SMI im November 2011

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MarcusFabian
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SMI im November 2011

Zunächst wie immer der Rückblick auf den Oktober.

Damals schrieb ich in Antizipation eines QE3 der FED:


 

MarcusFabian wrote:

Absinken der Aktienmärkte auf das Tief August oder darunter. Danach überraschendes QE3 der FED mit entsprechender Trendwende, die den Dow vielleicht 500, den SMI 300 Punkte nach oben treibt.

Danach das übliche Spiel der bisherigen QE: Top-Bildung, wenn die Pumpenkohle der FED verbraucht ist.

Entsprechend für Währungen: QE3 löst eine Verkaufswelle von Dollars aus und entsprechend steigen Euro, Franken, Gold.



Daraus leite ich folgende konkrete Empfehlungen ab:

Aktien: Im Moment shorten. Aber immer mit Blick auf die FED. Und wenn sich zeigt, dass Ben QE3 ankündigt, volle Kanne kaufen.





Nun, QE3 der FED kam nicht. Diesmal kam QE aus Europa. Aber dazu später mehr.



Der SMI hat wie angenommen das 50% Retracement um 5700 nach oben durchbrochen. Der Kurs ist bis zum 61.8% Retracement bei 5871 gelaufen und dort technisch korrekt abgeprallt.

Die untere Marke des nach aufwärts gerichteten Trendkanals bei 5648 wurde im Oktober von den Bullen erfolgreich verteidigt.

Im Moment befindet sich der SMI charttechnisch im Niemandsland:

Aus bärischer Sicht sollte die Bärenmarktrally gelaufen sein. Mit dem Abprallen am 61.8er Retracement bei 5871 dürfte sie beendet sein und die Kurse sollten jetzt wieder sinken.

Aus bullischer Sicht ist ebenfalls diese Marke von 5871 von Interesse: Sollte sie nach oben durchbrochen werden, stehen weitere steigende Kurse an.

Das bedeutet für Bären: Short mit Stop-Loss um 5871.

Für Bullen: Am besten auf den Durchbruch bei 5871 warten. Für die mutigen oder jene, die bereits investiert sind: Einsteigen, drin bleiben aber mit Stop-Loss um 5647.











Damit ist der SMI aus meiner Sicht abgehandelt. Ich möchte mich in dieser Monatseröffnung drei Themen widmen:

Schwerpunkt: Die diversen Rettungsschirme der Euro-Zone.

Des weiteren möchte ich kurz auf unsere letzte Woche gelaufene Diskussion über Währungsreform und Goldverbot eingehen und das dritte Thema ist Occupy Wallstreet.



Beginnen wir mit der



Buchstabensuppe der diversen QE-Massnahmen in Europa:

Da gibt es im wesentlichen drei: ESM, EFSF und ELA

Aber keine Angst, ich halte mich kurz Wink





ESM: Europäischen Stabilisierungsmechanismus

Landläufig auch bekannt als Rettungsschirm, wobei noch nicht klar ist, ob es sich dabei um einen Regenschirm oder einen Fallschirm handelt.

Der ESM ist eine Schuldenunion. Sozusagen "Die vereinigten Schulden von Europa".

An Hand eines Phantasiebeispieles erklärt: Deutschland zahlt für seine Staatsanleihen 3%. Griechenland 16%.



Wenn nun Griechenland Geld braucht (und das tut es und nicht zu knapp!), sich aber 16% nicht leisten kann, nimmt Deutschland dieses Geld für Griechenland auf und verleiht es für vielleicht 4% oder 5% Zins an Griechenland weiter.



Gegenüber dem Gläubiger haftet nun Deutschland für die Schuld der Griechen.



Das perfide am ESM ist, dass er juristisch immun ist und über seine Transaktionen keine Rechenschaft ablegen muss. Hier wird die Demokratie also ausgehebelt. Siehe hierzu:

http://www.youtube.com/watch?v=8kmcloVZu1o



EFSF: European Financial Stability Facility

(Wer solche Ausdrücke erfindet, sollte standrechtlich erschossen werden! Blum 3 )

Der EFSF ist wurde am 26. Oktober mit €440 Mrd. bewilligt. Es soll ein Hebel von 4 zur Anwendung kommen.

Hä?

Was bedeutet das konkret?



Nun, der Ausdruck "Hebel" ist verwirrend, weil damit kein Hebel gemeint ist, wie wir ihn von Derivaten kennen.



Am besten erklärt man das an einem Beispiel:



Angenommen, Griechenland benötigt €1000 als Kredit.

China hat €1000 rumliegen und wäre bereit, den Kredit zu übernehmen.

"Hebel 4" bedeutet nun, dass der EFSF von diesen €1000 einen Viertel garantiert. Also €250.



Das bedeutet aus Sicht der Chinesen: Geht Griechenland Pleite, kann es nicht die ganzen €1000 verlieren sondern nur 3/4 davon also €750, weil der EFSF einen Viertel garantiert.



Aus Sicht Europas: Mit den €440 Mrd. im Fonds können bis maximal 4*440=1'760 Mrd. an Krediten gedeckt werden.



Ob sich die Chinesen oder andere potentielle Kreditgeber mit dieser 25%-Deckung zufrieden geben werden, ist im Moment noch ungewiss und auch zweifelhaft!





ELA: Emergency Liquidity Assistance

Ist das unbekannteste, geheimste und meiner unmassgeblichen Meinung nach das heisseste aller Eisen!



Per Definition geht es darum, dass eine Bank, die einen Liquiditätsengpass hat und somit unter enormem Druck steht, kurzfristig und unbürokratisch von der EZB Liquidität bekommt.

