geht der CHF mit dem EUR und/oder USD unter?

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Elias
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geht der CHF mit dem EUR und/oder USD unter?

Ramon Lull wrote:

Danke für die Studie. Ich habe sie kurz überflogen. Ich habe Probleme mit solchen Studien, weil sie den Versuch vollziehen, strukturell und vom Wohlstand her sehr unterschiedliche Volkswirtschaften mit Zahlen die m.E. schlecht vergleichbar sind über einen Kamm zu ziehen.

Das mit "Äpfel und Birnen" kommt im Cash-Forum jedesmal, wenn die Argumente ausgehen. Man kann die Schweiz einfach mit nichts vergleichen. Hatte die Frage schon mal gestellt: mit welcher Volkswirtschaft darf man die Schweiz denn vergleichen :?:

Seite 22 der Analyse:

Quote:

Die vorliegende Analyse ist natürlich den Ursachen der verhältnismässig tiefen Arbeitsproduktivität in der Schweiz nicht vollständig auf den Grund gegangen. Vielmehr wurde konstatiert, dass die Arbeitsproduktivität in der Schweiz verglichen mit ähnlichen Ländern eher tief ist.

Die SNB macht das richtig.

Wer Gold verkauft, kann auch Gold kaufen. Es ist reversibel.

Das Timing ist entscheidend

Der Schatzkanzler Gordon Brown hatte zum absoluten Tiefstkurs verkauft. http://www.foonds.com/article/5433/gordon_brown_und_der_fluch_des_goldes

Man kann auch Währungen kaufen, sie verschreiben (short-call) und mit dem Geld aus dem short-call über einen Put die Währung nach unten absichern.

----

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Benjamin Franklin

Ramon Lull
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geht der CHF mit dem EUR und/oder USD unter?

Ich sage ja nicht, dass man die Schweiz nicht mit anderen Ländern vergleichen kann und soll. Aber man soll dann bitte Vergleiche anstellen, die nachhaltig und aussagekräftig sind.

Die Studie schaute (es ist unklar von wann die Studie ist) ja nur das Wachstum der Produktivität über einen beschränkten Zeitraum an, und nicht das absolute Niveau der Produktivität, sagen wir mal gemessen daran, wie viel Gold ein durchschnittlicher Arbeiter pro Stunde verdient.

Und wie gesagt, man kann ja die Produktivität kurz- und mittelfristig künstlich (sprich nicht nachhaltig) steigern, indem man Kredit finanziertes Wachstum (durch zu tiefe oder negative Realzinsen) schafft. Und ich behaupte, dass das in den meisten OECD Staaten seit Mitte/ Ende der 90er Jahre geschehen ist.

Ich weiss (weil ich es täglich miterlebe), dass Schweizer Arbeiter ein vielfaches besser ausgebildet und produktiver sind als ihre englischen Kollegen. Das trifft speziell auf Handwerker zu. Aber auch in der Verwaltung (wo diese Jobs in England noch nicht nach Indien verschifft wurden). In der Finanzbranche wäre ich sowieso vorsichtig, weil wir ja jetzt erleben, wie nachhaltig diese agiert.... Ohne Sparer geht es auf Dauer eben doch nicht! Insgesamt sind die durchschnittlichen Löhne in der CH deshalb ja auch höher als anderswo, weil wir produktiver sind. Wären wir nicht produktiver, könnten diese höheren Löhne ja nicht bestehen bleiben.

Ich würde wenn schon, Produktivitätsvergleiche mit Emerging Markets wie China, Indien und Brasilien anstellen. In der Informatikbranche ist klar, dass wir uns mit Indien messen müssen. Aber ich glaube es gibt nach wie vor Spielraum für hochspezialisierte Schweizer Informatiker (die nicht einfach nur Code schreiben). Ich vermute in der Maschinenindustrie müssen wir mit Japan und China mithalten können. Aber wie gesagt, wenn wir weiterhin einen hohen Ausbildungs- und Forschungsstandort behalten, gelingt uns das auch in Zukunft. Wir sind wohlhabend genug, dass wir noch in Forschung und Entwicklung investieren können. Wer tut das bitte in der OECD noch?

Ich glaube, auf Dauer, ist es der Wohlstand der nachhaltige Produktivität ermöglicht und umgekehrt.

