SMI im Dezember

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MarcusFabian
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SMI im Dezember

20 Schritte in die Krise.

Lassen wir mal kurz Revue passieren, was uns in die aktuelle Situation gebracht hat:

1. Als 2001 die Dot-com und Aktienblase platzte, befürchtete Alan Greenspan, die USA könnten in eine Rezession stürzen. Als Reaktion senkte er Schrittweise die Zinsen von 4.5% auf 1% und beliess sie auf diesem Niveau bis zum Jahr 2004. Danach hob er sie Schrittweise wieder an:

2. Bei den niedrigen Zinsen flossen enorme Gelder in Immobilien.

3. Die Amerikaner hatten sich nach dem Platzen der Aktienblase schon auf eine Rezession vorbereitet. Allerdings lernten sie schnell, dass die Preissteigerung ihrer Häuser die Verluste der Börse mehr als nur wettmachte. Also konsumierten sie weiter.

4. Mit der Konsumwut stiegen die Schulden. Nicht nur in den USA. Auch die Kreditgeber fühlten sich dank ihrer steigenden US-Vermögen reicher und starteten ihre eigenen Blasen.

5. Erste Probleme begannen 2006 als jene, die sich eigentlich kein Haus leisten konnten (sog. Sub-Prime Schuldner) ihre Häuser nicht mehr halten konnten.

6. Die erste Warnung kam im Februar 2006 von der HSBC. Die hatten 2002 den Subprime Händler "Household International" gekauft und mussten nun 15 Milliarden abschreiben, da sich die Zahlungsausfälle häuften und neue Hypothekenprovisionen kaum noch zu holen waren. Die FED-Rate war auf 5.25% gestiegen.

7. Als im Juni 2007 zwei Hedge-Fonds von Bears Stearns über den Jordan gingen machte sich erstmals die Befürchtung breit, die Subprime-Risiken könnten von den Banken unterschätzt worden sein.

8. Im August 2007 fror die BNP Paribas Rückzüge in drei Investment Fonds ein. Nun machte sich Panik breit. Wenn eine Bank, die nicht direkt im US Immobilienmarkt involviert ist soviel Schwierigkeiten hat könnte es doch sein, dass es noch andere Banken gibt, die betroffen sind aber bisher ihre Subprimes verschwiegen hatten. Dies war der offizielle Start der Kreditkrise. Das Ergebnis war ein Vertrauensverlust in international operierende Banken. Auch untereinander.

9. Im September 2007 war die Liquidität im Interbanken Handel bereits so schlecht, dass man um das Überleben von Banken fürchtete, die sich auf den Hypothekenmarkt spezialisiert hatten. Eine davon war Northern Rock. Die Britische Bevölkerung geriet in Panik. Lange Schlangen vor der Bank von Leuten, die ihr Geld abheben wollten, erinnerten erstmals an die grosse Depression von 1930. Die Bank of England war gezwungen einzugreifen und Northern Rock zu verstaatlichen.

10. In der Zwischenzeit fielen die Immobilienpreise weiter. Das Ergebnis waren massiver Verluste in der Buchstabensuppe von Immobilien-Derivaten, die von vielen global operierenden Banken gehalten wurden. Die erste Welle der Zerstörung traf RMBS (Residential Morgage Backed Securities), CDOs (Collaterized Debt Obligations) und SIVs (Structured Investment Vehicles). Merrill Lynch war die erste Bank, die am 5. Oktober 2007 einen Verlust von $5.5 Mrd. bekannt gab. Am 24. Oktober korrigierten sie den Verlust schon auf $8 Mrd. Für alle Banken zusammen rechnete man mit Verlusten in Höhe von $500 Mrd.

11. Andere Banken - wie unsere UBS - folgten Merrill. Viele Banken mussten Kapitalerhöhungen durchführen. Insgesamt $350 Mrd. bis August 2008.

12. Anfang 2008 schien sich die Lage zu beruhigen. Aber der Fall von Peloton und Carlyle Capital im März 2008 rückte die Krise wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Der zweiten Panikwelle fiel unter anderem Bear Stearns, Amerikas 5. Grösste Bank, zum Opfer. Die FED organisierte die Übernahme durch JP Morgan und die Aktionäre von Bear Stearns verloren 90%.

13. Dann verschwand die Krise wieder aus dem Blickfeld und wird wurden von der Erkenntnis eingelullt, dass das Schlimmste nun vorbei sei. Trotzdem gingen Abschreibungen und Kapitalerhöhungen munter weiter. Die Krise trat am 9. Juni 2008 wieder ins Bewusstsein, als Lehman Brothers $3 Mrd Verlust verkünden musste.

14. Diesmal blieb die Stimmung gespannt und die Märkte unter Druck. Die Ereignisse überschlugen sich dann sehr schnell als IndyMac (ein aggressiver Hypotheken Broker, die US-Version von Northern Rock) von der FDIC (Federal Deposit Insurance Corp., einer staatliche Auffanggesellschaft) übernommen werden musste. Panik, Runde drei.

15. In dieser Situation wurde zunehmend auch die Sicherheit der beiden grössten Hypotheken-Händler, Freddy Mac und Fanny Mae, in Frage gestellt. Schliesslich mussten Mitte Juli beide unter die Schirmherrschaft der US Regierung gestellt werden.

16. Danach kamen durchs Band weg alle Finanztitel unter die Räder. In dieser Situation konnte Lehman Brothers weder neues Privatkapital noch eine Partnerbank für eine Fusion finden und ging - ohne jegliche Staatshilfe - am 15. September in Konkurs.

17. Am selben Wochenende musste Merrill Lynch von der Bank of America übernommen werden, die damit die Citigroup als Nummer 1 ablöste.

18. Mit dem Konkurs von Lehman rochen die Banken Blut. Offenbar war eben doch niemand "too big to fail". Die Verkaufsorgie von Finanztitel ging deshalb munter weiter und AIG, die weltweit grösste Versicherung, brach unter dem Druck zusammen. Sie musste von der US-Regierung mit $112.5 Mrd. gerettet werden.

19. Nun war das ganze Bankensystem bereits in freiem Fall. Die FED konnte die Situation nicht mehr in den Griff kriegen, denn auch die Mittel der FED waren mittlerweile auf nur noch $400 Mrd. geschmolzen.

20. Am 15. November 2008 schliesslich haben sich die 20 führenden Pappnasen der Welt in Washington getroffen und beschlossen, das ganze Desaster - das mittlerweile in die Billionen geht - auf den Steuerzahler abzuwälzen.

Alles in allem geht die Financial Times Deutschland alleine für die USA von 8.5 Billionen aus:

http://www.ftd.de/politik/international/:Rettung-des-US-Finanzsystems-700-Milliarden-Ha-Es-sind-8500-Milliarden/444083.html

Einige interessante Zahlen hierzu habe ich von Azrael geklaut: http://classic.cash.ch/node/2645#comment-245019

Wenn wir diese Timeline nun mal kurz gedanklich Revue passieren lassen und die Ereignisse mit den Aktienmärkten vergleichen, stellen wir einige Gemeinsamkeiten fest:

1. Nach jeder Rettungsaktion beruhigt sich die Lage. Man meint, nun sei das schlimmste vorbei und die Kurse steigen wieder.

2. Jede Rettungsaktion kostet mehr Geld als die vorangegangene.

3. Die Rallyes nach jeder Rettungsaktion werden kürzer und schwächer.

4. Mit jeder Rettung wachsen die Schulden und verringert sich die Munition, die die Zentralbanken und Regierungen haben, um künftige Krisen zu bekämpfen.

Mit jeder Rettungsaktion wird Geld vernichtet, das man in der folgenden Rezession gut gebrauchen könnte.

Wir blicken bis jetzt auf eines der schlechtesten Börsenjahre zurück:

Systemfehler, Inflation, Deflation und Reflation

Der Fluch besteht nunmal darin, dass jegliches Geld=Schuld ist und Schulden verzinst und verzinseszinst werden müssen. Entsprechend fliesst mehr Geld an die Reichen und weniger in die Taschen der Armen. Die Zinseszins-Kurve ist bekanntlich eine Exponentialfunktion und entsprechend muss das System irgendwann kollabieren. Wir erleben das ja von Jahr zu Jahr: Die Zinszahlungen werden immer höher irgendwann übersteigen sie das BSP, was dann dazu führt, dass - zumindest theoretisch - die Menschen nur noch für ihre Schulden arbeiten und sich neben der Zinszahlung nichts mehr zu Essen kaufen können. Das System kollabiert natürlich schon vorher und sozialer Zündstoff ist reichlich vorhanden.

Es gibt nicht viele Varianten, wie man so eine Zinskurve bekämpfen kann.

Eine besteht darin, Vermögen zu vernichten und somit die Zinsen aus dem Kapitaleinkommen möglichst weit nach unten zu drücken. Eine Deflation der Geldmenge also bei möglichst niedrigen Zinsen. Leider werden dabei auch Altersvorsorgen vernichtet und somit trägt nicht nur der Reiche sondern auch der Arme die Last der Rezession.

Die zweite - radikalere Variante - wäre die Vernichtung des Währungssystems und ein Neubeginn mit einem neuen System. Damit wären so ziemlich sämtliche Sparkapitalen vernichtet. Aber natürlich auch alle Schulden.

Die dritte Variante wird derzeit praktiziert. Man pumpt einfach frisch gedruckte Blüten in die Märkte. Das kann sogar funktionieren, solange dieses Geld nicht in den Waren- und Dienstleistungskreislauf kommt.

Vernichtung von Vermögen und Geld ist Deflation. Ausweitung der Geldmenge ist Inflation. Wenn man eine drohende Deflation mit Inflation bekämpfen will, wie es derzeit geschieht, dann nennt man das Reflation.

Sollte die Reflation scheitern und wir in eine Deflation abdriften, dann erwartet uns eine Depression und Weltwirtschaftskrise. Die wird anders ablaufen als in den 1930er Jahren aber sie wird ebenso zu hoher Arbeitslosigkeit und Firmenkonkursen führen.

