SMI im Dezember 2011

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k3000
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SMI im Dezember 2011

Ich denke eigentlich ziemlich genau so:

http://www.youtube.com/watch?v=uU9fmO0_oLI

--> ca. ab 10:00 min

Und ich denke, dass der Prozess des Deleveraging noch Jahre andauern wird.

Minerva.
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SMI im Dezember 2011

k3000 wrote:

Ich denke eigentlich ziemlich genau so:

http://www.youtube.com/watch?v=uU9fmO0_oLI

--> ca. ab 10:00 min

Und ich denke, dass der Prozess des Deleveraging noch Jahre andauern wird.

Glaubst du wirklich das "ein Prozess des Deleveraging" in Gang ist? Bei den Banken/Finanzbranche, ja aber nicht überall. Und die Staaten?

Die aktuellen Probleme werden die (EU/USA)nur mit Levarage "lösen" wollen/können.

MarcusFabian
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Minerva wrote:

Glaubst du wirklich das "ein Prozess des Deleveraging" in Gang ist? Bei den Banken/Finanzbranche, ja aber nicht überall. Und die Staaten?

Ist ein guter Einwand.

Wenn alle verkaufen wollen, wer soll dann noch kaufen?

Eines der Probleme ist die Eigenkapitalquote der Banken, die durch's Band weg zu niedrig ist. Insbesondere, wenn man sie mit den Assets gewichtet, die alles andere als sicher sind.

Eine Bank hat zwei Möglichkeiten, die EK-Quote zu erhöhen:

1. Kapitalerhöhung (da werden die Aktionäre nicht begeistert sein, weil ihre Aktie verwässert wird. Ausserdem stellt sich die Frage, wer Aktien kaufen sollte und zu welchem Preis.

2. Verkauf von Assets, wobei wir bei der Eingangsfrage wären, wer die Papiere dann kaufen sollte.

Flex.
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MarcusFabian wrote:

Eine Bank hat zwei Möglichkeiten, die EK-Quote zu erhöhen:

1. Kapitalerhöhung (da werden die Aktionäre nicht begeistert sein, weil ihre Aktie verwässert wird. Ausserdem stellt sich die Frage, wer Aktien kaufen sollte und zu welchem Preis.

2. Verkauf von Assets, wobei wir bei der Eingangsfrage wären, wer die Papiere dann kaufen sollte.

3. Kürzen der Boni Biggrin

k3000
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Minerva wrote:

Die aktuellen Probleme werden die (EU/USA)nur mit Levarage "lösen" wollen/können.

Das interpretierst du falsch. Deleveraging bedeutet ja gerade die Ausweitung der Geldmenge und Monetarisierung von Schulden, da durch die angestrebte Inflation die tatsächliche Verschuldung sinkt.

Alle Massnahmen der Zentralbanken dienen genau diesem Zweck, obwohl es zunächst Paradox klingen mag.

@MF

Es gibt noch weitere Varianten. Die Deleveraging Variante bei der Bank lautet, die Kreditgeber, welche Langzeitkredit der Bank gegeben haben mit Inflation zu überrumpeln und somit die tatsächlich Schulden der Bank zu senken. Damit schrumpft der Schuldenüberschuss nicht nur bei der Bank, sondern im ganzen Privatsektor,

Minerva.
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k3000 wrote:

Minerva wrote:

Die aktuellen Probleme werden die (EU/USA)nur mit Levarage "lösen" wollen/können.

Das interpretierst du falsch. Deleveraging bedeutet ja gerade die Ausweitung der Geldmenge und Monetarisierung von Schulden, da durch die angestrebte Inflation die tatsächliche Verschuldung sinkt.

Alle Massnahmen der Zentralbanken dienen genau diesem Zweck, obwohl es zunächst Paradox klingen mag.

@MF

Es gibt noch weitere Varianten. Die Deleveraging Variante bei der Bank lautet, die Kreditgeber, welche Langzeitkredit der Bank gegeben haben mit Inflation zu überrumpeln und somit die tatsächlich Schulden der Bank zu senken. Damit schrumpft der Schuldenüberschuss nicht nur bei der Bank, sondern im ganzen Privatsektor,

Alles klar, danke für die Richtigstellung.

