SMI im November 2010

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Green Shoot
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SMI im November 2010

Green Shoot wrote:

MarcusFabian wrote:

Offene Fragen: Wie viele Treasuries werden am 3. November ausgegeben? Wie hoch wird QE der FED sein?

Meine Spekulation: Die FED wird QE so hoch ansetzen, um alle nicht verkauften Treasuries am 3. November aufzukaufen.

Goldman Sachs beziffert das Volumen von QE2 auf 2'000 Mrd. USD. Im gleichen Atemzug sind die GS-Analysten der Meinung, dass QE2 bereits eskomptiert ist. Und somit kaum zu steigenden Kursen führen wird.

Ist da was dran?

Von wegen 2'000 Mrd. Da hat sich jemand wohl verkalkuliert bei Goldman.

Lass mich raten, als Strafe gibts nun Boni und Lohnerhöhung.

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

Denne
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SMI im November 2010

Green Shoot wrote:

Von wegen 2'000 Mrd.

Ist doch egal, dann eben nächstes Mal.

MarcusFabian
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SMI im November 2010

plenaspei wrote:

Was wäre dann die Alternative?

Amerika ist ja nicht nur ein hoch verschuldeter Staat, es ist auch das Zuhause vieler der weltweit grössten und kapitalstärksten Firmen.

Was genau verstehst Du unter "kapitalstark"???

Dass sie am meisten der grün bedruckten Papiere besitzen, die laufend an Wert verlieren?

Oder dass sie etwas sinnvolles produzieren, das ihnen die Welt auch abkauft?

plenaspei wrote:

Damit haben sie natürlich ganz andere Möglichkeiten wie zum Beispiel Simbabwe.

Und zwar?

plenaspei wrote:

Viele der chinesischen Produktionsbetriebe arbeiten exklusiv für amerikanische Firmen, wenn bei uns solche Abhängigkeiten eingegangen werden gibt es meist eine Übernahme, was die chinesische Regierung zur Zeit noch unterbindet.

Wobei wir wieder beim Beispiel mit dem Alkoholiker (USA) sind, der sich auf Punp regelmässig in der Stammkneipe (China) vollaufen lässt.

Es besteht eine gegenseitige Abhängigkeit. Ohne Frage.

Aber wer hat die grösseren Überlebenschancen? Der Alki oder die Kneipe?

plenaspei wrote:

Es wäre sicher auch interessant der Anteil der Ware welche im Nahmen amerikanischer Firmen, die chinesische Grenze passieren, zu evaluieren. Würde das Bild der Handelsbilanz in ein anderes Licht setzten.

Nö, würde es nicht: Die Handelsbilanz ist die Differenz zwischen dem was ein Land einkauft und dem was ein Land verkauft. Und wenn ein Land über längere zeit mehr kauft als verkauft, dann bekommt es über kurz oder lang ein Schuldenproblem.

MarcusFabian
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SMI im November 2010

orangebox wrote:

Tja was für ne Schlappe für die Demokraten.Der Messias ist gefallen.

...

Für Banken ein glorreicher Tag oder wie seht ihr das?

Einerseits ein schwarzer Tag, weil Obama ja die Krise vom Proletencowboy Bush übernommen hat (einem Rep) der in 8 Jahren Misswirtschaft die Misere erst angerichtet hat. Clinton (Dem) - vor ihm - hatte ja noch einen Haushaltsüberschuss.

Andererseits aber positiv, weil die Erfahrung zeigt, dass in Zeiten, wo die Opposition die Mehrheit im Kongress hat, verantwortungsvoller mit dem Budget umgegangen wird und das Ergebnis unter dem Strich besser war. So geschehen 5 mal in den letzten 75 Jahren. Oppositionsmehrheit zwingt also offenbar zum Kompromiss.

Ob das in der jetzigen verfahrenen Situation noch etwas bringt ist allerdings zu bezweifeln.

in_God_we_trust wrote:

Langfristiges Rally! Denn die Republikaner werden den Karren wieder aus dem Dreck ziehen!

Wie gesagt, die Reps haben den Karren in den Dreck gefahren. Obamas "Yes we can" hat's wie erwartet nicht gebracht aber zu meinen, die Verursacher der Krise könnten das Problem lösen lässt sich wohl am besten mit Albert Einstein beantworten:

Quote:

«Kein Problem wird durch das Denken gelöst, das es verursacht hat»
MarcusFabian
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SMI im November 2010

orangebox wrote:

Was für eine andere Möglichkeit besteht den ausser diese "Rettungsmassnahmen"Konzepte? Radikal Sparen und alles runterfahren?

Aha, wieder mal einer, der das Eröffnungsposting nicht gelesen hat :roll:

MarcusFabian wrote:

Was mich zum letzten Punkt bringt, der Möglichkeiten der USA, ihre Schulden loszuwerden.

