AUSTRIAMICROSYS (AMS)

ams-OSRAM I 

Valor: 24924656 / Symbol: AMS
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pirelli
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@ alpenrose

na ja - ich bin eigentlich mit ams ganz zufrieden. natürlich nicht mit dem aktienkurs... ich würd lieber den banken und spekulanten auf die finger klopfen - leider sieht man das aber bei mehreren aktien (zur rose, basilea, etc.)

save the world, its the only planet with chocolate...

Alperose
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pirelli hat am 12.08.2021 17

pirelli hat am 12.08.2021 17:58 geschrieben:

na ja - ich bin eigentlich mit ams ganz zufrieden. natürlich nicht mit dem aktienkurs... ich würd lieber den banken und spekulanten auf die finger klopfen - leider sieht man das aber bei mehreren aktien (zur rose, basilea, etc.)

Ja grundsätzlich finde ich die Firma ja toll. Aber Everke macht zu wenig für den Aktienkurs. Ja, im 2022 kommts besser, wenn man dem Interview (ab ca. 50 Sekunden) glauben schenkt:

https://m.youtube.com/watch?v=vPee8jbSOFc&t=5s

Dominus
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swissrain hat am 12.08.2021

swissrain hat am 12.08.2021 10:18 geschrieben:

Dominus hat am 12.08.2021 02:59 geschrieben:

Der Gesamtmarkt macht auch mir Sorgen. Wenn die Aktie nicht steigt, obwohl der Gesamtmarkt dies tut und auf einem meiner Meinung nach ungemütlich werdenden Rekordhoch steht, ist dies bei einem starken Rutsch des Gesamtmarktes nicht sehr fördernd für uns ams-Osram Aktionäre, aber natürlich auch nicht für alle anderen Aktien.

Hallo Dominus, ja, stimmt genau, es snd nicht jene Aktien mit relativer Schwäche, die bei einem Rutsch weniger Federn lassen, sondern möglicherweise leiden immer mehr als starke Aktien. AMS bestimmt mit hohem Beta-Faktor, da auch zyklisch. 

Was genau besorgt dich am Gesamtmarkt? - Bei nur steigenden Indizes stellt sich schon gar niemand mehr vor, dass es Korrekturen geben könnte, ein Crash gar unmöglich, da die Geldpolitik das verhindert. Oder irre ich mich? (lol) 

@Swissrain; Interessante Frage

Die Zinsen sind momentan sehr niedrig aufgrund der derzeitigen Geldpolitik. Zinsen (30YR Bond yield) sind wie Gravitation für den Aktienmarkt (S&P 500). Steigen die Zinsen, fallen Aktien tendenziell; sinken die Zinsen, steigen die Aktien tendenziell. Von den Multiples her ist der S&P 500 momentan noch etwas tiefer bewertet als zur Spitze der Dotcom Blase. Während der Dotcom Blase waren die Zinsen allerdings bei ca. 6%. Steigt der Markt aber nun in gleichem Tempo wie die letzten Jahre und vor allem wie im zweiten Hj 2020 und jetzt im ersten Hj 2021, dann kann es bei steigenden Zinsen ungemütlich werden. Beim derzeitigen Zinssatz steht der Markt sicherlich nicht zu hoch (sieht auch Warren Buffett so), aber es stellt sich natürlich die Frage, wie nachhaltig die derzeitigen Zinsen sein werden.

Der derzeitige Zinssatz ist im Verhältnis zur derzeitigen Inflation enorm tief. Dazu ist vielleicht zum Verständnis wichtig zu wissen, dass Aktien wie Staatsanleihen betrachtet werden sollten. Der Buchwert der Aktie entspricht dem aufgedruckten Wert der Staatsanleihe und deren Kupons entsprechen dem Ertrag des Unternehmens in der Zukunft. Der Knackpunkt liegt in der korrekten Voraussage der zukünftigen Erträge des Unternehmens, welche im Gegensatz zu den Kupons der Anleihe nicht bekannt sind. So ist bspw. ein Unternehmen welches in den zukünftigen Jahren eine Eigenkapitalrendite von 2% erzielen wird bei einem Zinssatz von 2% nicht mehr Wert als dessen Buchwert. Die meisten Unternehmen werden eine Eigenkapitalrendite von 2% oder höher erzielen, aber wenn die Zinsen stark steigen ist dies nicht mehr der Fall. 1982 stiegen die Zinsen in den USA auf 15%. Ein Unternehmen welches in Zukunft eine Eigenkapitalrendite von 15% erzielen wird ist bei einem Zinssatz von 2% ein vielfaches des Buchwertes wert, wenn die Zinsen allerdings auf 15% steigen ist auch dieses Unternehmen nicht mehr wert als dessen Buchwert. Die Aktie des Unternehmens sollte theoretisch zwar eine Rendite von 15% pro Jahr einbringen, aber wäre zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mehr wert als der Buchwert, da eben risikofrei die selbe Rendite erzielt werden könnte. Sobald aber die Zinsen stark sinken, ist das Unternehmen unmittelbar deutlich mehr wert. 