So weit so gut: Kann sich einer von euch vorstellen, dass das vielleicht auf die eine oder andere griechische Bank zutreffen könnte?

Ja?

Richtig geraten! Kein Wunder, nachdem wir ja wissen, dass viele reiche Griechen ihr Geld bei griechischen Banken abheben, um es in der Schweiz, Deutschland oder Österreich zu parkieren.

Wie viele ELA-Milliarden deswegen ausserplanmässig bereits an griechische Banken geflossen sind, wissen wir nicht, denn das wird absichtlich geheim gehalten. Schliesslich will man vermeiden, dass bekannt wird, dass eine Bank ELA in Anspruch genommen hat. Denn das würde zu Panik bei deren Kunden führen, die würden erst recht ihr Geld dort abheben und somit müsste weiteres ELA ausgeschüttet werden.

Siehe auch: http://www.rottmeyer.de/die-lizenz-zum-geld-drucken-ela/





-----



Fazit: Die diversen europäischen Rettungsschirme lösen kein Problem.

Das Problem ist z.B., dass die Griechen oder Italiener mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Und das erhöht die Schulden. Das schleckt keine Geiss weg!

Bestehende Schulden mit neuen Schulden und günstigen Zinsen aufzustocken, verlängert das Leiden, löst aber das Problem nicht. Die Spekulation der europäischen Politiker (zumindest das, was sie offiziell verlautbaren lassen) geht in die Richtung: "Wir müssen dem Land xy Zeit geben, um seine Wirtschaft zu sanieren und seine Schulden in den Griff zu kriegen. Wenn das gelungen ist, kann es durch seine Mehreinnahmen die Schulden zurückzahlen."



Das klingt in der Theorie überzeugend. Das Problem: Ein Land kann nur einen Handelsüberschuss erzielen, wenn es irgendwo ein Land gibt, das ein Handelsdefizit erzielt. Beispiel China <-> USA.

Die EU als Ganzes hat eine neutrale Handelsbilanz gegen aussen. Das heisst, dass im wesentlichen Handelsdefizite und -überschüsse innerhalb der EU generiert werden. Somit gehen z.B. die Überschüsse Deutschlands zu Lasten von Italien und Spanien. Wie soll also Italien zu Überschüssen kommen, wenn die ganze Welt am Sparen ist?



Wie dem auch sei: Die neuen QE-Programme Europas spülen Geld in die Banken, was sich kurzfristig positiv auf die Aktienpreise auswirkt, wie wir die letzten Tage beobachten konnten. Wie lange dies vorhält, wissen wir noch nicht. Jeder Depp - Politiker ausgenommen - weiss, dass diese Geldspritzen in Billionen-Euro-Höhe keine Lösung darstellen für Länder, die kein funktionierendes Business Modell haben. Aber nach dem Motto "die Hoffnung stirbt zuletzt" wird alles auf Kosten der Steuerzahler ausprobiert.





Diskussion um Goldverbot

Ich fasse mal die Diskussion zu Währungsreform, Goldverbot etc. der letzten Woche zusammen:



// Ironie On



Interessant ist, dass die Verschwörungstheorie "Goldverbot" aus Ecke jener Goldhasser kommt, die ja bereits brillianter Weise erkannt haben, dass Gold ein absolut archaisches, sinnloses und eigentlich wertloses Metall ist, das man nicht essen kann und das auch keine Zinsen zahlt und es somit eines Zustandes hochgradiger Idiotie bedarf, diesen Mist überhaupt zu kaufen!

Nichts desto trotz unterstellen genau jene Anti-Gold-Gurus den verehrten, vertrauenswürdigen, hochgelobten und in allen Lebenslagen hochkompetenten Politikern, das Eigentumsrecht (eines der Grundrechte im Kapitalismus) zu brechen, um den Besitz ausgerechnet dieses sinnlose Metalles zu verbieten.

Das macht für mich irgendwie keinen Sinn: Warum sollte man etwas verbieten, das doch so offensichtlich sinnlos ist???



//Ironie Off



Die grösste Gefahr für die nächsten Jahre ist ein Kollaps unsers Geldsystems. Sprich, dass Vermögen von oben nach unten umverteilt wird (das wäre die beste Variante) oder aber das das Geldsystem wieder mal einen Reset erlebt und Geld entwertet wird.



Um das zu verdeutlichen, versuche ich mal, das in einen überschaubaren Vergleich zu packen:



Stellt euch vor, 4 Männer versuchen eine auf der Spitze stehende Pyramide im Gleichgewicht zu halten: Wenn wir mal davon ausgehen, dass die Jungs Stehvermögen haben, nicht schlafen und nicht müde werden (oder abgelöst werden), sind es zwei Faktoren, die bestimmen, ob, wie lange und unter welchen Umständen die Pyramide gehalten werden kann.

Der eine Faktor ist die Kraft der Männer, die ich mal mit etwas über 100kg oder 1000 Newton veranschlage.

Der andere Faktor ist das Gewicht der Pyramide. Ist sie aus Styropor und wiegt 100kg, dann werden die 4 Männer diese Pyramide unendlich lange halten können.

Auch die auf dem Kopf stehende Cheops-Pyramide mit 5.75 Mio Tonnen könnte theoretisch von den 4 Männern gehalten werden, sofern sie perfekt austariert, keinem Windstoss ausgesetzt ist und kein Vogel draufkackt.



In meinem Beispiel entspricht die Kraft der Männer dem Eigenkapital der Banken und das Gewicht der Pyramide dem Volumen der ausstehenden Derivate.



Des Rätsels Lösung lautet: Die 4 Männer haben eine Pyramide von 10 Tonnen Gewicht im Gleichgewicht zu halten.

