SMI im August 2009

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MarcusFabian
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SMI im August 2009

Rückblick auf den Juli

Im Eröffnungsthread vor einem Monat schrieb ich:

MarcusFabian wrote:

Ich rechne in allen Indizes mit etwa seitwärts verlaufenden bis steigenden Kursen. Wie gesagt, die Big-Boys sind demnächst in Urlaub und sie dürften auf höherem Preisniveau enorme Aktienpakete zum Verkauf gestellt haben. Und während sie ihre ausgiebigen Ferien geniessen, kaufen die Kleinanleger über 1-2 Monate hinweg nach und nach diese Aktien auf. (Stichwort: Schafsweide).

Wenn wir also demnächst nach kleinen Rallys immer wieder an gewissen hohen Chartmarken (8800 im Dow, 5800 im SMI) den "Kopf anschlagen", dann wissen wir, dass die Kurse erst darüber hinaus gehen können, wenn die Verkaufsorders der Big-Boys abverkauft sind.

Nun von seitwärts war keine Rede. Wir hatten um das Wochenende vom 10./13. Juli sogar einen Ausbruch nach unten (Bärenfalle) und ab dort kannten die Kurse nur noch eine Richtung: Nach oben.

An den erwähnten 5800 hat sich der SMI zwar ganz kurz das Köpfchen angeschlagen aber nach 4 Tagen war auch diese Hürde überwunden.

Dies allerdings bei einem Volumen, das nur etwa halb so hoch ist, wie beispielsweise im März.

Ich habe bereits mehrmals erwähnt, dass sich in den volumenschwachen Sommermonaten die Richtung nur schwer abschätzen lässt. Deshalb lasse ich das Orakeln bis in den September. Nur soviel: In den nächsten Tagen ist zumindest eine Korrektur zu erwarten. Die Rally der letzten 20 Tage hat doch so einige Gaps produziert.

Nutzen wir also die Zeit, um was neues zu lernen.

Nachdem es im letzten Monat um Inflation, Deflation und Geldpolitik ging, greife ich diesmal ein anderes Thema auf: Wirtschaftstheorie nach Keynes und Minsky.

Falls jemand der Meinung ist, er würde das nicht begreifen, weil es für ihn zu kompliziert ist: Keine Angst: Ich verstehe es ja auch nicht und schreibe trotzdem darüber Wink

Einen Grossteil dieser Informationen habe ich - muss ich ehrlicher Weise zugeben - von Thomas Strobl, Alias weissgarnix geklaut: http://www.weissgarnix.de/

Ich versuche einfach, das dort gelesene und hoffentlich verstandene in einfacheren Worten rüberzubringen.

Dazu müssen wir alle "Geldempfänger" einer von drei Gruppen zuordnen, von denen sie ihre monatlichen Gelder beziehen:

1. Konsumgüterindustrie

2. Investitionsgüterindustrie

3. Staat (Beamte, Sozialhilfeempfänger, Rentner, Arbeitslose)

Dabei werden wir sehen, dass wir besonders auf die Konsumgüterindustrie achten müssen, wenn wir über Inflation oder Deflation spekulieren wollen:

Die Konsumgüterindustrie bezieht ihre Einnahmen aus den Löhnen aller drei Gruppen. Das ist soweit auch logisch und verständlich, denn auch Beamte oder Mitarbeiter der Investitionsgüterindustrie müssen essen, autofahren und heizen.

Die Investitionsgüterindustrie bezieht ihre Einnahmen aus Investitionen der Konsumgüterindustrie und des Staates.

Der Staat wiederum bezieht seine Einnahmen aus Steuern und Abgaben aller Art und Schulden.

Nun machen wir folgendes Gedankenexperiment: Nehmen wir an, die Konsumgüterindustrie hätte keine anderen Kosten als Löhne.

Nehmen wir weiterhin an, alle Angestellten der Konsumgüterindustrie würden ihr gesamtes Gehalt ausgeben. Also für Dienstleistungen und Produkte ihrer Arbeitgeber verwenden.

Was hätten wir dann? Richtig, ein Nullsummenspiel. Die Konsumgüterindustrie würde Umsätze in exakt der Höhe erzielen, die sie im Vormonat als Lohn ausbezahlt hat. Die eigenen Mitarbeiter decken also im besten Fall die Selbstkosten.

In der Praxis natürlich weniger, denn a) geben die Arbeiter nicht den ganzen Lohn aus, ein Teil geht ja als Steuern an den Staat und b) hat die Konsumgüterindustrie ja auch Investitionskosten, Rohstoffkosten etc.

Das bedeutet nun nichts anderes als dass die Gewinne der Konsumgüterindustrie ausschliesslich durch Mitarbeiter der Investitionsgüterindustrie und des Staats generiert werden.

Die Konsumgüterindustrie kann nur investieren, wenn sie Gewinne macht. Und diese wiederum generieren sich aus den verkonsumierten Löhnen der Mitarbeiter der Investitionsgüterindustrie.