Minerva.
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RATING: FITCH SENKT AUSBLICK FÜR FRANKREICH `AAA`-NOTE AUF NEGATIV

FITCH DROHT BELGIEN, SPANIEN, ITALIEN, IRLAND UND ZYPERN MIT HERABSTUFUNG

FITCH: UMFASSENDE LÖSUNG DER EUROZONE NICHT IN SICHT

FITCH: HERABSTUFUNG KÖNNTEN BEI 1 BIS 2 NOTEN LIEGEN

FITCH: FRANKREICH MEHR ALS ANDERE `AAA`-LÄNDER VON EUROKRISE BETROFFEN

FITCH: CHANCE FÜR FRANKREICH-ABSTUFUNG ETWAS MEHR ALS 50% IN DEN BEIDEN JAHREN

Minerva.
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Es wird wieder Druck aufgebaut. Die Aussagen von IWF-Chefin Christine Lagarde gehen in die gleich Richtung.

MarcusFabian
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Flex wrote:

3. Kürzen der Boni Biggrin

Nö, das verbessert die EK-Quote nicht Wink

MarcusFabian
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k3000 wrote:

Das interpretierst du falsch. Deleveraging bedeutet ja gerade die Ausweitung der Geldmenge und Monetarisierung von Schulden, da durch die angestrebte Inflation die tatsächliche Verschuldung sinkt.

Öhhm, dann müssen wir uns erst mal über die Definition von "Deleveraging" klar werden. Sonst reden wir aneinander vorbei:

Deleveraging

Vorgang der Aufnahme von Eigenkapital zum Zweck der Substitution von Fremdkapital. Gegenteil: Leveraging

http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/deleveraging/deleveraging.htm

bzw.

Definition of 'Deleverage'

A company's attempt to decrease its financial leverage. The best way for a company to delever is to immediately pay off any existing debt on its balance sheet. If it is unable to do this, the company will be in significant risk of defaulting.

http://www.investopedia.com/terms/d/deleverage.asp

Das lässt also zwei Möglichkeiten zu: Schulden zahlen oder Eigenkapital aufnehmen. Von Gelddruckerei steht da aber nix!?

k3000 wrote:

Es gibt noch weitere Varianten. Die Deleveraging Variante bei der Bank lautet, die Kreditgeber, welche Langzeitkredit der Bank gegeben haben mit Inflation zu überrumpeln und somit die tatsächlich Schulden der Bank zu senken. Damit schrumpft der Schuldenüberschuss nicht nur bei der Bank, sondern im ganzen Privatsektor,

Einverstanden. Das klingt für mich logisch.

Um das noch zu präzisieren:

In erster Linie profitiert der Staat von Inflation, denn er sitzt an der Geldquelle der ZB und kann das neu gedruckte Geld sofort zu den aktuellen Preisen ausgeben, bevor das Geld zeitverzögert in Teuerung umschlägt.

Die Banken kommen gleich dahinter. Auch sie profitieren relativ zeitnah vom neu gedruckten Geld.

Die Ar$chkarte zieht der Normalo, der gar nicht am Kredit-Trog sitzt und sich wundert, warum sein Geld immer weniger kaufen kann Wink

k3000
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MarcusFabian wrote:

Das lässt also zwei Möglichkeiten zu: Schulden zahlen oder Eigenkapital aufnehmen. Von Gelddruckerei steht da aber nix!?

Du kannst nicht die Möglichkeiten eines Deleveraging im Privatsektor mit Deleveraging der öffentlichen Hand vergleichen.

Eine Zentralbank kann die Leitzinsen senken und die Inflation (versuchen zu) erhöhen. Beide Möglichkeiten hat eine Privatbank nicht, sind aber Deleveraging-Massnahmen.

Wichtig ist, dass eine hohe und schnelle Inflation einsetzt.

Eine schleichend wachsende Inflation nützt dem Deleveraging-Prozess nichts.

Was viele Leute daher falsch verstehen ist, dass es das beste ist, wenn die EZB ihre Bilanz nicht verdoppelt, sondern verzehnfacht.

EFSF? $6 Trillionen, make it count! Alles andere ist Kindergarten und führt dazu, dass die Einwohner einzelner EU-Staaten in 2 Jahren ihre iPhones gegen Schinken und LCD-TVs gegen 2kg Brot tauschen.

