SMI im Mai 2010

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30.04.2010 18:34
#1
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SMI im Mai 2010

Sell in May and go away!

(but remember to come back in September)

Diese alte Börsenweisheit scheint noch immer ihre Gültigkeit zu haben, obschon sie streng genommen fundamental schon seit gut 80 Jahren nicht mehr haltbar ist.

Doch wie in so vielen Weisheiten steckt auch in "Sell in May" ein wahrer Kern.

Der Spruch geht zurück auf die Anfänge der amerikanischen Börsen. In einer Zeit, in der die Landwirtschaft noch ein dominierender Wirtschaftsfaktor war.

Spekuliert und investiert wurde in den industriellen Ballungszentren. In den Städten. Die Landbevölkerung hatte mit der Börse wenig am Hut.

Im Frühjahr nahmen die Bauern Kredite auf, um ihr Saatgut zu bezahlen und über den Sommer ein Auskommen zu haben. Es flossen also beträchtliche Geldmengen von der Stadt aufs Land. Diese Geldmengen wurden durch Aktienverkäufe flüssig gemacht. Die Volumen an den Börsen nahmen schlagartig ab und es folgte die langweilige Periode der Sommermonate .

Im Herbst wurde dann die Ernte eingefahren. Die Bauern verkauften ihre Produkte und bezahlten ihre Kredite zurück. Es floss jetzt Geld vom Land in die Stadt und dort wurde es bis zum nächsten Frühling an den Märkten angelegt.

Rückblick auf den April

Vor einem Monat habe ich geschrieben:

Quote:

Rein technisch gesehen ist für den April also zu erwarten, dass es in der ersten Monatshälfte eine leichte Korrektur geben wird, damit die Indikatoren wieder runterkommen können. Mit neuer Kraft könnte es dann ab Mitte April zu einem neuen Schub nach oben kommen und mit etwas Glück die 7000er Marke geknackt werden.

Nun, die kleine Korrektur Anfangs April hatten wir. Ebenso haben wir fast die 7000 Punkte geschafft. "geknackt" wäre aber anders Wink

Es sieht nun im langfristigen Blick wirklich danach aus, als hätte die Bärenmarktrally seit März 2009 nun ein jähes Ende gefunden:

Die erste Abwärtswelle von Juli 2007 bis März 2009 wurde blitzsauber um exakt 50% korrigiert. Somit spricht alles dafür, dass die Talfahrt wieder aufgenommen wird, um nach einer weiteren Korrekturwelle im Jahr 2011 gegen Ende 2012 endlich den absoluten Boden zu erreichen.

Auch kurzfristig sieht es nicht rosig aus:

Selbst wenn der Bullenmarkt noch Bestand hätte, müssten wir mit einer weiteren Talfahrt in die Gegend um 6350 rechnen.

Unter dem Strich hatten wir im März/April ein schönes rounding top und der False-Break vom 16. April und somit dem dritten Scheitern eines neuen Hochs - war uns allen eine Warnung. (Ich habe darüber geschrieben).

In den Medien wird allgemein Griechenland für die Verbilligung der Märkte verantwortlich gemacht. Das ist sowohl gerechtfertigt als auch ungerechtfertigt.

Ungerechtfertigt deshalb, weil Griechenland nur 2% des BSP der Eurozone ausmacht und somit eigentlich vernachlässigt werden könnte.

Gerechtfertigt aber, weil nun die Menschen endlich erkennen, dass auch Staaten bankrott gehen können. Und dass genau dies seit langer Zeit wieder passiert - und erst noch vor unserer Haustüre - hat uns endlich wachgerüttelt!

Konsequenter Weise stellt sich nämlich die Frage, welche weiteren Länder sich in einer ähnlich prekären Lage befinden und die Antwortet lautet: USA, Portugal , Spanien und GB. In dritter Linie dann Irland und Italien.

Und so beginnen die Menschen endlich zu denken und enden schlussendlich bei der Frage: "Kann das nicht auch bei uns, in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich" passieren?

Die Antwort: Es kann nicht, es wird! Es ist nur eine Frage der Zeit und wo genau wir uns auf dieser Kurve befinden:

Griechenland oder die USA sind sicherlich bereits weiter rechts als wir mit relativ niedrigen 40% Schuldenquote in Bezug aufs BSP, doch bezweifle ich, dass die Schweiz den Kollaps z.B. der USA schadlos wird wegstecken können. Wenn die Dominosteine mal beginnen zu fallen, wird es im Nachhinein irrelevant sein, welcher der erste war und in welcher Reihenfolge sie fielen.

