SMI im Dezember 2011

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01.12.2011 13:48
#1
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SMI im Dezember 2011

Ein Rückblick auf das November-Posting ist diesmal nicht nötig, denn ich habe weder für den SMI noch für sonst was eine Prognose abgegeben.

Sonderlich interessant war der November auch nicht. Geprägt von zwei Stimmungen:

Einerseits durch die Euro-Krise, die sich nun definitiv auf Italien und Spanien auszubreiten scheint.

Andererseits durch die als QE verkauften gesenkten SWAP-Zinssätze der Zentralbanken in den letzten Tagen. Doch dazu später mehr.

Vom Preisverlauf her war der November im SMI ein Nullsummenspiel. Der SMI stand Anfang und Ende Monat in etwa auf demselben Niveau:

Der Aufwärtskanal der seit August laufenden Bärenmarktrally wurde am 18. November nach unten durchbrochen und in den letzten Tagen dank QE3-Euphorie wieder wettgemacht.

Über 5800 müsste der SMI aber steigen, um wieder in den alten Trendkanal zu gelangen. Ich halte das für unwahrscheinlich. Nicht, dass die 5800 und höher zurückerobert werden aber ein Wiederaufnahme des alten Trendkanals. Dazu steigt der Kanal auch viel zu steil. Wir werden also auf charttechnisch neue Marken und Trends warten müssen.

Eurobonds

Die leidige Diskussion um Eurobonds, die uns in der ersten November-Hälfte beschäftigt hat, lässt sich zusammengefasst etwa so auf den Punkt bringen:

Die PIIGS müssen, wenn sie sich selbst neue Kredite auf dem Kapitalmarkt besorgen müssen, immer höhere Zinsen bezahlen. Italien beispielsweise für 5 jährige derzeit 7%. Jeder Prozenpunkt mehr oder weniger Zinslast macht für Italien rund 20 Mrd. Euro Mehrbelastung aus. Geld, das der Staat nicht für sinnvolleres verwenden kann. 20 Mrd. Euro sind bei 60 Mio Einwohnern gut €330 pro Kopf.

Diese Länder geraten somit mehr und mehr in einen Teufelskreis: Je höher die Zinsen um so grösser die Last und um so unwahrscheinlicher wird es, dass sie die Schulden jemals zurückzahlen können. Damit steigt die Unsicherheit der Investoren und die Zinsen steigen weiter.

Um diesen Kreislauf zu durchbrechen gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Die EZB kauft zu einem günstigen Zinssatz direkt die Schulden auf. Hierzu wird im wesentlichen Geld gedruckt und verliehen. Es wäre somit vergleichbar mit dem QE2 der FED. Diese Zentralbankpolitik à la Robert Mugabe hätte kurzfristig den Vorteil, dass sich die Zinslast Italiens absenken würde und die Schulden noch etwas länger finanzierbar blieben. Aber eine Lösung ist das natürlich nicht.

2. Die umstrittenen Eurobonds, gegen die sich vor allem Deutschland wehrt. Bei Eurobonds nehmen die 17 Länder der Eurozone die Kredite gemeinsam auf und haften entsprechend auch solidarisch. Das bedeutet für die PIIGS ebenfalls niedrigere Zinsen. Es bedeutet aber für die starken Länder Deutschland, Österreich, Niederlande und Finnland, dass ihre Zinsen steigen werden. Der Zinssatz für Eurobonds dürfte sich nämlich irgendwo im Mittel zwischen den tiefen deutschen Zinsen von derzeit 1.14% und jenen Italiens von 7.15% einpendeln. Höhere Zinslast also für Deutschland und zugleich auch das Risiko, für ausfallende italienische oder spanische Kredite haften zu müssen.

Insofern ist es verständlich, wenn Deutschland im Gegenzug Mitspracherecht bzw. Einflussmöglichkeiten in die italienische Wirtschafts- und Schuldenpolitik sucht.

Eurobonds könnten zu einer Beruhigung der Märkte beitragen. Dazu, dass die starken Länder den schwachen stützend unter die Arme greifen. Sie könnten allerdings auch dazu führen, dass die schwachen Länder die starken mit in den Abgrund stürzen. Europa ginge dann gemeinsam pleite.

Zünglein an der Waage ist Frankreich, das derzeit noch auf der Kreditgeber-Seite steht aber nach einem jederzeit möglichen Downgrade auch auf die Nehmer-Seite wechseln könnte. Damit hätte Deutschland dann endgültig die Ar..karte gezogen.

Offiziell spielt Europa derzeit in der Öffentlichkeit und um Investoren zu beruhigen auf Austerität, also auf Sparen. Man beschliesst und diskutiert Sparpakete mit dem Zweck, den Euro stabil und das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Nichts desto trotz zeigen uns die Erfahrungen mit Griechenland, dass ein harter Sparkurs von der Bevölkerung nicht getragen wird. Das bedeutet nichts anderes als dass eine Regierung, die diesen Weg beschreitet, bei der nächsten Wahl abgewählt werden wird. Aus Sicht vor allem der jungen Bevölkerung ist das auch verständlich, denn die haben keine Schuld an der aktuellen Krise, müssen sie aber voll ausbaden.

Ich behaupte deshalb nach wie vor, dass die Wege der Sparsamkeit bald wieder verlassen werden und die EZB ähnlich der FED zur Gelddruckmaschine greifen wird.

Notabene ist etwas anderes auch kaum möglich, denn:

Nehmen wir mal an, Europa würde sparen, also einen deflationären Kurs fahren, während die USA weiter Geld drucken. Das Wechselkursverhältnis Euro:Dollar würde sehr schnell unangenehm hoch werden. Die europäische Exportindustrie wäre gegenüber der amerikanischen nicht mehr konkurrenzfähig.

Das Verhältnis Euro zu Dollar wäre dann ähnlich wie Franken zu Euro im August, als die SNB die Anbindung an den Euro beschloss, den Pfad der Tugend verliess und sich auf Druck der Export- und Tourismusindustrie der Gelddruck-Orgie anschloss.