Ergo generiert sich der Umsatz der Investitionsgüterindustrie aus den Löhnen die sie den eigenen Mitarbeitern bezahlt! (Import/Exportgewinne und Staat lassen wir mal aussen vor).

Warum uns das interessiert? Weil, wenn wir "Inflation" als das allgemeine Niveau der Konsumentenpreise definieren, wir in erster Linie auf die Konsumgüterindustrie blicken müssen, denn dort wird die Angebotsseite der Konsumgüter zu 100% generiert.

Minsky packt das in eine Formel, deren Ergebnis er Markup nennt, einen Faktor für Inflation.

Diese Formel enthält folgende Variablen:

Linv : Löhne der Invstitionsgüterindustrie

Lstaat: Löhne, Auszahlungen des Staates (auch AL-Geld, Sozialleistungen, Renten)

Lkons: Löhne, die die Konsumgüterindustrie zahlt.

Markup = (Linv + Lstaat) / Lkons

Nehmen wir ein Rechenbeispiel: Die Löhne der Konsumgüterindustrie lägen bei 50, jene des Staates bei 20 und der Investitionsgüterindustrie bei 30. Die Summe der landesweit ausbezahlten Löhne wären also 100.

Markup = (20 + 30) / 50 = 1 , was einem Markup von 100% entspricht.

Nun passiert folgendes: Wirtschaftskrise, die Konsumgüterindustrie entlässt Mitarbeiter und zahlt nun nur noch 30.

Das alleine führt zu Markup (20 + 30) / 30 = 1.6667

Das stimmt aber nicht, denn die neuen Arbeitslosen bekommen ja Unterstützung vom Staat. Natürlich nicht in Höhe ihres bisherigen Einkommens aber vielleicht 75%. Somit werden aus den 20, die in Lkons verschwinden +15 bei Lstaat.

Markup = (35 + 30) / 30 = 2.1667 oder 216%

Wir haben nun also eine landesweit nur leicht reduzierte Lohnsumme von 95, die einem um 40% geringerem Angebot gegenübersteht. Und das ins inflationär!

Diese Rechnerei steht und fällt mit der Behauptung, dass sich das Angebot der Konsumgüterindustrie in gleichem Masse reduziert wie sich die Mitarbeiterzahl reduziert. Das heisst, dass die Produktivität (= Output pro Mitarbeiter) konstant bleibt.

Das ist auch plausibel, denn in wirtschaftlich schlechten Zeiten wird es sich die Industrie nicht leisten können, zu rationalisieren oder zu investieren, um die Produktivität zu steigern. Und bei Firmen, die Pleite gehen, stimmt das allemal. Ihr Output sinkt wie die Mitarbeiterzahl auf Null.

Entlassungen und Pleiten der Investitionsgüterindustrie haben hingegen auf die Inflation praktisch keine Wirkung. Oberhalb des Bruchstriches bleibt ja fast alles beim alten. Was in Linv verloren geht wandert nach Lstaat. Aus (Lstaaat=20 + Linv=30) wird dann vielleicht (Lstaat=27 + Linv=20). Da ändert nicht viel.

Unter dem Strich bleibt demnach die Erkenntnis, dass in einem modernen Sozialstaat Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit inflationär wirkt.

Anders in einem Staat ohne soziale Netze, wo man Arbeitslose (brutal ausgedrückt) verhungern lässt. Auch dort wirkt die Krise inflationär, allerdings nicht in so starkem Ausmass.

Das ist soweit auch logisch und ohne Mathematik nachvollziehbar: Je höher der Anteil jener Menschen ist, die vom Staat leben und zwar konsumieren aber nicht produzieren umso höher wird das Verhältnis Nachfrage:Angebot und damit steigen die Preise.

Entsprechend das Gegenteil, leichte Deflation oder nur leichte Inflation haben wir, wenn möglichst viele Menschen produzieren, das Angebot also ausgeweitet wird und gleichzeitig die Konsumgüterindustrie ihre Gewinne investiert, um die Produktivität weiter zu steigern, was den Output pro Mitarbeiter weiter erhöht.

Sprich: Bei wirtschaftlichem Aufschwung!

Damit wäre die landläufige Meinung widerlegt, Inflation bedeute hohen Wirtschaftsaufschwung (Überhitzung) und Deflation sei der Vorort zur Hölle.

Wir haben alle in den letzten 10 Jahren eine starke Deflation in den Preisen für Flachbild-TV, Handys und Digitalkameras gesehen. War dieser Preissturz etwa durch Depression und Wirtschaftkrise ausgelöst oder vielmehr durch Wirtschaftsaufschwung, Rationalisierung und Produktionssteigerung?

