SMI im Juni 2010

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SMI im Juni 2010

Azrael wrote:

dass ein ewiges "über den verhältnissen" leben nicht möglich ist, leuchtet bestimmt allen ein. nur im der jetzigen, alles andere als stabilen lage, derart anti-antizyklisch zu handeln... hmm....

Ja, es ist schon interessant, wie Keynes plötzlich wieder in die Mottenkiste verschwunden ist, nachdem letztes Jahr selbst das Hinterstierikoner Pfarrblatt das Hohelied auf Keynes gesungen hat. Was der Staat definitiv NICHT tun dürfe, sei sparen. Dies sei des Teufels und Ursache für die 30er-Depression. Pfui pfui. "We're all keynesians now", plärrten die Politiker und fluteten das Bankensystem mit Geld bis Oberkante Unterlippe.

Merkwürdigerweise scheint sich Keynes' Popularität umgekehrt zu den Bankgewinnen zu verhalten. Die haben sich ja dank TBTF-Schutzbrief wieder prächtig entwickelt, doch droht neues Ungemach an der Anleihen-Front. Oha. Rechtsumkehrt aber sofort! Jetzt wird gespart, dass sich die Zehennägel hochkringeln. Der selbe Staat, der die Banken vor der Pleite bewahrt und unbegrenzt mit Gratiskohle dopt, ist wegen seiner Misswirtschaft mittlerweile die grösste Gefahr für die Banken . Ain't that funny.

Keynes? Who th f*ck is Keynes?

kleinerengel
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Hypercrash durch Petabombe

http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/3710-hypercrash-durch-p

Ed/ ich weiss, dass es ein etwas älterer artikel, aber könnte von dem her bald mal relevant werden?

Hutch
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Computer sagen voraus

@Kleinerengel: betreffend deiner Signatur:

Computer sagen gar nichts voraus, sie arbeiten nur den programmierten Code ab. Falls also ein Programm falsche Prognosen stellt, liegt das Problem beim Programmierer und nicht beim Computer. Selbstlernende, autarke Systeme sind noch nicht sehr weit verbreitet.

Computer sind ein Werkzeug und somit weder gut noch böse.

Stoppt Computer Bashing.

Lg Hutch

8)

Merced
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SMI im Juni 2010

MarcusFabian wrote:

Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert.

Sorry, aber jedem, der nicht UBS-Aktionär ist muss dabei das Essen hochkommen!

Uih. Tu quoque fili?

Tatsache ist, dass die Eidgenossenschaft mit Ihrer Loan an die UBS 30% (!) Rendite erwirtschaftet hat, damit mithin über eine Milliarde Gewinn eingestrichen hat. (http://www.slembeck.ch/blog/?p=244)

Den Aktionären, nicht den Mitarbeitern und auch nicht den Steuerzahlern, muss das Essen hoch kommen. Massive Wertvernichtung und Ausfall von Dividenden trifft die Aktionäre, sie sind bislang die einzigen, die für die Fehler des Managements bluten müssen.

Damit sind die Verluste privat und die Gewinne verstaatlicht. Genau das Gegenteil von dem was Du behauptest.

Einverstanden, das endgültige Verdikt zum Stabfund steht noch aus.

Übrigens verstehe ich die Position der SP nicht. Warum Bonisteuer? Sie sind doch die, die in ihrem Parteipogramm fordern, dass Kapital nicht den Aktionären, sondern den Mitarbeitern zufliessen soll. Genau das passiert doch bei den Investmentbanken. Wo also liegt das Problem?

Schönen Sonntag noch.

mfG

Hutch
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Nachtrag Computer

John C. Edwards, brit. Zukunftsforscher

meinte sicher: Es gab früher schon Idioten, die mit dem Lineal den Trend verlängerten und so, die Prognosen stellten.

Hutch

Christina 007
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SVP und SP sei Dank bekommen wir Wirtschaftsnachteile

Gemäss der neusten Ausgabe von NZZ am Sonntag setzt Brasilien die Schweiz auf eine schwarze Liste.

Nach Ansicht der Rergierung in Brasilien zeigen die Wirren um den Staatsvertrag, dass die Schweiz eine Steueroase ist.

Damit drohen der Schweizer Exportwirtschaft gravierende Nachteile in diesem wichtigen Wachstumsmarkt.