Theoretisch könnten auch die USA anfangen zu sparen, was einen Einbruch der Wirtschaft um etwa 10% bedeuten würde und Jahrzehnte andauern müsste. Wie erwähnt: Politisch ist das nicht haltbar.

SWAPS = QE3?

Sehr vereinfacht ausgedrückt ist ein SWAP ein Tausch mit vereinbartem Rücktausch.

Z.B. die FED liefert der EZB 1300 Dollar, bekommt dafür 1000 Euro und man vereinbart, dass man in 5 Jahren wieder zum gleichen Kurs zurücktauscht.

Das ist dann sinnvoll, wenn die FED dringend Euros braucht oder die EZB dringend Dollars. Im Moment ist letzteres der Fall.

Es gibt nämlich viele europäische Banken, die Kredite in Dollar vergeben. Und dazu brauchen sie nun mal Dollars. Sie könnten sich diese Dollars normal auf dem Währungsmarkt organisieren. Das ist aber etwas teuer, denn sie müssen sich gegen das Währungsrisiko absichern.

Besser ist es für sie, sie können direkt Dollars bei der EZB beziehen. Das war bisher zwar auch möglich aber zu höheren Zinssätzen. Nun wurden diese Zinssätze gesenkt und somit kommen die Banken billiger an Dollars.

Bis zu diesem Punkt ist das also kein QE3. Es wurde ja kein Geld gedruckt.

Aber wie immer, wenn man durch Senkung von Zinsen die Lust auf billiges Geld stimuliert, kann man davon ausgehen, dass sich die Banken dieser Quelle bedienen und herzhaft zugreifen werden.

Es wird interessant sein zu beobachten, was die europäischen Banken mit den billigen Dollars anfangen werden. Kaufen die jetzt alle US-Staatsanleihen?

Oder ganz witzig: Werden sie gegen den Dollar spekulieren und somit gegen ihre eigene Zentralbank?

Aussichten Dezember

Der seit 25. November andauernde Anstieg ist nicht nur auf den SWAP-Deal zurückzuführen.

Wie gesagt: Die Senkung der SWAP-Zinssätze ist für sich genommen noch kein QE. Allerdings ist bemerkenswert, dass zum ersten mal, soweit ich mich erinnere, eine Gruppe von Zentralbanken weltweit eine koordinierte Aktion gestartet hat.

Positiv ist auch der gute Start des Weihnachtsgeschäftes in den USA sowie eine leichte Erholung auf dem Arbeitsmarkt. Das alles gibt Grund zur Hoffnung und deshalb werden Aktien gekauft als gäbe es kein Morgen.

Auf die fundamentalen Hintergründe wollen wir nicht eingehen aber so lange die gute Stimmung anhält, steht einer Jahresendrally nichts im Wege.

Aus Sicht des SMI sollten deshalb die 5884 (Oktober-Hoch) nochmals angesteuert werden und dann wäre ein Überschiessen auf 6000 im Bereich des Möglichen.

Happy Trades

Marcus

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30.12.2011 11:42
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In der Schweizer

In der Schweizer Ertragsbilanz resultiert für das dritte Quartal ein Überschuss von 27,2 Milliarden Franken. Hauptgrund für den Anstieg um 5 Milliarden gegenüber dem Vorquartal sind die Kapitaleinkommen.

(sda) Die wirtschaftliche Verflechtung mit dem Ausland hat der Schweiz im dritten Quartal 2011 einen Überschuss von 27,2 Mrd. Franken gebracht. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg der Ertragsbilanzüberschuss damit um 5 Mrd. Franken.


Ausschlaggebend für den Anstieg waren höhere Dividendeneinnahmen der Finanz- und Holdinggesellschaften aus Direktinvestitionen im Ausland, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Freitag mitteilte. Dadurch stieg der Einnahmenüberschuss bei den Kapitaleinkommen von 14 Mrd. auf 19 Mrd. Franken.


Im Aussenhandel mit Waren und Diensten waren sowohl die Exporte als auch die Importe leicht rückläufig. Mit 15 Mrd. Franken bewegte sich der Einnahmenüberschuss auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Im Vorquartal betrug der Überschuss noch 17 Mrd. Franken.


Eine markante Zunahme verzeichnet die SNB bei den Währungsreserven aufgrund der Liquiditätsversorgung des Geldmarktes. Diese erhöhten sich im Berichtsquartal um 71 Mrd. Franken. Im dritten Quartal 2010 hatten sie noch um 5 Mrd. Franken abgenommen.


Quelle: www.nzz.ch

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

28.12.2011 19:45
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Ach ja ... und weil Du noch

Ach ja ... und weil Du noch nicht rausgefunden hast, dass eine Antwort auf ein Posting von vor 10 Tagen irgendwo unübersichtlich im Nirvana verschwinden (der neuen Foren-Software sei Dank), wiederhole ich Deine Antwort mal hier:

 

 

Kojak2012 hat am 28.12.2011 - 18:10 folgendes geschrieben:

weico hat am 18.12.2011 - 10:17 folgendes geschrieben:

 

MarcusFabian wrote:


Oder umgekehrt: Weshalb sollte Geld gegenüber Gütern an Wert gewinnen? Geld ist schliesslich gratis und unendlich verfügbar während Güter einen hohen Einsatz an Ressourcen und Rohstoffen verschlingen, die eben nicht unendenlich gratis verfügbar sind.

Geld ist schliesslich gratis... Geld gewinnt Wert gegenüber Gütern..

Solche Sätze lassen wirklich zweifeln,ob du die Grundzüge des Geldwesens,nur schon in Ansätzen, überhaupt verstanden hast..

weico

 

 

Guten Tag ins CH Haus....