Denkt mal darüber nach Wink

Happy Trades

Marcus

weico
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Re: SMI im August 2009

MarcusFabian wrote:

Unter dem Strich bleibt demnach die Erkenntnis, dass in einem modernen Sozialstaat Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit inflationär wirkt.

Anders in einem Staat ohne soziale Netze, wo man Arbeitslose (brutal ausgedrückt) verhungern lässt. Auch dort wirkt die Krise inflationär, allerdings nicht in so starkem Ausmass.

Das ist soweit auch logisch und ohne Mathematik nachvollziehbar: Je höher der Anteil jener Menschen ist, die vom Staat leben und zwar konsumieren aber nicht produzieren umso höher wird das Verhältnis Nachfrage:Angebot und damit steigen die Preise.

Aha..!

..nur warum funktioniert dann diese "Rechnung" nicht auch in Japan.... ?!

Da ich selber auch regelmässig dem Herr "weissgarnix" seine Seite lese, hab Ich mal nachgefragt..

weissgarnix/strobl konnt diese "ungewöhnliche Situation" in Japan,auf meine Nachfragen hin,aber auch (sich) nicht erklären.... Lol

P.S:..Herr "weissgarnix" ist sich irgendwie noch total unsicher,ob er eher ins inflationäre Lager wechseln,oder doch noch im Lager von bei seinem verehrten "dottore" verweilen soll. Lol

Schön sein Interview mit "dottore":

http://faz-community.faz.net/blogs/chaos/archive/2009/07/06/aufschwung-o...

P.S:..noch etwas zur "inflationären Wirkung" in Japan:

http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE56U08X20090731

weico

Elias
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SMI im August 2009

MarcusFabian wrote:

Wir haben nun also eine landesweit nur leicht reduzierte Lohnsumme von 95, die einem um 40% geringerem Angebot gegenübersteht. Und das ins inflationär!

Rein rechnerisch mag das sein.

Die Kerninflation war im 2008 1.8%, dieses Jahr, wo die Krise voll durchschlägt vermutlich im Schnitt bei 1%

http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/deen/O1_5_Konsumentenpreise_Kern...

Wir hatten 2 Krisen in den letzten 10 Jahren mit Arbeitslosigkeit ohne das diese inflationäre Wirkung eingetreten wäre.

Als selbständig erwerbender oder Inhaber einer juristischen Gesellschaft kann man keine Arbeitslosenunterstützung beziehen. Ich kenne einige, die leben vom ersparten. Wo sind die in der Rechnung aufgeführt?

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Vontobel
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Re: SMI im August 2009

MarcusFabian wrote:

Dies allerdings bei einem Volumen, das nur etwa halb so hoch ist, wie beispielsweise im März.

Danke für deine August-Einleitung Marcus.

Kannst du mir sagen wo ich am besten die SMI Volumenangaben finde?

Ich weiß, dass ich nichts weiß!



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MarcusFabian
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SMI im August 2009

chateauduhartmilon wrote:

ernsthaft nachgefragt:

was ist jetzt mit deiner evel-knivel Theorie oder wie immer diese geheissen hat?

greez

Als Erinnerung für alle, die jetzt nicht verstanden haben, was der Schlossherr damit meinte:

Ich könnte jetzt antworten, dass halt eine zweite Sprungschanze im Juli die Fallhöhe für September/Oktober erhöht.

Aber ich bin mir nicht mehr so sicher, ob und wann tatsächlich neue Tiefstände kommen. Zwar ist die real-Wirtschaft noch auf dem Weg nach unten (obschon sich die Fallgeschwindigkeit reduziert hat) aber andererseits zieht die Inflation bereits an. Und wir wissen ja: Keine Tiefstände in nominalem Geld bei anziehender Inflation.

MarcusFabian
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Re: SMI im August 2009

weico wrote:

..nur warum funktioniert dann diese "Rechnung" nicht auch in Japan.... ?!

Sowohl wgnx als auch ich haben den gleichen Fehler gemacht. Wir haben vereinfacht und Exporte einfach ausgeklammert, um das Modell nicht zu verkomplizieren.

1. Das Geld, dass die BoJ gedruckt hat, um die Wirtschaft anzukurbeln ist dort nie angekommen. Die Banken haben sich die billigen Gelder geschnappt und dafür höherverzinsliche Anleihen in den USA und Europa gekauft und die Differenz eingesackt. Stichwort: Yen-Carry Trade.

2. Japan ist ein Exportland und ich schätze mal grob, dass die Konsumgüterindustrie etwa so viel exportiert wie im eigenen Land verkauft. Die Japaner konnten also locker ihre Waren in den boomenden Westen verkaufen. Dadurch gab es Vollbeschäftigung in der Konsumgüterindustrie und dank niedrig bleibender Preise (Deflation) im eigenen Land stiegen laufend die Gewinne, denn die Exportpreise konnten entsprechend der Inflation in USA/EU nach oben angepasst werden.

weico wrote:

P.S:..Herr "weissgarnix" ist sich irgendwie noch total unsicher,ob er eher ins inflationäre Lager wechseln,oder doch noch im Lager von bei seinem verehrten "dottore" verweilen soll. Lol

Womit Du fäschlicher Weise implizierst, dottore wäre im Lager der Deflationisten. Ist er nicht. Er hat ganz klar gesagt, dass in dem Moment, wo Zentralbanken damit beginnen, die eigenen Staatsschulden aufzukaufen, eine Hyperinfla möglich und somit "Game Over" beschleunigt wird.

