Swissfirst - Spiel mit dem Feuer oder günstiger Einstieg

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18.08.2006 19:12
#1
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Swissfirst - Spiel mit dem Feuer oder günstiger Einstieg

SWISSFIRST UNTER DRUCK

Die Aktien der Privatbank Swissfirst sackten vorübergehend fast 20 Prozent ab. Zuletzt notierten sie um 15 Prozent tiefer bei 79,50 sfr.

In jüngster Zeit war Swissfirst stark kritisiert worden. Nun teilte die Bank mit, sie habe eine Investmentbank mit der Prüfung sämtlicher strategischer Optionen beauftragt. Insbesondere gehe es um den Verkauf der gesamten Gruppe beziehungsweise einzelner operativer Einheiten.

Im ersten Halbjahr steigerte Swissfirst den Gewinn um 87,6 Prozent auf 41,2 Millionen sfr und die verwalteten Vermögen auf 11,626 Milliarden sfr.

Abgesehen von Swissfirst legten auch andere, meist kleinere Unternehmen ihren Zwischenbericht vor. Diese seien daher interessant, weil sie mehr Aufschluss über den Stand der Binnenwirtschaft geben würden als die grossen. "Sie produzieren meist hier", sagte ein Händler.

Werde Swissfirst auf jeden Fall auf meine Watchliste setzen.

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D | a | n | g | e | r | m | o | u | s | e

14.03.2008 11:14
Bild des Benutzers zuerihegel73
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Swissfirst - Spiel mit dem Feuer oder günstiger Einstieg

Emittent Bellevue Group AG

Transaktionsdatum 13.03.2008 von einem Exekutiven Verwaltungsratsmitglied / Mitglied der Geschäftsleitung

Art der Transaktion Erwerb von 35'000 Titeln im Betrag von 2'487'625.00 CHF (entspricht 71.08 CHF / Titel)

Art der Effekte Beteiligungsrechte

ISIN CH0028422100

Bedingungen des Produktes n/a

14.03.2008 09:14
Bild des Benutzers revinco
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Swissfirst: Das Ende einer grossen Affäre

Der Vorhang fällt. Thomas Matter und Rumen Hranov stoppen alle Zivilklagen gegen einander. Das ist faktisch das Ende der Swissfirst-Affäre, verkündet ausgerechnet durch jene beiden, die sich zweieinhalb Jahre nichts geschenkt haben. Auf der einen Seite der Ex-Bankchef, der mit der heiklen Fusion zwischen Swissfirst und Bank Bellevue alles in Gang setzte. Und auf der andern der Swissfirst-Aktionär, der sich düpiert sah, entgangene Millionen reklamierte und mit einer Anzeige für Schub sorgte.

Ausgerechnet diese beiden unerbittlichen Kontrahenten finden nun unter Mithilfe ihrer Anwälte zusammen und einigen sich darauf, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Was als private Fehde begann, endet als privater Vergleich zweier Geschäftsleute. Es ist im höchsten Grad unwahrscheinlich, dass die Zürcher Staatsanwaltschaft noch Anklage gegen Matter erhebt. Dafür hat sie zu wenig in den Händen.

Die Swissfirst-Affäre war trotzdem eine nationale Affäre. Der Grund: Matter wurde vorgeworfen, er habe Pensionskassenmanager bestochen, um an Swissfirst-Aktien zu gelangen. Diese brauchte er für die Fusion.

Die darauf einsetzende Debatte zeigte: Im Pensionskassensystem der Schweiz stimmte einiges nicht. Experten erklärten öffentlich, wie Pensionskassenverwalter von den Banken privat begünstigt würden. Die Staatsanwaltschaft begann zu ermitteln, und prompt ging ein Pensionskassenmanager ins Netz. Der Siemens-Manager gestand, allerdings nicht im Fall Swissfirst. Obschon dieser Manager regelmässigen Kontakt zu Swissfirst hielt und auch Matter kannte, konnten die Behörden hier nie illegale Praktiken nachweisen.

Trotzdem kostete die Krise Matter den Kopf. Zum Verhängnis geworden ist ihm nicht ein nachweisbares und juristisch ahndbares Vergehen (obwohl ihn die Bankenkommission wegen geringerer Vergehen in seltener Schärfe rügte). Mitentscheidend war die Medienlawine. Vor allem aber zollte Matter vorgängig der obersten Pflicht als Banker zu wenig Tribut: die Diskretion um jeden Preis zu verteidigen. So heikel diese faktische Banker-Pflicht ist: Hätte sich Matter mit Hranov im frühen Stadium arrangiert, wäre seine Karriere anders verlaufen.