Zwar gibt es nach wie vor noch Stimmen, die nach noch mehr Pumpenkohle, nach noch mehr Schulden, nach noch mehr Liquidität schreien, doch denen sei gesagt:

"Reale Werte werden nicht durch Schulden kreiert, selbst wenn es manchmal den Anschein erweckt."

(geklaut aus einem Artikel des Bankhaus Rott: http://bankhaus-rott.de/wordpress/ )

Oder um es mit Ludwig Mises zu formulieren:

Es gibt keinen Weg, den finalen Kollaps eines Booms durch Kreditexpansion zu vermeiden. Die Frage ist nur, ob die Krise früher durch freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion kommen soll oder später zusammen mit einer finalen und totalen Katastrophe des Währungssystems.

"freiwillige Aufgabe der Kreditexpansion" entspricht einer Währungsreform. Und nach der "total Katastrophe des Währungssystems" folgt ohnehin eine!

Und somit zeichnet sich ab, dass der SMI die seit einem halben Jahr anhaltende Stabilität zu Gold nicht länger wird halten können und den seit 2000 vorherrschenden Abwärtstrend wieder aufnehmen wird.

Der SMI wird sich zweifellos besser halten als unsere Papierwährungen aber nicht wirklich nachhaltig, denn der SMI ist von der Wirtschaft abhängig und diese wiederum von jenen lustig bunt bedruckten Papierscheinchen.

Das gilt natürlich nicht nur für den Franken sondern auch für den Euro (wenn es den in einem Jahr noch gibt) und den neuen Dollar, der demnächst ausgegeben wird:

Insofern läuft alles nach Plan - wenn auch nicht nach Wunsch - aber ich tröste mich, nicht ohne Stolz, mit der Erkenntnis, dass zumindest teilweise meine unermüdlichen Bemühungen in diesem Forum während der letzten 11 Jahre auf fruchtbaren Boden gefallen sind und es heute mehr Cash-Leser als noch vor 2 oder 5 Jahren gibt, die die Werbung der Massenmedien, Statements von Bankstern und Politikern hinterfragen und ihr Vermögen echt absichern. Die die Krise schadlos überstehen und am Ende sogar noch profitieren werden.

Ausblick auf den Mai und die folgenden Monate

Rein charttechnisch lässt sich der Ausblick wie folgt beschreiben:

Die einzige Hoffnung vor einem neuen Absturz wäre das da:

Ich mag hier nicht wiederholen, was ich schon in den Eröffnungsthreads März und April geschrieben habe, deshalb nur soviel: Ja, mit neuen Schulden lassen sich die Märkte noch ein bisschen länger oben halten und ja, der Absturz unseres Währungs- und Finanzsystems kommt wieder einen Schritt näher.

Griechenland wird vielleicht noch von Deutschland/Frankreich gerettet. Fein. Und wer rettet dann Portugal, Spanien und Grossbritannien? Und wer rettet (orangebox mal ausgenommen) die USA?

Freunde, wenn ich Euch für die nächsten Monate einen Tipp geben darf, dann lautet der:

Konzentriert Euch auf Vermögenserhalt und Sicherheit und nicht auf Rendite. Lasst Euch nicht von griechischen Staatsanleihen (megahohe Rendite - geil !!!) ablenken oder von den neusten Derivate-Zockerscheinen des Wallstreet Casinos.

Denn unter dem Strich ist das alles nur Papier. Und jedes Papier erreicht irgendwann immer seinen inneren Wert: Null (frei nach Voltaire).

In diesem Sinne: Lasst Euch nicht verarschen. Weder von den Politikern noch den Banken. Denn beide wollen nur Euer bestes, Euer Geld!

Happy Trades

Marcus

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01.06.2010 17:09
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SMI im Mai 2010

orangebox wrote:

Gute Konjunkturdaten aus der USA deshalb der Anstieg soeben. Wink

danke für die Info.

Das Hilft natürlich Spanien, Italien und Frankreich enorm Wink

To infinity ... and beyond!

01.06.2010 17:05
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SMI im Mai 2010

Buzz wrote:

sariv3114 wrote:
hehee...Südeuropäer Wink

ja ... bin heute zum Italiener mutiert ... aber kann mir mal einer erklären warum da alles nach oben explodiert ist ... habe wir Spanien schon gerettet.