Ausser natürlich, sie haben vorher physisch Gold gekauft, dann können sie nämlich mit ihrer Mikrogrammwage und einen Präzisionslaser einen Atomkrümmel von ihrem Goldbarren abtrennen für das Brot.

MarcusFabian
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k3000 wrote:

EFSF? $6 Trillionen, make it count! Alles andere ist Kindergarten und führt dazu, dass die Einwohner einzelner EU-Staaten in 2 Jahren ihre iPhones gegen Schinken und LCD-TVs gegen 2kg Brot tauschen.

Darf ich das mal ganz böse auf den Punkt bringen?:

Statt auf die Bremse treten wir aufs Gas und rasen volle Kanne in die Wand.

Dann haben wir es schneller hinter uns.

k3000
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MarcusFabian wrote:

Darf ich das mal ganz böse auf den Punkt bringen?:

Statt auf die Bremse treten wir aufs Gas und rasen volle Kanne in die Wand.

Dann haben wir es schneller hinter uns.

Es ist ja nicht so, dass die Welt zu Ende geht.

Das Problem ist ja lediglich, dass sich die hoch verschuldeten Euroländer nicht "deleveragen" können mit den oben erwähnten Mitteln, da sie keine eigene Währung haben. Und wer das nicht kann, wird über kurz oder lang seine Schulden nicht mehr bedienen können. Das ist ganz simple Arithmetik.

Da a) das Deleveraging nicht funktioniert bleibt nur noch b) die Schulden nicht mehr bedienen.

Das ist ja dann genau die Kernaussage des Videos, dessen Link ich gepostet habe: Machen wir das in der EU chaotisch, oder machen wir es mit einem Konzept und geordnet.

Geordnet kann funktionieren, dass zeigen ja die USA und UK seit 2007.

MarcusFabian
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k3000 wrote:

Es ist ja nicht so, dass die Welt zu Ende geht.

Sehe ich auch so. Aber für viele (wenn nicht die meisten) ist eine Währungsreform gleich einem Weltuntergang.

k3000 wrote:

Machen wir das in der EU chaotisch, oder machen wir es mit einem Konzept und geordnet.

Geordnet kann funktionieren, dass zeigen ja die USA und UK seit 2007.

Das ist zu kurz gegriffen. USA/UK gehen der Weg der Inflation. Schon seit 2002 und in verstärktem Masse seit 2008. Insofern also "geordnet" als sie die Linie der Inflation konsequenz durchziehen.

Aber Inflation hat neben Teuerung einen anderen Haken: Wenn die Schulden "weginflationiert" werden sollen, dann geschieht das über neues Geld und auch das muss bekanntlich verzinst werden. Die Schulden steigen also (in den USA dieses Jahr um 1.3 Billion). Auch wenn die einzelne Währungseinheit weniger Wert hat.

Kurz: Zum Sparen ist es zu spät. Für Europa ebenso wie für die USA oder UK. Die Anlgosachsen probieren es erst gar nicht. Die Europäer dummer Weise schon.

Es geht also bis zum bitteren Ende in die Inflation und in eine Währungsreform.

k3000
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MarcusFabian wrote:

Aber Inflation hat neben Teuerung einen anderen Haken: Wenn die Schulden "weginflationiert" werden sollen, dann geschieht das über neues Geld und auch das muss bekanntlich verzinst werden. Die Schulden steigen also (in den USA dieses Jahr um 1.3 Billion). Auch wenn die einzelne Währungseinheit weniger Wert hat.

Kurz: Zum Sparen ist es zu spät. Für Europa ebenso wie für die USA oder UK. Die Anlgosachsen probieren es erst gar nicht. Die Europäer dummer Weise schon.

Es geht also bis zum bitteren Ende in die Inflation und in eine Währungsreform.

Du hast das Konzept des Deleveraging eines Wirtschaftssystems überhaupt noch nicht begriffen. Sorry, du erzählst da Kraut und Rübli. Alles quer durcheinander und ohne Sinn.

