SMI im Oktober 2011

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MarcusFabian
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SMI im Oktober 2011

Dr.B. wrote:

die Zurich könnte 10 mio autos in der ganzen welt versichern und diese risiko ist überschaubar, da ein beschädigtes auto nicht andere unbeteiligte autos beschädigen kann.

und diese situation mit den versicherbaren ausfallrisiken (pyramide, kaskadesystem) von CDS zu vergleichen ist extrem.

Ob Autos oder wie in meinem gestrigen Beispiel Schiffe: Es ist die Denkweise von Bankern (K3000 ist nach eigenen Angaben Ex-Investmentbanker), die die Risikomodelle des wahren Lebens (Autos, Schiffe) auch auf die Finanzwelt transformieren und dann ganz dumm aus der Wäsche schauen, wenn eine ganze Branche auf einen Schlag zum Versicherungs-Schadensfall wird.

Darin unterscheidet sich die Finanzwelt von der Realität:

Finanzbranche:

* Grossteil der Einfamilienhäuser innert kurzer Zeit finanziell unter Wasser: Durchaus möglich und in der Subprime-Krise so geschehen.

* ... Geschäftsliegenschaften unter Wasser: Durchaus möglich

* ... Banken unter Wasser: Durchaus möglich

Echtes Leben:

* Schaden aller roten Autos: Ausgeschlossen

* Grossteil aller Schiffe sinkt: Nahezu ausgeschlossen.

* Alle Häuser brennen ab: Nur im Kriegsfall und da zahlt ohnehin keine Versicherung mehr. (Höhere Gewalt)

---

Dennoch kann man den Banken keinen Vorwurf machen, dass sie mit CDS zocken und dieses Geschäft nach der Finanzkrise sogar ausgebaut haben.

Schliesslich haben wir ihnen klar gemacht, dass die Steuerzahler für allfällige Verluste aufkommen:

"Kopf, ich gewinne, Zahl, der Steuerzahler zahlt".

Wer würde da nicht gerne um ein paar Millionen Münze-werfen spielen?

MarcusFabian
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SMI im Oktober 2011

revinco wrote:

Oder grosse Schulden und kein Vermögen ..! :roll: Lol

Nein, das ist nicht möglich: Geld hat zwei Seiten: Es kommt auf die Welt als Schuld und Vermögen. Beide Seiten gehen ab der Geburtsstunde getrennte Wege.

In der Summe ist immer Geldmenge=Schuldenmenge=Vermögensmenge

Würden morgen alle Schulden bezahlt, gäbe es kein Geld mehr. Und entsprechend auch keine Geldvermögen.

MarcusFabian
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SMI im Oktober 2011

Wertvolle Tips für ein Bank-Beratungsgespräch Wink

http://www.youtube.com/watch?v=tY3FJpbWmjc&feature=colike

revinco
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SMI im Oktober 2011

MarcusFabian wrote:

revinco wrote:

Oder grosse Schulden und kein Vermögen ..! :roll: Lol

Nein, das ist nicht möglich: Geld hat zwei Seiten: Es kommt auf die Welt als Schuld und Vermögen. Beide Seiten gehen ab der Geburtsstunde getrennte Wege.

In der Summe ist immer Geldmenge=Schuldenmenge=Vermögensmenge

Würden morgen alle Schulden bezahlt, gäbe es kein Geld mehr. Und entsprechend auch keine Geldvermögen.

Aber was bringt das grössere Geldvermögen wenn man damit immer weniger Sachen kaufen kann?

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

MarcusFabian
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revinco wrote:

Aber was bringt das grössere Geldvermögen wenn man damit immer weniger Sachen kaufen kann?

Hierzu der folgende extreme Gedanke:

Mal angenommen, wir würden alles, die ganze Welt bewerten: Alle Wiesen, Wälder, Felder und Wüsten, alle Häuser Strassen, Fabriken, Autos, Geräte, Maschinen, Rohstoffe ... kurz alles, weltweit.

Nun kämen wir auf eine Zahl. Zum Beispiel 1 Trillion Dollar.