Bei der Begründung stellt die brasilianische Regierung explizit eine Verbindung zur möglichen Ablehnung des UBS-Staatsvertrages her.

Dies zeige, dass bei einem Nein zum Staatsvertrag nicht nur mit den USA Probleme drohen, sondern auch mit andern Ländern negative Auswirikungen geben kann.

Hauptsache die SVP und die SP können ihre "Stierengringe" durchsetzen, der Rest ist egal.

Denne
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SMI im Juni 2010

Merced wrote:

Tatsache ist, dass die Eidgenossenschaft mit Ihrer Loan an die UBS 30% (!) Rendite erwirtschaftet hat, damit mithin über eine Milliarde Gewinn eingestrichen hat.

Ziemlich läppische Prämie für eine Konkursversicherung, nicht?

Hutch
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Es gibt ein Gratis Glacé ...

... für alle auf der schwarzen Liste.

So what? Auf das Gras klopfen und mal schauen wo die Heuschrecken aufspringen (Kunst des Krieges).

Die Brasils werden wohl später noch konkreter. Vielleicht wollen sie auch ein Druckmittel für den 8telsfinal gegen die Schweiz. Das wir erpressbar sind haben wir ja bewiesen. Obwohl , das wäre schon ein wenig unsprotlich. Gottlob haben wir dann den Sepp im Land.

Abwohl kein Freund von Durchhalteparolen muss man als Bürger einer der erfolgreichsten Volkswirtschaften der Welt halt auch mal was wegstecken.

Was mich auch betrübt, ist die Art und Weise wie die Polparteien politisieren. Während ich bei der SVP die Hoffnung hege, dass der Wirtschaftsflügel obsiegt habe ich bei der SP ernste Bedenken.

Diese würde kaltlächelnd den Finanzplatz opfern, die Restindustrie hintennach schieben nur um endlich wieder ein wahlberchtigtes Klientel (verarmte Bürger) zu haben.

Denne
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Re: SVP und SP sei Dank bekommen wir Wirtschaftsnachteile

NZZAS wrote:

Dies zeige, dass bei einem Nein zum Staatsvertrag nicht nur mit den USA Probleme drohen, sondern auch mit andern Ländern negative Auswirikungen geben kann.

Natürlich, weil alle anderen bei Bedarf ruckizucki auch so einen Staatsvertrag mit der Schweiz wollen.

Weshalb sonst sollte ein Vertrag zwischen der Schweiz und den USA für Brasilien ein Grund dafür sein, die Schweiz auf eine schwarze Liste zu setzen?

Der Vertrag mit den Amis IST ein Präjudiz für die Abschaffung des Bankkundengeheimnisses.

Christina 007
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SMI im Juni 2010

Fakt ist: Lehnt die SVP und die SP den Staatsvertrag wieder ab, werden wir ein gesamtwirtschaftlicher Schaden für die Schweiz daraus entstehen, welche die beiden Parteien noch lange als Altlast mit sich tragen werden und ihnen viele Wählerstimmen kosten wird.

Ramschpapierhaendler
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SMI im Juni 2010

Christina 007 wrote:

Fakt ist: Lehnt die SVP und die SP den Staatsvertrag wieder ab, werden wir ein gesamtwirtschaftlicher Schaden für die Schweiz daraus entstehen, welche die beiden Parteien noch lange als Altlast mit sich tragen werden und ihnen viele Wählerstimmen kosten wird.

Dem ist wahrscheinlich so.

Bei der SP gibt's nun zwei Möglichkeiten damit sie zustimmt:

1. Die SP ändert ihre Meinung.

2. CVP und / oder FDP geben nach und stimmen den von der SP geforderten "flankierenden Massnahmen" zu. Dann wäre die SP einverstanden.

Bei der SVP gibt's auch 2 Möglichkeiten:

1. Man stimmt am Dienstag ab.

2. Man stimmt am Mittwoch ab.

Denne
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SMI im Juni 2010

Ramschpapierhaendler wrote:

Bei der SVP gibt's auch 2 Möglichkeiten:

1. Man stimmt am Dienstag ab.

2. Man stimmt am Mittwoch ab.

Biggrin

Oder das EU-System: Lass´ so oft abstimmen, bis das gewünschte Resultat rauskommt. Falls dies nicht fruchtet, lass Dich nicht irritieren, betrachte Abstimmungen als konsultativ und mach´ was Du ohnehin von Anfang an wolltest.

