Aluminium

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revinco
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Aluminium

Zurückblickend auf dem Aluminium Chart (Aktuell 2'577 £/Tonne) hat sich der Kurs im Mai 2006 explosionsartig von 2500 auf 3300 gesteigert (+30%), um daraufhin wieder den üblichen Kursen anzupassen.

Was war der Grund für diesen übertriebenen Anstieg bzw. Blase? Seither hat sich der Kurs bei 2500 - 2900 eingerenkt und nie mehr den höchsten Kurs von damals bei weitem angenähert :?:

revinco
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Aluminium noch nicht zu teuer?

OK, ich habe die Begründung - es liegt an der Produktion in China:

Quote:

die Aluminium-Preise haben in diesem Jahr bereits eine beachtliche Preisentwicklung hinter sich gebracht: 36% Plus seit Jahresbeginn.

Warum? Ist das Metall so knapp, ist ein Angebotsdefizit zu erwarten? Nun ehrlich gesagt bislang ging man noch von einem Angebotsüberhang für dieses Jahr aus.

Nein, der Grund dafür weshalb Aluminium gegenwärtig so beliebt ist, liegt darin, dass es immer teurer in der Produktion wird und dies vor allem in China. Ja, wieder der China-Faktor! Das Riesenreich ist mittlerweile der größte Aluminiumproduzent weltweit geworden.

Und auch die Exporte des große Drachen steigen weiterhin an. Im Juni erreichten die Exporte mit 300.000 Tonnen den höchsten Stand seit 2004. Das entspricht übrigens einem Anstieg von 11 % gegenüber dem Vormonat und bedeutet, dass seit 4 Monaten in Folge Chinas Aluminium-Exporte ansteigen.

Also, was ist hier los? Chinas Exporte steigen und nebenbei befinden sich auch die Lagerbestände auf einem Vier-Jahres-Hoch - trotzdem steigen die Preise?

Stromknappheit in China

Der Grund für dieses seltsame Zusammenspiel im Alu-Markt ist einer der zwar beschlossen ist, aber eigentlich noch nicht gegriffen hat. Es ist nämlich so, dass die Produktion von Aluminium äußerst energieintensiv ist. Die Menge an Strom die jedes chinesische Alu-Hüttenwerk pro Woche verbraucht, könnten im Vergleich auch 2 Millionen Durchschnitts-Bürger pro Jahr verbrauchen.

Und nun verhält es sich auch noch so, dass China eigentlich unter einer Stromknappheit leidet. Dahinter stecken auch noch steigende Preise für Energierohstoffe wie die in China meistgenutzte Kohle, wobei diese Preissteigerungen gegenwärtig noch nicht vollumfänglich an den Kunden weitergegeben werden können. (Noch so ein Grund, der für den Bau weiterer Kraftwerke in China steht).

Nun gut, so ist es jedenfalls und in der vergangenen Woche haben sich nun auch noch die Vertreter der größten Hüttenwerke zusammengetan und einhellig beschlossen ihre Produktion um 10% zu reduzieren. Das schickte dann den Preis für Aluminium im 3-Monats-Kontrakt an der LME auf ein Rekordhoch bei 3.380 US-Dollar pro Tonne.

Aber...

...wie passen denn jetzt die wachsende Exportrate und die hohen Lagerbestände da mit rein? Nun, sagen wir es so: wenn ich ein chinesischer Alu-Produzent wäre und die Preise gerade derartig hoch sind, würde ich mir die Gelegenheit zum Export auch nicht entgehen lassen....und mich vielleicht auch noch eine Weile über die Produktionsbeschränkung hinweg setzen. So lange es geht versteht sich!

Und da sind wir wieder an einem springenden Punkt. Der nennt sich Exportsteuer. Gegenwärtig gibt es eine chinesische Exportsteuer auf Aluminium, aber noch keine auf Aluminium-Legierungen. Tatsächlich bezieht sich das Exportwachstum vor allem auf die Legierungen.

Was ich damit sagen will ist, dass es wohl kaum mit dem einfachen Beschluss der Produktionskürzung getan ist (nicht jeder dürfte sich freiwillig daran halten, so lange die Preise derart hoch bleiben oder gar noch steigen). So lange nicht die Strompreise weiter steigen und China nicht auch eine Exportsteuer auf die Metalllegierungen erhebt, wird wahrscheinlich weiter Alu aus China ins Ausland fließen.

Eigentlich sollte dies ja auf die LME-Preise drücken, doch so lange der Markt seinen Fokus auf die Stromverknappung richtet und die Angebotsseite temporär außer Acht lässt, dürften die Preise auch weiterhin hoch bleiben.