Es gibt da nämlich genau drei Lösungen:

1. Sparen. Mehr einnehmen als man ausgibt und die Differenz zur Schuldentilgung aufwenden. Voraussetzung wäre ein Exportüberschuss der USA. Würden die Amerikaner den Gürtel entsprechend um 20% enger schnallen, könnten die Schulden in etwa 70 Jahren abgetragen sein.

Unrealistisch, ich weiss.

2. Schuldenerlass. Die Amerikaner drängen auf eine einmalige Entwertung der Schulden. Man kann das auch Währungsreform oder Staatsbankrott nennen. Leidtragende währen in erster Linie die ausländischen Besitzer von Dollar-Vermögen. Also die Chinesen, Japaner, aber mit $190 Mrd. auch wir Schweizer.

3. Inflation. Betroffen wäre in erster Linie der amerikanische Bürger mit Sparkapital. Er würde erleben, wie seine Lebensersparnisse durch hohe Teuerung weggefressen werden. In zweiter Linie wären auch hier die Geldgeber der USA aus Punkt 2. betroffen und würden kaufkraftmässig einen Teil ihres Geldes verlieren.

MarcusFabian
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SMI im November 2010

orangebox wrote:

Falsch gesamthaft reden wir von 10 Billionen Lol

"Acht Billionen Dollar im Stimulusprogramm der FED bleiben unveröffentlicht. Die Empfänger wurden nicht bekanntgegeben." (bloomberg.com, 9.12.2009)

Gesamthaft ist die Zahl von 10 B$ auch falsch:

Insgesamt waren es 13.6 B$

MarcusFabian
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SMI im November 2010

Es ist doch immer wieder interessant, welche Fragen mich so als privates PN erreichen, die - so meine ich - generell interessant sind.

Und deshalb beantworte ich solche Fragen auch wiederum generell. Allerdings ohne die Identität des fragenden preiszugeben:

??? wrote:

Konkret geht es um das Gelddrucken der FED.

Habe ich das richtig verstanden, dass die FED (mehr oder weniger) beliebig das Geld drucken kann? Soll heissen, dass sich auf der Welt grundsätzlich nichts (ausser der Menge an Dollars) verändert, wenn die FED Geld druckt?

Hatte das Ganze bis jetzt nämlich so in Erinnerung, dass der zugehörige Staat (=USA) im gleichen Masse Schulden machen müsste, in dem die FED Geld druckt.

Grundsätzlich kann die FED nicht beliebig Geld drucken.

Um Geld drucken zu können, braucht die FED jemanden, der einen Kredit nachfragt. Das ist konkret der Staat oder eine Geschäftsbank.

Beispiel A) Der Staat hat ein Bedürfnis nach Geld (wann nicht?) und gibt Staatsanleihen aus. Wenn die - wie jetzt in den USA - nicht vom Markt gekauft werden, dann springt die FED ein und kauft sie auf. Dies geschieht mit neu gedrucktem Geld.

Das Problem dabei: Da dem neuen Geld nur Schulden und keine produktive Investition gegenüber stehen, wird das Geld, der Dollar entwertet. Denn es gibt ja nun mehr Geld, das einer konstanten Menge an Gütern nachjagt.

Beispiel B) Ein Unternehmen beantragt einen Kredit für eine Investition oder ein Konsument eine Hypothek. Die Geschäftsbank lässt die entsprechende Geldmenge von der Zentralbank drucken und hinterlegt als Gegenleistung den Schuldschein des Unternehmers/Konsumenten. --> Geldschöpfung.

Die FED hat natürlich die Möglichkeit, durch niedrige Zinsen, die Motivation der Banken zu steigern. Schliesslich macht es z.B. für Banken im momentaren Umfeld durchaus Sinn, sich Geld zu 0.1% bei der FED zu leihen und dem Staat für 3.5% weiterzuverleihen.

Würde die FED beispielsweise den Leitzins auf 4% anheben, wäre für Banken kein Gewinn mit Staatsanleihen mehr zu erzielen. Entsprechend würden Staatsanleihen verkauft, der Kurs sinkt, die Renditen steigen ... und zwar so lange, bis die Rendite der Staatsanleihen bei über 4% läge und der Deal für Banken wieder rentabel ist.

??? wrote:

Und inwiefern hat das QE mit der Ausgabe von Treasuries zu tun? Das QE bedeutet doch, dass (angenommen) 500 Mrd. Dollar auf den Markt gespült werden, und zwar indem die FED halt eben 500 Mrd. Dollar druckt und diese dann als Kredite an andere Banken vergibt. Und wenn das so ist: wo verschuldet sich denn der Staat in diesem Prozess?

Ich hatte das schon vor 2 Tagen mit iGwT diskutiert.

A priori bedeuten die 600 Mrd. QE2 wirklich nichts anderes als dass die FED auf eigene Rechnung Geld druckt und dafür Staatsanleihen übernimmt.

