Warrants inside ...

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02.07.2007 21:22
#1
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Warrants inside ...

Hallo zusammen

habe mich in letzter Zeit mit Warrants beschäftigt und konnte mir keinen Reim auf einige Dinge machen, z.B. ...

1) der Optionspreis ist ja fest vorgegeben durch den Basiswert und einige zus. Parameter (hat jemand die Formel wie man das nun genau berechnet ?). Durch Angebot und Nachfrage wird der Handel gewährleistet. Eigentlich müsste der Emittent die Liquidität sicherstellen - d.h. falls nötig muss der Emittent zum aktuellen Preis kaufen resp verkaufen ?! Ist das richtig ?

2) Was ist wenn jemand für 100 Mio z.B. UBSDB (zu 0.10) kaufen will ? Muss der Emittent nun die Optionen drucken oder gibt es ein "Ausgabevolumen" oder ein unlimitiertes Volumen ? Was ist wenn massenhaft gekauft werden will und niemand verkauft ?

3) Wie schützt sich der Emittent gegen steigende Optionspreise ? Z.B. Ausgabepreis 1.- ... Option steigt auf 10.- ? Wird mit gleichzeitiger Ausgabe von Calls und Puts geschützt ?

4) Angenommen der Emittent könnte sich mit einem Trick 77 gegen Verluste schützen - könnten wir als Anleger das nicht ausnutzen um mit wenig Risiko in Optionen zu investieren ?

5) Wie funktioniert das, wenn man Aktien-Positionen mit Puts gegen fallende Kurse schützen will ?

Wäre froh wenn jemand ein Feedback geben könnte.

Merci

Zonker

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04.07.2007 20:31
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Warrants inside ...

Vor ca. einem Monat hab ich ein Bündel UBSHH (Call, 80) und UBSBQ (Put, 70) gekauft und ne "Gegenstrategie" gefahren. Obwohl UBSN nie "gestriked" hat, konnte ich auf eine rel. sichere Art einen (sehr kleinen) Gewinn einfahren. Der Kurs schwankte genügend, so dass die Gesamtverkaufssumme der beiden Optionen den Einkaufspreis überschritten.

Erstaunlicherweise ist es u.a für UBSN rel. schwierig ein passendes Paar zu finden - hingegen gibt es bei meinem Ami Broker sog. Option-Chains, wo dieses Spiel viel einfacher aufgesetzt werden kann. Kennt sich jemand mit diesen Option-Chains aus ? Verhalten sich die wie "unsere" Warrants ?

04.07.2007 13:41
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Re: Warrants inside ...

weene wrote:

zonker wrote:

3) Wie schützt sich der Emittent gegen steigende Optionspreise ? Zonker

Wenn der Emittent die Liquidität sicherstellt und Optionen wieder zurückkauft, kann es dann nicht sein, dass er Verlust macht?

Z.B. er kauft Optionen zurück und der Basiswert sinkt danach. Er kann dann die Optionen nur mehr günstiger (u. U. gar nicht mehr) weiterverkaufen.

Ich hab mich nämlich gefragt, wen ich bei den letzten Paar NOVN Trades erleichtert habe(den Emittent oder jemand anders)...

Wenn es der Emittent zurückgekauft hat, dann nicht um sich gegen steigende Optionspreise zu schützen.

Warum soll der Emittent seine eigenen Warrants ohne Not zurückkaufen?

Er hat die Aktien ja im Depot und kann/muss jederzeit liefern. Egal wie hoch die Aktie steigt. Die meisten Warrants sind american style und können vorzeitig ausgeübt werden.

Ein naked call birgt ein zu hohes Risiko. Das steht in keinem Verhältnis zur Prämie.

Natürlich kann der Emittent eigene Warrants zurückkaufen, falls was günstig angeboten wird und gleichentags wieder verkaufen.

Oft werden gleichzeitig mehrere Puts und Calls auf den gleichen Titel angeboten. Mit verschiedenen Strikes.

