SMI im Juli 2009

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MarcusFabian
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SMI im Juli 2009

Rückblick auf den Juni

Vor einem Monat schrieb ich:

Quote:

Der springende Punkt ist die Entwertung der Währungen und wann genau hier eine Beschleunigung einsetzt. Entsprechend macht es wenig Sinn, über den Verlauf des SMI zu orakeln, weil wir ja nicht wissen, in welcher Art "Franken" der in ein paar Monaten noch bewertet ist.

Einen Mai-Crash gab es bisher noch nicht. Ich erwarte tiefere Kurse und evtl. sogar einen nominal endgültigen Boden mit neuen Tiefs im Verlauf des Sommers oder Herbsts.

Es gab auch im Juni keinen Crash. Höchstens eine Konsolidierung der jeweiligen Trends.

Wenn wir's mal durchgehen:

Der Dow Jones erreichte mittelfristig kurz ein neues Hoch, befindet sich jetzt in einer Korrektur, die aber - rein charttechnisch betrachtet - nur eine Konsolidierung eines Aufwärtstrends ist. Das gilt zumindest, solange das Tief vom Mai bei 8200 nicht unterschritten wird. Alles darüber ist bullisch. Wenn sich der Trend fortsetzt, müsste gegen Mitte Juli die Marke von 8800 nach oben durchbrochen werden. Dann sind Kurse bis 9200 per August im Rahmen des Möglichen.

Aus langfristiger Perspektive befinden wir uns aber nach wie vor in einer Bärenmarktrally, die im März begann und mittlerweile knapp 20% des Absturzes von November 2007 bis März 2009 korrigiert hat.

Anders ausgedrückt: Der Dow ist derzeit in einem Aufwärtstrend, der technisch noch nicht gefährdet ist, der aber an Dynamik schon stark nachgelassen hat und auf der Kippe steht. Trader werden also Stop-Losses für Long-Positionen bei 8200 und für Short-Positionen bei 8800 plazieren.

Ein ähnliches Bild gibt's bei den Renditen der 30 jährigen US Treasuries:

Auch hier eine Beruhigung der Lage. Von Vertrauensverlust und Kapitalflucht aus Amerika ist weniger zu spüren. Interessant ist hier die braun eingezeichnete GD50 bei 43 (= 4.3% Rendite der 30yr Bonds). Ich rechne hier mit einem Abpraller und einem langsamen Anstieg in Richtung neuer Hochs.

Der absolut langweiligste Index - sorry das sagen zu müssen - war unser SMIley, der recht trendlos um 5400 Punkte pendelt.

Dass der Dow stärker als der SMI performte lässt sich nicht mit dem Wechselkurs Dollar/Franken erklären, denn auch der verlief im Juni seitwärts bei etwa 1.08.

Alles in allem blicken wir also auf einen recht langweiligen Börsenmonat zurück und da am 4. Juli für die Big-Boys in den USA die Sommerferien beginnen, ist auch für den Juli keine Dramatik zu erwarten. Saisonal bedingt gehört der Markt im Sommer den Kleinanlegern und da die meist optimistisch sind, steigen die Kurse im Sommer meist, wenn auch bei recht geringem Volumen.

Lassen wir den Blick also etwas weiter schweifen. Die exakte Jahresmitte ist dazu auch ein gegebener Anlass.

Was uns in den nächsten Monaten - bis Ende Jahr - bewegen wird, sind drei Themenkreise, die sehr eng ineinander verflochten sind:

* Das Vertrauen in Währungen und insbesondere in den Dollar. Also Inflation und Deflation

* Eine bevorstehende Bewährungsprobe für das kapitalistische System

* Die weitere wirtschaftliche Entwicklung

Inflation und Deflation

Über dieses Thema habe ich bereits im Juni-Thread wie auch im "Inflations-Thread" http://classic.cash.ch/node/2934 regelmässig geschrieben.

Wir haben derzeit eine Deflation, weil sich Konsumenten weigern, ihre Schulden weiter auszubauen und statt dessen sogar die Frechheit haben zu sparen und ihre Schulden zurückzuzahlen.

Wir haben eine Deflation, weil Unternehmen abspecken und keine Kredite mehr aufnehmen oder bekommen.

Wir haben eine Inflation, weil der Staat in die Bresche springt und vermehrt Schulden macht.

Und wir haben eine Geldentwertung, weil sämtliche Notenbanken der Welt ihre Blüten drucken als gäbe es kein morgen.

Hier als Beispiel die Geldmengenausweitung (Inflation) des Franken (Quelle: SNB)

Siehe auch: http://classic.cash.ch/node/200#comment-60562

Anders ausgedrückt: In den letzten 10 Jahren hat sich die Menge der Franken nahezu verdoppelt, (von 204 auf 375 Mrd). Die Goldmenge jedoch von 2000 t auf 945 t halbiert.

Wo sind diese Milliarden?

Eines weiss ich sicher, sie sind nicht auf meinem Bankkonto. Smile

Sie sind in erster Linie in die USA geflossen bzw. haben Verluste gedeckt, die die UBS in ihrer unendlichen Dummheit in den USA eingefahren hat.

Michael Mross  hat die Krise sehr schön wie folgt zusammengefasst:

Michael Mross wrote:

1. Im Rahmen der Deindustrialisierung brauchten die USA zunehmend mehr Geld, um ihren aufwendigen Lebensstil zu finanzieren. Da sie ihn nicht selbst erwirtschaften konnten, pumpten sie die ganze Welt an.

2. Mithilfe der Fed und den großen US-Banken wurden Kreditpakete geschnürt, die in betrügerischer Absicht auch deutschen Banken angedreht wurden. Diese überwiesen Hunderte Milliarden ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten und bekamen dafür zweifelhafte Schuldscheine.

3. Dies geschah mit Einwilligung deutscher Politiker und den zuständigen Aufsichtsbehörden, die dem Betrug tatenlos zusahen.

4. Als sich die Banken mit dem US-Kreditmüll vollgesogen hatten, stellten sie fest, dass er eigentlich wertlos ist.

5. Also wandten sich die Geldhäuser an den Staat mit der Drohung, dass sie bankrott gehen würden, wenn sie kein Milliardenschutzschirm bekommen. Geld, für das letztlich der Steuerzahler aufkommen muss.

