Jetzt hat es SIG doch noch hochgespült

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25.09.2006 19:52
#1
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Jetzt hat es SIG doch noch hochgespült

Mit +13% Kursgewinn heute und einem stetigen Anstieg in der letzten Zeit wurde SIG jetzt doch noch vom Übernahmefieber gepackt!

Ja es geht halt manchmal länger als man glaubt bis solche Übernahmen realisiert werden und den Kurs hochtreiben. Die ersten Gerüchte über Übernahmeangebote bei SIG wurden vor rund einem Jahr lanciert und jetzt werden sie offenbar Realität.

Denkt bei anderen Kandidaten jeweils rechtzeitig an die Möglichkeiten einer Übernahme und steigt bei tiefen Kursen rechtzeitig ein. Konkret denke ich dabei z.B. an Day bei denen es nächstens auch losgehen kann, das hat sogar die FuW vor kurzem festgestellt (bei der Publikation des letzten Quartalsberichtes).

Ich zitiere hier nur die wesentlichen Sätze aus der damaligen Berichterstattung der FuW vom 26.8.06:[/b]

"Reizvoll könnte ein Investment aus anderer Sicht sein: IBM hat vor wenigen Wochen für 1,6 Milliarden US$ File Net, einen Kooperationspartner von Day, übernommen. Big blue könnte den Blick auch in die Schweiz schweifen lassen."

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Besser reich und gesund als arm und krank!

27.09.2006 21:37
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Jetzt hat es SIG doch noch hochgespült

Ja Pech für Dich, mein Beileid. Meine SIGZO liegen aktuell 150% im Plus, wobei ich früher gekaufte Calls auch schon abschreiben musste.

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27.09.2006 19:57
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Jetzt hat es SIG doch noch hochgespült

Ich kann mit dir dieser Firma nichts mehr anfangen. Genau eine Woche nach Ablauf der Optionen, kam die Meldung, dass sie vielleicht übernommen werden Sad

Ich werde wieder alles zurückgewinnen

27.09.2006 18:30
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Jetzt hat es SIG doch noch hochgespült

Hier noch ein Artikel aus der heutigen FuW:

SIG soll Elopak von Strategie-Engpass befreien

Mit Übernahme aus dem Frischbereich ausbrechen – Zu Synergien wenig Konkretes – Private-equity-Partner CVC für späteren Börsengang

Von Thomas Hengartner

Endlich legt mit dem Konsortium Ferd/Elopak/CVC einer der diversen Interessenten im Übernahmepoker um den Getränkeverpacker SIG die Karten auf den Tisch. Weitere bis zu fünf Parteien könnten ebenfalls mit einem Angebot liebäugeln (vgl. Artikel unten). Dass gerade jetzt eine bindende Offerte angekündigt worden ist, hängt möglicherweise damit zusammen, dass wegen des anstehenden Verkaufs der Getränkeverpackungssparte von International Paper die Positionen in der überschaubaren Branche bald neu bezogen werden.

Die norwegische Elopak könnte dabei auf die Rolle des kleineren, auf die Abfüllung von rasch zu verzehrenden Getränken (Fresh market) beschränkten Marktspielers zurückgedrängt werden. Das geschähe, falls die auf länger lagerfähige Verpackungen spezialisierte SIG in eine andere Gruppierung, allenfalls mit der ebenfalls im Fresh market etablierten IP-Getränkesparte, eingebunden würde. Der Industriellenspross Johan Andresen, der Elopak über die Finanzgesellschaft Ferd kontrolliert (siehe Porträt Seite 16), will einer solchen Situation offenbar zuvorkommen.

Ferd ist zusammen mit Funds des britischen Private-equity-Hauses CVC bereit, ohne Detailprüfung der SIG-Geschäftspläne 325 Fr. je SIG-Aktie zu bieten. Werden sie zu einer Due diligence zugelassen und entdecken dabei nichts Nachteiliges, könnten sie bis auf 350 Fr. je Titel erhöhen. Ferd und CVC haben nach eigenen Angaben mit den Grossinvestoren von SIG, den Funds von Sterling, Cheyne, Susquehanna und Tweedy, Browne, Kontakt aufgenommen, ohne jedoch Andienungszusicherungen zu erhalten. Dennoch taxieren die Börsenakteure das Gelingen einer Transaktion als wahrscheinlich, was erklärt, weshalb der Kurs gegen 350 Fr. gestiegen ist.