Seit einigen Monaten haben wir genau dieses Szenario in USA/GB.

MarcusFabian
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SMI im August 2009

Elias wrote:

Als selbständig erwerbender oder Inhaber einer juristischen Gesellschaft kann man keine Arbeitslosenunterstützung beziehen. Ich kenne einige, die leben vom ersparten. Wo sind die in der Rechnung aufgeführt?

Die fallen bei den Einkommen der Konsumgüterindustrie raus und tauchen beim Staat erst auf, wenn sie Sozialhilfe beziehen.

MarcusFabian
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Re: SMI im August 2009

Vontobel wrote:

Kannst du mir sagen wo ich am besten die SMI Volumenangaben finde?

Leider nein, ich hab' die Volumina beim Dow angeschaut.

weico
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Re: SMI im August 2009

MarcusFabian wrote:

Sowohl wgnx als auch ich haben den gleichen Fehler gemacht. Wir haben vereinfacht und Exporte einfach ausgeklammert, um das Modell nicht zu verkomplizieren.

Exporte ausgeklammert... Wink

Warum nicht gleich noch die Importe ausklammern.Dann wird das (Wirtschafts)Modell noch einfacher... Lol

MarcusFabian wrote:

1. Das Geld, dass die BoJ gedruckt hat, um die Wirtschaft anzukurbeln ist dort nie angekommen. Die Banken haben sich die billigen Gelder geschnappt und dafür höherverzinsliche Anleihen in den USA und Europa gekauft und die Differenz eingesackt. Stichwort: Yen-Carry Trade.

2. Japan ist ein Exportland und ich schätze mal grob, dass die Konsumgüterindustrie etwa so viel exportiert wie im eigenen Land verkauft. Die Japaner konnten also locker ihre Waren in den boomenden Westen verkaufen. Dadurch gab es Vollbeschäftigung in der Konsumgüterindustrie und dank niedrig bleibender Preise (Deflation) im eigenen Land stiegen laufend die Gewinne, denn die Exportpreise konnten entsprechend der Inflation in USA/EU nach oben angepasst werden.

Warum bei solchen Gewinnen die Banken dauern gestützt werden müssen,die (Bank)Aktien runtergehen und die japanische Staatsverschuldung und Arbeitslosigkeit wohl trotzdem wächst... :?:

Irgenwas stimmt am Modell wohl nicht...

MarcusFabian wrote:

Womit Du fäschlicher Weise implizierst, dottore wäre im Lager der Deflationisten. Ist er nicht. Er hat ganz klar gesagt, dass in dem Moment, wo Zentralbanken damit beginnen, die eigenen Staatsschulden aufzukaufen, eine Hyperinfla möglich und somit "Game Over" beschleunigt wird.

Logisch ist eine Hyperinflation möglich.Stellt ja niemand in Abrede und wurde genug oft,von Staaten, bewiesen.

Nach jeder Deflation,kommt wieder eine Inflation.Ebenfalls logisch.Ob diese dann ab gleich in eine Währungsreform mündet,kommt dann ganz auf den Staat und sein "handeln" an bzw. in das Vertrauen der Anleger in denselbigen.

In welchem Lager dottore "steht",hat Er schon oft "im Gelben" festgehalten bzw. in seinen Büchern beschrieben.

dottore,als debitist,geht ja haupsächlich von einem deflationär begleiteten "game over" aus.Wobei Er dabei auch ein Szenario von einer Hyperinflation/Währungsreform im Auge behält,wo der Staat seine Anleihen nicht mehr "an den Mann" bringt bzw.das Vertrauen in seine Währung entfällt.

http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=82583

So oder so, geht das kapitalistische System auf Dauer genausowenig "auf",wie das Kommunistische.

Daher auch der ironisch gewählte Titel seines Buches:

"Der Kapitalismus-Ein System, das funktioniert"

http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/Der-Kapitalismus.pdf

weico

Fine-Tuner
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SMI im August 2009

Um die Kombinationseuphorie etwas zu dämpfen, hier ein kleiner Miesmacher:

Krampfhaft wird versucht irgend ein Ereignis X mit irgend einem Ereignis Y in Verbindung zu bringen und eine Gesetzmässigkeit zu erkennen. Das ist doch krank, völlige Chaostheorie. Wenn ein Rind auf der Blümlisalp furzt relsultiert daraus in der Karibik einen Orkan, was dazu führt, dass der Preis von Bananen steigt...und somit bei uns die Inflation angeheizt wird....somit ist das furzende Kalb auf der Blümlisalp an der Inflation Schuld? Wer sonst!

