft es bei Aryzta auf eine Sanierung hinaus, aber es ist erst mal nur eine KE und das bleibt es auch, wenn die Altaktioäre zustimmen. Bei Aryzta geht es um so viel Geld, da sind emotionslose Profis drin. Die sind häufig sowohl Aktionäre als auch Gläubiger, und machen schliesslich eine Mischrechnung. Auch sind die beratenden Banken Grosskaliber (BoA, UBS, CS). Die werden im Vorfeld mit den wichtigsten Institutionellen abgeklärt haben, wie sie abstimmen und sich verhalten werden.

 Gewinner von heute sind die Eigner der Hybridanleihen. Mit der geplanten Kapitalerhöhung zwecks Bilanzsanierung geht ihre Wette auf.

FuW von heute

Also fühl ich mich schon mal als (vorläufige) Gewinnerin. Ohne allerdings die Position jetzt aufzustocken.

Was die Aktie angeht: Wie die FuW auch schreibt, abwarten bis man die Konditionen kennt. Alles andere ist Zock.

 

spesenmoos
Bild des Benutzers spesenmoos
Offline
Zuletzt online: 09.10.2018
Mitglied seit: 06.08.2010
Kommentare: 668
Gewinner

Gertrud, dass sei dir doch gegönnt. Somit bist du als "Unterstützer" der Hybriden fein raus. Dieser Kurs hat sich schön erholt und du darfst dich als Tagesgewinner fühlen Smile Im Namen des Forums gebe ich dir den Freibrief Wink

Bei der Aktie warten wir jetzt mal ab, was passiert. Was sicher ist, dass die Banken kein Geld verlieren werden, zumindest die Kreditgebenden. Aber ein Bezugsverhältnis vorlegen, dass die bestehenden Aktionäre noch mehr verärgert und vergrault, da werden sie sich hüten davor. Dann kommen diese 800 Mio nicht zusammen, dann haben sich auch kein Geld um die Hybriden zu bezahlen. So schliesst sich dann der Kreis. Denke, dass die eine Gruppe nicht ohne die andere kann, das wär dann wieder die Opfersymetrie, auch wenns keine Sanierung ist... 

Aktien jetzt kaufen ist zocken in Reinkultur. Gewinn & Verlust im 2-stelligen Prozentbereich in kurzer Zeit möglich.

In einem stimm ich überein, höchst interessanter Titel. Einen schönen Abend und Danke für die spannenden Kommentare.

gertrud
Bild des Benutzers gertrud
Offline
Zuletzt online: 21.10.2018
Mitglied seit: 09.09.2015
Kommentare: 714
Bezugsverhältnis

Eine Sache noch, Spesenmoos, weil Du das jetzt mehrfach erwähnt hast: Das Bezugsverhältnis spielt eigentlich keine grosse Rolle.
Die Altaktionäre sollen 800 Mio Euro nachschiessen, also etwa gleich viel, wie ihre jetzige Position wert ist, wenn sie den Anteil nicht verwässern wollen.

Zwei extreme Beispiele zur Verdeutlichung:

A) 1 neue Aktie zu CHF 8 pro Altaktie
B) 4 neue Aktien zu CHF 2 pro Altaktie

In beiden Fällen muss der Altaktionär nochmals 8 CHF nachschiessen. Der einzige Unterschied liegt im Bezugsrechtshandel. im Falle von A) ist das BZR wahrscheinlich wertlos, im Falle von B) nicht.
Falls also ein Altaktionär die Nase voll hat, und keine neues Geld nachschiessen will, kann er im Fall B) die BZR verkaufen.
Der Aryztakurs nach der KE wird bei A) bei CHF 8.00 liegen, bei B) etwa bei CHF 3.20 

spesenmoos
Bild des Benutzers spesenmoos
Offline
Zuletzt online: 09.10.2018
Mitglied seit: 06.08.2010
Kommentare: 668
Bezugsverhältnis

Anhand dieser Beispiele sehe ich das genauso. Die Frage ist doch wie sich der Aktienkurs bis zum 1. Oktober verhält (dann kommunizieren sie genaueres). Fällt der Kurs bis dahin auf Fr. 6.-, kriege ich auch weniger neue Aktien bzw. ist mein Bezugsrecht weniger Wert. Das spielt ihnen doch voll in die Karten. Die Aryzta hat bis zu diesem Zeitpunkt kein Interesse für einen höheren Aktienkurs. Also haben doch die Leerverkäufer ein freies Feld bis zu diesem Zeitpunkt. Das ärgert mich, aus der Not heraus eine Kapitalerhöhung anzkünden und diese erste Monate später durchzuführen. Die Aktionäre werden so zum Frass vorgeworfen. Die Kapitalerhöhung sollen sie finanzieren, aber jetzt lässt mal sie mal etwas schmoren. Aber ich glaube ja, dass diese andere Probleme haben, als unzufriedene Aktionäre...

Habe den kleinen Rebound benützt um meine Position zu 3/4 (mit 10% Verlust zu verkaufen). Habe mich klassisch verspekuliert. Den Rest lass ich mal emotionslos liegen. Diesem Management schmeisse ich nicht schlechtem Geld noch gutes nach, sie haben zur Genüge bewiesen (vor allem auch die Vorgänger), dass sie es nicht können. Wünsche der Firma aber alles Gute und hoffe sie kommen da raus.

Habe heute in den nächsten Blue Chip investiert, Kudelski... da kommen die Zahlen diese Woche und der Hr. Kudelski ist ein Vollblutunternehmer, der seinen Laden im Griff hat.

Blaues Hufeisen
Bild des Benutzers Blaues Hufeisen
Offline
Zuletzt online: 22.10.2018
Mitglied seit: 19.05.2014
Kommentare: 869
Beginnt der Short-Squeeze?

Heute erstmals so etwas wie ein zaghafter Erholungsversuch. Ich gehe davon aus, dass die Leerverkäufer die Entwicklung sehr aufmerksam beobachten. Würde mich nicht wundern, wenn der Short Squeeze nun beginnt....