Man nennt das einen short strangle.

Das einfachste Beispiel mit einem Put und einem Call:

Aktueller Kurs der Aktie X Fr. 50.-

Ein Call mit Strike Fr. 60 Verfall Dezember

Ein Put mit Strike Fr. 40 Verfall Dezember

Wenn nun der Kurs bis Dezember zwischen Fr. 41.- und Fr. 59.- pendelt, verfallen beide wertlos. Ziel erreicht. Wenn es nun mehrere Puts und Calls sind, werden die einen oder anderen zwangsläufig zu Gunsten des Emittenten verfallen.

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

04.07.2007 12:38
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Re: Warrants inside ...

zonker wrote:

3) Wie schützt sich der Emittent gegen steigende Optionspreise ? Zonker

Wenn der Emittent die Liquidität sicherstellt und Optionen wieder zurückkauft, kann es dann nicht sein, dass er Verlust macht?

Z.B. er kauft Optionen zurück und der Basiswert sinkt danach. Er kann dann die Optionen nur mehr günstiger (u. U. gar nicht mehr) weiterverkaufen.

Ich hab mich nämlich gefragt, wen ich bei den letzten Paar NOVN Trades erleichtert habe(den Emittent oder jemand anders)...

03.07.2007 23:54
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Re: Warrants inside ...

zonker wrote:

3) Wie schützt sich der Emittent gegen steigende Optionspreise ? Z.B. Ausgabepreis 1.- ... Option steigt auf 10.- ? Wird mit gleichzeitiger Ausgabe von Calls und Puts geschützt ?

4) Angenommen der Emittent könnte sich mit einem Trick 77 gegen Verluste schützen - könnten wir als Anleger das nicht ausnutzen um mit wenig Risiko in Optionen zu investieren ?

3) warum / vor was soll er sich schützen? Der Emittent hat die Aktien im Depot. Durchschnittlicher EP der Aktie X sagen wir mal Fr. 20.- Aktueller Kurs 30.-

Jetzt gibt er einen Warrant heraus mit Strike 40 Verfall 12.2007.

Wenn er Pech hat, muss er sie im Dezember zu 40 liefern, obwohl dann der Kurs bei 50 ist. Dann hat er halt "nur" 100% Gewinn plus die Prämie für die Warrants.

4) Trick 77 Siehe auch Straddle und Strangle (letzterer hat grösseres Risiko)

http://de.wikipedia.org/wiki/Straddle_(Wirtschaft)

http://www.anleger-lexikon.de/wissen/strangle.php

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Benjamin Franklin

03.07.2007 12:38
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Warrants inside ...

Frage 2): Das Ausgabevolumen ist natürlich beschränkt, und darum gibt es auch nur eine limitierte Ausgabe. Das wiederum verteuert die Nachfrage, wenn sie besteht.

Frage 5): Wenn man Aktien besitzt, hofft man auf steigende Aktien (im Normalfall, ausser man tätigt Leerverkäufe).

Wenn man jetzt aber PARALLEL dazu noch PUT-Optionen besitzt, kann man sich dadurch absichern, indem man den Verlust begrenzt (da Puts ja bekanntlich Gewinne schreiben, wenn die Kurse sinken). Der Gewinn der Aktien ist aber auch begrenzt, da du schliesslich die PUT noch besitzst. Meiner Ansicht nach, sowieso etwas Blödes. Entweder setzt man auf Steigen oder auf Sinken (ausser man hat das Gefühl, dass ne Aktie rauf bzw. runter geht). Wenn man sich nicht entscheiden kann, wohin der Trend gehen könnte, dann sollte man sowieso die Hände davon lassen.

Die andern Fragen lässt du dir wohl am besten von nem Banker beantworten, die dir sicher nicht die ehrliche Antwort geben werden: Es wird dir keiner die Strategie der Bank verraten, eins soll jedoch gesagt sein: "Die Banken gewinnen (fast) immer", kannst dir also etwa vorstellen, was sie alles dazu anstellen werden!