Die ganze Ökonomie ist eine Pseudowissenschaft, Quaksalber und Kaffesatzleser.

Noch einen:

>>Ein Ballonfahrer hat sich verflogen und will wissen wo er sich gerade befindet. Hierfür fliegt er tief um einen Passanten, einen Wirtschaftsprüfer, zu fragen, wo er sich denn hier befinde?

Der Passant antwortet: "Im Korb".<<

Na, ja, das Schöne daran, jeder kann ein Experte sein. Niemand hat Unrecht, jeder hat recht. Ökonomie ist ein Sport, eine reine Spekulation. Krass, dass man damit Geld verdienen kann.

Happy palaver

Fine-Tuner

Gitane
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SMI im August 2009

Fine-Tuner wrote:

Krampfhaft wird versucht irgend ein Ereignis X mit irgend einem Ereignis Y in Verbindung zu bringen und eine Gesetzmässigkeit zu erkennen.

...so kann zum Beispiel statistisch beweisen werden, dass telefonieren Krebs verursacht!

Apropos Chaostheorie: The Master von dem Gebiet, Benoit Mandelbrot ... ja genau der Mandelbrot mit seinen Apfelmänchen...

hat ein Buch geschrieben: Fraktale und Finanzen, Märkte zwiswchen Risiko, Rendite und Ruin. Verlag Piper, ISBN 978-3-492-24861-7

Bin erst am Anfang ... aber scheint vielversprechend!

Wer andern eine selbst hinein !

Vontobel
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SMI im August 2009

Gitane wrote:

Bin erst am Anfang ... aber scheint vielversprechend!

Bist du um diese Zeit noch am Lesen oder wie? Biggrin

Ich weiß, dass ich nichts weiß!



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Gitane
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SMI im August 2009

Vontobel wrote:

Bist du um diese Zeit noch am Lesen oder wie? Biggrin

Nö, um diese Zeit treibe ich mich nur noch im Cash Forum rum !

Wer andern eine selbst hinein !

Psytrance24
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SMI im August 2009

Gitane wrote:

Apropos Chaostheorie: The Master von dem Gebiet, Benoit Mandelbrot ... ja genau der Mandelbrot mit seinen Apfelmänchen...

hat ein Buch geschrieben: Fraktale und Finanzen, Märkte zwiswchen Risiko, Rendite und Ruin. Verlag Piper, ISBN 978-3-492-24861-7

Bin erst am Anfang ... aber scheint vielversprechend!

interessant werd ich mal mit dem Herren Livermore auf die Bestellliste nehmen Wink

Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen.

A. Schopenhauer



Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

T15
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SMI im August 2009

Gitane wrote:

...so kann zum Beispiel statistisch beweisen werden, dass telefonieren Krebs verursacht!

na nur wenns kein kabel hat Wink solange es ein festnetzt telefon ist spielts keine rolle Wink

zum thema inflation:

steigende aktienkurse dann hoher aufschwung börsen steigen jetzt könnte inflation einsetzten!? kümmert dies noch jemand oder macht sich hier nur MF gedanken!?

Green Shoot
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SMI im August 2009

Obama über GDP von letzter Woche und seine Prognose zu den Arbeitsmarktdaten für nächste Woche.

http://www.foxnews.com/video/index.html?playerId=videolandingpage&stream...

Die ganze Welt erwartet einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Ich würde mich fragen was würde passieren, wenn die Arbeitslosigkeit nun sinkt?

The "Positive Black Swan"?

SMI + 1000P ?

Ich weiss es nicht!

MFG

Sprössling

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

el Toro
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SMI im August 2009

Diese Woche stehen sehr viele Konjunkturrelevante Daten an! Ich glaube, die meisten würden sich über schlechte Daten freuen, in der Hoffnung, dass doch stärker korrigieren würden - damit auch sie noch günstiger in den begonnenen Bullenmarkt aufspringen könnten. Mal schauen... sollten die Daten weiterhin positiv sein (vor allem am Freitag die Arbeitsmarktzahlen von Juli), würde ich evt das Kursfeuer ausnutzen um paar wenige (Betonung auf paar wenige) Positionen abzubauen, denn ich glaube wirklich, dass bald korrigiert werden könnte, spätestens nach einem weiteren Kursfeuerwerk, wenn auch nicht so stark wie sich das die meisten wünschen.

Ich persönlich würde eine Korrektur ebenfalls nutzen, um meine BRIC-Positionen auszubauen, denn nach oben ist noch viel viel viel Platz vorhanden und auch glaube ich, dass 2009 weiterhin uns noch viel Freude machen wird.