6. Politiker garantieren den Banken Milliarden und erhöhen Steuern, um ans Geld zu kommen.

Eingefügt aus http://www.mmnews.de/index.php/200906283195/MM-News/Die-Steuerdiktatur.html

Soweit die Vergangenheit, wie wir sie kennen. Die Zukunft wird so aussehen, dass die Steuern erhöht werden müssen, um diese neuen Milliarden zu finanzieren und zurückzuzahlen. Denn man darf nie vergessen, dass die SNB die 170 Mrd. der letzten Jahre ja nicht gratis zur Verfügung stellt sondern zu einem Zinssatz. Auch bei nur 1% Zins macht das 1.7 Mrd pro Jahr oder Fr. 243 für jeden Schweizer Einwohner (Rentner und Kinder eingeschlossen). Und das alleine für die Zinsen des in den letzten 10 Jahren neu gedruckten Geldes.

Wir werden also in den nächsten Jahren das Vergnügen haben, dass wir ultimo ratio über unsere Steuern die Häuser von Joe Sixpack und Jane Dow in Cleveland, Ohio bezahlen. God bless America!

Gleichzeitig sorgt die Entwertung unserer Währung durch Gelddruckerei dafür, dass die Kaufkraft unserer Ersparnisse (AHV, PK, Sparbuch) abnimmt. Wir werden also durch die Vordertür über erhöhte Steuern, durch die Hintertür über Entwertung unserer Ersparnisse entreichert. Und es sieht nicht so aus also würde das unserem US-hörigen Bundesrat irgend eine schlaflose Nacht bereiten.

Bewährungsprobe für das kapitalistische System

Das Problem des Kapitalismus besteht darin, dass die Wirtschaft zum Wachstum verdammt ist. Und zwar mindestens in Höhe der laufenden Zinsen. Wie oben gesehen, wird das Geld der Zentralbanken ja nicht gratis verliehen sondern zu einem Zinssatz. Die Banken wiederum geben dieses Geld zu einem höheren Zinssatz an Unternehmen und Private weiter.

Nehmen wir an, im Jahr Null beträgt die Geldmenge 1000 und wird zu 4% Zins zur Verfügung gestellt, dann müssten theoretisch am Ende des Jahres 1040 zurück bezahlt werden. Doch das ist unmöglich, denn die letzten 40, die Zinsen, existieren ja gar nicht. Also muss die Geldmenge um diesen Betrag erhöht werden, was bedeutet: Irgend jemand muss sich für 40 verschulden. Im Jahr 1 beträgt die Geldmenge also bereits 1040. Und so weiter.

Im Jahr 10 beträgt die Geldmenge bereits 1480, im Jahr 20 2191 und im Jahr 50 7106.

Da alles Geld, das sich im Umlauf oder einem Konto befindet ursprünglich von der Notenbank geschaffen und verliehen wurde, kann man sagen: Geld = Schuld

Jeglichem Vermögen steht eine Schuld gleicher Höhe gegenüber. Und würden morgen alle Schulden bezahlt, gäbe es kein Geld mehr!

Diese Zinseszinskurve ist exponentiell. Und da die Wirtschaft nicht ebenfalls exponentiell sondern bestenfalls linear wachsen kann, laufen irgendwann die Schulden und Zinsen aus dem Ruder.

Diese Grafik dürfte den meisten von Euch bereits bekannt sein:

Unser Arbeitseinkommen ist die Differenz aus Wirtschaftsleistung (BIP) minus Kapitaleinkommen (den Zinsen). Ist der Kreuzpunkt erreicht und BIP = Zins, dann müssten wir theoretisch nur noch für die Zinsen schuften, könnten also nichts mehr konsumieren. Das System muss also bereits vorher korrigieren.

Die beiden grossen Wirtschaftstheoretiker John Meynard Keynes und Karl Marx haben dieses Problem erkannt, sind aber zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen gekommen. Während Marx geschlossen hat, das System müsse eines Tages kollabieren und der Kapitalismus sich selbst zerstören, war Keynes der Meinung, es würde sich selbst bereinigen. Durch Phasen von Deflation oder durch Crashes, bei denen Schulden und Vermögen vernichtet werden. Dadurch sinkt auch die Zinslast wieder auf erträgliches Niveau und somit kann das Spiel wieder ein paar Jahrzehnte weitergehen.

Um das ganze auf ein einfaches Beispiel zu reduzieren:

Wenn ich Joe Sixpack einen Kredit von $1000 gebe, den er nicht zurückzahlen kann. Muss ich das Geld abschreiben. Joes Schulden und mein Vermögen verringern sich also gleichermassen um $1000. Wir erinnern uns: Geld=Schulden.

In der aktuellen Finanzkrise findet aber diese Abschreibung nicht oder nur in geringem Ausmasse statt:

Joe Sixpack kann den Kredit an seine US-Bank nicht zahlen. Diese wiederum nicht den Kredit der UBS, diese hat auch kein Geld und so muss der Schweizer Staat die $1000 finanzieren und lässt sie entsprechend von der SNB drucken.

Statt einer Abschreibung haben wir nun das Problem einfach auf zukünftige Schulden der Steuerzahler weltweit verteilt. Die Schulden sind also nicht weg. Sie hat nur ein anderer!

Was uns also noch bevorstehen wird ist eine Palastrevolution, wenn der Bürger merkt, dass seine Ersparnisse schleichend entwertet werden und er gleichzeitig höhere Steuern zahlen muss für einen Schaden, den andere angerichtet haben. Aber so weit sind wir noch nicht.

Ich will keine Prognose wagen, ob der Kapitalismus als System, diese Krise überlebt. Es gibt keine erprobten Alternativen. Der Konkurrent Kommunismus hat sich also noch unfähiger erwiesen. Aber vielleicht finden ein paar findige Köpfe ernst zu nehmende Alternativen. Wünschenswert wäre ein System, das die Wirtschaft nicht zu exponentiellem Wachstum treibt. Das ist nämlich wie gesagt unmöglich.

Wirtschaftliche Aussichten

Eine langanhaltende Wirtschaftskrise wie die aktuelle beginnt damit, dass die Unternehmen in erster Linie ihre Reserven angreifen. Sie verkaufen Vermögenswerte, Bonds, Aktien, greifen Barreserven an etc. Diese Phase ist abgeschlossen und hat 2008 ja auch zu den enormen Preisstürzen an allen Märkten geführt.

