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Wie passive Investoren vom

Wie passive Investoren vom steigenden Goldpreis profitieren können

Der hohe Goldpreis lässt die Volumen von Gold-ETF ansteigen. Je nach Entwicklung der weltpolitischen Krisen und der geldpolitischen Fahrpläne könnte sich dieses Anlageinstrument noch weiter lohnen.

07.08.2019 23:02

Von Marc Forster

Anlagestrategen raten ihren Privatkunden oft, nur wenig Gold zu halten. Nicht mehr als 5 bis 10 Prozent eines Portfolios, so die Faustregel, soll in Gold angelegt sein. Privatanleger aber scheinen immer noch angezogen zu sein vom Edelmetall, das seit Jahrtausenden sehr anschaulich, wie auch sprichwörtlich, die Begriffe "Wert" oder "Solidität" verdeutlicht.

Deswegen hört man immer wieder, dass Vermögensverwaltungskunden bei ihren Banken auf einem Goldanteil von über 10 Prozent des Portfolios bestehen - auch wenn Gold weder Zins noch Dividenden abwirft. 

Lang- und mehrjährige Goldanleger sind im Moment auf jeden Fall im Hoch. Am Mittwoch hat der Goldpreis zum ersten Mal seit sechs Jahren die 1500-Dollar-Marke geknackt. So wie der Schweizer Franken oder Staatsanleihen ist Gold seit jeher ein sicherer Hafen. Im Zuge von aktuellen Handelskonflikten und Rezessionsängsten fliessen Vermögenswerte dort hin.

Die Entwicklung des Goldpreises in den vergangenen 12 Monaten (Grafik: cash.ch). 

Allein der wieder massiv verschärfte Zoll- und Währungskonflikt zwischen den USA und China hat den Goldpreis von Anfang August bis heute von 1413 auf nun 1500 Dollar anschnellen lassen. Derzeit liegt der Goldpreis fast 5 Prozent höher als vor einem Monat, 16 Prozent höher als Anfang 2019 und 23 Prozent höher als vor einem Jahr. 

Vom steigenden Goldpreis profitieren auch passive Anlageprodukte. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB), grösster Anbieter von Exchange Traded Funds (ETF) auf Gold, berichtet von grösseren Zuflüssen über den Sommer. Der Asset Manager und ETF-Anbieter Invesco nennt Zahlen, wonach der ETF "Invesco Physical Gold", der unter den günstigsten der Schweiz rangiert, das Volumen seit Anfang Jahr von 5 auf 6,5 Milliarden Franken erhöht habe.

Physisches Gold in Form von Goldbarren und ETF sind beliebte Formen, am steigenden Goldpreis teilzuhaben. Eine generelle Empfehlung, ob man Barren oder ein Fondsprodukt kaufen soll, existiert nicht. Physisches Gold selber zu besitzen, so die Erfahrung von Vermögensberatern, ist bei Bankkunden nach wie vor beliebt, doch für den Kauf von Goldbarren fällt eine Gebühr an. Ausserdem müssen Barren sicher aufbewahrt werden, was Kosten mit sich zieht.

Bei ETF fällt eine Managementgebühr an, wobei die Total Expense Ratios – welche als Grössenordnung für ETF-Kosten gelten – auf bis zu 0,23 Prozent des angelegten Vermögens jährlich gesunken sind, wie folgende Übersicht zeigt:

In der Schweiz vertriebene Gold-ETF/ETC (Auswahl)

Fonds Valoren-
nummer
Währung Fondsgrösse
(in Mio. Fr.)
Total Expense Ratio
(TER)
Performance
12 Monate
UBS ETF (CH) - Gold (CHF) hedged (CHF) A-dis 10602719 Franken 894,3 0,23 Prozent +16,46 Prozent
Invesco Physical Gold A (ETC) 10326235 Dollar 6487 0,24 Prozent +18,32 Prozent
iShares ETF (CH) - iShares Gold ETF (CH) 10413623  Dollar 425 0,3 Prozent +23,59 Prozent
ZKB Gold ETF A (CHF) 13910159 Franken 6688,4 0,4 Prozent +17,83 Prozent
Raiffeisen ETF - Solid Gold Ounces A CHF 13403484 Franken 260,6 0,46 Prozent +18,30 Prozent
Raiffeisen ETF - Solid Gold A USD 13403493 Dollar 64,4 0,51 Prozent +20,62 Prozent

Daten: cash-Fondsguide/justetf.com / Performanceunterschiede ergeben sich unter anderem durch die Form der Replikation oder die Fondswährung.