Ich persönlich denke nicht, dass die Zinsen kurzfristig steigen werden, aber im Jahr 2023 sollten sie dies (Fed). Die Frage ist nur, was bis dahin passiert und wie stark die Zinsen dann tatsächlich steigen werden. Ich bin kein Crash Prophet (gibt es schon genug, die dann auch zum Spott gemacht werden^^) und denke auch nicht das es nächstens einen geben wird. Aber die niedrigen Zinsen und die dazu verhältnissmässig sehr hohe Inflation finde ich dennoch ein bisschen beunruhigend.

 

swissrain
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Lippenzeugnis des Fed

Dominus hat am 13.08.2021 00:30 geschrieben:

Ich persönlich denke nicht, dass die Zinsen kurzfristig steigen werden, aber im Jahr 2023 sollten sie dies (Fed).

Enorme Auskunft, danke, und durchblicke da nicht alles im Detail, da ich weder Ökonom noch Buchhalter bin, vieles also ist in seinen inneren Mechanismen dem Mann von der Strasse oder dem girl-next-door verborgen, die nur ihren einfachen aber hoffentlich gesunden Menschenverstand zur Verfügung haben.

Ja, Fed hat eine Anhebung der Zinsen angekündigt, aber ich halte dies für ein Lippenzeugnis, um allzu extremen Übermut an der Börse zu bremsen. Das hat z.B. nun allein genügt, die Edelmetalle wieder auf den Boden zu bringen, und kurz nur haben auch Aktien reagiert. Ich glaube nicht, dass das Fed jemals Zinsen einrichten wird, die den Aktien gefährlich werden, denn a) die USA brauchen einen haussierenden Aktienmarkt, auch für ihre Steuereinnahmen, b) die USA können bei hohen Zinsen ihre Schuldenlast noch weniger bedienen, c) die USA und die meisten anderen Staaten haben nur eine Möglichkeit, sich ihrer Schuldenlast zu entledigen, das ist über eine stete Inflation, bewirkt durch die Gelddruckereien. - Drum wird ja zwei Prozent Inflation angestrebt, damit das Maschinchen weiter summt, ohne aber dass es zu Unruhen im Volk kommt.  

Black Swans wie die Seuche aus Wuhan, die den Covid-Crash bewirkte, kann es immer geben, aber gegenwärtig guckt die Börse einfach fast wie total immunisiert aus gegen alle Schreckensnachrichten, nicht wahr? Werde gerne korrigiert bei Irrtum. 

Alperose
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Fakt ist

Obwohl es ja weniger Leerverkäufer gibt, ist der Kurs übelst manipuliert. Nasdaq war gestern besser als Dow Jones. Aber trotzdem sind diejenige Schweizer Titel, welche vom DJ abfärben grün und ams, welcher ja Nasdaq Bewegungen hat stark rot. 

Kekkomachine
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Gluxi hat am 13.08.2021 23:11

Gluxi hat am 13.08.2021 23:11 geschrieben:

swissrain hat am 13.08.2021 09:52 geschrieben:

Black Swans wie die Seuche aus Wuhan, die den Covid-Crash bewirkte, kann es immer geben, aber gegenwärtig guckt die Börse einfach fast wie total immunisiert aus gegen alle Schreckensnachrichten, nicht wahr? Werde gerne korrigiert bei Irrtum. 

Damit ich wieder mal Klugscheissen kann, korrigiere ich dich gerne *biggrin*

Covid ist kein Black, sondern ein White Swan. Seuchen treten mit einer Regelmässigkeit schon seit Jahrhunderten auf und es wird sie auch in Zukunft geben. Wie du selber sagst, kann es sie immer geben. Somit sind sie per Definition kein Black Swan.

Dann gebe ich auch meinen Senf dazu und korrigiere euch beide...Covid wird weder als Black, White, Pink oder Rainbow Swan, sondern als Gray Rhino definiert...Nach der Definition von Michele Wucker "a highly probable, high impact yet neglected threat".

Zu AMS: Schöner Gleitflug bis zum Target welches ich am 6.08 hier im Forum angegeben habe. Könnte nun die 5. Welle formen, da muss es jedoch erstmals kräftig über CHF 17.95 und die Richtung bestätigen. Kursziele sind dann CHF 18.92, 19.28, 20.45, 20.81, 21.42 und wenn wir wirklich sehr euphorisch sein möchten dann wäre da noch CHF 22.33 ganz oben in der AMS-Stratosphäre. Aber eben, es kann auch wieder Richtung 15.90 gehen, das wäre dann halb so schlimm. Viel Erfolg an alle!

Korrektur: Das Ziel bei CHF 21.42 wird auf CHF 21.80 angepasst.

Jedenfalls, erste September Woche sieht es vorläufig sehr interessant aus. AMS ist definitiv keine langweilige Aktie.

- Being wrong is unavoidable, but staying wrong is a choice -

pirelli
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J.P Morgan mit Overweight und Kursziel CHF 26

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Alperose
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pirelli hat am 17.08.2021 12

pirelli hat am 17.08.2021 12:56 geschrieben:

Aktienempfehlungen - Ausbeute bei den Aktienfavoriten einer Grossbank fällt aus Schweizer Sicht mager aus | cash

Müsste ja, man geht ja von Zielen für 12 Monate aus, formsache sein. Dann kommen auch die Primarschulanalysten wieder mit erhöhen/Kaufen zum vorschein.

