SMI im Juni 2011

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MarcusFabian
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Re: noch ein kleines Schreckmümpfeli

in_God_we_trust wrote:

Gehaltloser und stupider geht's wohl nicht mehr.

ich gehe mal davon aus, dass Du die Begründung noch nachliefern wirst, was an seinen Aussagen gehaltlos sein soll - sobald Du Dich wieder beruhigt hast Wink

Denne
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SMI im Juni 2011

MarcusFabian wrote:

orangebox wrote:
Why Germany must exit the euro

Germany - not Greece - has 'destabilised the euro area and is one of the biggest road-blocks to its ultimate recovery.

Ist im Wesentlichen, was auch Professor Hankel sagt: Eine Trennung von Nord- und Süd-Euro. Also Deutschland, Niederlande, Österreich, Finnland in einem hochwertigen Nord-Euro und der Knoblauchgürtel im Süd-Euro.

Es spielt keine Rolle, welche der beiden Gruppen den aktuellen Euro verlässt.

Ob das allerdings irgendwelche (Struktur-)Probleme löst, wage ich zu bezweifeln.

Was soll die Aufteilung? Da kann man ja gleich zu Mark, Drachme, Franc und Lira zurück. Es würde kein Jahr vergehen bis man den West-Euro und den Ost-Euro einführen würde, dann den Südwest-, Nordwest-, Nordost- und Südost-Euro, dann den Alpen-, Mittelmeer-, Nordsee- und Kanal-Euro, you name it.

Auch wenn es unter ökonomischen Gesichtspunkten sinnvoll wäre: Es wird keine Aufteilung geben, weil der Euro eine politische Einheitswährung ist. Das ist ihr Sinn und Zweck, mag er noch so unerfüllbar erscheinen. Das Euro-Experiment muss und wird bis zuletzt durchgehalten werden.

Ausserdem würde sich die Deutsche Exportindustrie, die den Griechen sicher auch das eine oder andere Gadget auf Pump vertickt hat, bedanken, wenn sie wieder in einer starken Währung verkaufen müsste.

Merlin2033
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SMI im Juni 2011

Zum Thema Gläubiger der USA

Also die USA haben ca. 14.5 Billionen defizit! Wer sind denn da die Gläubiger? ca. 2 sind bei den chinesen und der rest??? hat da jemand daten???

Ich denke dass es da nicht so schnell zu einem Problem kommen wird, da der grösste Gläubiger sind ja die chinesen, und die sind 1. noch zu wenig stabil und stark in der Binnenwirtschaft und 2. haben die mit der Immobilienblase und inflation genug probleme, ohne einen schuldnerausfall!

Und wenn die jetzt tatsächlich die schulden einlösen wollen würden, dann müssten sie ja damit rechnen, dass die usa sagen es gibt nichts! oder nur ein gewisser anteil (haircut) und was könnten die chinesen dann tun??? nichts!!!

Daher denke ich dass die abhängigkeit der chinesen vom import der amerikaner zu gross ist, und ihnen in nächster zeit die hände bindet in dieser angelegenheit!!!

Meveric
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SMI im Juni 2011

Wer noch weiss was Italienische Lire sind und wieviele Nullen da auf den Noten waren, der weiss was mit dem EURO in Italien passieren wird.

Italien bleibt Italien, die Griechen bleiben griechisch und die südländische Mentalität wird sich auch nie ändern. Das ändert weder der Euro noch Gesetze noch sonst etwas. Der EURO ist einfach nur zum scheitern verurteilt. Und die Regierungen und Länder die davon profitierten, lachen sich ins Fäustchen, dass sie noch Geld bekommen für etwas das sie selbst zu verantworten haben. Eines ist klar. Es läuft im Moment wie in den USA. Es wird Geld gedruckt das gar nicht da ist, der EURO wird immer weiter fallen, das Schuldenproblem ist nur wieder um zwei Wochen verschoben bis es um die nächsten Zahlungen geht....

Euro auflösen und jedem Land sein eigenes Geld lassen. Das kann dann vernichtet werden wie es will, die anderen Länder müssen sich wenigstens nicht gross drum kümmern.

in_God_we_trust
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Re: noch ein kleines Schreckmümpfeli

MarcusFabian wrote:

in_God_we_trust wrote:
Gehaltloser und stupider geht's wohl nicht mehr.

ich gehe mal davon aus, dass Du die Begründung noch nachliefern wirst, was an seinen Aussagen gehaltlos sein soll - sobald Du Dich wieder beruhigt hast Wink

Einen Kuhfladen braucht man auch nicht zu begründen, oder? (Ausser, dass sich daran Fliegen und anderes Geschmeiss gütlich tun).