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 22.10.2018
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 16'957
Kunden backen lieber selber

Toland muss aber nicht nur finanzielle Probleme lösen: In Europa macht Aryzta den Trend zu schaffen, dass Kunden Backwaren wieder selber herstellen wollen. So hat beispielsweise Detailhändler Coop letztes Jahr den Auftrag bei Aryzta gekündigt. Und Aryzta hat tiefe Margen, besonders im wichtigsten Markt USA: Dort sind die Produktionskosten gestiegen, und Arzyta hat Mühe, seine Betriebe auszulasten. «Wir haben die Herausforderungen des schwierigen Marktumfelds unterschätzt», sagte Toland im Mai.

https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/aryzta-serviert-hartes-brot

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Link
Bild des Benutzers Link
Offline
Zuletzt online: 21.10.2018
Mitglied seit: 20.12.2011
Kommentare: 4'193
@Blaues Hufeisen

@Blaues Hufeisen

Glaube ich nicht. Am Nachmittag dann wieder im Minus Mosking Mal rauf, mal runter.

(P.S.: geht aber jetzt mächtig nach Norden Secret )

gertrud
Bild des Benutzers gertrud
Offline
Zuletzt online: 21.10.2018
Mitglied seit: 09.09.2015
Kommentare: 714
Gift (weniger davon)

Ich habe jetzt 2 Jahre giftige Kommentare zu Aryzta geschrieben. Wegen Verdrängen der Lage und Nicht-Aufräumen.
Jetzt tun sie das, allerdings sehr spät, aber sie tun es richtig. 800 Mio Euro Neugeld, damit kann man ordentlich Altlasten entsorgen.

Das gibt jetzt zwei spannende Monate, und ich schau mir das interessiert an, und die Kommentare werden hoffentlich nicht mehr giftig sein, sondern sachlich zum Mechanismus der KE.
Ich hab auch mal vorgerechnet im Forum, dass eine Aryzta Aktie eigentlich wertlos ist, beziehungsweise nur mit zweifelhaftem Goodwill hinterlegt. Dieser ist bei einer Liquidation wertlos, gewinnt aber natürlich umgekehrt an Werthaltigkeit, je nachhaltiger der Fortbestand der Firma gesichert ist. Und in diese Richtung geht es jetzt.

Ich bin nach wie vor kein Fan der Aktie. Wieviel sie wert sein könnte, kann man erst abschätzen, wenn die Bedingungen der KE bekannt sind. Gefühlsmässig würde ich sagen, mit CHF 10 ist sie gut bezahlt.
Das Management hat jedoch ein Interesse daran, dass die Aktie möglichst hoch steht bei Festlegung der KE Bedingungen. Das gibt mehr Gestaltungs-Möglichkeiten und sieht attraktiver aus (weniger Verwässerung). 

Was die berüchtigten Leerverkäufer angeht: Die werden jetzt ihre Position in aller Ruhe schliessen. Zu einem Short Squeeze wird es kaum kommen, schliesslich werden in wenigen Wochen Unmengen neuer Aryztaaktien geschaffen, um die sich die Käufer kaum reissen werden.

gertrud
Bild des Benutzers gertrud
Offline
Zuletzt online: 21.10.2018
Mitglied seit: 09.09.2015
Kommentare: 714
Des Bären Fell

Des Bären Fell sollte man bekanntlich nicht verkaufen, solange man das Tier nicht erlegt hat. Aryzta hat die 800 Mio EUR noch nicht. Trotzdem eine Ueberlegung, was damit geschehen wird.

Aryzta hat aktuell 4 Probleme:

  • eine Verschuldung höher als der Unternehmenswert
  • zu niedrigen CashFlow im Verhältnis zu den Schulden
  • das Tiefkühl Backwaren Geschäft brummt nicht gerade
  • Vertrauen ins Management zumindest angeschlagen.

Mit 800 Mio kann Aryzta die ersten beiden Probleme aus der Welt schaffen. Sie könnten Schuldscheine ablösen und vor allem den am 19. März 2019 kündbaren Euro Bond.  Dieser 250 Mio Bond ist unter den Hybriden der für Aryzta unbequemste.
Falls der zurückbezahlt wird, sieht es aber auch für die CHF Hybriden schlagartig besser aus, denn dann müssen die ausgesetzten Zinszahlungen wieder aufgenommen werden (Cross Klausel). Und die Ausstände nachgezahlt. ARY13 wäre dann im Frühjahr 109 wert (aktuell 83).

So stell ich mir das vor. Vielleicht wird es aber auch komplexer. 
Oder das Aryzta Management macht was Dummes, mit dem vielen Geld.

Megavolt
Bild des Benutzers Megavolt
Offline
Zuletzt online: 21.10.2018
Mitglied seit: 20.10.2015
Kommentare: 144
Fell über die Ohren...

 

Aryzta hat folgende finanzielle Ausgangslage:

Schulden VOR KE: 1.734 Mia. € (VJ 1.720 Mia. €)
EBITDA: 420 Mio. € (VJ 610 Mio. €)
EBITDA-Marge: 11.1% (VJ 15.7%)
Angestrebte Neugeldaufnahme (KE): 800 Mio. €
Schulden NACH KE (sofern erfolgreich): 934 Mio. € (Schulden – KE)
Goodwill: 1.8 Mia. € (Geschäftsbericht S. 150)

 

Schulden
Die Schulden sind – wie die Zahlen oben zeigen – derart hoch, dass auch 800 Mio. € nicht das grosse Reinemachen herbeiführen können. Wären die Gewinne auf Stufe EBITDA noch gleich hoch wie vor einem Jahr (sie sind um über 30% tiefer – keine Trendumkehr in Sicht), würde ich da unter Umständen mitmachen. Da dies nicht der Fall ist, werde ich mir in der Backstube nicht die Finger verbrennen. Ich schaue nicht mal von der Seitenlinie zu sondern aus sicherer Entfernung und lasse mir vom neuen Management, das ich für unfähig halte (welches gemäss eigenen Angaben, ich zitiere: „die Situation unterschätzt hat“ und eine frühzeitige KE verschlafen hat) nicht das Fell über die Ohren ziehen.

