SMI im September 2010

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MarcusFabian
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SMI im September 2010

Wenn wir den Chart des letzten Jahres - also seit September 2009 betrachten - ist unter dem Strich eigentlich gar nichts passiert:

Von je einer Über- und Untertreibung abgesehen, bewegt sich der SMI Stabil in der Gegend um 6400 Plus/minus ein paar Zerquetschte.

Noch krasser sichtbar wird der seit September 2009 vorherrschende Seitwärtstrend im 3-Jahres Chart:

Dow Jones, S&P 500 oder DAX sehen ähnlich aus. Da erspare ich uns die Charts.

Was sagt uns das?

Wie wir alle wissen, erlebt diese Welt seit März 2009 eine Gelddruckerei noch nie gekannten Ausmasses. Entsprechend wachsen die Staatsschulden so schnell wie noch nie zuvor.

Zum Vergleich: George W. Bush hat in seiner Amtszeit mehr neue Schulden angehäuft als sämtliche Präsidenten - von George Washington bis Bill Clinton - zusammen.

Und Obama wiederum wird ebenfalls mehr Schulden anhäufen als alle Präsidenten vor ihm. Einschliesslich GWB.

Das erklärte Ziel dieser Neuverschuldung ist, die Rettung des Finanzsystems, die Rettung der Wirtschaft, der Konsumenten, der Immobilienbesitzer.

Frei nach Keynes besteht die Idee darin, dass der Staat als Kreditnehmer einspringt, wo Konsumenten und Wirtschaft ausfallen. Private Bauaufträge werden z.B. durch vermehrte öffentliche Bauaufträge kompensiert, um Arbeitslosigkeit in der Bauindustrie zu vermeiden.

Hinzu kommen direkte Wirtschaftsförderungen wie die allseits beliebte Abwrackprämie ("Cash for clunkers") oder Direktzahlungen beim Abschluss einer Neuhypothek.

Auch indirekt versucht die FED zu helfen. Indem sie direkt Staatsanleihen aufkauft und somit den Preis von Staatsanleihen hoch, die Zinsen entsprechend niedrig hält.

Um dies alles zu erreichen, waren Billionen von Dollars nötig. Geschätzte 8600 Mrd., was rund 2/3 des US BSP ausmacht.

Die Erfolge dieser Bailouts sind in den Charts zu bewundern. Das Geld hat lediglich gereicht, um die Märkte über Wasser zu halten. Ein nachhaltiger Aufschwung ist aber nicht in Sicht.

So langweilig der Chart des letzten Jahres auch aussehen mag: Hinter den Kulissen ist es alles andere als langweilig. Der ideologische Kampf zwischen Bulle und Bär brodelt fast heftiger als je zuvor. Die Meinungen, wie es weitergehen könnte, gehen weit auseinander und gehen von "Beginn eines neuen Bullenmarktes" bis "Weiteres Abgleiten in die Depression".

Der Markt nimmt bekanntlich die Zukunft voraus. Doch was antizipiert der Markt im Moment?

Der Marktkonsens dürfte in etwa lauten: "Schwaches Wirtschaftswachstum aber immerhin ein Wachstum. " Insofern ist derzeit weder ein Bullenmarkt noch ein erneutes Abgleiten in eine neue Rezession eingepreist.

Folgerung: Sollten sich Zeichen in die eine oder andere Richtung am Horizont anzeigen, dürften Kursausschläge von 20% nach oben oder unten problemlos möglich sein.

Die scheinbare Stabilität, die die Charts derzeit suggerieren ist also tückisch. Nur mit enormer Neuverschuldung, nur mit wahnsinnigen Geldmengen konnte das aktuelle Niveau überhaupt gehalten werden und auch dies nur, wenn wir die Indizes in Papierwährung betrachten. Denn eines liegt auf der Hand: Zunehmende Gelddruckerei vermindert den Wert der gedruckten Währung.

So erstaunt es uns nicht, dass im letzten Jahr, der SMI in Franken gerechnet zwar stabil blieb, in Gold gerechnet jedoch einen realen Verlust von rund 18% hinnehmen musste (von 6.15 auf 5.02 oz)

Wer kein Gold mag, kann dieselbe Rechnung übrigens gerne auch mit anderen Rohstoffen machen und z.B. SMI in Weizen, Reis, Erdöl oder Kupfer bewerten. Was immer Sinn und Spass macht. Das Ergebnis wird in etwa dasselbe sein.