Buchungssatz wäre dann Staatsanleihen an Pumpenkohle.

Zusätzlich zu den 600 Mrd. kommen jetzt noch 300 Mrd. an neuen Treasuries hinzu, die der Staat tatsächlich als neue Schuld aufnimmt. Hier monetarisiert die FED also die Staatsschulden. Es erhöht sich somit die Geldmenge und die Staatsschulden. Und da das Geld nicht produktiv eingesetzt wird, heizt das die Inflation an. Das heisst, der Dollar wird sinken.

in_God_we_trust
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SMI im November 2010

MarcusFabian wrote:

Und da das Geld nicht produktiv eingesetzt wird, heizt das die Inflation an. Das heisst, der Dollar wird sinken.

Jein! Das ist schon alles eskomptiert. Der Dollar ist schon lange gesunken und hat sich jetzt auf ein faires Niveau eingependelt. Tempi passati. QE2 sowohl als Midterm Elections sind jetzt gegessen.

Jetzt heisst es vorwärtsschauen! Was kommt als nächstes? Vorerst wohl mal Thanksgiving, Dein Divali, dann Chistmas. Also freuen wir uns auf Truthahn, Goldschmuck und stille Nächte! Ach so, und die Aktien? Die steigen natürlich klammheimlich und ganz nebenbei. Also dann, bis nach Weihnachten!

Oder gibt es doch noch etwas interessantes in nächster Zeit?

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

scaphilo
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SMI im November 2010

MarcusFabian wrote:

orangebox wrote:

Falsch gesamthaft reden wir von 10 Billionen Lol

"Acht Billionen Dollar im Stimulusprogramm der FED bleiben unveröffentlicht. Die Empfänger wurden nicht bekanntgegeben." (bloomberg.com, 9.12.2009)

Gesamthaft ist die Zahl von 10 B$ auch falsch:

Insgesamt waren es 13.6 B$

Wem seine Anleihen kauft die FED eigentlich mit dem neuen QE2.0? Kann ich mich da auch bewerben oder fördert man da nur amerikanische Grossunternehmen?

Karat1
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Jahresendrally! Start schon anfangs November 2010?

Gemäss einem DAX-Chart von diesem Jahr habe ich folgendes festgestellt

11.01. 6041

05.02. 5434

19.02. 5722

26.04. 6332

07.05. 5715

13.05. 6252

25.05. 5670

21.06. 6293

02.07. 5834

14.07. 6210

20.07. 5967

09.08. 6352

26.08. 5913

04.11. 6727

Der DAX hat sich praktisch in einem Zick-Zack-Kurs durch Jahr 2010 geschmuggelt. Ein wahres Fressen für Trader! Für den "normalen" Anleger eher ein Frust. War mal etwas vorwärts gemacht, war es auch gleich wieder weg.

Jetzt, wo die einten, wie z.B. ich, nochmals auf einen Rückschlag warten und die andern bereits an den Beginn der Jahresendrally glauben, scheiden sich die Meinungen. So rein vom Chart her gesehen, wäre es durchaus möglich dass der DAX durchstartet. Die Meldungen mit positiven Aussagen mehren sich und ich glaube, dass viele Anleger noch nicht eingestiegen sind und das nun auch keinen Fall noch verpassen wollen.

Meine Frage!

1.

Ist die Jahresendrally an den Börsen bereits im

Gang?

2.

Mit welchem möglichen Ziel beim DAX oder SMI?

3.

Kommt der Rückschlag doch noch?

Es darf ja nicht ausseracht gelassen werden dass wir z.B. beim DAX gerade ein Jahreshöchst hatten.

Wie lange bleibt die deutsche Wirtschaft, von der ja auch die Schweiz abhängig, ist noch in Fahrt? Die staatlichen Förderprogramme laufen aus? UNd dann!

Stehen die Kursavancen wackligen Beinen?

Es gibt 3 Szenarien! In der Reihenfolge meiner favorisierten Meinung:

1.

DAX wird auf jeden Fall nochmals korrigieren und

dann wieder anziehen. Korrektur noch im November dann wieder moderater Anstieg bis Ende Jahr.

2.

Es gibt kein wirkliches Jahresendrally und der Zick-Zack-Kurs geht weiter.

3.

Es erfolgt eine Korrektur, es gibt keine Jahresendrally und die Stimmung trübt sich ein bis ins Jahr 2011.

Karat

Ramschpapierhaendler
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SMI im November 2010

scaphilo wrote:

Wem seine Anleihen kauft die FED eigentlich mit dem neuen QE2.0? Kann ich mich da auch bewerben oder fördert man da nur amerikanische Grossunternehmen?

Nein, keine Unternehmen. Die FED kauft Staatsanleihen / -Schulden.

Johnny P
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Re: Jahresendrally! Start schon anfangs November 2010?

Karat1 wrote:

Meine Frage!

1.