Denn zweifellos war zwischen Matter und Hranov etwas vorgefallen, das letzteren erst dazu brachte, die bis dahin unverletzte Diskretion aufzugeben. Hranov sprach in diesem Zusammenhang mehrmals vom Wortbruch Matters.

Was immer auch wirklich vorgefallen war: Jetzt, am Ende, finden die beiden wieder zu den Anfängen zurück. Auf beiden Seiten heisst es zu den Konditionen der aussergerichtlichen Einigung, allfälligen Geldzahlungen oder emotionalen Befindlichkeiten in stoischer Übereinstimmung: Kein Kommentar. Diskretion ist alles.

© Tamedia AG

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

07.11.2006 17:53
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Swissfirst - Spiel mit dem Feuer oder günstiger Einstieg

juckern wrote:

hat sie den boden gefunden ??? warten auf gute info und dann rauf???

Sieht derzeit fast so aus...pendelt momentan so zwischen 75-80...aber solange sich kein klarer Trend bildet würde ich nicht unbedingt einsteigen...

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07.11.2006 17:39
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Swissfirst - Spiel mit dem Feuer oder günstiger Einstieg

hat sie den boden gefunden ??? warten auf gute info und dann rauf???

31.08.2006 17:16
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Swissfirst - Spiel mit dem Feuer oder günstiger Einstieg

Da meine kurzfr. Strategie bei SWF fehlgeschlagen ist (erhoffte mir einen Rebound von CHF 80 aus...hatte ich meine Papiere gestern bei CHF 76 verkauft und bin nun eine Short Position eingegangen.

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30.08.2006 09:57
Bild des Benutzers Discoverer
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Vontobel wrote:

Das habe ich auch gelesen :)...we'll see what the zukunft bringen wird Wink

Zürich (AWP) - Die Credit Suisse (CS) erhält von der Swissfirst AG das Mandat

zur Prüfung der strategischen Optionen für die Neuausrichtung der Gruppe. Der

Prozess werde zügig vorangetrieben, Ziel sei, die einzelnen Geschäftsbereiche

in eine neue Struktur zu überführen, teilte Swissfirst am Dienstag mit.

Wie sind nun die Aussichten für Swissfirstaktien?

Sollte man jetzt kaufen oder abwarten.

Erfindung, Euphorie, Aktiencrash, technologischer Durchbruch

26.08.2006 21:48
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Swissfirst - Spiel mit dem Feuer oder günstiger Einstieg

Das habe ich auch gelesen :)...we'll see what the zukunft bringen wird Wink

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26.08.2006 21:25
Bild des Benutzers Kapitalist
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Swissfirst - Spiel mit dem Feuer oder günstiger Einstieg

Am Freitag stand im Tagi, dass eine Übernahme auf der aktuellen Börsenkapitalisierung viel zu teuer sei, da man vor allem nicht wisse wie viele Kunden sich von Swissfirst noch trennen würden.

Besser reich und gesund als arm und krank!

26.08.2006 19:01
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Derzeit siehts so aus als wäre meine Spekulation total in die Hose gegangen...aber total BiggrinBiggrinBiggrinBiggrinBiggrin

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23.08.2006 18:24
Bild des Benutzers Jodellady
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Swissfirst - Spiel mit dem Feuer oder günstiger Einstieg

Gehen schon wieder neue gerüchte rum, dass evtl mitglieder von swissfirst sie selber kaufen wollen (hab heute nur was kurz in der achsotollen zeitung "heute" gelesen :D)......

PS: Ne ich lese sie sonst nicht ;D.. finde es nur papierverschwendung

23.08.2006 18:08
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Nice to know...

Kauft Vontobel die Swissfirst?

Die Bank Vontobel hat im ersten Halbjahr den Reingewinn um mehr als die Hälfte auf 130,6 Mio. Franken gesteigert. Nun prüft Vontobel den Kauf der Bank Swissfirst.

Vontobel habe aus den Medien erfahren, dass die in die Schlagzeilen geratene Swissfirst den Verkauf erwäge, sagte Geschäftsführer Herbert Scheidt auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP: «Wir werden prüfen, ob Swissfirst zur Vontobel-Gruppe passen würde.»

Wachstumsinitiativen habe die Vontobel-Gruppe zurzeit aber vornehmlich in Ost- und Mitteleuropa geplant. Die Betreuung der ost- und mitteleuropäischen Kunden soll dabei verstärkt von den Standorten Zürich, Genf und Wien aus erfolgen und die Zahl der Kundenberater deutlich ausgebaut werden.

Dabei zeigte sich Scheidt zuversichtlich, dass es Vontobel, trotz des zurzeit herrschenden Krieges um «Talente» in der Finanzbranche gelingen werde, das Personal wunschgemäss zu verstärken.