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

alpenland
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hehehe..in_God_we_trust

Claus Vogt:

wer sagt denn ich geh dem auf den Leim ??

(eine kühne Annahme von Dir :cry: )

Ich bin derzeit Short, weil ich weitere Schwächen erwarte, das ist alles.

(klar hätte ich sie besser am Fr. verkauft und heute wieder rein, aber wer weis schon Alles zum Voraus ??)

Zyndicate
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SMI im Juni 2011

Als letzte der drei grossen Ratingagenturen hat auch Fitch nachgezogen und den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der USA auf negativ gesetzt. Sollten die Scharmützel zwischen Republikaner und Demokraten anhalten, dann könnte die USA ihr Triple-A-Rating verlieren.

(dpa) Die Ratingagentur Fitch hat den Druck auf die US-Regierung erhöht und vor einem negativem Ausblick für die Kreditwürdigkeit der USA gewarnt. Wenn der Schulden-Streit nicht rechtzeitig beigelegt werde, würde Fitch die Kreditbewertung für die USA auf einen negativen Ausblick setzen, sagte der Leiter von Fitch für die Region Asien-Pazifik, Andrew Colquhoun, am Dienstag der Zeitung «Singapore Today». «Sollte die Schuldenobergrenze nicht bis zum 2. August angehoben werden, werden wir den Ausblick für die USA auf negativ setzen», drohte er. Allerdings geht Colquhoun davon aus, dass die Regierung und die Opposition in Washington ihren Streit «sehr wahrscheinlich» rechtzeitig beilegen werden.

Der Streit um die Konsolidierung der Staatsfinanzen in den USA war zuletzt zusehends heftiger geworden. Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus haben ein Gesetz der Regierung zur dringend notwendigen Erhöhung der Schuldenobergrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar abgeschmettert. Bei der Abstimmung handelte es sich um einen eher taktischen Zug der Republikaner, um den Druck auf Präsident Barack Obama zu erhöhen.

Die Ratingagentur Fitch bewertet die Kreditwürdigkeit der USA nach wie vor mit der Bestnote «AAA». Im Mai hatte bereits die Agentur Standard & Poor's (S&P) den Ausblick für die USA auf «negativ» gesetzt und damit Schockwellen an den internationalen Finanzmärkten ausgelöst. Wenige Wochen später hatte Moody's die Bonität der USA erstmals in der Geschichte infrage gestellt.

Quelle: www.nzz.ch

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Karat1
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SMI im Juni 2011

Das Tripel-A-Rating hat die USA schon lange verloren. Jetzt kann man es nur noch mit der Ballenberg-Mentalität begründen. A, B od. C spielt eigentlich keine Rolle mehr, denn mittlerweile wissen ja alle das die USA pleite sind. Aber auch dieser Heimatschutzgedanke wird sich irgendwann auflösen.

Aber im verdrängen und hinausschieden der Probleme, und auf ein Wunder hoffen, darin sind die Politiker ja gut. Das geht auch so lange bis sich das Fussvolk in Bewegung setzt. Dafür ist aber in den wirtschaftlich gut entwickelten Staaten der Leidensdurch noch zu wenig gross. Aber auch dieser Damm wird einst brechen und dann rollt die Lawine.

Bestes Beispiel die Volksaufstände in Nordafrika und verschiedenen arabrischen Ländern. Wenn diese Völker etwas erreichen, wird auch in anderen Staaten wie Iran, China, andere asiatische Länder der Zorn der unterdrücken Menschen in Aufruhr geraten.

Karat

in_God_we_trust
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Re: hehehe..in_God_we_trust

alpenland wrote:

Claus Vogt:

wer sagt denn ich geh dem auf den Leim ??

(eine kühne Annahme von Dir :cry: )

Ich bin derzeit Short, weil ich weitere Schwächen erwarte, das ist alles.

(klar hätte ich sie besser am Fr. verkauft und heute wieder rein, aber wer weis schon Alles zum Voraus ??)

Du schienst so bestürzt mit fünf rollenden Augen, da kam ich auf die kühne Annahme. Wenn nicht, dann umso besser, sorry! Wink

Ich bin auch short, aber solche Artikel bewirken bei mir eher das Gegenteil, ich werde schon fast wieder langsam long, wenn da nicht noch eine lange Durststrecke bis September vor uns läge!

