SMI im April 2010

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geldsammler
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MF ein Frage

Wie und bei welcher Quelle erfahre ich am schnellsten und zuverlässigsten davon?

Die Schlussfolgerung lautet wie schon im März: Schaut auf die FED und auf deren Geldpolitik. Wenn sie den Geldhahn wie angekündigt zudreht können Aktien- und Bondpreise sehr schnell nach unten rutschen. Wenn nicht, steht einem grünen April allerdings nichts im Weg.

Doomsayers негативний вплив моєї середовищі!

MarcusFabian
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Re: MF ein Frage

geldsammler wrote:

Wie und bei welcher Quelle erfahre ich am schnellsten und zuverlässigsten davon?

http://www.ny.frb.org/markets/omo/dmm/temp.cfm

tukaka
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soviel zum sackstarken Franken...

tukaka wrote:

chateauduhartmilon wrote:
jetzt lass doch mal den Franken in Ruh!

Das ist eine absolut geile Währung.

Stark und stabil fürs Schweizervolk!

Soeben wird der Euro gefressen...

Bin mir ziemlich sicher, dass bald die NB intervenieren wird, damit der CHF nicht zu stark wird.

Dann siehst du wie "stabil" der Franken ist!

Schon lustig! Die Zitate stammen noch aus dem SMI im März Thread. (19.03.2010).

Genau heute hat man wieder gesehen, wie stabil der Franken ist. Das Eingreifen der SNB heute war übrigens kein 1. April-Scherz!

Also meinem Gold und Silber geht es bestens. Wie siehts denn mit deinen sackstarken Franken aus chateauduhartmilon? :roll: .

Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.

George Orwell

MarcusFabian
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SMI im April 2010

Ich weiss ja nicht, wieviel die SNB da gesponsort hat. Üblicher Weise sind Eingriffe der EZB oder BoJ so in der Grössenordnung von 70-100 Mrd Dollar und die ergeben im Chart meist nur einen Spike, der innert 2-3 Stunden wieder ausgeglichen ist.

Verständlich, wenn man bedenkt, dass das Handelsvolumen im Dollar pro Tag so um 1.3 Billionen beträgt.

Der Spruch "Tropfen auf den heissen Stein" drängt sich da zwangsläufig auf.

CrashGuru
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SMI im April 2010

MarcusFabian wrote:

Ich weiss ja nicht, wieviel die SNB da gesponsort hat. Üblicher Weise sind Eingriffe der EZB oder BoJ so in der Grössenordnung von 70-100 Mrd Dollar und die ergeben im Chart meist nur einen Spike, der innert 2-3 Stunden wieder ausgeglichen ist.

Verständlich, wenn man bedenkt, dass das Handelsvolumen im Dollar pro Tag so um 1.3 Billionen beträgt.

Der Spruch "Tropfen auf den heissen Stein" drängt sich da zwangsläufig auf.

Der Spike war zwar beeindruckend so mit +-3 Rp. aber gleichzeitig wieder ein Beweis wie "bedeutend" die Interventionen der SNB sind :cry:

MarcusFabian
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Re: ...

geldsammler wrote:

was ist jetzt mit dem dollar plötzlich los?

Notebene: Mit dem Dollar ist gar nichts los. die SNB hat einfach den Franken um etwa 1.2% abgewertet. Deshalb kostet der Dollar für Schweizer jetzt entsprechend mehr.

Die Dollarmenge ist weitaus höher als die Frankenmenge. Das ist also ähnlich als würde ich massiv das seltene Iridium verkaufen und dafür Aluminium kaufen. Das drückt den Iridium Preis aber lässt den Aluminiumpreis völlig kalt.

Auch wenn nun Alu in Iridium gerechnet mehr kostet.

Tiesto
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SMI im April 2010

Werden um 14h30 gute US-Arbeitsmarktdaten erwartet?

Die Börsen haben ja dort glaube ich offen...

Ramschpapierhaendler
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SMI im April 2010

Tiesto wrote:

Werden um 14h30 gute US-Arbeitsmarktdaten erwartet?

Die Börsen haben ja dort glaube ich offen...