Kapitalist
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Merced wrote:

MarcusFabian wrote:

Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert.

Sorry, aber jedem, der nicht UBS-Aktionär ist muss dabei das Essen hochkommen!

Uih. Tu quoque fili?

Tatsache ist, dass die Eidgenossenschaft mit Ihrer Loan an die UBS 30% (!) Rendite erwirtschaftet hat, damit mithin über eine Milliarde Gewinn eingestrichen hat. (http://www.slembeck.ch/blog/?p=244)

Den Aktionären, nicht den Mitarbeitern und auch nicht den Steuerzahlern, muss das Essen hoch kommen. Massive Wertvernichtung und Ausfall von Dividenden trifft die Aktionäre, sie sind bislang die einzigen, die für die Fehler des Managements bluten müssen.

Damit sind die Verluste privat und die Gewinne verstaatlicht. Genau das Gegenteil von dem was Du behauptest.

Einverstanden, das endgültige Verdikt zum Stabfund steht noch aus.

mfG

Bei diesem Scheissargument kommt mir jedesmal die Galle hoch. :oops:

Meines wissens ist die Nationalbank immer noch rund 33 Milliarden in Subprimepapieren investiert. Diese werden ja nicht verzinst! Da ist ein Verlust auf alle Fälle abzusehen. Also hört endlich auf so einen Scheiss zu erzählen dass die Schweiz einen Gewinn aus dem Deal gemacht hätte!

Einmal ganz davon abgesehen ,dass der Staat (also wir!) über die AHV und unsere Pensionskassen Grossaktionäre der UBS sind. :oops:

Besser reich und gesund als arm und krank!

geldsammler
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SMI im Juni 2010

Denne wrote:

Ramschpapierhaendler wrote:

Bei der SVP gibt's auch 2 Möglichkeiten:

1. Man stimmt am Dienstag ab.

2. Man stimmt am Mittwoch ab.

Biggrin

Oder das EU-System: Lass´ so oft abstimmen, bis das gewünschte Resultat rauskommt. Falls dies nicht fruchtet, lass Dich nicht irritieren, betrachte Abstimmungen als konsultativ und mach´ was Du ohnehin von Anfang an wolltest.

Lese ich da gerade etwas von moderner Politik? Lol

Doomsayers негативний вплив моєї середовищі!

Hutch
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SVP wird die Stimmen fürs ja zum Staatsvertrag liefern.

Beim entscheidenden Durchlauf werden sich Neinsager enthalten und einige zum Ja lager wechseln.

Die SVP hat einen Flügel der mit der realen Wirtschaft verbunden ist und weiss wann man Parteiinteressen zum Wohle des Landes zurücksteckt.

Auch aus dem Grün/Linken Lager hört man von Abweichlern. Wer immer das Scheitern des Vertrags verantworten muss, wird ab den Folgen viele Stimmen verlieren.

Ich hätte der SP gewünscht, dass sie nicht in dieser Ecke bleibt und (wieder einmal) zulässt, dass eine SVP kehrtwende positiv als Landesrettung verkauft werden kann.

Meine Prognose ist: Gunstgewinn der SVP trotz Trötzle.

Blöd ist natürlich das das ganze Spiel öffentlich ist und in nicht so demokratischen Ländern für verwirrung sorgt. Oder ist es einfach so, dass in diesen Ländern auch auf höchster diplomatische Ebene nicht bekannt ist wie die Schweiz funktioniert?

Denne
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Re: SVP wird die Stimmen fürs ja zum Staatsvertrag liefern.

Hutch wrote:

Blöd ist natürlich das das ganze Spiel öffentlich ist und in nicht so demokratischen Ländern für verwirrung sorgt. Oder ist es einfach so, dass in diesen Ländern auch auf höchster diplomatische Ebene nicht bekannt ist wie die Schweiz funktioniert?

Wie die Schweiz politisch funktioniert, interessiert doch keinen, solange sie sich so leicht erpressen lässt.

Der ganze SVP/SP-Schwank ist nur peinlich, weil der Vertrag sowieso durchkommt.

Alles andere wäre ein Hinweis auf die Existenz eines Rückgrats. Das wäre tatsächlich verwirrend.

Hutch
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SMI im Juni 2010

Autsch

Wink

sarahfrei
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Der ganze SVP/SP-Schwank ist nur peinlich.