Nun könnte die FED gratis und über Nacht eine Trillion aus dem Ärmel zaubern und damit die ganze Welt aufkaufen.

Somit hätte jeder Mensch einen Stapel bedrucktes Papier bzw. Buchungen auf einem Zettel und keinen Besitz mehr.

Und dann???

CrashGuru
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MarcusFabian wrote:

Nun könnte die FED gratis und über Nacht eine Trillion aus dem Ärmel zaubern und damit die ganze Welt aufkaufen.

Somit hätte jeder Mensch einen Stapel bedrucktes Papier bzw. Buchungen auf einem Zettel und keinen Besitz mehr.

Und dann???

Ist doch klar, ich wäre der erste in der Schlange vor der FED um etwas Brot und Milch zu posten.

Aber ob die FED das Papier dagegen in Zahlung nimmt ist eine andere Frage. Die weiss doch, dass das was sie da drauf gedruckt hat nichts Wert ist (nicht keinen Wert hat!)...... :oops: :evil:

Somit bliebe das Vermögen unangetastet und ich müsste es nicht einmal in den Banktresor legen, da es eben dann sofort nicht nur nichts mehr Wert ist, sondern auch keinen Wert mehr hat. Denn ohne die Möglichkeit es gegen etwas zu "tauschen", ist es sofort ohne Wert :idea:

CrashGuru
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MarcusFabian wrote:

Wertvolle Tips für ein Bank-Beratungsgespräch Wink

http://www.youtube.com/watch?v=tY3FJpbWmjc&

feature=colike

Ich vermute, dass Bankberater für solche Fälle eine schwarze Liste führen wie Casinos in Las Vegas...... Lol

Und ist das ein Aufruf für OtB (Occupy the bank) Wink

k3000
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MarcusFabian wrote:

revinco wrote:

Aber was bringt das grössere Geldvermögen wenn man damit immer weniger Sachen kaufen kann?

Hierzu der folgende extreme Gedanke:

Mal angenommen, wir würden alles, die ganze Welt bewerten: Alle Wiesen, Wälder, Felder und Wüsten, alle Häuser Strassen, Fabriken, Autos, Geräte, Maschinen, Rohstoffe ... kurz alles, weltweit.

Nun kämen wir auf eine Zahl. Zum Beispiel 1 Trillion Dollar.

Nun könnte die FED gratis und über Nacht eine Trillion aus dem Ärmel zaubern und damit die ganze Welt aufkaufen.

Somit hätte jeder Mensch einen Stapel bedrucktes Papier bzw. Buchungen auf einem Zettel und keinen Besitz mehr.

Und dann???

Dann ist auch dieser Gedanke falsch. Jeder Staat bestimmt sein gesetzliches Zahlungsmittel selbst. Die FED kann daher nicht die Welt kaufen.

Und der Dollar ist ja nicht mal ein staatliches Zahlungsmittel, sondern ein privates.

Und wenn die FED die Geldmenge über Nacht derart erhöht, dass sie theoretisch den Gegenwert der Welt druckt, entwertet sich der Dollar über Nacht dementsprechend. Angebot/Nachfrage wirken bei Extremen unmittelbar, Inflation setzt über Nacht ein und die USA geht den Bach runter und der Rest der Welt lacht.

MarcusFabian
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k3000 wrote:

Und wenn die FED die Geldmenge über Nacht derart erhöht, dass sie theoretisch den Gegenwert der Welt druckt, entwertet sich der Dollar über Nacht dementsprechend. Angebot/Nachfrage wirken bei Extremen unmittelbar, Inflation setzt über Nacht ein und die USA geht den Bach runter und der Rest der Welt lacht.

Genau so ist es.

Nur macht die Fed nicht seit Jahren genau das? Geldmenge erhöhen?

Nicht über Nacht und auch noch nicht in Trillionenhöhe. Halt langsam und schubweise und andere Zentralbanken helfen fleissig mit.

MarcusFabian
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Ach ja, das wollte ich Dich noch fragen:

k3000 wrote:

Ich frag mich schon, ob das nicht wieder ein Schuss nach hinten ist von Politikern, welche von Finanzen keine Ahnung haben.