Ist die Jahresendrally an den Börsen bereits im

Gang?

ja

2.

Mit welchem möglichen Ziel beim DAX oder SMI?

7500

3.

Kommt der Rückschlag doch noch?

nein

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

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SMI im November 2010

die schweiz im oktober in der deflation!? falls ja, dann dürfen wir uns mal auf etwas gefasst machen.....

Führungsqualitäten besitzt, wer es versteht, Prinzipien an bestehenden Umstände anzupassen.

plenaspei
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MarcusFabian wrote:

plenaspei wrote:

Was wäre dann die Alternative?

Amerika ist ja nicht nur ein hoch verschuldeter Staat, es ist auch das Zuhause vieler der weltweit grössten und kapitalstärksten Firmen.

Was genau verstehst Du unter "kapitalstark"???

Dass sie am meisten der grün bedruckten Papiere besitzen, die laufend an Wert verlieren?

Oder dass sie etwas sinnvolles produzieren, das ihnen die Welt auch abkauft?

Ja, auch unter Anderem.

Wenn Du dir eine Liste der grössten Unternehmen der Welt zu Gemüte führst, kommt ein bedeutender Teil aus den USA, diese haben überall auf der Welt ihre Produktions- und Vertriebsbetriebe.

MarcusFabian wrote:

plenaspei wrote:

Damit haben sie natürlich ganz andere Möglichkeiten wie zum Beispiel Simbabwe.

Und zwar?

Amerika ist immer noch die wichtigste Industrienation der Welt, auch wenn amerikanischen Firmen ein Teil der Wertschöpfung im Ausland betrieben.

Durch die Globalisierung ist es schwieriger die Auswirkung der expansiven Geldpolitik zu fokussieren.

Ich bin wirklich gespannt, was sich die USA einfallen lässt um den eigenen Wirtschaftsraum wieder attraktiver zu gestallten.

Tarifäre oder nicht Tarifäre Handelshemmnisse, Währungs-Dumping, Subventionen, arbeitsrechtliche Massnahmen usw.

MarcusFabian wrote:

plenaspei wrote:

Viele der chinesischen Produktionsbetriebe arbeiten exklusiv für amerikanische Firmen, wenn bei uns solche Abhängigkeiten eingegangen werden gibt es meist eine Übernahme, was die chinesische Regierung zurzeit noch unterbindet.

Wobei wir wieder beim Beispiel mit dem Alkoholiker (USA) sind, der sich auf Punp regelmässig in der Stammkneipe (China) vollaufen lässt.

Es besteht eine gegenseitige Abhängigkeit. Ohne Frage.

Aber wer hat die grösseren Überlebenschancen? Der Alki oder die Kneipe?

Solange der Alki zahlungsfähig bleibt, da er wesentlich an der Kneippe beteiligt ist?

Vielleicht muss er die Kneippe schliessen da er sein Investiertes Geld für die Krankenpflege zu Hause braucht.

MarcusFabian wrote:

plenaspei wrote:

Es wäre sicher auch interessant der Anteil der Ware welche im Nahmen amerikanischer Firmen, die chinesische Grenze passieren, zu evaluieren. Würde das Bild der Handelsbilanz in ein anderes Licht setzten.

Nö, würde es nicht: Die Handelsbilanz ist die Differenz zwischen dem was ein Land einkauft und dem was ein Land verkauft. Und wenn ein Land über längere zeit mehr kauft als verkauft, dann bekommt es über kurz oder lang ein Schuldenproblem.

Nein das stimmt nicht, die Handelsbilanz ist die Differenz zwischen dem was eine Volkswirtschaft importiert und exportiert, sie sagt etwas über die Produktivität und den Konsum einer Volkswirtschaft aus.

Wenn also Mattel seine in China produzierten Barbiepuppen direkt nach Deutschland exportiert ist ein grosser Teil der Wertschöpfung bei Amerikanern ohne das es in der amerikanischen Handelbilanz erfasst wird und die Amerikaner haben etwas an Deutsche verkauft.

Die Handelsbilanz der USA sagt natürlich auch aus, dass der eigene Wirtschaftsraum wieder attraktiver gestaltet werden muss, damit die Arbeitslosigkeit bekämpft werden kann.

MarcusFabian
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scaphilo wrote:

Wem seine Anleihen kauft die FED eigentlich mit dem neuen QE2.0? Kann ich mich da auch bewerben oder fördert man da nur amerikanische Grossunternehmen?

Die Anteile von jenen, die die Trs verkaufen wollen. Ich vermute die "Sünder" mal bei China, Japan, Indien etc.

Aber hinter Deiner Frage steckt weit mehr!

Überlegen wir mal, was im Normalfall passieren würde. Wenn also die FED die zu Verkauf stehenden Trs. nicht auf eigene Rechnung aufkauft:

Wenn es mehr Verkäufer als Käufer gibt, sinkt der Preis der Treasuries und deren Renditen steigen.

