SMI im Juni 2010

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01.06.2010 07:53
#1
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SMI im Juni 2010

Sehr viel passiert ist im Mai ja nicht.

Der im April ausgelöste Abwärtstrend ist noch in Takt. Der SMI hat im Mai 4.5% in Franken verloren, ca. 7% in Gold.

Wir hatten kurz ein neues 8 Monatstief und somit war meine Schlussfolgerung aus dem April-Thread, Aktien zu verkaufen, soweit korrekt.

Der Abwärtstrend seit April ist noch voll in Takt und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass von irgend einer Seite neues Geld in die Märkte gepumpt wird. Vielleicht haben die Anleger ja auch besseres zu tun, als Aktien zu kaufen: Sie stehen in den Warteschlangen von Gold-Shops wie pro Aurum und versuchen, ihre letzten Kröten in Sicherheit zu bringen.

Insgesamt sollen Deutsche rund €1 Mrd. in den letzten Monaten in Gold investiert haben. Das klingt nach viel, entspricht aber nur gerade 0.02% des €4800 Mrd. betragenden Geldvermögens. Insgesamt sollen die Deutschen Gold im Wert von €70 Mrd. gebunkert haben. 1.47% des Volksvermögens.

Wenn es jetzt schon Goldknappheit gibt, was wird dann vor Pro Aurum erst los sein, wenn der Michel beschliesst 5% oder 10% seines Vermögens in Gold abzusichern?

Vielleicht wird dann das eintreffen, was ich schon um Pfingsten herum vermutet hatte, dass nämlich ganze Heerscharen teutonischer Goldgräber die letzten Schweizer Banken belagern, die noch physisches Gold vorrätig haben.

Vom Thema des letzten Monats - Griechenland - ist auch immer weniger zu hören. Dass kürzlich Spanien wieder mal von Fitch nach unten geratet wurde, hat die Märkte auch nicht sonderlich interessiert. Offenbar ist das Thema PIIGS und Staatsschulden mehr oder weniger eingepreist. Ein Blick auf den Euro in Dollar könnte das bestätigen: Der Euro scheint bei $1.225 einen mittelfristigen Boden gefunden zu haben, obschon rein charttechnisch der Abwärtstrend auch hier noch intakt ist.

Allerdings ist das neue Rating Spaniens erst seit Freitag bekannt. Da könnte also noch was kommen.

Was mittelfristig für Aktien spricht, ist die Angst vor Verlusten bei Staatsanleihen. Es scheint mittlerweile auch in Anlegerkreise bildungsferner Schichten durchgedrungen zu sein, dass auch Staatsanleihen nicht gefeit sind vor einem Haircut also einer gezielten Entwertung. Die nach wie vor intakte Gelddruckerei schürt ihrerseits Angst vor Inflation. Aktien gelten als Inflationsschutz und somit kann man darauf spekulieren, dass es Umschichtungen von Staatsanleihen in Aktien und Rohstoffe geben könnte.

Das Thema "Aktien=Inflationsschutz" ist allerdings nicht so eindeutig wie diese Aussage vermuten lässt:

Richtig ist, dass sich Aktienindizes in Zeiten hoher Inflation ebenfalls nach oben bewegen. Wenn auch zeitverzögert und somit real mit Verlusten behaftet. Richtig ist auch, dass sich Aktienindizes auf alle Fälle besser verhalten als Staatsanleihen.

Zu bedenken ist aber, dass man die einzelne Aktie betrachten muss. Zu empfehlen sind gute Dividendentitel aus den Bereichen Nahrung, Pharma, Energie und Rohstoffe.

Banken und Technologieaktien (also die Zykliker) will man allerdings nicht im PF haben.

Unter dem Strich lässt sich grob abschätzen: Wenn die Inflation anzieht, verliert man mit Aktien. Man verliert aber weniger als mit Bargeld oder Staatsanleihen. Es ist also die beste von mehreren schlechten Varianten.

Was die längerfristigen Ausblicke (also 6 Mt. bis 2 Jahre) betrifft, so sehe ich drei Möglichkeiten:

1. Crack-up Boom, wenn die Inflation einsetzt: Wenn die Anleger befürchten, dass ihr Geld (bzw. ihre Währung) an Wert verliert, werden sie versuchen, noch möglichst viel Bargeld loszuwerden und in Sachwerte anzulegen. Das müssen nicht zwingend Edelmetalle sein (auch!) sondern können auch Autos, Möbel etc. sein. Kurz: Nützliches, das sich lange hält. Anschaffungen, die ohnehin geplant sind und nun vorgezogen werden.