Insbesondere, wenn die europäischen Banken ihre Risiken nicht mehr netten können mit CDS auf die Staatsanleihen und ihren gross exposure bilanzieren müssen.

Bist Du mit mir einverstanden, wenn ich behaupte, dass ELA viel schlimmer (weil undurchsichtiger) ist als EFSF?

Bullish
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MarcusFabian wrote:

revinco wrote:

Aber was bringt das grössere Geldvermögen wenn man damit immer weniger Sachen kaufen kann?

Hierzu der folgende extreme Gedanke:

Mal angenommen, wir würden alles, die ganze Welt bewerten: Alle Wiesen, Wälder, Felder und Wüsten, alle Häuser Strassen, Fabriken, Autos, Geräte, Maschinen, Rohstoffe ... kurz alles, weltweit.

Nun kämen wir auf eine Zahl. Zum Beispiel 1 Trillion Dollar.

Nun könnte die FED gratis und über Nacht eine Trillion aus dem Ärmel zaubern und damit die ganze Welt aufkaufen.

Das ist ja schon praktisch alles bewertet und stark beliehen!

Das bewertbare Sachvermögen in der Schweiz übersteigt die "Geldmenge" bei weitem.

Das FED "druckt" doch nur, weil diese Sachwerte nach 30 Jahren endlich anfangen zu korrigieren.

Das FED will verhindern, dass die Sachwerte über Nacht 90% im Preis fallen und damit die ganze Welt arbeitslos und ins Chaos versinken würde.

MarcusFabian
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Bullish wrote:

Das FED "druckt" doch nur, weil diese Sachwerte nach 30 Jahren endlich anfangen zu korrigieren.

Das FED will verhindern, dass die Sachwerte über Nacht 90% im Preis fallen und damit die ganze Welt arbeitslos und ins Chaos versinken würde.

Darf ich den Satz mal zusammenfassen als:

"Die FED druckt nur, um Arbeitslosigkeit und Chaos zu verhindern" ?

Bullish
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MarcusFabian wrote:

k3000 wrote:
Die gesamte Transaktionskette endet immer in einem Nullsummenspiel.

Das ganze Geld ist ein Nullsummenspiel. Die Vermögen des einen sind die Schulden des anderen. Ohne Schulden gibt es keine Vermögen.

Das Problem: Wer bezahlt und wer bekommt?

Es ist KEIN Nullsummenspiel. Deshalb haben wir ja diese Probleme, weil praktisch alle Ökonomen glauben, es sei ein Nullsummenspiel.

Wer PCM oder Heinsohn kennt, weiss das auch.

Das Problem mit den CDS geht weit über das Gegenparteienrisiko hinaus:

1.) Wenn der Versicherer zahlen muss, hat er die nötigen Mittel oder kassiert er Versicherungsprämien ohne genügend Eigenkapital?

2.) Wer sich versichern lässt, tut es dort, wo er glaubt, das nötige Eigenkapital zu erkennen.

3.) Das Eigenkapital des Versicherers ist angelegt.

4.) Tritt nun die Havarie ein und das Ereignis ist gross genug, dann werden die Versicherer in grossem Umfang Assets auf den Markt werfen müssen um für eine Zahlung flüssig zu werden.

5.) Der Versuch der schnellen Assetverflüssigung wird alle Assetpreise senken und bringt nun alle Assethalter in Schwierigkeiten, auch jene die nie etwas von CDS gehört haben und die weit und breit mit keiner Gegenpartei aus dem CDS Geschäft in Kontakt stehen.

Der Preisverfall der Assets löst einen Meltdown in allen Bilanzen aus.

Genau für diesen Fall benötigen wir einen "Lender of last resort" und unter Umständen einen "Dealer of last resort", der den fire-sales einen Boden gibt. Dazu zählt auch die Massnahme, dass Anlagen nicht mehr zu mark-to-market bilanziert werden mussten und dass das FED im Rahmen des TALF Programmes sehr grosszügige Ausleihungen an jeden ermöglichte, der sich noch zu minimaler Risikoübernahme bereit erklärte.

k3000
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Bullish wrote:

Es ist KEIN Nullsummenspiel. Deshalb haben wir ja diese Probleme, weil praktisch alle Ökonomen glauben, es sei ein Nullsummenspiel.

