Anlagestrategie - Langläufer-Warrants vs. Aktien

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23.05.2007 07:24
#1
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Anlagestrategie - Langläufer-Warrants vs. Aktien

Habe 3 Portefolios:

[1] 40% "Value-Portfolio" mit rel. grossen Aktienblöcken von robusten SMI-Titeln (ausser Novartis) mit einer akzeptablen Performanz und den üblichen Aktien-Risiken

[2] 20% "Mid term Portfolio" mit Langläufer-Warrants auf DAX-, SMI- und SMIM Titel sowie Indizes dank moderater Hebel mit besserer Performanz und etwas höheren Risiken

[3] 20% "Short term Portfolio" mit kurz laufenden Warrants und KO's dank hoher/extremer Hebel mit Top-Performanz / Risiken

(4) 20% Liquidität für Spezialsituationen.

Den tiefen Leverage und die lange Laufzeit in [2] betrachte ich als Sicherheitselemente; die hohen Prämien und das tiefe Delta als den "Preis" für geringere Risiken.

Meine grössten Verluste habe ich weniger mit abgeschmierten Optionen eingefahren, als vielmehr durch den Verfall, welcher eine Erholung verunmöglichte. Einbrüche dauern in der Regel kurz (Quartalsbericht-Ritual), in 1-2 Monaten ist der Ausgangslevel meist wieder erreicht; Kurzläufer sind dann aber verdampft. Bei Langläufern gibts einen graduellen Hick, mit viel Zeit zur Erholung.

Ich neige dazu, meine Aktienpositionen in [1] zugunsten von Langläufer-Warrants in [2] zu reduzieren. Banker raten mir davon ab, ohne es jedoch überzeugend zu begründen. Kaum ein Nachteil ist wohl, dass Langläufer relativ wenig gehandelt werden; das Umsatzvolumen ist kein preisbildender Parameter für Warrants. Ein nettes Beispiel ist ABBVN VON C 6/08, mit viel Zeit um sich über die Himmelfahrt zu freuen. Smile

Wie denkt Ihr darüber? Was spricht gegen Langläufer? Wie ist abzuwägen?

Ein paar gute Tips würden mich freuen.

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Der Goldpreis? Das ist Substanz plus Glaube und Angst minus Zinsen. (Allan Greenspan)
29.10.2007 08:30
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Anlagestrategie - Langläufer-Warrants vs. Aktien

pantaleo wrote:

Hoi Piper

was hälst du den von Mini Futures?

Ich habe sie erst seit kurzem "entdeckt".

Sind eigentlich K.O. Call/Put,aber mit Open End

Habe mir vor den Zahlen mal MABBA gekauft und lasse

es mal laufen.

Gruss Pantaleo

Oho, Pantaleo -das trifft sich gut.

Mit Minis habe ich gemischte Erfahrungen gemacht. Weil ich sehr risikofreudig bin, habe ich wiederholt darauf spekuliert, dass der KO-Level NICHT getüpft wird; die Wende also kurz davor noch gelingt. Aussteigen hiesse ja, Verlust zu realisieren.

Konnte kürzlich am Bildschirm live mitverfolgen, wie der Kurs ABBN ein Tief durchschritt, um dann sofort wieder anzusteigen. Und just in diesem "Hick", 1 Sekunde, in der Kursgrafik 1 Pixel breit, war mein Mini tot. Beim nächsten hingucken war der ABBN wider höher und zog davon.

Nach meinen Beobachtungen betrug der Abstand zum KO-Level, den GSI ja realtime berechnet und auf ihrer Site zeigt, in dem Zeitpunkt, als es passierte, ca. 4%. Es handelte sich also um ein (unsichtbares) Nanosekunden-Event. Man-made, wie ich meine. Diese eine Nanosekunde hat GSI immerhin (allein von mir) 50'000.-eingebracht - und mir den Tag versaut. Spekulanten-Schicksal.

Es ist bekannt, dass an den Verfallstagen Kursbewegungen "gemacht" werden, um Optionen in die eine oder andere Richtung zu drängen.

Folgerung: In der Nähe von KO-Levels herrschen nicht nur reale Zahlen und finanzmathematische Mechanismen, sondern auch Kraftfelder, die stets gegen den Anleger wirken. Eine perfekte Analogie zum Wesen von Schwarzen Löchern: Ist der Schwarzschild-Radius erreicht, gibts nur noch eine Richtung; der Fall in die Vernichtung. Wichtig für den Anleger: Dieser Gravitationsradius liegt einige % über dem offiziellen KO-Level.

Ein Experte schrieb mir dazu (Zit.):

"Ihre Argumentation mag bei KO-Warrants eine gewisse Richtigkeit haben. Bei Mini-Futures aber auf jeden Fall nicht, da dort die Bank nur Geld verdient, solange der Mini Future läuft. Die Geschäfte darin sind sowieso immer gehedged, so dass es der Bank eigentlich keine Rolle spielt, was das Underlying macht. Sie spekulieren ja ohnehin nie gegen die Bank, sondern immer gegen andere Anleger (in diesem Fall wohl Institutionelle). Folglich hat die GSI von Ihnen auch nicht 50'000 erhalten, sondern ein anderer Anleger konnte sich darüber freuen. So sind es dann auch nicht die Investmentbanken, welche für die „Nano-Events“ verantwortlich sind, sondern Ihre „Gegenspieler“, hauptsächliche Hedgefonds.

Zusammengefasst kann man sagen: Ihre Beobachtung stimmt, verantwortlich dafür sind aber andere."