Das Motiv für den versuchten Zusammenschluss von SIG und Elopak finde sich in ihrer idealen Ergänzung, begründete Andresen am Montag. SIG ist in der technologisch anspruchsvolleren aseptischen Abfülltechnik etabliert, während Elopak vornehmlich in Verpackungen für den raschen Verzehr präsent ist. Mit der Kombination der Unternehmen liessen sich Synergien durch die Bearbeitung des Marktes über beide Haltbarkeitssegmente hinweg erschliessen.

Gegen 70% auf Kredit

Diese Argumentation nutzen auch die Vertreter der Private-equity-Gesellschaft CVC, deren Funds zusammen mit Ferd das für die Übernahme von SIG notwendige Eigenkapital von «deutlich über 30% der Transaktionssumme» aufbringen. Ferd wird ihren Anteil schwergewichtig durch Sacheinlage von Elopak leisten. Gelingt die Transaktion, müssen die Gewinne von SIG und Elopak ausreichen, um Bankkredite von schätzungsweise 1,2 Mrd. Fr. zu verzinsen. Nach einem Zeitraum von rund fünf Jahren wollen die CVC-Funds aussteigen, realistischerweise über einen Börsengang.

Zur Einschätzung, dass die Kombination von SIG und Elopak aus industrieller Sicht vorteilhaft ist, kam auch SIG-Präsident Lambert Leisewitz (vgl. Interview unten). Allerdings liess ihn Elopak-Eigner Andresen abblitzen. Dass diesem nun das Umdrehen des Spiesses gelingen könnte, wird die SIG-Verantwortlichen ärgern. Mit dem Plan, ihre Bücher nicht nur Ferd/Elopak/CVC zu öffnen, sondern weitere Kaufinteressenten dazu einzuladen, versuchen sie das aus Sicht der SIG-Aktionäre einzig Richtige – und ziehen Andresen gleichzeitig in einen allenfalls teuren Bieterkampf. Die Chancen stehen gut, dass die SIG-Titel am Schluss für mehr als 350 Fr. die Hand wechseln werden.

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Rexam und . . . ?

Interesse an der Übernahme von SIG wird der kapitalkräftigen Private-equity-Branche und einigen der grossen Verpackungskonzerne nachgesagt. Auf Seite der Industriellen zählt wohl die britische Rexam zu den Interessenten. Die Gruppe erzielt mit Verpackungen aus Dosen, Glas und Kunststoffen für Getränke, Kosmetika und Medikamente mehr als 5 Mrd. Fr. Umsatz. Sie verfolgt das Ziel, zu den weltgrössten Verpackern von Konsumprodukten zu zählen. Das schliesst nicht aus, sich in den Bereich Getränkekartonverpackungen zu diversifizieren. Zu einer Anfrage von «Finanz und Wirtschaft» wollte Rexam allerdings nicht Stellung beziehen.

Dass nebst CVC weitere Private-equity-Häuser an SIG dran sind, darf als wahrscheinlich angenommen werden. Allenfalls arbeiten einige gar an einem Gegenkonstrukt zu SIG/Elopak, denn die zum Verkauf stehende Getränkeverpackungssparte des US-Multis International Paper – die ähnlich wie Elopak auf einen Umsatz von rund 600 Mio. € kommt – gäbe wohl ebenfalls eine treffende Ergänzung zu SIG her. In diesem Szenario besonders naheliegend wären deshalb Avancen amerikanischer Private-equity-Fonds wie Blackstone, KKR, J. P. Morgan und TPG. TH

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SIG-Präsident Lambert Leisewitz über Wertsteigerungspotenziale, Alternativen zu Elopak und die statutarische Stimmrechtsbeschränkung

«SIG mit Elopak wäre sinnvoll, andere Verbindungen auch»

—— Herr Leisewitz, Sie präsidieren seit 2004 den Verwaltungsrat der SIG. Offenbar versuchte SIG während Jahren, Elopak zu erwerben. Das vorliegende Angebot von Ferd und CVC ergibt demzufolge aus industrieller Perspektive Sinn.

Ja, wir hätten Elopak gerne übernommen, doch Herr Andresen von Ferd stemmte sich kategorisch dagegen. Die Kombination von SIG und Elopak könnte Sinn ergeben, aber es ist längst nicht die einzige gute Lösung. Wir wissen von einem breiten Spektrum von Interessenten, auf industrieller Seite wie auf Seiten von Finanzinvestoren. Da sind weitere Verbindungen denkbar, die ebenfalls sinnvoll wären.

—— Eine Kombination der SIG mit einem anderen Unternehmen der Verpackungsindustrie sollte es aber schon sein.

Das ist nur eine der möglichen Lösungen. Der Verwaltungsrat der SIG ist der Meinung, dass auch die eigenständige Weiterentwicklung des Unternehmens über die Jahre ein erhebliches Wertsteigerungspotenzial verspricht. Deshalb haben wir derzeit keine Präferenz. Wir sind offen für Gespräche.

—— Ein Wegkauf von der Börse würde SIG davon befreien, als einziges Unternehmen der Getränkekartonindustrie detaillierte Finanzzahlen publizieren zu müssen. Wäre dies von Vorteil?

Beide Besitzstrukturen haben ihre je eigenen Vor- und Nachteile. In den letzten Jahren ist SIG als kotiertes Unternehmen an der Börse gut gefahren. Wir haben dargelegt, wie wir das Unternehmen strategisch fokussieren wollen und haben den Investoren die Umsetzung der Strategie beweisen können. Dass SIG auf dem Weg zu verbesserten Leistungen ist, zeigen wir mit den gut aufgenommenen Semesterzahlen und damit, dass wir die veröffentlichten Jahresziele erreichen werden.

—— Die Aktien SIG notierten bis kurz vor Ankündigung des Übernahmeangebotes unter 300 Fr. Sie sagen, die Aktien seien deutlich mehr als 350 Fr. wert. Wieso gelang es zuvor nicht, die Börsenakteure zu einer höheren Bewertung zu bewegen?

Wir waren über die vergangenen Jahre mit einem schwierigen Devestitionsprozess beschäftigt. Mit den guten Halbjahreszahlen haben wir Vertrauen der Investoren zurückgewonnen. Aber von uns werden zu Recht weitere Beweise verlangt. Das war ein Grund für die zu tiefe Bewertung. Der Markt kennt unsere Geschäftspläne aus verständlichen Gründen nicht und kann deshalb das Wertsteigerungspotenzial nicht vollumfänglich beurteilen. Dies zeigt sich auch in einer von neutraler Stelle angefertigten Unternehmensbewertung, die wir als Massstab für die Beurteilung der Angebotspreise nehmen. Am Schluss entscheiden die Eigentümer.

—— Müsste deshalb nicht die in den Statuten Ihrer Gesellschaft festgehaltene Eintragungsbegrenzung von Aktienstimmen auf 5% pro Aktionär abgeschafft werden?

Diese Eintragungslimite ist bekannt, jeder Aktienkäufer weiss deshalb, worauf er sich einlässt. Wir werden im Verwaltungsrat diskutieren, was im Zusammenhang mit dieser Klausel opportun ist.

—— Gibt es Eigeninteressen, die den Verwaltungsrat in der Prüfung von Übernahmeangeboten beeinflussen?

Nein, es gibt überhaupt keine Eigeninteressen. Wir sind neutrale Vertreter aller Anspruchsgruppen und stehen in der Verantwortung, die beste Lösung für das Unternehmen zu finden.

—— Im vergangenen Jahr verbesserte der Verwaltungsrat die Arbeitsverträge des obersten Kaders. Weshalb ist die Kündigungsfrist auf eineinhalb Jahre erhöht worden?

Es ist verantwortungsbewusst gegenüber dem Unternehmen, die Führungsverantwortlichen durch eine Verlängerung der Kündigungsfrist zu motivieren, das operative Geschäft – allenfalls bis zuletzt – mit vollem Elan weiterzutreiben. Eine solche Regelung ist nicht unüblich. Von einem Riesengeldtopf, der nach einer Übernahme verteilt wird, kann keine Rede sein. Interview: Thomas Hengartner

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Porträt: Johan H. Andresen, Eigentümer der Beteiligungsgruppe Ferd

Kein Tabakkönig mehr

Von Jörgen Detlefsen, Stockholm

Johan H. Andresen irritiert es, dass er in norwegischen Medien manchmal noch der Tabakkönig genannt wird; denn vor einem Jahr hatte er sein Paket von gut 17% an die dänische Skandinavisk Tobakskompagni veräussert, an die er bereits 1998 alle Produktionsstätten des Tabakwarengeschäfts abgab, das seit 1849 im Besitz der Familie gewesen war. Doch der Tabakgeruch ist an ihm hängen geblieben. Der Erbe des Imperiums hatte erkannt, dass der blaue Dunst im Zeitalter der zunehmenden Nikotinabstinenz – und dazu in einem Land, das als Erstes das Rauchverbot in Restaurants einführte – keine Zukunft hat. Zielstrebig widmete sich Andresen fortschrittlichen Produkten wie Pharma, ökologischen Lebensmitteln und Energie.

Der heute 45-Jährige machte seinen MBA an der Rotterdam School of Management; die hemdsärmelige Art und die internationale Atmosphäre der niederländischen Hochschule hat er noch heute in guter Erinnerung. Selbst ein grosses Unternehmertalent, stellt er Manager ein nach dem Prinzip: Nur Leute, die besser sind als ich. Und hungrig müssen sie sein!

Andresen hat eine Beteiligungsgruppe geschaffen, die langfristig und mit wenig Einflussnahme in alte Industrien investiert sowie in Sanierungsfälle, die nach der Kur rasch wieder abgestossen werden. Zudem fördert er junge High-tech-Firmen. Das Ferd (Fahrt nach vorn) genannte Imperium wählte das Motto: «Wir wollen beständige Werte schaffen und deutliche Spuren hinterlassen.» Was die Werte anbelangt, so ist Johan H. Andresen mit rund 14 Mrd. nKr. (2,7 Mrd. Fr.) Investitionen zum zweitreichsten Mann in Norwegen geworden. Dabei versteht er es, so wenig Steuern wie möglich zu zahlen.

Das weitaus grösste Engagement von Ferd ist Elopak, die SIG übernehmen will. Nachdem die Schweizer sein freundliches Angebot abgelehnt haben, lässt der grosse, blendend aussehende Norweger keinen Zweifel daran aufkommen, dass er auch härter aufzutreten weiss: «Ich bin Käufer, nicht Verkäufer». Harte Methoden ist Andresen aus Norwegen gewohnt, wo er zu der kleinen Gruppe von immer denselben Milliardären gehört, die sich erbitterte Kämpfe um die Juwelen unter den norwegischen Grossunternehmen liefert. Als Freund und als Investor in Architektur, Kunst und Kultur gilt er indes als feinfühlig. Mit einem an seinem Sommerhaus am Oslofjord ohne Baugenehmigung angelegten Grillplatz wäre es aber beinahe schief gegangen. Doch viel Asche aufs Haupt – und vermutlich seine Prominenz – retteten den Bauherrn vor dem drohenden Abriss.

Aufgelöst mangels Einnahmen wurde hingegen seine an sich vorbildliche Gesellschaft zum Schutz der letzten Gebirgsurwälder seines Heimatlandes. Und seine Spende von 50 000 nKr. an die konservative Partei verhinderte nicht deren Niedergang bei der jüngsten Stortingswahl.

Finanz und Wirtschaft vom 27. September 2006. "

Besser reich und gesund als arm und krank!