Wenn du deine Wirtschaft deleveragen willst, dann hast du zwei Möglichkeiten: Entweder du machst einen write down der Schulden sofort ganz in einem Schritt (haircut) oder du verteilst die Entwertung der Schuld auf 10-15 Jahre und monetisierst Teile davon. Dazu brauchst du aber dein eigenes Geld als Staat (Private können das natürlich gar nicht). Die USA und UK haben das, die EU nicht. Darum muss die EU sparen (Austerity) und darum hat auch Cameron den einzigen richtigen Entscheid getroffen letze Woche und wurde zum Buhmann der Finanzpornomedien, die die Zusammenhänge nicht verstehen. Neuverschuldung und Tiefzinspolitik ist Deleveraging.

Jetzt kommt aber die Krux der FED mit ihrem Doppelmandat: Wenn alle ihre Schulden bedienen, sinkt das Wachstum und die Arbeitslosigkeit geht rauf. Das ist für Bernanke im Moment die Quadratur des Kreises.

Der Vorteil der USA und den UK ist, dass sie ihr Bankensystem bereits rekapitalisiert haben bzw. deleveragen. Die EU konnte das bisher nicht und vor allem konnte das Deutschland nicht. Deshalb drohen auch sie, drauf zu gehen. Wenn Deutschland seine Banken rekaptilisieren würde, so wie es die USA und die UK gemacht haben (und sie es auch gerne machen würden!), dann wäre ihr debt to GDP nicht bei 80%, sondern irgendwo bei 120+% (also einiges schlechter als die USA und UK! Irgendwo auf Niveau Italien). Nur haben sie diese Möglichkeit weder über die Bundesbank, noch über die EZB. Wenn du von Neuverschuldung sprichst, musst du sie auch im richtigen Kontext sehen.

MarcusFabian
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@K3000,

Ich bin einverstanden, mit dem, was Du schreibst. Ich widerspreche Dir da auch gar nicht. Habe auch nichts gegenteiliges behauptet.

Dennoch bin und bleibe ich misstrauisch, wenn allenorten behauptet wird, die Monetarisierung der Staatsschulden hätte keine negativen Auswirkungen.

Die BoE finanziert bereits 60% der britischen Staatsausgaben mit der Druckerpresse. Es muss mir keiner erzählen, dass das ewig gut gehen kann!

MarcusFabian
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Weltweites Finanzvermögen 200 Billionen Dollar

Ein paar interessante Zahlen:

Das gesamte Finanzvermögen der Welt beläuft sich auf 198.1 Billionen Dollar.

Davon USA: 27 B

Westeuropa: 23 B

Japan: 11.6 B

China: 6.5 B

Verteilung:

Private Haushalte: 85,2 Billionen Dollar (43 Wacko

Institutionelle Investoren (Pensionsfonds, Versich. etc.): 52,8 Billionen Dollar (27 Wacko

Banken: 30,7 Billionen Dollar (16 Wacko

Unternehmen (Nicht-Banken): 11 Billionen US-Dollar (6 Wacko

Zentralbanken: 12 Billionen US-Dollar (6 Wacko

Staatsfonds: 4,3 Billionen US-Dollar (2 Wacko

Anderes Staatsgeld: 2,4 Billionen US-Dollar (1 Wacko

http://www.theatlantic.com/business/archive/2011/12/the-200-trillion-world-who-owns-all-the-wealth/249788/

k3000
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MarcusFabian wrote:

@K3000,

Dennoch bin und bleibe ich misstrauisch, wenn allenorten behauptet wird, die Monetarisierung der Staatsschulden hätte keine negativen Auswirkungen.

Da bin ich mit dir einverstanden. Niemand hat behauptet, dass mit dieser Vorgehensweise alle immer glücklich sind. Nebeneffekte? Aber sicher. Haben wir ja auch schon oben erwähnt. Wir aber by the way, auch genauso im oben gepusteten Youtube-Video von Ray Dalio gesagt.

MarcusFabian wrote:

Die BoE finanziert bereits 60% der britischen Staatsausgaben mit der Druckerpresse. Es muss mir keiner erzählen, dass das ewig gut gehen kann!

Länger, als du und ich es noch erleben werden. Japan macht schon Ähnliches seit 30 Jahren. Weisst du, wenn alle davon sprechen, dass "kick the can down the road" nicht funktioniert, dann ist das wie wir oben gesehen haben, falsch. Es ist fast schon die einzige wirkliche Alternative. Die richtige Folgefrage ist daher lediglich: "how long is the road?" Und diese Strasse, werter MF, ist sehr sehr lang. Da kriegt Gold vorher Schimmel.