Nunn die SP wollte die Banken an dir Kandarre nehmen, nachdem diese (UBS) ohne Staat untergegangen wären.

Warum mit diesem Vertrag?

Das Hochfinanzlastige Parlament wird nur unter hochen Druck hier eine Korrektur anbringen, bzw. Regeln definieren. Selbst der Bundesrat und mehrer Staaten u.a. USA sehen hier Handlungsbedarf.

Früher hatten wir Vögte welche dem gemeinen Volk die

Kohle abgenommen haben. Heute sind es die Manager und ihre Gehilfen. ( u.a. sogenannte Investmanager.)

Es hat sich ja gezeigt das die Politiker erst unter Druck reagieren, sonst wird nur belangloses Zeug diekutiert um das niedere Volk mit Themen zu beschäftigen, welche ihnen Materiel nichtst bringen. D.h. Die Besitzenden in Ruhe lassen.

Ich selber habe Boni bezogen für mein Engagement, aber in einem Mass von ca. 10 % des Jahreseinkommen.

Was vor allem stossend ist das die Gilde der Gierigen und Ihre Statthalter mit allen möglichen Argumenten versuchen Glaubhaft zu machen die guten Leute arbeiten nur noch mit exorbitanten Boni.

Freude am Jop und und entsprechende Befriedigung gibt es scheinbar nicht.

Den ganzen Tag wissentlich nur Leute bescheissen kann ja eigentlich keine Befriedigung sein, es sei den man ist Krimineller.

Die SVP schielt auf die Wähler und diese denken mehrheitlich so. Den wer ist in dieser Liga bei den SVP Wähler? Sie haben es gemerkt und versuchen diese Wähler bei der Stange zu halten.

Ich denke der Vertrag wird durchgehen, sonnst könnte man immer noch die Verantwortlichen Herren der UBS mit den Daten in die USA schicken.

o

MarcusFabian
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SMI im Juni 2010

Merced wrote:

Genau das passiert doch bei den Investmentbanken. Wo also liegt das Problem?

Oje! Investmentbanken und Problem ...

Wo soll man da anfangen?!

Vielleicht mal da, dass es falsch ist, die gesamte Wirtschaft eines Landes in Gefahr zu bringen, nur wenn sich ein paar Schlipsträger verspekulieren.

Es kann nicht angehen, dass Leute ihren Arbeitsplatz verlieren und Unternehmen - die sich nichts haben zu schulden kommen lassen - in den Konkurs getrieben werden, weil Banken eine "Systemkritische" Grösse erreicht haben. Das gilt allgemein und nicht nur für die Schweiz aber für die UBS halt in ganz besonderem Masse. Es ist also grundsätzlich mal falsch, so viel Macht auf die Finanzindustrie übertragen zu haben.

Banken sollten Diener des Volkes sein nicht umgekehrt. Schon öfters erwähnt.

Die 30% Rendite bezieht sich auf das AK der UBS.

Erreicht wurde das durch die neuen legalen Tricks der letztes Jahr geänderten Bilanzierungsregelungen und vor allem durch den grossen Hebel.

Wie hoch ist die Gesamtsumme aller Wertpapiere (inkl. ABS, CDS), die die UBS hält im Vergleich zum AK?

100:1? 50:1? Bei 50:1 würde eine Wertminderung von 2% bei diesen Papieren die UBS bereits unter Wasser drücken. Und das kann sehr leicht passieren. Herbst 2008 war vielleicht nur ein Vorgeschmack.

Selbst wenn die UBS echte Gewinne ausweist, das Risiko bei einem Hebel von 50 ist einfach zu hoch. Wenn schon, dann soll der hochriskante Investmentbereich in eine eigene AG ausgegliedert werden. Der Steuerzahler ist sicher gerne bereit, Fr. 100'000 AK bereitzustellen und den Investmentbereich im Wallstreet-Casino zocken zu lassen. Im dümmsten Fall lässt man diesen Laden hopps gehen und hat Fr. 100'000 verloren. Das wäre aber problemlos zu verschmerzen.

Merced
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SMI im Juni 2010

Kapitalist wrote:

Merced wrote:
Einverstanden, das endgültige Verdikt zum Stabfund steht noch aus.