Dominus
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Erträge

@Swissrain; Genau, diese Beziehungen sind simple Ökonomie mit ihren Grundsätzen, die viele nicht verstehen. Diese Beziehungen gelten auch bei anderen Anlagewerten wie Immobilien. Sinken die Zinsen, gewinnen Immobilien tendenziell an Wert, steigen die Zinsen, verlieren Immobilien tendenziell an Wert. In den letzten Jahren haben Immobilien in der Schweiz sehr stark an Wert gewonnen. Würden die Zinsen nun steigen, staucht dies die Rendite relativ zum Zinssatz zusammen, wodurch Immobilien an Wert verlieren. Die Gefahr besteht nun darin, dass wenn bspw. ein junges Paar eine Immobilie für 1370kCHF (derzeit durchschnittlicher Preis eines Einfamilienhauses) erwirbt und Eigenmittel in Höhe von 20% aufbringt, bzw. 274 kCHF. Durch die niedrigen Zinsen sind die Immobilienpreise enorm gestiegen, im Jahr 2020 um 9%. Verlieren nun Immobilien an Wert wird diese neu bewertet. Die Hypothek in Höhe von 1096kCHF bleibt jedoch weiterhin bestehen. Sinkt der Wert der Immobilie um 20%, müsste das junge Paar der Bank Mittel in Höhe von 20%*1096kCHF = 219kCHF nachschiessen, um den Eigenmittelanteil von 20% wieder decken zu können. Dies ist der technische Hintergrund kurz zusammengefasst, warum in letzter Zeit von «potentiellen Immobilienblasen» in den Medien berichtet wurde. Die Banken sind sich dieser Gefahr bewusst, wodurch Massnahmen wie höhere Eigenmittelquoten getroffen werden bei neuen Immobilienkäufen.

 

Diese Beziehungen können allerdings bei Anlagegütern wie Edelmetalle oder Kryptowährungen nicht angewendet werden.

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Um noch einen Schritt weiterzugehen, stellt sich natürlich die Frage welche Parameter man bei der Unternehmungsbewertung als Ertrag annimmt. Ich verwende hierbei meine «owner earnings», welche sich aus den zukünftigen operativen Cash Flows, abzüglich der Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (ohne Immobilien und Grundstücke), abzüglich der zukünftigen Zinsausgaben, zuzüglich der zukünftigen Zinseinnahmen ergeben.

Ich habe vor ein paar Monaten einen interessanten Artikel dazu in der FuW gelesen «die Krux mit dem KGV». Dort wurde u.a. eine EBITDA Bewertungsmethode aufgeführt, die gut sein soll. Bei Unternehmen, die mit einem hohen EBITDA werben, sollte man allerdings sehr vorsichtig sein. Vor allem kleinere Unternehmen frisieren dieses oft, ein bekanntes Beispiel war bspw. Worldcom (Worldcom war relativ gross). Dabei handelt es sich teilweise gar um Grauzonen, welche nicht wirklich strafbar sind. Die Manipulation kann u.a. zustande kommen, indem Betriebsaufwendungen wie bspw. laufende Forschungsaufwendungen als Investition verbucht werden. Dadurch steigt direkt der EBITDA um diesen Betrag. Im Cashflow Statement steigt parallel dazu auch der operative Cashflow um denselben Betrag. Da das ganze am Ende natürlich aufgehen muss, nehmen wiederum die Mittelabflüsse im Cashflow aus Investitionstätigkeiten um denselben Betrag zu, meist unter dem Posten «Investitionen in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen». Diese Investitionen werden dann wiederum in der Bilanz aktiviert und in den darauffolgenden Jahren abgeschrieben. Kurzfristig wird dadurch auch das EBIT künstlich erhöht. Kennzahlen wie das EBIT können bspw. durch Wertaufholungen von Vermögenswerten als besser dargestellt werden.

Eher schwierig für Aussenstehende zu überprüfen sind Manipulationstechniken wie bspw. das Verbuchen von Umsätzen zum gegenwärtigen Zeitpunkt, die allerdings erst in der Zukunft abgewickelt werden. Wird dies im grossen Stil gemacht, kann dies u.a. an den Forderungen erkannt werden. Normalerweise wird alles über 180 Tage bei einem Zahlungsziel von 30 Tagen wertberichtigt. Sind nun die Forderungen in einem Extremfall höher als die Hälfte des Jahresumsatzes, stimmt in der Regel etwas nicht. Im Cashflow Statement fällt dies wiederum auf, da die Mittel nicht während der Berichtsperiode fliessen, es sei denn, die Konten werden gefälscht.

Derartige Techniken stellen die Ertragslage des Unternehmens, gemessen an Kennzahlen wie EBIT und EBITDA deutlich schöner dar, als sie es tatsächlich sind. Es wird zwar nichts gefälscht, aber manipuliert. Manchmal gibt es gar Fälle in denen Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten fallen, obwohl stets ein hohes EBITDA ausgewiesen wurde.