Wenn aber die Zinsen der Treasuries steigen, dann steigen auch alle anderen Zinsen: Für Company-Bonds, Hypotheken, Kreditkartenschulden, Student-Loans etc.

Die Begründung ist einfach: Wenn die sichersten Bonds der Welt z.B. 4% rentieren, müssen alle unsichereren Bonds etwas mehr rentieren. Z.B. 4.5% bei AAA-Bonds, 5% bei AAB bonds, 7% bei Hypotheken etc.

Wenn also die Zinsen allgemein steigen, würgt das unmittelbar die Wirtschaft ab. Schon jetzt bekommt die Wirtschaft und der Konsument kaum noch Kredite, weil sie sich nicht leisten kann.

Um dies nun zu verhindern, springt die FED als Käufer ein, sobald es mehr Verkäufer als Käufer für Treasuries gibt. Damit kann die FED den Preis der Treasuries künstlich oben und die Zinsen niedrig halten.

Das Risiko bei dieser Aktion besteht nun darin, dass dadurch der Dollar an Wert verliert. Es steigt ja jetzt die Dollarmenge während die Menge der Güter und Dienstleistungen konstant bleibt.

Das Argument, dass die Dollars ohnehin nur im Bankenkreislauf bleiben und nicht auf den Markt geworfen werden, wo sie inflationären Schaden anrichten würden, zieht nun nicht mehr unbedingt.

Warum?

Wir wissen nicht, wer die Treasuries verkauft. Aber wir wissen, dass der dafür Dollars bekommt. Nun interessiert uns als nächstes, was der mit den Dollars macht. Tauscht er sie in Euro, steigt der Euro gegenüber dem Dollar. Kauft er damit Gold, steigt Gold. Vielleicht investiert er die Dollars in seinem Heimatland in Strassenbau und neue Wohnviertel. Dann fliessen diese Dollars entsprechend zu seinen Unternehmen, die die Dollars in Landeswährung umtauschen etc. Dann kommt es zur Teuerung.

Aber vielleicht kauft er auch US-Aktien. Dann steigen die Aktienpreise (sehen wir dieser Tage) und der CPI bleibt niedrig.

QE-Massnahmen stabilisieren den Preis der Treasuries, schwächen aber den Dollar.

Ein schwächerer Dollar aber macht Treasuries für Ausländer uninteressant. Was macht es für einen Europäer für einen Sinn, Trs mit 3.5% Rendite zu kaufen, wenn der Dollar gegenüber dem Euro pro Jahr 5% verliert? Da kauft er doch lieber europäische Staatsanleihen.

Solange der Dollar also schwächelt werden vermehrt Treasuries auf den Markt geworfen, die wiederum höhere QE der FED auslösen müssen, was den Dollar weiter schwächt.

Ein Teufelskreis. Eine Abwärtsspirale des Dollars.

in_God_we_trust
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@MF

Guter Artikel. Heute hat der $ gegenüber der CHF ca. 3 Rappen verloren, Gold ist 3% gestiegen. Also können wir davon ausgehen, dass solange das QE2 Programm läuft, nämlich bis mindestens Juni 2011, die Treasuries tief bleiben werden, der $ auch und die Aktien steigen?

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

kleinerengel
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geldsammler
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..

@MF

mal eine frage : kann man das eigentlich irgendwie berechnen wie hoch der spx stehen sollte wenn diese pumpen kohle von 600 milliarden oder was auch immer im markt platziert sind? oder haut es da während dem ausrechnen einem den sack graduell in die wüste?

Doomsayers негативний вплив моєї середовищі!

Green Shoot
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Der Ölpreis steigt prozentual schneller als der Dow Jones. Zudem sind die 30Y Bonds Zinsen am steigen.

Wir können nur hoffen, dass die QE2 Nebenwirkungen nicht schlimmer ausfallen als die Krankheit selbst.

http://www.nzz.ch/finanzen/webtv/impulse/impulse_november_2010_1.8220985...

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

MarcusFabian
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in_God_we_trust wrote:

Also können wir davon ausgehen, dass solange das QE2 Programm läuft, nämlich bis mindestens Juni 2011, die Treasuries tief bleiben werden, der $ auch und die Aktien steigen?

Teilweise:

Wenn QE wie erwartet läuft, bleiben die Treasuries hoch (d.h. die Zinsen tief), der Dollar fällt weiter und Aktien steigen weiter.

Grösste Gefahr bei QE: Verkaufspanik im Dollar. Somit Bond-Crash und Aktien-Crash.

Green Shoot
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MarcusFabian wrote:

in_God_we_trust wrote:

Also können wir davon ausgehen, dass solange das QE2 Programm läuft, nämlich bis mindestens Juni 2011, die Treasuries tief bleiben werden, der $ auch und die Aktien steigen?