Meines wissens ist die Nationalbank immer noch rund 33 Milliarden in Subprimepapieren investiert. Diese werden ja nicht verzinst! Da ist ein Verlust auf alle Fälle abzusehen. Also hört endlich auf so einen Scheiss zu erzählen dass die Schweiz einen Gewinn aus dem Deal gemacht hätte!

Fakt: Die Eidgenossenschaft hat mit ihrem strukturierten Darlehen an die UBS Gewinn realisiert. So lange der Stabfund nicht abgewickelt ist, kann man nicht sagen, ob die SNB Gewinn oder Verlust gemacht haben wird.

Falsch ist die Aussage, die SNB erhalte keinen Zins. Der Stabfund wird über ein Darlehen der SNB (über 90% des damaligen Asset Values der transferierten Assets) an die UBS finanziert. Dieses Darlehen wird zum LIBOR-Satz plus 250 BP verzinst.

MarcusFabian wrote:

Die 30% Rendite bezieht sich auf das AK der UBS.

Da haben wir uns missverstanden, die 30% sind die annualisierte Rendite, die die Eidgenossenschaft auf Ihrem Not-Darlehen an die UBS erzielt hat. Das strukturierte Darlehen betrug ca. 6,5 Mrd. CHF, der Gewinn 1,2 Mrd.

MarcusFabian wrote:

Merced wrote:
Genau das passiert doch bei den Investmentbanken. Wo also liegt das Problem?

Den ganzen Teil quoten bitte, ich habe da nur einen kleinen Seitenhieb gegen ein Parteiprogramm angebracht.

MarcusFabian wrote:

Oje! Investmentbanken und Problem ...

Wo soll man da anfangen?!

Selbst wenn die UBS echte Gewinne ausweist, das Risiko bei einem Hebel von 50 ist einfach zu hoch. Wenn schon, dann soll der hochriskante Investmentbereich in eine eigene AG ausgegliedert werden. Der Steuerzahler ist sicher gerne bereit, Fr. 100'000 AK bereitzustellen und den Investmentbereich im Wallstreet-Casino zocken zu lassen. Im dümmsten Fall lässt man diesen Laden hopps gehen und hat Fr. 100'000 verloren. Das wäre aber problemlos zu verschmerzen.

Völlig einverstaden. Glass-Steagall hat ganz gut funktioniert, ich frage mich noch heute, welcher Teufel ausgerechnet die Demokraten unter Clinton geritten hat, am 12. November 1999 dieses Gesetz zu kippen.

Man kann feststellen, dass kein Regulator der Welt in der Lage ist, das komplexe Finanzsystem zu durchschauen und damit zu regulieren. Deshalb scheint die einzig richtige Lösung, einen neuen Glass-Steagall zu erlassen, so wie Du das vorschlägst. Allerdings sollte man sich keine Illusionen machen, auch wenn eine Investmentbank Konkurs geht, werden die Kollateralschäden beachtlich sein. Warten wir mal ab, was die Abwicklung von Lehman Brothers noch so alles zu Tage fördert…

Inzwischen bleibt uns nichts anderes übrig, unserer Aktionärsrechte wahrzunehmen, und Druck auf die Banken auszuüben. Leider habe ich bisher nur sehr wenige Aktionäre erlebt, die auch den Mut und die Kraft aufbringen, auf ihre Rechte zu pochen. Das ist die wahre Tragödie. Die grossen Unternehmen werden durch ihre Aktionäre nicht „governed“. Diese Aufgabe nun an die Politik delegieren zu wollen, ist eine Bankrotterklärung unserer Marktwirtschaft. Damit kann dieses Forum geschlossen oder statt „Aktien Schweiz“ in „Planwirtschaft Schweiz“ umbenannt werden.

Habt einen schönen Tag.

mfG

Kapitalist
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SMI im Juni 2010

Merced wrote:

Kapitalist wrote:
Merced wrote:
Einverstanden, das endgültige Verdikt zum Stabfund steht noch aus.

Meines wissens ist die Nationalbank immer noch rund 33 Milliarden in Subprimepapieren investiert. Diese werden ja nicht verzinst! Da ist ein Verlust auf alle Fälle abzusehen. Also hört endlich auf so einen Scheiss zu erzählen dass die Schweiz einen Gewinn aus dem Deal gemacht hätte!

Fakt: Die Eidgenossenschaft hat mit ihrem strukturierten Darlehen an die UBS Gewinn realisiert. So lange der Stabfund nicht abgewickelt ist, kann man nicht sagen, ob die SNB Gewinn oder Verlust gemacht haben wird.

