War der Absturz vorhersehbar?

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MarcusFabian
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War der Absturz vorhersehbar?

... Jetzt müssten eigentlich die Kapitalinvestitionen anziehen, wenn die Investoren so bullisch sind.

Ich empfehle Dir übrigens (und allen anderen auch) folgende Links in die Linksammlung zu nehmen:

http://www.markt-daten.de/index.htm

http://www.sharelynx.com/chartstemp/historical.php

learner
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Einschätzungen...

Danke für die interessanten Links, die ich zu meinen Lesezeichen "Market News" nehmen werde.

Wie rational/blödsinnig der Markt dann auf die verschiedensten Daten reagiert, bleibt (mir) trotzdem ein Rätsel. Der Markt scheint mir oft von Kräften getrieben, die ich nicht durchschaue. Ich bin verdammt noch mal auf nunmehr extrem vielen Seiten, die neuste News geben, und lese sie in den geläufigen Sprachen. Aber wie auch Querschnitts-Indizes intraday deutliche Richtungen bekommen, verstehe ich nicht.

Den SMI beobachte ich schon lange, vor allem auch intraday. Er scheint von unsichtbaren Kräften getrieben. Oder ABB. All die Indizes, die unter (meiner) Beobachtung sind, haben Tag für Tag extreme Richtungen, auf und ab. Ist der Schlusskurs die Tendenz? Da gab's so viel anderes dazwischen, das alles mitgemacht wurde. Und ich sehe die Anlässe dazu nicht. Es fehlt an Anlässen. Und trotzdem intraday rauf und runter. Wo ist die Triebkraft dazu?

Es ist ein unerklärliches Getüm, wie der ganze Rest (...).

P.S. MarcusFabian wrote:

Was ist der Grund, weshalb Du Dich an diesen (privaten) Index hältst und nicht an die etablierten?

Es war mein erster Treffer unter dem Suchbegriff. That's why...

Cheers. ... :shock:

Es gibt noch Schlimmeres.

Vontobel
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Lob

Extrem gute Postings...war jetzt 3 Monate weg und muss sagen, dass das Cash Forum bzgl. Qualität enorm zulegen konnte.

Sehr interessante Beiträge. Das Spannende, jeder hat ein wenig andere Ansichten und kann diese plausibel vertreten.

Ihr Spricht hier von Unterstuetzungslinien im SMI GDxx ...darf ich fragen, kann man das Know How diesbezueglich in normalen Chartbuechern erlernen oder wie habt ihr euch da informiert?

Ich weiß, dass ich nichts weiß!



www.starmind.com - Know-How Trading

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86tobias
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Hoi Vontobel!!!!

Isch zwar nöd grad de richtig Ort zum dir schriibe :roll:

Aber welcome back to schwitzerland :o

Gruess

Vontobel
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Smile

Noed gad passend aber merci fuer de Willkommensgruess!

Schrib mer doch mal es Mail...Adresse haesch ja?...

Ich weiß, dass ich nichts weiß!



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MarcusFabian
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Re: Einschätzungen...

learner wrote:

Wie rational/blödsinnig der Markt dann auf die verschiedensten Daten reagiert, bleibt (mir) trotzdem ein Rätsel. Der Markt scheint mir oft von Kräften getrieben, die ich nicht durchschaue. [...] Aber wie auch Querschnitts-Indizes intraday deutliche Richtungen bekommen, verstehe ich nicht.

Indraday gibt's auch nichts zu verstehen. Was mir in solchen Situationen hilft ist mit dem Hubschrauber etwas höher zu steigen, um das ganze längerfristiger und globaler zu betrachten: Es gab einen Absturz im Mai, ausgelöst durch Inflationsängste und derzeit pendeln alle Indizes um ihre GD200 herum. Keiner weiss, ob es mittelfristig auf- oder abwärts geht.

Der Markt ist unsicher und das äussert sich auch in den Postings in diversen Boards.

Das ist aber auch schon alles. In den Sommermonaten läuft ohnehin meist nicht viel und es kann durchaus sein, dass die Märkte noch weiter seitwärts laufen. Auf den SMI bezogen zwischen 7200 und 7600. Frustrierend für Bullen wie Bären.

Quote:

Und ich sehe die Anlässe dazu nicht. Es fehlt an Anlässen. Und trotzdem intraday rauf und runter. Wo ist die Triebkraft dazu?

Es ist ein unerklärliches Getüm, wie der ganze Rest (...).

Es kommt vielleicht weniger darauf an, wieviel Du liest sondern was Du liest. Ich kenne zuerchertrend.ch nicht und auch nicht die Journalisten, die dort Analysen erstellen. Deshalb misstraue ich deren Aussage eher als einer Bilderbergkonferenz der mächtigsten Menschen der Erde.

Hier ein Auszug:

By James P. Tucker Jr.