(6 Billionen EK der Banken (Quelle: http://brandirectory.com/league_tables/table/banking_500_2011/index.php?page=1)

vs. 600 Billionen Derivate = Faktor 100. 100k Kraft eines Mannes * 100 = 10'000 kg)



Das ist wie gesagt machbar, solange der Wind nicht bläst. Und auch dann können wir noch nicht genau bestimmen, ab welcher Windstärke einer der Männer einbrechen wird. Wir können Abschätzen, dass die Windstärke irgend wann erreicht wird. Aber wann genau? Morgen? In 10 Jahren?



Um beim Vergleich mit der Schuldenlast zu bleiben, wissen wir, dass regelmässig neues Material auf die Pyramide draufgeladen wird. Wir wissen auch, dass die Gewichtszunahme immer schneller - exponentiell - verläuft. Je schwerer die Pyramide, desto geringer der notwendige Wind, um sie zu Fall zu bringen. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis unsere Pyramide, unser Geldsystem umfällt. Wir wissen nicht, wann es genau passiert aber wir wissen, dass es passieren wird.





Gegen einen Kollaps des Geldsystems kann man sich schützen, indem man möglichst wenig Geldvermögen hat und umschichtet in Sachwerte.

Konkret sind das drei Beine:



Immobilien, Aktien, Edelmetalle.



Mit Geldvermögen meine ich Bargeld, Giroguthaben, Festgelder, Obligationen, Lebensversicherungen und Pensionskassen.



Bei Immobilien kann man keine allgemeinen Tipps abgeben. Es kommt auf die Lage des Objektes an, selbst bewohnt oder als Mietobjekt, Eigenkapital ... etc.

Immobilienbesitzer müssen sich bewusst sein, dass nach Resets sehr oft die Staaten gezielt die Immobilienbesitzer abgreifen, um Steuereinnahmen zu generieren. Aber ansonsten sind Immobilien ein sehr guter Inflationsschutz.



Bei Aktien sollte man unbedingt auf gute Dividendentitel Wert legen. Auf Firmen setzen, die auch eine allfällige Finanzkrise 2 überstehen werden. Darunter gehören sicher die Versorger (Lebensmittel, Pharma, Energie, Rohstoffe).

Strong Finger weg von FIRE-Aktien (Finance, Insurance, Real-Estate), denn die dürften bei einer Finanzkrise 2 ganz gewaltig unter Druck kommen.

Sollte es zu einer Finanzkrise 2 kommen - und die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch - werden Aktien wie 2008/09 massiv im Preis einbrechen. Wer sich dessen bewusst ist und dennoch Aktien halten will, kann sie über Put-Optionen absichern.



Bei Edelmetallen ist wichtig, dass man physisches Metall kauft und nicht Papiere (ETF's, Optionen, Metallkonto).

Edelmetalle liefern keine Zinsen oder Dividenden, bieten aber einen besseren Inflationsschutz als Aktien und Immobilien, da sie in einem Umfeld steigender Inflation im Preis stärker steigen als die Teuerung. Da im Moment die Zinsen/Dividenden ohnehin verschwindend gering sind, setze ich mehr auf Edelmetalle als auf Aktien.



Renditeüberlegungen sollten aber heutzutage gar nicht im Vordergrund stehen. Es muss rein darum gehen, sein Vermögen möglichst sicher über durch die Krise zu bringen.



Unter dem Strich bedeutet das also, sich möglichst unabhängig von Banken zu machen. Also zum Beispiel keine Wertpapiere zu halten, die im Falle eines Banken-Konkurses wertlos werden könnten. Bankkonten gehören genau so in diese Kategorie wie ETF's oder andere Papiere, die "Versprechen" von Banken darstellen.



Wer Bank-Aktien hält, muss sich bewusst sein, dass Risiko und Rendite eineiige Zwillinge sind. Banken haben in den letzten 20 Jahren (bis 2007) sehr gute Gewinne gemacht, sind aber ein entsprechend hohes Risiko gefahren.

Kommt es zu einer zweiten Finanzkrise, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Die Bank überlebt. Dann wird sie sich nach der Krise seriöser aufstellen müssen. Den Eigenkapitalanteil nach oben, den Risiko-Hebel nach unten fahren. Aktionäre erhalten dann sicherere aber weniger Dividende. Entsprechend dürfte der Preis der Aktie sinken.

2. Die Bank überlebt nicht, dann ist die Aktie für den Aktionär ohnehin ein Totalverlust.





Occupy WallStreet (OWS)

OWS wird in den Massenmedien durchgängig ignoriert.

Und wenn nicht, dann wird die Bewegung entweder lächerlich gemacht oder mit - je nach Gusto - kommunistischen, sozialistischen oder faschistischen negativen Stereotypen belegt.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass OWS sehr schnell wächst und sich mittlerweile innert zweier Monate auf knapp 2400 Städte (s. http://www.meetup.com/occupytogether/) ausgebeitet hat.

Weiterhin ist interessant, dass Barack Obama wie auch Hillary Clinton die Idee von OWS voll unterstützen, wie man in folgendem Video nachvollziehen kann: http://www.youtube.com/watch?v=zjfhOPCPJnE

Zugegeben: Obama und Hillary beziehen sich in ihren im Video zitierten Reden auf Ägypten, Libyen, Syrien oder Iran. Aber - hey - warum sollen Bürgerrechte und Freiheiten, die aus amerikanischer Sicht für diese Länder gelten, nicht auch für die Bürger der USA gelten?



Um was es bei OWS geht und was die konkreten Ziele sind, ist noch nicht klar. Ist OWS ein Wendepunkt in der Politik oder einfach nur Woodstock ohne Musik?