Wir haben also im Wert sinkende Währungen, deren Märkte im selben Ausmass sinken.

Nominal, in der sinkenden Währung gerechnet, ist aber alles in Butter.

Da wir aber normaler Weise nur in Papiergeld rechnen, fällt uns das alles nicht auf.

Es ist deshalb gut möglich, dass in naher Zukunft die Märkte weniger stark fallen als die Währung. Entsprechend hätten wir in Papier gerechnet eine Inflation (steigende Kurse) gleichzeitig aber - in Gold gerechnet - eine Deflation (sinkende Kurse). Solange also Papiergeld noch Vertrauen geniesst und wir alles in Papier bewerten, ist die Welt für uns noch in Ordnung. Das kann sich noch lange so fortsetzen. Zumindest so lange, bis die Teuerung nachhaltig und unangenehm ansteigt und Inflationsangst wieder ein Thema wird wie in den 1970er Jahren.

Etwas erfreuliches:

In EURO gerechnet hat der SMI in den beiden letzten Jahren besser performt als DAX und der britische FTSE:

Man muss sich also nicht immer Sorgen machen, wenn z.B. der SMI in Franken weniger steigt als der Dow in Dollar. Vielleicht ist ja nur der Dollar gegenüber dem Franken gefallen, was die Differenz erklären würde.

Der kurzfristige Ausblick für September ist negativ.

Wir hatten seit April 2010 drei niedrigere Hochs (14. Mai, 18. Juni, 6. August) und der Aufwärtstrend seit Juli wurde gebrochen.

Kritisch wird die Marke von 5942, dem letzten Tief vom 5. Juli. Wenn sie hält, könnte der SMI gerne wieder auf 6200 steigen.

Wenn nicht, haben wir einen bestätigten Abwärtstrend mit Kursziel so um 5500.

Entlastung brächte hingegen ein Ausbruch über 6350.

Happy Trading

Marcus

Ben
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SMI im September 2010

Danke für die September-Eröffnung.

Schönen Abend und Gruss

Ben

Ramschpapierhaendler
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SMI im September 2010

Herzlichen Dank auch von mir! Smile

(Wolltest du nicht noch was zum Gold jeweils zu Beginn des Monats schreiben? Oder hab ich das falsch verstanden? :oops: )

marcello
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world's 50 safest banks 2010

Bin gerade über ein interessantes Ranking gestolpert...

http://www.gfmag.com/tools/best-banks/10533-worlds-50-safest-banks-2010....

Die 50 sicherersten Banken der Welt. Unsere ZKB ist auf Platz 3...not bad. CS hats auch noch unter die top 50 geschafft:-)

Broker Test

Popeye.
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SMI im September 2010

Ramschpapierhaendler wrote:

Herzlichen Dank auch von mir! Smile

(Wolltest du nicht noch was zum Gold jeweils zu Beginn des Monats schreiben? Oder hab ich das falsch verstanden? :oops: )

Das hat diesesmal jemand anderer übernommen Wink

http://www.system22.de/Marktkommentar2010_08_31.pdf

Aber wie immer eine wunderbare, interessante und lehrreiche Einführung - Kompliment und Dank an MarcusFabian

"Jeder der glaubt, dass exponentielles Wachstum in einer endlichen Welt für immer weitergehen kann, ist entweder verrückt oder ein Wirtschaftswissenschaftler." -- Kenneth Boulding

weico
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SMI im September 2010

Popeye wrote:

Ramschpapierhaendler wrote:
Herzlichen Dank auch von mir! Smile

(Wolltest du nicht noch was zum Gold jeweils zu Beginn des Monats schreiben? Oder hab ich das falsch verstanden? :oops: )

Das hat diesesmal jemand anderer übernommen Wink

http://www.system22.de/Marktkommentar2010_08_31.pdf

Ronald Gehrt schreibt wirklich sehr sachlich (..auch über Gold)

Treffend wie er im Artikel (be)schreibt:

"Es geht mir dabei nicht um die übliche und penetrante Panikmache vor Hyperinflation und

Geldentwertung. Wenngleich ich hinsichtlich der mittel- und langfristigen Perspektiven des

Euro wenig Hoffnung habe, so ist dies doch für den Augenblick kein Argument."