Um sich sicherer zu sein, kann man sich in der Regel auf das Cashflow Statement des Unternehmens verlassen. Im Gegensatz zum EBITDA oder EBIT, sind im Cashflow Statement nur die Mittelflüsse enthalten, welche während der Berichtsperiode tatsächlich fliessen. Am Ende des Cashflow Statements steht um welchen Betrag die flüssigen Mittel zu oder abnehmen. Wenn dieses manipuliert wird, hat das Unternehmen massiv betrogen, da bei dessen Manipulation die Konten gefälscht werden müssten.

Man sollte sich auch die Tochterunternehmen des Unternehmens anschauen. Bei Manipulationen werden oft Tochterunternehmen dafür verwendet (u.a. um beim Auffliegen rechtlich besser dazustehen). Wenn bspw. ein einzelnes Tochterunternehmen für fast alle Gewinne verantwortlich ist, kann in der Regel etwas nicht stimmen. Dies ist bspw. bei der Grenke Leasing AG der Fall, das Tochterunternehmen in Dublin ist seit Jahren für einen Grossteil der Gewinne verantwortlich (teilweise würde ohne diese Tochter gar ein Verlust resultieren), was sehr suspekt erscheint. Die anderen Tochterunternehmen machen zu einem nicht unerheblichen Anteil gar Verluste. Man könnte jetzt argumentieren, dass dies aufgrund der Steuern so ausgewiesen wird. Dies würde zwar Sinn ergeben, wäre in dem Ausmass allerdings nicht möglich. Eine weitere Ungereimtheit ist die hohe Profitabilität, im Gegensatz zu Konkurrenten. Mitverantwortlich dafür sind u.a. die sehr geringen Abschreibungen. Bei Veräusserungen von Vermögenswerten entstanden in der Vergangenheit gar Verluste, aber eigentlich geht es mir eher um Abschreibungen auf Forderungen, welche teilweise komplett fehlen. Mein persönlicher Favorit ist aber die Cashflow Rechnung. Trotz sinkendem Umsatz im Jahr 2020 nahm der operative Cashflow von 147 Mio. € auf 586 Mio. € enorm zu. Erklärt wird dies anscheinend mit dem Erhalt von Leasingrückzahlungen in der Periode. Mein Verdacht ist jedoch, dass der hohe operative Cashflow aus der Erhöhung des Einlagevolumens bei der Grenke Bank in der Berichtsperiode stammt. Wie üblich werden diese dann als operativer Cashflow gezeigt anstatt als Finanzierungscashflow, da ist Wirecard ja noch ein Paradebeispiel. Meine Vermutung ist, dass diese Gelder zwar existieren, aber vom freien Zugriff von Grenke geschützt sind. Dies erklärt meiner Meinung nach auch die ständige Aufnahme von frischem Kapital zum Kauf von kleinen Tochterunternehmen. Da die Bank allerdings nicht separat ausgewiesen wird, kann man dies auch nicht überprüfen.

Allgemein betrachtet sind Unternehmen in der Finanzbranche (jedenfalls für mich) nicht investierbar.

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ams-Osram

Bei ams-Osram ist das Geschäftsmodell (auch in Bezug auf Mittelflüsse und Tochterunternehmen) viel einfacher zu verstehen. Der operative Cashflow macht nicht derartige Sprünge und suspekte Bewegungen im Verhältnis zu den Umsätzen, es gibt kein kompliziertes und unregelmässiges Konstrukt aus dutzenden Tochterunternehmen. Der Gewinn ist momentan vor allem durch die Abschreibungen betroffen. Diese werden drastisch abnehmen, wie ich bereits beschrieben habe. Die Ausgaben für Investitionen sind im Verhältnis zum operativen Cashflow sehr gering.

Übrigens, der Verkauf des Continental Joint Ventures sollte die Erträge hochtreiben, was nicht zu unterschätzen ist. Seit Beginn dieses gemeinsamen Projekts entstanden dadurch nur hohe Verluste (so um die 100 Mio. $ pro Jahr im Durchschnitt). Welcher Preis beim Verkauf dieses Bereichs erzielt werden kann spielt mir keine Rolle, wenn man bedenkt, dass dies bei der geringen Grösse einen so grossen Einfluss auf die Erträge hatte. Der Verkauf von Digital Systems in Nordamerika wird sich nicht erheblich auf das Eigenkapital auswirken. Der verkaufte Bereich erzielte einen Umsatz von 150-170 Mio. $.

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Die derzeitige Schwäche im Markt wird offenbar durch Zinsängste ausgelöst, da die Fed bekannt gab, evtl. noch dieses Jahr mit den Anleihekäufen herunterzufahren. Dadurch passiert mit den Aktien genau das, was ich in meinem letzten Kommentar geschrieben habe. Ich habe mal einen Artikel gelesen, dass dies besonders schlecht sein soll für ams-Osram, aufgrund der hohen Schulden. Nun ist es aber so, dass 95% der Schulden von ams-Osram Festverzinst sind (wie bereits mehrfach erwähnt, schon nur ein kurzer Blick in einen Geschäftsbericht würde auch einer Zeitung nicht schaden^^).

kirschbaum
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@ dominus, sehr interessante,

@ dominus, sehr interessante, absolut korrekte, sachliche Ausführungen! Du könntest ein Lehrbuch über Betriebswirtschaft/Finanzen o.a. herausgeben, chapeau.

anubis87
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@Dominus:

@Dominus:

Deine Ausführungen bezüglich "Manipulationsspielraum" oder besser "Creative Accounting" machen ja Sinn. Aber nach IFRS sind die von dir aufgeführten Sachverhälte meistens relativ klar geregelt. Beispielsweise "Verbuchen von Umsätzen zum gegenwärtigen Zeitpunkt, die allerdings erst in der Zukunft abgewickelt werden." Da meldet sich hoffentlich jedes Revisionsunternehmen mit einem grossen dicken Finger Wink

Die Betrachtung der Profitabilität der Tochterunternehmen würde ich so auch nicht unterschreiben. Wenn es - wie du schreibst  - um die Steuereffekte geht, dann ist das ja nicht der börsenrelevante Abschluss, sondern der steuerrechtliche Abschluss, welcher an der Börse beschränkt interessiert. Daher inklusive aller IC-Effekte. Daraus würde ich nur mit Vorsicht was interpretieren, da hier natürlich die steuerlichen Effekte aus Unternehmenssicht relevant sind.

"Die Manipulation kann u.a. zustande kommen, indem Betriebsaufwendungen wie bspw. laufende Forschungsaufwendungen als Investition verbucht werden. "

Auch da schreibt IFRS grundsätzlich ein klares Aktivierungsverbot für Forschungskosten vor.... Gehst du da auf statutarische Rechnungslegungen ein? Oder worauf beziehst du dich?

 

 

Aber ja, betrifft ja grundsätzlich alles nicht AMS Wink

 

 

 

Dominus
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Das Verbuchen der

Das Verbuchen der Forschungsaufwendungen wäre natürlich ein Regelverstoss, aber trotzdem wird es immer wieder unbemerkt gemacht. Bei Betrügereien werden die Leute unfassbar kreativ. Bspw. werden beherrschende Unternehmen dafür verwendet, von denen der Prüfer nichts weiss, und über die dann die Mittel/Ausgaben gewaschen werden (z.B. um die Forschungsaufwendungen zu aktivieren). Verbuchen von zukünftigen Geschäften in der Gegenwart sind meist Scheingeschäfte, welche dann gegen Forderung gebucht werden müssen, da die Mittel nicht fliessen. Manchmal werden auch Terminkontrakte unrechtmässig in der Gegenwart verbucht (ist eher die Seltenheit, war aber bspw. bei Enron der Fall). Dies sind u.a. die technischen Hintergründe, warum ich mich auf Cashflow Statements konzentriere. In der Finanzbranche sind solche Praktiken deutlich einfacher durchzuführen, da sie sehr schwierig zu überprüfen sind. Dass kein physisches Produkt existiert, hilft dabei noch zusätzlich.

Die Profitabilität der einzelnen Tochterunternehmen (Beispiel Grenke) bezieht sich auf die Testatsberichte von EY. Das sind halt so Dinge die als erstes ins Auge stechen. War ja bei Wirecard ähnlich. Dort war eine Tochter in Dubai für ca. 250 Mio. € der Gewinne verantwortlich von ca. 350 Mio. €. Kann natürlich sein, dass ich mich irre, so genau habe ich das ganze jetzt nicht angeschaut, habe nur die letzten paar Geschäftsberichte nach den mir wichtigsten Punkten durchgesehen, u.a. als Beispiel für den Kommentar. 

Das interessanteste was ich bisher erlebt habe, ist ein kanadisches Unternehmen, welches ich überprüft habe. Das Unternehmen gibt an eine Produktionsanlage in Deutschland zu haben, über die angeblich fast alle Produkte produziert werden. Bei der Überprüfung war es zunächst einmal schwierig schon nur die Adresse dieser Anlage rauszufinden, es musste gar Kontakt mit der zuständigen Gemeinde aufgenommen werden. Nachdem ich die Adresse hatte, stellte sich heraus, dass sich dort ein Gebäudekomplex (abgerigeltes Areal, bestehend aus mehreren Gebäuden) einer Immobiliengesellschaft befindet. Nach dem Informationsaustausch mit dieser Immobiliengesellschaft, stellte sich heraus, dass das kanadische Unternehmen über eine Nutzungsvereinbahrung von 0 Quadratmetern verfügt. Ursprünglich plante das kanadische Unternehmen neben diesem Gebäudekomplex eine Anlage o.ä. zu bauen, diese wurde allerdings nie gebaut. Dies sei auch der offizielle Grund für die Briefkastenadresse gewesen. Das Unternehmen gibt jedoch an, eine Produktionsanlage in dieser Gemeinde zu besitzen (angegebene Fläche >10'000 Quadratmeter) und hat diese auch mit einem nicht unerheblichen Betrag in der Bilanz ausgewiesen. 