Die Marktteilnehmer könnten sogar durchaus die 3.500 USD-Marke in diesem Jahr noch sehen wollen. Goldman Sachs hat ebenfalls seine Preisprognose für das Industriemetall nach oben gesetzt. Zudem gehen die Analysten in ihrem neuesten Bericht davon aus, dass sich der für dieses Jahr erwartete weltweite Angebotsüberschuss von zuvor 275.000 Tonnen auf 62.000 Tonnen reduzieren dürfte.

Doch, Überschuss bleibt Überschuss und - um es noch einmal zu sagen- wer auf ein Angebotsdefizit hofft, der wird noch warten müssen, vor allem auf weiterhin steigende Strompreise. Die dürften dann auch ohne weitere Exportsteuern, dank steigender Nachfrage den Preis für das Metall antreiben.

Alles in allem bleibt mein Fokus für das Metall eher langfristig ausgerichtet, da zwischenzeitliche Preiskorrekturen durchaus möglich sind, wenn die Marktteilnehmer ihr Augemerk doch einmal auf die Lagerbestandsdaten richten oder - was in meinen Augen durchaus möglich ist - wenn die chinesischen Exporteure noch einige Zeit weiter die hohen Preise nutzen.

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

Jodellady
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Aluminium

Quote:

In London kostete eine Tonne des Metalls, das unter anderem bei der Herstellung von Autos und Flugzeugen eingesetzt wird, zeitweise nur noch wenig mehr als 3000 Dollar die Tonne. Damit notierte der Preis auf einem Fünf-Wochen-Tief. Schon am Freitag war der Aluminiumpreis unter Druck gekommen und hatte drei Prozent auf unter 3100 Dollar verloren.

"Die Investoren haben seit Jahresanfang von möglichen Produktionsausfällen gesprochen. Aber die Realität ist, dass wir ein Überangebot haben, und es wird dieses Jahr kein Defizit geben", sagte ein Analyst in Shanghai. Seit Jahresanfang ist der Aluminiumpreis um rund 25 Prozent auf ein Allzeithoch von 3380 Dollar Anfang Juli gestiegen. Die an der Londoner Börse gemeldeten Vorräte kletterten um 4975 Tonnen auf über 1,1 Millionen Tonnen. Die Preise für die übrigen Basismetalle zogen dagegen an. Kupfer verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 8165 Dollar je Tonne, Zink um rund ein Prozent und Blei um über drei Prozent.

http://de.reuters.com/article/marketsNews/idDEKOE14993820080721

Ich bin jetzt eingestiegen mit nem Minifuture von ABN (ALUXB) und hoffe auf einen positiven Verlauf Biggrin

Quote:

Eine ausreichende Versorgung mit Aluminium scheint gewährleistet, die LME-Lagerbestände sind mit 1,123 Millionen Tonnen auf dem höchsten Stand seit etwa vier Jahren. Jedoch werden sich die Produktionsrückgänge in China noch bemerkbar machen. Der Preis für Aluminium hat etwas nachgegeben. Die Aluminiumkonzerne profitieren zwar von einem höheren Aluminiumpreis, jedoch schlagen auch die höheren Kohle- und Transportkosten, sowie Öl- und Gaspreise zu Buche. Dies wird sich vermutlich aufgrund der Nachfrage aus den Wachstumsmärkten auch nicht so schnell ändern.

Quote:

Stuttgart (www.rohstoffe-go.de) Der grösste chinesische Aluminiumproduzent Aluminium Corp. of China (Chalco) könnte aufgrund von Stromausfällen bis zu 30.000 Tonnen Aluminium weniger produzieren. Die Produktion in der Provinz Shanxi wurde bis auf weiteres eingestellt.

Die State Grid Corp. of China, die über eine Milliarde Menschen mit Strom versorgt, teilte mit, dass die Kohlebestände in den vergangenen zwei Wochen um 8 % gesunken sind. Die chinesische Stromproduktion wird zu knapp 80 % mit Kohle bewerkstelligt. Die derzeitigen Kohlelagerbestände decken den Verbrauch von zehn Tagen.

Jodellady
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Aluminium

Quote:

Aktuelle Marktentwicklungen

Der seit Jahresbeginn zu beobachtende scharfe Aufwärtstrend der Aluminiumpreise hat zuletzt noch einmal an Dynamik gewonnen. Nach dem Rekordquartal Q1 2008, in dem das überwiegend in den Branchen Transport, Verpackung und Bau eingesetzte Metall den höchsten Preiszuwachs (+24 % ggü. dem Vorquartal) aller Zeiten zu verzeichnen hatte, setzte sich der Höhenflug von Aluminium im zweiten Quartal (+5 Wacko weiter fort. In der vorvergangenen Woche übertraf das Leichtmetall schließlich das ehemalige Allzeithoch vom Mai 2006. Nach einem Intraday-High von 3.380 USD/t markierte der Dreimonatskontrakt am vorvergangenen Freitag den neuen Rekordstand per Tagesschluss bei 3.341 USD/t. Erst der unerwartet starke Lageraufbau an der Londoner Metallbörse sowie Gewinnmitnahmen seitens der Fonds und Spekulanten brachte zuletzt wieder etwas Entlastung. Aktuell notiert Aluminium (Kasse) bei rund 3.000 USD/t.