Nein, haben sie nicht. Dafür am Montag.

http://www2.tradejet.ch/Default.aspx?MenuId=45

Green Shoot
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Re: ...

Popeye wrote:

Ramschpapierhaendler wrote:
geldsammler wrote:
was ist jetzt mit dem dollar plötzlich los?

Wieso? Was soll denn los sein?

Es hat vermutlich die Nationalbank eingegriffen - oder es zumindest versucht??

Die Zentralbanken sind doch eine gute Sache. wir haben jetzt einen SNB-PUT auf Fremdwährungen Smile

Im Grunde genommen ist das ein gefährliches Spiel. Um kurzfristig die Exporte zu stützen wird der CHF mittels Kauf "fragiler" Fremdwährungen entwertet.

Die SNB vergisst, dass dieser Markt zu liquide ist. Die Wirkung jeder Intervention, kann bereits nach wenigen Minuten verpuffen.

Ausserdem wissen wir aus der Wirtschaftswelt, dass Länder mit starker Währung tendenziell eine starke Wirtschaftleistung verzeichnen. Länder mit schwacher Währung haben aufgrund der schwachen Währung, langfristig nicht mehr Exporte. Sonnst wäre Zimbabwe der Weltexporteur Nr. 1.

Das ist alles nur eine kurzfristige Betrachtungsweise der SNB und das Volk darf bezahlen.

Es stellt sich die Frage, was Kostet mehr? Wie teuer sind diese Interventionen, und wiehoch wäre der Exportausfall, falls der CHF stärker werden würde?

Ausserdem senden diese Interventionen schlechte Signale. Für die Marktteilnehmer heisst das, man kann nun bedenkenlos USD kaufen. Der SNB-PUT, backed by Schweizer Steuerzahler wird den USD schon stützen.

Kurz:

Nach unten fungiert der SNB-PUT als Fangnetz und das Risiko trägt nun der Steuerzahler.

Es werden Fehler um Fehler gemacht und am Schluss wundert man sich immer, wie man in diese Krise kommen konnte.

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

back in black
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SMI im April 2010

US Arbeitsmarktdaten sind draussen. 160000 neue Jobs. 190000 waren erwartet worden. Angeblich hätten rund 50000 Jobs wegen der anstehenden Volkszählung zu dem Ergebnis beigetragen. Tja, wie immer eine 50 : 50 Chance wie die Börse darauf reagieren wird.

Lupi
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SMI im April 2010

@MF

Der April-Tread hat eine hochqualitative Einführung, die uns hilft die Uebersicht zu behalten.

Mit der US-Gesundheitsreform geht ein aufrechtes Bravo an Obama, aber meiner Meinung nach war dies nicht der richtige Zeitpunkt und die Folgen können drastische Massnahmen mit sich bringen.

Ich glaube die Erholung der Weltwirtschaft wird dringender benötigt den je, damit bald Zinsen erhöht werden können. Die heutige US-Arbeitslosenzahlen geben wieder Hoffnungen sowie die gestrige positive Meldung aus dem US-Industriesektor....

Es würde mich daher nicht überraschen erneut steigende Kurse anfangs der nächsten Woche zu sehen. Ein klitze-kleiner frischer Downer wird aber sehr bald einsetzten :? .Ihr glaubt wohl nicht das es im bisherigen Tempo stets so weiter geht, oder?

Danach sollen nur die Q1-Zahlen kommen...

Gruss und Frohe Ostern

"Die Hausse wird in der Baisse geboren, sie wächst in der Skepsis, altert im Optimismus und stirbt in der Euphorie."

Lupi
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Re: ...

Green Shoot wrote:

Im Grunde genommen ist das ein gefährliches Spiel. Um kurzfristig die Exporte zu stützen wird der CHF mittels Kauf "fragiler" Fremdwährungen entwertet.

Die SNB vergisst, dass dieser Markt zu liquide ist. Die Wirkung jeder Intervention, kann bereits nach wenigen Minuten verpuffen.

....

Die Intervention braucht es schon. Die SNB hat keine Wahl, sie muss den Franken auf dem Devisenmarkt verkaufen. Es ist aber ein bischen wie David gegen Goliath....