Auch als ETF-Anleger besitzt man das Edelmetall, sofern der Anbieter den Fonds mit physischem Gold hinterlegt. Eine Zeit lang war es üblich, dass Banken und Fondsgesellschaften ETF auf den Goldpreis liefen liessen und diesen über Tauschgeschäfte (Swaps) replizierten. Heute werden Gold-ETF aber gerne physisch hinterlegt, weil dies auch einem Kundenwunsch entspricht. Man spricht auch von Exchange Traded Commodities (ETC), wenn der Fonds einen Rohstoff effektiv besitzt. 

Die Bank muss dabei analog zu den Zu- und Abflüssen in Gold-ETF physisches Gold erwerben, einlagern und wieder verkaufen. Dies heisst auch: Wer in einen Gold-ETF investiert ist, kann sich die dem Investment entsprechende Menge Gold, wenn erwünscht, physisch aushändigen lassen.

«Ich liebe Gold»

Was die Performancekurven von Gold-Investments aufzeigen, wird auch mehr und mehr von prominenten Investoren aufgenommen. Der berühmte Hedge-Fonds-Manager Ray Dalio sagte kürzlich, der Markt sei am Beginn einer Phase, die "sehr gut für Gold" sei. Investorenlegende Mark Mobius sagte im Juli: "Ich liebe Gold".

Die UBS wiederum kann sich vorstellen, dass bei einer weiteren Verschärfung des US-chinesischen Konflikts der Goldpreis auf 1600 Dollar klettern wird. Auch die anhaltende Tiefzinsphase spricht für einen höheren Goldpreis, wie Nima Pouyan, Vertriebschef des ETF-Anbieters Invesco sagt: "Weil Gold keinen Zins und keine Dividende gibt, sind Anleger bei einem höheren Zins weniger bereit, Opportunitätskosten zu tragen." Höhere Zinsen sind derzeit in weiter Ferne. Nicht nur die USA, sondern auch Indien und Neuseeland haben kürzlich die Zinsen gesenkt. Von der Europäischen Zentralbank wird ein solcher Schritt in absehbarer Zeit erwartet.

Etwas vorsichtiger zu Goldpreissteigerungen äussert sich Matthias Geissbühler, Anlagechef der Raiffeisenbanken, die selbst zu den Anbietern von Gold-ETF in der Schweiz gehören. "Mittelfristig sind wir positiv zu Gold. Allerdings sind wir im Gegensatz zu Anfang Jahr und auch gegen den Trend im Moment neutral gewichtet", sagte Geissbühler zu cash.ch. Gold sei seiner Einschätzung nach aktuell etwas überkauft und tendiere wohl eher zu einer Konsolidierung. Dies bedeute aber auch, dass gute Kaufgelegenheiten entstünden, wenn der Goldpreis wieder gegen 1400 Dollar gefallen sei. 

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Das müssen ETF-Anleger

Das müssen ETF-Anleger beachten

Börsengehandelte Indexfonds sind eine relativ einfache Geldanlage. Bei der Auswahl müssen einige Details beachtet werden.

24.12.2019 11:22

Indexfonds, die an der Börse gehandelt werden, sind zweifellos ein unumkehrbarer Trend. Die in der Schweiz zugelassenen Exchange Traded Funds (ETF) werden immer mehr.

"Passiv" und "günstig" sind die beiden meist genannten Schlagworte im Zusammenhang mit ETF. Passiv, weil ETF einem Index folgen und keine aktiven Anlageentscheidungen gefällt werden. Ein ETF auf den Swiss Market Index (SMI) gewinnt oder verliert also im gleichen Rahmen wie der SMI. Dadurch sind die Kosten in der Regel deutlich tiefer als bei einem herkömmlichen Anlagefonds.