Nachfrageschwäche vs. Angebotsrisiken

Die fundamentale Situation am Aluminiummarkt ist indessen weiterhin von zwei gegensätzlichen Entwicklungen geprägt. Auf der einen Seite steht hierbei die konjunkturell und saisonal bedingte Nachfrageschwäche, die sich in steigenden Lagerbeständen der Metallbörsen niederschlägt (Abb. rechts). Demgegenüber stehen jedoch mit dem Energiepreisanstieg ausufernde Produktionskosten und zunehmende Schwierigkeiten auf der Angebotsseite. Jüngstes Beispiel ist die Ankündigung Chinas, die Aluminiumproduktion ab Juli um 5-10 % zurückzufahren. Der drastische Schritt des weltgrößten Aluminiumproduzenten erfolgte als Reaktion auf die erneuten Engpässe bei der Energieversorgung, die ausgerechnet in der kohlereichen Provinz Shanxi besonders akut sind. Darüber hinaus leiden die chinesischen Aluminiumhersteller, die traditionell am oberen Rand der Produktionskostenkurve produzieren, in besonderem Maße unter den stark gestiegenen Energiepreisen. Schätzungen zufolge liegen die Grenzkosten chinesischer Produzenten aktuell bereits bei rund 2.700 USD je Tonne. Die deutliche Verlagerung der Terminkurve über die gesamte Laufzeit nach oben ist aus unserer Sicht Ausdruck einer veränderten mittel- und langfristigen Wahrnehmung des Aluminiummarktes durch die Marktteilnehmer. So zeigt das Beispiel des USProduzenten Century Aluminum, der kürzlich angekündigt hat, sein komplettes Hedge Book, d.h. die gesammelten Terminverkäufe des Konzerns (1,3 Mio. t Aluminium), für 1,7 Mrd. USD rückabzuwickeln, dass auch auf Ebene der Aluminiumproduzenten die Erwartung langfristig steigender Notierungen vorliegt.

Globale Aluminiumproduktion unter Druck

Mit dem Schritt Pekings, die nationale Aluminiumherstellung spürbar zu drosseln, verliert das globale Produktionswachstum sein mit Abstand wichtigstes Zugpferd. So hat China seinen Anteil an der weltweiten Produktion in den letzten Jahren auf rund 35 % hochgeschraubt und ist damit zum wichtigsten Aluminiumproduzenten weit vor Russland (11 Wacko und Kanada (9 Wacko aufgestiegen. Das Expansionstempo der Aluminiumproduktion dürfte sich nun jedoch merklich verlangsamen. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres belief sich die Produktionssteigerung in der Volksrepublik bereits „nur“ noch auf rund 10 % (YoY) – ggü. 38 % im Jahr 2007 und 24 % in 2006. Zwar sind die jüngst angekündigten Produktionskürzungen vorerst auf 3 Monate begrenzt und auf freiwilliger Basis. Die übergeordnete Problematik der unzureichenden Energieverfügbarkeit wird die Aluminiumproduktion im Reich der Mitte jedoch auch mittel- und langfristig weiter einschränken.

Markttechnik

Bereits im April ergaben sich Chancen auf ein neues Hoch oberhalb des Doppeltops bei knapp 3.200 USD, aber eine Streckung der Zwischenkonsolidierung sorgte dafür, dass erst jetzt neue Höchstkurse erreicht wurden. Bisher wurde die Widerstandszone jedoch nicht signifikant überwunden und per weekly Close könnte sich sogar ein – belastender – „false break“ ergeben. Erst ab einem Schlusskurs unter 3.000 USD würde der Fokus von der bullishen Perspektive zurück zur Unterstützung bei gut 2.800 USD wechseln.

Fazit

Angesichts der dramatisch gestiegenen Produktionskosten war der Aufholprozess der Aluminiumpreise längst überfällig. Gemessen am aktuellen Ölpreisniveau müsste das Leichtmetall sogar in der Region von 4.000 USD notieren. Nach Maßgabe der jüngsten Produktionskürzungen Chinas erhöhen wir unser Preisziel für Aluminium (Cash) auf 3.150 (in 3M) bzw. 3.400 USD/t (in 12M).

http://www.rohstoffe-go.de/rohstoff/rohstoffnews/beitrag/id/Aluminium_mi...