MarcusFabian: du sagst, diese Rally sei hauptsächlich getragen von der Inflation! Du sagtest aber auch immer, dass Gold eine Infation vorwegnehmen würde?? Warum tümpeln wir denn beim Gold seit letzten Jahres auf der Stelle?

run rabbit, run...

in_God_we_trust
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SMI im August 2009

Elias wrote:

MarcusFabian wrote:
Wir haben nun also eine landesweit nur leicht reduzierte Lohnsumme von 95, die einem um 40% geringerem Angebot gegenübersteht. Und das ins inflationär!

Rein rechnerisch mag das sein.

Die Kerninflation war im 2008 1.8%, dieses Jahr, wo die Krise voll durchschlägt vermutlich im Schnitt bei 1%

http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/deen/O1_5_Konsumentenpreise_Kern...

Wir hatten 2 Krisen in den letzten 10 Jahren mit Arbeitslosigkeit ohne das diese inflationäre Wirkung eingetreten wäre.

Als selbständig erwerbender oder Inhaber einer juristischen Gesellschaft kann man keine Arbeitslosenunterstützung beziehen. Ich kenne einige, die leben vom ersparten. Wo sind die in der Rechnung aufgeführt?

Genau! Etwas anderes scheint MF nicht berücksichtigt zu haben, nämlich den Lageraufbau. Bevor Leute entlassen werden oder kurzarbeiten müssen, sind die Lager bis zum Rand gefüllt (ausser bei Konkurs), also wird dort ein grosses Angebot gespeichert. Das heisst, das Angebot reduziert sich nicht parallel zu den Entlassungen!

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

strom5514
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SMI im August 2009

Green Shoot wrote:

Obama über GDP von letzter Woche und seine Prognose zu den Arbeitsmarktdaten für nächste Woche.

http://www.foxnews.com/video/index.html?playerId=videolandingpage&stream...

Die ganze Welt erwartet einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Ich würde mich fragen was würde passieren, wenn die Arbeitslosigkeit nun sinkt?

The "Positive Black Swan"?

SMI + 1000P ?

Ich weiss es nicht!

MFG

Sprössling

naja, es kann sicher eine positive auswirkung haben.

aber du scheinst mir immer etwas übertreiben zu wollen Lol wenn man denkt das du vor, ich glaube zwei wochen am fachsimpeln warst, darüber das es tiefrot werden muss...

da sage ich nur... mal abwarten. jeder aufstieg braucht auch sein korrektürchen... denn das ist gesund für den markt.

und ich denke nichts normalers als das, dass jetzt ein guter moment wäre um etwas zu korrigieren... das nicht mal als negativ gesehen werden darf.

negativ sähe ich es, wenn der smi ohne pause deine erwähnten weiteren 1000 punkte in angriff nehmen würde.

würde extrem nach einer blase riechen...

Ich bin immer wieder überrascht wie sehr sich Profis in den Makrodatenvorsagen verrechen. Eben doch nicht Profi genug? Oder alles nur taktisch, ausgeklügelte Manipulation??

MarcusFabian
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Fine-Tuner wrote:

Krampfhaft wird versucht irgend ein Ereignis X mit irgend einem Ereignis Y in Verbindung zu bringen und eine Gesetzmässigkeit zu erkennen. Das ist doch krank, völlige Chaostheorie. Wenn ein Rind auf der Blümlisalp furzt relsultiert daraus in der Karibik einen Orkan, was dazu führt, dass der Preis von Bananen steigt...

Nein, aber

* wenn Leute verkaufen, dann sinken die Preise.

* Oder wenn es in Florida einen Hurricane gibt, der 50% der Orangenernte vernichtet, dann steigen die Orangenpreise.

* Oder wenn der Dollar sinkt, dann steigen die Zinsen in den USA...

Wenn Du Deinen Horizont über das Gebiet furzender Kühe hinaus erweiterst, wirst Du durchaus auch logische Zusammenhänge erkennen, die meist stimmen.

MarcusFabian
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el Toro wrote:

MarcusFabian: du sagst, diese Rally sei hauptsächlich getragen von der Inflation! Du sagtest aber auch immer, dass Gold eine Infation vorwegnehmen würde?? Warum tümpeln wir denn beim Gold seit letzten Jahres auf der Stelle?

Zum einen, ich habe nicht behauptet, diese Rally sei getragen durch Inflation. Ist sie nur auf den zweiten Blick. Die Teuerung bei den Konsumentenpreisen ist ja derzeit bei plus/minus Null.

Zum anderen: Der Markt weiss noch nicht, ob er Inflation oder Deflation einpreisen soll. Also ist Gold von daher als Spekulationsobjekt noch nicht interessant.

Ich persönlich sehe das so: Es gibt eine Inflationsrate von 1-3%, die von allen als gesund gerne auch als wirtschaftsfördernd gesehen wird.

Mal angenommen, wir kriegen eine Deflation von -2% und danach sehr schnell eine Hyperinflation von 20%.