 

>>>Geld gewinnt Wert gegenüber Gütern<<<

 

also als erstes hat Geld nur einen einzigen Wert: es vereinfacht das bezahlen von Gütern.

punkt.

okay, in der Schweiz habts noch andere Beziehungen zu Geld. fakt ist jedoch das Geld nicht arbeiten, sondern wagabundieren muss, weltweit operieren, suchend nach märkten, etc. etc.

eben das ganze dummsprech was man so kennt. beispiel Nokia. Deutschland ist zu teuer, also gehts aufi nach Rumänien, das Geld lockt, die Zinsen günstig, die Arbeiter willig, die Bilanz dankt es den Ausbeutern.  3 Jahre später ist selbst der Osten zu teuer, also geht es weiter gen Osten, Neue Märkte (kennt man irgendwo her....) erobern.

 

am ende vom Futtertrog muss irgendwer aufstehen und das kranke spiel auf laufen halten, durch arbeit, durch güterproduktion.

 

und genau das spiel neigt sich langsam, aber zusehens, selbst für blinde, einzutrüben.

 

das spiel ist schon so krank, dass man quadrate in den himmel malt und diese an der Börse verkaufen muss (CO2 Ablasshandel)

 

 

gruss

Kojak

 

 

28.12.2011 19:43
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Kojak2012 hat am 28.12.2011 - 18:19 folgendes geschrieben:

hallo.

 

die griechen sparen nicht. die werden auseinander genommen, die renten werden halbiert, während die banken zweistellige renditen bekommen. sparen kann man, wenn man was über hat. nicht wenn einem der popo an der kalten wand steht. gruss gott.

 

Dolby - Förster - Kojak2012

Du wechselst ja die Nick-Names wie andere Leute die Unterhosen (kannste Dich noch an die Unterhosen-Diskussion mit Germa auf stock-channel erinnern? Muss so um 2003 gewesen sein).

Egal, ich freue mich, einen alten Freund mit 10+ Jahren Börsenerfahrung hier an Bord begrüssen zu dürfen. Dance 4

 

 

 

28.12.2011 18:19
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hallo.

hallo.

 

die griechen sparen nicht. die werden auseinander genommen, die renten werden halbiert, während die banken zweistellige renditen bekommen. sparen kann man, wenn man was über hat. nicht wenn einem der popo an der kalten wand steht. gruss gott.

28.12.2011 18:10
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weico hat am 18.12.2011 - 10

weico hat am 18.12.2011 - 10:17 folgendes geschrieben:

 

MarcusFabian wrote:

Oder umgekehrt: Weshalb sollte Geld gegenüber Gütern an Wert gewinnen? Geld ist schliesslich gratis und unendlich verfügbar während Güter einen hohen Einsatz an Ressourcen und Rohstoffen verschlingen, die eben nicht unendenlich gratis verfügbar sind.

Geld ist schliesslich gratis... Geld gewinnt Wert gegenüber Gütern..

Solche Sätze lassen wirklich zweifeln,ob du die Grundzüge des Geldwesens,nur schon in Ansätzen, überhaupt verstanden hast..

weico

 

 

Guten Tag ins CH Haus....

 

>>>Geld gewinnt Wert gegenüber Gütern<<<

 

also als erstes hat Geld nur einen einzigen Wert: es vereinfacht das bezahlen von Gütern.

punkt.

okay, in der Schweiz habts noch andere Beziehungen zu Geld. fakt ist jedoch das Geld nicht arbeiten, sondern wagabundieren muss, weltweit operieren, suchend nach märkten, etc. etc.

eben das ganze dummsprech was man so kennt. beispiel Nokia. Deutschland ist zu teuer, also gehts aufi nach Rumänien, das Geld lockt, die Zinsen günstig, die Arbeiter willig, die Bilanz dankt es den Ausbeutern.  3 Jahre später ist selbst der Osten zu teuer, also geht es weiter gen Osten, Neue Märkte (kennt man irgendwo her....) erobern.

 

am ende vom Futtertrog muss irgendwer aufstehen und das kranke spiel auf laufen halten, durch arbeit, durch güterproduktion.

 

und genau das spiel neigt sich langsam, aber zusehens, selbst für blinde, einzutrüben.

 

das spiel ist schon so krank, dass man quadrate in den himmel malt und diese an der Börse verkaufen muss (CO2 Ablasshandel)

 

 

gruss

Kojak

27.12.2011 11:49
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Und los geht's wieder.......

Und los geht's wieder....... Ich warte allerdings noch auf die Verbesserungen, doch wir schreiben ja noch immer 2011   :angel:

23.12.2011 15:40
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Italienische Staatsanleihen

Italienische Staatsanleihen 10J:

over 7% !!!

 

Im Januar werden wir 8 - 8.5% sehen.

22.12.2011 22:39
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clayn hat am 22.12.2011 - 16:26 folgendes geschrieben:

Weshalb ist der CH Aktienmarkt nicht deutlich besser als der Deutsche geschweige denn, der der USA?

 

1. Der SMI ist im Dezember deutlich im Plus. Der Dow knapp im Plus, der DAX ist im Minus. Insofern ist die Aussage falsch, der SMI hätte schlechter performt.

2. Nachdem die SNB im September den Franken offiziell an den Euro gekoppelt hat, hat der Franken die Rolle des "sicheren Hafen" ausgespielt. Den übernehmen jetzt Canadische Dollar und Norwegische Kronen.

 

 

 

22.12.2011 18:17
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rph
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clayn hat am 22.12.2011 - 16

clayn hat am 22.12.2011 - 16:26 folgendes geschrieben:

 

Weshalb ist der CH Aktienmarkt nicht deutlich besser als der Deutsche geschweige denn, der der USA?

Ich versuch mich mal:

1. Der SMI ist extrem träge, da darin im Verhältnis zum Dax viel mehr träge Titel wie Novartis, Nestle oder Roche enthalten sind. Diese trägen Titel machen einen Grossteil des SMI aus.