Was sich bisher herauskristallisiert ist, dass es ein bunt gemischter Haufen jener 99% der Bevölkerung ist, die die Nase voll hat von Banken-Bailouts und Banker-Boni auf Kosten der Steuerzahler, die als Gegenleistung ihr Haus und ihren Job verlieren.

Was OWS will oder nicht will, ist selbst den Aktivisten von OWS noch nicht klar. Ich habe vor 3 Wochen im damals neu eröffneten Forum von OWS meine Fragen und Bedenken gepostet: http://www.themultitude.org/forum/viewtopic.php?f=4&t=5. Die Antworten sind sehr aufschlussreich.

Wer sich weiter für das Thema interessiert: Hier im Forum führt Ramon Lull den folgenden empfehlenswerten Thread: http://classic.cash.ch/node/5019



Einer der Slogans der Demonstranten von OWS auf der Strasse lautet: "This is what democracy looks like".

Und ja, wenn die Bürger auf die Strasse gehen, um ihrem Unmut gegen die Politik und Staatsmacht Ausdruck zu verleihen, dann ist das wohl die direkteste Form der Demokratie. Höchstens noch vergleichbar mit dem Bajonett-in-die-Höhe halten auf dem Marktplatz von Herisau, AR. Wink



Happy Trades



Marcus

 

MarcusFabian
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SMI im November 2011

Damit es nicht verloren geht, rette ich hiermit eines der besten Oktober-Postings in den neuen Thread:

Meveric wrote:

Nach dem Test von 4'800 Punkten im August hat sich der SMI um fast 20% erholt. Ist das nachhaltig? Steigt der SMI weiter?

Fundamental spricht eigentlich nicht viel dafür. Eurokrise, Fr. an den Euro gekoppelt, Gadaffi erledigt Oel kann jetzt gestohlen werden, immer noch (noch sehr lange) sehr grosse Probleme in Fokushima, Italien, Spanien und andere Länder wollen selbst Zeit gewinnen um von der Schuldenproblematik abzulenken und den USA und dem Dollar geht es immer noch gleich schlecht wie vor der Krise, gefälschte Statistiken sollen dies beschönigen. Dann gibt es noch die Erdbeben in der Türkey, die Überschwemmungen in Thailand und Italien und und und.... Viele Länder sind im Moment mit sich selbst beschäftigt, auch die Schweiz sucht einen neuen Standpunkt in Europa, denn der Alte gibt es nicht mehr.

So wie sich die Börsen im Moment bewegen, hat das nicht viel mit Realität sondern mit technischen Reaktionen zu tun. Diese kann man aber gut ausnutzen.

Hierfür, wie schon so oft erwähnt, schaue ich immer wieder auf die COT Daten.

Schön sehen wir da, dass die Coms ihre Positionen bis Ende September kontinuirlich aufgebaut haben und so den Markt vor einem noch heftigeren Fall geschützt und dann für eine kleine Rally bis heute unterstützt haben, da die jeweils eine Woche hinter uns liegen, kann man sich ja ausmalen, wie der Stand in etwa heute aussehen wird. Börse weiter gestiegen, COMS weitere Positionen abgebaut.

Da die Börse und Spekulation ja nicht nur von Tagesnachrichten getrieben werden, fragt man sich, von was denn zur Zeit.

Ich denke, dass uns da ein grossteil die Währungen selbst eine Antwort geben können.

Denn schaut man sich mal an, wo das Geld der Grossen Anleger zur Zeit steckt, kann man schöne Parallelen zu den jeweiligen Börsen in diesen Ländern feststellen. Denn der normale Spekulant kann ja schlecht am Postomat 100'000 Euros holen und diese dann in USD, später in Franken tauschen. So bleibt ihm nicht viel anderes übrig, als in die Börsen der jeweiligen Währung zu investieren um vielleicht auch am Währungsgewinn einen Erfolg zu haben.

Dies auch der Grund, warum der DAX in letzter Zeit so abgegangen ist.

Schaut man sich die Positionen Euro in Dollar an, kann ich daraus schliessen, dass der Euro gegenüber dem Dollar noch einen Zacken zulegen könnte.

Anders schaut es mit dem USD Index selbst aus. Der Dollar signalisiert mir eine Schwäche. Positionen wurden abgebaut, der Dollar war kurzzeitig im September gestiegen und hat auch da zu einer grösseren Rally bei den Ami Börsen geführt.

Aber was nun? Euro gegen den Dollar rauf? Dollar runter? Was macht der CHF nun in dieser Zeit und wie widerspiegelt sich dass am Schluss im SMI wieder?

Wenn man bedenkt, was der Dollar und Euro bis jetzt an Wert eingebüsst haben, dann stehen die Börsen in Deutschland und in den USA nicht viel höher als noch gleich nach dem Crash im Jahr 2009. (Firmen würden jetzt sagen, Währungsbereinigt) Wink

Schaut man den SMI an, dann kann man sagen, der Kerl hat sich in dieser schwierigen Zeit gut gehalten, kam aber nicht annähernd wie der DAX und der DJ an seine alten Höchststände heran.

Wie gehts nun weiter. Nachdem die SNB nun sozusagen unseren Nationalstolz an eine untergehende Währung gekoppelt haben und wir vermutlich unsere Geldmenge, wie nun die EU-Staaten und die USA immer mehr ausweiten oder mit anderen Tricks schwächen werden, können das Ende vermutlich nur wenige abschätzen.

Das Vertrauen in Aktien und Anlagen aller Art, ausser Cash, Häuser und Rohstoffe ist im Moment also gering. Ein Bullenmarkt wie von 2001 bis 2008 wird es in den nächsten paar Tagen und Wochen so nicht geben.

Hinzu kommen noch viele enttäuschende Geschäftsergebnisse der 3. Quartale die auch nicht sonderlich zu einer besseren Stimmung beitragen.