Wenn das nicht mehr ausreicht, wird gespart. Zunächst rationalisiert aber schlussendlich und schweren Herzens werden Mitarbeiter entlassen. Die Firma magert bis aufs Gerippe ab.

In dieser Phase stecken wir jetzt in den USA. Dort explodieren die Arbeitslosenzahlen. Arbeitslose fallen als Konsumenten weitgehend weg und auch jene, die noch einen Job haben, bekommen Angst und geben weniger aus, um für den Fall der Arbeitslosigkeit besser gerüstet zu sein. Das reduziert den Konsum, die Umsätze und Gewinne der Unternehmen und somit verstärkt sich die Abwärtsspirale.

Nach neusten Zahlen liegt das KGV des Dow Jones bei 47. 14.5 wäre fair. Der Dow müsste also von aktuellen 8400 auf etwa 2625 fallen, wenn die Investoren nur das KGV im Blick hätten. Das tut er nicht, denn die Aktionäre sehen Licht am Ende des Tunnels (wie sie es die ersten Jahre einer Krise immer tun.)

Andererseits zeigt die Erfahrung, dass Bärenmärkte ihren Boden bei etwa 7 finden, was einem Dow von 1300 Punkten entsprechen würde. Auch dieser Wert dürfte nicht angesteuert werden aber so wahnsinnig unrealistisch ist er nicht.

Man kann nämlich argumentieren, dass die Zeit von 1985 bis 2007 nur eine gigantische Blase war und wir nun wieder auf den ursprünglichen langfristigen Trend zurückkommen werden, der in etwa die reale Wirtschaftsleistung widerspiegelt. Demnach läge der faire Wert des Dow heute bei etwa 1600 Dollars von 1985. Da aber der Dollar in der Zwischenzeit rund 70% seines Wertes verloren hat, entspräche das heute einem Preis von 5300.

Aber jetzt bin ich abgeschweift. Wo waren wir?

Ach ja, bei der steigenden Arbeitslosigkeit. In dieser Phase wird nun wie gesagt weniger konsumiert und die schlechteren Gewinne bzw. Verluste werden in den kommenden Quartalen erst in die Erfolgsrechnungen der Unternehmen einfliessen und für sinkende Aktienpreise sorgen.

In der Schweiz passiert das etwas zeitverzögert und hoffentlich weniger dramatisch aber auch bei uns werden Firmengewinne noch sinken und die Arbeitslosenzahl steigen.

Die Finanzkrise ist vorbei. Die Banken konnten sich auf Kosten des Staates sanieren und streichen nun wegen des Zins-Spreads enorme Gewinne ein. In der Realwirtschaft kommt die Krise aber erst noch an. Und hier wird es keine staatlichen bailouts geben.

Es wird zu Konkursen, Abschreibungen und Vermögensvernichtungen kommen, bis ein Grossteil der Schulden=Vermögen vernichtet ist. Erst dann wird sich die Wirtschaft wieder erholen und die wenigen überlebenden Unternehmen wie Phönix aus der Asche steigen.

Aussichten August und weiter

Ich rechne in allen Indizes mit etwa seitwärts verlaufenden bis steigenden Kursen. Wie gesagt, die Big-Boys sind demnächst in Urlaub und sie dürften auf höherem Preisniveau enorme Aktienpakete zum Verkauf gestellt haben. Und während sie ihre ausgiebigen Ferien geniessen, kaufen die Kleinanleger über 1-2 Monate hinweg nach und nach diese Aktien auf. (Stichwort: Schafsweide).

Wenn wir also demnächst nach kleinen Rallys immer wieder an gewissen hohen Chartmarken (8800 im Dow, 5800 im SMI) den "Kopf anschlagen", dann wissen wir, dass die Kurse erst darüber hinaus gehen können, wenn die Verkaufsorders der Big-Boys abverkauft sind.

Nach den Ferien werden dann die Big-Boys die übrigen Aktien auch zu günstigeren Preisen verschleudern. Gut möglich also, dass wir erst im Oktober neue Tiefs sehen während im August/September die Märkte unspektakulär seitwärts tendieren.

Das Ganze wie schon im Juni unter dem Vorbehalt, dass unser Papiergeld einigermassen seinen Wert behält.

Zum Schluss noch was in eigener Sache: Dies ist ein Börsenthread und wenn ich auch das Thema nicht zwingend auf den SMI beschränken mag, dann doch zumindest auf die Themenkreise Börse, Wirtschaft und politische Ereignisse, die erstgenannte beeinflussen.

Für die Freunde der leichten Unterhaltung und jene, die am liebsten über sich selbst schreiben, hat marco netter Weise den SMI Stammtisch eingerichtet. ( http://classic.cash.ch/node/3321 ).

Hier wird auch freebase zu finden sein, der versprochen hat, hier nicht mehr zu stören.

Happy Trades

Marcus

Hugo2901
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SMI im Juli 2009

Vielen Dank MF wie immer etwas Neues gelernt

Erwarte wie im KO-Thread resp. in meinem Blog geschrieben (siehe Signatur) tiefere Kurse für DAX und SPX und somit auch für den SMI in den Sommermonaten.

Hoffen wir auf einen spamfreien Thread ; )

Die Börse von morgen bereits heute: http://www.wavaholic.com/

Green Shoot
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SMI im Juli 2009

@Vontobel

2003 – 2007 gute Gewinne, Ende 2007 – to date massive Verluste. Ich habe diese Krise nicht kommen sehn. Dennoch reicht es trotzdem für ein bescheidenes Plus im Netto.

Zu meiner Intradayprojektion von gestern :

Green Shoot wrote:

Hoi zämme,

Mein Intraday Szenario sieht folgendermassen aus:

Mit der Vorraussetzung, dass der DOW heute grün schliesst, gehe ich davon aus, dass der SMI grün bei ca. 5470 startet, um anschliessend aufgrund von Gewinnmitnahmen auf ca. 5400 zu dippen.

Am Nachmittag wird ein besser als erwartetes Verbrauchervertrauen die Märkte wieder massiv nach oben boosten, mit eimem abschluss bei ca. 5530 Punken.

Sprössling

Intraday Nach-Analyse: Prognosevergleich

Die Eröffnung habe ich fast Punktgenau bei 5470 getroffen (geputtet). Dannach folgten die Gewinnmitnahmen bis auf ca. 5448 Punken (15:30).