2. Nimm mal an, 2 Titel von Firmen (1 in D und 1 in der CH) haben beide den Wert und entwickeln sich grundsätzlich gleich. Steigt nun der CHF im Vergleich zum €, dann müsste der CH-Titel in CHF gegenüber dem D-Titel in € nachgeben. Sonst hätte er ja plötzlich mehr Wert. In letzter Zeit gilt dieses Argument jedoch nur noch bedingt, da die Schwankungen des CHF gegenüber dem € minimal sind.

3. andere Begründungen?

lg ramschpapierhaendler

auch hier: http://tiny.cc/90deu

22.12.2011 16:26
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 Hallo zusammen Mal eine

 


Hallo zusammen


 


Mal eine Frage an alle. Die CH hat eine sehr starke Währung - ein sicherer Hafen. Somit investieren viele ausländische Investoren in der Schweiz.


 


Weshalb ist der CH Aktienmarkt nicht deutlich besser als der Deutsche geschweige denn, der der USA?


 


Danke für eure fundierten Antworten.

what you see is what you get!

22.12.2011 14:05
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T15
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John Doe hat am 22.12.2011 -

John Doe hat am 22.12.2011 - 00:40 folgendes geschrieben:

Irgendwie ist es durch die neue Software langweilig hier drin geworden, dabei gibt es so interessante Mitteillungen

naja die Übersicht tut weh... auch schon zum etwas "Zitieren" all die "verfluchten" html codes gehen mir echt auf die Nerven... aber janu... man muss sich dran gewöhnen oder eifach lassen... ich persönlich denke eher das es nicht so von Vorteil ist die neue Software...

aber ja die News sind schön... 500mrd. für EU Banken... und nächstes Jahr sind wir bei 1500 oder 2000mrd.?

ein weiterer Experte der eine Lösung hat:http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/die_loesung_der_euro-sc...

und hier nicht so tolle news:
http://www.20min.ch/finance/news/story/40-000-Stellen-sind-bald-wieder-w...

und wenn ihr noch nicht dabei seit, los anfangen:
http://www.20min.ch/finance/news/story/Viele-Schweizer-hamstern-Notvorra...

22.12.2011 10:36
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Leute habt Ihr schon   Nicht

Leute habt Ihr schon :?:  Nicht vergessen, mithelfen, klickt auf den link und gebt Eure Beurteilungen ab :!:

 

 

http://www.cash.ch/community/forum/feedback-zu-cash/prioritaeten-des-pfl...

22.12.2011 02:23
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Der Dax hat noch nicht

Der Dax hat noch nicht profitiert, die Ängstlichen und die Mutigen lösen einander ab. Die Spannung für mich ist, welche der Beiden werden die Oberhand gewinnen? Ich tippe auf die Mutigen, weil sie enormes Cash zur Verfügung haben und wenig Alternativen, Gold und sonstige EM sind ihnen (noch?) zu teuer. Wie lange dann ihr Mut anhalten wird entscheidet sich wohl im 1 Quartal 2012.

Wie wir ja wissen gibt es keinen Crash ohne einen vorherigen Boom und umgekehrt, auf jeden Fall liegst du mit deiner Prognose vom Dezember-Posting 5884 bis 6000+ nicht schlecht:good:

22.12.2011 01:47
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Na ja, viel gelaufen ist ja

Na ja, viel gelaufen ist ja auch nicht in den letzten Tagen. 

SMI daddelt in einer 1%-Range rum. Da war's beim DAX schon spannender. Der ist allerdings im Dezember im Minus, der SMI im Plus, der DJ auch knapp im Plus Wink

Eigentlich hätte man erwarten müssen, dass der DAX vom EU-QE mehr profitiert. Hat er aber nicht. 

22.12.2011 00:40
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Irgendwie ist es durch die

Irgendwie ist es durch die neue Software langweilig hier drin geworden, dabei gibt es so interessante Mitteillungen, wie zum Beispiel:

Im Kampf gegen eine drohende Kreditklemme hält die Europäische Zentralbank die Banken mit einer beispiellosen Geldspritze von fast  500 Milliarden  Euro flüssig:shock:

ABER¨!!!"

Auf die Banken Europas rollt 2012 eine gigantische Refinanzierungswelle zu, da 725 Milliarden Euro an Schulden auslaufen und zurückgezahlt oder verlängert werden müssen.

Quelle NZZ

Ich denke viele Anleger werden dadurch ermutigt, in Aktien und Gold zu investieren, was mir Freude beschert:happy:

 

20.12.2011 23:10
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Da macht's Goldman Sachs

Da macht's Goldman Sachs cleverer: die gründen einfach für jedes Risiko-Geschäft eine eigene Tochterfirma mit €50'000 Eigenkapital. Wenn die hopp's geht, schadet es dem Mutterhaus nicht.

Aber in der Werbung kann die Tochter mit dem "guten Namen" Goldman Sachs prahlen. Secret

20.12.2011 22:47
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Die beste Schlagzeile heute

Die beste Schlagzeile heute von Cash

20.12.2011 15:42
Kuoni Aktie fällt ins Bodenlose!    Und das bei 5,25% im Plus:bravo::

                                                                                   

20.12.2011 22:25
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Worauf wir stolz sein können.

Worauf wir stolz sein können.....:wall:

www.derbund.ch/wirtschaft/unternehmen-und-Kojunktur/Credit-Suisse-und-die-Schattenbanken/story/30593211

 

 Ich befürchte, dass wir noch in diesem Jahr den Crash erleben werden.:help:

Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.

20.12.2011 20:52
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Korrigierter Link:
20.12.2011 09:35
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http://www.cash.ch/news

http://www.cash.ch/news/topnews/target2_das_tabuisierte_risiko_fuer_deutschland-1113820-771


finde ich ein guter Beitrag! Endlich wird die Target II Problematik angesprochen!

Erst bei Ebbe sieht man, wer ohne Badehose ins Wasser steigt.

(W. B )

19.12.2011 13:44
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SMI im Dezember 2011

Dezember ist so langweilig, da hab ich eben sogar noch das neuste Videointerview auf cash.ch geguckt....

http://www.cash.ch/video/?firstProjectID=20296

Soviel, wie er im Interview vorgibt zu verstehen, versteht er ganz offensichtlich nicht...