Ein Kumpel von mir hat jedoch noch viel krasseres erlebt. Teilweise gibt es Unternehmen welche an der Börse gelistet werden (v.a. in Asien), das Unternehmen aber nichts davon weiss. Dies kommt daher, dass sich Betrüger ein Unternehmen aussuchen, welches existiert und dieses dann an einer etwas abgelegeneren Börse listen gehen.

aber zurück zu ams-Osram Smile :

Ich denke immer noch, dass der Kurs ende Jahr / anfang 2022 steigen könnte, grösstenteils aufgrund der Abschreibungen, welche zurückgehen sollten. Die Veräusserungen einzelner Bereiche, werden einerseits die Profitabilität, aber andererseits auch den absoluten Ertrag steigern, da gerade Continental äusserst negative Einflüsse auf die Konzernergebnisse hatte. Der Continentalbereich wird übrigens bald verkauft, respektive die Transaktion ist, sofern ich mich nicht irre, für Oktober geplant. Dieses Jahr sollten auch noch Schulden getilgt werden (jedoch eher im kleineren Rahmen). Begonnen werden sollte dabei mit den am höchsten verzinsten Schulden (Wandelschuldverschreibungen), sowie evtl. den variabel verzinsten Krediten. Gefühlsmässig könnte es sein, dass für Q4 schlimmes befürchtet wird aufgrund des Marktanteilsverlustes. Dies könnte die Aktie zwar vor der Guidance noch etwas unter Druck bringen, ich denke aber, dass sich dieser weniger schlimm auf das Ergebnis auswirken wird, als allgemein angenommen wird. Der operative Cashflow dürfte, wie bereits mehrfach erwähnt, dieses Jahr die 1'000 Mio. $ überschreiten. 

 

@Kirschbaum: Danke für das Kompliment Smile

Alperose
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Wenn Übernahme, dann bitte nicht unter CHF 50 je Aktie

Bei AMS gehen zudem Impulse von einem Internetblog aus, wonach der Unterhaltungselektronikriese Samsung mit einer Übernahme des Rivalen NXP Semiconductor liebäugle. Auch AMS wird seit Jahren als "heisser Übernahmekandidat" für einen grösseren Rivalen oder Abnehmer gehandelt. Deshalb gehe für die Börse vom Bericht durchaus Fantasie aus, meinen Marktbeobachter.

Kekkomachine
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5. Welle

Übernahme von AMS?*lol*

Die Wahrscheinlichkeiten, dass dies in absehbarer Zeit auch nur jemanden durch den Kopf geht, ist so klein, dass es wohl vernachlässigbar ist. AMS (oder besser Alex) hat die Firma nun so positioniert, dass es jedem für eine Übernahme unappetitlich wurde. Alex will ja sicher nicht seinen so hoch bezahlten Sessel gerade jetzt räumen, wo das ganze nur angefangen hat. Nein, Alex will Übernehmen, nicht übernommen werden und darüber werden wir wohl eher bald hören...wer denkt, dass hier Schulden langfristig abgebaut werden um Wert für die Aktionäre zu schaffen, der hat sich in die falsche Firma (uns vor allem, das falsche Management) eingekauft.

Teschnisch reagiert die Aktie wieder mal genau auf dem Punkt. Die 5. Welle wird wohl nicht so hoch gehen als zuerst vermutet, aber der Sprung nach der Konsolidierungshase bei CHF 17.95 ist schon mal ermutigend. Viel Erfolg an alle & vergesst nicht, dass der Kurs auch wieder fallen wird, also seid bitte nicht empört oder enttäuscht, viel lieber ergreift diese Chancen welche ja bei AMS sich immer wieder ergeben!

 

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swissrain
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AMS Monatschart

Der Monatschart von AMS ist eindrücklich, jede Kerze stellt einen Monat dar. Man sieht den Abverkauf der Aktie in drei Wellen ABC von 80 nach 8, und seit dem Tiefst Welle 1 rauf, Korrekturwelle 2, und möglicherweise einen baldigen Ausbruch aus dem jahrelangen Downtrend. 

Ich bin long, aufgrund des Charts, der mir eine Welle drei hinauf suggeriert. Chance-Risiko an dieser Stelle für mich gut, die Aktie aus meiner Sicht in einer Bodenbildung. Widerstand bei 19.40 muss fallen, damit der nächst höhere bei 24.40 in Angriff genommen wird. Meine Annahme, dass dies noch in diesem Jahr geschieht, sogar vielleicht sooner than later. 

Intuitiv aufgrund des Charts so gedacht.  

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Alperose
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Und wieder gescheitert. Leute ich vermisse kurstreibende News, um aus diesem Schlamassel herauszukommen. Alex bring mal was...

Pesche
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Alperose hat am 26.08.2021 18

Alperose hat am 26.08.2021 18:26 geschrieben:

Und wieder gescheitert. Leute ich vermisse kurstreibende News, um aus diesem Schlamassel herauszukommen. Alex bring mal was...

Besser nicht Alex. Mit seinen alternativen Aussagen hilf er dem Kurs nicht

Ein Leben ohne Dalmatiner ist möglich aber sinnlos 

pirelli
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Pesche hat am 26.08.2021 20

Pesche hat am 26.08.2021 20:22 geschrieben:

Alperose hat am 26.08.2021 18:26 geschrieben:

Und wieder gescheitert. Leute ich vermisse kurstreibende News, um aus diesem Schlamassel herauszukommen. Alex bring mal was...

Besser nicht Alex. Mit seinen alternativen Aussagen hilf er dem Kurs nicht

was meint denn dein hund so zur entwicklung? gibts mal wieder filet?