In diesem Fall werden wir einen unerwartet steilen aber kurzen Aufschwung erleben, der abrupt endet, wenn die Kohle aufgebraucht ist.

Danach tritt Szenario 2 ein.

2. Direkter Absturz der Märkte. Nicht als Crash sondern über Monate verteilt. Auf die Tiefstände vom März 2009 und wahrscheinlich sogar daraunter.

3. Einsetzende Inflation und entsprechend nominal steigende aber real fallende Märkte. Analog des Bärenmarktes 1967-1981.

Mit diesen drei Szenarien kann man als Anleger nicht viel anfangen. Ich weiss. Was soll man nun tun? Dividendentitel kaufen? Bargeld halten, weil Aktien noch billiger werden könnten? Rohstoffe Edelmetalle kaufen?

Meine Empfehlung lautet:

Der Anleger sollte sich für die nächsten Jahre in erster Linie auf Werterhalt und nicht auf Gewinn konzentrieren. Das Risiko steigt auf allen Ebenen und somit sollte man sich nicht von hohen möglichen Renditen blenden lassen. Es käme ja auch niemand auf die Idee, griechische Staatsanleihen zu kaufen, auch wenn die im Moment so 16% Rendite versprechen.

Etwa ein Drittel bis die Hälfte kann bereits jetzt in gute Aktien investiert werden. Den Rest hält man in Bar, um möglichst rasch reagieren zu können, wenn es zu einem Crack-Up Boom kommen sollte.

Wenn nicht, können die Aktien notfalls durch das Tal der Tränen mitgeschleppt werden. Sie werden dereinst ihren EP wieder sehen aber vielleicht erst in ein paar Jahren.

Und natürlich macht es immer Sinn, einen Teil seines Vermögens in Form von physischem Edelmetall zu halten, das ja genau in Krisenzeiten die beste Performance erreicht.

Nächsten Freitag treffen sich die Finanzminister der G20 Staaten, um den G20 Gipfel vom Ende Juni vorzubereiten. Es wird sicher interessant sein, was die 20 Pappnasen an neuer Symptombekämpfung ausbrüten.

Bis dahin ist nichts dramatisches in der Pipeline und so erwarte ich für den Juni mehr oder weniger seitwärts bis sinkende Kurse.

Zum Schluss möchte ich noch auf den neuen Thread "Geldsysteme" http://classic.cash.ch/node/4144 verweisen, der recht spannend zu werden verspricht!

Happy Trading!

Marcus

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01.07.2010 01:41
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SMI im Juli

Der neue Thread ist da!

Weiter geht's hier:

http://www.cash.ch/node/4189

--- Thread closed---

01.07.2010 00:30
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Ramschpapierhaendler wrote:

@ Kapitalist:

Dein Gedankengang hat einen Haken: was, wenn die Immobilie zu 80% fix finanziert ist und später 30% an Wertverliert? Gib mir bitte Bescheid, welche Bank das mitmacht. Danke!

Innert 5 oder 10 Jahren verliert ja ein Haus nicht an Wert, mindestens in der Schweiz nicht!

Im Kanton Zürich sind die Häuserpreise im Durschnitt der letzten 10 Jahre mindestens um 2% pro Jahr gestiegen. Ich weiss das sehr gut da ich selber ein Haus im Kanton Zürich besitze.

Besser reich und gesund als arm und krank!

01.07.2010 00:20
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SMI im Juni 2010

Ein gutes Gefühl, wenn man aus dem Urlaub zurückkommt und der Kontostand ist höher als vorher.

Nichtsfürungut und es geht weiter wie gehabt.

Die Krise ist nach wie vor leider real. Gemäss Soros sind wir nun in der zweite Phase.

Ich habe die Ereignisse in den letzten Wochen kurz analysiert:

BP Öldisaster: non Event für die Weltmärkte, auch Nonevent für den Ölpreis, massives ökologisches Problem

News zum Flash Crash: kein Fat Finger, kein Computerproblem

Zwei systemkritische Banken standen kurz vor dem Zusammenbruch und dies hat zu einem Systemausfall geführt (Flash-Crash). Im Monatsbericht der EZB wird nicht erwähnt um welche Banken es sich handelt.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/geld/dramatischer-bericht-der-ezb-apokalypse-...