Die positiven Reaktionen über den Rettungsschirm, sind schon wieder am verpuffen und die ersten kriegen schon wieder kalte Füsse.

Wenn wir uns seitwärts bewegen werden, wäre das schon positiv. Wenn die Börsen noch ein paar Prozente zulegen schon sehr positiv und wenn Sie weiter fallen werden, nur verständlich.

Denn für eine Hausse braucht es ja bekanntlich die drei Faktoren:

-Geld (Tiefe Zinsen bei Banken zwingen Anleger zu anderen Anlagen, z.B. Aktien. Dazu werden von den Zentralbanken noch viele neue Nötchen gedruckt die angelegt werden müssen. Das Vertrauen in die Währungen ist auch wichtig)

-Frieden (Nicht nur keine Kriege, sondern auch politisches Gleichgewicht, Vertrauen in die Führung)

-Gute Stimmung (nicht nur weil der Kari im Büro mit einem Fürzchen die Stimmung aufheiterte, nein wenn die Wirtschaft boomt, es den Leuten gut geht, dann sind alle Glücklich, auch die Börsen)

Jetzt kann jeder selbst entscheiden welche Faktoren da positiv sind. Ausser, dass die Geldmengen ausgeweitet werden und die Börsenkurse antreibt, gibt es nicht viele weitere positive Faktoren. Viele Leute sind am streiken, verlieren das Vertrauen in die Regierungen und und und....

Wir bleiben also weiter gespannt wie der Verlauf der Zeit die Börse beeinflussen wird. Ich denke, in nächster Zeit eher nicht positiv. Sehe ein prozentual höherer Anstieg des DAX gegenüber dem SMI, da der EURO noch ein wenig aufzuholen hat.

Die US Börsen sehe ich eher wieder schwächer, wegen dem zu schwächelnden drohenden USD.

Der SMI hat eigentlich keine Wahl, als dem Spiel der beiden Grossen Währungen zu folgen, jedoch mit weniger extremen Kursausschlägen in beide Richtungen.

Global gesehen ist und war der SMI eigentlich nichts weiteres als der Yacht-Hafen der Supperreichen. Wo Ihre Währungen in schlimmen Zeiten auch noch Schutz fanden.... Da wir aber jetzt am Euro hangen, ist dieser Schutz jetzt eigentlich auch weg.

Ich bin gespannt wie es weiter geht.[/img]

Meveric
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SMI im November 2011

@MF

Vielen Dank für Dein super Eröffnungs-Posting und die Rettung meines Beitrages Biggrin

Carpe Diem
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SMI im November 2011

Wie immer sehr interessante Lektüre zum Beginn des neuen Monats - besten Dank, MF!

Seimen AG
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SMI im November 2011

@ MF

@Meveric

Danke für die super Beiträge

Gruss Seimen

John Doe
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SMI im November 2011

Da ich mich an die Foren Regeln halte „Komplimente gehören ebenfalls in eine PN.“ ich hoffe man versteht den Wink, bedanke ich mich einfach, für den Beitrag!

Es fiel mir schwer ein Haar in der Suppe, respektive in deinem Beitrag zu finden, ich gab mir aber Mühe. :twisted:

Folgendes fällt mir spontan zu deinem Bericht ein.

„Gestern standen wir kurz vor dem Abgrund, heute sind wir schon einen grossen Schritt weiter.“

MF. schreibt: „Da im Moment die Zinsen/Dividenden ohnehin verschwindend gering sind, setze ich mehr auf Edelmetalle als auf Aktien.“

Meiner Meinung nach sind die Dividenden bei Aktien gar nicht sooo schlecht.

Aktuell: Nestle 3,6%, Novartis 4,4%, Roche 4,5%, Zürich über 8% usw. :idea:

stones.
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SMI im November 2011

Danke für Deine ausführlichen Aussichten. Du schreibst:

"Wir bleiben also weiter gespannt wie der Verlauf der Zeit die Börse beeinflussen wird. Ich denke, in nächster Zeit eher nicht positiv."

Marcus, warst Du schon einmal positiv für Aktien eingestellt? Bei welcher Kostellation war / oder wird das der Fall sein? Ich lese nicht alle Postings aber du bist mir bis jetzt eigentlich mehr als Aktiengegner aufgefallen der vor allem in Gold investiert. Danke für die Infos.

Cheers

stones

Brunngass
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Eben

Zahlen Firmen hohe Dividenden, weil sie gut dastehen, oder weil sie sonst kein Geld finden?

Bei einer Aktie zählt doch vorallem, was das Geschäftsmodell an Zukunftsperspektiven hat.

Es ist doch kein Zufall, das die Demonstranten Vasella besuchten und nicht Grübel.

Der Druck der Gesellschaft erreicht viel eher eine Senkung der Medikamentenpreise als eine Senkung der Kreditzinsen.

Roche stellte in Griechenland die Medikamentenlieferung ein.Die sind doch dort weg vom Fenster.

MarcusFabian
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SMI im November 2011

stones wrote:

Marcus, warst Du schon einmal positiv für Aktien eingestellt?

Ja, bis etwa zum Jahr 2000.

Da war ich tierisch long in Nasdaq, in UBS, ZFS etc.

stones wrote:

Bei welcher Kostellation war / oder wird das der Fall sein? Ich lese nicht alle Postings aber du bist mir bis jetzt eigentlich mehr als Aktiengegner aufgefallen der vor allem in Gold investiert. Danke für die Infos.

Ganz einfach: so lange Edelmetalle besser performen als Aktien, sehe ich keine Grund von EM in Aktien umzuschichten. Du etwa?

k3000
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SMI im November 2011

MarcusFabian wrote:

Ja, bis etwa zum Jahr 2000.