P.S..zudem sehr wohltuend in seinen Ausführungen ist,dass er nicht gleich bei jedem Artikel über "den Teich" schaut und einen auf "Ami-Basher" macht... :oops:

weico

tolggoe28
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SMI im September 2010

Bin gespannt ob unsere Exportwirtschaft im letzten Monat Q3 durch die Frankenstärke abgewürgt wird und den SMI ins Jenseits befördert. :roll: Ob Interventionen gut oder schlecht sind will ich nicht weiter interpretieren aber 2% in 2 Tagen als wenn das nicht Mrd. vernichtet......

orangebox
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SMI im September 2010

Auch von mir ein herzliches Dankeschön für die Eröffung des September Threads Wink

querschuesse.de

in_God_we_trust
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Re: SMI im September 2010

Auch ich bedanke mich für Deine Eröffnung und dass meine Beiträge trotz öfterer Erregung öffentlichen Aergernisses hier einigermassen geduldet werden. :oops:

MarcusFabian wrote:

Insofern ist derzeit weder ein Bullenmarkt noch ein erneutes Abgleiten in eine neue Rezession eingepreist.

Folgerung: Sollten sich Zeichen in die eine oder andere Richtung am Horizont anzeigen, dürften Kursausschläge von 20% nach oben oder unten problemlos möglich sein.

Mir ist aufgefallen, dass Kursabschläge von 20% oft in wenigen Tagen erfolgen können, Kursanstiege von 20% aber meist mindestens einige Monate dauern.

Dabei häufen sich die Kursabschläge von 20% in den Monaten August bis Oktober.

Frage:

1) Wie hoch siehst Du die Wahrscheinlichkeit eines Kursabschlags von ca. 20% diesen Früh-Herbst?

2) Falls es tatsächlich bald in diese Richtung geht, denkst Du, dass es dem FED gelingen wird, dies zu verhindern und wenn ja, wie?

3) Wenn der Markt jetzt tatsächlich nochmals stark fällt, werden wir danach ein Rally bis ca. Mai 2011 sehen?

Gruss

iGwt

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

MarcusFabian
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SMI im September 2010

weico wrote:

P.S..zudem sehr wohltuend in seinen Ausführungen ist,dass er nicht gleich bei jedem Artikel über "den Teich" schaut und einen auf "Ami-Basher" macht... :oops:

Wenn man ein Problem verstehen will, muss man die Ursache erkennen.

Und die Ursache für die - mittlerweile globale - Finanzkrise ist "Made in the USA"

MarcusFabian
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Re: SMI im September 2010

in_God_we_trust wrote:

Mir ist aufgefallen, dass Kursabschläge von 20% oft in wenigen Tagen erfolgen können, Kursanstiege von 20% aber meist mindestens einige Monate dauern.

Das ist wie an der Kinokasse: So 45 Min. vor Beginn des Filmes, treffen die ersten Leute ein. Es werden immer mehr, 15 Min vor Filmbeginn gibt's eine ordentliche Schlange aber 2 Min vor Filmbeginn ist kaum noch einer an der Kasse.

Wenn der Film zu ende ist, geht's viel schneller. Da wollen alle gleichzeitig raus und in 2 Min ist der Saal leer.

Gier ist eine Emotion, die schleichend wächst.

Panik ist eine akute Reaktion.

Deshalb sinken Kurse schneller als sie steigen. Deshalb ist die Volatilität bei sinkenden Kursen höher und deshalb rentieren Puts auch besser als Calls, weil sie die steigende implizite Vola auf ihrer Seite haben.

in_God_we_trust wrote:

Frage:

1) Wie hoch siehst Du die Wahrscheinlichkeit eines Kursabschlags von ca. 20% diesen Früh-Herbst?

2) Falls es tatsächlich bald in diese Richtung geht, denkst Du, dass es dem FED gelingen wird, dies zu verhindern und wenn ja, wie?

3) Wenn der Markt jetzt tatsächlich nochmals stark fällt, werden wir danach ein Rally bis ca. Mai 2011 sehen?