Doch ist es. Mit Betonung auf Transaktionskette.

Die Transaktionskette selbst ist immer ein Nullsummenspiel. Was du ansprichst, sind exogene Faktoren bei den Versicherten und Versicherern ausserhalb der Transaktionskette. Welche natürlich richtig sind und ihre Daseinsberechtigung haben. Ich wollte MF einfach sagen, dass Rückrückrückrückrückversichern keine Potenzierung der CDS-Kette bedeutet.

Wenn eine Firma mit Bank 1 einen CDS eingeht, worauf die Bank 1 mit Bank 2 sich rückversichert, worauf Bank 2 sich bei Bank 3 etc. worauf schliesslich Bank 100 das letzte Glied in der Kette ist, welche die Versicherung verkauft, dann offsetten sich alle Positionen zwischen den Banken 2-99 und Bank 1 gewinnt soviel wie Bank 100 verliert.

Was kein Nullsummenspiel ist wie du richtig sagst sind die ökonomischen Zusammenhänge. Der Gewinner ist nämlich die versicherte Firma, welche ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen muss, weil Konkurs.

MarcusFabian
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k3000 wrote:

Ich wollte MF einfach sagen, dass Rückrückrückrückrückversichern keine Potenzierung der CDS-Kette bedeutet.

Darüber sind wir uns einig. Über diesen Punkt sind wir ja vor 1-2 Monaten auch hinausgekommen. Durchschnittliche Anzahl der "Rück-'s" = etwa 10 Wink

Bullish
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k3000 wrote:

Bullish wrote:

Es ist KEIN Nullsummenspiel. Deshalb haben wir ja diese Probleme, weil praktisch alle Ökonomen glauben, es sei ein Nullsummenspiel.

Doch ist es. Mit Betonung auf Transaktionskette.

Die Transaktionskette selbst ist immer ein Nullsummenspiel.

Ja, ist klar. Auch die Prämienzahlungen sind ein Nullsummenspiel, einer zahlt, einer kriegt.

Aber, eben, das ist zu isoliert betrachtet.

Das Hauptproblem sind die tiefen Zinsen der Notenbanken, die suggerieren, Assets seien "as-good-as-money", um dann im Preis wie Steine zu fallen, wenn Liquidität benötigt wird.

CDS sollten vielleicht nur ausgegeben werden können, wenn die potentiellen Zahlungen mit notenbankfähigen Sicherheiten gedeckt wären, d.h. die Versicherer könnten wie die Banken mit ihren Assets an die Notenbank gelangen, die dann zu hohen Zinsen (recte: mit hohem Diskont im Repo) die Liquidität bereit stellt, um der Versicherung die Zahlung zu ermöglichen. Ginge die Versicherung dann unter, wäre die Notenbank relativ günstig an sichere Assets gekommen.

MarcusFabian
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SMI im Oktober 2011

Bullish wrote:

CDS sollten vielleicht nur ausgegeben werden können, wenn die potentiellen Zahlungen mit notenbankfähigen Sicherheiten gedeckt wären,

Das ist - soweit wir von K3000 ja gelernt haben - der Fall. Nicht nur das, beim Abschliessen des CDS ist ein Collateral fällig.

Andererseits löst der Betriff "notenbankfähige Sicherheit" seit 2009 nur noch eine Mischung aus mildtätigem Lächeln und einem erschütterndem Lachanfall aus.

Notenbanken akzeptieren ja im Moment jeden Zettel mit Zahlen drauf als "Sicherheit".

royalOak
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SMI im Oktober 2011

Hallo zusammen,

was erwartet ihr in den nächsten 2-3 Wochen? Wie weit kann der SMI noch steigen? Kann der EU-Gipfel die Erwartungen erfüllen?

Ich habe auf einen fallenden SMI gesetzt. Ein SMI von 5300 im November würde mir reichen, aber langsam zweifle ich daran und überlege den Verlust zu realisieren, denn er fängt an weh zu machen.