Gute Konjunkturdaten aus der USA deshalb der Anstieg soeben. Wink

querschuesse.de

01.06.2010 17:02
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SMI im Mai 2010

Es spielt im Prinzip alles keine Rolle, Atomkrieg, Bankrotte, Seuchen, Katastrophen...etc.

Wenn der DJ grün ist geht alles rauf

So einfach ist das, man kann sich die ganzen Studien sparen Wink

01.06.2010 16:47
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SMI im Mai 2010

sariv3114 wrote:

hehee...Südeuropäer Wink

ja ... bin heute zum Italiener mutiert ... aber kann mir mal einer erklären warum da alles nach oben explodiert ist ... habe wir Spanien schon gerettet.

To infinity ... and beyond!

01.06.2010 16:36
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hehee...Südeuropäer Wink

01.06.2010 16:32
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SMI im Mai 2010

SMI im Juni ist da!

sariv3114 wrote:

Einfach lächerlich die Europäer... LolLol

Bist du Ami oder Europäer? Wink

01.06.2010 16:17
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SMI im Mai 2010

Und dann kommen die Amis schön ausgeruht und sagen

allen wo's lang geht...

Einfach lächerlich die Europäer... LolLol

01.06.2010 08:24
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SMI im Mai 2010

Was machen die Börsianer bloss ohne Vorgaben aus USA ???

Ja, das Leben des Börsianers ist nicht einfach... Lol

01.06.2010 08:01
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SMI im Mai 2010

SMI im Juni ist da!

http://www.cash.ch/node/4145

31.05.2010 21:42
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yzf
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SMI im Mai 2010

GESCHLOSSEN

BiggrinBiggrin

Geht mit Gott, aber geht!

31.05.2010 21:01
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SMI im Mai 2010

Hallo Marcus. wann dürfen wir Deinen vielbeachteten Juni Report einsehen? Gruss und vielen Dank im Voraus!

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

31.05.2010 18:28
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Re: @ MF

-michi- wrote:

Was wird dann den natürlichen Mechanismus ersetzten, der zur Zeit die Aussenhandelsdefizite/-überschüsse der Länder ausgleicht? (ohne Stützungskäufe diverser Zentralbanken)

Zinsen.

31.05.2010 15:55
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@ MF

Bei all den Beiträgen über eine nötige Währungsreform stellt sich mir folgende Frage:

Was wird dann den natürlichen Mechanismus ersetzten, der zur Zeit die Aussenhandelsdefizite/-überschüsse der Länder ausgleicht? (ohne Stützungskäufe diverser Zentralbanken)

31.05.2010 15:41
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Re: Grundlagendiskussion

Merced wrote:

Dabei bin ich auch auf folgendes gestossen:

http://www.systemfehler.de/creutz.htm

Und sieh mal einer an, der Verfasser kann das was ich in meinen letzten Posts so bemüht zu vermitteln versuchte, viel schöner sagen.

Danke, nach solchen links google ich schon die letzten Tage Wink

Das ist eine meiner Aufgaben hier im Forum: Komplexe Zusammenhänge versuchen so darzustellen und zu beschreiben, dass ich sie sogar verstehe.

31.05.2010 14:32
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Re: Grundlagendiskussion

MarcusFabian wrote:

Merced wrote:

Kannst Du diese Aussage bitte mit Fakten untermauern?

...Grafik...

Erstmal Danke für die prompte Reaktion. Die Grafik sieht beeindruckend aus. Ich kannte Herrn Creutz und seine Thesen vorher nicht, hab drum mal ein bisschen gegoogelt und geforscht.

Dabei bin ich auch auf folgendes gestossen:

http://www.systemfehler.de/creutz.htm

Und sieh mal einer an, der Verfasser kann das was ich in meinen letzten Posts so bemüht zu vermitteln versuchte, viel schöner sagen.

Bitte poste einen Link auf den neuen Thread wenn der steht, die Diskussion regt zum Denken an, und das kann ja fast nie schaden.

mfG

31.05.2010 14:16
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SMI im Mai 2010

Merlin2033 wrote:

, aber wenn wir uns erinnern, hat der harte Kurs in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg Hitler an die Macht gebracht.

Deutschland war dazu gezwungen. Der Versailler Vertrag gilt heute selbst unter Mainstream-Historikern als (Mit-)Ursache für den Aufstieg der NSDAP und Herrn Schicklgruber.