1) Bei vielleicht 30%. Wer kann schon vorhersehen, dass demnächst katastrophale Wirtschaftsdaten zu einem Verkaufsrausch führen werden?

2) Die FED kann nichts anderes tun als Geld zu drucken. Und genau das wird sie tun. Ob die Banken dann aber weiterhin die Gratis-Kredite der FED in Aktien stecken werden und nicht in Orangensaft oder Schweinebäuche ... ?

3) Ich hoffe nicht. Wenn es schon runtergeht, dann bitte nicht nur um 20% sondern gleich durchsacken bist zum Boden. Dann eine ordentliche Bereinigung und dann Start eines neuen aber nachhaltigen Bullenmarktes.

Aber es ist gut möglich, dass der übergeordnete Bärenmarkt stufenweise und über mehrere Bärenmarktrallies nach unten läuft.

fort knox
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SMI im September 2010

prägnant zusammengefasst, sollte man sich folgende szenarien in's bewusstsein rufen:

- man stelle sich vor, morgen beginnt der aufschwung! und kaum einer merkt's.

- man stelle sich vor, morgen reiten wir weiter durch den nebel. alle hinterher, aber niemand kennt den weg.

- man stelle sich vor, morgen stehen wir vor dem abgrund, und kaum einer merkt's.

welches szenario beschreibt am nahesten die jetzige situation?

solange regierungen, banken und mainstream-medien vor allem die ersteren zwei proklamieren, tendiere ich zum dritteren. stetig hoffend, dass es nicht so kommt.

soweit meine non-chart-analyse.

"Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." A.E.

MarcusFabian
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SMI im September 2010

Eine Kombination aus 2 und 3:

Wir reiten durch den Nebel auf den Abgrund zu - und keiner merkt's Wink

Wobei ich das sofort relativieren muss, denn sonst wirft man mir wieder "Weltuntergangs-Verschwörungstheorien" vor:

Inflation - Hyperinflation - Währungsreform ... wäre zwar ein dramatischer aber kurzer Einschnitt in unser Leben. Weit kürzer und deshalb auch weit weniger schlimm als eine lange Depression mit all den nötigen Firmenkonkursen, hoher Arbeitslosigkeit und Armut.

Karat1
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SMI im September 2010

fort knox wrote:

- man stelle sich vor, morgen reiten wir weiter durch den nebel. alle hinterher, aber niemand kennt den weg.

Wer reitet durch Nacht und Wind,

ein Börsianer mit sturem Grind!

Die Börse ist halt kein Wunschkonzert. Man muss aus jeder Situation das Beste machen. Unser Handeln muss

der zukünftigen Entwicklung der Märkte angepasst werden. Die Märkte werden sich nicht uns anpassen.

Auch von mir ein herzliches Dankeschön an Marcus Fabian. Deine Arbeit hier im Forum ist ja sehr aufwändig und nicht selbstverständlich.

Karat

Meveric
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SMI im September 2010

Jaja ihr lieben

Sitze gerade im bett in los angeles und geniesse meine usa ferien. Natürluch konnte ich es nicht lassen und habe ab und zu im forum vorbei geschaut. Last euch von den letzten konsumentendaten nicht täuschen, die wurden wegen mir vermutlich in die höhe geschraubt Wink

Danke mf für deine september eröffnung. Sehe ich ähnlich, mit dem unterschied, dass und jetzt kommt es.....

Die usa drucken geld wie wild. Aber warum vergleichen wir alles immer nur mit dem BIP? Was ist mit all dem reichtum den sich die usa mit dieser geldpolitik geschaffen hat? Niemand spricht von den weltgrössten firmen, labels, amerikanischen patenten, wissenschaft, raumfahrt und das wichtigste, all die bodenschätze die das land noch verfügt. Sei es diamanten, gold und vorallem oel.

Wir haben nun mit dem wagen ca. 3500 kilometer zurückgelegt. Dabei haben wir festgestellt, dass ca. 3000 kilometer davon, hauptsächlich im westen, wie entwicklungsland aussehen. Da gab es ausser ein paar häuser und tankstellen, nichts.