Da war ich tierisch long in Nasdaq, in UBS, ZFS etc.

Das heisst, du hast den ganzen massiven Aufschwung von 100% oder viel mehr an den weltweiten Aktienmärkten von 2002-2007 verpasst? Naja, shit happens. So ist es halt mit Einschätzungen: Top oder Flop. 50% Erfolgschance.

John Doe
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SMI im November 2011

k3000 wrote:

MarcusFabian wrote:

Ja, bis etwa zum Jahr 2000.

Da war ich tierisch long in Nasdaq, in UBS, ZFS etc.

Das heisst, du hast den ganzen massiven Aufschwung von 100% an den weltweiten Aktienmärkten von 2002-2007 verpasst? Naja, shit happens. So ist es halt mit Einschätzungen: Top oder Flop. 50% Erfolgschance.

Und du bist natürlich, Punkt genau Ende 2007 raus aus Aktien und rein in Gold, das ganze noch mit Put und Calls gehebelt, sodass du jetzt mehrfacher Trilliardär bist Lol

k3000
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SMI im November 2011

Nö, ich verstehe nix von Aktien. Ich kaufe nichts, was ich nicht verstehe.

MarcusFabian
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SMI im November 2011

k3000 wrote:

Das heisst, du hast den ganzen massiven Aufschwung von 100% oder viel mehr an den weltweiten Aktienmärkten von 2002-2007 verpasst?

Teilweise. Bis 2000-2003 war ich in Put-Optionen gut bedient. Gold erst so richtig ab 2004.

N2O
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SMI im November 2011

wie sind die prognosen für november? bis wohin wäre es logisch, das sich der SMI bewegt? begründung?

MarcusFabian
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SMI im November 2011

N2O wrote:

wie sind die prognosen für november? bis wohin wäre es logisch, das sich der SMI bewegt? begründung?

http://www.cash.ch/node/#comment-

(Allgemeiner Tip: Immer erst das Eröffnungsposting lesen!)

John Doe
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Re: SMI im November 2011

MarcusFabian wrote:

Unter dem Strich bedeutet das also, sich möglichst unabhängig von Banken zu machen. Also zum Beispiel keine Wertpapiere zu halten, die im Falle eines Banken-Konkurses wertlos werden könnten. Bankkonten gehören genau so in diese Kategorie wie ETF's oder andere Papiere, die "Versprechen" von Banken darstellen.

Marcus

Zählst du da auch Aktien Fonds und ETF auf Aktienindex dazu? Die sind doch bei einem Konkurs der Bank, geschütztes Kundenvermögen, oder mache ich da deiner Meinung nach einen Denkfehler?

marabu
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Griechisches Theater geht weiter...

Papandreou kündigt jetzt ein Referendum zu den Brüsseler Beschlüssen an.

Nebenbei noch einen Einblick in interessante Gefielde zum Thema Spieltheorie unter besonderer Berücksichtigung der europäischen Schuldenkrise Wink

http://www.uranium-stocks.net/home/game-theory-reveals-terrible-strategi...

Basis der Strategie: John Nash "A beautiful Mind" gewann 1994 den Nobelpreis für Ökonomie

Ventus2cxt
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Re: SMI im November 2011

John Doe wrote:

MarcusFabian wrote:

Unter dem Strich bedeutet das also, sich möglichst unabhängig von Banken zu machen. Also zum Beispiel keine Wertpapiere zu halten, die im Falle eines Banken-Konkurses wertlos werden könnten. Bankkonten gehören genau so in diese Kategorie wie ETF's oder andere Papiere, die "Versprechen" von Banken darstellen.

Marcus

Zählst du da auch Aktien Fonds und ETF auf Aktienindex dazu? Die sind doch bei einem Konkurs der Bank, geschütztes Kundenvermögen, oder mache ich da deiner Meinung nach einen Denkfehler?

Als bei ETF machst du einen Denkfehler. Bei den ETF gehst du volle Kanne ein Gegenparteienrisiko ein. Wenn als der Emittent pleite geht, ist dein Vermögen aus dem ETF futsch. Einzige Ausnahme sind die hinterlegten ETF z.B. Gold ETF von der ZKB. Aber das ist eher die Ausnahme

N2O
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SMI im November 2011

smile, nachbörslich ist es nun bis 5690, da fehlt nicht viel bis 5647. habe auf etwas mehr infos gehofft.

etwas anderes

was hält ihr von der theorie, das die ratingagenturen unbedingt den crash herbeiführen wollen (oder den markt deutlich mehr schwächen wollen), um selbst volle kanne investieren zu können?

simon23
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SMI im November 2011

Besten Dank für die Monatseröffnung, MF.

In deiner Analyse fallen unter anderem die Begriffe Finanzkrise 2 und Inflation. Bei einer Finanzkrise 2 würden Aktien massiv unter die Räder kommen. Inflation wiederum geht wohl mit steigenden Aktienkursen einher.

Wir haben also zwei Marktsituation, eine mit stark steigenden Aktienkursen und eine mit stark fallenden Aktienkursen.

Wie könnte nun ein möglicher Ablauf aussehen? Zuerst Rezession mit sinkenden Kursen, dann mehr QEs inkl. Inflation und steigende Kurse und zuletzt Währungskollaps mit crashenden Kursen?

Interessant bei den letzten beiden Phasen wäre natürlich der Zeitpunkt, bei dem die Kurse drehen und was der Auslöser dazu sein könnte.

MarcusFabian
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Re: SMI im November 2011

John Doe wrote:

Zählst du da auch Aktien Fonds und ETF auf Aktienindex dazu?