Teilweise:

Wenn QE wie erwartet läuft, bleiben die Treasuries hoch (d.h. die Zinsen tief), der Dollar fällt weiter und Aktien steigen weiter.

Grösste Gefahr bei QE: Verkaufspanik im Dollar. Somit Bond-Crash und Aktien-Crash.

Die Gefahren und Nebeneffekte werden je länger je mehr.

Dollarabhängige und exportierende Länder müssen nun die Währungsschocks absorbieren. Damit macht sich die USA auf jeden Fall keine Freunde.

The Dow Jones industrial average reached its highest point in more than two years, and stocks surged from Tokyo to London. Elsewhere around the world, economic dominoes began to fall: The dollar sank. Oil prices surged. And Asian countries raised fears that their currencies would rise relative to the dollar, making their exports more expensive.

And some fretted about the prospect of financial instability in Asia and other regions. But stock investors, at least, celebrated the Fed's move.

"stock investors" sind eine besonders zappeliges Volk. Auf die sollte man sich lieber nicht verlassen.

http://news.yahoo.com/s/ap/20101104/ap_on_bi_ge/us_federal_reserve_markets

Mal schauen, ob diese überbezahlten Wortbieger richtig gewürfelt haben.

MarcusFabian
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Re: ..

geldsammler wrote:

mal eine frage : kann man das eigentlich irgendwie berechnen wie hoch der spx stehen sollte wenn diese pumpen kohle von 600 milliarden oder was auch immer im markt platziert sind?

Ich wüsste nicht wie: Wieviel von der Kohle wird denn in den Spx fliessen? Wieviel fliesst überhaupt in Aktien? Wieviel Geld bleibt in den USA, wieviel wird in fremden Märkten investiert?

Ich glaube kaum, dass es irgend jemanden gibt, der solche Zahlen kennt.

Onky
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SMI im November 2010

Zewischen den hiobsbotschaften und den Weltundergangsteorien mal etwas anderes:

Den SMI einmal nicht Fundamental und völlen von den Haaren herbei betrachtet:

Wenn man sich den SMI im 10 Jahreschart betrachtet, ist dieser Kriesenverlauf genau gleich wie der letzte abgelaufen. In 4 "groben" punkten sind die Börsenverläufe genau gleich abgelaufen. Somit wären wir jetzt bei dem Punkt, wo der SMI wieder steigt.

Ich wage es mal zu behaupten, dass die 8000 Punkte bis mitte nächstes Jahr erreicht werden.

Natürlich haben die Währungen bei den "Kurszielen" einen einfluss. Aber irgendwie wird ja doch immer alles geregelt.

Das Geld regelt sich selbst, denn die Reichen und die Druckmaschinen leben von ihrem Geld, und würde den Weltuntergang nicht zulassen.

Auch wenn MarcusFabian vielleicht recht hat, bestimmt irgendjemand anderes was passiert, und die schauen schon auf sich selbst.

Auf deutsch gesagt: Ich denke, die Kriese ist überstanden, die Welt gerettet.

Die nächste Kriese wird kommen, und vielleicht wird diese dann MFs wünsche erfüllen. Aber die kommt noch nicht jetzt...Jetzt bestimmen noch die anderen.

sgrauso
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SMI im November 2010

MarcusFabian wrote:

scaphilo wrote:

Wem seine Anleihen kauft die FED eigentlich mit dem neuen QE2.0? Kann ich mich da auch bewerben oder fördert man da nur amerikanische Grossunternehmen?

Die Anteile von jenen, die die Trs verkaufen wollen. Ich vermute die "Sünder" mal bei China, Japan, Indien etc.

Aber hinter Deiner Frage steckt weit mehr!

Überlegen wir mal, was im Normalfall passieren würde. Wenn also die FED die zu Verkauf stehenden Trs. nicht auf eigene Rechnung aufkauft:

Wenn es mehr Verkäufer als Käufer gibt, sinkt der Preis der Treasuries und deren Renditen steigen.

Wenn aber die Zinsen der Treasuries steigen, dann steigen auch alle anderen Zinsen: Für Company-Bonds, Hypotheken, Kreditkartenschulden, Student-Loans etc.

Die Begründung ist einfach: Wenn die sichersten Bonds der Welt z.B. 4% rentieren, müssen alle unsichereren Bonds etwas mehr rentieren. Z.B. 4.5% bei AAA-Bonds, 5% bei AAB bonds, 7% bei Hypotheken etc.

Wenn also die Zinsen allgemein steigen, würgt das unmittelbar die Wirtschaft ab. Schon jetzt bekommt die Wirtschaft und der Konsument kaum noch Kredite, weil sie sich nicht leisten kann.

Um dies nun zu verhindern, springt die FED als Käufer ein, sobald es mehr Verkäufer als Käufer für Treasuries gibt. Damit kann die FED den Preis der Treasuries künstlich oben und die Zinsen niedrig halten.