Wink

Grüsse aus amerika

MarcusFabian
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SMI im September 2010

Meveric wrote:

Aber warum vergleichen wir alles immer nur mit dem BIP? Was ist mit all dem reichtum den sich die usa mit dieser geldpolitik geschaffen hat?

Zum einen: Das neu gedruckte Geld fliesst ins BIP. Das ist zwar meiner Meinung nach falsch, denn es macht einen Unterschied, ob ein Land mehr echte Güter, Waren, Dienstleistungen produziert oder nur Geld druckt aber offiziell ist das so.

Zum zweiten: Mit Geldpolitik wird kein Reichtum geschaffen. Das ist der Irrglaube, dem aber viele unterliegen. Ansonsten wäre Simbabwe wohl das reichste Land der Welt.

in_God_we_trust
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Re: SMI im September 2010

MarcusFabian wrote:

Das ist wie an der Kinokasse

Ausgezeichneter Vergleich!

MarcusFabian wrote:

Ich hoffe nicht. Wenn es schon runtergeht, dann bitte nicht nur um 20% sondern gleich durchsacken bist zum Boden. Dann eine ordentliche Bereinigung und dann Start eines neuen aber nachhaltigen Bullenmarktes.

Aber es ist gut möglich, dass der übergeordnete Bärenmarkt stufenweise und über mehrere Bärenmarktrallies nach unten läuft.

Da muss man nur aufpassen, dass man nicht dem wishful thinking verfällt.

Ich fühle mich in einem Bullenmarkt, sofern das Gelddrucken langsam zum Enduser vordringen kann. Andernfalls hast Du recht. Bei zunehmender Deflation ginge es nur noch bergab. Aber das werden unsere Notenbanker niemals zulassen.

Fazit: Nach einem Rücksetzer im September oder Anfangs Oktober geht der Bullenmarkt weiter (unterstützt durch zunehmende Inflation bis max. 5% in zwei Jahren).

Gruss
iGwt

"Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und euch spät erst niedersetzt, um das Brot der Mühsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf." ( Psalm 127:2 )

in_God_we_trust
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SMI im September 2010

MarcusFabian wrote:

denn es macht einen Unterschied, ob ein Land mehr echte Güter, Waren, Dienstleistungen produziert oder nur Geld druckt aber offiziell ist das so.

Zum zweiten: Mit Geldpolitik wird kein Reichtum geschaffen.

Mit Geldpolitik allein nicht. Das Land produziert schon, aber zugegebenermassen zu wenig. If GWB was living (würde MJ singen), dann gingen die Steuern runter, die Staatsausgaben runter und die Wirtschaft würde wieder florieren. So einfach ist das. GWB würde den Amerikanern wieder Mut machen, zu Höchstleistungen anspornen à la "yes, we can!". Smile

Leider hören wir von Obama nichts in dieser Richtung. Er will nicht mal mehr zum Mond und zum Mars! Kein Mut, keine Visionen, nichts. Sad

Gruss
iGwt

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SMI im September 2010

in_God_we_trust wrote:

If GWB was living (würde MJ singen), dann gingen die Steuern runter, die Staatsausgaben runter und die Wirtschaft würde wieder florieren. So einfach ist das. GWB würde den Amerikanern wieder Mut machen, zu Höchstleistungen anspornen à la "yes, we can!". Smile

Wovon zum Teufel redest Du? GWB wäre der Letzte gewesen, der das Ruder noch hätte rumreissen können... stattdessen hat er das Land mit Phantomkriegen und Geschenken an seine Spezis vollends ruiniert.

GWB ist der Totengräber der USA.

MarcusFabian
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Re: SMI im September 2010

in_God_we_trust wrote:

Ich fühle mich in einem Bullenmarkt, sofern das Gelddrucken langsam zum Enduser vordringen kann.

Die Betonung liegt auf "fühle".

Die Gelddruckerei kommt den Banken zu Gute.

Was dem Enduser, dem Konsumenten, Steuerzahler, der Wirtschaft bleibt, sind die daraus resultierenden Schulden.

Nie vergessen: Gelddruckerei bedeutet Ausweitung der Kredite, also Ausweitung der Schulden.

Klar kannst Du zur Bank gehen, Fr. 10'000 aufnehmen und eine Woche lang Shoppen gehen und Party feiern. Aber deshalb bist Du nicht reicher sondern ärmer. Auch wenn Du Dich eine Woche lang reich fühlst.