Infidar hat ihren Fonds sauber -17% versenkt dieses Jahr. Und 2008 -50%.

http://www.cash.ch/boerse/fonds/fondsguide/kursinfo/performance/2398665/670/814

Das braucht schon echtes Fachwissen, den Markt zu unterperformen, wenn er crasht und bei einem bull run 2009-2010 ebenfalls eine Unterperformance auszuweisen. Das ist kein Zufall sag ich euch, das ist Know-how Biggrin

19.12.2011 13:38
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ksc
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ksc has written the following

ksc has written the following on 19.12.2011 - 13:38:

administrator has written the following on 15.12.2011 - 15:39:

MarcusFabian has written the following on 01.12.2011 - 13:48:

Ein Rückblick auf das November-Posting ist diesmal nicht nötig, denn ich habe weder für den SMI noch für sonst was eine Prognose abgegeben.

Sonderlich interessant war der November auch nicht. Geprägt von zwei Stimmungen:

Einerseits durch die Euro-Krise, die sich nun definitiv auf Italien und Spanien auszubreiten scheint.

Andererseits durch die als QE verkauften gesenkten SWAP-Zinssätze der Zentralbanken in den letzten Tagen. Doch dazu später mehr.



Vom Preisverlauf her war der November im SMI ein Nullsummenspiel. Der SMI stand Anfang und Ende Monat in etwa auf demselben Niveau:







Der Aufwärtskanal der seit August laufenden Bärenmarktrally wurde am 18. November nach unten durchbrochen und in den letzten Tagen dank QE3-Euphorie wieder wettgemacht.



Über 5800 müsste der SMI aber steigen, um wieder in den alten Trendkanal zu gelangen. Ich halte das für unwahrscheinlich. Nicht, dass die 5800 und höher zurückerobert werden aber ein Wiederaufnahme des alten Trendkanals. Dazu steigt der Kanal auch viel zu steil. Wir werden also auf charttechnisch neue Marken und Trends warten müssen.



Eurobonds

Die leidige Diskussion um Eurobonds, die uns in der ersten November-Hälfte beschäftigt hat, lässt sich zusammengefasst etwa so auf den Punkt bringen:

Die PIIGS müssen, wenn sie sich selbst neue Kredite auf dem Kapitalmarkt besorgen müssen, immer höhere Zinsen bezahlen. Italien beispielsweise für 5 jährige derzeit 7%. Jeder Prozenpunkt mehr oder weniger Zinslast macht für Italien rund 20 Mrd. Euro Mehrbelastung aus. Geld, das der Staat nicht für sinnvolleres verwenden kann. 20 Mrd. Euro sind bei 60 Mio Einwohnern gut €330 pro Kopf.



Diese Länder geraten somit mehr und mehr in einen Teufelskreis: Je höher die Zinsen um so grösser die Last und um so unwahrscheinlicher wird es, dass sie die Schulden jemals zurückzahlen können. Damit steigt die Unsicherheit der Investoren und die Zinsen steigen weiter.



Um diesen Kreislauf zu durchbrechen gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Die EZB kauft zu einem günstigen Zinssatz direkt die Schulden auf. Hierzu wird im wesentlichen Geld gedruckt und verliehen. Es wäre somit vergleichbar mit dem QE2 der FED. Diese Zentralbankpolitik à la Robert Mugabe hätte kurzfristig den Vorteil, dass sich die Zinslast Italiens absenken würde und die Schulden noch etwas länger finanzierbar blieben. Aber eine Lösung ist das natürlich nicht.



2. Die umstrittenen Eurobonds, gegen die sich vor allem Deutschland wehrt. Bei Eurobonds nehmen die 17 Länder der Eurozone die Kredite gemeinsam auf und haften entsprechend auch solidarisch. Das bedeutet für die PIIGS ebenfalls niedrigere Zinsen. Es bedeutet aber für die starken Länder Deutschland, Österreich, Niederlande und Finnland, dass ihre Zinsen steigen werden. Der Zinssatz für Eurobonds dürfte sich nämlich irgendwo im Mittel zwischen den tiefen deutschen Zinsen von derzeit 1.14% und jenen Italiens von 7.15% einpendeln. Höhere Zinslast also für Deutschland und zugleich auch das Risiko, für ausfallende italienische oder spanische Kredite haften zu müssen.

Insofern ist es verständlich, wenn Deutschland im Gegenzug Mitspracherecht bzw. Einflussmöglichkeiten in die italienische Wirtschafts- und Schuldenpolitik sucht.



Eurobonds könnten zu einer Beruhigung der Märkte beitragen. Dazu, dass die starken Länder den schwachen stützend unter die Arme greifen. Sie könnten allerdings auch dazu führen, dass die schwachen Länder die starken mit in den Abgrund stürzen. Europa ginge dann gemeinsam pleite.



Zünglein an der Waage ist Frankreich, das derzeit noch auf der Kreditgeber-Seite steht aber nach einem jederzeit möglichen Downgrade auch auf die Nehmer-Seite wechseln könnte. Damit hätte Deutschland dann endgültig die Ar..karte gezogen.



Offiziell spielt Europa derzeit in der Öffentlichkeit und um Investoren zu beruhigen auf Austerität, also auf Sparen. Man beschliesst und diskutiert Sparpakete mit dem Zweck, den Euro stabil und das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Nichts desto trotz zeigen uns die Erfahrungen mit Griechenland, dass ein harter Sparkurs von der Bevölkerung nicht getragen wird. Das bedeutet nichts anderes als dass eine Regierung, die diesen Weg beschreitet, bei der nächsten Wahl abgewählt werden wird. Aus Sicht vor allem der jungen Bevölkerung ist das auch verständlich, denn die haben keine Schuld an der aktuellen Krise, müssen sie aber voll ausbaden.