Besten Dank für Eure Meinungen.

CrashGuru
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SMI im Oktober 2011

k3000 wrote:

Der Gewinner ist nämlich die versicherte Firma, welche ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen muss, weil Konkurs.

Etwas pervers. Der Gewinner ist derjenige, welcher Konkurs geht......

Das System scheint mir doch recht krank :evil:

mach3
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SMI im Oktober 2011

@ 17.05

Also, ich erlaube mir, deutsche Sprache, ein "Moment", ist ja wohl ziemlich kurz.

Hihi, Hehe

Gegenwärtig, erscheint mir passender. Aber ok, im Moment ist in der Sprache wohl auch geläufig.

Ist ja schon übel, mit so Zettel mit Milliarden drauf. Vielleicht doch Gold..

MarcusFabian
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royalOak wrote:

Wie weit kann der SMI noch steigen? Kann der EU-Gipfel die Erwartungen erfüllen?

SMI hat mit 5750 eigentlich meine Erwartungen an eine Bärenmarktrally erfüllt. Teilweise war er sogar darüber.

Wegen EU-Gipfel: Da wird ja nichts gelöst. Das wird nur die Cola-Dose die Strasse weiter nach unten getreten (Engl: "kick the tin down the road") also auf Zeit gespielt. Die Politiker sind ja nicht die Lösung sondern Teil des Problems!

Ich will damit sagen: Es wird kein einziger Job in Griechenland oder Deutschland geschaffen, wenn jetzt eine Billion Euros gedruckt und ins Fass ohne Boden geschüttet werden!

Aber: Diese Pumpenkohle der EU (so sie denn kommt) wird unter anderem in Aktien investiert und somit ist es sehr wahrscheinlich, dass die Märkte, Börsen und somit auch der SMI vom QE3 der EU profitieren und im Preis steigen werden.

Demgegenüber steht eine Feststellung von John Doe, die ich auch unterstütze. Nämlich, dass die Märkte derzeit psychologisch so bullisch sind, dass auch schlechte Nachrichten nicht mehr zu sinkenden Kursen führen.

Das ist nach meiner Erfahrung genau der Punkt, wo man sehr kritisch und bärisch werden sollte. Genau wie im anderen Extrem: Wenn die Kurse gefallen sind, alle bärisch sind und selbst gute Nachrichten die Kurse nicht nach oben treiben.

Mit SMI über 5750 und Dow 10600 könnten wir also gut eine Bullenfalle kriegen. Also Kurse, die entgegen allen Erwartungen hoch genug sind, um die Bären aus dem Rennen zu werfen und gleichzeitig jetzt die Bullen auf dem falschen Fuss erwischen.

Aufgabe der Börse ist es ja bekanntlich, möglichst viele Marktteilnehmer abzuschütteln. Nur wenn die Bären ausgestiegen sind und die Bullen euphorisch werden, können die Kurse so richtig tauchen. Genau danach sieht es jetzt aus.

k3000
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CrashGuru wrote:

k3000 wrote:
Der Gewinner ist nämlich die versicherte Firma, welche ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen muss, weil Konkurs.

Etwas pervers. Der Gewinner ist derjenige, welcher Konkurs geht......

Das System scheint mir doch recht krank :evil:

Das System ist nicht krank. Die Frage ist ja, warum wurde der Firma überhaupt Kredit gegeben? Niemand wurde dazu gezwungen, jeder Kredit war freiwillig.

Ist Vertragsfreiheit und Privatautonomie krank? Wohl nicht.

Warum wurde denn die Firma als kreditwürdig eingestuft? Warum hat man ihr vertraut? Notwendige Vorfrage: War das Vertrauen berechtigt?

Die Menschen haben regelmässig zwecks Komplexitätsreduktion das Bedürfnis zu vertrauen.

Kannst ja mal "Systemvertrauen" googlen.

CrashGuru
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k3000 wrote:

CrashGuru wrote:
k3000 wrote:
Der Gewinner ist nämlich die versicherte Firma, welche ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen muss, weil Konkurs.

Etwas pervers. Der Gewinner ist derjenige, welcher Konkurs geht......