 Obwohl die Märkte oft zur Übertreibung neigen, waren die Gewinnmitnahmen heute weniger stark als erwartet. Anders ausgedruckt, bis 15:30 Uhr herrschte viel Optimismus.

Als um 16:00 Uhr das Verbrauchervertrauen schlechter als erwartet ausfiehl, drehte sich das Blatt mit enormer Geschwindigkeit.

 Leider hatte ich meine puts vorher schon geschmissen (leicht im Plus). Ich habe - und wie der Makt uns später zeigte – wie viele andere Teilnehmer auch, mit einem besseren “Consumer Confidence” gerechnet.

Das unerwartet schlechte Verbrauchervertauen hat die letzten Bullen verjagt und den SMI auf einen Schlusskurs von ca. 5400 Punkten gepeitscht.

Kurz Intraday:

1. Treffer: Startkurs

2. ½ Fehler: Optimisten unterschätzt bis 15:30 Uhr, dennoch richtige Tendenz

3. Fehler: wichtige Konjunkturdaten falsch eingeschätzt

MFG

Sprössling

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

Neu-SG
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SMI im Juli 2009

gibt da einiges wo ich nicht gleicher Meinung bin. in amerika werden bei den autoherstellern z.bsp die produktionen jetzt wieder hochgefahren. stichwort arbeitslose.

punkt 2: steht heute auf cash.ch hier der auszug: Von 200 Firmen, die Auskunft erteilen über ihre Ertragssituation, verzeichneten 125 Unternehmen einen rückläufig Gewinn, immerhin 75 aber legten noch zu. Zehn Firmen gelang es gar, den Gewinn zu verdoppeln.

ich denke immer noch wir stehen da wo wir hingehören. die krise war medial hysterisch übertrieben. meine meinung.

Green Shoot
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SMI im Juli 2009

1A Rechersche Marcus!

Was den SMI bis August anbelangt bin im Vergleich zu dir eher bärisch bis sehr bärisch eingestellt.

Hauptgründe:

- schlechte Q2 Zahlen, schlechte Konjunkturdaten

- Konsenseinschätzungen werden nach unten revidiert, was die Anlegerstimmung der institutionellen drücken kann.

- Big-Boys verkaufen ihre Wertschriften bevor sie in Urlaub fahren

- beschleunigtes Deleveraging (auf Drück der Zentralbanken)

Meine Glaskugel sagt mir.

Der CHF könnte etwas an Wert verlieren in den nächsten 4 Wochen.. Gleichzeitig könnte der USD etwas an Wert zulegen.

MFG

Sprössling

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

freebase
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SMI im Juli 2009

Neu-SG wrote:

gibt da einiges wo ich nicht gleicher Meinung bin. in amerika werden bei den autoherstellern z.bsp die produktionen jetzt wieder hochgefahren. stichwort arbeitslose.

punkt 2: steht heute auf cash.ch hier der auszug: Von 200 Firmen, die Auskunft erteilen über ihre Ertragssituation, verzeichneten 125 Unternehmen einen rückläufig Gewinn, immerhin 75 aber legten noch zu. Zehn Firmen gelang es gar, den Gewinn zu verdoppeln.

ich denke immer noch wir stehen da wo wir hingehören. die krise war medial hysterisch übertrieben. meine meinung.

genau das stand in den news,und die werdens wohl wissen. also so schwarz sehe ich zum glück noch nicht. und am herbst sehe ich eher steigende kurse. aber jedem das seine. man muss auch immer bedenken den nachbarn geht es nicht besser. also wirt sich das zur gegebener zeit auch wider einränken. Biggrin


 

MarcusFabian
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SMI im Juli 2009

Neu-SG wrote:

in amerika werden bei den autoherstellern z.bsp die produktionen jetzt wieder hochgefahren. stichwort arbeitslose.

Ist das Wunschdenken oder gibt's da eine Quelle?

Das Stichwort "Arbeitslose" ergibt für mich auch keinen Sinn: Arbeitslose kaufen keine Autos und wenn Autohersteller Autos produzieren, gibt's weniger Arbeitslose.

Steigende Arbeitslosigkeit ist also ein Argument für sinkende Nachfrage/Produktion und nicht dagegen.

mauro.
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Re: SMI im Juli 2009

MarcusFabian wrote:

Inflation und Deflation

Hier als Beispiel die Geldmengenausweitung (Inflation) des Franken (Quelle: SNB)

Siehe auch: http://www.cash.ch/node/200#comment-60562

Anders ausgedrückt: In den letzten 10 Jahren hat sich die Menge der Franken nahezu verdoppelt, (von 204 auf 375 Mrd). Die Goldmenge jedoch von 2000 t auf 945 t halbiert.

Wo sind diese Milliarden?

Marcus

Hallo MF

Bezüglich Entwicklung der Geldmengen ist schon noch zu erwähnen, dass die Erhöhung der Geldmenge M1 zu einem wesentlichen Teil durch Umschichtungen aus Termineinlagen in Sichteinlagen entstanden ist (M3 -> M1) und nicht etwa nur durch "drucken" von Geld.

Darum ist die inflationäre Auswirkung auch (zumindest bisher) bescheiden. Für die Abschätzung der Inflationsrisiken ist - zumindest nach makroökonomischen Therorien - die Geldmenge M3 ein besserer Indikator...und die Geldmenge M3 hat sich eben bei weitem nicht so dramatisch erhöht.

Gruss

Elias
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SMI im Juli 2009

Quote:

Schweizer Banken flossen 58 Milliarden Neugelder zu

Die Zahlen der SNB beweisen es: Den Schweizer Banken fliesst ausländisches Kapital zu. Die Stabilität des Landes überzeugt die Kunden weiterhin, so ein Fachmann.