Gruss
iGwt

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boersenspiel
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SMI im Juni 2011

Schweiz: KOF Konjunkturforschungsstelle rechnet mit einem BIP-Wachstum von 2,8% in diesem Jahr und 1,9% in 2012. (Quelle Jandaya)

Ich bin nicht so optimistisch (Schuldenkrise, Währungssituation, Ungleichgewichte in den Märkten, Japan etc.) :roll:.

Denne
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SMI im Juni 2011

Zyndicate wrote:

Wenn der Schulden-Streit nicht rechtzeitig beigelegt werde, würde Fitch die Kreditbewertung für die USA auf einen negativen Ausblick setzen, sagte der Leiter von Fitch für die Region Asien-Pazifik, Andrew Colquhoun, am Dienstag der Zeitung «Singapore Today». «Sollte die Schuldenobergrenze nicht bis zum 2. August angehoben werden, werden wir den Ausblick für die USA auf negativ setzen», drohte er.

Diese Logik muss man sich mal geben: Machen die Amis noch mehr Schulden, behalten sie ihr Höchstrating, machen sie ernst mit der Stabiliserung des Haushaltes und der debt ceiling, werden sie runtergerated.

Wunderbares Beispiel für die Pervertiertheit der Finanzmärkte.

k3000
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SMI im Juni 2011

Die ganze Diskussion um die Pleite und die Kreditwürdigkeit der USA ist doch völlig überflüssig und gehört in die unterste Schublade des Boulevardjournalismus der hysterischen Finanzpornomedien.

Wann begreifen die Leute endlich, dass man nicht auf seiner eigenen Währung defaulten kann (VWL Grundkurs, 1. Teil)? Geld kriegt man immer von den USA (s. posting von MF auf S. 37). Salopp gesagt ist die USA immer AAA+++, komme was wolle, einen Ausfall gibt es nicht. Die Frage ist nicht ob man sein Geld kriegt, sondern wie (inflationär?).

Ausserdem muss man Bernanke's Lösung auch eine Eleganz eingestehen: Denn was er de facto macht, ist ein brutaler haircut (schwacher Dollar) der weltweiten Gläubiger der USA (super für ihn), während es den Bürger in den USA kaum trifft (auch super für ihn)... Der US-Bürger hat ja den USD weiterhin als Währung und verdient auch in USD. Ok, ein bisschen Inflation, war aber auch schon schlimmer. Und ausserdem müsste die Inflation schon jetzt ausarten, denn wenn nicht Inflation nach 2 Trillionen Dollar, wann dann?

Ergo: Bernanke ist in einer win-win-Situation.

Was er als nächstes tut, ist die Yields der US-Staatsanleihen kontrollieren (=QE3, Operation Twist 2 oder wie auch immer), damit er den Gläubigern im Ausland nicht zuviel zahlen muss. Denn wenn die Yields steigen, muss er zuviel Geld nachdrucken, was die Inflation im Inland steigert und dem US-Bürger nicht so gefällt. Aber bis zu $6/Gallon Benzin sind's noch ein langer, gemütlicher Weg für Bernanke.

MarcusFabian
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SMI im Juni 2011

Merlin2033 wrote:

Also die USA haben ca. 14.5 Billionen defizit! Wer sind denn da die Gläubiger? ca. 2 sind bei den chinesen und der rest??? hat da jemand daten???

Die Daten gibt's hier:

http://www.treasury.gov/resource-center/data-chart-center/tic/Documents/mfh.txt

Aber die 14.5 Staatsschulden sind nicht alleine. Hinzu kommen die Verpflichtungen aus Fanny Mae, Freddy Mac sowie die Programme Medicaid und Medicare. Somit dürften die Schulden je nach Schätzung um 60-76 Billionen liegen.

Auch die Bundesstaaten, Gemeinden sind verschuldet.

China ist wahrscheinlich nicht das erste Land, das seine Treasuries auf den Markt werfen wird. Wohl aber Japan (knapp 1 Billion).

Nach dem Tsunami und Fukushima kommen auf Japan sehr hohe Wiederaufbaukosten zu. Japan wird sicherlich dieses Jahr ein Handelsdefizit erwirtschaften. Das ist ja bei der zerstörten Infrastruktur auch nicht anders zu erwarten.

Doch Japan hat 906 Billionen Dollar an Reserve und die wird es wohl einsetzen. Dafür sind Reserven ja schliesslich da.

MarcusFabian
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SMI im Juni 2011

k3000 wrote:

Die ganze Diskussion um die Pleite und die Kreditwürdigkeit der USA ist doch völlig überflüssig und gehört in die unterste Schublade des Boulevardjournalismus

Das sehe ich anders: Es ist richtig, dass die USA nominal ihre Schulden immer zahlen können. Fragt sich nur, was der Dollar dann für einen Wert hat.

Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass ausländische Gläubiger für Kredite höhere Zinsen verlangen werden. Und zwar mindestens in dem Ausmass, in dem der Dollar an Wert verliert.

Oder aber sie gewähren die Kredite nicht mehr in Dollar sondern verlangen Euro, Franken, Yen, Yuan oder Gold. Also Währungen, die die Amis nicht selbst drucken können.

Würdest Du den USA Kredit für 2% bei einer Laufzeit von 2-3 Jahren geben? Und das bei einer Teuerung von 4.5% in den USA? Ich nicht!

Ich erwarte, dass die Halter von US Staatsanleihen diese in den nächsten Monaten vermehrt abbauen werden.

Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder die Zinsen steigen dramatisch (Bondcrash) oder die FED springt weiter ein und kauft die Treasuries auf. Ich vermute eher letzteres.

Das Ergebnis dürfte allerdings sein, dass die USA ihr Handelsdefizit abbauen müssen, denn das setzt ja voraus, dass die USA aus dem Ausland Kredit in Höhe des Handelsdefizits bekommen.

Sie bekommen dann schlichtweg keine Waren mehr gegen Dollar sondern nur gegen eine äquivalente Gegenleistung.

Entsprechend würde ich auch das relativieren: ...

k3000 wrote:

Ok, ein bisschen Inflation, war aber auch schon schlimmer. Und ausserdem müsste die Inflation schon jetzt ausarten, denn wenn nicht Inflation nach 2 Trillionen Dollar, wann dann?

Ich spreche nicht von Inflation sondern von Hyperinflation. Zwischen beiden besteht ein wesentlicher Unterschied. Und zwar nicht nur in der Höhe der Teuerungsrate sondern in der Entstehungsgeschichte:

Inflation entsteht typischer Weise in einem Wirtschaftsaufschwung, wenn die Menschen vermehrt zu Geld kommen, dieses auch ausgeben, der Konsum boomt und die Preise steigen. Entsprechend wird die Geldmenge erhöht.

Hyperinflation entsteht dann, wenn ein Staat so hoch verschuldet ist, dass er seine Schulden nicht mehr "legal" bezahlen kann und zur Druckerpresse greift.

Ich meine, das ist genau das Szenario, das wir in den USA derzeit sehen.

Es gab in der Geschichte bisher 30 Hyperinflationen. Davon 29 in den letzten 100 Jahren. Auslöser war immer Staatsverschuldung mit anschliessender Gelddruckerei.

Wir können die Frage auch umdrehen: Gab es jemals ungehinderte Gelddruckerei, die nicht zu einer Hyperinflation und ultimo ratio zur Zerstörung der Währung geführt hat?

Bullish
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SMI im Juni 2011

k3000 wrote:

Wann begreifen die Leute endlich, dass man nicht auf seiner eigenen Währung defaulten kann (VWL Grundkurs, 1. Teil)?

Leider sind wir, die das wissen, in der Minderzahl.

MarcusFabian
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Re: noch ein kleines Schreckmümpfeli

in_God_we_trust wrote:

Einen Kuhfladen braucht man auch nicht zu begründen, oder?

Da Du keinen Angriffspunkt lieferst, was Dich genau an dem Artikel stört, muss ich raten.

Ich nehme mal an, Du meinst den Einbruch des S&P 500 um 50%?

Ist so ein Einbruch unmöglich?

Ich stelle mal zwei Szenarien zur Diskussion.

1. US-Treasuries: Die Kurzläufer haben eine Rendite von 2%, was historisch niedrig ist. Angenommen, die Zinsen würden sich auf 4% verdoppeln - was eigentlich auch noch unterdurchschnittlich ist. Das würde die Bondpreise halbieren. Also hier mal ein Einbruch um 50%.