Euro Stimulus: Das Milliardenpaket hat bis jetzt noch nichts gebracht, ausser weitere Schulden. Die CDS Spreads sind nach wie vor am steigen. Der Impact könnte, wenn überhaupt, zeitverzögert eintreffen.

US Stimulus: Ist am auslaufen, z.B. gestern (30.Juni 2010) lief TALF (Term Asset-Backed Securities Loan Facility) aus. Das bedeutet z.B. dass die Ausfälle im gewerblichen Immobereich, ab jetzt wieder voll durchschlagen. Dies wird zu einer neuen Abschreibungswelle führen. Vermutlich wird hier ein neues Stimuluspaket geschnürt.

Frühindikator: Der BDI deutet auf Schwäche hin.

http://www.naftemporiki.gr/markets/quotegraph.asp?id=.BADI&ctime=1Y&cper...

Aktien:

Freddy und Fanny haben massive Probleme und in den letzten 3 Wochen über 60% an Wert verloren. Die Massenmedien haben es nun nach dem Caesarprinzip in der Hand: "Morituri te salutant."

Daumen hoch = keine Berichtserstattung und schauen was passert.

Daumen runter = Berichterstattung => Todesstoss

Ambac ist am wackeln. Auch hier Finanzprobleme. Die Monoliner hat in den letzten 3 Wochen über 40% an Börsenwert verloren.

Auch hier ist die Berichterstattung der Massenmedien matchentscheidend.

Charttechnik: Die 200er MAV wurde nach unten durchbrochen, dies ist ein superbärisches Signal.

Tradingempfelung: abwarten und Tee trinken.

Ich habe auch nach positiven Nachrichten gesucht und konnte leider keine Finden, welche nicht von temporären Stimuluseffekten verzerrt sind.

MFG

Sprössling

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

01.07.2010 00:07
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SMI im Juni 2010

weico wrote:

Ramschpapierhaendler wrote:
weico wrote:
...wenn Du ganz scharf nachdenkst,kommst Du sicherlich darauf,warum dieses vielzitierte "Forenmärchen" nur theoretisch stimmt und in der Praxis ein Schuldner schon vorher "kapitulieren" wird/muss.....

Ich hab meine Sicht dazu schon mehrmals gepostet. Mich würde deine Sicht sehr interessieren.

Wie es mf und Du selber schon andeuteten.

Entweder man bekommst vom Staat eine "Sondersteuer" aufgebrummt,die Bank kündet die Hypothek oder man hast den stetigen Anstieg bis zu einer Hyperinflation gar nicht überlebt.

Es geht ja ,in der Praxis,nicht schlagartig von dem jetzigen Zinssatz auf ein paar 100% oder gar 1000%.

Es geht eben eine gewisse Zeit.

Wenn der Zinssatz sich nur schon im Wochentakt verdoppeln würde (1,2,4,8,16 % usw.) würden die meisten Schuldner wohl "kapitulieren" müssen.

Dazu kommt noch ,wie Du ja selber schreibst,dass die Bank (..als Notausgang.. )die Hypothek jederzeit wegen "Unterdeckung" auflösen kann.

Wie Du absolut richtig schreibst,ist dann derjenige Schuldner eine "arme Sau",der keine entsprechenden Werte der Bankforderung entgegenstellen kann.

P.S...nun darf "kapitalist" gerne seine "Verflüchtigunstheorie" schildern,um Unseren "Denkfehler" aufzudecken.. 8)

weico

Das stimmt ja so alles nicht! Heute finanziert man Häuser meistens über Festhypotheken, die haben einen festen Zinssatz über einen längeren Zeitraum z.B. über 5 oder 10 Jahre. In dieser Zeit sind sie durch die Bank gar nicht kündbar und der Zinssatz ist auch nicht veränderbar.

Zudem sind Immobilien bis zu 80% belehnbar.

Besser reich und gesund als arm und krank!