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat gestern Details zur Zahlungsbilanz vom ersten Quartal 2009 publiziert. Die Wirtschaftskrise hinterlässt deutliche Spuren. Eine Ausnahme bildet der Kapital­verkehr mit den Banken. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sind den Schweizer Instituten netto 58 Milliarden Franken zugeflossen – das sind 40 Milliarden mehr als im Vorjahr. Gemäss SNB hat das folgenden Grund: Ausländische Kunden schichteten ihre Treuhandanlagen, die im Ausland angelegt waren, in Bankeinlagen in unserem Land um. Banken­professor Martin Janssen überrascht dies nicht, denn die Schweiz geniesse eine relative Stabilität. «In unserem Land ist nur eine Bank in einer schwierigen Lage. In den USA und Deutschland sind es die meisten», sagt Janssen. Zudem sei die Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Ausland bei kürzeren Fristen kleiner geworden, so dass es weniger Grund gebe, Anlagen im Ausland zu ­suchen. Zudem hätten ausländische Anlagestandorte dieselben oder grössere Probleme als die Schweiz, so Janssen.

http://www.20min.ch/finance/news/story/27251700

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
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SMI im Juli 2009

Besten Dank MarcusFabian, echt gute "Zusammenfassung"!

Wie seht Ihr die kurzfristigen Aussichten für den Monat Juli?

Eher wieder ein Aufwärtstrend oder weiterhin eine Seitwärtsbewegung? Oder gar einen "Crash"?

Besten Dank für Eure Meinungen / Antworten!

Freundliche Grüsse

Fruti aka. BlizZarD

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Sallatunturi
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SMI im Juli 2009

@ NeuStGallen

betrifft

Dein Statement das die Ertragssituation für viele Firmen noch goldig ist

Die meisten Firmen leben noch vom Auftragseingang der Jahre 07/08. Der wird aber in diesem Jahr abgearbeitet sein. Anschliessend fängt das zittern an, den seit Ende 08 sind die Aufträge versiegt, dh. die Entlassungswelle startet dann, und die Gewinne der Unternehmen gehen rasant zurück.

Von diesem Szenario sind natürlich die Beamten (auch Kantonalbankbeamten) Sozialempfänger und anderweitg von Bund/Kanton/Gemeinde Bezahlten ausgenommen. Und es scheint das einige ForumUser in diese Kategorien entfallen, und leider keinen Kontakt zur Privatwirtschaft haben.

raiffman
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SMI im Juli 2009

MarcusFabian wrote:

Neu-SG wrote:
in amerika werden bei den autoherstellern z.bsp die produktionen jetzt wieder hochgefahren. stichwort arbeitslose.

Ist das Wunschdenken oder gibt's da eine Quelle?

Das Stichwort "Arbeitslose" ergibt für mich auch keinen Sinn: Arbeitslose kaufen keine Autos und wenn Autohersteller Autos produzieren, gibt's weniger Arbeitslose.

Steigende Arbeitslosigkeit ist also ein Argument für sinkende Nachfrage/Produktion und nicht dagegen.

aus Cash.ch:

Der mit Hilfe von Fiat neu gestartete US-Autobauer Chrysler hat wie geplant in sieben Werken die Produktion wieder anlaufen lassen. Die Chrysler-Produktion war mit der Insolvenz Ende April praktisch komplett gestoppt worden.

Mit dem Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns hatte der drittgrösste US-Hersteller vor rund drei Wochen aus der Pleite fahren und viele Altlasten abwerfen können.

Am Montag liessen nun vier US-Fabriken, weitere zwei in Kanada und eine in Mexiko die Bänder neu anrollen, wie ein Chrysler-Sprecher am Unternehmenssitz in Auburn Hills (Michigan) bestätigte.

Auch mehrere Fertigungsstätten für Motoren und Karosserieteile starteten den Betrieb wieder. Wie bereits angekündigt legen jedoch alle Chrysler-Werke bereits Mitte Juli erneut eine zweiwöchige Sommerpause ein.

(SDA)

"Ich weiss, dass ich nichts weiss"

balzers99
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SMI im Juli 2009

Ein Ausbruch aus der momentan gültigen Trading-Range wird sich meines Erachtens erst aufgrund der Q2-Ergebnisse bzw. der Aussichten auf die zweite Jahreshälfte herauskristalisieren können. Ich kann mir kaum vorstellen, dass vor dem Hintergrund der anstehenden Berichtsaison grössere Engagements eingegangen werden. Böse Überraschungen würden zu massiven Gewinnmitnahmen führen, wobei neue Jahrestiefstände nicht auszuschliessen wären. Ich gehe von eher ernüchternden Ausblicke der Unternehmen aus.

el Toro
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SMI im Juli 2009

balzers99 wrote:

Ich gehe von eher ernüchternden Ausblicke der Unternehmen aus.

glaube ich auch...

balzers99 wrote:

Böse Überraschungen würden zu massiven Gewinnmitnahmen führen, wobei neue Jahrestiefstände nicht auszuschliessen wären.quote]

glaube ich hingegen nicht! Auch in Zukunft nicht - für mich steht fest: wir befinden uns bereits im Bullenmarkt, wenn es auch für längere Zeit sehr schwer sein wird, die 5900 im SMI zu durchbrechen und wir gar nochmals unter 5000 fallen werden. Die Lows vom 6. März hatten bereits einen Teil eines Systemkollaps der Finanzwelt in den Kursen enthalten - davon ist heute nicht mehr auszugehen, dazu kommen bereits diverse aussagekräftige Indikatoren welche auf ein Ende der wirtschaflichen Talfahrt schliessen. Desshalb, schlechte Quartalsergebnisse werden wohl zu Korrekturen führen, diese jedoch für Käufe genutzt werden. Ich glaube, dass wir uns für längere Zeit zwischen 4900 und 5900 bewegen werden...

MarcusFabian wrote:

Demnach läge der faire Wert des Dow heute bei etwa 1600 Dollars von 1985. Da aber der Dollar in der Zwischenzeit rund 70% seines Wertes verloren hat, entspräche das heute einem Preis von 5300.

spannend! Aber es ist reine Theorie. (Wobei, Theorien spannend und nützlich sind)

run rabbit, run...

Neu-SG
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SMI im Juli 2009

zum Thema Autobauer: Das stand vor kurzem mal überall, hab nachgegoogelt.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/488179/index.do

und zum Thema die Firmen leben vom Auftragseingang von früheren Jahren: Gibt sicher solche, man kann aber auch Firmen auflisten (ABB) wo dauernd neue Aufträge reinschneien.

für mich: Ihr seht das ganze zu schwarz und wollt nicht mehr aufhören mit schwarzmalen.

phlipp
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Re: SMI im Juli 2009

MarcusFabian wrote:

Einen Mai-Crash gab es bisher noch nicht. Ich erwarte tiefere Kurse und evtl. sogar einen nominal endgültigen Boden mit neuen Tiefs im Verlauf des Sommers oder Herbsts.