Mindestens genauso besorgniserregend wie die Schulden: Der Goodwill
Der Goodwill ist, stark vereinfacht ausgedrückt, der Betrag, den Aryzta in der Vergangenheit zu viel bezahlt hat für Übernahmen.
Dieser zu viel bezahlte Betrag wird dann aktiviert.
So als hätte man – um ein fiktives Beispiel anzuführen – ein Gipfeli für einen 5-Liber bewertet. Verkauft man das Gipfeli, muss man die Differenz zwischen dem Marktpreis des Gipfeli (sagen wir einmal 1.20) und dem Buchwert (also 5.-) abschreiben (das wären dann 3.80).
Goodwill per se ist eigentlich nie werthaltig (es ist eine Leiche im Keller, die man „später“ entsorgen muss), sondern nur die damit verbundenen Anschaffungen und die daraus resultierenden Cashflows.
Auf Seite 60 des Geschäftsberichts ist folgender Satz zu lesen:
„The Group faces the risk of impairment of its goodwill, brands and intangibles.“
Also mit anderen Worten: Es besteht das Risiko, dass der oben als Goodwill angegebene Betrag von 1.8 Mia. € wertberichtigt (also erfolgswirksam abgeschrieben) werden muss. Dieses Horrorszenario ist nicht aus der Luft gegriffen. Alleine im Geschäftsjahr 2017 hat man fast 600 Mio. € (!) Goodwill abschreiben müssen (Geschäftsbericht Seite 68). Alleine das entspricht 75% der geplanten KE.
NACH dieser riesigen Abschreibung sind aber per 31.07.2018 immer noch 1.8 Mia. € an Goodwill in den Büchern.  

Einmaleins:
1.8 Mia € Goodwill + 1.734 Mia. € Schulden = Altlast aktuell = 3.534 Mia. €
Altlast aktuell - 800 Mio. € Kapitalerhöhung = Altlast neu = 2.734 Mia.
Mit den aktuellen 420 Mio. € EBITDA braucht Aryzta 6.5 Jahre zum Abzahlen von Schulden und zum Abschreiben von Goodwill.
Und das, NACHDEM 800 Mio. € zugeflossen sind.

Die 800 Mio. € sind (sofern das Geld überhaupt zusammenkommt) ein Tropfen auf den heissen Stein.

Benutzt dicke Topflappen!

MfG
Megavolt

 

Megavolt
Bild des Benutzers Megavolt
Offline
Zuletzt online: 21.10.2018
Mitglied seit: 20.10.2015
Kommentare: 144
Schulden und Goodwill

So viel vorweg: Eigentlich hat jeder Bäckerlehrling mehr Ahnung vom Backgewerbe als ich.
Auch jeder hobbymässige Bierbrauer versteht mehr von Fermentation als ich.
Was ich aber relativ gut kann, ist das Lesen von Bilanzen.

Zusammenzählen von Schulden und Goodwill
Den Goodwill und die Schulden habe ich deshalb zusammengezählt um das Total an „Altlasten“ zu illustrieren. Das finde ich schon eine wichtige Information.
In diesem Sinne ist ein Zusammenzählen von Schulden und Goodwill sehr wohl zulässig, unabhängig davon, ob die Altlast in der Kontenklasse 1 (Aktiven) oder in der Kontenklasse 2 (Passiven) verbucht ist.

Diese buchhalterische Aussage von Dir verstehe ich aber inhaltlich nicht:

gertrud hat am 19.08.2018 08:46 geschrieben:

...Wenn man Schulden zurückzahlt, kann man im Gegenzug Goodwill entsprechend abschreiben....

Goodwill kann man unabhängig von einem Schuldenabbau abschreiben. So wurden letztes Jahr kennzeichnenderweise auch die bereits erwähnten 600 Mio. € an Goodwill abgeschrieben, OHNE dass gleichzeitig irgendwelche Schulden abgebaut wurden.

Aber eigentlich ist dieses Detail ja egal. Wir sind uns in den wesentlichen Punkten einig.
Aryzta ist Gülle.

 

ARY13
Unter der Voraussetzung, dass die 800 Mio. € zusammenkommen, kann ich mir vorstellen, dass der Plan aufgeht.
Ich wünsche Dir jedenfalls viel Glück bei Deiner Wette (keine Ironie) und dass es nicht zu einer Rekapitalisierung mit Einbezug der Nachränge kommt.

 

MfG
Megavolt

 

gertrud
Bild des Benutzers gertrud
Offline
Zuletzt online: 21.10.2018
Mitglied seit: 09.09.2015
Kommentare: 714
Bilanz

Megavolt, der Abschreiber im letzten Jahr ging zu Lasten des Eigenkapitals (EK steht auch auf Passivseite der Bilanz).

Das ist das Grundprinzip der Bilanz (Balance - Waage): Sie muss immer im Gleichgewicht sein.
Wenn ich was auf der Aktivseite mache was die Summe verändert, muss ich auch was auf der Passivseite machen. Wenn ich Geld bekomme und damit Schulden zurückzahle, KANN ich Goodwill abschreiben. Ich kann den Goodwill aber auch stehenlassen, dann erhöht sich halt mein Eigenkapital.

Ich bin auch keine Expertin. Eigentlich erstaunlich, dass hier im Forum kein erfahrener Buchhalter schreibt. Wir könnten alle lernen.