Wer weiss, vielleicht wird sie später sogar einen Gewinn aus dem Wechsel der Fremdwährungen erwirtschaften.

"Die Hausse wird in der Baisse geboren, sie wächst in der Skepsis, altert im Optimismus und stirbt in der Euphorie."

geldsammler
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...

der us dollar hat ja einen richtigen ständer gekriegt Lol

wie ist das jetz im detail, ist da jetzt einfach schweizerfranken abgewetet worden, oder hat der dollar zugenommen und drückt so jetzt auf us-aktien?

wie muss man sowas wahr nehmen?

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CrashGuru
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SMI im April 2010

Da sieht man es mal wieder. Die armen SNB-Bänker müssen sogar am Karfreitag arbeiten. Dollars und Euros einlagern bis es kracht :oops:

geldsammler
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SMI im April 2010

CrashGuru wrote:

Da sieht man es mal wieder. Die armen SNB-Bänker müssen sogar am Karfreitag arbeiten. Dollars und Euros einlagern bis es kracht :oops:

ja und dann können sie wieder jammern was sie nicht für arbeitstiere sind und ein ausgiebiger bonus doch angebracht seihe LolLol

habe ganz vergessen das ich über ostern auch arbeite :oops:

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MarcusFabian
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Re: ...

geldsammler wrote:

wie ist das jetz im detail, ist da jetzt einfach schweizerfranken abgewetet worden, oder hat der dollar zugenommen und drückt so jetzt auf us-aktien?

Das sieht man am besten, indem man den Goldpreis in Dollar und Franken betrachtet.

Gegen Gold ist der Dollar um 0.5% gefallen, der Franken um 1.2%. Also hat der Franken entsprechend mehr abgewertet als der Dollar. Verloren haben beide aber von der Warte des Franken aus betrachtet sieht es natürlich so aus als habe der Dollar an Wert gewonnen.

back in black
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Re: ...

MarcusFabian wrote:

geldsammler wrote:

wie ist das jetz im detail, ist da jetzt einfach schweizerfranken abgewetet worden, oder hat der dollar zugenommen und drückt so jetzt auf us-aktien?

Das sieht man am besten, indem man den Goldpreis in Dollar und Franken betrachtet.

Gegen Gold ist der Dollar um 0.5% gefallen, der Franken um 1.2%. Also hat der Franken entsprechend mehr abgewertet als der Dollar. Verloren haben beide aber von der Warte des Franken aus betrachtet sieht es natürlich so aus als habe der Dollar an Wert gewonnen.

Und was hat das jetzt für eine Auswirkung auf die Aktien? Kannst du mir bitte die Zusammenhänge zwischen steigende/fallende Devisenkurs und Gold im Vergleich zu Aktien erklären. Vielen Dank

Denne
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Re: ...

geldsammler wrote:

der us dollar hat ja einen richtigen ständer gekriegt Lol

Viagra

Der Dollar ist impotent.

MarcusFabian
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Re: ...

back in black wrote:

Und was hat das jetzt für eine Auswirkung auf die Aktien? Kannst du mir bitte die Zusammenhänge zwischen steigende/fallende Devisenkurs und Gold im Vergleich zu Aktien erklären. Vielen Dank

Beim Vergleich mit Gold geht es mir nicht um Gold an sich - das ist ein anderes Thema - es geht nur darum, den Wert der Währungen zu analysieren. Man könnte dazu auch Brotpreis oder Hamburger nehmen aber Gold hat sich als Gratmesser für Währungen halt bewährt und wird viel schneller angepasst als der Brotpreis.

Auf die Aktienpreise wird das die Wirkung haben, dass sie entsprechend im Preis steigen. Die Firmen sind ja gleich viel Wert nur werden sie in etwas billigerem Geld bewertet.

Dies allerdings nur, weil alle Papierwährungen mehr oder weniger parallel abwerten. Wäre eine Währung echt stark und die anderen schwach, so würde Kapital aus den Schwachen in das starke Land fliessen und dort würden Aktien und Währung gleichzeitig steigen. Bei den schwachen Ländern entsprechend Währung und Aktien parallel fallen.

Langfristig ist das der Normalfall "Starke Währung = starke Wirtschaft" aber seit einigen Jahren ist dieser Zusammenhang eben ausgehebelt.

Green Shoot
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SMI im April 2010

16.03.2010

Die Wirkung der letzten SNB-Intervention zur Schwächung des Frankens ist wieder verpufft. Am Markt wird gerätselt, wie lange die Nationalbank das Katz-und Maus-Spiel mit dem Euro noch fortsetzen kann.

Am Dienstag frühmorgens um 6 Uhr hat die Schweizerische Nationalbank SNB die ungebremste Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro gestoppt. Mit einer Intervention – Käufen von Euro – hat sie den Preis der Einheitswährung von 1.4628 Franken auf 1.4682 Franken gehievt. Seither ist der Eingriff wieder vollends verpufft. Am Donnerstagnachmittag hat der Franken die alte Stärke sogar noch übertroffen. Das Muster ist nicht einmalig. Die SNB hat den Franken in den letzten Wochen laut Marktbeobachtern schon einige Male zu schwächen versucht, bisher immer ohne anhaltenden Erfolg.

http://bazonline.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Nationalbank-ist-in-einem-...

http://www.topforexnews.com/2010/04/01/swiss-franc-drops-after-aggressiv...

Wenn das Volk nur wüsste wieviel Geld da verprasst wird. Die Zentralbank hat eindeutig zuviel Macht.

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

geldsammler
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SMI im April 2010

Green Shoot wrote:

16.03.2010

http://bazonline.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Nationalbank-ist-in-einem-...

http://www.topforexnews.com/2010/04/01/swiss-franc-drops-after-aggressiv...

Wenn das Volk nur wüsste wieviel Geld da verprasst wird. Die Zentralbank hat eindeutig zuviel Macht.

erkläre inmal was passieren würde, wenn sie diese macht nicht hätte und nichts dagegen tun würde?

ginge es uns dadurch besser?

Doomsayers негативний вплив моєї середовищі!

MarcusFabian
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SMI im April 2010

geldsammler wrote:

ginge es uns dadurch besser?

Ja!

Vielleicht nicht heute oder morgen aber sicherlich übermorgen.

Denn jedes neugedruckte Geld besteht aus Schulden und Schulden müssen verzinst werden. Und wer zahlt die Schulden und Zinsen?

Richtig, wir Steuerzahler. Entweder offen und über höhere Steuern oder aber über Inflation und Kaufkraftverlust.

Denne
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SMI im April 2010

geldsammler wrote:

erkläre inmal was passieren würde, wenn sie diese macht nicht hätte und nichts dagegen tun würde?

ginge es uns dadurch besser?

Die Frage stellt sich nicht mehr.

Das System folgt seiner inneren Logik. Siehe der "Zauberlehrling".

MarcusFabian
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SMI im April 2010

MarcusFabian wrote:

Vielleicht nicht heute oder morgen aber sicherlich übermorgen.

Denn jedes neugedruckte Geld besteht aus Schulden und Schulden müssen verzinst werden. Und wer zahlt die Schulden und Zinsen?

Ich glaube, ich muss das etwas genauer ausführen. Und da wir ja schliesslich Wochenende haben, darf ich das wohl auch ungestraft tun Blum 3

Prämisse:

"Ich bin reich und faul und habe überschüssiges Geld bzw. die Möglichkeit, unbeschränkt Geld zu drucken.

Du bist fleissig und arm und brauchst für Deine Firma Geld.

Also leihe ich Dir Fr. 1000 zu 5% Zins."

Deine BSP Steigerung beträgt 2% und so kannst Du mir nach einem Jahr nur Fr. 20 an Zins zahlen. Kein Problem, die Schulden werden ins nächste Jahr übernommen. Also Fr. 1030.

Am Ende des zweiten Jahres schuldest Du mir 51.50 an Zins. Auch jetzt kannst Du nur Fr. 20 bezahlen also wird die neue Schuld von 1061.50 wieder übernommen.

Und so weiter ...