Wenn dereinst alle Schulden vernichtet sind (über den Weg dorthin kann man streiten), dann kann ein neuer Bullenmarkt starten. Vorher nicht.

CrashGuru
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SMI im September 2010

Meveric wrote:

Wir haben nun mit dem wagen ca. 3500 kilometer zurückgelegt. Dabei haben wir festgestellt, dass ca. 3000 kilometer davon, hauptsächlich im westen, wie entwicklungsland aussehen. Da gab es ausser ein paar häuser und tankstellen, nichts.

Wink

Grüsse aus amerika

Tja, das haben wir vor etwa 25 Jahren auch gemacht. Da gab es damals auch "nichts"..... Einen zweiten Hoover-Damm können sie nicht bauen und aus den Steinen kommt kein Wasser. Oel hat es da auch immer weniger, sonstige Ressourcen auch nicht. Entwicklung ?

Überigens, das Wasser geht zudem noch aus für LasVegas :cry:

Merced
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SMI im September 2010

MarcusFabian wrote:

Zum einen: Das neu gedruckte Geld fliesst ins BIP. Das ist zwar meiner Meinung nach falsch, denn es macht einen Unterschied, ob ein Land mehr echte Güter, Waren, Dienstleistungen produziert oder nur Geld druckt aber offiziell ist das so.

Sorry, das verstehe ich nicht. In wie fern soll Geldschöpfung das BIP direkt beeinflussen?

Hier die klassische Definition des Gross Domestic Product (aus Wikipedia):

“Y = C + I + G + (X − M)

GDP (Y) is a sum of Consumption (C), Investment (I), Government Spending (G) and Net Exports (X - M).”

Der Kauf von Finanzanlagen gilt als “Sparen” und fliesst nicht in diese Definition ein, um Doppelzählungen zu vermeiden. Gezählt werden Ausgaben für Güter und Dienstleistungen. Anders herum definiert, werden die Zuflüsse an Einkommen zusammengerechnet, was wiederum das BIP ergibt. Geldschöpfung durch die Nationalbank ist weder direktes Einkommen, noch Konsum, noch Investition.

Die einzige Möglichkeit, wie Geldschöpfung momentan Eingang in diese Gleichung findet, ist über die Inflation, indem die Güter und Dienstleistungen (für Konsum und Investitionen) zu mehr Geldeinheiten gemessen werden. Demnach müsste man Veränderungen im BIP um die Inflationsrate korrigieren; diese wiederum ist zur Zeit aber ziemlich mickrig. Das neu geschaffene Geld bleibt im Finanzsystem (d.h. zwischen Zentralbank und Geschäftsbanken hängen) und findet somit keinen direkten Eingang ins BIP. Zu "normalen Zeiten" würde die Geldschöpfung übers Bankensystem via Kredite an die "Realwirtschaft" gehen, das findet aber heute nur in gerigem Masse statt; sog. Kreditkrise.

Oder habe ich da etwas missverstanden?

Mit freundlichen Grüßen

MarcusFabian
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SMI im September 2010

Merced wrote:

Geldschöpfung durch die Nationalbank ist weder direktes Einkommen, noch Konsum, noch Investition.

Government spending Wink

Der Staat druckt T-Bonds im Wert von 1 Billion, gibt sie der FED und die überweist dafür $1 Billion auf ein Konto des Staates.

Was macht der Staat jetzt mit dieser Billion auf seinem Konto?

Richtig. er gibt sie aus. Ob sinnvoll oder sinnlos sei mal dahingestellt.

weico
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Re: SMI im September 2010

in_God_we_trust wrote:

Bei zunehmender Deflation ginge es nur noch bergab. Aber das werden unsere Notenbanker niemals zulassen.

Aha.. Wink

Unser Notenbanker sind sicherlich viel Gescheiter als die von Japan,gell ...:roll: :oops:

weico

MarcusFabian
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SMI im September 2010

Wisst ihr, warum der liebe Gott Notenbanker und Analysten erschaffen hat?