2. S&P500: Hat derzeit ein P/E von 22.6. Das historische P/E liegt bei 14.5. Um dies zu erreichen, müsste der S&P500 um 36% korrigieren.

Ein Absturz um 36% wäre also nur eine Korrektur auf das Durchschnitts-Niveau der letzten 100 Jahre. Da wäre noch nicht einmal eine Rezession oder gar Depression drin enthalten.

Betrachten wir klassische Bärenmärkte, so bringen die ein P/E meist so in die Gegend um 5.6 bis 8. Nehmen wir 7 als Ziel, würde der S&P500 um gut 66% absacken. Auszuschliessen ist das nicht.

Wir können auch über die Rendite des S&P500 argumentieren: Die liegt historisch bei 4.28%, derzeit bei 1.83%. Auch hier müssten die Gewinne um Faktor 2.3 steigen oder die Aktienpreise um 67% sinken, um den Durchschnitt zu erreichen.

Nun gibt es zwei Gegenargumente:

1. Wenn die Gewinne steigen, müssen die Aktienpreise entsprechend weniger stark korrigieren. Aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Gewinne um Faktor 2.3 steigen. Also dürfte die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen liegen. Im Idealfall steigende Gewinne bei fallenden Aktienpreisen.

2. Die Rechnung gilt für aktuelle Dollars. Da - wie wir wissen - der Dollar laufend entwertet wird, sind die obenstehenden Rechnungen zwar in Kaufkraft korrekt aber nominal könnte der S&P durchaus weniger korrigieren.

Der Schlüssel für alles liegt bei den Zinsen!

Wir sind nur deshalb mit einer mickrigen Rendite von 1.83% zufrieden, weil Treasuries auch keine höhere Rendite versprechen und das allgemeine Zinsniveau derzeit künstlich niedrig gehalten wird.

Aber eben: Steigt das Zinsniveau bei Treasuries, muss es auch bei Aktien steigen und das bedeutet entsprechend billigere Preise.

Eine Wette auf konstante Aktienpreise ist also schlussendlich eine Wette auf konstant niedrige Zinsen.

Eine Wette auf steigende Aktienpreise eine Wette auf sinkende Zinsen oder steigende Gewinne bei stabilen Zinsen.

Bullish
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MarcusFabian wrote:

Ich kann mir deshalb gut vorstellen, dass ausländische Gläubiger für Kredite höhere Zinsen verlangen werden.

Die können gar nix verlangen. Die können froh sein,

dass sie 1.) in die USA exportieren dürfen

und

dass sie 2.) noch Zinsen erhalten.

MarcusFabian wrote:

Oder aber sie gewähren die Kredite nicht mehr in Dollar sondern verlangen Euro, Franken, Yen, Yuan oder Gold. Also Währungen, die die Amis nicht selbst drucken können.

Das muss ein Scherz sein, denn all diese Währungen sind auf der Aktivseite schlussendlich einzig mit USD und Gold besichert und Gold wird in USD gehandelt.

in_God_we_trust
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Denken wir mal anders:

was passierte nach QE2? Die 10 ytrs Zinsen stiegen von 2.5% auf 3.5% und der Dollar sank von 1.15 auf 0.85 Franken. Der SMI stieg von 6000 auf 6600 Punkte, der DJ von 10'000 auf 13'000.

Der SMI stieg währungsbereinigt CHF/$ ca. 40% und der DJ etwa 0%.

Der Markt hat im Juni kein QE3 vorweggenommen. Die Treasuries Zinsen fielen auf 2.9%, der Dollar blieb zum CHF stabil und der SMI verlor 4% und der DJ verlor 7%.

Wenn nun trotzdem noch QE3 kommen würde, wie würde der Markt höchstwahrscheinlich reagieren?

10ytrs Zinsen wieder up auf 3.5 oder gar 4%. Dollar weiterhin down auf 0.7 CHF. Der SMI steigt auf 7000 und der DJ auf 14000!

Falls kein QE3 mehr kommt, ginge es wohl noch ein bisschen weiter zurück (SMI 5500) danach aber wieder steigend bis 6500 Ende Jahr.

Dies sind meiner Meinung nach die wahrscheinlichsten Szenarien bis Ende Jahr, denn weder Greece noch die USA werden vor 2013 defaulten.

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

Denne
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k3000 wrote:

Die ganze Diskussion um die Pleite und die Kreditwürdigkeit der USA ist doch völlig überflüssig

Die Diskussion um die Pleite der USA ist tatsächlich überflüssig, die um die Kreditwürdigkeit nicht.