 

Megavolt
Bild des Benutzers Megavolt
Offline
Zuletzt online: 21.10.2018
Mitglied seit: 20.10.2015
Kommentare: 144
Sachverstand verschafft einem Respekt. Aber Demut Sympathie

 

gertrud hat am 19.08.2018 16:42 geschrieben:

Megavolt, der Abschreiber im letzten Jahr ging zu Lasten des Eigenkapitals (EK steht auch auf Passivseite der Bilanz).

Der Goodwill wird zusammen mit den immateriellen Anlagen als Vermögenswert „Assets“ (also Aktiven) bilanziert. Auf Seite 20 des Geschäftsberichts (Ziffer 16 „Net assets, Goodwill and Intangibles“) kannst Du das nachlesen. Wird der Goodwill abgeschrieben, erfolgt die Abschreibung somit auf der Aktivseite.
Danke aber für die Information, dass das Eigenkapital auf der Passivseite zu finden ist.
 

Das ist das Grundprinzip der Bilanz (Balance - Waage): Sie muss immer im Gleichgewicht sein.
Wenn ich was auf der Aktivseite mache was die Summe verändert, muss ich auch was auf der Passivseite machen. 

Spätestens seit ich zum ersten Mal CFO war, hat sich niemand mehr dazu veranlasst gefühlt, mir diese grundlegende Weisheit mitzuteilen. Ein wahrlich nostalgischer Moment! An dieser Stelle gibt es zu erwähnen, dass natürlich jede Abschreibung am Ende einen Effekt auf das EK hat. Warum?
Das Eigenkapital bildet als Residualwert die Differenz zwischen der Aktivseite und dem Fremdkapital. Sinkt die Aktivseite (z.B. infolge einer Abschreibung des Goodwills) bei gleichbleibendem Fremdkapital, so sinkt auch das Eigenkapital. Eben wegen der Balance.

Wenn ich Geld bekomme und damit Schulden zurückzahle, KANN ich Goodwill abschreiben. Ich kann den Goodwill aber auch stehenlassen, dann erhöht sich halt mein Eigenkapital.

Und wenn ich Geld bekomme und damit Schulden zurückzahle, KANN ich auch eine Kreuzfahrt buchen, eine Schokoladentorte essen oder mit meinem Hund spazieren gehen...
Deine ursprüngliche Aussage vom 19.08.18 („Wenn man Schulden zurückzahlt, kann man im Gegenzug Goodwill entsprechend abschreiben“) suggeriert, dass ein Zusammenhang zwischen Schuldenrückzahlung und Goodwill besteht. Das ist falsch (genauso wie kein Zusammenhang zwischen Schuldenrückzahlung und einer Schokotorte besteht) und darauf wollte ich hinaus.

Ich bin auch keine Expertin. Eigentlich erstaunlich, dass hier im Forum kein erfahrener Buchhalter schreibt. Wir könnten alle lernen.

 

Vieles kann ich im Forum nicht übernehmen, die Rolle des erfahrenen Buchhalters hingegen schon.
Allerdings heisst das eben nicht, dass ich niemals eine Falschaussage zu buchhalterischen Belangen machen werde. Ein erfahrender Buchhalter ist nicht ein unfehlbarer Buchhalter.

Was ist eigentlich das Ziel dieses Beitrages (denn es geht mir nicht darum Dich in die Pfanne zu hauen)?

Ich schätze Deine Beiträge wirklich ausserordentlich und das meine ich wirklich so.
Sie sind nicht nur fundiert, sondern auch rechnerisch korrekt, humorvoll und auch abwechslungsreich.
Was ich aber zumindest in letzter Zeit von Dir vermisse ist Demut und Bescheidenheit.
Einfach ein ungerades Mal von Gertrud zu lesen: „Ups, sorry, da habe ich mich vertan“ würde Dir doch keinen Zacken aus der Krone fallen lassen.
Im Gegenteil. 

Zum Schluss aber noch etwas Nettes und ebenfalls Ernstgemeintes.
Ich freue ich mich wirklich bereits auf Deine Beiträge zum Mechanismus der Kapitalerhöhung von Aryzta (ich hoffe zumindest darauf).
Davon verstehe ich nämlich viel weniger als Du und freue mich, wieder etwas dazuzulernen. Das Thema ist spannend!

MfG
Megavolt

kirschbaum
Bild des Benutzers kirschbaum
Offline
Zuletzt online: 18.10.2018
Mitglied seit: 08.10.2014
Kommentare: 237
chapeau Megavolt

Deiner einfachen und  verständlichen Erklärung kann ich nur zustimmen! War vor meinen jetzigen Job mal ein paar Jahre Buchhalter und anschl. Wirtschaftsprüfer.

Wobei betr. Schokitorte: Diese dürfte in der Bilanz von Aryzta ebenfalls enthalten sein, mindestens in den Aktiven als Waren. Und würde man den bilanzierten Goodwill in Form von Gipfeli (Rezepten..) auseinander nehmen, könnte man wohl ganz China über Jahre ernähren. Aber ob dies den chinesischen Mägen gutkommt, ist eine andere Frage.

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 22.10.2018
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 16'957
ABC für Anleger: Kapitalerhöhung

Wer Chancen auf den Kapitalmärkten nutzen will, muss die wichtigsten Regeln kennen. Finanztest erläutert daher in jeder Ausgabe ein grundlegendes Thema.

„Kapitalerhöhung“: Aktionäre sollten ihre Ohren gut spitzen, wenn im Zusammenhang mit einem „ihrer“ Unternehmen dieser Begriff fällt. Er kann nämlich zweierlei bedeuten: Chance und Krise.

https://www.test.de/ABC-fuer-Anleger-Kapitalerhoehung-1117897-0/

 

 

 

Kunnskap

Das Börsenlexikon

Auswirkungen der Kapitalerhöhung auf den Aktienkurs

 

Die Kapitalerhöhung hat in der Regel auch Auswirkungen auf den Aktienkurs. Erstmals führt sie zu einer Verwässerung des Gewinnes. Schließlich sind nach der Kapitalerhöhung mehr Aktien im Umlauf als zuvor und der Gewinn muss sich von da an auf mehrere Aktien verteilen. Als Ausgleich erhalten die Altaktionäre jedoch meistens ein Bezugsrecht, womit sie junge Aktien im Verhältnis zum bisherigen Anteil erwerben können. Mit diesem Bezugsrecht wird den Altaktionären die Chance gegeben, keine Verluste und keinen Verwässerungseffekt zu erleiden. Die Aktien werden dem Altaktionär zu einem günstigeren Preis als der aktuelle Börsenkurs angeboten. Führt eine Aktiengesellschaft eine Kapitalerhöhung durch, so werden vorab jedoch alle Altaktionäre über die genauen Details informiert. Dazu erhalten Sie eine Mitteilung, welche aus ihrem Depot abrufbar ist.