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pirelli hat am 27.08.2021 16

pirelli hat am 27.08.2021 16:12 geschrieben:

Pesche hat am 26.08.2021 20:22 geschrieben:

Alperose hat am 26.08.2021 18:26 geschrieben:

Und wieder gescheitert. Leute ich vermisse kurstreibende News, um aus diesem Schlamassel herauszukommen. Alex bring mal was...

Besser nicht Alex. Mit seinen alternativen Aussagen hilf er dem Kurs nicht

was meint denn dein hund so zur entwicklung? gibts mal wieder filet?

Wir hatten eine gute Woche und sind in Lauerposition. Das Filet liegt bei gutem Börsengang nächste Woche drin. Für heute muss der Hund mit Fish and Chips auskommen.

Schönes Weekend allerseits

pirelli
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@alpenrose

bin gespannt ob dies der letzte anlauf war, damit die 19 mal durchgewunken wird...

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Alperose
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pirelli hat am 27.08.2021 18

pirelli hat am 27.08.2021 18:07 geschrieben:

bin gespannt ob dies der letzte anlauf war, damit die 19 mal durchgewunken wird...

Dies bin ich auch. Am Montag wissen wir mehr.

Pesche
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pirelli hat am 27.08.2021 16

pirelli hat am 27.08.2021 16:12 

was meint denn dein hund so zur entwicklung? gibts mal wieder filet?

Meinem Hund hat der Kurs auf den Magen geschlagen, er hat Durchfall *bad*

Ein Leben ohne Dalmatiner ist möglich aber sinnlos 

pirelli
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Pesche hat am 27.08.2021 19

Pesche hat am 27.08.2021 19:13 geschrieben:

pirelli hat am 27.08.2021 16:12 

was meint denn dein hund so zur entwicklung? gibts mal wieder filet?

Meinem Hund hat der Kurs auf den Magen geschlagen, er hat Durchfall *bad*

dann braucht er danach umso besseres futter*lol*

save the world, its the only planet with chocolate...

Alperose
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Mal sehen ob dies für 19+ hilft oder nicht

AMS: J.P. Morgan kürzt auf 23 (26) Fr. mit OVERWEIGHT. Tagesgeschäft hat Talsohle durchschritten.

Das gibt es doch nicht, Nasdaq geht hoch und AMS wird runter manipuliert. Sad

Düse5.0
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abgeblitzt

Wieder abgeblitzt und das gleich richtig. Halt wieder Anlauf nehmen und erneut scheitern aber besser (kennen wir doch so ähnlich von Stan the Man).

 

 

Wenn Zeit wirklich Geld ist, warum sitzen wir dann nicht einfach solange hier, bis wir reich sind?

Pesche
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Was war das?

Was war das in den letzten 45 M. Index geht hoch und AMS stürzt ab. Immerhin hat die Schlussauktion noch etwas gebracht.

Ein Leben ohne Dalmatiner ist möglich aber sinnlos 

Alperose
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Düse5.0 hat am 30.08.2021 18

Düse5.0 hat am 30.08.2021 18:31 geschrieben:

Wieder abgeblitzt und das gleich richtig. Halt wieder Anlauf nehmen und erneut scheitern aber besser (kennen wir doch so ähnlich von Stan the Man).

 

Hoffen wir hald auf Morgen Sad

Dominus
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Zinsen, Unternehmungswert

Guten Abend Zusammen

Ich habe mal einige «günstige» Unternehmen in der Schweiz miteinander verglichen, um einen durchschnittlichen Zinssatz zur Diskontierung festzulegen. Dabei wurden u.a. die Unternehmen Carlo Gavazzi, Holcim, sowie einige Dividendenstarke Unternehmen, darunter Zurich Insurance, Swiss Life, Mobilezone und Helvetia verwendet.

Auf Basis der von mir abgeschätzten, zukünftigen Erträge dieser Unternehmen (was relativ einfach ist, bzw. der Markt wird das so eingestellt sein, dass einfach sei^^), kann als Richtwert eine Diskontrate von ca. 4% bestimmt werden. Dies bedeutet, dass die Aktie eines Unternehmens, welches über Jahre hinweg eine Eigenkapitalrendite von konstant 4% erzielt, zum jetzigen Zeitpunkt nicht zwingend steigen muss.

Die Aktie kann zwar auch ohne Steigerung der Gewinne steigen, da sie bei den derzeitigen Zinsen günstig ist, sie wird es aber nicht zwangsläufig tun. Bei Carlo Gavazzi bspw. dürfte noch dazu kommen, dass die Aktionäre der Inhaberaktie (öffentlich gehandelte) nur zu 55% am Kapital beteiligt sind (natürlich herausgerechnet für Profitabilität) und v.a. nur über 19.6% der Stimmrechte verfügen.

Wird dies nun auf ams-Osram übertragen müsste man die genauen Erträge, welche in der Zukunft generiert werden, kennen und diese dann mit dem ermittelten Zinssatz vergleichen. Technisch betrachtet stellt sich dann die Frage:

Wie viel bin ich zum heutigen Zeitpunkt bereit für ams-Osram zu bezahlen, damit ich eine Rendite von 4% pro Jahr erziele?

Umgekehrt kann man sich auch die Frage stellen: Wie viel müsste denn ams-Osram in Zukunft generieren, damit sie zum derzeitigen Zeitpunkt bei einem Zinssatz von 4% fair bewertet wäre?