Damit die Wetterfrösche besser aussehen. Blum 3

weico
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SMI im September 2010

MarcusFabian wrote:

weico wrote:

P.S..zudem sehr wohltuend in seinen Ausführungen ist,dass er nicht gleich bei jedem Artikel über "den Teich" schaut und einen auf "Ami-Basher" macht... :oops:

Wenn man ein Problem verstehen will, muss man die Ursache erkennen.

Und die Ursache für die - mittlerweile globale - Finanzkrise ist "Made in the USA"

Aha.. Lol

Dann können die Spanier,Griechen,Isländer,Iren,EURO-Befürworter usw. ja ganz beruhigt sein,dass nicht sie selber sondern die "Amis" für all Ihre Schulden/Fehler verantwortlich sind . :roll:

weico

MarcusFabian
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SMI im September 2010

Nein.

Aber trotzdem ist die Finanzkrise in den USA erzeugt und ausgelöst worden.

Merced
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SMI im September 2010

MarcusFabian wrote:

Merced wrote:
Geldschöpfung durch die Nationalbank ist weder direktes Einkommen, noch Konsum, noch Investition.

Government spending Wink

Der Staat druckt T-Bonds im Wert von 1 Billion, gibt sie der FED und die überweist dafür $1 Billion auf ein Konto des Staates.

Was macht der Staat jetzt mit dieser Billion auf seinem Konto?

Richtig. er gibt sie aus. Ob sinnvoll oder sinnlos sei mal dahingestellt.

Nun ja, aber wenn's über's FED kommt (der Staat sich also selbst Kredit gibt), sollte es in Inflation enden. Tut es zur Zeit aber nicht.

Dann gibt's ja auch welche, die sagen: eine Erhöhung von G senkt C und I, weil diese sich gegenseitig verdrängen. Hier so ein Beispiel:

http://s3.amazonaws.com/thf_media/2010/pdf/bg_2354.pdf

Ist auch mein Ansatz. Government Spending ist nichts anderes wie Umverteilung, in welcher Form und Art auch immer.

mfG

plenaspei
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SMI im September 2010

Merced wrote:

Nun ja, aber wenn's über's FED kommt (der Staat sich also selbst Kredit gibt), sollte es in Inflation enden. Tut es zur Zeit aber nicht.

mfG

Das kommt ja Zeit verschoben, eine Inflation würde bedingen, dass das frisch gedruckte Geld bis zum Enduser kommen würde.

Die Makrozahlen der Konsumentenzahlen sagen allerdings klar aus, dass das bis jetzt nicht der Fall ist.

Nur darf nicht vergessen werden, dass der Arbeitsmarkt den Privatkonsum überhaupt ermöglichen und in Amerika macht Privatkonsum den mit Abstand grösster Anteil am BIP aus.

Allerdings ist auch zu beachten, wenn nur das Wachstum und nicht die Wirtschaft schrumpft geht es trotz allem nach oben und vielleicht ist dieses Tempo auch gesünder.

Zurzeit sehe ich das Risiko einer Disflation am grössten.

MarcusFabian
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SMI im September 2010

Merced wrote:

Nun ja, aber wenn's über's FED kommt (der Staat sich also selbst Kredit gibt), sollte es in Inflation enden. Tut es zur Zeit aber nicht.

Inflation schon aber noch keine Teuerung. Im übrigen pumpt der Staat das Geld von der FED und nicht von sich selbst. Die Fed ist ja bekanntlich eine Privatbank und keine staatliche Institution.

Merced wrote:

eine Erhöhung von G senkt C und I, weil diese sich gegenseitig verdrängen.

... sofern das BSP konstant bleibt. Guck Deine Formel oben!

plenaspei
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SMI im September 2010

MarcusFabian wrote:

Nein.

Aber trotzdem ist die Finanzkrise in den USA erzeugt und ausgelöst worden.

Genau wie alle anderen zuvor auch.

Es liegt sicher zum Teil in der Mentalität:

Der Ami hat eine Idee für ein Produkt, nimmt sofort einen Kredit auf und verkauft dieses Produkt obwohl es noch nicht existiert.

Der Europäer hat eine Idee, entwickelt einen Prototyp, prüft diesen was er wirklich aushält bis er kaputt geht, entwickelt einen verbesserten Prototyp prüft weiter…. ach kein Wunder sind wir nirgends die Ersten.

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