Das System scheint mir doch recht krank :evil:

Das System ist nicht krank. Die Frage ist ja, warum wurde der Firma überhaupt Kredit gegeben? Niemand wurde dazu gezwungen, jeder Kredit war freiwillig.

Ist Vertragsfreiheit und Privatautonomie krank? Wohl nicht.

Warum wurde denn die Firma als kreditwürdig eingestuft? Warum hat man ihr vertraut? Notwendige Vorfrage: War das Vertrauen berechtigt?

Die Menschen haben regelmässig zwecks Komplexitätsreduktion das Bedürfnis zu vertrauen.

Kannst ja mal "Systemvertrauen" googlen.

Es geht hier nicht darum, weshalb jemand Kredit erhalten hat. Es kann ja sein, dass der Kredit mit genügend Sicherheit unterlegt war, zu diesem Zeitpunkt.

Es geht darum, dass der Gewinner der Konkursit ist. Das ist pervers.

Und geschrieben hast Du das doch, oder? (um die Aussagen ganz zu verstehen, müssen die vorherigen postings ganz gelesen werden).

John Doe
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CDS?!

Eine interessante Diskussion, die ihr da über CDS führt, ich weiss zwar nicht mehr genau, um was es geht, behaupte aber das ist für die Leser auch nicht relevant, denn sie sollten auf jeden Fall die Finger davon lassen.

Eigentlich ist es doch ganz einfach, wenn ich mir eine Aktie kaufe habe ich ein Unternehmen, als Gegenwert, der Wert kann steigen, sehr hoch, ich verdiene, der kann sinken, bis auf null, ich verliere!

Jeder Erstklässler versteht das.

Alles andere sind Versprechen, die, wie wir ja sehen, so oder so ausgelegt werden können, oder erst gar nicht eingehalten werden müssen/können.

Also, es ist kein realer Gegenwert vorhanden, darum als Anlageinstrument für den intelligenten Investor, dazu zähle ich auch den Staat, :oops: ungeeignet!

Das zählt übrigens auch für das Gold, physisch ja, der reale Gegenwert ist fühl und sichtbar.

Auf Papier nur ein Versprechen!

Gehört zwar nicht hier her, aber jeder der schon mal einen grösseren Barren Gold gekauft hat, wird mich verstehen, Gold hat etwas schön,magisch-gefährliches das lässt sich mit einem Versprechen nicht erleben :twisted:

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Bullish
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SMI im Oktober 2011

CrashGuru wrote:

k3000 wrote:
CrashGuru wrote:
k3000 wrote:
Der Gewinner ist nämlich die versicherte Firma, welche ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen muss, weil Konkurs.

Etwas pervers. Der Gewinner ist derjenige, welcher Konkurs geht......

Das System ist nicht krank. Die Frage ist ja, warum wurde der Firma überhaupt Kredit gegeben? Niemand wurde dazu gezwungen, jeder Kredit war freiwillig.

Ist Vertragsfreiheit und Privatautonomie krank? Wohl nicht.

Warum wurde denn die Firma als kreditwürdig eingestuft? Warum hat man ihr vertraut? Notwendige Vorfrage: War das Vertrauen berechtigt?

Die Menschen haben regelmässig zwecks Komplexitätsreduktion das Bedürfnis zu vertrauen.

Kannst ja mal "Systemvertrauen" googlen.

Es geht darum, dass der Gewinner der Konkursit ist. Das ist pervers.

Der Konkursit ist eben auch nicht der Gewinner, der Gewinner sind alle Systemteilnehmer.

Der Konkursit hat eine Sicherheit zu verlieren, also ist er auch kein Gewinner. Hat der Gläubiger eine ungenügende Sicherheit akzeptiert, hat er keinen reinen Kredit sondern ein Hybrid aus Kredit und Eigenkapital geliefert, denn für den Eigenkapitalanteil haftet der Wirt selber. (primitives Beispiel ist ein Wirt, der einen Gast immer weitertrinken lässt - der Wirt riskiert damit sein eigenes Eigenkapital)

k3000 wrote:

Warum wurde denn die Firma als kreditwürdig eingestuft? Warum hat man ihr vertraut? Notwendige Vorfrage: War das Vertrauen berechtigt?