Bei einer Kapitalerhöhung fällt jedoch meistens der Aktienkurs, da das Angebot an Aktien nun größer ist als zuvor, die Nachfrage ist jedoch immer noch gleich hoch. Der Wert des Unternehmens wird von nun an auf mehrere Aktien verteilt, was somit jede Aktie weniger ‚wertvoll‘ macht. Auch die Dividende muss nun auf eine größere Anzahl von Aktien verteilt werden, was schließlich zu einem Rückgang der Dividendenrendite führen kann, sollte der Altaktionär nicht von seinem Bezugsrecht Gebrauch machen. Ein Großteil des Kursverlustes entsteht jedoch meistens schon sofort nach Bekanntgabe der Kapitalerhöhung, weshalb Privatanleger in der Regel gar nicht so schnell auf den Kursrückgang reagieren können.

Wichtig ist auch, wofür das zusätzlich eingenommene Geld verwendet wird und wie dieses vom Markt bewertet wird. Wird das Geld aus der Sicht vom Markt positiv und sinnvoll eingesetzt, kann sich der Aktienkurs stabiler verhalten, als wenn der Markt die Erhöhung des Kapitals als negativ einschätzt. Sie kann z.B. ein negatives Zeichen dafür sein, dass sich das Unternehmen in der Krise befindet und deshalb zusätzlich Geld benötigt. Anderseits können mit dem Geld auch zukunftsorientierte Fusionen oder Übernahmen vorbereitet werden, was der Markt wieder positiv einstufen könnte.

Fazit: Bei einer Kapitalerhöhung fällt in der Regel der Kurs, weil von nun an der Wert des Aktienunternehmens auf mehrere Anteilsscheine verteilt wird. Oft pendelt sich der Kurs nach der Kapitalerhöhung innerhalb weniger Wochen jedoch wieder ein. Außerdem wichtig für Altaktionäre, die nicht von Ihrem Bezugsrecht Gebrauch machen, je höher der Aktienkurs ist, desto geringer der Effekt der Verwässerung, denn, je niedriger der Aktienkurs, desto mehr neue Aktien muss die Aktiengesellschaft ausgeben, um den gewünschten Erlös zu erzielen.

 

http://www.kunnskap.de/auswirkungen-der-kapitalerhohung-auf-den-aktienkurs/

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Blaues Hufeisen
Bild des Benutzers Blaues Hufeisen
Offline
Zuletzt online: 22.10.2018
Mitglied seit: 19.05.2014
Kommentare: 869
Wieder nahe 10 Stutz....

Bin gespannt, ob sich der Trend verstärkt. Ev. gibt es ja doch noch einen Short-Squeeze in Richtung CHF 15...

Link
Bild des Benutzers Link
Offline
Zuletzt online: 21.10.2018
Mitglied seit: 20.12.2011
Kommentare: 4'193
@Blaues Hufeisebn

@Blaues Hufeisebn

Völlig unrealistisch. Das würde einem Aufholpotenzial von +50% bedeuten. Nein, nein, nicht vor der Kapitalerhöhung.

Blaues Hufeisen
Bild des Benutzers Blaues Hufeisen
Offline
Zuletzt online: 22.10.2018
Mitglied seit: 19.05.2014
Kommentare: 869
Vorsichtig sein

mit Ausdrücken wie "völlig unrealistisch". Ich als Leerverkäufer würde mir schon meine Gedanken machen. Klar fällt die Aktie nach ex-Anrecht. Fragt sich einfach, von welchem Niveau aus. Womöglich wäre es immer noch besser, jetzt bei CHF 10 die Position glatt zu stellen, als zu warten, bis die Aktie ex-Anrecht geht, der Aktienkurs dann aber schon sehr stark gestiegen ist und der ex-Anrecht-Kurs plötzlich über den heutigen CHF 10 liegt. Grundsätzlich wäre der Mist für die Leerverkäufer nach Ankündigung der Kapitalerhöhung geführt gewesen. Ausser jemand spekuliert noch darauf, dass die Kapitalerhöhung scheitert und die Aktie kollabiert. Wir werden sehen, wer am Schluss richtig liegt...

gertrud
Bild des Benutzers gertrud
Offline
Zuletzt online: 21.10.2018
Mitglied seit: 09.09.2015
Kommentare: 714
@ Link & Hufeisen

 Es ist zwar unlogisch und wenig wahrscheinlich, dass ARYN vor der KE weit über CHF 10 steigt, aber unrealistisch ist es nicht.

Das Management und die Banken haben ein starkes Interesse daran, dass der Kurs bei Festlegung der Konditionen möglichst hoch ist.

Link, Du warst doch dabei und erinnerst Dich, und sonst kann man das prima im Meyer-Burger Thread nachlesen:
Die KE von Meyer-Burger war wie die von Aryzta auch, eine «Verzweiflungs-KE» mit langer Vorgeschichte. Zwischen Ankündigung und Durchführung schwankte der Kurs stark. Unmittelbar nach der Ankündigung war ein erstes Tief, danach erholte sich MBTN wieder bis zur Durchführung. Und bei der eigentlichen  KE von Meyer Burger im Dezember 2016  kam es zu krassen Verzerrungen. So handelte die Altaktie-ex während Tagen bei grossen Volumen etwa bei 0.76 CHF, während die neuen Aktien (über das BZR gerechnet) zwischen CHF 0.53 und 0.58 handelten. Ich hab mir das nie erklären können. Möglich, dass es mit Leerverkäufen zu tun hatte. Unmittelbar nach der KE war der Spuk vorbei, und die vereinheitliche MBTN pendelte sich um CHF 0.65 ein.