Auf dem Weg von -2 auf 20 muss die Inflation irgendwann diesen gesunden Bereich von 1-3% passieren. Geht ja gar nichts anders.

Meiner Meinung sind wir genau in diesem Bereich. Das ist auch der Grund für die Rally, weil jetzt die Deflation abgeblasen ist und die Inflation wieder "Gesundheit" anzeigt und alle wieder vom nächsten Bullenmarkt schwärmen.

Aber eben, diese vermeintliche "Gesundheit" kann sich als Irrtum herausstellen, wenn die Inflation stark steigt. Und das kann sehr schnell passieren, wenn (WENN!!) die Aberbillionen von ZB-Geld, die derzeit als Festgeld oder in Staatsoblis in den Banktresoren schlummern, dereinst in den Konsumkreislauf fliessen, um dort inflationär zu wirken!

Die Aussage "Gold dümpelt seit einem Jahr" muss man auch relativieren: Im Vergleich zum 1. August 2008 ist der SMI um 18% gefallen (7400 auf 6000), wo hingegen Gold in Fr. um 8% zugelegt hat.

Gold hat also seine Aufgabe als "Werterhalt in Krisensituationen" sehr gut gemeistert. Vor allem, wenn man es mit Öl oder anderen Rohstoffen vergleicht, war Gold in den letzten 12 Monaten ein gutes Investment.

MarcusFabian
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SMI im August 2009

in_God_we_trust wrote:

Genau! Etwas anderes scheint MF nicht berücksichtigt zu haben, nämlich den Lageraufbau. Bevor Leute entlassen werden oder kurzarbeiten müssen, sind die Lager bis zum Rand gefüllt (ausser bei Konkurs), also wird dort ein grosses Angebot gespeichert.

Nö, die Kurven sind ziemlich zeitnah gegenläufig.

Es macht ja auch keinen Sinn, auf Halde zu produzieren.

Mich würde interessieren, woher Du die Information hast, dass die US Lager bis zur Rande gefüllt sind. Die Daten des US Bureau of Census sagen - siehe Grafik - das Gegenteil.

Ein weiterer Punkt: 67% des US GDP wird durch Dienstleistungen generiert. Mich würde brennend interessieren, wie man Dienstleistungen "an Lager legen" kann Lol

Elias
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MarcusFabian wrote:

Nein, aber

* wenn Leute verkaufen, dann sinken die Preise.

* Oder wenn es in Florida einen Hurricane gibt, der 50% der Orangenernte vernichtet, dann steigen die Orangenpreise.

* Oder wenn der Dollar sinkt, dann steigen die Zinsen in den USA...

logische Zusammenhänge erkennen, die meist stimmen.

Ein sinkender Dollar führt zu steigenden Zinsen?

Wo liegt da die Logik?

Die Ursachen für Wechselkursschwankungen sind vielfältig (Aussenhandel, Inflationsrate, Zinsniveau und Konjunktur, Zentralbank). Aber dass eine sinkende Währung steigende Zinsen zur Folge hat, ist wohl nicht ernst gemeint.

----

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in_God_we_trust
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MarcusFabian wrote:

Mich würde interessieren, woher Du die Information hast, dass die US Lager bis zur Rande gefüllt sind. Die Daten des US Bureau of Census sagen - siehe Grafik - das Gegenteil.

Ich habe eben folgenden Artikel gelesen (obwohl mir die BAZ meist zu links ist):

http://bazonline.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Wirtschaftswissenschaft-en...

Da steht folgendes:

Quote:

Die OECD hat dazu soeben Zahlen veröffentlicht. Der sogenannte «Output Gap», die Überkapazität einer Volkswirtschaft, wird auf rund fünf Prozent für die westlichen Industrienationen geschätzt, für Japan sind es gar mehr als sechs Prozent. Solange eine derart grosse Output-Lücke besteht, könne gar keine Inflation entstehen, argumentieren die Anti-Inflations-Vertreter. Wie sollen unter solchen Rahmenbedingungen Unternehmen höhere Preise durchsetzen können oder Arbeitnehmer höhere Löhne?

MarcusFabian wrote:

Ein weiterer Punkt: 67% des US GDP wird durch Dienstleistungen generiert. Mich würde brennend interessieren, wie man Dienstleistungen "an Lager legen" kann Lol

Der Frisör (Coiffeur) arbeitet kurz und ist um jeden Kunden der nachher wiederkommt hoch erfreut oder er entlässt einen Angestellten und arbeitet selbst erstmal Ueberstunden, wenn die Kunden zurückkommen. Danach stellt er schnell wieder einen Angestellten ein. Da ist man ganz flexibel. 8)

Gegenfrage: Du hast in Deinem Eröffnungspost folgendes geschrieben:

MarcusFabian wrote:

Dazu müssen wir alle "Geldempfänger" einer von drei Gruppen zuordnen, von denen sie ihre monatlichen Gelder beziehen:

1. Konsumgüterindustrie

2. Investitionsgüterindustrie

3. Staat (Beamte, Sozialhilfeempfänger, Rentner, Arbeitslose)

Sind in der Konsumgüterindustrie Dienstleistungen enthalten? Sind Dienstleistungen Güter, die man konsumieren kann? :?

