Einige Fragen zu Short und Long

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31.05.2006 21:44
#1
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Einige Fragen zu Short und Long

Hallo zusammen...

ich nutze mal das Forum um einige Fragen zu stellen:

Kann mir jemand den Unterschied zwischen Long und Short Positionen bei Optionen erklären?

Sind nicht überwiegend Finanzinstitute in der Short Position ob Call oder Put?

Und was ist der Unterschied zwischen Short in den Aktien und einem Long -Put?

Vielle Fragen aber danke für die Antwort.

Gruss Stockmaster

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30.11.2007 21:19
Bild des Benutzers Elias
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Einige Fragen zu Short und Long

oli181 wrote:

Grundsätzlich meine ich gelesen und verstanden zu haben:

Long: ich kaufe eine Call-Option

Short: ich kaufe eine Put-Option

Quote:

Erdöl - 90! Trader beginnen shorts zu decken.

Was bedeutet nun einen Short decken?

(Der Guru und ob der Recht hat ist nicht relevant, ich interessiere mich nur für den Ausdruck!)

nö, hast du falsch verstanden.

Long: Aktien, Put oder Call kaufen

Short: Leerverkauf von Atkien, schreiben von Call oder Put

http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/long/long.htm

http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/short/short.htm

Short decken:

http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/short-covering/short-covering.htm

Den Leerverkauf decken, die Position schliessen, zurückkaufen

short gehen

http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/short-gehen/short-gehen.htm

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

29.11.2007 09:05
Bild des Benutzers oli181.
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Einige Fragen zu Short und Long

Grundsätzlich meine ich gelesen und verstanden zu haben:

Long: ich kaufe eine Call-Option

Short: ich kaufe eine Put-Option

Nun, heute schreibt der Guru:

Quote:

Erdöl - 90! Trader beginnen shorts zu decken.

Was bedeutet nun einen Short decken?

(Der Guru und ob der Recht hat ist nicht relevant, ich interessiere mich nur für den Ausdruck!)

03.06.2006 12:16
Bild des Benutzers MarcusFabian
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Einige Fragen zu Short und Long

Ist soweit alles richtig, was Du schreibst. Ich hatte ja auch weiter oben geschrieben:

Quote:

Entsprechend nimmt die Bank eine Short-Position ein, wenn Du einen Call kaufst (also long gehst).

Dass das Verkaufen eines Puts aber "Long-Put" genannt wird, war mir wirklich neu. Wink

02.06.2006 20:25
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Einige Fragen zu Short und Long

Hallo MarcusFabian

Ich möcht mich bei dir ganz herzlich bedanken für deine Beiträge und Erläuterungen. Sicherlich nicht einfach mich diesen "blöden" Fragen.

Nun ich habe mich mit Fachliteratur ausgerüsted und im Internet gefoscht. Mit dem Erfolg, dass ich die Lösungen kenne.

Du sagtest es gäbe keine Short-Call, diesen Begriff habe ich in einem Buch gelesen, deshalb habe ich diese Frage gestellt.

Das Buch heisst: " Optionen und Futures verstehen" im Kapitel 2. Optionen 1.4 steht: " Die vier Grundgeschäftsarten im Überblick"

1. Long-Call, eine Position, die durch Kauf einer Kaufoption entsteht

2. Short Call eine Position, die durch Verkauf der Kaufoption entsteht

3. Long Put, eine Position, die durch Kauf einer Verkaufsoption entsteht.

4. Short Put eine Position, die durch Verkauf einer Verkaufsoption entsteht.

Nun grundsätzlich steht Long für steigende Kurse und Short für sinkende. Jedoch ist dies bei Optionen nicht der Fall.

Wenn ich einen Call kaufe dann bin ich Long, jedoch der Verkäufer (in meinem Fall die Bank) Short. Die Bank macht damit Gewinn wenn der Basiswert sinkt, kann sie die Optionsprämie einstreichen, bei steigendem Basiswert jedoch muss die Bank in Short den Titel liefern. Deshalb ist sie verpflichted Sicherheiten zu hinterlegen.