Ich behaupte deshalb nach wie vor, dass die Wege der Sparsamkeit bald wieder verlassen werden und die EZB ähnlich der FED zur Gelddruckmaschine greifen wird.



Notabene ist etwas anderes auch kaum möglich, denn:



Nehmen wir mal an, Europa würde sparen, also einen deflationären Kurs fahren, während die USA weiter Geld drucken. Das Wechselkursverhältnis Euroollar würde sehr schnell unangenehm hoch werden. Die europäische Exportindustrie wäre gegenüber der amerikanischen nicht mehr konkurrenzfähig.

Das Verhältnis Euro zu Dollar wäre dann ähnlich wie Franken zu Euro im August, als die SNB die Anbindung an den Euro beschloss, den Pfad der Tugend verliess und sich auf Druck der Export- und Tourismusindustrie der Gelddruck-Orgie anschloss.



Theoretisch könnten auch die USA anfangen zu sparen, was einen Einbruch der Wirtschaft um etwa 10% bedeuten würde und Jahrzehnte andauern müsste. Wie erwähnt: Politisch ist das nicht haltbar.



SWAPS = QE3?

Sehr vereinfacht ausgedrückt ist ein SWAP ein Tausch mit vereinbartem Rücktausch.

Z.B. die FED liefert der EZB 1300 Dollar, bekommt dafür 1000 Euro und man vereinbart, dass man in 5 Jahren wieder zum gleichen Kurs zurücktauscht.

Das ist dann sinnvoll, wenn die FED dringend Euros braucht oder die EZB dringend Dollars. Im Moment ist letzteres der Fall.

Es gibt nämlich viele europäische Banken, die Kredite in Dollar vergeben. Und dazu brauchen sie nun mal Dollars. Sie könnten sich diese Dollars normal auf dem Währungsmarkt organisieren. Das ist aber etwas teuer, denn sie müssen sich gegen das Währungsrisiko absichern.

Besser ist es für sie, sie können direkt Dollars bei der EZB beziehen. Das war bisher zwar auch möglich aber zu höheren Zinssätzen. Nun wurden diese Zinssätze gesenkt und somit kommen die Banken billiger an Dollars.



Bis zu diesem Punkt ist das also kein QE3. Es wurde ja kein Geld gedruckt.

Aber wie immer, wenn man durch Senkung von Zinsen die Lust auf billiges Geld stimuliert, kann man davon ausgehen, dass sich die Banken dieser Quelle bedienen und herzhaft zugreifen werden.



Es wird interessant sein zu beobachten, was die europäischen Banken mit den billigen Dollars anfangen werden. Kaufen die jetzt alle US-Staatsanleihen?

Oder ganz witzig: Werden sie gegen den Dollar spekulieren und somit gegen ihre eigene Zentralbank?





Aussichten Dezember

Der seit 25. November andauernde Anstieg ist nicht nur auf den SWAP-Deal zurückzuführen.

Wie gesagt: Die Senkung der SWAP-Zinssätze ist für sich genommen noch kein QE. Allerdings ist bemerkenswert, dass zum ersten mal, soweit ich mich erinnere, eine Gruppe von Zentralbanken weltweit eine koordinierte Aktion gestartet hat.

Positiv ist auch der gute Start des Weihnachtsgeschäftes in den USA sowie eine leichte Erholung auf dem Arbeitsmarkt. Das alles gibt Grund zur Hoffnung und deshalb werden Aktien gekauft als gäbe es kein Morgen.

Auf die fundamentalen Hintergründe wollen wir nicht eingehen aber so lange die gute Stimmung anhält, steht einer Jahresendrally nichts im Wege.

Aus Sicht des SMI sollten deshalb die 5884 (Oktober-Hoch) nochmals angesteuert werden und dann wäre ein Überschiessen auf 6000 im Bereich des Möglichen.



Happy Trades



Marcus

 


gut so


und schluss

19.12.2011 13:38
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ksc
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administrator has written the

administrator has written the following on 15.12.2011 - 15:39:

MarcusFabian has written the following on 01.12.2011 - 13:48:

Ein Rückblick auf das November-Posting ist diesmal nicht nötig, denn ich habe weder für den SMI noch für sonst was eine Prognose abgegeben.

Sonderlich interessant war der November auch nicht. Geprägt von zwei Stimmungen:

Einerseits durch die Euro-Krise, die sich nun definitiv auf Italien und Spanien auszubreiten scheint.

Andererseits durch die als QE verkauften gesenkten SWAP-Zinssätze der Zentralbanken in den letzten Tagen. Doch dazu später mehr.



Vom Preisverlauf her war der November im SMI ein Nullsummenspiel. Der SMI stand Anfang und Ende Monat in etwa auf demselben Niveau:







Der Aufwärtskanal der seit August laufenden Bärenmarktrally wurde am 18. November nach unten durchbrochen und in den letzten Tagen dank QE3-Euphorie wieder wettgemacht.



Über 5800 müsste der SMI aber steigen, um wieder in den alten Trendkanal zu gelangen. Ich halte das für unwahrscheinlich. Nicht, dass die 5800 und höher zurückerobert werden aber ein Wiederaufnahme des alten Trendkanals. Dazu steigt der Kanal auch viel zu steil. Wir werden also auf charttechnisch neue Marken und Trends warten müssen.



Eurobonds

Die leidige Diskussion um Eurobonds, die uns in der ersten November-Hälfte beschäftigt hat, lässt sich zusammengefasst etwa so auf den Punkt bringen:

Die PIIGS müssen, wenn sie sich selbst neue Kredite auf dem Kapitalmarkt besorgen müssen, immer höhere Zinsen bezahlen. Italien beispielsweise für 5 jährige derzeit 7%. Jeder Prozenpunkt mehr oder weniger Zinslast macht für Italien rund 20 Mrd. Euro Mehrbelastung aus. Geld, das der Staat nicht für sinnvolleres verwenden kann. 20 Mrd. Euro sind bei 60 Mio Einwohnern gut €330 pro Kopf.