Ich würde jetzt nicht drauf spekulieren, dass das bei Aryzta gleich läuft.

sarastro
Bild des Benutzers sarastro
Offline
Zuletzt online: 20.10.2018
Mitglied seit: 06.12.2014
Kommentare: 497
...

Die Kapitalerhöhung im Umfang der gesamten Börsenkapitalisierung von Aryzta dürfte spannend werden. Bei der Ausgangslage sehe ich kaum Möglichkeiten, attraktive Konditionen zu konstruieren, die bisherige Aktionäre verführt, ihren Kapitaleinsatz zu verdoppeln. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten: Entweder wird die Kapitalaufnahme auf 300 bis 400 Millionen CHF reduziert oder es wird der Aktienkurs mit allen Mitteln nach oben gepuscht. Vermutlich wird demnächst mit allen Tricks gepusht, da die Verschuldungssituation von Aryzta verzweifelt ist und eine Kapitalerhöhung von 400 Millionen CHF kaum ausreichen dürfte.

Bei Meyer Burger war dieser Weg einfacher, da es dort um weniger Kapital ging. (Die damalige Diskrepanz der Kurse zwischen Alt- und Neuaktien von Meyer Burger spricht Bände). Aryzta ist eine größere Nummer, da die Börsenkapitalisierung im Vergleich zu Meyer Burger mehr als das Doppelte beträgt.

Es steht uns also eine eindrückliche Demonstration bevor, wie man Schrottaktien nach oben pusht. Vielleicht helfen in diesem Forum die üblichen Fans von Schottaktien wacker mit.

Bellavista
Bild des Benutzers Bellavista
Offline
Zuletzt online: 22.10.2018
Mitglied seit: 09.08.2006
Kommentare: 3'095
Und täglich grüsst das Murmeltier

sarastro hat am 22.08.2018 11:30 geschrieben

Es steht uns also eine eindrückliche Demonstration bevor, wie man Schrottaktien nach oben pusht. Vielleicht helfen in diesem Forum die üblichen Fans von Schottaktien wacker mit.

Eigentlich schade, dass du es nicht sein lassen kannst und am Schluss immer wieder die anderen kritisiren musst, die eine andere Optik vertreten.

Schau dir doch den Film mal an. Vielleicht nützt es was. Es wäre dir zu gönnen. 

Und täglich grüßt das Murmeltier (Originaltitel: Groundhog Day) ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1993Bill Murray spielt darin einen arroganten, egozentrischen und zynischen Wetteransager, der in einer Zeitschleife festsitzt und ein und denselben Tag immer wieder erlebt, bis er als geläuterter Mann sein Leben fortsetzen kann.

Bellavista

sarastro
Bild des Benutzers sarastro
Offline
Zuletzt online: 20.10.2018
Mitglied seit: 06.12.2014
Kommentare: 497
@Bellavista

Du bist bei mir ohnehin schon längst unten durch. Du weisst das genau, sonst schaue einmal deinen allerersten Post gegenüber meiner Person an.

Im Übrigen habe ich hier niemanden kritisiert. Ich habe lediglich eine Prognose gestellt, was in nächster Zukunft mit Aryzta vermutlich abgehen wird, die Reaktionen im Cash-Forum inklusive.

 

Blaues Hufeisen
Bild des Benutzers Blaues Hufeisen
Offline
Zuletzt online: 22.10.2018
Mitglied seit: 19.05.2014
Kommentare: 869
Frage an Profis..

und an alle, welche die Antwort wirklich wissen. Wer sich nicht sicher ist, soll bitte nichts schreiben. Ich möchte eine Antwort, die zu 100% stimmt. Möglichkeiten, Eventualitäten und was sein könnte oder auch nicht, das habe ich mir bereits selber überlegt.

Also: Wie verhält es sich beim Ex-Tag des Anrechts in Bezug auf die Leerverkaufspositionen. Wenn jemand short in der Aktie ist und das Anrecht ex geht, müsste der Leerverkäufer der Aktie konsequenterweise ja auch short im Anrecht sein, oder?

Dann stellt sich mir aber die Frage, falls obige Annahme stimmt und der Aktien-Leerverkäufer ist short im Anrecht, ob das Anrecht während des Anrechtshandels zurückgedeckt werden muss? Was passiert jedoch, wenn die Gegenpartei, die ja long ist, das Anrecht zur Ausübung angemeldet hat? Klar gäbe es noch genug andere Anrechte, welche der Aktien-Leerverkäufer kaufen könnte. Irgendwie geht mir diese Rechnung aber nicht auf. Was wäre zum Beispiel, wenn alle Anrechte zum Aktienbezug angemeldet werden? Dann hätte es für die Aktien-Leerverkäufer ja keine Anrechte mehr zum zurückkaufen...

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 18.10.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'601
Aryzta kommt mit

Aryzta kommt mit Kapitalerhöhung voran - Wechsel im Verwaltungsrat

Der Backwarenhersteller Aryzta macht mit seiner angekündigten Kapitalerhöhung vorwärts. Die Gesellschaft hat mit verschiedenen Banken eine Underwriting-Vereinbarung über 800 Millionen Euro unterzeichnet.

11.09.2018 07:56

Dies teilt Aryzta am Dienstag mit. Gleichzeitig wurden drei neue Mitglieder für den Verwaltungsrat nominiert.