Für den Privatgebrauch lohnt sich eine Short-Call position nicht, denn der Gewinn kann maximal in Höhe der Optionsprämie sein und zusätzlich sind Sicherheiten verpflichend. Deshalb kommt hier ein Long-Put (normaler Put) in Frage.

Ich hoffe meine Nachforschungen haben dir auch geholfen, denn somit hat sich die Zeit doppelt gelohnt Wink

Falls meiner These noch etwas beizufügen ist, bin ich offen für Neues grundlegend sollte sie jedoch stimmen, denn sie beruht auf verschiedenen unabhängigen veröffentlichungen.

Danke für deinen Beitrag

Gruss

02.06.2006 00:27
Bild des Benutzers MarcusFabian
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Bernie und der Esel

Hier zur Auflockerung des Wochenendes eine kleine Geschichte, die verdeutlicht, wie Emittenten von Optionen Gewinne auf unsere Kosten machen:

---

Ein Junge, Bernie mit Namen, zog aufs Land und kaufte bei einem alten Bauern einen Esel für 100 Fr..

Der Bauer versprach den Esel am nächsten Tag vorbei zu bringen.

Am nächsten Tag fuhr der Bauer auf den Hof und sagte: "Tut mir leid Junge, ich habe schlechte Nachrichten für Dich. Der Esel ist tot"

Bernie antwortete: " Also gut, gib mir mein Geld zuruck"

Der Bauer zuckte mit den Schultern: "Geht nicht. Ich hab' das Geld bereits ausgegeben"

Darauf Bernie: " OK, lad' den Esel halt aus"

Der alte Bauer fragt: " Was machste den mit dem?"

Bernie: "Ich werd' ihn in 'ner Lotterie verlosen"

Bauer: "Quatsch, man kann doch 'nen toten Esel nich' verlosen"

Bernie: " Klar kann ich das. Pass gut auf. Ich sag einfach keinem das der tot ist."

Einen Monat später trifft der Alte den Bernie wieder und fragt ihn: "Wie ist das mit dem toten Esel denn so gelaufen?"

Bernie: " Ich hab' ihn verlost. Ich hab' 500 Lose zu 2 Fr. das Stück verkauft und einen Gewinn von 998 Fr. gemacht, der nicht in den Büchern steht. Der Verlust von 100 Fr. für 'nen toten Esel steht aber drin"

Bauer: "Hat sich denn keiner beschwert?"

Bernie: " Klar, der Typ der den Esel gewonnen hat. Also hab' ich ihm seine 2 Fr. zuruckgegeben."

...und Bernie wurde erwachsen, und am Ende war er Vorsitzender von Worldcom............. oder von AOL, Enron, MLP usw.

02.06.2006 00:24
Bild des Benutzers MarcusFabian
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Re: noch ne frage:)

stockmaster wrote:

Also die Long Position ist mir klar..bei Call..bin ich käufer und setze auf steigende Aktien bei Long Put auf sinkenden...

Nun was ist die Short Position bei Call..es gibt ja Short-Call und Short-Put?

Wenn ich nun eine Call Option kaufe bin ich Long und die Bank automatisch Short...kann ich nun auch jene Position der Bank einnehmen und Short sein..somit einen Call Verkaufen und profitiere wenn der Kurs des Basiswertes sinkt? Somit kann ich den günstien Basiswert zum etwas höheren Ausübungspreis veräussern....

Ich habe gelesen, dass man mit Short -Call und Short-Put auch gewinn erziehlen kann wie funktuniert dies?

Danke für eure Mithilfe....

Mach Dir das Leben nicht komplizierter, als es ohnehin schon ist Wink

Wenn Du auf steigende Kurse setzt, gehts Du long mit einem Call.

Wenn Du auf sinkende Kurse setzt, gehts DU short mit einem Put.

"Short Calls" gibt's nicht!