Diese Länder geraten somit mehr und mehr in einen Teufelskreis: Je höher die Zinsen um so grösser die Last und um so unwahrscheinlicher wird es, dass sie die Schulden jemals zurückzahlen können. Damit steigt die Unsicherheit der Investoren und die Zinsen steigen weiter.



Um diesen Kreislauf zu durchbrechen gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Die EZB kauft zu einem günstigen Zinssatz direkt die Schulden auf. Hierzu wird im wesentlichen Geld gedruckt und verliehen. Es wäre somit vergleichbar mit dem QE2 der FED. Diese Zentralbankpolitik à la Robert Mugabe hätte kurzfristig den Vorteil, dass sich die Zinslast Italiens absenken würde und die Schulden noch etwas länger finanzierbar blieben. Aber eine Lösung ist das natürlich nicht.



2. Die umstrittenen Eurobonds, gegen die sich vor allem Deutschland wehrt. Bei Eurobonds nehmen die 17 Länder der Eurozone die Kredite gemeinsam auf und haften entsprechend auch solidarisch. Das bedeutet für die PIIGS ebenfalls niedrigere Zinsen. Es bedeutet aber für die starken Länder Deutschland, Österreich, Niederlande und Finnland, dass ihre Zinsen steigen werden. Der Zinssatz für Eurobonds dürfte sich nämlich irgendwo im Mittel zwischen den tiefen deutschen Zinsen von derzeit 1.14% und jenen Italiens von 7.15% einpendeln. Höhere Zinslast also für Deutschland und zugleich auch das Risiko, für ausfallende italienische oder spanische Kredite haften zu müssen.

Insofern ist es verständlich, wenn Deutschland im Gegenzug Mitspracherecht bzw. Einflussmöglichkeiten in die italienische Wirtschafts- und Schuldenpolitik sucht.



Eurobonds könnten zu einer Beruhigung der Märkte beitragen. Dazu, dass die starken Länder den schwachen stützend unter die Arme greifen. Sie könnten allerdings auch dazu führen, dass die schwachen Länder die starken mit in den Abgrund stürzen. Europa ginge dann gemeinsam pleite.



Zünglein an der Waage ist Frankreich, das derzeit noch auf der Kreditgeber-Seite steht aber nach einem jederzeit möglichen Downgrade auch auf die Nehmer-Seite wechseln könnte. Damit hätte Deutschland dann endgültig die Ar..karte gezogen.



Offiziell spielt Europa derzeit in der Öffentlichkeit und um Investoren zu beruhigen auf Austerität, also auf Sparen. Man beschliesst und diskutiert Sparpakete mit dem Zweck, den Euro stabil und das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Nichts desto trotz zeigen uns die Erfahrungen mit Griechenland, dass ein harter Sparkurs von der Bevölkerung nicht getragen wird. Das bedeutet nichts anderes als dass eine Regierung, die diesen Weg beschreitet, bei der nächsten Wahl abgewählt werden wird. Aus Sicht vor allem der jungen Bevölkerung ist das auch verständlich, denn die haben keine Schuld an der aktuellen Krise, müssen sie aber voll ausbaden.



Ich behaupte deshalb nach wie vor, dass die Wege der Sparsamkeit bald wieder verlassen werden und die EZB ähnlich der FED zur Gelddruckmaschine greifen wird.



Notabene ist etwas anderes auch kaum möglich, denn:



Nehmen wir mal an, Europa würde sparen, also einen deflationären Kurs fahren, während die USA weiter Geld drucken. Das Wechselkursverhältnis Euro:Dollar würde sehr schnell unangenehm hoch werden. Die europäische Exportindustrie wäre gegenüber der amerikanischen nicht mehr konkurrenzfähig.

Das Verhältnis Euro zu Dollar wäre dann ähnlich wie Franken zu Euro im August, als die SNB die Anbindung an den Euro beschloss, den Pfad der Tugend verliess und sich auf Druck der Export- und Tourismusindustrie der Gelddruck-Orgie anschloss.



Theoretisch könnten auch die USA anfangen zu sparen, was einen Einbruch der Wirtschaft um etwa 10% bedeuten würde und Jahrzehnte andauern müsste. Wie erwähnt: Politisch ist das nicht haltbar.



SWAPS = QE3?

Sehr vereinfacht ausgedrückt ist ein SWAP ein Tausch mit vereinbartem Rücktausch.

Z.B. die FED liefert der EZB 1300 Dollar, bekommt dafür 1000 Euro und man vereinbart, dass man in 5 Jahren wieder zum gleichen Kurs zurücktauscht.

Das ist dann sinnvoll, wenn die FED dringend Euros braucht oder die EZB dringend Dollars. Im Moment ist letzteres der Fall.

Es gibt nämlich viele europäische Banken, die Kredite in Dollar vergeben. Und dazu brauchen sie nun mal Dollars. Sie könnten sich diese Dollars normal auf dem Währungsmarkt organisieren. Das ist aber etwas teuer, denn sie müssen sich gegen das Währungsrisiko absichern.

Besser ist es für sie, sie können direkt Dollars bei der EZB beziehen. Das war bisher zwar auch möglich aber zu höheren Zinssätzen. Nun wurden diese Zinssätze gesenkt und somit kommen die Banken billiger an Dollars.



Bis zu diesem Punkt ist das also kein QE3. Es wurde ja kein Geld gedruckt.

Aber wie immer, wenn man durch Senkung von Zinsen die Lust auf billiges Geld stimuliert, kann man davon ausgehen, dass sich die Banken dieser Quelle bedienen und herzhaft zugreifen werden.



Es wird interessant sein zu beobachten, was die europäischen Banken mit den billigen Dollars anfangen werden. Kaufen die jetzt alle US-Staatsanleihen?

Oder ganz witzig: Werden sie gegen den Dollar spekulieren und somit gegen ihre eigene Zentralbank?