MarcusFabian wrote:

Gut möglich also, dass wir erst im Oktober neue Tiefs sehen während im August/September die Märkte unspektakulär seitwärts tendieren.

kanns langsam nicht mehr hören, mit deinen tiefs, dies hört man nun schon seit monaten von dir... aber schon klar, irgendwann wird es sicherlich zutreffen und wieder neue tiefs geben... in 1 - 10 jahren oder so...

"Heut ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage"

Tiesto
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Der ist geil... Lol

Frischling
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SMI im Juli 2009

Hallo

Lese seit 2 jahren dieses Forum, seitdem aktiv an der Börse, vorher eher passiv.

Ich kann den Daueroptimimus vieler hier nicht teilen. Oder ich lese andere Zeitungen.

Für mich fängt die Rezession erst richtig an. Viele werden es erst bei der Entlassungswelle spüren. Über den Hauptgrund schreibt MF seit langem. Wie werden die Kredite zurückbezahlt? Bleiben wir erst bei den Firmen. Können die Firmen, im besten Fall mit den nun viel kleineren Gewinnen, die Kredite zurückbezahlen? Werden die Banken die Firmen refinanzieren? Ich denke die Banken wollen erst einmal Geld sehen, um die eigenen Verluste zu decken. Also werden z.Bsp. Dividenden gestrichen, vorhandene Wertschriften verkauft usw.. alles nicht gerade positiv für Aktien. Die Wertschriften-Notverkäufe werden sich über mehrere Jahre erstrecken. Das gleiche gilt für die entlassenen, sobald die Arbeitslosenkasse nicht mehr zahlt, werden auch hier die Kredite nicht mehr bezahlt. Auch da wird das eine oder andere Depot geleert. Vielleicht unspektakulär, aber ein konstanter Verkaufsdruck. Und nicht die bankseitigen Verluste vergessen! Und am Schluss fallen die Amis als die grössten Konsumenten weg, bis die Schulden auf die eine oder andere weise vernichtet sind.

Einzig die Konjukturprogramme federn die Rezession ab, betrifft aber nur die Infrastruktur! Legt aber die Basis, falls sinnvoll verbaut, für einen kräftigen Aufschwung.

Für die Börse habe ich daher drei (1/2) Szenarien:

1. Jahrelanges gedümpel, Bandbreite kann ich nicht einschätzen. Meine geschätzte Wahrscheinlichkeit 30%.

2. Durch konstanten Verkaufsdruck leicht fallende Kurse in den nächsten Jahren. Ca. 3500 bis 4000 SMI, Wahrscheinlichkeit 30%.

3. Fall in Panikschüben! SMI tiefer als 3000. Für mich hat dieses Szenario mit 40% die grösste Wahscheinlichkeit. Der nächste Panikabsturz kann morgen, in einer Woche oder auch erst in einem Jahr sein.

3.5 Kombination aus 2 und 3.

Soviel zu meinem Einstand

PS: Leider bin ich noch am Anfängerfehler ausmerzen. Funktioniert langsam besser, habe aber noch Probleme mit dem timing und der Verlustbegrenzung.

Neu-SG
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SMI im Juli 2009

Frischling wrote:

Hallo

Lese seit 2 jahren dieses Forum, seitdem aktiv an der Börse, vorher eher passiv.

Ich kann den Daueroptimimus vieler hier nicht teilen. Oder ich lese andere Zeitungen.

Für mich fängt die Rezession erst richtig an. Viele werden es erst bei der Entlassungswelle spüren. Über den Hauptgrund schreibt MF seit langem. Wie werden die Kredite zurückbezahlt? Bleiben wir erst bei den Firmen. Können die Firmen, im besten Fall mit den nun viel kleineren Gewinnen, die Kredite zurückbezahlen? Werden die Banken die Firmen refinanzieren? Ich denke die Banken wollen erst einmal Geld sehen, um die eigenen Verluste zu decken. Also werden z.Bsp. Dividenden gestrichen, vorhandene Wertschriften verkauft usw.. alles nicht gerade positiv für Aktien. Die Wertschriften-Notverkäufe werden sich über mehrere Jahre erstrecken. Das gleiche gilt für die entlassenen, sobald die Arbeitslosenkasse nicht mehr zahlt, werden auch hier die Kredite nicht mehr bezahlt. Auch da wird das eine oder andere Depot geleert. Vielleicht unspektakulär, aber ein konstanter Verkaufsdruck. Und nicht die bankseitigen Verluste vergessen! Und am Schluss fallen die Amis als die grössten Konsumenten weg, bis die Schulden auf die eine oder andere weise vernichtet sind.

Einzig die Konjukturprogramme federn die Rezession ab, betrifft aber nur die Infrastruktur! Legt aber die Basis, falls sinnvoll verbaut, für einen kräftigen Aufschwung.

Für die Börse habe ich daher drei (1/2) Szenarien:

1. Jahrelanges gedümpel, Bandbreite kann ich nicht einschätzen. Meine geschätzte Wahrscheinlichkeit 30%.

2. Durch konstanten Verkaufsdruck leicht fallende Kurse in den nächsten Jahren. Ca. 3500 bis 4000 SMI, Wahrscheinlichkeit 30%.

3. Fall in Panikschüben! SMI tiefer als 3000. Für mich hat dieses Szenario mit 40% die grösste Wahscheinlichkeit. Der nächste Panikabsturz kann morgen, in einer Woche oder auch erst in einem Jahr sein.

3.5 Kombination aus 2 und 3.

Soviel zu meinem Einstand

PS: Leider bin ich noch am Anfängerfehler ausmerzen. Funktioniert langsam besser, habe aber noch Probleme mit dem timing und der Verlustbegrenzung.

und ich kann die Dauerpessimisten nicht mehr hören.....

für mich gibts noch ne Variante 4 aber das wisst ihr ja

balzers99
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balzers99 wrote:

Böse Überraschungen würden zu massiven Gewinnmitnahmen führen, wobei neue Jahrestiefstände nicht auszuschliessen wären.quote]

quote El Toro

glaube ich hingegen nicht! Auch in Zukunft nicht - für mich steht fest: wir befinden uns bereits im Bullenmarkt, wenn es auch für längere Zeit sehr schwer sein wird, die 5900 im SMI zu durchbrechen und wir gar nochmals unter 5000 fallen werden. Die Lows vom 6. März hatten bereits einen Teil eines Systemkollaps der Finanzwelt in den Kursen enthalten - davon ist heute nicht mehr auszugehen, dazu kommen bereits diverse aussagekräftige Indikatoren welche auf ein Ende der wirtschaflichen Talfahrt schliessen. Desshalb, schlechte Quartalsergebnisse werden wohl zu Korrekturen führen, diese jedoch für Käufe genutzt werden. Ich glaube, dass wir uns für längere Zeit zwischen 4900 und 5900 bewegen werden...