Mitte August hatte die Gesellschaft angekündigt, dass sie ihr Kapital erhöhen wolle. Nun hat sie mit Merrill Lynch und UBS als Ausführungsbanken und Credit Suisse, JPMorgan und HSBC als globale Koordinatoren eine Vereinbarung zu Marktkonditionen zur Platzierung der Kapitalerhöhung im Umfang von 800 Millionen Euro unterzeichnet.

Die Kreditgeber hätten den Änderungen der bestehenden Vereinbarungen zugestimmt, teilte Aryzta weiter mit. Weitere Details zur Kapitalerhöhung sollen demnächst mit der Einladung zur Generalversammlung vom 1. November 2018 offengelegt werden.

Der Generalversammlung schlägt der Verwaltungsrat drei neue unabhängige Mitglieder zur Wahl vor. Es sind dies Michael Andres, Gregory Flack und Tim Lodge. Dagegen will sich Charles Adair nicht der Wiederwahl stellen.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 18.10.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'601
Aryzta legt erneut tiefroten

Aryzta legt erneut tiefroten Jahresabschluss vor

Abschreibungen haben den hoch verschuldeten Backwarenhersteller Aryzta erneut in die roten Zahlen gedrückt.

01.10.2018 07:41

Die irisch-schweizerische Firma verbuchte im Geschäftsjahr 2017/18 einen Verlust von 470 (Vorjahresverlust 906) Millionen Euro, wie Aryzta am Montag mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um 9,5 Prozent auf 3,44 Milliarden Euro. Im laufenden Geschäftsjahr peile das Unternehmen ein Wachstum des operatives Ergebnisses (Ebitda) um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentbetrag an.

Auf einer Generalversammlung am 1. November stimmen die Aktionäre wie bereits angekündigt über eine Kapitalerhöhung im Volumen von 800 Millionen Euro ab, mit der die Schulden abgebaut werden sollen. Die neuen Anteile sollen vom 7. bis zum 15. November gezeichnet werden können.

(Reuters)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 22.10.2018
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 16'957
Aktienkurs legt um einen Drittel zu

Wertberichtigungen, Restrukturierungskosten und Verluste aus dem Verkauf von Teilbereichen führten unter dem Strich zu einem Fehlbetrag von 470 (Vorjahresverlust 906) Millionen Euro, wie die irisch-schweizerische Firma am Montag mitteilte. Doch im laufenden Geschäftsjahr sollen die von Konzernchef Kevin Toland eingeleiteten Sanierungsmassen Früchte tragen. "Wir haben das Unternehmen stabilisiert und sind jetzt daran, die Bilanz in Ordnung zu bringen", erklärte er.

Im laufenden Jahr will Aryzta das operative Ergebnis (Ebitda) organisch um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz steigern. Mittelfristig peilt das Unternehmen eine Marge von zwölf bis 14 Prozent an. 2017/18 belief sich die bereinigte Ebitda-Marge auf 8,8 Prozent. Gemäss ZKB-Analyst Patrik Schwendimann liegt die Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr über den Markterwartungen.

An der Börse schossen die Aryzta-Aktien um ein Drittel hoch auf 12,40 Franken. Das Unternehmen hat dieses Jahr bislang allerdings drei Viertel an Wert verloren.

Was wollen die Grossaktionäre?

Aryzta hatte jahrelang einen scharfen Wachstumskurs gesteuert. Mit einer Reihe von Zukäufen wollte die Firma das angestammte Geschäft der Herstellung von tiefgekühlten Backwaren für Firmen wie McDonald's erweitern und in den Einzelhandel einsteigen. Doch die Strategie schlug fehl, Aryzta hinkte den Wachstumsraten des Marktes zunehmen hinterher und häufte Schulden an.

Mit dem Rückzug aus dem Einzelhandel, Bereichsverkäufen und einen Kostensenkungsprogramm gab der seit Mitte September 2017 amtierende Toland Gegensteuer. Noch auf dem Programm steht der Verkauf der Beteiligung an der französischen Tiefkühlkostfirma Picard. "Picard ist ein grossartiges Geschäft, aber wird sind einfach kein grossartiger Eigner dieses Geschäfts", sagte Toland.

Das noch gewichtigere Vorhaben ist die Kapitalerhöhung im Volumen von 800 Millionen Euro. Mit dem Geld soll vor allem die Nettoverschuldung von gegenwärtig rund 1,5 Milliarden Euro abgebaut werden. Gegen die Transaktion hat der aktivistische Investor Larius Capital Opposition angemeldet. Der Anteil von Larius liegt jedoch unter der meldepflichtigen Schwelle von drei Prozent. Unklar ist, wie sich Grossaktionäre wie Cobas Asset Management zu dem Vorschlag stellen.

Auf einer Generalversammlung am 1. November können die Aktionäre über die Kapitalerhöhung abstimmen. Die mit der Transaktion betrauten Institute Bank of America Merrill Lynch, UBS, Credit Suisse, JP Morgan und HSBC haben eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet. Experten gehen davon aus, dass die neuen Aktien mit einem kräftigen Abschlag zum aktuellen Börsenkurs platziert werden.

(Reuters)

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 18.10.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'601
Aryzta will Kapitalerhöhung

Aryzta will Kapitalerhöhung durchdrücken

Trotz des Widerstandes des grössten Aktionärs hält der kriselnde Backwaren-Hersteller Aryzta an der geplanten Kapitalerhöhung fest.

11.10.2018 08:21

Konkret solle das Aktienkapital um 912,152 Millionen Franken durch die Ausgabe von bis zu 45'607'600'000 voll zu liberierenden Namenaktien aufgestockt werden, teilte Aryzta am Donnerstag in der Einladung zur Generalversammlung vom 1. November mit.

Der finale Betrag der Kapitalerhöhung, die definitive Anzahl auszugebender Aktien und der definitive Bezugspreis der auszugebenden Aktien werde vom Verwaltungsrat spätestens am Tag vor der Generalversammlung festgelegt und den Aktionären spätestens am Morgen des 1. November 2018 mitgeteilt, hiess es weiter. Der Betrag sei auch abhängig vom Euro-Kurs zum Franken. Den bestehenden Aktionären werde ein Recht zum Bezug von Aktien zukommen.