Das Risiko bei dieser Aktion besteht nun darin, dass dadurch der Dollar an Wert verliert. Es steigt ja jetzt die Dollarmenge während die Menge der Güter und Dienstleistungen konstant bleibt.

Das Argument, dass die Dollars ohnehin nur im Bankenkreislauf bleiben und nicht auf den Markt geworfen werden, wo sie inflationären Schaden anrichten würden, zieht nun nicht mehr unbedingt.

Warum?

Wir wissen nicht, wer die Treasuries verkauft. Aber wir wissen, dass der dafür Dollars bekommt. Nun interessiert uns als nächstes, was der mit den Dollars macht. Tauscht er sie in Euro, steigt der Euro gegenüber dem Dollar. Kauft er damit Gold, steigt Gold. Vielleicht investiert er die Dollars in seinem Heimatland in Strassenbau und neue Wohnviertel. Dann fliessen diese Dollars entsprechend zu seinen Unternehmen, die die Dollars in Landeswährung umtauschen etc. Dann kommt es zur Teuerung.

Aber vielleicht kauft er auch US-Aktien. Dann steigen die Aktienpreise (sehen wir dieser Tage) und der CPI bleibt niedrig.

QE-Massnahmen stabilisieren den Preis der Treasuries, schwächen aber den Dollar.

Ein schwächerer Dollar aber macht Treasuries für Ausländer uninteressant. Was macht es für einen Europäer für einen Sinn, Trs mit 3.5% Rendite zu kaufen, wenn der Dollar gegenüber dem Euro pro Jahr 5% verliert? Da kauft er doch lieber europäische Staatsanleihen.

Solange der Dollar also schwächelt werden vermehrt Treasuries auf den Markt geworfen, die wiederum höhere QE der FED auslösen müssen, was den Dollar weiter schwächt.

Ein Teufelskreis. Eine Abwärtsspirale des Dollars.

Interessant MF aber Japan macht da Spiel seit Jahren und der Yen bleibt hart. Das wundert mich! :shock:

 


 


 


Geld macht nicht glücklich, besonders wenn es wenig ist....


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Popeye.
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SMI im November 2010

Onky wrote:

Zewischen den hiobsbotschaften und den Weltundergangsteorien mal etwas anderes:

Den SMI einmal nicht Fundamental und völlen von den Haaren herbei betrachtet:

Wenn man sich den SMI im 10 Jahreschart betrachtet, ist dieser Kriesenverlauf genau gleich wie der letzte abgelaufen. In 4 "groben" punkten sind die Börsenverläufe genau gleich abgelaufen. Somit wären wir jetzt bei dem Punkt, wo der SMI wieder steigt.

Ich wage es mal zu behaupten, dass die 8000 Punkte bis mitte nächstes Jahr erreicht werden.

Natürlich haben die Währungen bei den "Kurszielen" einen einfluss. Aber irgendwie wird ja doch immer alles geregelt.

Das Geld regelt sich selbst, denn die Reichen und die Druckmaschinen leben von ihrem Geld, und würde den Weltuntergang nicht zulassen.

Auch wenn MarcusFabian vielleicht recht hat, bestimmt irgendjemand anderes was passiert, und die schauen schon auf sich selbst.

Auf deutsch gesagt: Ich denke, die Kriese ist überstanden, die Welt gerettet.

Die nächste Kriese wird kommen, und vielleicht wird diese dann MFs wünsche erfüllen. Aber die kommt noch nicht jetzt...Jetzt bestimmen noch die anderen.

Also bist Du ein Anhänger der "es-ist-wie-der-Crash-2001"-Fraktion?

In dem Fall solltest Du dir mal diesen Beitrag zu Gemüte führen:http://www.system22.de/Marktkommentar2010_10_30.pdf (Titel: "Nein, nein und nochmals nein!"). :roll:

"Jeder der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer weitergehen kann, ist entweder verrückt oder ein Wirtschaftswissenschaftler." -- Kenneth Boulding

Sallatunturi
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SMI im November 2010

MF

Quote:

Wir wissen nicht, wer die Treasuries verkauft

Das Q2 Paket reicht gerade mal um das Budgetdefit bis Mitte nächstes Jahr (ca 700/800Mia)zu finanzieren.

d.h. wenn wirklich Treas von Drittparteien auf den Markt kommen und/oder Treas fällig werden dann wird es interessant, denn dafür müssen neue Käufer gefunden werden (nehme an dass dann Timmyboy eine Reise nach China plant Wink )

MarcusFabian
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SMI im November 2010

Onky wrote:

Das Geld regelt sich selbst, denn die Reichen und die Druckmaschinen leben von ihrem Geld, und würde den Weltuntergang nicht zulassen.

Warum schreiben Bullen eigentlich immer vom Weltuntergang???

Du bist zu viel zu melodramatisch. Komm mal mit Deinen Emotionen runter.