Die Briten und Amerikaner sind viel ärmer als wir und z.B. die Deutschen, gerade weil wir (absolut gemessen) viel produktiver sind als sie. Sie werden uns auch nie einholen, es sei denn, wir verwässern (via IMF und angelsächsischer Notenbankpolitik) den Wohlstand den wir haben.

Aber ich will eigentlich gar keine polemischen Reden halten, sondern nur darauf hinweisen, dass ich die Geldpolitik der SNB für falsch halte (genau so, wie ich auch den Beitritt der CH zum IWF für falsch hielt).

Bei der Geldpolitik der SNB fehlt mir der politische Dialog in der Schweiz. Unsere Politik ist eine konsensorientierte Demokratie. Nur bei der wichtig(st)en Geldpolitik lassen wir uns scheinbar von angelsächsisch geleiteten Herren diktieren! Darin sehe ich für die Schweiz eine Gefahr und darum äussere ich mich dazu.

MarcusFabian
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Elias wrote:

Die SNB macht das richtig.

Wer Gold verkauft, kann auch Gold kaufen. Es ist reversibel.

Das Timing ist entscheidend

Du sagst es selber: Das Timing ist entscheidend. Und genau deshalb hat die SNB so ziemlich alles zum dümmst möglichen Zeitpunkt falsch gemacht.

Sie hat Gold zw. Fr. 15000/kg und 27000 verkauft (derzeit 45000) und dafür Dollars bekommen die heute gut 20% weniger wert sind.

Und jetzt kauft sie in grossem Stil Euros, und das just am Anfang des Endes des Euros.

Die Putzfrau der SNB hätte wohl intelligenter gehandelt als ex HF Manager Hildebrand oder sein Vorgänger Roth.

Elias
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MarcusFabian wrote:

Die Putzfrau der SNB hätte wohl intelligenter gehandelt als ex HF Manager Hildebrand oder sein Vorgänger Roth.

Genau darum ist die Putzfrau eine Putzfrau.

Wer hätte geahnt, dass der Ölpreis im 2008 von 147 Dollar auf 33 fällt?

Wer hat da nicht alles den Heizungstank zum denkbar dümmsten Zeitpunkt gefüllt?

Wenn der Goldpreis fällt, kommen wieder alle im Nachhinein und habens vorher besser gewusst.

Hintergrund der Verkäufe war eine ertragreichere Bewirtschaftung

Link http://www.google.ch/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=1&ved=0CBgQFjAA&url=h...

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MarcusFabian
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Es geht nicht um den Ölpreis 2008 sondern um den Goldpreis 2000 bis 2010.

Und wer hat damals gewusst, dass Goldpreis steigen würde?

Die SNB? Offenbar nicht.

Ich schon. Ist auch überall nachzulesen.

Es bleiben zwei Möglichkeiten:

1. Die SNB ist pissblöd

2. DIe SNB ist durchaus intelligent und hat exakt im Interesse ihrer Auftraggeber gehandelt. Letztere sind dann allerdings nicht das Schweizer Volk. Wer dann?

Ich halte die 1. Variante für die angenehmere.

Ramon Lull
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Elias wrote:

Hintergrund der Verkäufe war eine ertragreichere Bewirtschaftung

Link http://www.google.ch/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=1&ved=0CBgQFjAA&url=h...

Hintergrund war ganz einfach der Beitritt der Schweiz zum IWF. IWF Mitglieder dürfen keine an Gold gekoppelte Währung haben.

Elias, was für Vorteile hat die Schweiz Deiner Meinung nach aus dem Beitritt zum IWF gewonnen?

Elias
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MarcusFabian wrote:

Es geht nicht um den Ölpreis 2008 sondern um den Goldpreis 2000 bis 2010.

Und wer hat damals gewusst, dass Goldpreis steigen würde?

Die SNB? Offenbar nicht.

Ich schon. Ist auch überall nachzulesen.

Es bleiben zwei Möglichkeiten:

1. Die SNB ist pissblöd

2. DIe SNB ist durchaus intelligent und hat exakt im Interesse ihrer Auftraggeber gehandelt. Letztere sind dann allerdings nicht das Schweizer Volk. Wer dann?

Ich halte die 1. Variante für die angenehmere.

Variante 1 ist die Putzfrauenvariante, die den Link nicht gelesen hat.

Wenn du es gewusst hast, bist du hoffentlich steinreich geworden. Wenn nicht, wärst du pissblöde, nicht die SNB.