Da scheiden sich die Gemüter. Ich gehe immer noch davon aus, dass die Bankenkrise noch lange nicht überwunden ist und dass deshalb von dieser Seite ''neues'' Ungemach droht. Kaum auszudenken, was passieren wird, wenn neue, grosse Abschreibungen auf den toxischen Papieren vorgenommen werden müssen und die Banken neues Kapital benötigen. Irgendwann geht das mit den buchhalterischen Tricks nicht mehr auf und die Realität schlägt zurück. Im Weiteren denke ich, dass die Kreditausfälle in den nächsten Monaten stark ansteigen werden. Und nicht vergessen werden dürfen die steigenden Renditen am langen Ende. Die Kosten für die Refinanzierungen werden steigen. Alles zusammen ein gefährlicher Mix.

In einem Jahr oder so werden wir mehr wissen und vielleicht schlauer sein. Ich würde mich gerne irren.

Frischling
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SMI im Juli 2009

@Neu-SG

Leider sehe ich keinen Silberstreifen in den Zeitungen (FuW, Handelszeitung, NZZ). Ausser im Börsenteil, aber die schreiben eh immer, warum gerade jetzt Aktien günstig sind. Natürlich würde ich mich gerne irren.

Für Panik genügen genügend Stop-Loss!

fritz.
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Re: SMI im Juli 2009

phlipp wrote:

kanns langsam nicht mehr hören, mit deinen tiefs, dies hört man nun schon seit monaten von dir... aber schon klar, irgendwann wird es sicherlich zutreffen und wieder neue tiefs geben... in 1 - 10 jahren oder so...

Die Zukunft wird uns zeigen wer Recht hat. Aber immerhin kommen die Prognosen von MarcusFabian mit plausibel erklärten Begründungen daher, auf solch einem Niveau, dass sich da viele Profis verstecken müssten.

Kannst du denn deinen Optimismus auch begründen?

Gruss

fritz

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SMI im Juli 2009

Frischling wrote:

@Neu-SG

Leider sehe ich keinen Silberstreifen in den Zeitungen (FuW, Handelszeitung, NZZ). Ausser im Börsenteil, aber die schreiben eh immer, warum gerade jetzt Aktien günstig sind. Natürlich würde ich mich gerne irren.

Für Panik genügen genügend Stop-Loss!

man muss die Meldungen nur sehen wollen.... es gibt genügend.

el Toro
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SMI im Juli 2009

Neu-SG wrote:

man muss die Meldungen nur sehen wollen.... es gibt genügend.

man sieht aber auch immer das, was man gerne sehen möchte... Vorsicht ist definitiv angebracht.

Die Hauptfrage ist doch: Wieviel ist bereits in den Kursen enthalten?

Natrülich steht in den Zeitungen nach wie vor viel Negatives, das stimmt ja alles auch - nur ist dies nicht überraschend. Am besten sieht man dies am Beispiel der Arbeitslosenzahlen. Ist doch klar, dass eine solche Krise spuren hinterlässt, gerade im Arbeitsmarkt. Aber die Börsen steigen (immer) vorher an, bevor sich der Arbeitsmarkt beruhigt.

run rabbit, run...

Frischling
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SMI im Juli 2009

@Neu-SG Die täglichen Börsenews über Arbeitslosenrate, usw.. sind doch nur für Daytrader brauchbar. Interessanter ist z.Bsp. die Sozialhilferate, der Refinanzierungsbedarf, Staatsdefizit (höhere Steuern und Abgaben = weniger Konsum, oder Inflation). Bis die Schulden weg sind, sind wir für mich in einem Bärenmarkt. Auch bei einer langsamen Erholung, werden wir erst die Schulden abbauen und sicher nicht an die Börse bringen. Und zu viele haben zu viel verloren und werden die Börse meiden. Übrig bleiben nur Zocker (mich eingeschlossen) die am auf und ab verdienen wollen. Der Bullenmarkt wird für mich daher nicht vor sondern eher nach Rezessionsende beginnen.

Friederich
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SMI im Juli 2009

Neu-SG wrote:

Frischling wrote:
Hallo

Lese seit 2 jahren dieses Forum, seitdem aktiv an der Börse, vorher eher passiv.

.

und ich kann die Dauerpessimisten nicht mehr hören.....

für mich gibts noch ne Variante 4 aber das wisst ihr ja

Dann sollten die Kurse sofort in die Höhe schiessen und per Jahresende (2009) gibt's einen SMI von 10'000 Pkt.? Träume weiter!

Dr. Friederich Adolphus von Muralt

- "Besser en Ranze vom Frässe als es Buggeli vom Schaffe"

Neu-SG
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SMI im Juli 2009

Friederich wrote:

Neu-SG wrote:
Frischling wrote:
Hallo

Lese seit 2 jahren dieses Forum, seitdem aktiv an der Börse, vorher eher passiv.

.

und ich kann die Dauerpessimisten nicht mehr hören.....

für mich gibts noch ne Variante 4 aber das wisst ihr ja

Dann sollten die Kurse sofort in die Höhe schiessen und per Jahresende (2009) gibt's einen SMI von 10'000 Pkt.? Träume weiter!

hab ich nie gesagt... aber du gehörst für mich zu den pessimistischen Pessimisten... schon seit ich hier mitlese

und punkto schlechte News: Ihr müsst differenzieren können. Die Börse blickt voraus. Der ganze Müll der nach hinten blickt interessiert mich nicht. Auch nicht wenn zum 100. Mal in nem Schundblatt steht ... oho jetzt kommt dann die kreditkartenkrise..... für mich zählen nur Fakten und die sind deutlich angestiegen im Vergleich zum Jahresende 2008.