30.06.2010 23:35
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SMI im Juni 2010

in_God_we_trust wrote:

@weico, @ramschi

Wenn Ihr solche Weltuntergangsszenarien für Häuserbesitzer aufstellt, könnt Ihr dasselbe geradesogut für Goldbesitzer machen.

:shock:

Ich denke Du verwechselst da etwas bzw. Mich mit jemand Anderem...

ICH stelle absolut kein Weltuntergangsszenario auf, für Immobilienbesitzer die nicht ÜBERSCHULDET sind.

weico

30.06.2010 23:32
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SMI im Juni 2010

@MF

Deine Worte sind jeweils sehr weise und auch richtigstellend wie es sein sollte, heute fuhr ich wieder viel in Zürich unterwegs, Herrliberg, Meilen,Küsnacht und die Geldinsel Schweiz bez. Zürich ergötzte mich wieder mit all seinem Reichtum seiner extremer Dekadenz wie ich fast niergends sonst auf der Welt gesehen habe,soviel Reichtum soviel exklusive Immobilien, soviele teure Autos, soviele herausgeputzte Frauen wie auch Männer.

In der Welt bin ich ein reicher und gesunder Mann aber hier in Zürich komme ich mir sprichwörtlich wie der ärmster Mann auf Erde vor, trotz meiner 1 Kilo Goldbarren

Wink

Heute spürte ich wieder den extremen Reichtum, die extreme Dekandenz der Zureich Stadt Zürich, missverstehe mich nicht MF aber wenn man sowas wieder gesehen hat kann man nur schweren Herzens die andere Seite des Weltzustandes nachvollziehen.

querschuesse.de

30.06.2010 23:17
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Cambodia
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in_God_we_trust wrote:

@Cambodia

Du bist nicht weit vom Reich Gottes!

Sorry, ich bin ein Ungläubiger... Blum 3Blum 3Blum 3

30.06.2010 23:11
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SMI im Juni 2010

in_God_we_trust wrote:

Wenn Ihr solche Weltuntergangsszenarien für Häuserbesitzer aufstellt, könnt Ihr dasselbe geradesogut für Goldbesitzer machen.

Nein, in Gold we trust! Wink

_________________

Ich hole sie mir zurück, dieses verdammte Biest!

30.06.2010 22:50
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@Cambodia

Du bist nicht weit vom Reich Gottes!

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

30.06.2010 22:48
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SMI im Juni 2010

@weico, @ramschi

Wenn Ihr solche Weltuntergangsszenarien für Häuserbesitzer aufstellt, könnt Ihr dasselbe geradesogut für Goldbesitzer machen.

Ich würde überhaupt nicht mit Währungreform und Hyperinflation spekulieren, denn diese finden oft in Zusammenhang mit Kriegen statt. Bei einem Krieg weiss praktisch niemand ob es ihn selbst nicht auch treffen kann.

Also kommt wieder zurück zur Realität! Als Worstcaseszenario sind Gedanken zu Hyperinflation sicher nützlich. Aber eintreffen wird sie nicht, und wenn doch, dann weiss niemand von uns, ob er/sie zu den Verlierern gehört oder den Gewinnern. (In gewissen Religionen würde man das dann als Gericht Gottes bezeichnen).

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

30.06.2010 22:38
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SMI im Juni 2010

Cambodia wrote:

Tipp für das 2. Halbjahr 2010:

Vom heutigen Aktienkursniveau 15% abziehen und einen limitierten Kaufauftrag vom 1. Juli bis 31. August 2010 eingeben und im Dezember 2010 plus 25% auf der getätigten Investition einfahren! Welche Aktien? Entscheide selbst, aber lass die Grossbanken weltweit links liegen! :idea: :idea: :idea:

Gottex Lol

30.06.2010 22:34
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Cambodia
SMI im Juni 2010

Tipp für das 2. Halbjahr 2010:

Vom heutigen Aktienkursniveau 15% abziehen und einen limitierten Kaufauftrag vom 1. Juli bis 31. August 2010 eingeben und im Dezember 2010 plus 25% auf der getätigten Investition einfahren! Welche Aktien? Entscheide selbst, aber lass die Grossbanken weltweit links liegen! :idea: :idea: :idea:

30.06.2010 21:47
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private erinnerung - ich sollte nicht mehr rauchen

30.06.2010 21:45
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SMI im Juni 2010

Hat bei den Amis wieder einer am falschen Knopf gedrückt? Der DJ geht ja ab - nach unten!