Ohne die Kapitalerhöhung werde es für Aryzta schwierig, schrieb Verwaltungsratspräsident Gary McGann in einem Communiqué. Ende des vergangenen Geschäftsjahres 2018 (per Ende Juli) hatte Aryzta einen totalen Nettoverschuldungsgrad (inkl. hybriden Instrumenten) von dem 7,7-Fachen des Betriebsgewinns vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA). "Ein solcher Verschuldungsgrad ist keine nachhaltige Basis für die Gruppe", schrieb McGann an die Aktionäre.

Der Verschuldungsgrad der Gruppe im Bereich der vorrangigen Verbindlichkeiten ("Senior Debt") liege bei 5:1 des EBITDA. In den Kreditbedingungen mit den Banken ist ein Verschuldungsgrad vom 3,83-fachen des EBITDA vorgesehen.

Geld für Turnaroundplan

Obwohl die Gruppe auch nach der geplanten Kapitalerhöhung weiterhin relativ hoch verschuldet sein werde, werde sie dann jedoch über die Kapitalstruktur und Liquidität verfügen, um einen umfassenden, mehrjährigen Turnaroundplan umzusetzen, schrieb McGann weiter. Insbesondere bekomme man durch die 800 Millionen Euro die Flexibilität, den Wert bei der Veräusserung nicht strategischer Vermögenswerte zu maximieren.

Die 800 Millionen Euro würden die notwendige Liquidität für die Fälligkeiten im Jahr 2019 bereitstellen. "Mit der Zeit wird dadurch auch unser Zugang zu den Fremdkapitalmärkten verbessert und es uns ermöglicht werden, gegebenenfalls mit der Ausschüttung von Dividenden zu beginnen."

Werben um Zustimmung

McGann warb eindrücklich für die Pläne: "Wir sind der Ansicht, dass die vorgeschlagene Kapitalerhöhung in der Höhe von 800 Millionen Euro im besten Interesse der Gruppe und all seiner Interessengruppen ist. Die Kapitalerhöhung erlaubt es uns, die Herausforderungen von Aryzta anzugehen, unseren Turnaroundplan umzusetzen und schrittweise daran zu arbeiten, den Wert für Sie, unsere Aktionärinnen und Aktionäre, wiederherzustellen."

Damit reagierte der Verwaltungsratspräsident auf die Kritik des spanischen Grossaktionärs Cobas Asset Management. Dieser hatte vergangene Woche erklärt, dass Aryzta eine so stark verwässernde Kapitalerhöhung nicht brauche. Cobas hält 14,5 Prozent am Backwarenkonzern.

Ohne Kapitalerhöhung unterliege Aryzta kommerziellen, operativen und finanziellem Risiken, schrieb McGann. Insbesondere das Kostensenkungsprogramm "Renew" könnte möglicherweise nicht umgesetzt werden. Auch könnte Aryzta zu wenig Liquidität und Umlaufvermögen haben, um das Geschäft mittelfristig aufrechtzuerhalten, hiess es weiter.

(AWP/Reuters)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

tolggoe28
Bild des Benutzers tolggoe28
Offline
Zuletzt online: 12.10.2018
Mitglied seit: 23.11.2007
Kommentare: 1'389
Ist das ein Druckfehler mit

Ist das ein Druckfehler mit den 45 Mrd. oder haben Aryzta einen Nennwert von 2 Rappen? 

Krasse verwässerung wenn man bedenkt das an einem Tag bis anhin mal 1 Mio Aktien am Tag gehandelt wurden. Tut zwar nichts zur Sache abrer trotzdem.

Zyndicate
Bild des Benutzers Zyndicate
Offline
Zuletzt online: 18.10.2018
Mitglied seit: 21.01.2010
Kommentare: 19'601
Aryzta-Grossaktionär will nur

Aryzta-Grossaktionär will nur halbe Kapitalerhöhung

Der Aryzta-Grossaktionär Cobas Asset Management stellt sich gegen die Pläne des Managements zur Refinanzierung des Unternehmens und fordert eine Kapitalerhöhung von nur 400 Millionen Euro.

15.10.2018 14:00

Man könne die Pläne einer Kapitalerhöhung über 800 Millionen nicht unterstützen, weil sie zu einer Vernichtung von Unternehmenswert führen würde, heisst es in einer Medienmitteilung von Cobas am Montag. Entsprechend werde man an der Generalversammlung gegen die Vorschläge des Verwaltungsrats stimmen.

Die Cobas Asset Management, die gut 10 Prozent an Aryzta hält, macht dem Verwaltungsrat zudem Gegenvorschläge, wie die Finanzsituation von Aryzta verbessert werden könnte. Dazu habe man mit Finanzberatern einen alternativen Plan entworfen. Dieser beinhalte eine Kapitalerhöhung über 400 Millionen Euro sowie den Verkauf von nicht zum Kerngeschäft zählenden Unternehmensteilen im Volumen von rund 250 Millionen, exklusive des Anteils am französischen Unternehmen Picard. Zudem habe man den Verwaltungsrat aufgefordert ein Kreditrating anzustreben und alternative Finanzierung über die Ausgabe von Anleihen zu suchen.

Nicht auf der Traktandenliste

Der Aryzta-Verwaltungsrat habe es abgelehnt, die Vorschläge als Ergänzung auf die Traktandenliste an der Generalversammlung zu setzen, heisst es weiter. Cobas fordert den Aryzta-VR auf, eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen, sollte die vom VR-geplante Kapitalerhöhung scheitern.

Wenn entgegen der Erwartungen von Cobas an der GV die 800 Millionen-Kapitalerhöhung angenommen werden sollte, will Cobas an der Bezugsrechteemission in vollen Umfang teilnehmen, heisst es zudem.

(AWP)

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Seiten