Nach 10 Jahren schuldest Du mir bereits 1377.34, nach 20 Jahren 1991.98 etc. Die Kurve der Schulden steigt wegen Zinseszins exponentiell.

Jetzt machen wir aber eine kleine Zäsur: Ursprünglich hast Du von mir nur 1000 bekommen, schuldest mir aber nach 20 Jahren bereits knapp das doppelte! Wie willst Du diese Schuld jemals abtragen?

Nun gut, die Zinsen 5% vs. 2% mögen übertrieben sein aber grundsätzlich gilt: Wenn die Schuldzinsen höher sind als das Wirtschaftswachstum, kommst Du in eine Schuldenfalle aus der Du nie wieder herauskommst!

Der Knackpunkt dabei ist, dass die Wirtschaft maximal linear wachsen kann, während die Zinseszinsen immer exponentiell wachsen. Hinzu kommt, dass das Wirtschaftswachstum durch die Zinszahlungen gebremst wird. Die Unternehmen haben nämlich immer weniger Geld, um in Forschung und Entwicklung zu investieren, weil die Zinsbelastung ständig wächst.

Es dauert dann halt ein bisschen länger aber eines ist ganz gewiss: Eines Tages erfolgt bei Dir der Kollaps und ich kann Deine Firma gratis übernehmen. Ich habe als Bank einen verdammt langen Atem und kann warten.

In dieser Analogie bin ich die Zentralbank und Du der Staat. Oder ich die Bank und Du der Konsument/die Wirtschaft. Ist eigentlich egal. Durch den Zinseszinseffekt fliessen Gewinne der Wirtschaft zu den Banken und diese Gewinne können im Endeffekt nur durch neues Geld und somit neue Schulden bezahlt werden. Es ist ein Teufelskreis aus dem es kaum ein Entrinnen gibt.

Griechenland muss bereits 5% seines BSP für Schuldzinsen aufbringen und wenn es aus dem Euro fällt, dürften es geschätzte 8.4% werden.

Die USA decken die Steuereinnahmen nur noch 32.7% der Staatsausgaben. Der Rest wird über QE und neue Schulden "finanziert".

und

Die Exponentialkurve zwischen Wirtschaftswachstum einerseits und Zinsbelastung andererseits ufert also bereits aus:

Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben sind neue Schulden. Und die müssen bekanntlich finanziert werden. Auch wenn die Zinsen hierzu im Moment mit zw. 3-4% relativ niedrig sind.

2010 werden in den USA $74 Mrd an Zinszahlungen fällig. Das entspricht bereits 10% der Steuereinnahmen (Quelle: Bloomberg).

Wo ist die Schmerzgrenze erreicht? Bei 20%, 30%, 40%?

Man mag nun - zu Recht - argumentieren, dass das von mir eingangs geschilderte Szenario nur eintrifft, wenn das Wirtschaftswachstum geringer ausfällt als die Neuverschuldung. Und das ist soweit auch richtig.

Die Zahlen bekommt man am besten in den Griff, wenn man Wirtschaftswachstum (Gewinn) durch die Neuverschuldung dividiert. Das Ganze nennt sich dann Grenznutzen.

Wenn ich z.B. Fr. 50 Gewinn erziele aber mich mit Fr. 30 verschulden muss, dann habe ich einen Grenznutzen von (50/30=) 1.67, bin also über 1.0

Muss ich mich bei Fr. 50 Gewinn mit Fr. 60 verschulden, lande ich bei 0.8, bin also unter 1 und somit verschlimmert sich meine Situation.

Je weiter der Grenznutzen also über 1.0 liegt um so besser.

Wie sieht nur also der Grenznutzen in den USA aus?

So:

Quelle: http://bankhaus-rott.de/wordpress/?p=747

Was bedeutet das für uns konkret?

Um es in seiner ganzen Brutalität zu sagen:

Wir (das Volk, die Wirtschaft) arbeiten mehr bzw. produktiver aber was wir an Mehrleistung erbringen kommt nicht uns zu Gute sondern fliesst in Form von Zinsen an die Banken.

In den USA fliesst nachweislich sogar mehr zu den Banken als die Wirtschaft als Mehrleistung generiert. Entsprechend nimmt der Lebensstandard ab, obschon die Produktivität zunimmt.

Geld fliesst von unten nach oben. Von der Wirtschaft zu den Banken, von den Armen zu den Reichen und wegen des Zinseszins-Effektes wird das so weiter gehen bis die Arbeiter dereinst revoltieren oder die ganze Wirtschaft den Banken gehört oder ein Zwischending.

Im aktuellen System machen wir uns selbst zu willigen Sklaven der wahren Mächtigen! Und nein, damit sind nicht unsere gewählten Volkszertreter gemeint sondern deren Strippenzieher, die Banken.

Und wie reagieren wir darauf? Schicken wir etwa das ganze Banker-Gesox in die Hölle?

Oh nein, im Gegenteil, wir sind sogar noch bereit, mehr Schulden zu machen, damit die Banken überleben (die sind ja schliesslich Systemrelevant, wie uns die Märchenonkels der gekauften Presse immer um die Ohren hauen!) und schliesslich kann man doch einem Banker nicht zumuten, dass er sich nicht jedes Jahr von seinem Bonus einen neuen Maserati kaufen kann, oder?

Sind die Banken Systemrelevant?

Pustekuchen! Nein!

Systemrelevant ist der Bauer, der jeden Morgen um 05:30 aufsteht, um seine Kühe zu melken.

Systemrelevant ist jeder Arbeiter, der von Acht bis Fünf an seiner Maschine steht und etwas produziert.

Systemrelevant ist der Arzt, der uns heilt, die Krankenschwester, die uns pflegt, der Polizist, der uns hilft.

Oder um es mit Jochen Pispers zu formulieren:

"Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines morgens auf und alle Unternehmensberater, Investmentbanker und Analysten sind tot.

So, und jetzt stellen Sie sich vor, Sie wachen eines morgens auf und alle Bauern, Krankenschwestern und Feuerwehrleute sind tot.

Wen würden Sie vermissen?"

Der Bauer kann ohne den Banker überleben. Der Banker aber nicht ohne den Bauern. Wer also ist - bitteschön - systemrelevant?

Was haben wir für Möglichkeiten, aus diesem Teufelskreis rauszukommen?

* Staatsschulden können auf mehrere Arten reduziert werden:

a) Sparmassnahmen. Weniger Leistung bei gleichen Einnahmen.

b) Steuererhöhungen. Also mehr Einnahmen bei gleicher Leistung.

c) Schleichende Inflation und somit "Entreicherung" aller Schulden und Vermögen.

d) Währungsreform also Vernichtung von Schulden und Vermögen auf einen Schlag.

Eine Währungsreform wäre in erster Linie zum Nachteil der Vermögenden. Sie würde also die Superreichen und Banken mehr treffen als Otto Normalverbraucher.

Die ganz armen, ohne Vermögen und Ersparnisse, würden eindeutig profitieren.

Für Otto Normalverbraucher ergibt sich ein gemischtes Bild: Er würde zwar den Grossteil seiner Ersparnisse verlieren (z.B. Pensionskasse, Sparguthaben) aber andererseits käme er in den Genuss günstigerer Steuern und würde entsprechend der Wirtschaftsleisungs-Steigerung auch real an Lebensqualität profitieren.

Grob zusammengefasst: Die jüngeren mit wenig Sparkapital würden unter dem Strich profitieren, die älteren (ab 50, nahe der Pensionierung) würden verlieren.

Egal wie es ausgeht: Steuererhöhungen, Sparkurs, Währungsreform, Inflation: Wir können nicht ewig mit dem aktuellen Währungs- und Finanzsystem weitermachen. Eines Tages fliegt es uns um die Ohren. Je schneller wir einen Schlussstrich ziehen umso besser (oder genauer: umso weniger schlecht).

In diesem Sinne:

Frostern Wink

Green Shoot
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Denne wrote:

geldsammler wrote:
erkläre inmal was passieren würde, wenn sie diese macht nicht hätte und nichts dagegen tun würde?

ginge es uns dadurch besser?

Die Frage stellt sich nicht mehr.

Das System folgt seiner inneren Logik. Siehe der "Zauberlehrling".