Wenn die Reflation Erfolg hat - wovon ich überzeugt bin - dann werden wir wieder steigende Preise sehen, wenn die Währungen an Kaufkraft verlieren. Auch hier wird zwar indirekt - über die Teuerung - Sparkapital vernichtet aber bei weitem nicht so dramatisch wie in einer Depression.

Was in der Palette der staatlichen Massnahmen noch fehlt ist die Geldpumpe von unten. Derzeit fliessen die staatlichen Unterstützungen von oben in den Geldmarkt. Also zu Banken und Grossunternehmen. Das ist aber der falsche Weg. Man müsste das Geld von unten einspeisen. Also über Lohnerhöhungen, Steuersenkungen, Arbeitsplatzsicherung. Auf diese Weise käme das Geld wirkungsvoller zum Einsatz und würde sich organischer verteilen. Ich hoffe stark, dass die Staaten darauf zurückgreifen, wenn die Arbeitslosigkeit ausser Kontrolle zu steigen droht.

Ausblick Dezember, Januar

Trotz dieser düsteren langfristigen Aussichten, rechne ich auf Sicht des Dezembers mit weiterhin steigenden Kursen. Mit einer Jahresendrally, auch wenn das Weihnachtsgeschäft flauer ausfallen dürfte als in den Jahren zuvor.

Ich gehe sogar noch weiter und sehe eine Fortführung der Rally bis Ende Januar.

Warum? Einfach deshalb, weil im Moment wieder die Wir sind gerettet, alles wird gut -Karte gespielt wird. Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen lesen dürfen, dass die Deflation erfolgreich bekämpft wird, dass die Hypothekar- und Libor-Zinsen sinken, dass das Vertrauen und der Alltag bei den Banken wieder einkehrt und es schlussendlich nur die böse Presse war, die dank unverantwortlichem Revolver-Journalismus eine Vertrauenskrise herbeigeredet hat, die es eigentlich gar nicht gibt (oder zumindest nicht in dem Ausmass).

Die Regierungen werden uns nun vor Augen führen, dass sie kein wichtiges Unternehmen mehr fallen lassen werden. Das wird mit GM, Ford, Chrysler, Opel beginnen.

Die Banken werden weiterhin locker spekulieren und diesmal sogar ohne Risiko, denn sie haben ja jetzt die carte-blanche, dass bei Schwierigkeiten immer sofort Papa Staat als Retter in der Not bereit steht.

Kurz: Die Stimmung wird sich aufhellen und die Trader nach und nach wieder einsteigen. Am besten werden die Finanztitel performen, die ja in den letzten Monaten auch am meisten gelitten haben.

Wie lange diese Champagnerlaune anhält lässt sich natürlich nicht genau vorhersagen aber als statistisches Mittel und unter Berücksichtigung der Saisonalität müsste sie bis Mitte/Ende Januar reichen. Im Januar fliessen nämlich zusätzliche Milliarden in die Märkte, die aus PK-Zahlungen und 13. Monatslöhnen bestehen. Deshalb sind die ersten zwei Januarwochen in aller Regel sehr gute Wochen.

Nach und nach wird dann wieder die ernüchternde Erkenntnis einsetzen, dass die Schulden und Fehlpositionen weiterhin bestehen, ja sogar stark ausgeweitet wurden, dass die Geschwindigkeit, in der Arbeitsplätze verloren gehen zunimmt und die Menschen immer weniger konsumieren.

Dass die Rezession noch gar nicht richtig zugeschlagen hat und noch keine einzige Krise bewältigt wurde. Entsprechend Gewinnmitnahmen und danach fallende Kurse. …

Aber das besprechen wir dann kurz bevor es so weit ist.

Stellvertretend zum SMI, betrachten wir unsere Lieblingsbank Wink

UBS

Posting des Monats zum Thema UBS war das Statement von Embe vom 21. November, das ich hier im Originalton wiedergebe:

Ich bestreite einfach, dass der UBS-Aktienkurs eigentlich nur von Psychologie und Panik bestimmt ist.

1. Die UBS hat über 50 Milliarden Franken abgeschrieben obwohl beim ersten Abschreiber über 3 Milliarden erklärt wurde "damit sei das schlimmste hinter der Bank".

2. Die Bank hat massive (!) Kapitalerhöhungen hinter sich, obwohl die Bank bereits nach der ersten Kapitalerhöhung versicherte, dass keine weitere Kapitalerhöhung notwendig sei.

3. Mit Ziffer 1 und 2 geht auch ein Vertrauensverlust einher bezüglich Vorhersehbarkeit und die Frage nach der Kompetenz.

4. Der Risikomanager wurde zum Firmenchef

5. Kurer steht für einen Neuanfang, obwohl er im Verwaltungsrat der Bank sass und mitverantwortlich ist für die Strategie der Bank - womit wir wieder beim Thema vertrauen sind.

6. Das hochgelobte neue "Finanzgenie" im VR der Bank hat gerade seine UBS-Aktien verkauft. Alle seine Fonds bis auf einen liegen unter (!) dem Schnitt der Rendite vergleichbarer Fonds.

7. Kurer wird vom eigenen VR hinterfragt.

8. Die Boni sind Ausdruck der Firmenethik. Der Kleinkunde, der gleichzeitig für jeden Bankauszug 80Rp. bezahlt, hinterfragt dies.

9. Goldene Fallschirme duzende von Millionen lassen wieder auf die Ethik der Bank schliessen.

10. Noch vor kurzer Zeit wurde von der UBS die Frage aufgeworfen, ob man überhaupt noch neue Kleinkunden will, da man im Geld schwimme.

11. Die Bank ist nun auch in ausländischem Mitbesitz.

12. Massivste juristische Probleme kommen auf die Bank zu.

13. Das Investmentbanking schreibt auch jetzt noch Quartal für Quartal Milliardenverluste.

14. Das Bankgeheimnis und damit eine stärke des Finanzplatzes Schweiz und der UBS ist gefährdet.

15. Das Offshore- Geschäft der UBS in Amerika gibt es nicht mehr

16. Massiver Kapitalabzug belastet die Bank (5% des ganzen Vermögens alleine in 3 Wochen).

17. Die Ertragskraft der Bank sinkt massivst!

18. Die Bank ist per se auch teuer, was die Kundenprodukte anbelangt. In Zeiten, wo es der Bank gut geht, wird der Kunde dies nicht gross bemerken. Wenn er aber um sien Geld fürchtet und beginnt zu verglichen, wird auch dies zu einem Geldabfluss führen (Beispiel: Wertschriftenkauf in der Höhe von 10'000.- bei UBS kostet rund 200.-, bei der Saxobank 18.-. Zudem kennt letztere im Gegensatz zur UBS keine Depotgebühren oder Positionsgebühren).

19. Der Kleinstgewinn des letzten Quartals basiert auf Steuerrückvergütungen und Bilanzierungsänderungen.

Die Auflistung könnte noch weiter geführt werden. Wie man auch zur UBS steht. Einfach nur als Überreaktion kann man die Kurse nicht sehen.

http://classic.cash.ch/node/285#comment-295649

In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten

arunachala
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SMI im Dezember

tolle zusammenfassung, danke!

du schreibst, die finanztitel werden besonders stark performen, da sie auch am meisten gelitten haben. schliesst du die ubs davon aus?

seid schlang wie die klugen und schlug wie die klangen. (kasimir 487)

MarcusFabian
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SMI im Dezember

Nein, im Gegenteil: Die UBS dürfte zu den outperformern gehören.

Diva
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SMI im Dezember

Sorry MF, aber die Dot-com Krise kannst Du doch nie und nimmer mit Finanzkrise vergleichen!

Ich halte, da Du die UBS ansprichts, für ein noch grösseres Risiko als noch vor sechs Monaten!

Die UBS ist sicher kein Kauf! Der Kurs steigt höchstens durch speckulation, jedoch sicher nicht durch fundamentale Entwicklung dieses Unternehmens.

Solange die UBS am Konkurs - Kelch nippelt, würde ich nie und nimmer eine Anlage tätigen. Im Gegenteil Kurse von 5-7 sind realistischer als Kurse von 20, wenn nicht kurzfristig, dann langfristig.

der Aberglaube die SNB könnte die UBS retten ist ein fanatischer Irrglaube! Zu gross ist dieses Mastschwein. Gier lohnt sich nicht!

Das Management, war bis heute nicht in der Lage die Eigene Situation zu analysieren und zu klären. Statt dessen sorgt man sich um die Boni Regelung, ich hätte mich besser um die Liquidität gesort. Für mich wäre klar, ich würde keinem einen Bonus im 08 ausbezahlten, zuerst würde das Unternehmen gesichert. Und schon wieder ein Management fehler lieber Peter! Sieh lieber zu, dass Du nicht selber zu schwarzen Peter wirst!

Aber macht was ihr wollt, habt einfach Charakter wenn ihr nichts mehr habt. Geht einfach nicht betteln, denn Leute die gespart haben sollen nicht mit Euch teilen!

Wer nicht hören will, muss fühlen!

Diva

Joesy
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SMI im Dezember

Er sagt einfach, dass die Verluste des Kurses in letzter Zeit gerechtfertigt waren, sie würden sich aber wieder erholen. Hab ich das richtig verstanden so oder?

Ich denke es war aber auch Panik im Spiel, die jedoch wiederum die Lage dann real verschärfte.

Bulldog1
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SMI im Dezember

Vielen Dank M.F. Werde mir die Lektüre am Wochenende zur Gemüte führen und versuchen, meine Lehren daraus zu ziehen. Jetzt muss ich aber ins Stadion 8)

Ich werde wieder alles zurückgewinnen

marco
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SMI im Dezember

Diva wrote:

Aber macht was ihr wollt, habt einfach Charakter wenn ihr nichts mehr habt. Geht einfach nicht betteln, denn Leute die gespart haben sollen nicht mit Euch teilen!