19th June 2006

http://www.americanfreepress.net/html/big_surprises_at_bilderberg.html

Bilderberg expects interest rates to rise and many Americans to lose their homes in the months ahead. Meanwhile, they hope they can pressure President Bush to refrain from an all-out invasion of Iran while maintaining oil prices at their current record-high levels of about $70 a barrel.

Timothy Geithner, president of the Federal Reserve Bank of New York, predicted rising interest rates and difficulties for families that have obtained adjustable rate mortgages, or “variable” interest rates. Many are likely to lose their homes as rising home mortgage rates add hundreds of dollars to their monthly payments, he said. While most listened solemnly and some expressed concern, one was heard to say, “stupid Americans deserve their fate.”

Many Americans, especially young families, have been buying expensive homes at low but “variable” interest rates. Others have been paying just the interest owed on their homes and not the principal. They are the most vulnerable, Geithner said. Some have paid little or nothing down. Some institutions “lend” buyers the down payment.

When home construction peaks and prices start downward, many will find they owe more on their home than it is worth in the marketplace. They will also find their mortgage—even “interest-only” payments—are unaffordable.

The banks will get the homes back and sell them again.

Zur Bilderberg-Konferenz gehören die mächtigsten, reichsten und klügsten Köpfe der Erde. Lies Dich mal hier ein: http://www.bilderberg.org/2006.htm

VonTobel wrote:

Ihr Spricht hier von Unterstuetzungslinien im SMI GDxx ...darf ich fragen, kann man das Know How diesbezueglich in normalen Chartbuechern erlernen oder wie habt ihr euch da informiert?

Trendfolger, GD's, MACD und SlowStochiastic sind die einfachen Grundbegriffe jeder Charttechnik. Es macht schon alleine deshalb Sinn, sich hier ein bisschen einzuarbeiten, weil sehr viele Trader auf diese Indikatoren achten und danach handeln.

Einstiegspunkt: http://www.tradesignalonline.com

Dort findest Du alles über Charttechnik. Zum selber Lernen in "Lexikon".

Du findest massenhaft Chart-Analysen von Experten und kannst das gelernte gleich anwenden und überprüfen.

learner
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BB hat Kurven

Vontobel wrote:

Ihr sprecht hier von Unterstuetzungslinien im SMI GDxx ...darf ich fragen, kann man das Know How diesbezueglich in normalen Chartbuechern erlernen oder wie habt ihr euch da informiert?

Mir ist die Chart-Sprache auch etwas Neues, mit dem ich vertrauter werden will.

Ich lese Foren, Sites und Blogs, in denen vor allem auf die Charts eingegangen wird. Wenn Begriffe erscheinen, die ich nicht kenne, google ich danach. So wird mir dieses Buch mit sieben Siegeln in kleinen Portionen eingelöffelt. Um einen Wälzer durchzuackern, bin ich zu wenig technophil.

(Gestern wurde ich mit BB bekannt. Ich freute mich auf Brigitte Bardot, aber schliesslich waren es nur Bollinger Bands, deren Formgebung ich viel weniger aufregend als BB la douce finde.)

Es gibt noch Schlimmeres.

MarcusFabian
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War der Absturz vorhersehbar?

Strategen warnen vor platzender Rohstoff-Blase

Französische Großbank sieht Gefahr eines Crashs bei Metallen und Öl - Andere Strategen reden weiter von Superzyklus

Berlin - In der Finanzwelt werden die Warnungen immer lauter, daß sich die Rohstoffhausse der vergangenen Jahre ihrem Ende nähern könnte. Mehr als das: Einige Top-Strategen warnen sogar unverhohlen davor, daß die Party mit einem großen Knall enden könnte. "Wenn die Preise erst mal ins Rutschen kommen, wird das Ausmaß dramatisch sein", schreibt Alain Bokobza, Stratege bei der französischen Großbank Société Générale (SG) in einer aktuellen Studie. Seiner Einschätzung nach könnte der Rohstoffboom ähnlich verheerend mit einem Crash enden wie die Hightech-Rallye an der Nasdaq zur Jahrtausendwende. "Die Rohstoffnotierungen legten zuletzt einen ähnlich exponentiellen Wertzuwachs an den Tag wie die Aktienkurse an der Nasdaq vor der Jahrtausendwende", merkt Bokobza an. Bereits jetzt erinnert die Preisentwicklung bei Kupfer fatal an die Kursentwicklung der Technologieaktien im Frühjahr 2000. Und analog zur Nasdaq rechnen die Profis auch hier mit Preiseinbrüchen von bis zu 62 Prozent. Bedenklich stimmt den Auguren auch, daß die Zukunftserwartungen an die Rohstoffpreise immer überschwenglicher geworden seien. Für ein böses Ende spricht seiner Meinung auch, daß der derzeitige Rohstoffzyklus mit einer Dauer von 55 Monaten der längste und einer Verdopplung der Preise über alle Rohstoffklassen hinweg der aus kräftigste seit drei Jahrzehnten ist.