Die Position der Bank kannst Du vernachlässigen. Sie ergibt sich logischer Weise als Gegenpol zu Dir: Wenn Du Calls hast und die Kurse steigen, dann verdienst Du Geld. Geld, das die Bank (der Emittent) Dir bezahlen muss.

Also ist logischer Weise die Bank an sinkenden oder gleichbleibenden Kursen interessiert, damit sie Dich abzocken kann.

01.06.2006 18:07
Bild des Benutzers stockmaster
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noch ne frage:)

Also die Long Position ist mir klar..bei Call..bin ich käufer und setze auf steigende Aktien bei Long Put auf sinkenden...

Nun was ist die Short Position bei Call..es gibt ja Short-Call und Short-Put?

Wenn ich nun eine Call Option kaufe bin ich Long und die Bank automatisch Short...kann ich nun auch jene Position der Bank einnehmen und Short sein..somit einen Call Verkaufen und profitiere wenn der Kurs des Basiswertes sinkt? Somit kann ich den günstien Basiswert zum etwas höheren Ausübungspreis veräussern....

Ich habe gelesen, dass man mit Short -Call und Short-Put auch gewinn erziehlen kann wie funktuniert dies?

Danke für eure Mithilfe....

01.06.2006 14:51
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Einige Fragen zu Short und Long

Ich danke für die ausführlichen Antoworten..ihr habt mir weiter geholfen..merci

Gruss

31.05.2006 23:56
Bild des Benutzers MarcusFabian
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Re: Einige Fragen zu Short und Long

Fangen wir mal vor den Optionen an.

Es gibt Leute, die wollen ein Produkt verkaufen und andere wollen kaufen.

Der Bauer verkauft Äpfel, ist also short in Äpfeln, und Du kaufst diese Äpfel als Konsument, bist also long.

Über den Future-Handel können sich beide Seiten auf einen zukünftigen Preis absichern. Nehmen wir an, 1kg Äpfel kostet Fr. 1.-.

Der Bauer befürchtet, dass die Äpfelpreise wegen des optimalen Wetters und einer Überproduktion sinken werden. Er ist also daran interessiert, seine Apfelernte bereits jetzt zu Fr. 1.-/kg zu verkaufen.

Du hingegen als Konsument fürchtest steigende Preise und bist ebenso daran interessiert, jetzt bereits zu Fr. 1.- zu kaufen.

Also einigst Du Dich mit dem Bauern über eine Lieferung über 10 kg Äpfel im Oktober. Ihr schliesst einen Kontrakt ab.

Wesentlich dabei, es gibt immer genau gleich viele Käufer und Verkäufer. Die Summe der Long- und Shortpositionen im Future-Handel ist immer Null.

Nächster Schritt:

Im ersten Schritt sind wir davon ausgegangen, dass der Shortie das Produkt auch liefern kann. Das ist beim Bauern und seinen Äpfeln unweigerlich der Fall.

Nun kann natürlich auch eine Bank oder ein Spekulant Short in Äpfeln, Kupfer oder ABB-Aktien sein obschon er das entsprechende Produkt gar nicht besitzt.

Wie das? Ganz einfach, er verkauft leer und kassiert jetzt den Verkaufspreis. Später muss er das Produkt ja liefern. Also muss er vor dem Liefertermin das Produkt zum aktuellen Marktpreis einkaufen. Natürlich spekuliert er darauf, dass dann die Äpfel, Kupferbarren oder ABB-Aktien billiger zu haben sind als heute. Er verkauft heute Äpfel für Fr. 1.- und hofft, sie im Oktober billiger zu 0.80 zurückkaufen zu können.

Nun ist es natürlich gefährlich, wenn z.B. mehr Short-Kontrakte über Äpfel verkauft werden als die Jahresproduktion an Äpfeln überhaupt ausmacht. Aus diesem Grund gibt es bei Aktien die Regelung (wie mexx angedeutet hat), dass nicht mehr Aktien leerverkauft werden dürfen als überhaupt vorhanden sind. Du kannst problemlos ABB-Aktien verkaufen, die Du gar nicht hast. Wie? Ganz einfach, Du mietest diese ABB-Aktien über eine Bank von jemandem (Pensionskasse, Bank), der sie besitzt und auf absehbare Zeit damit nichts anfangen will. Der ist nämlich froh, dass er neben der Dividende auch eine Gebühr von Dir zusätzlich kassieren kann.