Merlin2033 wrote:

Ich will hier nicht behaupten, dass auch eine Reform unruhen mit sich bringen kann, aber es ist meiner Meinung nach nichts einfacher als eine Masse die nichts zu verlieren hat, Mut zu machen und sie für etwas zu begeistern mit wohlklingenden Verpsrechungen.

Natürlich. Die politische Lähmung greift jetzt schon um sich, bevor die Sparerei überhaupt angefangen hat. Die Sparpakete werden m.E. in Bausch und Bogen scheitern, weil man damit politisch nur verlieren kann. Also bleibt nur der harte Reset mit entsprechenden Begleitumständen.

31.05.2010 11:16
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SMI im Mai 2010

@Ramschi

Mag sein dass ich dich mal als Goldkäfer betitelt habe, will ich hier auch nicht abstreiten, da ich es nicht mehr weis. Sorry für die falsche Titulierung Wink

Ich sag ja nicht dass man mit dem Preisanstieg des Goldes kein Geld verdienen kann.

Aber hast du schon mal darüber nachgedacht, dass Bänkler nicht immer sagen was sie wirklich denken!

Wenn GS und JPM wirklich gold nur geshortet haben, dann entweder nur sehr kurzfrisit oder gar nicht, weil wenn sie langfrisitg gold geshortet hätten, dann wären davon ja irgedwelche verluste entstanden. Und von diesen hört und liest man ja nichts! Also können Sie entweder so gross nicht sein, oder gar nicht vorhanden.

Und nicht vergessen es ist einfacher einen Markt zu manipulieren der klein ist als einer in dem Viele Fische schwimmen, so klein diese auch sein mögen, darum raten Banken doch nicht zu Gold! Aber dass Sie selber damit kein Geld verdienen wollen hat noch keiner gesagt! Wink

31.05.2010 10:56
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SMI im Mai 2010

Merlin2033 wrote:

Was bist du gespannt? du kennst meine einstellung zum ganzen. Der Preis kann auch gut nach oben manipuliert werden.

Vielleicht kennst du aber meine Einstellung dazu nicht? - Ich sehe es vor allem als Absicherung, wobei diese Absicherung genau darauf abstellt, dass bei Unsicherheit alle in Gold rennen. Das war bisher meines Wissens immer so. Insofern darfst du mich auch als Goldzocker oder Spekulant bezeichnen.

Wahrscheinlich gehst du mit mir einig, dass solche Manipulationen erstens nur sehr kurzfristig und zweitens auch bei Aktien gemacht werden. Insofern: Was solls? Seit ich Gold besitze (ca. 1.5 Jahre) wurde Gold von GS und JPM hauptsächlich geshortet und fast alle Bänker rieten mir vom Gold ab. Trotzdem ist es 50% gegenüber dem CHF gestiegen. Von den Aktien muss ich wohl gar nicht sprechen.

31.05.2010 10:48
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SMI im Mai 2010

MarcusFabian wrote:

Merlin2033 wrote:

Ich lehne grundsätzlich die Begrenzung der Geldmenge durch irgendwas ab, da die Folgen eine Begrenzung z.T. verherende Folgen haben können.

Die Folgen einer unkontrollierten Inflationierung einer Währung sind hingegen durchaus bekannt und ebenso unschön:

Kollaps des Finanzsystems und der Währung wegen des Zinseffektes.

Erzähl mal was die Folgen von einem Kollaps des Finanzsystems sind, und warum diese schlimmer sind als die des harten kurses?

Ich will hier absolut keine Angst schüren, aber wenn wir uns erinnern, hat der harte Kurs in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg Hitler an die Macht gebracht.

Ich will hier nicht behaupten, dass auch eine Reform unruhen mit sich bringen kann, aber es ist meiner Meinung nach nichts einfacher als eine Masse die nichts zu verlieren hat, Mut zu machen und sie für etwas zu begeistern mit wohlklingenden Verpsrechungen.

31.05.2010 10:15
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Re: Grundlagendiskussion

Merced wrote:

Kannst Du diese Aussage bitte mit Fakten untermauern?

31.05.2010 10:11
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SMI im Mai 2010

Kapitalist wrote:

[

War es nicht Blei? Das ist stinkbillig, hat allerdings nicht das selbe spezifische Gewicht wie Gold.

Nein, das war Wolfram. Ist auch billig (so Fr. 25/kg) und hat das gleiche spezifische Gewicht wie Gold.

31.05.2010 09:59
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SMI im Mai 2010

Ramschpapierhaendler wrote:

Merlin2033 wrote:
Das ist mitunter aber auch ein Grund warum Gold so einfach zu Manipulieren ist, ohne dass ein Wirtschaftszweig laut wird. Wink

Du tönst schon wie ein Goldbug!

Meinst du also, dass Gold noch viel stärker gestiegen wäre wenn es nicht manipuliert worden wäre? Jetzt bin ich aber mal gespannt!

Was bist du gespannt? du kennst meine einstellung zum ganzen. Der Preis kann auch gut nach oben manipuliert werden.

Bei den Banken gibts ja auch einige die die sache klarer sehen und nicht den tagesnews hinterherrennen. Und wenn diese nun massenhaft mit gold zocken lohnt sich da eine manipulation auch vorallem wenn man mit gratisgeld zocken kann. Gehts in die hosen zahlt der staat, gehts gut gibts riesenboni!

31.05.2010 09:58
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Re: Grundlagendiskussion

learner wrote:

Habe nun, ach! Philosophie,

Juristerei und Medizin,

Und leider auch Theologie!

Durchaus studiert, mit heissem Bemuehn.

Da steh ich nun, ich armer Tor!

Und bin so klug als wie zuvor.

Faust

Die Tradinggebuehren sind fuer Kauf und Verkauf etwa ein Prozent ... Eine Korrekturwelle aber korrigiert leicht 38 bis 50 Prozent der vorherigen Aufwaertswelle ...

Danke für das Goethe-Zitat lieber learner. Es erfreut das Herz, dass es auch auf einem Forum wo’s vordergründig nur um schnöden Mammon geht, Leute gibt, welche einen Sinn für klassische Literatur haben. Nicht nur dass, sondern der gute Goethe hat ja leider Recht, fragen wir uns doch alle, wie solche Finanzkrisen möglich sind, wo doch unter den Akteuren so viele „studierte“ und scheinbar „gescheite“ Köpfe sind. „When Genius failed“ von Roger Lowenstein kann ich da als Lektüre nur empfehlen.

Zurück zum Thema; im Vergleich zu Schwankungen von 50% sind 1-2 Prozentpunkte natürlich wenig, bei 3-4% Performance aber sind das viel. Vor allem für uns Kleinanleger.

Kapitalist wrote:

Davon abgesehen dass Gold ein Metall ist, das relativ nutzlos ist, ausser zur Schmuckherstellung gibt es fast keine Verwendungszwecke. Der einzige Vorteil ist, dass es als Edelmetall nicht korrodiert, für industrielle Zwecke aber viel zu weich ist.

Um so tragischer, dass im Laufe der Menschheitsgeschichte schon zig Millionen Leute ihr Leben für dieses Scheissmetall lassen mussten. Anstatt ein Segen, ist dieses Metall eher ein Fluch für die Menschheit, und man muss sich fragen wie irre die Menschheit eigentlich ist.

Drastisch ausgedrückt aber leider hat Kapitalist Recht. Volkswirtschaftlich ist jeder Aufwand der für Förderung oder Lagerung von Gold getrieben wird eine Ressourcenverschwendung. Drum ist Gold tatsächlich wohl eher Fluch als Segen. Fliehen Anleger in Gold so liegt wohl ein Systemversagen vor, da sind wir uns wohl alle einig.

MarcusFabian wrote:

Merced wrote:
Ich verweise auf meinen ersten Post (seite 128 dieses Threads). Zinseinnahmen CH 2007 104 Milliarden CHF, Arbeitseinkommen etwas über 400 Milliarden. Zinsausgaben 124 Milliarden.

Stimmt. Nur liegen die Zinseinnahmen grösstenteils bei den reichen 10%, die Zinsausgaben hingegen bei den unteren 80%.

Kannst Du diese Aussage bitte mit Fakten untermauern?

MarcusFabian wrote:

Merced wrote:

Ergibt nach Creutz'scher Rechnung für die Schweiz rund 30% (124/400).

Plus etwa 40% der Maschinen, Autos, Gebäude der Industrie, die nicht bezahlt sind und deren Zinsen nochmals mit 15% zu Buche schlagen. Macht also 30%+15%=45%.

Die Rechnung von Creutz entsprechend für Deutschland: 31%+15%=46%.