Anleger sollten die Einschätzung der SG-Strategen nicht auf die leichte Schulter nehmen, haben die Franzosen auf dem Gebiet einen Ruf zu verlieren. Schließlich gehörten sie zu den ersten, die korrekt ein dauerhaft höheres Ölpreisniveau vorhersagten. Nun blasen sie langsam zum Ausstieg, zumal Rohstoffe auch ihre Rolle als Depot-Diversifikator eingebüßt haben. "Aktuell bieten Rohstoffe keine nennenswerte Risikoreduzierungen mehr für ein diversifiziertes Portfolio", konstatiert Bokobza. Seine Begründung: "Rohstoffe weisen heute eine so hohe Korrelation mit anderen Asset-Klassen auf wie noch nie." Tatsächliche ist dieser Gleichklang der Wertentwicklung steil angestiegen, und liegt nach seinen Angaben mittlerweile bei rund 40 Prozent. Vor fünf Jahren rangierte er noch bei null oder war sogar negativ - damals stiegen die Rohstoffpreise also, wenn die Aktienkurse fielen und umgekehrt. Auch die hohe Schwankungsanfälligkeit der Rohstoffnotierungen trägt nicht dazu bei, Ruhe ins Depot zu bringen. Vielmehr sind Commodities nach SG-Berechnungen von 18 Asset-Klassen die zweitriskanteste, nur übertroffen von hochvolatilen Schwellenland-Aktien. Die jüngsten Turbulenzen an den Börsen scheinen dies zu bestätigen: Von dem Abwärtstrend wurden seit Mitte Mai nicht nur Dividendentitel erfaßt, sondern auch Rohstoffe, allen voran Gold und Silber.

Die einzige Beruhigung für Rohstoff-Anleger: Der große Crash steht nach Überzeugung der Société-Générale-Experten nicht unmittelbar bevor, sondern ist vielmehr erst für 2007 zu erwarten. Nach der Korrektur im Frühjahr dürften die Preise zunächst sogar noch einmal eine Zwischenerholung (wie die Nasdaq im Herbst 2000) erleben. Erst kommendes Jahr dürften die Metalle Palladium, Nickel, Silber und Zink dann zwischen 40 und 60 Prozent an Wert verlieren. Bei Gold und Rohöl könnte der Kursverfall immerhin rund 30 Prozent betragen.

Doch nicht alle Strategen sind davon überzeugt, daß die Rohstoffmärkte einen Kollaps erleben: "Sicherlich kann es bei Kupfer und anderen Industriemetallen 2007 zu einem Preisrückgang kommen, es wäre aber ein Fehler, sämtliche Commodities über einen Kamm zu scheren", meint Michael Lewis von der Deutschen Bank. Während Lewis angesichts einer drohenden US-Rezession im nächsten Jahr mit Schwächen auf dem Markt für Industriemetalle rechnet, sieht er die Kurse der Edelmetalle weiter steigen. Aber auch die Ölnotierungen sieht er nie mehr auf 20 Dollar zurückfallen: "Man mag es Superzyklus nennen oder nicht - das strukturelle Umfeld hat sich geändert und das spricht für dauerhaft hohe Rohstoffpreise" Daran würden auch zwischenzeitliche Rückschläge nichts ändern.

Artikel erschienen am Do, 22. Juni 2006

Quelle: http://www.welt.de/data/2006/06/22/926974.html

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Interessant: Die Korrelation seit 4 Jahren zwischen Rohstoffen und Aktien. In den letzten paar Jahren ist alles gestiegen, Aktien wie Rohstoffe. Durchaus denkbar also, dass alles gleichzeitig fällt, wenn weniger Liquidität ins FInanzsystem gepumpt wird, ja sogar Kredite zurückbezahlt werden, die Geldmenge also sinkt!

Den Vergleich mit der Nasdaq halte ich allerdings für übertrieben. Schliesslich sind Rohstoffe immer noch "Hardware" mit einem inneren Wert. Im Gegensatz dazu waren die viele Nasdaq-Titel reine Luft und nur getrieben von Phantasie.

learner
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Rohstoffpreise und Aktienbewertungen

MarcusFabian wrote:

Interessant: Die Korrelation seit 4 Jahren zwischen Rohstoffen und Aktien. In den letzten paar Jahren ist alles gestiegen, Aktien wie Rohstoffe.

Da haben sich auch einige viel Mühe gegeben, um Rohstoff-Anlegern das Paradies auf Erden zu verheissen. Jim Rogers und Konsorten... . Nun zeichnet sich allmählich ab, dass bei zu hohen Rohstoffpreisen auf Alternativen umgelagert wird: Der Juwelier macht kleineren Klunker, der Stromproduzent baut Kohle- oder Atomkraftwerke, und der Autofahrer kauft ein kleineres Fahrzeug, oder...

Knappheit von Erdöl ist die wichtigste Angst, mit der die Rohstoff-Treiber ihr Geld gemacht haben. Gemäss dem (sehr renommierten, freidenkerischen) Harper's Magazine allerdings ist die Knappheit herbeigeredet. Der Peak in der Ölproduktion (eingerechnet die kanadischen und venezolanischen Ölsande) wird gegenwärtig auf 2065 (!) voranschlagt. Wenn die Angst vor versiegenden Quellen wieder einmal dem Realismus Platz gemacht hat, werden die Preise schlagartig fallen. Das einzige Neue wird sein, dass Öl nicht mehr sprudelt, sondern dass es (im Schweisse des Angesichts) gefördert werden muss, mit immer noch relativ günstigen Kosten, so dass auch für jenes teurere Öl aus Sanden ein Preis von vierzig bis fünfzig Dollar drin liegt.

MarcusFabian wrote:

Durchaus denkbar also, dass alles gleichzeitig fällt, wenn weniger Liquidität ins FInanzsystem gepumpt wird, ja sogar Kredite zurückbezahlt werden, die Geldmenge also sinkt!

Der ganze Grund für den Mai/Juni-Crash waren die hohen Rohstoffnotierungen, die der Hauptgrund für die inflationären Tendenzen sind, für befürchtete geringere Unternehmensmargen, angehobene Zinsen. Ein Abfallen der Rohstoffpreise wird der Wirtschaft zusätzlich gewaltigen Saft geben.

Es gibt noch Schlimmeres.

MarcusFabian
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Re: Rohstoffpreise und Aktienbewertungen

learner wrote:

Jim Rogers und Konsorten...

Aha, Du hast die richtigen Quellen gefunden. Respekt Biggrin

Quote:

Nun zeichnet sich allmählich ab, dass bei zu hohen Rohstoffpreisen auf Alternativen umgelagert wird: Der Juwelier macht kleineren Klunker, der Stromproduzent baut Kohle- oder Atomkraftwerke, und der Autofahrer kauft ein kleineres Fahrzeug, oder...

Immer langsam mit den jungen Pferden: Wir hatten im Mai eine Korrektur nach Übertreibung. Wie's weitergeht ist noch ungewiss. Beim Stahl bestehen auch weiterhin noch Lieferengpässe etc. Es hat sich fundamental seit Anfang Mai nichts verändert.

Da müssten die Rohstoffpreise schon über Monate auf dem aktuellen Niveau bleiben, damit das für die Wirtschaft Auswirkungen hat.

Quote:

Knappheit von Erdöl ist die wichtigste Angst, mit der die Rohstoff-Treiber ihr Geld gemacht haben. Gemäss dem (sehr renommierten, freidenkerischen) Harper's Magazine allerdings ist die Knappheit herbeigeredet. Der Peak in der Ölproduktion (eingerechnet die kanadischen und venezolanischen Ölsande) wird gegenwärtig auf 2065 (!) voranschlagt.

Wobei wir noch nicht wissen, ob und wann Ölsande abgebaut werden können. Derzeit liegen die Produktionskosten bei $60/barrel in Kanada. Da muss sich der Ölpreis bei $70 etablieren, bevor die in grossem Stil anfangen zu investieren.

Dann besteht das Problem, dass die Ölsand-Gebiete unzugänglich sind und man nur im Winter über gefrohrene Seen den Sand abtransportieren kann etc.

Gibt zu Öl einen etwas alten aber interessanten Artikel auf Heise: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18566/1.html

Quote:

Wenn die Angst vor versiegenden Quellen wieder einmal dem Realismus Platz gemacht hat, werden die Preise schlagartig fallen.

Jo, und bis es soweit sind, spekulieren wir long in Öl Wink

Quote:

Der ganze Grund für den Mai/Juni-Crash waren die hohen Rohstoffnotierungen, die der Hauptgrund für die inflationären Tendenzen sind,

Teilweise. Rohstoffe sind ja nicht das einzige Element, das für Inflation (Teuerung) sorgt. Da wären auch steigende Preise für Immobilien und Zinsen, steigende Mieten und Lebensmittelpreise zu nennen. Auch Aktien sind im Preis gestiegen.

Unter dem Strich hat Papiergeld gegen alle anderen Asset-Klassen an Wert verloren.

Wir hatten in den letzten drei Jahren steigende Aktienpreise trotz parallel steigender Rohstoffkosten. Warum wohl?

Diese Frage ist der Grund, weshalb ich die Korrelation zw. Rohstoffen und Aktien so hervorgehoben habe. Ist nämlich durchaus unlogisch, dass beide gleichzeitig fallen, nachdem sie in den letzten Jahren beide gestiegen sind.

Es sei denn, man spricht von einer Wirtschaft, die nicht von Rohstoffen abhängig ist. Und das ist in den USA mittlerweile zum grossen Teil der Fall, denn 60% des GDP ist Software- und Finanz-Industrie und die sind beide nicht von Rohstoffpreisen abhängig.

Quote:

Ein Abfallen der Rohstoffpreise wird der Wirtschaft zusätzlich gewaltigen Saft geben.

In gleichem Ausmass, wie er der Wirtschaft in den letzten drei Jahren geschadet hat?

Und das alles wie gesagt unter der Voraussetzung, dass die Rohstoffpreise nachhaltig fallen und es sich nicht nur um eine gesunde Korrektur nach Übertreibung handelt!

learner
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Re: Rohstoffpreise und Aktienbewertungen

MarcusFabian wrote:

learner wrote:
Jim Rogers und Konsorten...

Aha, Du hast die richtigen Quellen gefunden. Respekt Biggrin

Ich bitte um Anstand!

Teilweisen Dank, dass du es teilweise auch so siehst wie ich: Im Rohstoff-Schlaraffenland ginge es allen gut!

Es gibt noch Schlimmeres.

MarcusFabian
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Re: Rohstoffpreise und Aktienbewertungen

learner wrote:

MarcusFabian wrote:
learner wrote:
Jim Rogers und Konsorten...

Aha, Du hast die richtigen Quellen gefunden. Respekt Biggrin

Ich bitte um Anstand!

Teilweisen Dank, dass du es teilweise auch so siehst wie ich: Im Rohstoff-Schlaraffenland ginge es allen gut!

Nö, meinte ich im ernst. Jim Rogers ist wirklich gut!

Bisher bist Du mangels guter Linkliste oft mit exotischen Kommentatoren und Indizes dahergekommen. Wink

Es gibt einfach zu viele "wenn" und "aber":

wenn die Rohstoffe nachhaltig fallen, dann kann die Wirtschaft evtl. weiter steigen.

Aber eben: Die Rohstoffpreise müssen sich verdoppeln bis verdreifachen um das Niveau von 1981 um somit Blasen-Status zu erreichen. Da ist noch ein weiter Weg und viel Luft nach oben.

Abgesehen davon wäre 2001-2006 die kürzeste Rohstoff-Hausse aller Zeiten.

Momentane Korrektur hin oder her: Die Rohstoffhausse geht weiter!

learner
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Korrelation Rohstoffe-Aktien

Ein Beitrag zur Rohstoff-Diskussion:

... "Aktuell bieten Rohstoffe keine nennenswerte Risikoreduzierungen mehr für ein diversifiziertes Portfolio", konstatiert Bokobza. Seine Begründung: "Rohstoffe weisen heute eine so hohe Korrelation mit anderen Asset-Klassen auf wie noch nie." Tatsächliche ist dieser Gleichklang der Wertentwicklung steil angestiegen, und liegt nach seinen Angaben mittlerweile bei rund 40 Prozent. Vor fünf Jahren rangierte er noch bei null oder war sogar negativ - damals stiegen die Rohstoffpreise also, wenn die Aktienkurse fielen und umgekehrt. Auch die hohe Schwankungsanfälligkeit der Rohstoffnotierungen trägt nicht dazu bei, Ruhe ins Depot zu bringen. Vielmehr sind Commodities nach SG-Berechnungen von 18 Asset-Klassen die zweitriskanteste, nur übertroffen von hochvolatilen Schwellenland-Aktien. Die jüngsten Turbulenzen an den Börsen scheinen dies zu bestätigen: Von dem Abwärtstrend wurden seit Mitte Mai nicht nur Dividendentitel erfaßt, sondern auch Rohstoffe, allen voran Gold und Silber. ...

Aus: Die Welt, 22.6.2006

http://www.welt.de/data/2006/06/22/926974.html

Es gibt noch Schlimmeres.

MarcusFabian
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Re: Korrelation Rohstoffe-Aktien

learner wrote:

Begründung: "Rohstoffe weisen heute eine so hohe Korrelation mit anderen Asset-Klassen auf wie noch nie."

Auch hierzu gibt es Charts:

Zur Interpretation: Korrelation von +1 bedeutet völlige Übereinstimmung. Steigt Gold, steigt S&P und unkehert.

Entsprechend Korrelation -1 bedeutet diametral gegenläufig. Das erwarten wird beispielsweise bei Dollar/Gold: Steigt der Dollar, fällt Gold und umgekehrt.

Was wir aus der Kurve grundsätzlich nicht sehen ist, ob die Kurse steigen oder fallen. Deshalb hat der jüngste Absturz im Mai den Chart nicht beeinträchtigt. SP und Gold sind gleichermassen gefallen --> Korrelation 1

Die Rohstoff-Hausse begann 2001. Damals rauschten die Aktienmärkte nach Süden. Deshalb die netagive Korrelation bis März 2003.

Negative Korrelation ebenfalls 97-99 als Gold den Boden in seinem Bärenmarkt ansteuerte und Aktien eine Blase ausbildeten.

learner
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Rohstoff-Diskussion

Ich würde das Rohstoffgespräch gerne weiter führen, nur bin ich nicht sicher, ob wir hier am richtigen Ort sind. Dies, wie das Vorhergegangene, gehörte an einen anderen Ort.

Es gibt noch Schlimmeres.

MarcusFabian
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War der Absturz vorhersehbar?

Lassen wir die Diskussion hier. Ist schliesslich mein Thread (ich hab' ihn ja eröffnet) Wink

Es hängt ohnehin alles zusammen. Man kann nicht ABB ohne SMI, SMI ohne Dow und Dow ohne Dollar und Rohstoffe betrachten.

Chris
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War der Absturz vorhersehbar?

@Marcus Fabian

Ich bin genau deiner Meinung:

"Lassen wir die Diskussion hier. " Wink

"Es hängt ohnehin alles zusammen." :!: :!:

Kurze Worte grosser Sinn Lol

Doch ich finde es schade das manche Fragen in anderen Threads nicht beantwortet werden und das nur bei "Krisenstimmung" viel geschrieben wird.

Schönes Wochenende,Gruss Chris

Wenn du ein totes Pferd reitest, steig ab !

MarcusFabian
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War der Absturz vorhersehbar?

Welche Fragen?

"Krisenstimmung" würde ich nicht unbedingt sagen. Obschon Statistiken in anderen Foren zeigen, dass gerade dann sehr viele neue Leser in ein Forum stürmen, wenn die Zeiten turbulent sind.

So hatte SCN am 12. März 2003 (das war Just der Boden nach den Abstürzen 2000-2003) die meisten Leser im Forum.

Das sind Zeiten, wo verständlicher Weise vor allem Kleinanleger Antworten suchen.

Ich selbst finde Diskussionen dann am spannendsten, wenn wir bei grösseren Wendepunkten stehen. Egal ob nach oben oder unten. Das ist dann auch die Zeit, wo am meisten Fragen gestellt werden. So ein Seitwärts-Rumgedaddel wie derzeit ist nicht interessant.

Elias
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Der nächste Crash ist nur eine Frage der Zeit

Die Börsen boomen. Nichts scheint derzeit den Aufschwung gefährden zu können. Dabei gehen die Anleger hohe Risiken ein, und das Finanzsystem ist fragiler, als es erscheint.

Mit den Börsen ist es wie mit einer Party. Am besten geht man, wenn es am schönsten ist. Doch wer weiss schon, wann das ist? Und wer möchte die gute Stimmung auf dem vermeintlichen Höhepunkt trüben, indem er die Tanzfläche vorzeitig verlässt? Schliesslich scheint in diesem Moment nichts näherzuliegen, als noch etwas zu bleiben, da man doch so beschwingt ist und weil die Musik allzu verlockend aufspielt – selbst auf die Gefahr hin, am nächsten Morgen ziemlich gerädert und vielleicht sogar mit einem gewaltigen Kater aufzuwachen.

Die Party ist noch zu schön

Genau so fühlt es sich derzeit an den Finanzmärkten an. Dort steigen die Kurse an den Aktienmärkten schon länger im allgemeinen Trend, während die Renditen an den Bondmärkten erstaunlich tief sind. In letzter Zeit scheint der Aufschwung nach einer kurzen Verschnaufpause im Sommer sogar wieder frische Dynamik gewonnen zu haben. Einzelne Börsenbarometer wie der Dow-Jones-Industrial, der S&P 500, der DAX oder auch der Swiss-Performance-Index erreichen beinahe täglich neue Rekordwerte. Kurzfristig ist wohl nicht ausgeschlossen, dass die an sich schon beachtlichen Avancen der vergangenen Monate nun auch noch von einem Jahresendrally getoppt werden.

 

Kaum jemand rechnet ernsthaft mit dem abrupten Ende dieses inzwischen ziemlich gealterten Bullenmarktes, wie es vor 30 Jahren passierte. Damals, am 19. Oktober 1987, hatte der Dow-Jones-Industrial-Average-Index an einem einzigen Handelstag knapp 23 Prozent seines Wertes verloren – so viel wie nie zuvor. Dieser «Schwarze Montag» zeichnete sich zudem durch die Panik aus, die er auslöste. Tatsächlich war der Börsencrash damals beinahe aus dem Nichts gekommen und erinnerte manche an die Turbulenzen der letzten Oktobertage im Jahre 1929. Zu jener Zeit hatte es an der Wall Street an drei aufeinanderfolgenden Tagen enorme Kursbewegungen gegeben, die nachträglich betrachtet als erste vage Hinweise auf die Grosse Depression der Jahre danach gelten können. Im Vergleich dazu nehmen sich das Platzen der Internet- und Technologieblase nach der Jahrtausendwende und der spätere Einbruch aufgrund der Lehman-Pleite beinahe harmlos aus.

Heute wird der 1987er Crash gerne relativiert und auf Sonderfaktoren zurückgeführt, was eine Wiederholung als unwahrscheinlich gelten lassen soll. Immerhin seien die Marktteilnehmer aus Erfahrung klug geworden und verliessen sich nicht mehr so blind auf mechanistische Risikomanagement- und Wertpapier-Handelsmodelle wie in der fraglichen Zeit. Damals hatte das Prinzip der «Portfolio Insurance» in der Finanzszene zunächst als letzter Schrei gegolten, später wurde es neben aufkommenden Inflations- und Zinssorgen mitverantwortlich für den rasanten Kurssturz gemacht. Fachleute wollen heute ausschliessen, dass so etwas wie damals wieder passiert. Sie ignorieren die Serie merkwürdiger «Flash-Crashes» der jüngeren Vergangenheit und argumentieren, die Finanzinfrastruktur sei leistungsfähiger und die Märkte seien liquider geworden. Ökonomisch betrachtet stehe ohnehin alles zum Besten. Die Weltwirtschaft stehe am Anfang eines synchronen Aufschwungs, die Unternehmen erzielten hohe Gewinne und schwämmen im Geld, die geldpolitischen Rahmenbedingungen blieben wohl auch künftig noch sehr generös – und durch geopolitische Wirren ausgelöste Kursrückschläge stellten meist gute Kaufgelegenheiten dar, heisst es. Kein Wunder, wähnen sich die Anleger derzeit in der «besten aller Welten».

Tatsächlich konnten sie bisher immer wieder neue Argumente finden, um optimistisch in die weitere Zukunft zu blicken. Erst waren «schlechte» Nachrichten «gute» Nachrichten, weil die Notenbanken in der Vergangenheit drohende Abstürze wiederholt mit immer mehr billigem Geld verhinderten. Wieso sollte sich das plötzlich ändern? Danach gingen die Anleger auf Renditejagd, in der Überzeugung, die Zinsen würden sehr lange sehr tief bleiben. Inzwischen scheinen sie das Mantra von ewig steigenden Unternehmensgewinnen bei sinkenden Steuern und inflationsfreiem Wachstum verinnerlicht zu haben. Fragt sich nur, ob ihre wirtschaftlich nicht ganz uneigennützigen Berater sie auch dann noch bei der Stange halten können, wenn ihre Erwartungen einmal richtig enttäuscht werden.

Die Kursentwicklung an den Aktienmärkten wird oft nicht mehr von den Fundamentaldaten, sondern eher vom monetär induzierten Optimismus bestimmt.

Mit Blick auf die vergangenen Jahre lässt sich ohnehin trefflich fragen, ob harte wirtschaftliche Fakten bei der Geldanlage überhaupt eine wesentliche Rolle gespielt haben. Skeptiker jedenfalls argumentieren, entscheidend sei gewesen, wohin die von den grossen Zentralbanken frisch geschaffene Geldflut im Gegenwert von 15 000 Milliarden Dollar geflossen sei, und liefern die Antwort meist auch gleich mit: in die Börsen und Bondmärkte. Dort machen sie nun eine «Doppelblase» aus. Tatsächlich legt der Blick auf traditionelle Bewertungsmethoden den Schluss nahe, dass Aktien amerikanischer Unternehmen so teuer sind wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. In anderen Regionen sieht es bei Berücksichtigung der monetär stark verzerrten Rahmenbedingungen und Daten nicht viel anders aus. An den Anleihe- und Kreditmärkten werden schon seit geraumer Zeit immer mehr Papiere angeboten, deren Preise in keinem vernünftigen Verhältnis mehr stehen zur Bonität der Schuldner, zur Höhe des Coupons, der Laufzeit und der schwachen Besicherung. Zusammengenommen haben die massiven Wertpapierkäufe der Notenbanken, Rettungsprogramme wie Tarp oder OMT sowie die extrem tiefen oder negativen Zinsen an den Finanzmärkten zu starken Aufwertungstrends bei geringsten Kursschwankungen geführt. Die tiefen Volatilitäten erwecken gar den Eindruck, als seien die Anleger in Trance versetzt worden.

Dabei hätten sie gerade jetzt allen Grund, kritisch auf die Lage an und auf die Strukturen der Finanzmärkte zu blicken – vor allem auch auf passive Investments wie Exchange-Traded Funds und Indexfonds, auf sogenannte Risk-Parity-Produkte sowie auf Trendfolge- und systematische Vermögensverwaltungsprogramme. Diese konnten in den vergangenen Jahren aufgrund der vorteilhaften Rahmenbedingungen interessante Renditen erzielen und deswegen immer mehr Gelder anziehen – ein Prozess, der bis heute anhält. Dagegen haben viele aktive, am Substanzwert orientierte oder gar «bärisch» auf einen Trendbruch setzende Investoren aufgegeben, trotz guten rationalen Argumenten gegen den Strom zu schwimmen. Als Konsequenz orientiert sich die Kursentwicklung einzelner Wertpapiere oft kaum mehr an der Umsatz- und Gewinnentwicklung des relevanten Unternehmens, sondern wird primär von der monetär induzierten Euphorie bestimmt. So lässt sich etwa erklären, wieso der Kurs der Tesla-Aktie so hoch ist, obwohl der «Automobilhersteller der Zukunft» täglich unheimlich viel Geld verbrennt, oder wieso die Papiere von Amazon so teuer sind. Zusammengenommen führt das Phänomen dazu, dass viele Investoren einseitig ausgerichtet sind, indem sie gleichzeitig und systematisch auf einen anhaltenden Boom und geringe Kursschwankungen setzen.

Anleger einseitig ausgerichtet

Sollten die Anleger plötzlich ihre hohen Erwartungen zurückschrauben und ihre Wertpapiere verkaufen wollen, liesse sich eine Wiederholung des 87er Crashs nicht ausschliessen. Denn glaubt man Skeptikern, werden dann passiv und quantitativ agierende Investoren die Rolle des Sündenbocks übernehmen müssen, die vor 30 Jahren den als innovativ geltenden Optionshändlern zugeschrieben worden war. Tatsächlich könnten sie gezwungen sein, bei aufkommender Verunsicherung verstärkt in fallende Märkte hinein zu verkaufen, was die begonnene Bewegung gefährlich verstärken würde. Sollten die Kurse von Aktien- und Anleihen gleichzeitig unter Druck geraten, könnte die Lage prekär werden. Schliesslich wäre das eine Konstellation, auf die sich bisher nur die wenigsten vorbereitet haben. Glaubt man Schwarzmalern, so stellen viele passive und regelbasierte Anlageformen ein systemisches Risiko dar, weil sie in normalen Zeiten Liquiditäts- und Diversifikationsvorteile vorspiegeln, die im Krisenfall nicht eingelöst werden können.

Insgesamt mögen die gewaltigen Eingriffe der Zentralbanken in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, die Weltwirtschaft kurzfristig zu stabilisieren. Allerdings geschah das nicht gratis. Der Preis zeigt sich in Form hoher Risiken, welche die Investoren auf der Suche nach Rendite eingehen mussten. Diese machen das Finanzsystem nun in Verbindung mit zunehmenden Verbindlichkeiten anfällig für externe Schocks, auch wenn im Moment wenig darauf hindeuten mag. Früher oder später wird einer davon zu einer Korrektur führen.

https://www.nzz.ch/finanzen/der-naechste-crash-ist-nur-eine-frage-der-ze...

 

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Elias
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«Gefahr, dass der nächste Crash noch schlimmer wird»

Interview

Luqman Arnold hat den Crash von 1987 an vorderster Front miterlebt. Der frühere UBS-Konzernchef warnt vor dem Irrglauben, dass in der Finanzwelt alles unter Kontrolle sei.

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Ist ein solcher Kurssturz heute noch möglich?
Die Finanzwelt dachte damals, sie habe die ultimativen Methoden zur Verwaltung von Portfolios entwickelt. Man war überzeugt, die Lage im Griff zu haben – und dann kam es zum grössten Eintagescrash in der ganzen Geschichte. Der Hang zur Selbstüberschätzung existiert in der Finanzbranche nach wie vor. Ein erneuter Krach ist deshalb nicht ausgeschlossen. Wir glauben immer, dass «die da oben» an den Schalthebeln der Industrie und der Finanzmarktregulierung schon wissen, was sie tun – bis wir in der Krise erfahren, dass eigentlich keiner eine Ahnung hat, aber niemand den Mut aufbringt, das zuzugeben. Die Geschichte wiederholt sich.

Ist die heutige Situation gefährlicher als 1987?
Ähnlich wie damals sind Aktien sehr hoch bewertet. Die Börse reagiert kaum auf politische Neuigkeiten, obwohl es zahlreiche Unruheherde auf der Welt gibt. Neu ist der hohe Schuldenstand und neu ist auch der Aktivismus der Notenbanken. Nach der Finanzkrise wurde das ­System mit Geld regelrecht überflutet. Dadurch sind enorme Verzerrungen entstanden, die sämtliche Arten von Wertpapieren betreffen. Die Gefahr besteht, dass der nächste Crash noch schlimmer wird als der letzte.

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http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/gefahr-dass-der-naechste-crash-n...

 

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Chris
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War der Absturz vorhersehbar?

@ MarcusFabian

Ich bin neu doch habe sehr viel Spielraum Smile

Es geht um die Frage im ABB Thread. Doch wie du richtig schreibst,stürmische Fragen in einem Seitwärtswind Wink . Doch oft sind Kleinanleger verständlicherweise sehr schnell am Limit und suchen DRINGEND Trends,Tendenzen,Zeichen,etc......Sehen wir mal weiter.....HOPP SCHWIIZ 1:0 !!!!!!!!!! LolBlum 3

Gruss Chris

PS: Hoffe das dieses Forum erweitert und mit wie üblich in anderen Foren das ganze übersichtlicher aufgebaut wird.(Nicht böse gemeint!)

Wenn du ein totes Pferd reitest, steig ab !

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