MarcusFabian
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Nun, Gold kriegt auch in 5000 Jahren keinen Schimmel. Papier schon Wink

Die neuen strukturierten Finanzpornopapiere werden auch keinen Schimmel kriegen. Dafür werden sie zu wenig lange leben Biggrin

Ich zweifle daran, dass wir ein globales Japan-Szenario bekommen können.

Ich weiss, dass Japan immer gerne von den Deflationisten als Paradebeispiel genommen wird, dass Gelddruckerei keine Auswirkungen auf die Teuerung hat.

Ich habe folgende Gegenargumente:

* Bei der japanischen Deflation darf man nicht vergessen, dass die in Yen gerechnet wird. Der Yen hat sich aber gegenüber dem Dollar in wenigen Jahren verdoppelt. Würde man (was keiner tut) die japanischen Preise in Dollar oder Euro berechnen, hätte Japan durchaus auch eine seine Teuerung gehabt.

* Die japanischen Banken haben das günstige Geld der BoJ nicht im eigenen Land investiert sondern in der übrigen Welt, die bis 2000 ja geboomt und höhere Zinsen bezahlt hat. Heute ist das insofern anders als es ausser den Staaten keine kreiditwürdigen Gläubiger mehr gibt.

* Japan hatte in den 1990ern das Glück, dass der Westen boomte. Somit konnte Japan bequem seine Produkte weltweit verkaufen. Heute fehlen global die Käufer, weil ja alle "deleveragen" wollen.

---

Schlussendlich gibt es in der Geschichte viel mehr Beispiele, wo Gelddruckerei zu Inflation, glaoppierender Inflation, Hyperinflation, Währungsreform geführt hat als Japan-Szenarien.

Das einzige europäische Land für das ich mir ein Japan-Szenario vorstellen kann ist die Schweiz. Evtl. noch starke EU-Länder, wenn sie aus dem Euro austreten (wie D->DM, A->Schilling, NL->Gulden etc.). Dann nämlich, wenn der Franken zum Fluchthafen wird und entsprechend in Kaufkraft gegenüber allen schwächeren Währungen steigt und die SNB nichts dagegen unternimmt.

Dann können wir Schweizer weltweit billiger einkaufen gehen.

/P.S.: Norwegen noch vergessen. - und ausserhalb Europas Kanada.

k3000 wrote:

Die richtige Folgefrage ist daher lediglich: "how long is the road?" Und diese Strasse, werter MF, ist sehr sehr lang.

Nun, wenn man sich den exponentiellen Anstieg der Geld/Schulden-Menge anschaut, scheint mir die nächste Mauer auf der Strasse nicht mehr weit entfernt zu sein. Schon jetzt ist es nicht mehr möglich, die Zinsen zu erhöhen, weil das den sofortigen Kollaps zur Folge hätte.

2012, spätestens 2013 dürfte es die ersten gröberen Haircuts geben. Evtl. sogar schon eine Währungsreform. Vielleicht sogar eine globale?

Speki
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Danke Marcus, danke K3000

Danke Marcus, danke K3000!

Euere Diskussion ist spannender als jeder Krimi und lehrreicher als jedes Fachbuch. Ganz hohes Niveau.

Super, macht weiter so.

Gruss Speki

Dem Geld darf man nicht nachlaufen - man muss ihm entgegengehen.(Henry Ford)

John Doe
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SMI im Dezember 2011

k3000 wrote:

Zusammenhänge nicht verstehen. Neuverschuldung und Tiefzinspolitik ist Deleveraging.

Ich möchte mich ja bei deiner Interpretation von Interpretationen nicht einmischen, aber:

Deleveraging ist das Gegenteil von Leveraging (Fremdkapitalaufnahme) und bezeichnet den Abbau von Verbindlichkeiten mit dem Ziel, den Verschuldungsgrad zu reduzieren, selbst bei NULL% Zins!

https://www.allianz.com/de/presse/newsdossiers/finanzmarktkrise/hintergr...