Anyway: Ich habe Minis und hoffe, dass sie mich dereinst glücklich machen. Und die Institutionellen und Hedgefunds - die soll der Teufel holen!!! :evil: :twisted:

Gruss

Piper

Nachtrag: Habe bis jetzt 2 Mini Futures Positionen verloren. Eine mit Totalverlust, bei der zweiten wurde noch ein "Schmerzensgeld" - der Restwert nach dem KO - ausbezahlt. Lehre: In hektischen Zeiten AUSSTEIGEN! Der KO ist tückischer, als man glaubt.

Der Goldpreis? Das ist Substanz plus Glaube und Angst minus Zinsen. (Allan Greenspan)

27.10.2007 12:31
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Anlagestrategie - Langläufer-Warrants vs. Aktien

Hoi Piper

was hälst du den von Mini Futures?

Ich habe sie erst seit kurzem "entdeckt".

Sind eigentlich K.O. Call/Put,aber mit Open End

Habe mir vor den Zahlen mal MABBA gekauft und lasse

es mal laufen.

Gruss Pantaleo

26.10.2007 14:06
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Anlagestrategie - Langläufer-Warrants vs. Aktien

Gemäss Art. 16/3 DBG sind Kapitalgewinne (Kursgewinne) steuerfrei. Nicht aber Vermögenserträge (Dividenden).

Viele Firmen schütten einen beachtilichen Teil ihres Gewinns über Dividenden aus. Diese müssen versteuert werden (du kannst es auch nicht den Steuern angeben, dann bezahlst du dafür die Verrechnungssteuer).

Schütten sie diese Gewinne aber nicht aus, steigt der Substanzwert der Unternehmung und somit auch der Aktienkurs. Oder anders gesagt: Ein Kurs sinkt doch, wenn der Titel Ex-Dividende gehandelt wird.

Das wollte ich damit eigentlich aussagen. So hat es doch schon einen ziemlich grossen Einfluss, wenn anstatt Aktienrückkaufprogramme plötzlich die Dividende erhöt wird.

26.10.2007 13:48
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zuerihegel73 wrote:

Auch ich überlege mir, in langfristige Optionen zu investieren. Nebst den bereits genannnten Vor- und Nachteilen gibt es für mich noch folgende Punkte/Risiken zu berücksichtigen:

- Ein Unternehmen kann anstatt kursstützende Aktienrückkaufprogramme durchzuführen die Dividende erhöhen

- Die Liquidität der Optionen (ansonsten teilweise riesige Spreads)

Als Vorteil sehe ich aber, dass die Kursgewinne steuerfrei sind.

sind ja auch so steuerfrei, oder gibst du etwa dein depot in den steuern an?

würd ich wohl auch machen würd ich mit ein paar 100k chf traden Biggrin

Hauptsache Gewinn...

26.10.2007 13:19
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Anlagestrategie - Langläufer-Warrants vs. Aktien

Auch ich überlege mir, in langfristige Optionen zu investieren. Nebst den bereits genannnten Vor- und Nachteilen gibt es für mich noch folgende Punkte/Risiken zu berücksichtigen:

- Ein Unternehmen kann anstatt kursstützende Aktienrückkaufprogramme durchzuführen die Dividende erhöhen

- Die Liquidität der Optionen (ansonsten teilweise riesige Spreads)

Als Vorteil sehe ich aber, dass die Kursgewinne steuerfrei sind.

23.05.2007 23:32
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Endspurt wrote:

Bei den meisten "Langläufern" ist der Ausübungspreis einiges über dem aktuellen Aktienkurs. Das kann (könnte) bei einer länger andauernden Baisse kritisch werden, weil der Aktienkurs der betreffenden Aktie so stark fällt, dass selbst die lange Optionsfrist nicht mehr lang genug ist, um den Ausübungspreis zu erreichen.

Tja,

Ein mittelmässiges Aktienjahr ergibt etwa 8-10% Performance p.a. Eine Aktie mit etwas Sex-Appeal kommt wesentlich höher. Eine Option mit 1-2 Jahren Laufzeit und 10-15% aus dem Geld scheint mir daher unkritisch. Und der moderate Hebel schützt vor krassen Abstürzen.

"Länger andauernden Baissen" sollte man mit Optionen eh nicht durchzustehen versuchen; kommt nie gut; das Prinzip Hoffnung hat mich schon Unsummen gekostet. Das Problem ist, die längere Baisse zu erkennen. Gewinnmitnahmen, Konsolidierungen, Analysten-Tiefschläge und Quartalsabschluss-Syndrome kann man mit Langläufern indes ungerührt aussitzen. Das ist der Vorteil gegenüber Kurzläufern. Und der Hebel ist ein Vorteil gegenüber den Aktien.

Wink

Der Goldpreis? Das ist Substanz plus Glaube und Angst minus Zinsen. (Allan Greenspan)

23.05.2007 21:44
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Bei den meisten "Langläufern" ist der Ausübungspreis einiges über dem aktuellen Aktienkurs. Das kann (könnte) bei einer länger andauernden Baisse kritisch werden, weil der Aktienkurs der betreffenden Aktie so stark fällt, dass selbst die lange Optionsfrist nicht mehr lang genug ist, um den Ausübungspreis zu erreichen.

Ich bin aber auch kein Freund von "Kurzläufern" ausser es sei eine Spezialsituation. Ich bevorzuge Optionsscheine, wo der aktuelle Aktienkurs und der Ausübungspreis nicht zu stark voneinander abweichen.

23.05.2007 15:27
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Anlagestrategie - Langläufer-Warrants vs. Aktien

Meine Meinung: in der gegenwärtigen Phase sind mir Langläufer auch lieber.

Der Aufschwung soll zwar bis nächstes Jahr noch andauern. Aber wie du selber festgestellt hast: verkauft wird schnell, gekauft langsam.

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin