Rohstoffe

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17.08.2006 14:51
#1
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Rohstoffe

Verluste trotz steigender Rohstoffpreise :?:

Die Crux an dem Ganzen ist, dass Rohstoffinvestoren nicht an den Preisentwicklungen so teilhaben können, wie sie auf vielen Charts dargestellt werden.

Zertifikate auf Rohstoffe investieren nicht direkt in Öl oder Orangensaft, sondern in Terminkontrakte.

Bei Futures wird regelmäßig gerollt

Um Rohstoffpreise abzudecken, investieren die Zertifikatanbieter in Terminkontrakte, so genannte Futures. Diese legen Menge und Liefertermin eines Rohstoffs vorher fest. Investmenthäuser wollen aber nicht die Ware erhalten, sondern an der Preisentwicklung des Rohstoffs teilhaben. Daher wechseln sie vor Ablauf des alten Futures in einen neuen Future. Rollieren heißt dies im Fachjargon.

Backwardation und Contango

Dabei kann der neue Future billiger sein als der alte. Folge: Für 100 alte Futures bekommt man vielleicht 110 – und nimmt mit dieser höheren Partizipationsrate erneut 1:1 an der Entwicklung des zugrunde liegenden Rohstoffs teil. Experten nennen diese Situation Backwardation.

Ist der neue Terminkontrakt dagegen teuer als der alte, spricht man von Contango. Dann erhält man statt 100 neuer Futures-Kontrakte beispielsweise nur noch 90.

Man sollte deshalb auch die Terminkurve der Futurs betrachten.

Costa

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04.02.2007 11:23
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«Buy and hold» ist bei Rohwaren nicht sinnvoll

Rohwaren bieten vor allem den Vorteil, dass sie sich historisch gesehen nur in einem geringen Ausmass mit Aktien und Anleihen im Gleichschritt befinden. Dadurch eignen sich Rohstoffe hervorragend zur Diversifikation eines Portefeuilles. Die Rohstoffpreise tendieren dazu, sich immer wieder dem historischen Durchschnittswert anzunähern und unterliegen teilweise heftigen Schwankungen in kürzester Zeit.

In Zeiten steigender Rohwarenkurse lohnt es sich in die Förderung oder in den Anbau der Rohstoffe zu investieren. Dadurch ergibt sich eine höhere Produktion, was in der Regel zu niedrigeren Preisen führt. Fallende Notierungen wiederum haben die Folge, dass einerseits weniger investiert und produziert und anderseits mehr konsumiert wird, worauf die Preise wieder steigen. Diese stark ausgeprägte zyklische Komponente der Rohwarenmärkte hat zur Folge, dass eine «Buy and hold»-Strategie bei Rohwaren nicht zielführend ist.

Einige Finanzinstitute haben bereits auf die Eigenheiten der Rohwaren reagiert und bieten Produkte an, die sich die Preisschwankungen zunutze machen wollen, um eine Rendite über dem Durchschnitt zu erzielen. (Quelle NZZ)

Costa

04.09.2006 20:07
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Die Mehrheit liegt meistens falsch!

Beispiel Öl: Bis vor wenigen Wochen prognostizierten nahezu alle Experten einen Anstieg des Ölpreises auf mindestens 80 US-Dollar je Fass bis Herbst. Die Argumente dafür waren ja auch absolut überzeugend: Iran-Konflikt, Rebellenangriffe in Nigeria, latente Terrorgefahrund Hurrikan-Zeit. Und was machte der Markt? Richtig - er fällt? Da dies beileibe kein Einzelfall sondern vielmehr die Regel ist, stellt sich die Frage, ob es für derartig überraschende Bewegungen eine nachvollziehbare Erklärung gibt.

Wenn die überwiegende Mehrheit der spekulativ orientierten Teilnehmer an den Rohstoff-Terminmärkten von steigenden Kursen ausgeht, sind sie für gewöhnlich stark long positioniert. Der hieraus resultierenden Abnahmeverpflichtung wollen die „Speculators“ jedoch nicht nachkommen. Welcher Fonds-Manager möchte schon gerne einige hundert Tonnen Zucker in sein Büro gekippt bekommen? Folglich müssen sie ihre Long-Positionen vor Fälligkeit glattstellen - sprich Kontrakte verkaufen. Wer aber soll sie ihnen abkaufen? Die „Commercials“ sicher nicht. Diese Gruppe schlägt sich in ausgeprägten „Bullen-Märkten“ mehrheitlich auf die „kurze Seite“. Als Produzenten haben sie mit ihrer Lieferverpflichtung keine Probleme.

Somit entsteht irgendwann fast zwingend ein Überangebot an Rohstoff-Termin-Kontrakten, dem keine ausreichende Nachfrage gegenüber steht. Logische Folge: Die Kurse fallen. Dieses „Spiel“ funktioniert übrigens auch in die Gegenrichtung. Quelle: Marc Nitzsche (Chef-Redakteur Rohstoff-Trader)

Costa