Ein Bond-Crash ist kein Weltuntergang.

Ein Aktien-Crash ist kein Weltuntergang.

Ein Rohstoff-Crass ist kein Weltuntergang.

Eine Währungsreform ist kein Weltuntergang.

Eine Hyperinflation ist kein Weltuntergang.

Dennoch, macht es - meiner Meinung nach - Sinn, sich auf diese Szenarien vorzubereiten, sofern sie eine gewisse Eintrittswahrscheinlichkeit haben.

Wer das nicht tut, ist danach selber schuld.

MarcusFabian
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SMI im November 2010

sgrauso wrote:

Interessant MF aber Japan macht da Spiel seit Jahren und der Yen bleibt hart. Das wundert mich! :shock:

Es gibt viele Parallelen zw. Japan in den 1990ern und den USA heute.

Aber auch viel, das anders ist:

* Japan ist eine Exportnation. USA eine Importnation.

* Billige Yen wurden von den japanischen Banken aufgenommen und im Euro- oder Dollarraum investiert. Beide Räume haben in den 1990er Jahren ja geboomt. Das heisst, dass die von der BoJ gedruckten Yen nicht am Bestimmungsort Japanische Wirtschaft angekommen sondern ins Ausland geflossen sind.

Das ist derzeit nicht mehr so leicht möglich, denn die Krise hat die ganze Welt erfasst und es ist ungleich schwieriger, lukrative Märkte auszumachen. Deshalb fliesst auch vergleichsweise viel Kapital in sog. Schwellenländer.

* Japan investiert mehr Geld in friedliche Wirtschaft, die USA einen grossen Teil in Kriegsindustrie.

* Japaner sind und waren schon immer sparsam. Die Amerikaner sind es nicht mehr.

* Japaner landeten bei Eintritt der Deflation in einem Kissen aus Ersparnissen. Die Amerikaner auf dem Beton der Schulden.

MarcusFabian
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SMI im November 2010

Sallatunturi wrote:

Das Q2 Paket reicht gerade mal um das Budgetdefit bis Mitte nächstes Jahr (ca 700/800Mia)zu finanzieren.

d.h. wenn wirklich Treas von Drittparteien auf den Markt kommen und/oder Treas fällig werden dann wird es interessant, denn dafür müssen neue Käufer gefunden werden

Nein. Neue Käufer für Treasuries müssen nicht gefunden werden. Die wurden bereits gefunden. Und zwar in der FED Biggrin

weico
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SMI im November 2010

Da in den Medien/Foren usw. wiedermal das tolle Wort vom "Gelddrucken" in aller ("Experten") Munde ist und die grosse Mehrheit wohl absolut keine Ahnung hat wie die FED überhaupt vorgeht,sollte zur Info doch mal ihre Seite besuchet werden:

http://www.newyorkfed.org/markets/lttreas_faq.html

http://www.newyorkfed.org/markets/opolicy/operating_policy_101103.html

Ben wird sicherlich nicht so naiv sein (wie viele ihm unterstellen..) und denken, dass die Kohle nun direkt der Wirtschaft zufliesst.

Der Druck der nun aber auf die Schwellenländer entsteht,könnte (betonung auf könnte..) aber indirekt durchaus etwas bewirken.

Stiglitz hat es einwenig angedeutet:

"Sie könnte freilich auf zwei Weisen helfen. Erstens als Bestandteil der US-Strategie der wettbewerbsorientierten Abwertung. Offiziell redet Amerika noch immer vom Wert eines starken Dollars, doch die Senkung der Zinsen schwächt den Wechselkurs. Ob man dies als Währungsmanipulation oder als zufälliges Nebenprodukt niedrigerer Zinsen betrachtet, ist ohne Belang; Tatsache ist, dass ein aus niedrigeren Zinsen resultierender schwächerer Dollar den USA einen kleinen Wettbewerbsvorteil im Handel bietet.

Und da die Anleger außerhalb der USA nach höheren Renditen suchen, treibt die Flucht aus dem Dollar zugleich die Wechselkurse in den Schwellenmärkten weltweit in die Höhe. Die Schwellenmärkte wissen dies und sind verärgert (Brasilien hat seine Besorgnis in vehementer Form zum Ausdruck gebracht) –nicht nur, weil ihre Währungen an Wert gewinnen, sondern auch, weil der Zustrom von Geld das Risiko erhöht, dass es zu Blasen bei den Anlagewerten kommt oder eine Inflation ausgelöst wird."

http://www.project-syndicate.org/commentary/stiglitz130/German

Im ganzen schlicht ein Experiment,da die FED ja die Reaktion des Gegenpart/Marktes nicht wirklich voraussehen sondern schlicht nur vermuten kann.

..wie Garfield immer zu sagen pflegte:

"Wenn Du sie nicht überzeugen kannst, verwirre sie!" Lol

weico

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