Neu-SG
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SMI im Juli 2009

ha no was gschiiiids gfunda im internet:

Die Verhaltensmuster sind immer die selben. Ist der Markt euphorisch, so werden die Überbewertungen und der nahende Crash beschworen. Bei stagnierendem Markt verweisen die warnenden Stimmen auf die Ruhe vor dem Sturm. In der Baisse tönen die Propheten, dass es noch viel schlimmer kommen kann. Und kaum zeigt sich ein Silberstreif am Horizont, so wird vor der Bärenmarkt-Rallye gewarnt, die dann jäh zum Abbruch führt - und frische Angagements ins Minus drehen lässt.

Eine häufig gestellte Frage der letzten Zeit lautet: Befinden wir uns in einer Bärenmarkt-Rallye? Oder anders formuliert: Wie erkenne ich, ob es sich um eine solche handelt?

Die Antwort ergibt sich auf einfache Weise, wenn wir auf Altmeister André Kostolany hören: Die Frage ist, ob es mehr Papiere gibt als Dummköpfe, oder mehr Dummköpfe als Papiere. Mit den Papieren meinte er natürlich das Volumen der angebotenen Aktien - und die Dummköpfe entsprechen der kaufwilligen Geldmenge der Investoren.

In einer Bärenmarkt-Rallye wird nun ein vorübergehendes Kursfeuerwerkdurch aufkeimend Hoffnung gezündet, für welches schlicht die Anschlussaufträge fehlen, weil die Hoffnungen enttäuscht werden. Enttäuscht wodurch? Durch schwache Ergebnisse der Unternehmen, die plötzlich die zuvor übertriebenen Erwartungen zurückschrauben. Durch mangelnde Zuversicht, aus welchen Gründen auch immer. Und durch Vorsicht, welche die Marktstimmung dominiert.

Aus der Vorsicht resultiert die Ansicht: Ich steige erst ein, wenn ich deutlich sehe, dass der Markt nach oben gedreht hat. Aber wann hat er denn wirklich gedreht? Wenn die breite Masse schon eingestiegen ist und die Kurse nach oben getragen hat? Was heißt oben? Wie weit nach oben? Sicher ist, dass der Maßstab dafür noch nie das war, was “faire Bewertung” der Aktien genannt wird. Denn auch über das “fair” gibt es keinen Konsenz, und wie weit die Bewertungen überschießen liegt allein am Liquiditätspool.

Die richtig Frage muss also lauten: Wie steht es mit den Anschlussaufträgen? Und genau hier sieht es in der gegenwärtigen Situation aus verschiedenen Gründen gut aus. Die aufgestaute Liquidität ist sehr hoch, die stärksten Firmen einer Branche konnten bereits (teilweise überraschend) verbesserte Ergebnisse melden. Hier ist das Glas also halb voll, während bei denjenigen, die auf die noch immer schwachen Daten verwisen, das Glas halb leer ist.

Wir erleben z.Z. aber, dass diese letzte Gruppe offenbar gemerkz hat, dass der Zug längst fährt, denn immer mehr Gelder werden aus den kurfristigen Parkbuchten abgezogen. Noch ist es aber nicht die Mehrheit und wir sind noch lange nicht an dem Punkt, in denen auch die letzten Spargroschen wieder aus der Zuckerdose in den haussierenden Aktienmarkt gepumpt wird.

Eine sich abzeichnende konjunkturelle Vebesserung reicht aus, um die Anschlussaufträge zu provozieren, selbst wenn der Aufschwung sehr begrenzt ist. Genau das ist es, was die Börse zum Frühindikator des Aufschwungs macht, bevor er wirklich eintritt.

Corben
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SMI im Juli 2009

Quote:

hab ich nie gesagt... aber du gehörst für mich zu den pessimistischen Pessimisten

Mir scheint, als ob Optimisten mit einer rosaroten Brille durchs Leben schreiten. Pessimisten sind übrigens nichts weiter als Realisten! Ich bin übrigens auch einer! Biggrin

Uns in der Schweiz geht es zumindest im Moment noch relativ gut, wie es sich demnächst auf dem Arbeitsmarkt verhält werden wir ja sehen.

"I believe in the Golden Rule, he who owns gold rules." Gerald Celente

Corben
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SMI im Juli 2009

Quote:

Der ganze Müll der nach hinten blickt interessiert mich nicht.

Was ist mit vergangenen Krisen und Geschichte allgemein? Müll???

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jonnycash.
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SMI im Juli 2009

Neu-SG wrote:

...

und punkto schlechte News: Ihr müsst differenzieren können. Die Börse blickt voraus. Der ganze Müll der nach hinten blickt interessiert mich nicht. Auch nicht wenn zum 100. Mal in nem Schundblatt steht ... oho jetzt kommt dann die kreditkartenkrise..... für mich zählen nur Fakten und die sind deutlich angestiegen im Vergleich zum Jahresende 2008.

Verschiedene Ansichten bereichern das Forum. Erfreulich, dass hier im Thread endlich (wieder) zum Thema diskutiert wird.

Ob der SMI Ende des Jahres bei 12000 steht oder auf 3000 abgestürzt ist interessiert mich in keiner Weise. Hauptsache die Kurse bewegen sich.

Definitiv in den Bereich der Mythen gehört die so oft, schulbuch- und gebetsmühlenartig immer wieder zitierte Weisheit der Börse die angeblich die künftige Entwicklung voraus nimmt. Selbst wenn das stimmen sollte, erachte ich diese fürs Trading als völlig unbrauchbar. Die Kurse enthalten allenfalls die Erwartungen an die Zukunft. Mehr nicht.

Ausserdem hat sich diese "Weisheit" ausgerechnet in harten Rezessionen wie wir sie derzeit (immer noch!) erleben selbst rückblickend in keiner Weise erfüllt!

Um die Aktien als angeblichen Vorlaufindikator beizuziehen müsste man wissen, wie die Zukunft den aussieht. Ein Widerspruch in sich selbst. Nicht mehr als einer der vielen unbrauchbaren Börsensprüche.

Die Kurse werden wieder tauchen, keine Frage. Sie werden auch wieder steigen. Die wichtigste aller Fragen werden alle Börsenweisheiten der Welt nie verlässlich beantworten; wo steht der Index zum Zeitpunkt x?

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