Das Währungssystem würde sich auf einem neuen Level einpendeln und die Importe/Exporte würden sich entsprechend dem Markt anpassen.

Die "unsichtbare Hand" von Adam Smith

http://de.wikipedia.org/wiki/Unsichtbare_Hand

Mal abgesehen davon, dass die Interventionen wirkungslos verpuffen können, hat die Münze zwei Seiten. Neben dem Exporteur gibt es noch den Importeur, dieser verliert dank der SNB an Kaufkraft. In der heutigen vernetzten Zeit sind wir alle Quasi-Importeure. Ebay und Co. lässt grüssen.

Was meine ich mit SNB hat zu viel Macht? In einer Demokratie kann es doch nicht sein, dass eine Institution ohne das Volk zu fragen, entscheidet, ob der Schweizer Franken an Wert gewinnen oder verlieren soll. Schlussendlich betrifft diese Entscheidung uns alle, also sollten wir mindestens ein Mitspracherecht haben. Besondern in wichtigen Angelegenheiten sollte die Volksmeinung berücksichtigt werden.

Was macht die SNB mit den gekauften Fremdwährungen?

Was macht sie mit den Fremdwährungen, falls diese durch Marktturbulenzen ins Schleudern geraten?

Wenn sie Gold kaufen würde, wäre ich nicht so kritisch. Leider tauscht sie Stabilität durch Volatilität und das ist langfristig nicht optimal. Ausserdem können diese Interventionen zu inflationären Tendenzen im CHF führen.

Das Risiko ist zu gross und der Impact zu minim. Auch ist der Zeitpunkt nicht optimal.

Auf der anderen Seite kann sie, wenn sie am richtigen Zeitpunkt aussteigt, am USD viel Geld verdienen. Leider bezweifle ich, dass die SNB einen blassen Schimmer von Markttiming hat. Vergangene Aktionen sprechen für sich.

Meines wissens hat sie sich bei Volk, nie entschuldigt für das "super" Timing bei den Goldverkäufen.

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

fritz.
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SMI im April 2010

Sehr schön erklärt, MF, so verstehe das sogar ich. Biggrin

Gruss

fritz

Denne
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SMI im April 2010

Green Shoot wrote:

Das Währungssystem würde sich auf einem neuen Level einpendeln ...

...sofern die anderen Währungen ebenfalls stabil bleiben. Wenn z.B. die Amis weiterhin Dollars drucken wie die gesengten Säue und ihre Währung in den Boden stampfen, pendelt sich nichts ein.

MarcusFabian
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SMI im April 2010

Denne wrote:

Wenn z.B. die Amis weiterhin Dollars drucken wie die gesengten Säue und ihre Währung in den Boden stampfen, pendelt sich nichts ein.

Doch tut es:

Die Amis entwerten den Dollar, die Europäer den Euro und die Schweizer den Franken.

Pendelt sich also alles auf niedrigerem Niveau ein.

Denne
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MarcusFabian wrote:

Denne wrote:
Wenn z.B. die Amis weiterhin Dollars drucken wie die gesengten Säue und ihre Währung in den Boden stampfen, pendelt sich nichts ein.

Doch tut es:

Die Amis entwerten den Dollar, die Europäer den Euro und die Schweizer den Franken.

Pendelt sich also alles auf niedrigerem Niveau ein.

Greenshoot´s Punkt war, soweit ich verstanden habe, dass sich der CHF-Kurs einfach auf einem neuen Niveau einpendeln würden, wenn die SNB nichts täte, Was aber nicht so wäre, da die Amis den Dollar ins Nirwana ballern.

Sonst war´s ein Missverständnis.

Green Shoot
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MarcusFabian wrote:

Denne wrote:
Wenn z.B. die Amis weiterhin Dollars drucken wie die gesengten Säue und ihre Währung in den Boden stampfen, pendelt sich nichts ein.

Doch tut es:

Die Amis entwerten den Dollar, die Europäer den Euro und die Schweizer den Franken.

Pendelt sich also alles auf niedrigerem Niveau ein.

Das riecht gewaltig nach Inflation.... auch wenn ich es nicht wahrhaben will.

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

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