Bullish
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Re: noch ein kleines Schreckmümpfeli

MarcusFabian wrote:

1. US-Treasuries: Die Kurzläufer haben eine Rendite von 2%, was historisch niedrig ist. Angenommen, die Zinsen würden sich auf 4% verdoppeln - was eigentlich auch noch unterdurchschnittlich ist. Das würde die Bondpreise halbieren. Also hier mal ein Einbruch um 50%.

Die würden sich nicht annähernd halbieren, bitte nochmals durchrechnen.

Merlin2033
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SMI im Juni 2011

Denne wrote:

k3000 wrote:
Die ganze Diskussion um die Pleite und die Kreditwürdigkeit der USA ist doch völlig überflüssig

Die Diskussion um die Pleite der USA ist tatsächlich überflüssig, die um die Kreditwürdigkeit nicht.

Eigentlich kann man sich sowieso mal fragen warum die USA jetzt weniger kreditwürdig sind als vor 5 Jahren. Da lag die verschuldung bei 13 Billionen oder so (Zahl aus der Luft gegriffen)

Aber wer sag denn nun, dass die grenze beim jetzigen stand ist??? Dass die USA ihre schulden nicht einfach so zurückzahlen können stand doch auch vor 10 Jahren schon fest. Und warum sollen die USA ihre Zinsen etc. nicht weiterhin bedinen wie sie es in den letzten Jahren getan haben und einen teil davon mit weiteren schulden bezahlen???

Da sagte doch mal einer: It's our currency but your problem!!! Wink

MarcusFabian
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SMI im Juni 2011

Bullish wrote:

Die können gar nix verlangen. Die können froh sein,

dass sie 1.) in die USA exportieren dürfen

und

dass sie 2.) noch Zinsen erhalten.

Sei nicht so überheblich Wink

Würdest Du à discretion jemandem Waren auf Pump liefern, wenn sich immer mehr abzeichnet, dass er seine Schulden nicht bezahlen kann?

Die Chinesen können a) ihre Produkte selbst brauchen oder b) weniger arbeiten.

Ich würde mich also nicht darauf verlassen, dass die Chinesen gezwungen sind, den USA weiterhin ihre Produkte auf Pump zu liefern!

Sie haben sehr wohl - wie jeder Gläubiger - das Recht und die Macht, für Kredite höhere Zinsen zu verlangen und ggf. einfach keine Kredite mehr zu gewähren.

Bullish
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SMI im Juni 2011

Merlin2033 wrote:

Denne wrote:
k3000 wrote:
Die ganze Diskussion um die Pleite und die Kreditwürdigkeit der USA ist doch völlig überflüssig

Die Diskussion um die Pleite der USA ist tatsächlich überflüssig, die um die Kreditwürdigkeit nicht.

Aber wer sag denn nun, dass die grenze beim jetzigen stand ist???

Der Kongress.

Quote:

US-Notenbankchef Ben Bernanke hat den Kongress erneut eindringlich dazu aufgerufen, die Obergrenze für die Staatsschulden anzuheben.

http://www.welt.de/finanzen/article13429976/Ben-Bernanke-warnt-vor-Selbs...

MarcusFabian
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SMI im Juni 2011

Du verwechselst durchs Band weg Ursache und Wirkung. Aber gehen wir's mal druch:

in_God_we_trust wrote:

was passierte nach QE2?

Das wissen wir noch nicht. QE2 läuft noch bis Ende Juni.

Aber sei's drum, nehmen wir an, Du sprichst von QE1:

in_God_we_trust wrote:

Die 10 ytrs Zinsen stiegen von 2.5% auf 3.5% und der Dollar sank von 1.15 auf 0.85 Franken. Der SMI stieg von 6000 auf 6600 Punkte, der DJ von 10'000 auf 13'000.

Die 10 yr. yields stiegen von 2.5% auf 3.5%. Soweit korrekt. Aber der Dollar sank erst mit QE2 auf 0.85

in_God_we_trust wrote:

Der Markt hat im Juni kein QE3 vorweggenommen. Die Treasuries Zinsen fielen auf 2.9%, der Dollar blieb zum CHF stabil und der SMI verlor 4% und der DJ verlor 7%.