Diva[/quote

Diese Aussage gefallt mir, aber ist es an uns oder an das UBS Manage Team gerichtet Lol

Also für mich ist die UBS sicherlich KEIN Gewinner oder einen Titel mit dem ich mein Depot füllen möchte, wenn ich Gierig sein will gibt es ja noch massenhaft Titel im SMI, mit sehr schönen Abschlägen welche wirklich viel viel besser da stehen, als die UBS!

Aber wenn dann Bank Titel dann CS(welche heute ein Bullishes Signal, Long Signal, beim hinterlegen der 35, abgegben hat!

Und wenn UBS sich auf die 17 macht einen schönen Fetten Put kaufen, für dass ist die UBS sicherlich momentan interessanter und ich mich Diva da anschliesse dass die 20 eher unwahrscheindlich sein werden, in nächster Zeit !

reckefoller
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SMI im Dezember

nach mf's wieder einmal hervorragendem bericht fragt man sich ernsthaft, ob man nicht doch einen teil seines cashs in gold anlegen sollte.was nützt einem das vermeiden von aktienverlusten, wenn dann das cash bachab geht...

MarcusFabian
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SMI im Dezember

Diva wrote:

Sorry MF, aber die Dot-com Krise kannst Du doch nie und nimmer mit Finanzkrise vergleichen!

Stimmt, kann ich nicht, habe ich nie und werde ich nie.

MarcusFabian
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SMI im Dezember

Joesy wrote:

Er sagt einfach, dass die Verluste des Kurses in letzter Zeit gerechtfertigt waren, sie würden sich aber wieder erholen. Hab ich das richtig verstanden so oder?

Nicht ganz. Wir werden Zocks SMI 3500 sehen und auch UBS unter Fr. 10.-

Aber nicht in den nächsten 2 Monaten, denn im Moment ist eine Bärenmarktrally angesagt.

Ich wollte nur erklären, weshalb - entgegen aller Fundamentaldaten und aller Logik - die Kurse derzeit steigen. Ich wollte Euch ein bisschen darauf vorbereiten, kritisch zu bleiben, wenn die Medien in den nächsten Wochen positiver werden und das Ende von Krise und Rezession verkünden.

Auf Sicht von zwei Monaten ist UBS ein Kauf. Aber spätestens Ende Januar sollte man wieder glattstellen.

sarahfrei
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Wenn diese Aussage stimmt sind alle am Zocken

MarcusFabian wrote:

Joesy wrote:
Er sagt einfach, dass die Verluste des Kurses in letzter Zeit gerechtfertigt waren, sie würden sich aber wieder erholen. Hab ich das richtig verstanden so oder?

Nicht ganz. Wir werden Zocks SMI 3500 sehen und auch UBS unter Fr. 10.-

Aber nicht in den nächsten 2 Monaten, denn im Moment ist eine Bärenmarktrally angesagt.

Ich wollte nur erklären, weshalb - entgegen aller Fundamentaldaten und aller Logik - die Kurse derzeit steigen. Ich wollte Euch ein bisschen darauf vorbereiten, kritisch zu bleiben, wenn die Medien in den nächsten Wochen positiver werden und das Ende von Krise und Rezession verkünden.

Auf Sicht von zwei Monaten ist UBS ein Kauf. Aber spätestens Ende Januar sollte man wieder glattstellen.

Auf Sicht von zwei Monaten ist UBS ein Kauf. Aber spätestens Ende Januar sollte man wieder glattstellen

Ich denke diese Weisheiten, oder Wahrheiten kann ja eintreffen. Dies kann die Käufer spekulativ zu kaufen, d.h.

mit dem Finger am Abdruck. Den welcher Helseher weiss das dies bis ende Januar 2009 so geht und der Absturz folgt.

Ich habe bei dieser Aussage ein sehr

mulmiges Gefühl hier mitzumachen.

Der Zeitpunkt ist ja nur aus dem Gefühl,

oder liege ich hier falsch.

Habe die Statistiken aus der Vergangenheit studiert, ob diese heute

auch noch gelten kann ich nicht beurteilen. Es kann sein !

graveworm
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SMI im Dezember

mf führt dies auf die momentane bärenmarktrallye zurück und das die pensionskassen die ersten 2 januarwochen investieren, führt er weiter als grund an. vielleicht kommts so, vielleicht nicht. er hat ja nicht geschrieben, du musst kaufen. das hier ist ja ein forum, also ein ort, wo jeder seine meinung äussert. wer aufgrund von sachen, die hier stehen aktien kauft, der hat das selber zu verantworten.

Joesy
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SMI im Dezember

Ich bin erstaunt, wie sicher sich alle sind, dass es zu einem erneuten Absturz kommt. Das muss nicht sein. Die globalen Unterstützungsprogramme in diesem Ausmass sind historisch einzigartig. Deswegen kann man die heutige Lage schlecht mit der Vergangenheit vergleichen.

Azrael
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SMI im Dezember

unterstützungsprogramme hin oder her - das 1. q 2009 wird nicht rosig werden - das wurde inzwischen programmiert und kann nicht mehr geändert werden.

ansonsten stimme ich mit dir überein - die umfassenden staatsprogramme sollteneine entspannung bringen.

WOMEN & CATS WILL DO AS THEY PLEASE, AND MEN & DOGS SHOULD GET USED TO THE IDEA.

A DOG ALWAYS OFFERS UNCONDITIONAL LOVE. CATS HAVE TO THINK ABOUT IT!!

Bullish
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Re: Wenn diese Aussage stimmt sind alle am Zocken

sarahfrei wrote:

MarcusFabian wrote:
Joesy wrote:
Er sagt einfach, dass die Verluste des Kurses in letzter Zeit gerechtfertigt waren, sie würden sich aber wieder erholen. Hab ich das richtig verstanden so oder?

Nicht ganz. Wir werden Zocks SMI 3500 sehen und auch UBS unter Fr. 10.-

Aber nicht in den nächsten 2 Monaten, denn im Moment ist eine Bärenmarktrally angesagt.

Ich wollte nur erklären, weshalb - entgegen aller Fundamentaldaten und aller Logik - die Kurse derzeit steigen. Ich wollte Euch ein bisschen darauf vorbereiten, kritisch zu bleiben, wenn die Medien in den nächsten Wochen positiver werden und das Ende von Krise und Rezession verkünden.

Auf Sicht von zwei Monaten ist UBS ein Kauf. Aber spätestens Ende Januar sollte man wieder glattstellen.

Auf Sicht von zwei Monaten ist UBS ein Kauf. Aber spätestens Ende Januar sollte man wieder glattstellen

Ich denke diese Weisheiten, oder Wahrheiten kann ja eintreffen. Dies kann die Käufer spekulativ zu kaufen, d.h.

mit dem Finger am Abdruck. Den welcher Helseher weiss das dies bis ende Januar 2009 so geht und der Absturz folgt.

Ich habe bei dieser Aussage ein sehr

mulmiges Gefühl hier mitzumachen.

Der Zeitpunkt ist ja nur aus dem Gefühl,

oder liege ich hier falsch.

Habe die Statistiken aus der Vergangenheit studiert, ob diese heute

auch noch gelten kann ich nicht beurteilen. Es kann sein !

Ich schliesse mich MF an, dass alles was hier geschrieben wird eine rein persönliche Einschätzung ist und keine Hellseherei, ist ja wohl klar. Jeder muss wissen, dass niemand weiss, was geschehen könnte.

Was man wissen muss, ist, dass sich die Anzahl der Akteure verkleinert hat, und die wichtigste Unbekannte ist für mich, wieviele noch verkaufen MÜSSEN, aber es noch nicht getan haben. Wenn die Börsen im Windschatten des internationalen Terrors (Mumbai) und der Bundesratsspielchen weiter korrigieren, wird die Börse wieder einmal das Thema in den Medien sein, und es gibt nur schwarz oder weiss, also wird eine Erholung angekündigt.

Im Moment ist nicht die Gier die Gefahr, eher die Angst. Die Gier wird erst in 2-3 Wochen das Problem, wenn man noch nicht eingestiegen ist oder bereits gestern, heute oder am Montag verkauft haben wird, dann aber zurück will.

Die Panik wird erst wieder losgehen, wenn spektakuläre Konkurse, enorm schlechte Zahlen oder ein Weltkrieg (Startpunkt Pakistan oder Ukraine?) folgen. Bush wird dafür sorgen, dass nicht er die Automobilbranche "zerstören" muss. Obama wird der Aufräumer sein. Und Obama wird heftig aufräumen, er wird den Arbeitern zeigen, dass nicht nur sie bluten müssen, er ist der Meister der Symbolik. Die Goldenen Fallschirme werden durch die Guillotine ersetzt werden. Uns Menschen kann man nicht erklären, weshalb wir leiden müssen, deshalb ist die Symbolik wichtig. Da muss sogar ich, als Ron Paul Anhänger, gestehen, dass Obama vielleicht eine clevere Wahl war.

Wir werden sehr interessante Zeiten erleben, und dies voraussichtlich noch von einem "Safe Harbour" aus. Tatenhungrige Leute werden bald enorme unternehmerische Opportunitäten haben. Ich freue mich.

learner
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Wie schön, einen Philosophen zum Wirtschaftsgeschehen zu hören:

NZZ: Herr Sloterdijk, Ihr Buch «Im Weltinnenraum des Kapitals» beschreibt die Entstehung der globalen Ökonomie im Zeichen der Seefahrt. Ist, was wir gegenwärtig erleben, ein gigantischer Schiffbruch?

Peter Sloterdijk: In den frühen Jahrhunderten der Globalisierung war der Schiffbruch der Inbegriff von Kapitalvernichtung. Man schickte Schiffe auf den Ozean, von denen man wusste, dass sie unter einem enormen Havarierisiko segeln. Bis heute lässt sich die Denkfigur des «return on investment» auch nautisch darstellen. Ihr liegt die Vorstellung zugrunde, dass die entsandten Schiffe mit reichen Schätzen beladen zurückkehren: Das Geld läuft um die Erde und kommt vermehrt wieder an seinem Ausgangspunkt an. Darum steht der klassische Unternehmer am Hafen und schaut in den Risikoraum hinaus. Der grosse Profit hängt am schwimmenden Kapital. Aber zugleich mit der Bejahung des Risikos wurde die Vorsicht die Unternehmertugend par excellence. Von der war im letzten Jahrzehnt wenig zu spüren.

Viel Geld ist in den Untiefen der Derivate und Hypotheken versenkt worden.

Man darf bezweifeln, dass die Metapher des Schiffbruchs für das, was heute mit den Vermögen geschieht, noch plausibel ist. Seriöse Leute behaupten, dass von den realen Vermögenswerten gar nichts verschwunden ist. Es sind keine Schiffe gesunken, es müssen jetzt lediglich die surrealen Bewertungen revidiert werden, die während der letzten zehn Jahre die meisten ökonomischen Transaktionen verzerrt haben, insbesondere bei Betrieben, Immobilien und Kunstwerken. Die riesenhaften Pseudovermögen, die dabei «angehäuft» bzw. an der Börse fingiert wurden, sind auf einen sinnvollen Massstab zurückzukorrigieren. In der amerikanischen Hypothekenkrise sind ja die Häuser nicht verschwunden. Die berühmten Realwerte sind alle noch vorhanden. Es spricht vieles dafür, dass sich die Dinge nach der Anpassung des aufgeblähten Geldvolumens an die realwirtschaftliche Basis wieder einspielen. Es gab einfach zu viel Geld, das blosses Spielgeld war, daher gab es massenhaft illusorische Wertberechnungen und haltlose Reichtumseinbildungen.

Viele sagen jetzt, sie hätten die grosse Krise kommen sehen.

Das war nicht schwer. Es gab ganze Bataillone von Kassandren, die immerzu auf die Labilität der Finanzmärkte hingewiesen haben, aber wer wollte das hören? Wir lebten in einer Frivolitätsphase. Man darf nicht vergessen: Die Moderne ist auf einem Parallelogramm antagonistischer psychopolitischer Energien aufgebaut. Darin ringen frivolisierende, leichtsinnig machende und den Konsum fördernde Kräfte unablässig mit den seriösen, sichernden und down to earth orientierten Tendenzen. Solange die Frivolitätskonjunktur herrschte, war die Stunde der Kassandren nicht gekommen. Aber Kassandren werden ohnehin nie gehört, das Menschenrecht auf Leichtsinn lässt sich zu keiner Zeit unterdrücken.

So mancher Wirtschaftsnobelpreisträger bezweifelt nach den Ereignissen der letzten Monate, dass man in seinem Fach mit einem herkömmlichen Begriff der Rationalität weiterkommen kann.

Wenn das so ist, würde ich dafür plädieren, dass sie die Nobelpreise zurückgeben, denn die wurden fast alle für Arbeiten vergeben, die auf rationalistischen Idealisierungen und mathematischem Bluff beruhten. Man muss endlich auch die Wirtschaftswissenschaften als Wissenschaften vom Irrationalen rekonstruieren, als eine Theorie des leidenschaftsgetriebenen und zufälligen Verhaltens. Die Psychologie beschreibt den Menschen seit über hundert Jahren als animal irrationale. Etwas Ähnliches zeichnet sich jetzt langsam in den Staats- und Wirtschaftswissenschaften ab. Auch dort porträtiert man den Menschen zunehmend als ein Wesen, das sich so gut wie nie als vernünftiger Langzeitrechner verhält. Der wirkliche Mensch, wie er ausserhalb der theoretischen Modelle erscheint, lebt durch die Leidenschaften, aus dem Zufall und dank der Nachahmung. Für aufklärerisch gesinnte Menschen enthalten diese Diagnosen starke Zumutungen. Wir wollen als vernünftig, organisiert, selbstdurchsichtig und originell gelten und sind in Wahrheit unberechenbar, chaosanfällig, trüb und repetitiv.

http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/aktuell/wir_lebten_in_einer_frivoli...

Es gibt noch Schlimmeres.

T15
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SMI im Dezember

ich find den abschnitt ganz schön

"Die riesenhaften Pseudovermögen, die dabei «angehäuft» bzw. an der Börse fingiert wurden, sind auf einen sinnvollen Massstab zurückzukorrigieren. In der amerikanischen Hypothekenkrise sind ja die Häuser nicht verschwunden. Die berühmten Realwerte sind alle noch vorhanden. Es spricht vieles dafür, dass sich die Dinge nach der Anpassung des aufgeblähten Geldvolumens an die realwirtschaftliche Basis wieder einspielen. Es gab einfach zu viel Geld, das blosses Spielgeld war, daher gab es massenhaft illusorische Wertberechnungen und haltlose Reichtumseinbildungen.

"

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arunachala
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SMI im Dezember

Leider aber haben diese «massenhaft illusorischen Wertberechnungen und haltlosen Reichtumseinbildungen» auch das reale Leben auf perverse Art und Weise verzerrt, die Armen und Ärmsten haben noch weniger Besitz und die Reichen sind reicher geworden. Über der regulierten Realwirtschaft hat sich ein regel- und zügelloses Netz von Finanztransaktionen gespannt, das starke Auswirkungen auf das reale Leben hat. Ob Inflation oder Rezession, wer 50 und mehr Prozent seines Budgets für Lebensmittel benötigt, wird unter der Krise mehr leiden als der Millionär.

Das Ungleichgewicht ist nicht nur zwischen der ersten und der dritten Welt gewachsen, sondern auch innerhalb der Länder und sozialen Schichten. Die hässliche Fratze des vielbeschworenen Neoliberalismus spuckt auf die Sterbenden in Bangladesh und Burkina Faso ebenso wie auf die Arbeitslosen und IV-Bezüger in der Schweiz.

Ich glaube nicht, dass sich «die Dinge nach der Anpassung des aufgeblähten Geldvolumens an die realwirtschaftliche Basis wieder einspielen», wie Sloterdijk schreibt. Zwar wurden keine realen Werte vernichtet, aber vieles wurde von den Reichen zusammengerafft und gestohlen, und diese werden freiwillig nichts davon hergeben (naja, vielleicht mal 22 Millionen - von wie viel? -, wahrscheinlich in Absprache mit dem Steuerberater sogar noch ein lohnendes Geschäft). Die ungerechte Verteilung von Geld und Gütern hat sich massiv verstärkt in den letzten beiden Jahrzehnten, was keine Legitimation für Terrorismus und auch Jugendkriminalität sein darf, aber ein Erklärungsansatz.

Es tobt nicht ein Kampf der Kulturen oder Religionen, es geht um Ökonomie, um eine anständige Verteilung der Güter auf Erden.

Schaut euch alte Menschen in der Schweiz an, verwitwete Bäuerinnen zum Beispiel: Ein Leben lang geschuftet, keine zweite Säule, nichts Erspartes, mit 20'000 Franken im Jahr sollen sie einen würdigen Lebensabend verbringen. Und dies in der Schweiz! Ist das nicht unglaublich gemein? Und dann gibt es noch Perverslinge, die sich beklagen, wegen den Alten seinen die Krankenkassenprämien dermassen hoch! Hässlicher, gieriger Mensch ...

seid schlang wie die klugen und schlug wie die klangen. (kasimir 487)

weico
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SMI im Dezember

MarcusFabian wrote:

Nicht ganz. Wir werden Zocks SMI 3500 sehen und auch UBS unter Fr. 10.-

Aber nicht in den nächsten 2 Monaten, denn im Moment ist eine Bärenmarktrally angesagt.

Ich wollte nur erklären, weshalb - entgegen aller Fundamentaldaten und aller Logik - die Kurse derzeit steigen. Ich wollte Euch ein bisschen darauf vorbereiten, kritisch zu bleiben, wenn die Medien in den nächsten Wochen positiver werden und das Ende von Krise und Rezession verkünden.

Auf Sicht von zwei Monaten ist UBS ein Kauf. Aber spätestens Ende Januar sollte man wieder glattstellen.

Schöner Kommentar.. :!:

Bin zwar ebenfalls diese Meinung, nur halte Ich nicht viel von solchen/etwelchen kurzzeitigen Sichtweisen/(Kurs)Prognosen.

Besonders nicht in solchen Krisen-Zeiten, wo schon eine "lächerlich kleine Börsenmeldung" den Kursverlauf so heftig bewegen (Rauf und Runter)kann.

Zocks schon viel zitierte SMI-Prognose, von 3500, werde Wir sicherlich sehen und zwar von weit Unten... 8) .Ich halte eine tiefe 2000er Zahl für durchaus möglich.

Wäre ja auch dann kein Weltuntergang,sondern nur eine schlichte Korrektur auf gesunde Höhen. Lol

Obwohl ja (fast)jederer eine "Japan-Korrektur" (um das "böse" Wort Deflation nicht zu gebrauchen.. :oops: ) als Unmöglich betrachtet sollte man sich doch mal anschauen ,wie sich dortige Bankaktien so entwickelt haben..

[img]http://zeitenwende.ch/images/stories/hrr/2008/11/mypictr_490x300(3).gif[/img]

[img]http://zeitenwende.ch/images/stories/hrr/2008/11/mypictr_490x300(2).gif[/img]

Quelle:

http://blog.zeitenwende.ch/hansruedi-ramsauer/japan-reloaded/

P.S...immer wieder "schöne Korrekturen" ,aber leider nicht nachhaltig.. :roll:

weico

Turbo
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SMI im Dezember

Straumann 7.8.2008

Mit Blick in die Zukunft gibt sich das Unternehmen zuversichtlich und rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum im unteren bis mittleren 20er-Prozentbereich in Lokalwährungen und einer Verbesserung der Betriebsgewinnmarge um 50 Basispunkte bei konstanten Wechselkursen. Die Reingewinnmarge soll rund 22% betragen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Jahresvorgaben halten können", sagte Achermann bestimmt.