Dass er die 46% grosszügig auf 40% abrundet ist doch noch ganz nett von ihm Wink

Bitte beachten, meine Ausführungen gingen noch weiter. Wenn man wild Aktiv- und Passivseite, Konsolidierte Betrachtung und Teilmengen mischt, kommen meistens sinnlose Resultate dabei raus. Das wollte ich im vorherigen Post aufzeigen. Auch wenn Herr Creutz ein netter Kerl ist, ist die Aussage deswegen nicht richtiger.

31.05.2010 09:48
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SMI im Mai 2010

Dr.Zock wrote:

@ MF

Dann war's eben Wolfram. Gefälscht waren sie allemal....

Danke und Gruss

War es nicht Blei? Das ist stinkbillig, hat allerdings nicht das selbe spezifische Gewicht wie Gold.

Besser reich und gesund als arm und krank!

31.05.2010 09:32
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SMI im Mai 2010

@ MF

Dann war's eben Wolfram. Gefälscht waren sie allemal....

Danke und Gruss

Es ist leichter, einer Begierde ganz zu entsagen, als in ihr maßzuhalten. ( Friedrich Nietzsche )

31.05.2010 09:31
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SMI im Mai 2010

Aus dem heutigen FuW-Report:

"Charttechnik SMI

Bezogen auf den am vergangenen Dienstag gestarteten Erholungstrend deuten die Momentum-Parameter eine deutliche Abschwächung. Für den Ausblick über die nächsten acht bis zehn Handelsstunden hinaus ist das negativ zu bewerten. Am Freitag bildete sich eine Flaggen-Struktur aus. Diese würde für die nächsten Handelsstunden leicht anziehende Kurse bis 6360 erwarten lassen. Sie ist aber sehr klein, wenig ausgeprägt und darum marginal. Immerhin kann aus ihr gefolgert werden, dass die kurzfristige Konstellation ambivalent ist. Die nächsten Handelsstunden dürften von einem Seilziehen geprägt sein.

Höhere Kurse würden den Swiss Market Index (SMI) rasch ans Limit bringen. Zudem schliesst sich das kurzfristig erholungsfördernde zyklische Fenster schon bald. Ein rascher Rückfall unter 6240 wäre ein Hinweis, dass dieses nicht sanft geschlossen, sondern zugeknallt wird. Die so indizierte Fortführung des am 14. Mai bei 6600 begonnenen Teil-Abwärtstrends müsste den Markt dann noch im Verlauf dieser Woche unter die 6000 führen."

Besser reich und gesund als arm und krank!

31.05.2010 09:31
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Dr.Zock wrote:

gefälschte Goldbarren ( mit Irridiumkern.... Lol )

Wolfram. Iridium ist verdammt teuer, weil es auf der Erde nicht vorkommt. (Das wenige, das wir haben, kommt von Meteoriten).

31.05.2010 09:29
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SMI im Mai 2010

Kapitalist wrote:

Ramschpapierhaendler wrote:
Kapitalist wrote:
Davon abgesehen dass Gold ein Metall ist, das relativ nutzlos ist, ausser zur Schmuckherstellung gibt es fast keine Verwendungszwecke.

Genau DAS ist ja einer der vielen VORTEILE von Gold!

Siehst du: auch dein Wissenshorizont ist manchmal sehr begrenzt. Wink

Das ist ja reine Ansichtssache.

Klar! Ich finde das Wetter heute ja auch schön. Lol

31.05.2010 09:29
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Merlin2033 wrote:

Ich lehne grundsätzlich die Begrenzung der Geldmenge durch irgendwas ab, da die Folgen eine Begrenzung z.T. verherende Folgen haben können.

Die Folgen einer unkontrollierten Inflationierung einer Währung sind hingegen durchaus bekannt und ebenso unschön:

Kollaps des Finanzsystems und der Währung wegen des Zinseffektes.

Die derzeitigen Papierwährungen sind ohnehin nicht mehr zu retten. Da kann man nur noch hoffen, dass der Karren möglichst schnell an die Wand gefahren wird.

Bleibt die Hoffnung, dass das nächste System nach dem Reset besser und vor allem gerechter wird.

31.05.2010 09:28
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SMI im Mai 2010

Ramschpapierhaendler wrote:

Kapitalist wrote:
Davon abgesehen dass Gold ein Metall ist, das relativ nutzlos ist, ausser zur Schmuckherstellung gibt es fast keine Verwendungszwecke.

Genau DAS ist ja einer der vielen VORTEILE von Gold!

Siehst du: auch dein Wissenshorizont ist manchmal sehr begrenzt. Wink

Das ist ja reine Ansichtssache.

Besser reich und gesund als arm und krank!

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