Was der Markt teilweise vorweggenommen hat ist das ENDE von QE2 ohne Erneuerung durch QE3. Das geringe Absinken des DJ um nur 7% bedeutet nichts anderes als dass der Markt fest mit QE3 rechnet.

in_God_we_trust wrote:

Wenn nun trotzdem noch QE3 kommen würde, wie würde der Markt höchstwahrscheinlich reagieren?

10ytrs Zinsen wieder up auf 3.5 oder gar 4%. Dollar weiterhin down auf 0.7 CHF. Der SMI steigt auf 7000 und der DJ auf 14000!

Kommt drauf an, wie hoch QE3 wird: Im Prinzip kann ja die FED die Geldmenge ver-zehnfachen. Dann hast du den DJ auf 120'000, Gold bei $13000 und den Dollar bei 10 Rappen. Benzinpreis in den USA entsprechend um $50/Gallon.

in_God_we_trust wrote:

Falls kein QE3 mehr kommt, ginge es wohl noch ein bisschen weiter zurück (SMI 5500) danach aber wieder steigend bis 6500 Ende Jahr.

Nicht nur ein bisschen. So 40-70% dürften drin liegen Wink

in_God_we_trust wrote:

weder Greece noch die USA werden vor 2013 defaulten.

Bei Gr wäre ich da nicht so sicher. Die haben ja nicht die Möglichkeit, die Druckerpresse anzuwerfen. Schliesslich steht die in Brüssel und nicht in Athen.

Aber die Amis werden nach wie vor auf die Druckerpresse setzen und den Dollar entwerten.

Welche Auswirkungen das auf die Schweiz hat, ist dann Sache der SNB. Ob sie diesen Abrüstungswettlauf mit aufnehmen oder den Franken stabil halten.

MarcusFabian
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Re: noch ein kleines Schreckmümpfeli

Bullish wrote:

MarcusFabian wrote:

1. US-Treasuries: Die Kurzläufer haben eine Rendite von 2%, was historisch niedrig ist. Angenommen, die Zinsen würden sich auf 4% verdoppeln - was eigentlich auch noch unterdurchschnittlich ist. Das würde die Bondpreise halbieren. Also hier mal ein Einbruch um 50%.

Die würden sich nicht annähernd halbieren, bitte nochmals durchrechnen.

Verdopplung der Zinsen = Halbierung des Preises.

Wo liegt Dein Problem?

MarcusFabian
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SMI im Juni 2011

Merlin2033 wrote:

als vor 5 Jahren. Da lag die verschuldung bei 13 Billionen oder so (Zahl aus der Luft gegriffen)

Allerdings! Absolut aus der Luft gegriffen!

Was alle Schlussfolgerungen irrelevant macht.

in_God_we_trust
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Re: noch ein kleines Schreckmümpfeli

MarcusFabian wrote:

Verdopplung der Zinsen = Halbierung des Preises.

Wo liegt Dein Problem?

Nun, das Problem liegt darin:

Nehmen wir an, Du hast vor einem Jahr einen Bond von $100'000 zu 2% Zinsen auf 2 Jahre gekauft.

Heute nun offeriert das Treasury neue 2-jährige Bonds zu 4%.

Nun verkaufst Du bestimmt nicht Deinen Bond für 50'000, oder? Du würdest wohl eher ein Jahr Dich mit 2% Zinsen zufrieden geben und nächstes Jahr Deine 100'000 vom Treasury zurücknehmen, nicht wahr? Was Dir als Gewinn damit entgangen ist, sind 2% von 100'000 = $2000 entgangener Gewinn!

Wenn Du aber nicht ein Jahr warten willst, dann kannst Du sie heute für $98'000 an den Mann bringen.

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

in_God_we_trust
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SMI im Juni 2011

@MF

QE2/3

Let's see. In zwei oder drei Wochen wissen wir mehr. Wahrscheinlich wird überhaupt nichts weltbewegendes passieren. Denn wenn alle darauf spekulieren, dann ist eben dann schon alles vorweggenommen worden. Smile

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

harosher
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SMI im Juni 2011

Fakt ist:

- Euro wird sich stark erholen

- SMI liegt rund 1100 Punkte hinter DAX

- Euro wird gerettet

- Griechenland wird gerettet usw.

da werden morgen viele den Kursen hinterherlaufen.. Wink

Gruss

MarcusFabian
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Re: noch ein kleines Schreckmümpfeli

in_God_we_trust wrote:

Nun verkaufst Du bestimmt nicht Deinen Bond für 50'000, oder?

Doch. Genau das wäre dann der Marktpreis.

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