Ja, die zähle ich dazu. Wenn die Bank Konkurs geht, wird es äusserst schwierig, diese Papiere zu realisieren. Vielleicht sogar unmöglich.

Ich würde mich deshalb nicht darauf verlassen.

John Doe
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Re: SMI im November 2011

Als bei ETF machst du einen Denkfehler. Bei den ETF gehst du volle Kanne ein Gegenparteienrisiko ein. Wenn als der Emittent pleite geht, ist dein Vermögen aus dem ETF futsch. Einzige Ausnahme sind die hinterlegten ETF z.B. Gold ETF von der ZKB. Aber das ist eher die Ausnahme

@Ventus2cxt

Danke für deine Antwort, jedoch denke ich nicht, dass ich da falsch liege, deine Meinung ist weit verbreitet, selbst unter den Anlageprofis, jedoch fallen ETF auf Aktienindex, genau wie Fonds unter Sondervermögen.

http://www.merit-ag.ch/pdf/etf_anlageloesungen.pdf oder

http://www.nzz.ch/finanzen/strukturierte_produkte/anlagefonds_oder_track...

MarcusFabian
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SMI im November 2011

simon23 wrote:

Wir haben also zwei Marktsituation, eine mit stark steigenden Aktienkursen und eine mit stark fallenden Aktienkursen.

Stimmt. Und kombiniert ergibt das nominal steigende Kurse in einer Währung, die schneller an Wert verliert.

Sprich: Steigende Aktienpreise gerechnet in Sachwerten oder Edelmetallen.

simon23 wrote:

Wie könnte nun ein möglicher Ablauf aussehen? Zuerst Rezession mit sinkenden Kursen, dann mehr QEs inkl. Inflation und steigende Kurse und zuletzt Währungskollaps mit crashenden Kursen?

Exakt in dieser Reihenfolge. Zur Präzisierung des ersten Teiles: Es wird Deflation angedeutet. Entsprechend ein Crash bei Aktien und Sachwerten ähnlich 2008/09. Wer noch Geld hat, kauft dann billig ein und wenn dann die Aktien in den richtigen Händen sind, wird das Geld wieder entwertet.

Ob zuerst Defla und dann Infla oder direkt Infla, ist schwierig vorauszusagen. Beides ist möglich. Ein kleines Täuschungsmanöver in Richtung Defla hat uns ja die Fed im September geboten.

Interessant bei den letzten beiden Phasen wäre natürlich der Zeitpunkt, bei dem die Kurse drehen und was der Auslöser dazu sein könnte.

John Doe
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Re: SMI im November 2011

MarcusFabian wrote:

John Doe wrote:

Zählst du da auch Aktien Fonds und ETF auf Aktienindex dazu?

Ja, die zähle ich dazu. Wenn die Bank Konkurs geht, wird es äusserst schwierig, diese Papiere zu realisieren. Vielleicht sogar unmöglich.

Ich würde mich deshalb nicht darauf verlassen.

Danke für deine Antwort, ich denke es wäre gleich schwierig, wie wenn man Aktien von Nestle realisieren möchte.

Jedoch vom Sinn her das Gleiche, weil ETF eben unter Sondervermögen laufen.

Aber das es schwierig wäre überhaupt etwas zu realisieren, wenn die Bank insolvent wird, da hast du sicher recht. Es ging mir nur ums rein rechtliche.

MarcusFabian
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Re: SMI im November 2011

John Doe wrote:

jedoch fallen ETF auf Aktienindex, genau wie Fonds unter Sondervermögen.

Es ist nicht abzuschätzen, wie weit geltende Regeln und Gesetze im Krisenfall ausgehebelt werden. Wie will man beispielsweise eine konkursite Bank zwingen, die Aktien in einen ETF zu liefern, wenn dort keine Aktien (mehr) drin sind?

Es gibt sogar Leute, die die Krisenangst soweit treiben, dass sie von einem Goldverbot ausgehen. Also Konfiskation eines schuldenfreien Eigentums, dem kein Bankenversprechen gegenübersteht.

Wo würde die Grenze gesetzt?

Würden Derivate noch einen Wert haben?

Andere Wertpapiere, die ein Bankversprechen darstellen?

Obligationen?

Gold?

Werden Immobilien mit Sondersteuern belegt?

Es gibt unendliche Variationen, was passieren kann oder auch nicht. Ich fürchte jedoch, dass einige der heute gültigen Regeln wohl ausgehebelt werden.

John Doe
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Re: SMI im November 2011

MarcusFabian wrote:

Es gibt unendliche Variationen, was passieren kann oder auch nicht. Ich fürchte jedoch, dass einige der heute gültigen Regeln wohl ausgehebelt werden.

Yeppa, da bin ich deiner Meinung, (leider)!

marabu
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Ganz kurz zur unendlichen Diskussion über Gold

Einerseits gibt es die Sky-Rocketing-Gläubigen, die an einen schuldenbedingten Crash von nicht an Realwerte gebundenen Vermögen sehen. Für sie muss in absehbarer Zeit der Goldpreis steil nach oben gehen.

Dann gibt es die Zweifler, die, falls man die Schuldenkrise doch in den Griff bekommt, bestenfalls eine Stagnation sehen.

Es liegt nicht im Interesse weder der westlichen Schuldnerländer noch in jenem der aufstrebenden Schwellenländer (BRICS) oder auch erfolgreicher Industriestaaten wie Südkorea, dass der erste Fall eintrifft. Das muss jetzt auch ein Marc Faber erkennen.

Also werden die starke Nationen als auch die aufstrebende Länder alles tun, um den Konsum in den USA und den europäischen EU-Staaten möglichst lange auf einem hohen Niveau zu halten.