Bei Rohstoffen gilt diese Regelung nicht. Derzeit ist bereits mehr als die Jahresproduktion an Silber leer verkauft. Wird interessant, wie sich die Märkte verhalten, wenn jene, die Long in Silber sind, physische Lieferung verlangen. Wie wollen die Shorties eine Silbermenge auftreiben, die physisch gar nicht vorhanden ist?

Die US-Warenterminbörse COMEX verfügt zwangsweise über ein Depot von physischem Silber, das zur Deckung der Short-Positionen dienen soll. In den letzten 10 Tagen wurden 5% des COMEX-Silbers physisch gekauft. Es dauert also nicht mehr sehr lange bis die COMEX auf dem Trockenen sitzt. Aber das nur so nebenbei.

Die Optionen (in der Schweiz und den USA auch Warrants genannt, in Deutschland Optionsscheine) sind das letzte Glied in der Kette. Da Privatleute in der Regel weder Zugang zum Future-Markt noch zu Leerverkäufen haben, bieten die Banken gegen Gebühr Optionen an, mit denen auch der Privatmann auf steigende oder fallende Kurse setzt. Die Bank ist dabei der direkte Gegenspieler.

Wenn Du einen Put auf ABB kaufst, dann bist Du short in ABB. Die Bank hingegen ist automatisch long. Die Bank muss nämlich im selben Umfang wie Du Put-Optionen schreibst ABB-Aktien besitzen oder gar nachkaufen. Meist ist auf den Optionen ein Ratio, ein Verhältnis. Z.B. 1:20, was bedeutet, für 20 Optionen kannst Du eine ABB-Aktie verkaufen.

Kaufst Du also 6000 ABB-Put-Optionen, muss die Bank entsprechend (600/20=) 300 ABB Aktien kaufen.

Entsprechend nimmt die Bank eine Short-Position ein, wenn Du einen Call kaufst (also long gehst).

Wenn Du sehr reich bist und beispielsweise über 100'000 Aktien einer Firma verfügst, die Du lange halten willst, kannst Du Put-Optionen schreiben. Du spielst in diesem Fall Bank und wirst Emittent von Put-Optionen. Ein recht lukratives Geschäft, denn auf Optionen liegen Prämien zwischen 10-50% p.A. drin, die im Kaufpreis der Option eingerechnet sind.

In aller Regel wird sich die Bank bemühen, ihr Risiko möglichst klein zu halten. Sie wird versuchen, etwa gleichviele Put- und Call-Optionen für denselben Titel auszugeben. Damit halten sich die Kunden (Bullen und Bären) die Waage und die Bank kassiert von beiden die Prämien.

31.05.2006 23:06
Bild des Benutzers mexx
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Re: Einige Fragen zu Short und Long

stockmaster wrote:

Hallo zusammen...

Sind nicht überwiegend Finanzinstitute in der Short Position ob Call oder Put?

Heute können alle Short oder Long gehen.Finanzinstitute oder Pensionskassen

operieren häufiger mit Leerverkäufen von Aktien,da dieses Instrument "sicherer"

ist als Optionen.(keine Vollatilität,Zeitwertverlust,Totalverlust etc.)Den Optionen

haben immer einen Emitenten und der kann Konkurs gehen oder die Produktpreise zu seinen Gunsten manipulieren.Und darum sind Leerverkäufe

von Aktien in der Schweiz verboten!!!

mexx

31.05.2006 22:50
Bild des Benutzers Slin
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Einige Fragen zu Short und Long

Ganz einfach, wenn ich short gehe(Put) setze ich auf einen fallenden Markt und wenn ich long gehe (Call) auf einen steigenden.

Gruss SLIN.