Aussichten Dezember

Der seit 25. November andauernde Anstieg ist nicht nur auf den SWAP-Deal zurückzuführen.

Wie gesagt: Die Senkung der SWAP-Zinssätze ist für sich genommen noch kein QE. Allerdings ist bemerkenswert, dass zum ersten mal, soweit ich mich erinnere, eine Gruppe von Zentralbanken weltweit eine koordinierte Aktion gestartet hat.

Positiv ist auch der gute Start des Weihnachtsgeschäftes in den USA sowie eine leichte Erholung auf dem Arbeitsmarkt. Das alles gibt Grund zur Hoffnung und deshalb werden Aktien gekauft als gäbe es kein Morgen.

Auf die fundamentalen Hintergründe wollen wir nicht eingehen aber so lange die gute Stimmung anhält, steht einer Jahresendrally nichts im Wege.

Aus Sicht des SMI sollten deshalb die 5884 (Oktober-Hoch) nochmals angesteuert werden und dann wäre ein Überschiessen auf 6000 im Bereich des Möglichen.



Happy Trades



Marcus

 


gut so

19.12.2011 10:52
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CASH-Schlagzeile

cash-Ausblick 2012: «Uns erwartet ein Perfect Storm»

Ich kanns nicht mehr hören......

19.12.2011 10:12
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negativ in E

10:00 EUR Europas Leistungsbilanz -7.5B E -1.9B 0.5B

nicht zu früh einsteigen, E wirft die Druckerpresse erst am Mittwoch an (meines Wissens)

18.12.2011 16:33
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SMI im Dezember 2011

Bugatti wrote:

Die Schulden der USA interessieren mich nur am Rande. Viel wichtiger erscheint mir, aus Sicht der Schweiz, Europa.

Solange...

die Deutschen sich als Deutsche und nicht als Europäer

die Franzosen sich als Franzosen und nicht als Europäer

die Spanier sich als Spanier und nicht als Europäer

die Italiener sich als Italiener und nicht als Europäer

die Griechen sich als Griechen und nicht als Europäer

etc

etc ...

sehen und handeln wird die EU die Probleme nicht den Griff bekommen und der Euro wird höchstwahrscheinlich auseinander brechen.

Das spielt doch keine Rolle als was sie sich betrachten. Selbst wenn sie alle am selben Strick ziehen würden, es würde nicht die Ausbildungsniveau- oder Produktivitätsunterschiede überbrücken.

Die PIGS ohne Irland machen 40% der Einwohner in der Eurozone aus. Das kann nicht gut gehen. Kennt man doch aus jeder Ehe. Wenn die Differenzen zu gross werden, bricht es auseinander.

Ich glaube ich habe das Problem hier ziemlich gut auf den Punkt gebracht:

Das Problem des Euros ist die Kombination, dass ökonomisch schwache Länder (PIIGS) über sehr tiefe Zinsen an Geld kommen und über eine zu starke Währung verfügen. Dadurch verlieren sie ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt und können kaum exportieren. Hingegen sind die Importe zu billig. Die Wirtschaft läuft nur über auf billigen Kredit finanzierten Konsum durch öffentliche und private Haushalte. Dies führt zu einem starken Anstieg der Verschuldung, bis sie nicht mehr tragbar ist.

Der Euro kann und wird nicht in der heutigen Form überleben, da die Länderunterschiede zu krass sind.

3) Φιλαργυρία

18.12.2011 12:07
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SMI im Dezember 2011

MarcusFabian wrote:

Schreib Du mal aus Deiner Sicht, über welche Punkte wir uns einig sind (Diskussionsbasis) und wo wir unterschiedliche Meinungen vertreten.

Solang du in Geld nur ein wertloses,bedrucktes Papierchen siehst und Gold als Fixpunkt betrachtest,ist eine ausreichende Diskussionsbasis doch schlicht nicht gegeben.Es handelt sich eher um eine Kontroverse als um eine Diskussion.

Unsere Meinungen und gegensätzlichen Meinungen wurden doch schon in den div.Threads X-fach durchgekaut.Auch im letzten Link,kommen die grundsätzlichen Übereinstimmungen und totalen Gegensätze doch wunderbar zum Ausdruck.

weico

18.12.2011 12:05
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SMI im Dezember 2011

Bugatti wrote:

Wenn unsereins in den letzten Jahren über die Verhältnisse gelebt hätte und jetzt entsprechend Schulden hätte, wie würde er am besten dieses Problem lösen?

Gute Frage: Wenn Du Schulden hättest, deren Abbau Dich 53 Jahre kostet, würdest Du vermutlich Privatkonkurs anmelden.

Selbst wenn Du selbst noch so anständig wärst, bis an Dein Lebensende auf Existenzminimum zu leben: Deine Kinder würden das Erbe ablehnen.

Wäre ihnen ehrlich gesagt auch nicht zu verdenken. Die Kinder können ja nichts dafür, wenn die Eltern über ihre Verhältnisse gelebt haben. Die Kinder sollen befreit in die Zukunft blicken können und ihre eigenen Fehler machen.

18.12.2011 11:35
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SMI im Dezember 2011

@weico,

Darf ich den Spiess mal umdrehen?

Schreib Du mal aus Deiner Sicht, über welche Punkte wir uns einig sind (Diskussionsbasis) und wo wir unterschiedliche Meinungen vertreten.

Ich unterstelle mal, dass Du meine Meinung sehr viel besser kennst als ich Deine. Denn ich schreibe ja mehr als Du bzw. schreibe meine eigene Meinung und weniger Links auf Fremdmeinungen.

18.12.2011 11:29
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SMI im Dezember 2011

MarcusFabian wrote:

Übrigens waren wir uns vor einer Woche in Puncto Gelddruckerei noch weitestgehend einig.

http://www.cash.ch/forum/viewtopic.php?p=464327#464327

Folge k3000's Ratschlag :

1) Lesen 2) Denken 3) Schreiben.

..und lies zuerst den Link nochmals in RUHE durch.. :!:

weico

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