Oder hat Mr. President gesprochen?

Dr. Friederich Adolphus von Muralt

- "Besser en Ranze vom Frässe als es Buggeli vom Schaffe"

30.06.2010 21:43
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SMI im Juni 2010

Ramschpapierhaendler wrote:

weico wrote:
...wenn Du ganz scharf nachdenkst,kommst Du sicherlich darauf,warum dieses vielzitierte "Forenmärchen" nur theoretisch stimmt und in der Praxis ein Schuldner schon vorher "kapitulieren" wird/muss.....

Ich hab meine Sicht dazu schon mehrmals gepostet. Mich würde deine Sicht sehr interessieren.

Wie es mf und Du selber schon andeuteten.

Entweder man bekommst vom Staat eine "Sondersteuer" aufgebrummt,die Bank kündet die Hypothek oder man hast den stetigen Anstieg bis zu einer Hyperinflation gar nicht überlebt.

Es geht ja ,in der Praxis,nicht schlagartig von dem jetzigen Zinssatz auf ein paar 100% oder gar 1000%.

Es geht eben eine gewisse Zeit.

Wenn der Zinssatz sich nur schon im Wochentakt verdoppeln würde (1,2,4,8,16 % usw.) würden die meisten Schuldner wohl "kapitulieren" müssen.

Dazu kommt noch ,wie Du ja selber schreibst,dass die Bank (..als Notausgang.. )die Hypothek jederzeit wegen "Unterdeckung" auflösen kann.

Wie Du absolut richtig schreibst,ist dann derjenige Schuldner eine "arme Sau",der keine entsprechenden Werte der Bankforderung entgegenstellen kann.

P.S...nun darf "kapitalist" gerne seine "Verflüchtigunstheorie" schildern,um Unseren "Denkfehler" aufzudecken.. 8)

weico

30.06.2010 21:28
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Ramschpapierhaendler wrote:

Dann mach ich mal den Anfang: knapp 90% in 8 Jahren. Netto, ohne Bankzinsen gerechnet. Die seh ich als "Miete" an, obwohl ich damit etwa 50% unter Marktmiete gewohnt habe. "Rendite" hab ich also erfüllt. Nur beim Wort "Unternehmung" stimmt's nicht mir der Wiki-Definition überein.

Du kannst JEDES Produkt nehmen, bei dem Du weniger bezahlt hast als Du beim Verkauf erziehlst und Dies dann als "Investition" ausgeben. Lol

Solches hat aber mit dem eigentlichen Begriff von "investieren" aber wenig gemein bzw. solches hat der Schreiber mit seiner "Einfamilienhaus-Investition" wohl auch kaum gemeint.

weico

30.06.2010 20:46
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Kapitalist wrote:

Vor allem wenn das Haus mit möglichst viel Schulden belastet ist. Die Schulden verflüchtigen sich in der Hyperinflation wie von selbst, während der Wert des Hauses erhalten bleibt.

Das ist theoretisch sogar richtig. In der Vergangenheit wurde das aber so "gelöst", dass den Hausbesitzern dann eine Sondersteuer für ihre Immobilien aufgebrummt wurde.

30.06.2010 20:35
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in_God_we_trust wrote:

Also hat die Menschheit doch ein längeres Gedächtnis als nur 70 Jahre (nämlich in Datenträgern, wie Bücher, CD, etc.).

Stimmt. Aber wer beschäftigt sich schon damit, was vor 70 Jahren war? Wie die letzte Krise - was auch immer - verlief?

1%? 2% der Menschen?

30.06.2010 20:28
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weico wrote:

...wenn Du ganz scharf nachdenkst,kommst Du sicherlich darauf,warum dieses vielzitierte "Forenmärchen" nur theoretisch stimmt und in der Praxis ein Schuldner schon vorher "kapitulieren" wird/muss.....

Ich hab meine Sicht dazu schon mehrmals gepostet. Mich würde deine Sicht sehr interessieren.

30.06.2010 20:25
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weico wrote:

Es geht schlicht darum,dass im "allgemeinen Sprachgebrauch" der Begriff "Investition" meist nichts mit dem eigentlichen wirtschaftlichen/wissenschaftlichen Sinn des Wortes zutun hat.