Falsch ist die Aussage, die SNB erhalte keinen Zins. Der Stabfund wird über ein Darlehen der SNB (über 90% des damaligen Asset Values der transferierten Assets) an die UBS finanziert. Dieses Darlehen wird zum LIBOR-Satz plus 250 BP verzinst.

mfG

Das ist ja lächerlich, wie hoch wäre denn der risikogerechte Zinssatz für diese Junkbonds? Vermutlich etwa 30% p.A. :oops:

Laut Zeitungsberichten erhält die Nationalbank nur einen Teil des Gewinns, falls so einer überhaupt je anfällt, sonst steht die Nationalbank aber voll im Risiko. :oops:

Besser reich und gesund als arm und krank!

André
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SMI im Juni 2010

Merced wrote:

Inzwischen bleibt uns nichts anderes übrig, unserer Aktionärsrechte wahrzunehmen, und Druck auf die Banken auszuüben. Leider habe ich bisher nur sehr wenige Aktionäre erlebt, die auch den Mut und die Kraft aufbringen, auf ihre Rechte zu pochen. Das ist die wahre Tragödie. Die grossen Unternehmen werden durch ihre Aktionäre nicht „governed“. Diese Aufgabe nun an die Politik delegieren zu wollen, ist eine Bankrotterklärung unserer Marktwirtschaft. Damit kann dieses Forum geschlossen oder statt „Aktien Schweiz“ in „Planwirtschaft Schweiz“ umbenannt werden.

Habt einen schönen Tag.

mfG

Bin 100% deiner Meinung.

Deine Beiträge sind kompetent und eine echte Bereicherung , sie erhöhen das Niveau in diesem Forum beträchtlich. So lohnt sich wieder, darin zu lesen. Danke.

Auch einen schönen Tag

mfG

Denne
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SMI im Juni 2010

Merced wrote:

Die grossen Unternehmen werden durch ihre Aktionäre nicht „governed“.Diese Aufgabe nun an die Politik delegieren zu wollen, ist eine Bankrotterklärung unserer Marktwirtschaft. Damit kann dieses Forum geschlossen oder statt „Aktien Schweiz“ in „Planwirtschaft Schweiz“ umbenannt werden.

Woher die Aufregung?

Die jahrzehntelange Privilegierung der Finanz-"Industrie" war nichts anderes als Planwirtschaft.

Solange der Plan aufging und die Milliarden sprudelten, störte das keinen, auch die Aktionäre nicht.

MarcusFabian
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Merced wrote:

Da haben wir uns missverstanden, die 30% sind die annualisierte Rendite, die die Eidgenossenschaft auf Ihrem Not-Darlehen an die UBS erzielt hat. Das strukturierte Darlehen betrug ca. 6,5 Mrd. CHF, der Gewinn 1,2 Mrd.

Das mag man zwar als buchhalterisch korrekt durchgehen lassen, allein, wir wissen, dass die Realität anders aussieht:

Die UBS hat Papiere, wo 100 draufsteht und die sie mal für 100 gekauft hat für 100 an die SNB übergeben.

Das sind Papiere, die jetzt noch zwischen 5 und 50 wert sind. Bei der SNB stehen sie von mir aus auch mit 100 in den Büchern und somit vermitteln uns die Bilanzen von SNB und UBS ein Bild blühender Landschaften.

Aber eben. Eines Tages werden diese Papiere fällig und wenn sie nicht zu 100 zurückbezahlt werden (z.B. von einem Walmart-Einkaufswagen-Stosser mit $500k Hypothek) wird die SNB sie abschreiben müssen.

Die Schweiz hat mit dem UBS bailout kein gutes Geschäft gemacht.

Merced wrote:

Allerdings sollte man sich keine Illusionen machen, auch wenn eine Investmentbank Konkurs geht, werden die Kollateralschäden beachtlich sein. Warten wir mal ab, was die Abwicklung von Lehman Brothers noch so alles zu Tage fördert…

Aber doch nur, weil Invest- und Geschäftsbanken nun eine einzige Firma sind und ein Konkurs des einen zwangsläufig den anderen Bereich mit ins Grab zieht.