Im vergangen Halbjahr war der Personalbestand um 108 Vollzeitstellen auf 1024 Mitarbeitende angewachsen. Davon stammen 65 Stellen aus der übernommenen Hedge Funds-Gesellschaft Harcourt Investment Consulting.

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23.08.2006 16:19
Bild des Benutzers revinco
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Swissfirst - Spiel mit dem Feuer oder günstiger Einstieg

Das ist gut, dass Du den CASH-Guru ansprichst Biggrin

Ich verstehe nicht was er damit meint

Quote:

Sulzer - Trader bleiben dabei, sehen höhere Kurse, UBS geht auf kaufen, bleibt aber auf 1200

Momentan ist der Kurs bei 948.00 und die 1200.00 Marke relative weit weg. Wenn man jetzt in diese Aktie investiert, würde eine ganz schöne Summe darausfolgen wenn die 1200 erreicht wird - warum dann "bleibt aber"... ist für mich eher vorsichtig ausgedrückt...?[/b]

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22.08.2006 08:39
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Börsenguru meint: Swissfirst - Trader sehen weiter tiefere Kurse.

Hmmm...in diesem Falle spekuliere ich gegen die Trader...

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21.08.2006 23:12
Bild des Benutzers Vontobel
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Übrigens, wer bei Advanced Digital auf die Analysten gehört hat hat nichts verdient. Ca. 4 Wochen als ich bei ADBN eingestiegen bin (Bin ehrlich gesagt viel zu früh wieder raus) sind die Aktien bereits um kurzfristig 65% gestiegen.

Nicht schlecht für ein Sell Kandidat.

Auch bei SWF wird sich die Lage wieder beruhigen. Die Frage ist nur wann.

Aber es wäre ja gar nicht witzig wenn wir wüssten wann. Das macht doch Spass drauf zu wetten Biggrin

Das ist genau ein gutes Beispiel wo eine höhere Rendite nur mit gleichzeitig hoher Risikobereitschaft einhergeht.

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21.08.2006 18:02
Bild des Benutzers Vontobel
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Wir sind zwar heute mal ganz kurfristig (ein komischer Deal...) auf 78.85 gerurtscht um 17.08 konnten aber mit 80 schliessen.

Ich hoffe/gehe davon aus, dass die Unterstüzung bei CHF 80.-- hält.

Klar geht es nun noch um den weiteren Newsflow.

Meine Spekulation zielt darauf ab, dass wir in eins zwei Wochen, Kurse zwischen 80-90 sehen. Mal schauen obs in die Hosen geht oder nicht...I'll keep cool'n relaxed... 8)

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21.08.2006 15:17
Bild des Benutzers Vontobel
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Hab mal spekulativ 250 Titel gekauft bei 79.75. Kann mir vorstellen, dass wir vorerst mal tiefe Kurse gesehen haben. Hoffe lediglich auf einen kleinen Rebound...das reicht mir schon Biggrin

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21.08.2006 13:02
Bild des Benutzers Asterion
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Swissfirst ist total unsicher. Finger weg! Niemand weiss wie stark der Kundengeldabfluss zur Zeit ist, aber wenn der Ruf erst mal weg ist, kann das schnell gehen...

Gruss

Asterion

21.08.2006 12:16
Bild des Benutzers revinco
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Also ich würde frühestens bei 70 einsteigen, wenn nicht noch tiefer. Ansonsten warten bis sich die Lage beruhigt hat und in September nochmals ein Auge draufhalten.

Ausser wenn jemand ein begründetes Kommentar zufügen möchte, warum es von nun an stabil aufwärts gehen könnte?

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

19.08.2006 13:19
Bild des Benutzers Kapitalist
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Ab welchen Kursen würdest du einen Einstieg sehen, Hans?

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19.08.2006 12:19
Bild des Benutzers Hans
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Quote:

Selbst der tiefere Kurs hält uns von einer Verkaufsempfehlung nicht ab.

Sell !

Gruss Hans

19.08.2006 12:03
Bild des Benutzers Kapitalist
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Swissfirst - Spiel mit dem Feuer oder günstiger Einstieg

Hier noch ein Artikel aus der heutigen FuW:

"Die Eigentümer der Bankengruppe suchen den radikalen Befreiungsschlag

Angeschlagene Swissfirst steht zum Verkauf

Von Clifford Padevit

Die Verantwortlichen von Swissfirst haben genug. Wie am Freitag angekündigt, wird demnächst eine internationale Investmentbank beauftragt, «unverzüglich sämtliche strategischen Optionen» für die Bank zu prüfen. Mit anderen Worten wollen sich die führenden Köpfe des Zusammenschlusses der Swissfirst und der Bellevue-Holding von ihrem Kind trennen. Offenbar ist den grössten Aktionären – Thomas Matter (Chief Executive Officer), Martin Bisang (VR-Präsident), Hans-Jörg Graf und Daniel Schlatter (Verwaltungsräte) – der öffentliche Druck zu gross geworden.