Um fair bewertet zu sein, müsste ams-Osram in Zukunft ca. 200 Mio. CHF pro Jahr generieren, bzw. ca. 220 Mio. $. Ich denke bei einem operativen Cashflow von ca. 1000 Mio. $ in diesem Jahr und alleine durch die positiven Effekte der Synergien in den nächsten Jahren, sollten die zukünftigen Erträge deutlich höher liegen. 

ams-Osram hat im ersten Halbjahr 2021 eigentlich ja Verluste erzielt. Dies ist meiner Meinung nach auch der Grund, warum die Aktie jetzt noch nicht steigt. Grund dafür sind die hohen Abschreibungen, welche momentan das Ergebnis sehr stark belasten. Der Cashflow ist allerdings sehr stark, was sich in naher Zukunft auf die Gewinne auswirken wird. Die hohen Abschreibungen kommen u.a. aufgrund der Übernahme zustande. Nach IFRS werden Firmenwerte nicht planmässig abgeschrieben, dafür schreibt ams-Osram Sachanlagen besonders stark ab, und hat u.a. auch die Garantiedividenden für die nächsten 4-5 Jahre zurückgestellt (228 Mio. $). Das Abschreiben von Firmenwerten hat auch keinen positiven Einfluss auf Steuern. Dies wurde im Halbjahresbericht ja noch erwähnt.

PS: Einzelne Spezialisten können sich glücklich schätzen heute nicht wieder was in der Art geschrieben zu haben wie "ams Aktien gesucht aufgrund von guten Vorgaben in den USA" o.ä. Ich kommentiere ja Kurse auf kurzfristiger Basis normalerweise nicht, aber das heute war wiedermal typisch ams Aktie... Ich persönlich hoffe, dass wir die Aktie bald wieder bei 20 CHF+ sehen werden.

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Hier noch ein interessanter Gedankengang zur Unternehmungsbewertung:

Unternehmen wie Immobiliengesellschaften oder Beteiligungsgesellschaften sollten natürlich anders bewertet werden.

Ein gutes Beispiel ist BB Biotech, welche mit einem KGV von ca. 8 besonders günstig erscheinen. Nun ist es aber so, dass BB Biotech fast ausschliesslich aus öffentlich gehandelten Aktien besteht, welche laut meiner Excel Tabelle einen Wert von derzeit 4450 Mio. CHF haben (kleine Abweichungen möglich). Das tiefe KGV ist allerdings auf den Anstieg der Buchwerte (und Dividende) der einzelnen Positionen zurückzuführen, d.h. ich bin nicht bereit mehr zu bezahlen als die Nettobuchwerte der gehaltenen Aktien von BB Biotech. Die Performance war in der Vergangenheit auch nicht besonders grossartig von den getätigten Investments. Um die Erträge korrekt vorauszusagen, müsste man die Kursentwicklung der einzelnen Positionen voraussagen können, was meiner Meinung nach unmöglich ist (zumindest für mich). Theoretisch wären die Positionen sogar etwas weniger wert, da bei einem Verkauf der einzelnen Positionen sicherlich mit einem Abschlag zum Marktwert gerechnet werden muss.

Ein anderes Beispiel ist Swiss Prime Site (Immobiliengesellschaft). Die Aktie erscheint mit einem KGV von ca. 13.5 sehr günstig. Wenn man sich den Geschäftsbericht jedoch mal genauer ansieht, wird man schnell sehen, dass etwa 40% der Erträge durch Wertaufholungen auf Immobilien zurückzuführen sind, welche dann wiederum gewinnwirksam aktiviert werden. Ein Laie (oder vlt auch Analyst) würde jetzt mit einem Lineal die Ergebnisentwicklung der vergangenen Jahre «analysieren», welche natürlich wunderbar aussieht und es auch ist. Nun hat man aber ein Problem, wenn die Immobilienpreise plötzlich sinken. In einem solchen Fall resultiert dann trotz ähnlich starkem Cashflow ein Verlust und die Aktie wird aufgrund der Buchverluste tendenziell sinken. Die Dividende dürfte zwar nicht gefährdet sein, da die Buchverluste auf die Immobilien natürlich Cash unwirksam sind. Gerade bei reinen Immobiliengesellschaften kann man sich natürlich die Frage stellen: Bin ich bereit mehr als den Buchwert für dieses Unternehmen zu bezahlen (bei SPS momentan ca. 25% mehr)? Auch wenn ich das Gefühl habe, dass Immobilien an wert gewinnen werden, wäre es aus dieser Sicht doch attraktiver selbst in eine Immobilie zu investieren…

Grüsse 

Dominus

Alperose
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Und warscheinlich wieder nichts...

Und dies auf so tiefem Level. Könnte es bei 30 ja noch verstehen.

Düse5.0
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Interesse

Ich bleibe dabei. Ausser den Daytradern  interessiert sich halt im Moment kaum jemand für den Laden. Die können aber offensichtlich ohne News und bei relativ schwachem Handel, eine ruhige Kugel schieben und ihre Spielchen spielen. Wenn da mal Leben hinein kommt wird wahrscheinlich mehr als das zehnfache pro Tag umgeschlagen. Dann wirds auch für uns längerfristig engagierte wieder interessant.

 

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