Wenn Investmentbanken untereinander und mit dem Geld weniger Superreicher miteinander Wallstreet-Casino spielen, dann kann das in einer normalen Welt der Wirtschaft und dem Bürger egal sein. Vielleicht zockt er ein bisschen mit aber dann könnte der den Verlust verschmerzen.

Ich hab sogar schon von der Idee gehört (weiss nicht, wie ernst das ist), für das Wallstreet-Casino eine eigene Währung zu führen, die von den realen Währungen der Volkswirtschaften völlig losgelöst ist. So eine Art Monopoly-Geld für die Investment-Fuzzis. Je besser wir den gigangischen 800 Billionen Dollar-Wasserkopf an ABX und CDS und Derivaten von der Realwirtschaft abkoppeln, umso besser.

puebo
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MarcusFabian wrote:

Die UBS hat Papiere, wo 100 draufsteht und die sie mal für 100 gekauft hat für 100 an die SNB übergeben.

Das sind Papiere, die jetzt noch zwischen 5 und 50 wert sind. Bei der SNB stehen sie von mir aus auch mit 100 in den Büchern und somit vermitteln uns die Bilanzen von SNB und UBS ein Bild blühender Landschaften.

Gilt hier nicht das Niederstwertprinzip? Glaube kaum, dass die SNB hier die Papiere noch für 100 in den Büchern stehen hat...

scaphilo
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SMI im Juni 2010

puebo wrote:

Gilt hier nicht das Niederstwertprinzip? Glaube kaum, dass die SNB hier die Papiere noch für 100 in den Büchern stehen...

Zum Glück ist das mitlerweile alles eine Glaubensfrage - Wie Religion. Der eine glaubt an das eine, der andere an was anderes. Unmöglich so was zu beweisen Smile Aber für die meisten ist das so lange irrelevant bis es auffliegt.

MarcusFabian
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SMI im Juni 2010

puebo wrote:

Gilt hier nicht das Niederstwertprinzip? Glaube kaum, dass die SNB hier die Papiere noch für 100 in den Büchern stehen hat...

Das Niederstwertprinzip (also der Zwang, Wertpapiere auf den Marktwert abzuschreiben) wurde im Februar 2009 abgeschafft.

Eine Bank kann nun ein Papier, das 100 gekostet hat und derzeit einen Marktwert von 10 hat zu jedem beliebigen Wert zw. 10 und 100 in ihrer Bilanz führen. Genau das und nichts anderes ist ja der Grund, weshalb alle Banken seit einem Jahr nur noch Gewinne ausweisen!

Ob das für die SNB auch gilt, weiss ich allerdings nicht.

Smith2000.
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SMI im Juni 2010

ja aber du weist schon, dass das taktisch nicht von Vorteil wäre! Wenn die Wende kommt dann würden sie wiederum nur Verluste schreiben.

Ich muss dir recht geben - zu einem Teil wurde das sicher so gemacht, doch dur darfst nicht vergessen das das Management nicht grundsätzlich "blöd" ist! Denke hier hat man genug Erfahrung, dass genau das nicht eintrifft.

MarcusFabian
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Smith2000 wrote:

ja aber du weist schon, dass das taktisch nicht von Vorteil wäre! Wenn die Wende kommt dann würden sie wiederum nur Verluste schreiben.

Na ja, teilweise. In erster Linie ging es ja letztes Jahr darum, die Banken zu retten. Also hat man ihnen diese "Bilanzfälschungen" erlaubt.

Es ging und geht also in erster Linie darum, Zeit zu gewinnen.

Man wollten den Banken genügend Zeit geben, um die Giftmüll-Papiere über die nächsten Jahre nach und nach bzw. bei Fälligkeit abzuschreiben. Es entsteht also nicht ein 50-Mrd. Verlust der zum Bankrott führen würde sondern jeweils ein 5-Mrd. Verlust über die nächsten 10 Jahre (so die Idee).

Aber Du hast recht, wenn es zu einem zweiten Crash kommt, dass helfen diese Tricks auch nichts mehr.

Smith2000.
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SMI im Juni 2010

nun ja, die Frage ist einfach bis zu welchem Punkt man dieses "Bilanzfälschen" vorantragt..

Jetzt denke ich kommt vielleicht nochmals eine Phase in der die ganze Bilanzgeschichte gedämpft werden, da man versuchen wird Risikoposis zu verkleinern. Doch danach sehe ich schon wieder eher grünere Zukunft

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