Da hast du sicher recht, und dir mag es auch darum gehen. Dem Schreiber, der das Thema begonnen hat wohl kaum.

30.06.2010 20:21
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weico wrote:

Um den Begriff von "investition" mal eindrücklich darzustellen,kann ja jeder Einfamilienhausbesitzer mal seine Geldgewinne aus dieser "Investition" mal hier "posten"... :oops:

Dann mach ich mal den Anfang: knapp 90% in 8 Jahren. Netto, ohne Bankzinsen gerechnet. Die seh ich als "Miete" an, obwohl ich damit etwa 50% unter Marktmiete gewohnt habe. "Rendite" hab ich also erfüllt. Nur beim Wort "Unternehmung" stimmt's nicht mir der Wiki-Definition überein.

30.06.2010 20:11
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Kapitalist wrote:

Wenn hier schon von Hyperinflation gesprochen wird, ist ein Einfamilienhaus, wie Wertgegenstände überhaupt, sicher eine Topinvestition! Vor allem wenn das Haus mit möglichst viel Schulden belastet ist. Die Schulden verflüchtigen sich in der Hyperinflation wie von selbst, während der Wert des Hauses erhalten bleibt.

Aha!"Verflüchtigen".... :roll:

Darum sind damals ja Alle deutschen Hausbesitzer so plötzklich alle Schulden losgeworden..

P.S:..von welchen Hausbesitzern haben dann die "Goldbugs" ,mit "einer Unze Gold",dann die "ganzen Häuserzeilen" gekauft.. :oops: 8)

P.P.S...wenn Du ganz scharf nachdenkst,kommst Du sicherlich darauf,warum dieses vielzitierte "Forenmärchen" nur theoretisch stimmt und in der Praxis ein Schuldner schon vorher "kapitulieren" wird/muss.....

weico

30.06.2010 20:03
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Ramschpapierhaendler wrote:

Leider klammert er den allgemeinen Sprachgebrauch aus und lenkt so vom Thema ab. Ein selbstbewohntes EFH ist nämlich etwas vom Besten.

Es geht ja nicht darum ob ein Einfamilienhaus "etwas vom Besten" für jemanden ist.Die kann absolut so sein.

Es geht schlicht darum,dass im "allgemeinen Sprachgebrauch" der Begriff "Investition" meist nichts mit dem eigentlichen wirtschaftlichen/wissenschaftlichen Sinn des Wortes zutun hat.

Das gleiche gilt für den Begriff "Besitz/ Eigentum".Wenn der Eigentümer aber dem Besitzer dann erklärt,dass...sorry OT (..geht wohl zutief in die Materie..) :oops:

Um den Begriff von "investition" mal eindrücklich darzustellen,kann ja jeder Einfamilienhausbesitzer mal seine Geldgewinne aus dieser "Investition" mal hier "posten"... :oops:

weico

30.06.2010 19:50
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weico wrote:

Meveric wrote:
Ich denke jedoch, dass ein Eigenheim eine relativ gute Investition ist.

Dann (über)"denk" dies (noch)Mal.. Lol

Wenn Du aber statt "denken" auch noch richtig gut rechnen kannst,dann wirst Du sicherlich schnell feststellen,dass ein Einfamilienhaus eine äusserst schlechte Investition ist .

Wenn hier schon von Hyperinflation gesprochen wird, ist ein Einfamilienhaus, wie Wertgegenstände überhaupt, sicher eine Topinvestition! Vor allem wenn das Haus mit möglichst viel Schulden belastet ist. Die Schulden verflüchtigen sich in der Hyperinflation wie von selbst, während der Wert des Hauses erhalten bleibt.

Besser reich und gesund als arm und krank!

30.06.2010 19:25
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CrashGuru wrote:

Wie aber soll das koordiniert werden, ohne dass es an die Öffentlichkeit dringt?

So oft Falschmeldungen streuen bis niemand mehr daran glaubt.

30.06.2010 19:20
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SMI im Juni 2010

MarcusFabian wrote:

Eine Hyperinfla mag sich vielleicht noch ankündigen. Eine Währungsreform ist aber immer eine Überraschung!

Die wird vermutlich an einem Freitag Abend angekündigt und die Bancomaten abgestellt. Ab Montag gilt dann nur noch die neue Währung.

Eine Währungsreform muss zwingend unerwartet kommen. Andernfalls würden die Menschen panikartig all ihr Geld abheben und noch so viel Bargeld ausgeben wie möglich, bevor es den Wert verliert.

Jetzt wäre es also wieder einmal an der Zeit darüber zu reden wie das ablaufen soll. Sollte ein Land für sich allein handeln, dann wäre die Sch... am dampfen in allen anderen Lndern.

Wie aber soll das koordiniert werden, ohne dass es an die Öffentlichkeit dringt?

Ich meine, dass wir heute einfach ein zu schnelles Kommunikations-Netz haben, als dass dies unbemerkt durchgezogen werden kann bis zur Stunde 0 :!:

Wobei dies evtl. eher in Politik und Wirtschaft gehört

:oops:

30.06.2010 18:12
Bild des Benutzers mach3
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SMI im Juni 2010

hat ja auch nur "relativ" (gute investition) geschrieben

wenn man sich nicht "überlüpft", dann kommts sicher gut

30.06.2010 18:09
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SMI im Juni 2010

MarcusFabian wrote:

Man kommt ja zwangsläufig leider sehr häufig dazu, hier im Forum viel Quatsch zu lesen. Meist verzichte ich auf einen entsprechenden Kommentar aber in diesem Fall ist das leider unmöglich!

So viel Quatsch in einem einzigen Satz hat schon Seltenheitswert!!

:roll:

Kommt drauf an, in der Hyperinflation war das leider manchmal Realität - kann man auch in verschiedenen Biografien aus der Zeit nachlesen.

Vielleicht ist das etwas übertrieben, aber es wurde getauscht was das Zeug hielt und auch nach dem 2ten Weltkrieg waren in Deutschland Schnaps, Damenstrümpfe, Zigaretten und Schokolade eine Art Ersatzwährungen in der man alles tauschte. Dei Stories wie die ehemals begüterten Stadtmenschen ihren Schmuck und Pelzmäntel und Ölbilder gegen Nahrungsmittel beim Bauern eintauschten sind unzählig und Realität... allerdings nur IN der Krise - danach ist was anderes.

(Anscheinend bin ich der erste der durch so einen vernichtenden Kommentar von MF geadelt wurde - ich fühle mcih geehrt Wink )

"Jeder der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer weitergehen kann, ist entweder verrückt oder ein Wirtschaftswissenschaftler." -- Kenneth Boulding

30.06.2010 18:07
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SMI im Juni 2010

Meveric wrote:

Ich denke jedoch, dass ein Eigenheim eine relativ gute Investition ist.

Dann (über)"denk" dies (noch)Mal.. Lol

Wenn Du aber statt "denken" auch noch richtig gut rechnen kannst,dann wirst Du sicherlich schnell feststellen,dass ein Einfamilienhaus eine äusserst schlechte Investition ist .

"In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur versteht man im Allgemeinen unter Investition die „Verwendung finanzieller Mittel“ oder die Anlage von Kapital in Vermögen bzw. Geldkapital, um damit neue Geldgewinne, oder höhere Geldgewinne aus bestehenden Unternehmungen zu bekommen."

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Investition

weico

30.06.2010 17:55
Bild des Benutzers in_God_we_trust
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SMI im Juni 2010

MarcusFabian wrote:

in_God_we_trust wrote:

Widersprichst Du Dir da nicht selber? Heute schreiben wir 2010. 2010 - 70 = 1940 nach Adam Riese.

Au Mann!!!

Wirtschaftszyklen sind doch nicht taggenau festzulegen!!!

Da hast Du mich total missverstanden! Ich meinte, Du schriebst in einem Satz, dass die Menschheit nur ein Gedächtnis von 70 Jahren hat und danach etwas aus dem Gedächtnis der Menschheit, z.B. vom Internet oder aus einem Buch, das sich 1929 oder 1875 ereignet hat. Also hat die Menschheit doch ein längeres Gedächtnis als nur 70 Jahre (nämlich in Datenträgern, wie Bücher, CD, etc.). Naürlich hast Du recht, dass die letzten 70 Jahre noch am lebhaftesten im Gedächtnis der Menschheit abrufbar sind.

Aber ich will Dich jetzt nicht mehr beim Schreiben des Juli Forums stören! Sorry.:wink:

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

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