THAT`S MY SECRET I`M ALWAYS BULLISH

k3000
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MarcusFabian wrote:

Ich habe folgende Gegenargumente:

Ich habe genau gewusst, dass das kommt, darum habe ich auch gesagt "ähnlich" und nicht "gleich wie". Ich will jetzt NICHT japanische Deflationsszenarien durchkauen. Mit "ähnlich" wollte lediglich darauf hinweisen, dass die Bank of Japan die QE-Welle schon seit 30 Jahren reitet. Mit welchen Erfolgen oder gewollten/ungewollten Nebenwirkungen kann jetzt mal ausgeklammert werden. Tatsache ist, dass sie es schon seit Jahrzehnten macht. Das einfach so zur Kenntnisnahme.

MarcusFabian wrote:

Schlussendlich gibt es in der Geschichte viel mehr Beispiele, wo Gelddruckerei zu Inflation, glaoppierender Inflation, Hyperinflation, Währungsreform geführt hat als Japan-Szenarien.

Ist dem so?

Dann freu ich mich auf die lange, lange Liste hier deiner Beispiele von Nicht-Bananenrepubliken oder Drittweltländern im Zeitalter des globalisierten Bankensystems mit stabilem Politsystem, welche nicht durch den Kriegsfaktor die besagten Probleme hatten...

Bei jedem anderen Beispiel ausserhalb dieser Kriterien würde ich einen intellektuellen Würgreflex verspüren und dich nicht ganz ernst nehmen können.

MarcusFabian
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k3000 wrote:

Dann freu ich mich auf die lange, lange Liste hier deiner Beispiele von Nicht-Bananenrepubliken oder Drittweltländern im Zeitalter des globalisierten Bankensystems mit stabilem Politsystem, welche nicht durch den Kriegsfaktor die besagten Probleme hatten...

Hmm, da müsste ich 3800 Währungsreformen in der Menschheitsgeschichte durchgehen, was ich natürlich nicht tue.

War das Deutsche Reich eine Bananenrepublik 1923?

Was ist mit den jüngeren Beispielen Argentinien, Russland?

Was mit dem römischen Reich? Das war zwar keine Bananenrepublik aber immer in Kriege verwickelt.

Ansonsten: Simbabwe, USA ... beide produzieren keine Bananen ... :oops:

k3000
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SMI im Dezember 2011

Ok, herzlichen Dank für den Würgreflex. :?

Sag mal, liest du eigentlich die Sachen, die ich schreibe? ...oder machst du das absichtlich :evil:

Ich spreche von Ländern mit globalisierten Bankensystemen und du kommst mit dem römischen Reich? Das ist so etwa wie bei Star Wars gabs auch mal eine Hyperinflation hab ich gehört...

Argentinien: Drittweltland. Deutschland: Kriegsreparationszahlungen (1923 und Globalisierung? Naja) UdSSR: Zentralplanung.

1) Lesen 2) Denken 3) Schreiben.

Ich geb dir die Antwort: Es gibt kein Beispiel. Also, es gibt schon Beispiele von Hyperinflation. Aber es gibt kein einziges Beispiel, welches nicht ohne 147 wenn/aber/falls/falls nicht/mal abgesehen von nur ansatzweise als vernünftige "case study" dienen könnte. Und mit diesen 147 Konjunktiven können wir ja nicht ernsthaft hier intellektuellen Dialog betreiben.

Oder anderer Ansatz, mal etwas abstrahiert: Sagen wir mal, sogar deine 3800 Währungsreformen wären alles 100% verwendbare Datenpunkte eins makroökonomischen Vorgangs. Am Ende des Tages sind diese Information nämlich nur das: Datenpunkte. Sagen wir weiter, diese Daten entsprechen einfach anstatt den Datenpunkten einer Inflation den Datenpunkten einer Aktie. Die Eurex liefert 3600 quotes (Datenpunkte) pro Sekunde. Was genau versprichst du dir von der Auswertung dieses ca. 1-sekündigen Aktienkursverlaufes?

Turbo
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Die Definition als wahre und gerechtfertigte Meinung ermöglicht die Unterscheidung zwischen dem Begriff des Wissens und verwandten Begriffen wie Überzeugung, Glauben und allgemeiner Meinung. Sie entspricht zudem weitgehend dem alltäglichen Verständnis von Wissen als „Kenntnis von etwas haben“. Dennoch besteht in der Philosophie keine Einigkeit über die korrekte Bestimmung des Wissensbegriffs. Zumeist wird davon ausgegangen, dass wahre, gerechtfertigte Meinung nicht ausreichend für Wissen ist. Zudem hat sich ein alternativer Sprachgebrauch etabliert, in dem Wissen als vernetzte Information verstanden wird. Entsprechend dieser Definition werden aus Informationen Wissensinhalte, wenn sie in einem Kontext stehen, der eine angemessene Informationsnutzung möglich macht.

K3000

Du kommst mir vor wie ein Professor hoch gebildet, verfügt über einen hohen IQ, aber kann dem gemeinen Volk sein Wissen nicht weiter geben, da er in himmlischen Sphären schwebt.

Nur lesen allein genügt nicht, man sollte es auch verstehen können, dann kann man darüber nachdenken und schreiben lieber Professor. Wink

Ich hole es mir zurueck, du verdammtes Biest!

MarcusFabian
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k3000 wrote:

Ich spreche von Ländern mit globalisierten Bankensystemen und du kommst mit dem römischen Reich? Das ist so etwa wie bei Star Wars gabs auch mal eine Hyperinflation hab ich gehört...

Du kannst natürlich die Parameter immer so festlegen, dass sich keine Parallelen finden lassen. Wie lange gibt es ein globalisiertes Bankensystem? 30 Jahre vielleicht?

Oder zählen die Fugger in Augsburg auch schon dazu?

Im wesentlichen sagst Du ja, es gäbe keine Erfahrungswerte und jene, die wir aus der Vergangenheit haben, zählen nicht, weil kein Fall in der Vergangenheit exakt nach den von Dir definierten Parametern abgelaufen ist.

Beweist das im Umkehrschluss, dass deshalb die Welt der Gelddruckerei in Ordnung ist und alles billiger wird (Deflation)?

Dazwischen haben wir noch den gesunden Menschenverstand, der nahelegt, dass bei einer stärker wachsenden Geldmenge gegenüber der Gütermenge mehr Geldeinheiten pro Gut hingeblättert werden müssen.

Oder umgekehrt: Weshalb sollte Geld gegenüber Gütern an Wert gewinnen? Geld ist schliesslich gratis und unendlich verfügbar während Güter einen hohen Einsatz an Ressourcen und Rohstoffen verschlingen, die eben nicht unendenlich gratis verfügbar sind.

Wird - zum ersten Mal in der Geschichte - die Geldmenge konzertiert, weltweit erhöht, ist meine Annahme also durchaus schlüssig, dass es auch eine weltweite Inflation geben wird. Mit allen Konsequenzen.

Kojak2012
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weico hat am 18.12.2011 - 10

weico hat am 18.12.2011 - 10:17 folgendes geschrieben:

 

MarcusFabian wrote:

Oder umgekehrt: Weshalb sollte Geld gegenüber Gütern an Wert gewinnen? Geld ist schliesslich gratis und unendlich verfügbar während Güter einen hohen Einsatz an Ressourcen und Rohstoffen verschlingen, die eben nicht unendenlich gratis verfügbar sind.

Geld ist schliesslich gratis... Geld gewinnt Wert gegenüber Gütern..smiley

Solche Sätze lassen wirklich zweifeln,ob du die Grundzüge des Geldwesens,nur schon in Ansätzen, überhaupt verstanden hast..

weico

 

 

Guten Tag ins CH Haus....

 

>>>Geld gewinnt Wert gegenüber Gütern<<<

 

also als erstes hat Geld nur einen einzigen Wert: es vereinfacht das bezahlen von Gütern.

punkt.

okay, in der Schweiz habts noch andere Beziehungen zu Geld. fakt ist jedoch das Geld nicht arbeiten, sondern wagabundieren muss, weltweit operieren, suchend nach märkten, etc. etc.

eben das ganze dummsprech was man so kennt. beispiel Nokia. Deutschland ist zu teuer, also gehts aufi nach Rumänien, das Geld lockt, die Zinsen günstig, die Arbeiter willig, die Bilanz dankt es den Ausbeutern.  3 Jahre später ist selbst der Osten zu teuer, also geht es weiter gen Osten, Neue Märkte (kennt man irgendwo her....) erobern.

 

am ende vom Futtertrog muss irgendwer aufstehen und das kranke spiel auf laufen halten, durch arbeit, durch güterproduktion.

 

und genau das spiel neigt sich langsam, aber zusehens, selbst für blinde, einzutrüben.

 

das spiel ist schon so krank, dass man quadrate in den himmel malt und diese an der Börse verkaufen muss (CO2 Ablasshandel)

 

 

gruss

Kojak

weico
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SMI im Dezember 2011

MarcusFabian wrote:

Oder umgekehrt: Weshalb sollte Geld gegenüber Gütern an Wert gewinnen? Geld ist schliesslich gratis und unendlich verfügbar während Güter einen hohen Einsatz an Ressourcen und Rohstoffen verschlingen, die eben nicht unendenlich gratis verfügbar sind.

Geld ist schliesslich gratis... Geld gewinnt Wert gegenüber Gütern..:?:

Solche Sätze lassen wirklich zweifeln,ob du die Grundzüge des Geldwesens,nur schon in Ansätzen, überhaupt verstanden hast..

weico

MarcusFabian
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SMI im Dezember 2011

Bugatti wrote:

Wieso soll es zum Sparen zu spät sein? Nur weil es nicht zu Deiner "Goldtheorie" passt und Du in 10 Jahren 60 wirst und wahrscheinlich Gold bis dann sein Vertrauen wieder verloren hat?

Zum einen: Es ist die aktuelle monetäre Situation (Gelddruckerei, Schulden), die dazu geführt haben, dass die Realzinsen negativ sind, das Vertrauen in Währungen schwächelt und entsprechend Gold steigt.

Werden erstgenannte Probleme gelöst, wird auch Gold uninteressant und wir werden es verkaufen.

Zu Deiner Frage wegen dem Sparen.

Nehmen wir die USA:

Staatsschulden/BIP 16 Billionen,

Steuereinnahmen 2 Billionen,

jährliche Neuverschuldung 1.3 Billionen.

Bevor überhaupt an Schulden-Abtragen gedacht werden kann, müssen zunächst die Ausgaben um 1.3 Billionen reduziert werden, um ein ausgeglichenes Budget zu erzielen.

Weiterhin gehen pro 1% Zins 160 Mrd. an Zinsen weg.

Aber gehen wir mal davon aus, dass die Zinsen niedrig bleiben oder vernachlässigen wir sie ganz:

Würden die USA jährlich 1.6 Billionen (oder 10%) einsparen, könnten die Schulden um 300 Mrd. pro Jahr abgebaut werden. Die 16 Billionen wären dann nach 53 Jahren weg.

Abzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, den Haushalt um 10% zu kürzen, überlasse ich Dir.

Bis dahin ist das also reine Mathematik. Nichts ideologisches. Mit Gold hat das rein gar nichts zu tun.

Weitere Faktoren: Die zukünftigen Verpflichtungen aus Pensionskassen, MediCare und Medic-Aid, die eigentlich bereits heute in Form von Rückstellungen vorhanden sein müssten. Wenn man diese Verpflichtungen als zukünftige Schuld hinzurechnet, kommen die USA auf 60 Billionen Schulden.

Weiterhin wissen wir aus der Griechenland-Erfahrung, dass eine Rezession der dümmst mögliche Zeitpunkt für Sparanstrengungen ist. Die Wirtschaft Griechenlands ist um 6% eingebrochen, die Steuereinnahmen soweit ich mich erinnere um 12%.

Es wäre also unrealistisch zu glauben, dass die USA einerseits 10% der Ausgaben einsparen können, andererseits aber bei 2 Billionen Steuereinnahmen bleiben.

Zu guter Letzt wird uns die Generation unserer Kinder etwas husten, wenn wir jetzt beschliessen sollten, 53 Jahre lang Sparkurs zu fahren.

Ich kann mir also beim besten Willen nicht vorstellen, wie das mit dem Sparen und Abtragen der Schulden vonstatten gehen soll. Du?

MarcusFabian
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SMI im Dezember 2011

weico wrote:

Solche Sätze lassen wirklich zweifeln,ob du die Grundzüge des Geldwesens,nur schon in Ansätzen, überhaupt verstanden hast..

Dafür haben wir ja Dich, der die Weisheit gleich Schaufelweise gefuttert hat und uns Finanzporno-Bananen erleuchten wird.

Übrigens waren wir uns vor einer Woche in Puncto Gelddruckerei noch weitestgehend einig.

http://www.cash.ch/forum/viewtopic.php?p=464327#464327

Woher der Sinneswandel?

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