Welche Sicherheiten haben die Gläubiger akzeptiert? Waren die Sicherheiten die Ratings der Agenturen? Dann handelte es sich bei den Gläubigern wohl um *Leichtgläubiger*.

Hier wird ein wunder Punkt sichtbar, die Ratingagenturen legen den grössten Fokus auf die Zahlungsfähigkeit der Schuldner, sie müssten aber die Assets betrachten.

Die meisten Fremdkapitalanlagen sind aus dieser Sichtweise - etwas radikal betrachtet - eigentlich Eigenkapitalanlagen. Damit wird auch der Unterschied zwischen Kredit und verbrieften Krediten aka Anleihen sichtbar.

Das verrückte (was aber auch gleichzeitig Kern und Wunder des Kapitalismus darstellt) ist ja, dass auch die meisten der sogenannt erfolgreichsten Unternehmen der Welt, riesige Schuldenberge vor sich hintreiben. Dies nicht zuletzt, da dank der tiefen Zinsen ein hoher Leverage die Eigenkapitalrendite und damit den Aktienkurs erhöhte und mehr Boni abwarf.

MarcusFabian
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Re: CDS?!

John Doe wrote:

Also, es ist (bei CDS) kein realer Gegenwert vorhanden, darum als Anlageinstrument für den intelligenten Investor, dazu zähle ich auch den Staat, :oops: ungeeignet!

Es spricht auch nichts dagegen, wenn Banken, Versicherungen, Hedge-Fonds mit solchen Papieren spekulieren.

Wo bei mir das Verständnis aufhört ist, wenn sich besagte Institutionen dabei verspekulieren, übernehmen und dann der Steuerzahler für die Verluste aufkommen soll.

John Doe
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Re: CDS?!

MarcusFabian wrote:

John Doe wrote:

Also, es ist (bei CDS) kein realer Gegenwert vorhanden, darum als Anlageinstrument für den intelligenten Investor, dazu zähle ich auch den Staat, :oops: ungeeignet!

Es spricht auch nichts dagegen, wenn Banken, Versicherungen, Hedge-Fonds mit solchen Papieren spekulieren.

Wo bei mir das Verständnis aufhört ist, wenn sich besagte Institutionen dabei verspekulieren, übernehmen und dann der Steuerzahler für die Verluste aufkommen soll.

Und wie wir wissen, früher oder später passiert beides.

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N2O
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Re: CDS?!

John Doe wrote:

Eine interessante Diskussion, die ihr da über CDS führt, ich weiss zwar nicht mehr genau, um was es geht,

http://www.stfu.se/stfu.gif

John Doe
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Re: CDS?!

N2O wrote:

John Doe wrote:
Eine interessante Diskussion, die ihr da über CDS führt, ich weiss zwar nicht mehr genau, um was es geht,

http://www.stfu.se/stfu.gif

Aha, du hast übers Wochenende Ausgang bekommen, und hast Zugang zu einem Computer. Erzähl doch was dir an meinen Kommentaren nicht passt. Wenn du aber der Rechtschreibung nicht mächtig bist, ja dann musst du weiter Fingerübungen machen, so wie diese zum Beispiel. ,,|,, °=° ,,|,,

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John Doe
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SMI im Oktober 2011

N2O

Verfasst am: 23.09.2011 - 10:48

Kursspitze hat Folgendes geschrieben:

dass ich Leihe bin, aber...

:oops: N2O Hat darauf folgendes geschrieben

:scherz on:

du leihst wem was aus? oder bist du ausgeliehen?

:scherz off:

das wort das du sichst ist "Laie"

zum glück gibt es nur 3 richtungen, hoch, runter und seitwärtz, so ist die chance immernoch 33% das man richtig trifft...

Dieser Hirnakrobat macht es sich zum Spass andere zu korrigieren, selbst macht er aber sechs Fehler in einem Satz! Hey, N2O Kennst du dieses Sprichwort: “Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen schmeissen“ LolLolLol

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