Und dass sich der Goldpreis immer manipulieren lässt, wurde im Forum genügend diskutiert.

Bei allen statistisch unterlegten Diskussionen vergesse man die Strategie nicht, welche Machtzentren zur Wahrung ihrer nationalen Interessen durch Beeinflussung auch des Goldpreises ausüben können und werden.

Und deshalb glaube ich nicht, dass der Goldpreis je durch die Decke schiesst. Und trotzdem sollte man 5-10% im Depot haben... Wink

marabu
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Durch die Hölle gehen?

melchior wrote:

Ein Gedanke zu später Stunde.

Es kommt oft vieles anders als man denkt.

Ein schwarzer Schwan kommt meist aus der anderen Ecke geflogen, als gedacht wird.

...

Bei Aktien muss ich mir überlegen, mit welchen Titeln ich bereit bin, durch die "Hölle" zu gehen, da ich nicht auf kurzfristigen Gewinn aus bin.

Alles auf eine Karte werde ich nicht setzen. Dazu fehlt mir der Mut.

...

Doch ist Gold die Anlage, der ich in den nächsten Zeit die grössten Chancen gebe, mindestens die Kaufkraft zu bewahren,..... wenn man nicht bereit ist, ständig sein Kapital umzuschichten.

Es ist eine alte Börsenweisheit, dass man mit Aktien nie durch die "Hölle" gehen sollte. Verluste realisieren, nicht erstarrt zuschauen, ähnlich einer Ratte auf die Schlange.

Ich habe zB nach Fukushima, sobald die Katastrophe sich abzuzeichnen begann, noch in einer Nacht mit rund 20% Verlust Uranaktien abgestossen.

Dann sollte man sich so breit wie möglich diversifizieren:

-Ich achte hier zuerst auf die Währungen (War schon vor 18 Monaten total raus aus dem Euro, wenigstens z.T. da ich noch Immobilien besitze, US-Dollar-Papiere besitze ich seit 3 Jahren keine mehr, obwohl sie kurzfristig interessant sein können).

- rund 30% Aktienanteil, davon etwas Goldminen-Titel.

- Rund 15% Obligationen erstklassiger Schuldner in Fonds weltweit.

- Mein Venture Capital ist kleiner als 3% (Kanada)

Ich schlafe so besser.

Sallatunturi
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SMI im November 2011

MF

Quote:

Mit Geldvermögen meine ich Bargeld, Giroguthaben, Festgelder, Obligationen, Lebensversicherungen und Pensionskassen

Merci für die Eröffnungsrede Wink

Pensionskassen kann man nicht gleich setzen mit den von dir aufgeführten Produkten. PKs sind genau gleich wie auch die AHV, Pflichtabgaben.

Zusätzlich ist PK nicht gleich PK. Kenne da PKs deren Allocation zu 60% aus Aktien/Rohstoffen/Immob sind. Und nicht jeder Fritz und Heiri schafft dieselbe Renditen wie PKs. Das ist z.T. Wunschdenken der Versicherten am Stammtisch, dass sie ihr Vermögen besser anlegen würden. Die Realität zeigt, dass die überwiegende Zahl mit grösseren Beträgen überfordert ist, und grosse Teile davon schlussendlich in den Sand setzt, d.h. dass am Schluss wieder die Allgemeinheit (Gemeinde) dafür aufkommen muss.

Jeder der der Meinung ist, dass er das Rad der Geldvermehrung erfunden hat, und bessere Renditen langfristig erbringt, als der Durchschnitt, wäre schon lange von der Branche entdeckt worden.

z.B.

2009 Benchmark 13,2%

2010 Benchmark 5.5%

Gute PKs haben diese Renditen mit links geschlagen. ((rede jetzt nicht von den PKs die von Beamten gemanged werden, respektive als Milchkühe für ihre Retros missbraucht werden))

Die Mehrheit in diesem Forum hat diese Zahlen höchstwahrscheinlich nicht erreicht

Ventus2cxt
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SMI im November 2011

Sallatunturi wrote:

MF

Quote:

Mit Geldvermögen meine ich Bargeld, Giroguthaben, Festgelder, Obligationen, Lebensversicherungen und Pensionskassen

Merci für die Eröffnungsrede Wink

Pensionskassen kann man nicht gleich setzen mit den von dir aufgeführten Produkten. PKs sind genau gleich wie auch die AHV, Pflichtabgaben.

Zusätzlich ist PK nicht gleich PK. Kenne da PKs deren Allocation zu 60% aus Aktien/Rohstoffen/Immob sind. Und nicht jeder Fritz und Heiri schafft dieselbe Renditen wie PKs. Das ist z.T. Wunschdenken der Versicherten am Stammtisch, dass sie ihr Vermögen besser anlegen würden. Die Realität zeigt, dass die überwiegende Zahl mit grösseren Beträgen überfordert ist, und grosse Teile davon schlussendlich in den Sand setzt, d.h. dass am Schluss wieder die Allgemeinheit (Gemeinde) dafür aufkommen muss.

Jeder der der Meinung ist, dass er das Rad der Geldvermehrung erfunden hat, und bessere Renditen langfristig erbringt, als der Durchschnitt, wäre schon lange von der Branche entdeckt worden.

Also entschuldigung, aber diese lächerlichen 2.5% habe ich in den letzten 7 Jahren immer getoppt. Und da waren einige Krisenjahre dabei

Sallatunturi
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SMI im November 2011

Ventus2xt

Was sind den schon 7 Jahre, die Gelder müssen länger halten, und da sind auch noch einige Vorschriften bezüglich der Allocation.

Das einige bessere Performance erbringen, dies gibt es immer. Frage ist aber mit welchen Produkten und mit welchem Riskiko.

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