Hauptaktionäre in der Pflicht

Sie bieten Swissfirst als Gruppe oder einzelne Einheiten zum Verkauf. Wird die Gruppe veräussert, geben Geschäftsleitung und Verwaltungsrat ihre Ämter auf. Die Massnahmen seien unumgänglich, um das Geschäft und die Interessen der Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre zu schützen. Swissfirst bekräftigte, die Fusion sei einwandfrei gewesen, wie Gutachten bewiesen. Auch um die Chancen eines Verkaufs zu erhöhen, verpflichten sich die Hauptaktionäre, pendente Verfahren und Forderungen zu übernehmen.

Der Zusammenschluss von Bellevue-Holding und Swissfirst im letzten Herbst war von der breiten Öffentlichkeit noch nicht wahrgenommen worden. Der Aktienkurs sprang nach dem Zusammenschluss in die Höhe (siehe Grafik). Als später auf eine Kapitalerhöhung verzichtet und stattdessen eine Anleihe zur Finanzierung der Transaktion aufgenommen wurde, stieg der Kurs weiter.

Erste Fragezeichen rund um die Fusion tauchten auf, als sich Grossaktionär Rumen Hranov im November zu Wort meldete. Er hatte die Hälfte seines Aktienpakets hergegeben und erhob Klage, weil er sich falsch informiert fühlte. Die Geschichte geriet in Vergessenheit, bis im Juli die «NZZ am Sonntag» enthüllte, dass auch mehrere Pensionskassen zumindest einen Teil ihres Bestands vor der Fusion verkauft hätten.

Dieser Bericht löste ein ungeahntes Medienecho aus. Lange Zeit bezog Swissfirst keine Stellung, bis CEO Thomas Matter in der «Handelszeitung» seinen Standpunkt bekräftigte, dass die Fusion mit rechten Dingen abgelaufen sei. In der Folge blieben die Eigentümer und das Management unter Druck, sich zu erklären. Das Misstrauen gegenüber den Verantwortlichen und der Bank wuchs. Niemand unternahm aber den Effort, Vertrauen zu schaffen.

Vertrauensverlust

Im Bankgeschäft ist Vertrauen die Grundlage jeder Geschäftsbeziehung. Tatsächlich spürt Swissfirst den Druck der Kunden. Gemäss einem Sprecher sind noch keine grossen Kunden abgesprungen. Schwierigkeiten gebe es aber in der Akquisition neuer Kunden. Weil die Berichterstattung erst seit Ende Juli zugenommen hat, sind allfällige Auswirkungen auf das Geschäft noch nicht in den Halbjahreszahlen ersichtlich.

Die neue Taktik der bestimmenden Figuren kommt einem radikalen Befreiungsschlag gleich. Die Bellevue-Einheiten geniessen im Markt immer noch einen guten Ruf. Von der Bellevue stammen auch die Beteiligungsvehikel BB Biotech und BB Medtech. Allein dafür sollte es mehrere Interessenten geben. Aber auch die Vermögensverwaltungssparten dürften für mehrere Banken grossen Wert haben. Swissfirst verwaltete Mitte Jahr 11,6 Mrd. Fr. Für die Bewertung der Bank als Ganzes sind die Vermögen zumindest für das Private banking und das Asset management (zusammen 8,1 Mrd. Fr.) eine Rechnungsgrundlage. Der Preis für die Assets müsste allerdings an die Anzahl übernommener Kunden geknüpft sein.

Die Verantwortlichen wollen sich möglichst rasch von Swissfirst trennen. Dabei werden die am Kapital mitbeteiligten Mitarbeiter ein wichtiges Wort mitreden. Der Streubesitz beträgt nur 25%, der Rest der Aktien befindet sich im Besitz von Management und Mitarbeiter. An der Börse verloren Swissfirst am Freitag zunächst über 18%, erholten sich dann und schlossen 12% tiefer auf 82.80 Fr. In diesem Kurs ist der geschätzte Jahresgewinn 2006 zehn- mal enthalten. Der gesunkene Börsenwert reflektiert die Befürchtung, dass sich der beim Zusammenschluss aktivierte Goodwill der übernommenen Bellevue-Einheiten von 160,3 Mio. Fr. als nicht mehr vollständig werthaltig herausstellen könnte. Zudem waren per Ende Juni weitere 76 Mio. Fr. immaterielle Werte für Kundenbeziehungen und die Marke bilanziert. Selbst der tiefere Kurs hält uns von einer Verkaufsempfehlung nicht ab.

Finanz und Wirtschaft vom 19. August 2006 "

Besser reich und gesund als arm und krank!