Das Problem dabei: Trotz der einfachen Grundkonstruktion sind Investitionen in ETF alles andere als simpel – obwohl das immer wieder suggeriert wird. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schrieb sogar: "Mit ETF kann fast jeder Erfolg haben." Doch wie bei allen anderen Investitionen auch müssen ETF-Anleger einiges beachten.

Den Aufbau verstehen

Am Anfang jeder Anlageentscheidung steht die eigene Meinung. Dabei zentral ist ein Überblick über das Anlagethema und eigene Erwartungen an steigende oder fallende Kurse. Das kann mitunter knifflig sein, weil der Boom den ETF-Markt immer unübersichtlicher macht. Faustregel: Wer den zugrunde liegenden Index nicht versteht, sollte den ETF nicht kaufen.

Zusätzliche Komplexität kann entstehen, wenn ein lokaler Aktienmarkt über verschiedene Indizes abgebildet wird. Das Geschehen an der Schweizer Börse ist über sechs unterschiedliche Indizes investierbar. Neben dem SMI sind das beispielsweise MSCI Switzerland, Dow Jones Switzerland Titans 30 oder Solactive Swiss Large Cap.

Kommt hinzu: Nicht alle ETF bilden den Basis-Index mit der gleichen Methode ab. Bei der physischen Variante werden alle Werte des Index gekauft und so gewichtet, wie sie dort vorhanden sind. Die zweite, synthetische Replikationsmethode umgeht diesen Aufwand, indem mit einer Drittpartei gegen Gebühr Tauschgeschäfte abgeschlossen werden (so genannte Swaps). Der ETF-Anbieter kann beliebige Titel halten, aber der Dritte sorgt dafür, dass dennoch die Performance des Basis-Index herausschaut.

Synthetische ETF gelten als komplizierter und weniger transparent. Auch wird häufig bemängelt, dass die involvierte Gegenpartei pleitegehen kann – mit Konsequenzen für die Anleger. Andererseits kann die synthetische Methode Vorteile in Bezug auf die Gesamtrendite haben.

Kosten sind zentral

Die Gebühren sollten bei der Auswahl ebenfalls im Zentrum stehen. Denn je höher die Kosten, umso tiefer die Rendite. Wie gross die Unterschiede sind, zeigt sich bei den ETF, die den Schweizer Aktienmarkt abbilden: Die Gesamtkostenquote TER (enthält verschiedene Management- und Verwaltungskosten abhängig vom Anlagevolumen) reicht von 0,1 bis über 0,5 Prozent.

Die Kosten werden unter anderem von der Replikationsmethode beeinflusst, können aber schlicht auch ein Marketinginstrument sein. Weniger liquide Märkte können ebenfalls ein höheres TER zur Folge haben. Auch wichtig: ETF sind für ihre tiefen Gebühren bekannt. Wer aber sein Geld wie wild umschichtet, macht diesen Vorteil wieder zunichte.

Steuern können ins Geld gehen

Mit steuerlichen Faktoren erwähnen ETF-Experten einen weiteren Punkt. Liegt das Fondsdomizil nicht in der Schweiz, können Anleger die Verrechnungssteuer nicht zurückfordern. Die ISIN-Nummer gibt Auskunft über die Herkunft. In der Tabelle sind beispielsweise sämtliche Produkte, die mit LU beginnen in Luxemburg beheimatet. Berechnungen zeigen, dass ein ungünstiges Fondsdomizil bis zu 1 Prozent Performance pro Jahr kosten kann.

Unterschiedliche Liquidität

Da ETF an der Börse gehandelt werden, können Anleger (fast) jederzeit ein- und aussteigen. Doch nicht alle Produkte sind im selben Masse liquid. Wem ein häufiger Handel wichtig ist, der sollte einen ETF mit hohem Volumen kaufen. Wie die Tabelle zeigt, sind auch hier die Unterschiede gross. Beobachter meinen, dass ETF mit einem Volumen unter 100 Millionen langfristig wenig Überlebenschancen haben. Die Geld-Brief-Spanne ist ein zweites Kriterium, das Liquidität anzeigt. Je häufiger der ETF gehandelt wird, desto kleiner die Spanne und desto einfacher ist ein Kauf oder Verkauf.

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