Straumann 26.11.2008

Basel (AWP) - Die Dentalimplantateherstellerin Straumann reagiert auf die gegenwärtige Marktabschwächung mit der Einführung von Kurzarbeit. Das Wachstum des Dentalimplantatmarktes verlangsame sich in einem noch nie da gewesenen Ausmass, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

Diese drastischen Aenderungen innerhalb von so kurzer Zeit und und in vielen Bereich z.B. Einbruch beim Autoabsatz von einem auf den anderen Monat von 35% haben mir den Glauben an eine schnelle Erholung genohmen. Wie lange dieses Bearmarktrally weiss ich nicht, nur wird es wie alle davor auch wieder mit neuen Lows quitiert. Die Welt hat sich nach dem Fall von Lehmann und dem Verlust des Vertrauens ins kapiptalistische System rasant und massiv verändert. Das Kredtitkartenhaus in den USA bricht in sich zusammen und alles Geld das noch sinnlos reingebuttert wird, verlängert nur den Prozess der Gesundung. Gewusst haben wir es schon lange, das die Amerikaner auf Kosten anderer leben. Aber wir haben auch alle davon profitiert und nun tragen wir alle auch die Konsequenzen dieser Exesse. Irgend einmal werden wir den Boden finden und dies wird für mich dann sein, wenn der amerikanische Immobilienmarkt ihn erreicht hat.

Wir Schweizer haben diese Exesse ihn den 90er Jahren erlebt und im kleinen hat damals BKB das Gleiche gemacht wie heute die UBS und sogar eine Bank ging Pleite, die Spar und Leihkasse von Thun. Für mich persönlich waren auch 91-96 die schlechtesten Börsenjahre bis anhin.

Diese Krise hat weltweite Dimensionen und auch die Wachstumsländer spühren schon die drastischen Aendeungen des Konsumverhaltens und auch dort sind die Auftragsbücher massiv am schmelzen.

Bei mir ist im Moment Cash angesagt und wenn Investments primaer im Lebensversicherungsbereich wie Baloise, Helvetia und Swiss Life, wobei letztere mehr Geduld und Zeit in Anspruch nehmen wird.

Ich hoffe das wir 2009 die Wende erleben, aber im Moment ist es primaer nur die Hoffnung.

MF ich als Schwarzmaler, waer haette das gedacht, traurig :oops:

Ich hole es mir zurueck, du verdammtes Biest!

MarcusFabian
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SMI im Dezember

weico wrote:

Bin zwar ebenfalls diese Meinung, nur halte Ich nicht viel von solchen/etwelchen kurzzeitigen Sichtweisen/(Kurs)Prognosen.

Einverstanden. Aber aus zwei Gründen tue ich es dennoch:

1. Es gibt genügend Kommentare, die die Gegenwart erklären. ("Das ist passiert wegen diesem und jenem"). Das ist natürlich sinnvoll aber wir sind ja auch daran interessiert, zu erfahren, wie es weitergehen könnte und warum.

2. Streng genommen müsste ich das alles was die Zukunft betrifft, im futur konjunktiv schreiben: ("Würde x eintreffen, reagierte der SMI so"). Das ist aber nicht lesbar und schreibbar schon gar nicht. Wink

Einigen wir uns also darauf, dass, wenn ich schreibe "Das und das wird passieren", dass das halt nur eine von vielen Möglichkeiten ist. Allerdings jene, die ich persönlich als die wahrscheinlichste betrachte. Ok?

selekta
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SMI im Dezember

@ MarcusFabian

Vielen Dank für deine ausführliche Einleitung, intelligent und spannend geschrieben, jedoch ein wenig Einseitig und mit einem deutlichen "Systemkritischen" Bias.

Einige Kritikpunkte:

- Auch die reelle Wertschöpfung kennt einen Zinseszinseffekt, daher ist deine Vorstellung eines "Peak Credit" reine Illusion. Sehr simples beispiel: Ein bauer hat 2 Kühe, die Milch bringt ihm mehr ein, als das Futter kostet, er kann sich mit eine Dritte Kuh kaufen (ohne Kredit!) und mit den drei Kühen wiederum einen Überschuss erwirtschaften. This thing goes on and on, exponentially.

- Zudem hätten wir, wenn ich deine Verschwörungs - Inflationsdaten als Grundlage nehme, in den letzten Jahren stark negative Realzinsen erlebt. Kam es deshalb plötzlich zu eine Umverteilung von Reich zu Arm?

- Zur Vorstellung der ewig ratternden Notenpresse:

Cash und Einlagen der GB bei der FED sind durch Vermögenswerte gedeckt, FX,Bonds und Gold - In einem FIAT - Moneysystem natürlich hauptsächlich durch T- Bonds und Bills. Doch von einer Geldschwemme ohne Basis kann nur gesprochen werden, wenn das Fed als Marketmaker in T- Bonds/Bills fungieren muss, da sonst niemand mehr bereit ist, dem Treasury geld auszuleihen. Ist das momentan der Fall?

=> Nein, T-Bonds sind so begehrt wie schon lange nicht mehr, die Chinesen haben sich vom Kauf von Agency - Bonds völlig abgewendet und kaufen nun wie verrückt T-Bonds. Schlussendlich ist jeder Dollar durch Chinesische Arbeit gedeckt (sehr stark vereinfacht Ausgedrückt).

- Reflation, (Kandidat für das Unwort des Jahres) ist , wenn man die momentane Makroökonomische Lage der USA neutral betrachtet, höchst unwahrscheinlich. Wir werden für eine längere zeit (2-3 Jahre) ein Deflationäres Umfeld haben, deshalb frage ich mich, ob du mit deinem Gold wirklich glücklich wirst und nicht besser T- Bond - CDS kaufen würdest =>

http://ftalphaville.ft.com/blog/2008/11/25/18681/the-armageddon-index/

Nouriel Roubini zur Deflation:

We Are Close to Deflation and Stag-Deflation

First of all, signs of stag-deflation now are clear: we are in a severe recession and now the recent readings of both the PPI and the CPI are showing the beginning of deflation. Slack in goods markets with demand falling and supply being excessive (because of years of excessive overinvestment in new capacity in China, Asia and emerging market economies) means lower pricing power of firms and need to cut prices to sell the burgeoning inventory of unsold goods; slack in labor markets with sharp fall in employment and sharp rise in the unemployment rate means lower wage pressures and lower labor cost pressures; and slack in commodity markets – that have already fallen by 30% from their summer peaks and will fall another 20-30% in a global recession – means lower inflation and actual deflationary forces. Given a severe US and global recession deflation will soon be a reality in the US, Japan, Switzerland, UK and, down the line, even in the Eurozone and other economies.

The Risk of a Liquidity Trap

When deflation sets in central banks need to worry about it and worry about a liquidity trap. Take the example of the 2001 recession: that was a mild 8 months recession in the US and over by end of 2001. But by 2002 the US inflation rate had fallen towards 1% (effectively 0% or negative given imperfect measurement of hedonic prices) that the Fed was forced to cut the Fed Funds rate to 1% and Ben Bernanke - then a Fed Governor – was writing speeches titled “Deflation: Making Sure “It” Does Not Happen Here” meaning it would not happen in the US as Japan was already in a deflation at that time. So if a mild recession – that was not even global – led to deflation worries how severe deflation could be in a recession that even the IMF is now forecasting to be global in 2009?

When economies get close to deflation central banks aggressively cut policy rate but they are threatened by the liquidity trap that the zero bound on nominal policy rates implies. The Fed is now effectively already in a liquidity trap: the target Fed Funds rate is still 1% but expected to be cut to 0.5% in December and down to 0% by early 2009. Also, while the target rate is still 1% the effective Fed Funds rate has been trading close to 0.3% for several weeks now as the Fed has flooded money markets with massive liquidity injections; so we are effectively already close to the 0% constraint for the nominal policy rate.

Why should we worry about a liquidity trap? When policy rates are close to zero money and interest bearing short term government bonds become effectively perfectly substitutable (what is a zero interest rate bond? It is effectively like cash). Then further open market operations to increase the monetary base cannot reduce further the nominal interest rate and therefore monetary policy becomes ineffective in stimulating consumption, housing investment and capex spending by the corporate sector: you get stuck into a liquidity trap and more unorthodox monetary policy actions (to be discussed below) need to be undertaken.

The Costs and Dangers of Price Deflation

Before we discuss the monetary policy options in a deflation and liquidity trap let us consider the costs and dangers of deflation.

First, if aggregate demand falls sharply below aggregate supply then price deflation sets in (and indeed there is already massive price deflation in the US in the sectors – housing, autos/motor vehicles and consumer durables – where the excess inventory of unsold goods is huge). The fall in prices and the excess inventory of unsold goods forces firms to cut back production and employment; the ensuing fall in incomes leads to further fall in demand and induce another vicious cycle of falling prices and falling production/employment/income and demand.

Second, when there is deflation there is no incentive to consume/spend today as prices will be lower tomorrow: buying goods today is like catching a falling knife and there is an incentive to postpone spending (consumption and investment spending) until the future: why to buy a home or a car today if its price will fall another 15% and purchasing today would imply having one’s equity in a home or a car fully wiped out in a matter of months? Better to postpone spending. But this postponing of spending exacerbates the vicious cycle of falling demand and supply/employment/income and prices.

Third, when there is deflation real interest rate are high and rising in spite of the fact that nominal policy rates are zero. If the policy rate is zero and there is a 2% deflation the real short term policy rate is actually a positive 2% that further depresses consumption and investment; and real long-term market rates are even higher with deflation – as discussed in detail below – as market rates at which firms and households borrow are much higher than short term policy rates.

The Deadly Deeds of Debt Deflation

Fourth, deflation also leads to the nightmare of debt deflation, a situation well analyzed by Fisher during the Great Depression. If debt liabilities are in nominal terms (D) and at a fixed long term interest rate (i) a reduction in the price level (P) increases the real value of such nominal liabilities (D/P goes up); so debtors that are already distressed in a recession and deflation become even more distressed as the real burden of their liabilities (D/P) sharply rises.

Another complementary way to see the perverse effects of debt deflation is to notice that the ex-post – as opposed to the ex-ante –real interest rate faced by borrowers sharply rise. Suppose you are a firm or household that had borrowed – say a 10 year mortgage or a 10 year corporate bond – at an interest rate (i) of 5% at the time when inflation (dP/P) was expected to remain at 3%; then the real ex-ante real cost of borrowing (r= i – dP/P) was only 2% (the difference between 5% and the expected inflation of 3%). Now suppose that, ex-post, the economy falls into a deflation trap and prices are now falling at 2% annual rate and expected to fall as much for a number of years. Now the ex-post real interest rate (r= i – dP/P) on that borrowing rises from 2% ex-ante to an actual ex-post 7% (5% - (-2%)). Thus, ex-post unexpected deflation sharply increases the real interest rate faced by borrowers or, equivalently, sharply increases the real ex-post value of their real liabilities (D/P).

Things are even worse if the debtor had borrowed to finance the leverage purchase of assets whose prices is now falling. Suppose you are a household who borrowed at a 5% mortgage rate to purchase a home whose price is now falling at an annual rate of 15%. Then the effective real interest rate that you are facing on your debt is not 5% but a whopping 20% (the sum of the 5% mortgage rate plus the 15% fall in the price of the underlying asset) that soon leads you into the depth of negative equity into your home. Thus, leveraged purchase of assets whose price is falling is an even more deadly form of debt deflation.

In all of its forms and manifestations debt deflation sharply increases the risk that borrowers will be forced to default on real obligations that they cannot service. Thus, debt deflation is associated with a sharp rise in corporate defaults and household defaults that creates a spiral of deflation, debt deflation and defaults.

High Market Real Interest Rates and Costs of Borrowing in a Deflation/Liquidity Trap

In situations of deflation and liquidity trap traditional monetary policy becomes pathetically ineffective. Consider now why monetary policy is ineffective. The real long-term interest rate faced by borrowers (say a mortgage holders who has a 10 year fixed rate mortgage or a corporate who issues a 10 year nominal rate bond) is given by the following expression:

Real Long Term Market Rate = (Nominal Long Term Market Yield – Inflation Rate) = (Nominal Long Term Market Yield – Long Term Government Bond Yield) + (Long Term Government Bond Yield – Fed Funds Rate) + Fed Funds Rate - Inflation Rate

Similarly the real short-term interest rate faced by borrowers (say a mortgage holder who has a variable rate mortgage or a consumer with credit card debt or a corporate who issues short term commercial paper) is given by the following expression:

Real Short Term Market Rate = (Nominal Short Term Market Yield – Inflation Rate) = (Nominal Short Term Market Yield – 3 month Libor rate) + (3 month Libor rate – Fed Funds Rate) + Fed Funds Rate - Inflation Rate

The first expression above shows clearly that even if the policy rate (the Fed Fund rate) is 0% the long term real interest rate faced by market borrowers can be very high for three reasons:

1. For any given nominal market rate there is deflation that increases real rates

2. The spread between the nominal market rate and the long term nominal yield on safe government bonds (representing the credit spread) can be high and rising

3. The spread between the nominal government bond yield and the policy rate (the yield curve spread) can be high and rising

A similar three-part decomposition holds for the short term real market rate that depends on deflation, on the spread between market rates and the short –term Libor rate and the spread between short term Libor and the policy rate.

Now, in a situation of a liquidity trap all three factors described above keep real long term market rates high and rising in spite of falling policy rates (that end up with the Fed Funds rate down to zero). First, the credit spread has widened for high yield corporates from 250bps in June of last year to a whopping 1600bps in recent days; even the credit spread for high grade corporate has gone from 50bps to 400-500bps. Second the spread between long term government bonds and the Fed Funds rate has sharply increased as the Fed Funds rate has been reduced from 5.25% to 1% (soon 0%) while long bond yields have fallen very little (about 100bps). Third, inflation is sharply falling and deflation is over the horizon.

The same holds for the sharp increase in real short term market rates since the beginning of the liquidity crunch in money markets and short term debt markets: a rise in the spread between market rates (say credit cards or commercial paper) and 3 month Libor; a rise in the spread between 2 month Libor and the policy rate (or variants of the same such as the TED spread or the Libor-OIS spread); a fall in inflation and the onset of deflation.

I don't wanna change the world, I only wanna stop pretending.

MarcusFabian
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SMI im Dezember

selekta wrote:

- Auch die reelle Wertschöpfung kennt einen Zinseszinseffekt, ... Ein bauer hat 2 Kühe, die

Milch bringt ihm mehr ein, als das Futter kostet, er kann sich mit eine Dritte Kuh kaufen (ohne Kredit!)

und mit den drei Kühen wiederum einen Überschuss erwirtschaften. This thing goes on and on, exponentially.

Weder in der Physik noch in der Chemie oder Biologie gibt es exponentiell

funktionierende Systeme, die nicht irgendwann kollabieren.

Die einzigen, die an so etwas glauben sind die Ökonomen.

In Deinem Beispiel hat der Bauer irgendwann eine Überschuss- Produktion,

die den Milchpreis unter die Futter-Kosten sinken lässt. Spätestens wenn er 1 Mio Kühe hat ist mit dem 50%-Wachstum Schluss.

Quote:

- Zudem hätten wir, wenn ich deine Verschwörungs - Inflationsdaten als Grundlage nehme,

in den letzten Jahren stark negative Realzinsen erlebt. Kam es deshalb plötzlich zu eine

Umverteilung von Reich zu Arm?

Negative Realzinsen hatten wir. Die gingen bis -1.5% und das sogar bei den geschönten Teuerungsraten

des BIS.

Zu einer Umverteilung von Arm zu Reich (nicht umgekehrt!) kam es schon immer.

Allerdings nicht plötzlich sondern schleichend langsam.

Es ist ja auch einfach: Von den stetig steigenden Zinseszinsen profitieren

die Geldgeber während die Schuldner mehr und mehr arbeiten müssen,

um die Zinszahlungen zu bewältigen.

Guck mal hier: http://www.relfe.com/plus_5_german.html?

Quote:

Doch von einer Geldschwemme ohne Basis kann nur gesprochen werden, wenn das Fed als Marketmaker in T- Bonds/Bills fungieren muss, da sonst niemand mehr bereit ist, dem Treasury geld auszuleihen. Ist das momentan der Fall?

Ja, genau das ist derzeit der Fall. Wir sehen nur die Auswirkungen noch nicht.

Bisher (vor dem 15. November) hat die FED die bailouts aus der eigenen Kasse finanziert,

indem sie Giftmüll der Banken gegen T-Bonds aufgekauft hat.

Entsprechend hat sich der Bestand an T-Bonds in wenigen Monaten von rd. 800 auf 470 Mrd. verringert.

Normalerweise läuft es so: Wenn die USA Geld brauchen, geben sie T-Bonds

aus, die dann von kapitalkräftigen Anlegern gekauft werden. Z.B. Chinesen.

Mit diesem Geld können dann Schulden, bailouts etc. finanziert werden.

Seit dem 15. November läuft es anders. Die 8.5 Billionen

wurden nicht über eine T-Bond Auktion finanziert. Das ist rein

frisch gedrucktes Geld, eine reine Monetarisierung der Schulden

durch die Druckerpresse!

Oder meinst Du, in der aktuellen Situation würden sich

Geldgeber finden lassen, die den USA 8.5 Billionen Kredit geben?

Quote:

Schlussendlich ist jeder Dollar durch Chinesische Arbeit gedeckt

(sehr stark vereinfacht Ausgedrückt).

Darüber werden sich die chinesischen Arbeiter aber freuen Wink

Der US-Dollar ist durch nichts und gar nichts gedeckt.

Nur durch Vertrauen.

Der Dollar ist nichts anderes als eine unbefristete Call-Option

auf Dein Vertrauen ins amerikanische Finanzsystem!

Quote:

- Reflation, (Kandidat für das Unwort des Jahres) ist , wenn man

die momentane Makroökonomische Lage der USA neutral betrachtet, höchst unwahrscheinlich.

Wir werden für eine längere zeit (2-3 Jahre) ein Deflationäres Umfeld haben,

Genau an dieses deflationäre Umfeld glaube ich eben nicht.

Und das aus mehreren Gründen:

Es ist richtig, dass (wie auch Roubini schreibt) der US-Konsument

nicht seine Schulden ausbauen und weiterhin

so viel konsumieren wird wie in der Vergangenheit.

Im Gegenteil, er wird sparen und somit droht hier eine deflationäre Depression.

Andererseits kann ich mir aber beim besten Willen nicht vorstellen,

dass der Dollar, der im Moment wie wahnsinnig gedruckt wird,

an Wert gegenüber Sachwerten gewinnen sollte. und genau das wäre

ja per Definition "Deflation". Also eine höherbewertung von Papiergeld

gegenüber harten Assets.

Ich erwarte deshalb, dass jene Länder, die überschüssige Dollarvermögen haben,

in den USA auf Einkaufstour gehen, um Firmen, Immobilien

und andere harte Assets zu kaufen, solange sie für das grüne Papier

noch etwas wertvolles bekommen. Wir hätten damit für die USA ein

Szenario wie in Argentinien um 2000.

Zusammengefasst: Keine Deflation wie zur Zeiten des Goldstandards

sondern eine Währungskrist im Dollar.

Quote:

deshalb frage ich mich, ob du mit deinem Gold wirklich glücklich wirst und nicht besser T- Bond - CDS kaufen würdest =>

T-Bonds und CDS überlasse ich gerne Dir. Gold ist halt

ein sicherer Hafen. Es wirft zwar keine rendite ab und steigt höchstens

während einer Krisenzeit im Wert aber verlieren kann man langfristig eben auch nicht.

Ich habe mit Gold seit Mai nicht viel verdient (ca. 7%) aber stehe ungleich besser

da als jeder, der Aktien gehalten hat.

P.S. Schmeiss doch bitte den langen Link am Ende Deines Postings raus. Das Forum macht

keine sauberen Zeilenumbrüche und alles wird zu breit und unlesbar.

bengoesgreen
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Klammerbemerkung: In der Physik gibt sehr wohl exponentiell funktionierende Systeme, die nie kollabieren. =Beschleunigung eines Teilchens auf nahezu Lichtgeschwindigkeit, braucht exponentiell zunehmende Energiezufuhr, man kann aber Lichtgeschw. nicht erreichen, weil es unendlich viel Energie brauchen würde.

Item, Ich glaube wir können sehr wohl noch einige Jahrzehnte so weitermachen, wie zuvor. Bevölkerungswachstum (global) & neue Technologien erhalten unser System des ewigen Wachstums. Wenn wir an unsere Grenzen kommen, expandieren wir in den Weltraum LolWinkWinkWink

Was ich noch zufügen wollte, wir hatten dieses Jahr ein Jahrestief beim SMI von 5034.41. Wenn man weicos Chart anschaut und eine laaange Unterstützungslinie (Tief 90/91 und 03) zeichnet, kommt man ungefähr auf 5000. Ich glaube das ist der Boden, der wird aber sicherlich noch einmal getestet werden. (Das ist natürlich nicht der einzige Grund warum ich das glaube, es gibt natürlich fundamentale Gründe).

PS: Schade ist der Chart nicht logarithmisch (konnte keinen finden).

3) Φιλαργυρία

weico
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SMI im Dezember

bengoesgreen wrote:

Was ich noch zufügen wollte, wir hatten dieses Jahr ein Jahrestief beim SMI von 5034.41. Wenn man weicos Chart anschaut und eine laaange Unterstützungslinie (Tief 90/91 und 03) zeichnet, kommt man ungefähr auf 5000. Ich glaube das ist der Boden, der wird aber sicherlich noch einmal getestet werden. (Das ist natürlich nicht der einzige Grund warum ich das glaube, es gibt natürlich fundamentale Gründe).

PS: Schade ist der Chart nicht logarithmisch (konnte keinen finden).

Hier ein logaritmischer Chart

http://ca.finance.yahoo.com/charts?s=%5ESSMI

Wenn Du jetzt Deine laaange Unterstützungslinie (Tief 90/91 und 03) zeichnet,ist der Boden... :oops:

Soviel zum Thema "zeichnen"... 8)

weico

Psytrance24
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SMI im Dezember

bengoesgreen wrote:

Item, Ich glaube wir können sehr wohl noch einige Jahrzehnte so weitermachen, wie zuvor. Bevölkerungswachstum (global) & neue Technologien erhalten unser System des ewigen Wachstums. Wenn wir an unsere Grenzen kommen, expandieren wir in den Weltraum LolWinkWinkWink

Jep, anno 1969 dachten alle, dass wir um das Millenium schon den Mars besiedelt hätten, das läuft alles viel langsamer als man "geglaubt" hatte...

Quote:

Was ich noch zufügen wollte, wir hatten dieses Jahr ein Jahrestief beim SMI von 5034.41. Wenn man weicos Chart anschaut und eine laaange Unterstützungslinie (Tief 90/91 und 03) zeichnet, kommt man ungefähr auf 5000. Ich glaube das ist der Boden, der wird aber sicherlich noch einmal getestet werden. (Das ist natürlich nicht der einzige Grund warum ich das glaube, es gibt natürlich fundamentale Gründe).

PS: Schade ist der Chart nicht logarithmisch (konnte keinen finden).

In der Tat: 5034 sollten für mehrere Wochen das Low gewesen sein, ich rechne mit einem Test der Lows im Dezember, sollte aber truncated sein, sprich -> Higher Lows, und dann die Bearmarketrally.

Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen.

A. Schopenhauer



Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

selekta
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SMI im Dezember

Vielen Dank für die ausführliche Antwort. A few more things:

Quote:

Negative Realzinsen hatten wir. Die gingen bis -1.5% und das sogar bei den geschönten Teuerungsraten

des BIS.

Gut. Dein schluss daraus ist allerdings falsch. Mal angenommen, die USA wird mit dollars überflutet. Nun behauptest du dass diejenigen die viel Geld halten (= Reich sind= Gläubiger sind) von der Inflation profitieren (steuern auf Geldhaltung) und die Armen (Schuldner), deren Schuld reell immer weniger wert ist, unter der Geldvermehrung leiden?

Macht in meinen Augen absolut keinen sinn. Lasse mich allerdings gerne vom Gegenteil überzeugen.

Quote:

In Deinem Beispiel hat der Bauer irgendwann eine Überschuss- Produktion,

die den Milchpreis unter die Futter-Kosten sinken lässt. Spätestens wenn er 1 Mio Kühe hat ist mit dem 50%-Wachstum Schluss.

Stimmt. Genau dasselbe funktioniert mit dem Preis für Geld a.k.a. Zins. Irgendwann ist die Geldmenge so gross, dass die Zinsen sinken und sich der Zins (auch mit Zinseszins) der marginalen Produktivität in der Realwirtschaft anpasst.

Quote:

Seit dem 15. November läuft es anders. Die 8.5 Billionen

wurden nicht über eine T-Bond Auktion finanziert. Das ist rein

frisch gedrucktes Geld, eine reine Monetarisierung der Schulden

durch die Druckerpresse!

Link? Source? Finde keine Information auf der seite der FED.

Quote:

Der Dollar ist nichts anderes als eine unbefristete Call-Option

auf Dein Vertrauen ins amerikanische Finanzsystem!

Das ist bei jedem FIAT- Money so. Es ist quasi der Wert des versprechens der FED, eine sinnvolle Geldpolitik zu betreiben. Verstehe mich nicht falsch, ich bin oberbearish im Dollar. Doch was ist der beste Weg um auf einen Zerfall zu spekulieren.

Gold? Nein. Ich erwarte, trotz der enorm expansiven Geldpolitik, keine starke Erweiterung der USD Geldmenge, da es generell zu einem enormen De - Leveraging und somit zu einer starken verminderung des Geldmengenmultiplikators kommen wird. Daher schliesse ich ein stark Inflationäres Szenario aus.

Was bleibt noch übrig? EUR,CNY,CHF - Everything totally doomed.

JPY? Die werden zwar als eine der wenigen Nationen noch mit einem soliden Bankensystem dastehen, doch was bringt ihnen das, wenn die Realwirtschaft aufgrunde eines viel zu starken JPY völlig zugrunde geht.

NOK, AUD? Forget it, schau dir mal den Baltic Dry Index an, dann siehst du, was den Emerging Markets blüht, die den Rohstoffnachfragerückgang auffangen sollten.

Dann wären da noch die T-Bonds. Da ich mir beim besten willen nicht vorstellen kann, dass sich die USA eine Hyperinflation leisten will (zu viele Mächte habe ein Interesse an einem relativ stabilen Dollar), bleibt nur noch die Wette auf einen Default der USA. How to do this?

A) Short 30y T-bonds

B) Long T-Bond CDS

Edit: Gebe dir mein Feedback zum reife.com - Artikel, sobald ich ihn zu Ende gelesen habe.

I don't wanna change the world, I only wanna stop pretending.

bengoesgreen
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SMI im Dezember

weico wrote:

http://ca.finance.yahoo.com/charts?s=%5ESSMI

weico

Danke weico für den Chart. Im log-Chart sieht es durchaus ein bischen weniger rosig aus :oops:

Ich hab mal eine neue Linie gezeichnet und die Steigung berechnet (~8.4 Jahre für eine Verdopplung). Das gibt 8.5% p. a. Habe in Erinnerung das dies ungefähr dem langjährigen historischen Durchschnitt entspricht für den SMI (kommt natürlich auf den Zeitrahmen drauf an). Für den DJIA liegt er einige Punkte höher.

Man sieht deutlich, dass die Korrektur verhältnissmässig stark war, aber auch kurz (so far) - die dotcom-Krise dauerte viel länger. Es ist durchaus möglich, dass wir für die kommenden Jahre rel. tiefe Kurse sehen sollten. Ich glaube es wird sich aber auch die Spreu vom Weizen trennen. Gutes Beispiel: Barry Callebaut. Wurden wie alles runtergeprügelt, lieferten aber gutes Ergebnis und korrigierten entsprechend stark nach Norden. Meine Meinung: Banken dürften über Jahre leiden (und tief bewertet werden), Energie (green!) und Commodities ziehen frühestens Mitte 09 schon wieder an, wenn auch nicht so stark wie früher.

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3) Φιλαργυρία

MarcusFabian
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MarcusFabian
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Fein, wir kommen uns langsam näher Wink

selekta wrote:

Gut. Dein schluss daraus ist allerdings falsch. Mal angenommen, die USA wird mit dollars überflutet. Nun behauptest du dass diejenigen die viel Geld halten (= Reich sind= Gläubiger sind) von der Inflation profitieren (steuern auf Geldhaltung) und die Armen (Schuldner), deren Schuld reell immer weniger wert ist, unter der Geldvermehrung leiden?

Wovon reden wir? Von Zinsen oder von Inflation?

Im Zinssystem profitieren die Gläubiger von dern Schuldnern. Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer.

In der Inflation, bei Geldentwertung profitiert keiner. Wenn die Realzinsen negativ werden, profitiert sogar der Schuldner, weil die Zinsgewinne des Gläubigers weggefressen werden. Der merkt das natürlich und wird entweder höhere Zinsen verlangen oder in Gold abwandern.

Quote:

Irgendwann ist die Geldmenge so gross, dass die Zinsen sinken und sich der Zins (auch mit Zinseszins) der marginalen Produktivität in der Realwirtschaft anpasst.

Und was ist mit dem Zinseszins? Spätestens, wenn Zins und Zinseszins das BIP überschreiten muss das System entweder kollabieren oder entschieden deflationiert werden.

Quote:

Link? Source? Finde keine Information auf der seite der FED.

Guckste hier: Nicht nur wegen des Artikels sondern auch wegen der Links.

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2008/11/776-billionen-dollar-kreditgarantien.html

Es würde mich auch wundern, wenn die FED abgesehen von den knapp 2.96 Mrd auch Kredit-"GARANTIEN" in die Bilanz aufnehmen würde. Da gehören sie ja noch nicht hin.

Und die Staatsgarantien? Würde man die auf einer FED-Seite überhaupt finden?

Quote:

Doch was ist der beste Weg um auf einen Zerfall zu spekulieren.

Gold? Nein.

Doch und zwar aus Gründen, die Du selbst weiter unten nennst:

Was bleibt noch übrig? EUR,CNY,CHF - Everything totally doomed.

JPY? ...

NOK, AUD? Forget it, ...

Ich meine, Du bist mit Dir selbst im Konflikt. Einerseits erkennst Du - oder spürst es irgendwie - dass mit unserem fiat-Geldsystem etwas nicht in Ordnung ist und dass die Gelddruckerei irgendwie nicht funktionnieren kann.

Andererseits leuchten Dir die Argumente von Roubini ein, dass die USA in eine Deflationsspirale geraten könnten, wo bei sinkenden Preisen entsprechend der Dollar an Wert gewinnt.

Du denkst an Alternativen, ziehst dabei alle anderen Papierwährungen ins Kalkül und verwirfst eine nach der anderen.

Was Dir aber nicht in den Sinn kommt ist, Dich auf die einzige Währung abzustützen, die nicht inflationiert und entwertet werden kann und seit 5000 Jahren DER Garant für Stabilität ist.

Macht diese Haltung Sinn?

Quote:

Ich erwarte, trotz der enorm expansiven Geldpolitik, keine starke Erweiterung der USD Geldmenge,

Erklär mir mal bitte den Unterschied zwischen expansiver Geldpolitik und Erweiterung der USD Geldmenge :?:

Quote:

da es generell zu einem enormen De - Leveraging und somit zu einer starken verminderung des Geldmengenmultiplikators kommen wird. Daher schliesse ich ein stark Inflationäres Szenario aus.

Mit anderen Worten: Die virtuell zerstörten Milliarden werden durch virtuelle Milliarden ausgeglichen und das Geld gelangt nicht in den Kreislauf?

Bleibt also in M0 aber kommt nie in M3 an?

Quote:

schau dir mal den Baltic Dry Index an, dann siehst du, was den Emerging Markets blüht, die den Rohstoffnachfragerückgang auffangen sollten.

Den beobachte ich seit einigen Monaten recht intensiv. Allerdings als erster Linie als Vorläufer für den DJTA, der wiederum als Vorläufer für die Aktienmärkte gilt.

Guckste hier: http://www.cash.ch/node/2262#comment-348656

Ich habe auch nie behauptet, dass wir keine Rezession erleben würden (oder die Emerging Markets). Im Gegenteil: Ich habe die Rezession schon lange vor der Mainstream-Presse angekündigt.

Quote:

Dann wären da noch die T-Bonds. Da ich mir beim besten willen nicht vorstellen kann, dass sich die USA eine Hyperinflation leisten will (zu viele Mächte habe ein Interesse an einem relativ stabilen Dollar), bleibt nur noch die Wette auf einen Default der USA. How to do this?

Zunächst: Es wird die Zeit kommen (wenn sie nicht schon da ist), wo der Markt nicht mehr danach fragt, was die USA will.

Abgesehen davon ist eine Hyperinflation durchaus im Interesse der USA, denn nach dem Motto "beggar your neighbour" würden sich die USA auf Kosten der Welt entschulden. Schliessich lauten ihre Schulden ja in Dollars und von denen können sie drucken soviel sie wollen.

In der Folge - wenn wir diese Verschwörungstheorie mal gedanklich weiterverfolgen - würden alle Papiere weltweit kollabieren. T-Bonds wie Papiergeld, ETF's und der die ganze Derivate-Buchstabensuppe.

Das Vertrauen in Papier - insbesonders amerikanisches - wäre zerstört.

In dieser Situation könnten die USA - nun schuldenfrei - auftrumpfen und eine neue globale Währung lancieren, die - um das Vertrauen wieder herzustellen - gedeckt ist durch Rohstoffe und harte Assets.

Da die USA im Gegensatz zu uns dummen Europäern ihre Goldreserven noch in vollem Umfang besitzen (8000 t von 32'000 t weltweit) stünden sie nun wieder besonders stark da.

Fazit: Im (Hyper)inflations-Szenario profitiert der Goldbesitzer. Bei kollabierenden Währungen ohnehin.

Im Deflationsszenario profitier er auch, denn dann ist Cash King und Gold ist bekanntlich die stabilste Form von Cash.

Die einzige Situation, wo man als Goldbesitzer verliert ist, wenn die Wirtschaft und die Geldmärkte in geordneten, überschaubaren Bahnen verlaufen. Aber davon sind wir im Moment meilenweit entfernt.

selekta
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SMI im Dezember

Quote:

Wovon reden wir? Von Zinsen oder von Inflation?

Nominelle Zinsen sind für mich uninteressant und ökonomisch irrelevant. Daher fasst das Erste das Zweite mit ein.

Fakt ist, bei negativen Realzinsen profitieren Schuldner, wie du ja erwähnt hast. Und da du ja in deinem Startposting Schuldner = Arm, Gläubiger = Reich setzt...

Quote:

Der Fluch besteht nunmal darin, dass jegliches Geld=Schuld ist und Schulden verzinst und verzinseszinst werden müssen. Entsprechend fliesst mehr Geld an die Reichen und weniger in die Taschen der Armen.

...ist diese Tatsache inkonsistent, mit deiner Zinseszins - Aussage. Denn auch mit negativen Zinsen resultiert ein Zinseszinseffekt, worauf dein konstrukt mit den ewig ansteigenden Kapitaleinkommen nicht mehr funktioniert.

Was wir momentan weltweit sehen, ist genau das, was ich dir vorhin versucht habe zu erklären: Das wirtschaftliche Wachstum stösst an Kapazitätsgrenzen (da es nicht undendlich exponentiell fortsetzbar ist), der marginale Nutzen zusätzlichen Kredits schrumpft, somit auch die Nachfrage nach Geld, worauf sich die Zinsen senken, aber reell immer noch positiv sein sollten. Negative realzinsen können eigentlich nur durch die Enormen Boom/Bust - Zyklen entstehen, die allerdings in den letzten Jahren zunehmend groteske züge angenommen haben.

Der Punkt ist, wenn die steigerung des linearen Arbeitseinkommens grösser ist als die exponentielle Steigerung des Kapitaleinkommens, geht deine Money - Trap nicht auf. Und - funktionierende Kreditmärkte vorausgesetzt - wird sich ein Gleichgewicht einpendeln, bei dem die Steigung des Kapitaleinkommens der Steigung des Arbeitseinkommens entspricht.

Quote:

Die 8.5 Billionen

wurden nicht über eine T-Bond Auktion finanziert.

Habe deinen Link gelesen, habe allerding keinerlei Hinweise darauf gesehen, dass die Gelder, respektive ein Teil davon, NICHT über eine Auktion beschafft werden sollten. Ausserdem - warum sollte sich die USA bei sich selbst verschulden, wenn sich doch die ganze Welt (noch!) um T-Bonds reisst (siehe Futures)?

Quote:

Einerseits erkennst Du - oder spürst es irgendwie - dass mit unserem fiat-Geldsystem etwas nicht in Ordnung ist und dass die Gelddruckerei irgendwie nicht funktionnieren kann.

Ein nicht warengedecktes Währungssystem ist dem z.b. Goldgedeckten um Längen überlegen. Seine flexibilität, schnelligkeit und Reagibilität sind um längen besser SOLANGE! die verantwortlichen Notenbanker und Politiker im Sinne eines gesamtgesellschaftlichen Nutzen handeln und sich nciht von Korruption kurzfristigem Denken und Lobbying vereinnehmen lassen. Sobald die Seignorage - Aspekte zu den eigenen Gunsten ausgenutzt werden, entstehen Ineffizienzen (direkte und indirekte Kosten der Inflation und fehlallokation von Ressourcen), welche die Vorteile eines FIAT - Moneysystems wieder zunichte machen. Generell sagt man, dass ein FIAT - Moneysystem vom gesamtwirtschaftlichen Nutzen besser abschneidet, solange die durchschnittliche Inflation unter 4-6% liegt (je nach Untersuchung).

Daher bin ich nicht verwirrt, sondern sehe lediglich, dass in allen erwähnten Ländern, das bestehende Monetäre Regime missbraucht wurde. Die Gelddruckerei funktioniert - in der Implementierung finden die entscheidenenden Fehler statt.

Quote:

Erklär mir mal bitte den Unterschied zwischen expansiver Geldpolitik und Erweiterung der USD Geldmenge Question

Du gibst die Antwort gleich selbst: Das FED kann nur die Notenbankgeldmenge beeinflussen, was die Publikumsgeldmengen angeht, hat sie sehr begrenzte Einflussmöglichkeiten (z.B. kann sie Minimalreservesätze festlegen, aber keine Maximalreservesätze).

=> Quote:

Bleibt also in M0 aber kommt nie in M3 an?

Quote:

Es wird die Zeit kommen (wenn sie nicht schon da ist), wo der Markt nicht mehr danach fragt, was die USA will.

Genau, sondern die USA muss den Markt fragen, was er will. Und das sind mehr Dollares als Zins, worauf die T-Bonds gewaltig in den Keller rauschen dürften.

Dein Hyperinflationszenario ist nur realistisch, wenn die USA politisch- und wirtschaftlich eine immense Monopolmacht hätten, was m.E. nicht mehr in dem Ausmass der Fall ist. Dass die Welt - zusätzlich zu den wenigen US - Bürgern, die noch Nettogläubiger sind Wink - einen noch nie gesehenen Diebstahl erlauben würde kann ich mir nicht vorstellen.

Nice evening

PS: Zeitgeist & Konsorten sind schön umfassende Gedankliche konstrukte, die den Leser/Betrachter nicht im geringsten dazu anregen IHRE Vorstellungen in Frage zu stellen. Generell habe ich etwas mühe mit Verschwörungstheorien, da man in dem Umfeld immer wieder auf cocksucking motherfuckin racists wie Hal Turner (Amero - Vorreiter) und jegliche Sektenbrüder trifft.

I don't wanna change the world, I only wanna stop pretending.

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