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

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Elias wrote:

Die Ursachen für Wechselkursschwankungen sind vielfältig (Aussenhandel, Inflationsrate, Zinsniveau und Konjunktur, Zentralbank). Aber dass eine sinkende Währung steigende Zinsen zur Folge hat, ist wohl nicht ernst gemeint.

1. Wenn Du in Frage stellst, dass sinkende Währung steigende Zinsen zur Folge hat, dann ist die Ursache von Wechselkursschwankungen wohl dafür irrelevant.

2. Wenn Du US Treasuries besitzt und der Dollar sinkt plötzlich, dann erwartest Du doch, dass die Zinsen Deiner Treasuries ansteigen. Andernfalls würdest Du sofort verkaufen (Stop Loss). Wenn Du aber verkaufst (und nicht nur Du, sondern auch z.B. die Chinesen), dann müssen die Treasury Zinsen in die Höhe schnellen, Deine Treasuries wären ja sonst unverkäuflich.

Gruss
iGwt

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Elias
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in_God_we_trust wrote:

1. Wenn Du in Frage stellst, dass sinkende Währung steigende Zinsen zur Folge hat, dann ist die Ursache von Wechselkursschwankungen wohl dafür irrelevant.

2. Wenn Du US Treasuries besitzt und der Dollar sinkt plötzlich, dann erwartest Du doch, dass die Zinsen Deiner Treasuries ansteigen. Andernfalls würdest Du sofort verkaufen (Stop Loss). Wenn Du aber verkaufst (und nicht nur Du, sondern auch z.B. die Chinesen), dann müssen die Treasury Zinsen in die Höhe schnellen, Deine Treasuries wären ja sonst unverkäuflich.

Müssen setzt Zwang voraus. Wessen Problem ist es denn, wenn sie "unverkäuflich" sind?

Die Gründe, warum der Dollar sinkt, sind vielfältig.

Steigende US-Zinsen können einen steigenden Dollar zur Folge haben. Muss aber nicht so sein, wenn andere Zentralbanken nachziehen.

Die SNB tut im Moment alles, um den Frankenkurs gegenüber dem Dollar tief zu halten. Warum soll sich deswegen an den Treasury Zinsen was ändern?

----

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Green Shoot
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Dollar fällt, Zinsen steigen

Dollar steigt, Zinsen fallen

so Funktioniert der Markt

MFG

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Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

Dodger
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So wird glaubs langsam Zeit n paar Futures short zu gehen hier oben. Blum 3

It is the one sphere of life and activity where victory, security, and success is always to the minority and never to the majority. When you find anyone agreeing with you, change your mind." -John Maynard Keynes

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SMI im August 2009

der SMI ist nach der Technik etwas überkauft. das heisst aber nicht dass es nun unbedingt runter gehen muss. oft gibt es noch einen "Extremmove" bevor der Markt wieder korrigiert. Märkte neigen zur Übertreibung. Es würde mich nicht wundern wenn in dieser Woche noch eine Kaufpanik entsteht.

Impulse

16:00 Uhr kommt der richtungweisende ISM-Index

Der SMI knabbert an den 6000Ps, Buy-Limit-Aufträge an dieser Schwelle würden mich auch nicht wundern.

MFG

Sprössling

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

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SMI im August 2009

Green Shoot wrote:

der SMI ist nach der Technik etwas überkauft. das heisst aber nicht dass es nun unbedingt runter gehen muss. oft gibt es noch einen "Extremmove" bevor der Markt wieder korrigiert. Märkte neigen zur Übertreibung. Es würde mich nicht wundern wenn in dieser Woche noch eine Kaufpanik entsteht.

Impulse

16:00 Uhr kommt der richtungweisende ISM-Index

Der SMI knabbert an den 6000Ps, Buy-Limit-Aufträge an dieser Schwelle würden mich auch nicht wundern.

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bei 6200 ist definitiv schluss.

Elias
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Green Shoot wrote:

Dollar fällt, Zinsen steigen

Dollar steigt, Zinsen fallen

so Funktioniert der Markt

So ein Nonsens.

Der Dollar ist in den letzten Moanten zwschen 1.20 und 1.05 gestiegen und gefallen, ohne das sich an den Zinsen wesentlich was geändert hat.

Es sind immer 2 Währungen betroffen.

Die Frage ist also: gegenüber welchen Währungen sinkt/steigt der Dollar.

Wenn die SNB die Zinsen erhöht, steigt der Franken und der Dollar fällt.

Und es sind nicht nur die Zinsen, die für den Wechselkurs verantwortlich sind.

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