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Ramon Lull wrote:

Elias wrote:

Hintergrund der Verkäufe war eine ertragreichere Bewirtschaftung

Link http://www.google.ch/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=1&ved=0CBgQFjAA&url=h...

Hintergrund war ganz einfach der Beitritt der Schweiz zum IWF. IWF Mitglieder dürfen keine an Gold gekoppelte Währung haben.

Elias, was für Vorteile hat die Schweiz Deiner Meinung nach aus dem Beitritt zum IWF gewonnen?

Ich habe nie behauptet, sie hätte einen Vorteil daraus gewonnen.

Ich habe immer behauptet: Die Schweizer wollen aus allem nur direkt ersichtliche Vorteile gewinnen. Alles was kostet ist per se schon im Ansatz schlecht.

Wenn es gerade mal nicht so gut läuft, hat man es immer kommen sehen und vorher gewusst.

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Ramon Lull
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Ok, Elias, wollte Dir betreffend IMF nichts unterstellen.

Mit Kosten hat es glaube ich nichts zu tun. Es ist wie bei jeder Investition, wenn man das Gefühl hat, dass der künftige Nutzen die Kosten aufwiegt, dann sind Kosten ja ok. Aber es braucht eben einen erkennbaren Nutzen.

Ähnlich wie MF, habe ich bereits länger (seit 2004) eine grössere Position in Gold investiert, da mir klar war, dass die Geldpolitik der FED (und der BoE hier in England) seit 2001 völlig wahnsinnig war. Mir war klar, dass die Hauspreise sich hier in UK so weit von den Einkommen entfernt hatten und dass die Schuldenwirtschaft der Labour Regierung so selbstmörderisch war, dass das böse enden würde und mir war klar, dass der CHF nicht mehr unbedingt der sichere Hafen sein würde. Es war auch klar, dass die Rezession von 2001/02 nie wirklich überstanden war. Vielmehr hielt man den Patienten (die kranke Wirtschaft) mit noch mehr billigen Krediten am Leben erhalten.

Max Keiser spricht vom Kampf der Sparer gegen die Spekulanten und ich glaube das trifft den Nagel auf den Kopf. Solange Sparer keine Alternative als Gold haben um ihr Vermögen real zu erhalten (von vergrössern gar nicht erst zu reden), solange wird Gold alle andern Anlageklassen wahrscheinlich hinter sich lassen, selbst wenn es auf dem Weg immer wieder kurzfristige Rückschläge hinnehmen wird. Das sind dann tolle Gelegenheiten zum Nachkaufen.

Elias
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Einer der Gründe, warum die SNB Gold verkauft hatt ist, dass Gold keine Erträge liefert, ausser man verkauft es und erwirtschaftet etwas damit.

Die SNB hat in all den Jahren viel an die Kantone abgeliefert, was zur Schuldenreduktion und zu Steuersenkungen führte

Das rechnet keiner nach, was das der Volkswirtschaft gebracht hat und laufend bringt. Da sind die 20% vermuteter Verlust auf den Dollar ein Furz in den Wind.

Das sieht man eben nicht, was das uns von 2000 bis 2008 gebracht hat.

Aber man sieht den Eurokurs, den Dollarkurs und den Goldkurs

Willkommen im Klub der Seher.

Ich sehe doch auch, dass der Ölpreis auf 200 Dollar klettern wird. Und wenn ich das über Jahr oft genug wiederhole, kann ich mir auch auf die Schulten klopfen. Wem nützt das?

Der Goldpreis wird wieder sinken.

Das Silber wird steigen.

Na und?

Das ist das Bünzlihafte, was ich schon mehrfach angeprangert habe.

Die SNB machte und macht das ganz clever.

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MarcusFabian
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Unter dem Strich lässt sich zusammenfassen: Die Generation unserer Väter und Grossväter hat ein (Gold-)Vermögen aufgebaut, das wir jetzt innert 10 Jahren zur Hälfte auf den Putz gehauen haben!

Elias
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MarcusFabian wrote:

Unter dem Strich lässt sich zusammenfassen: Die Generation unserer Väter und Grossväter hat ein (Gold-)Vermögen aufgebaut, das wir jetzt innert 10 Jahren zur Hälfte auf den Putz gehauen haben!

Einfache Antworten auf komplexe Fragen.

Nicht nur, aber vorallem in den 90ern wurden massiv mehr Schulden gemacht

Die Generation unserer Väter und Grossväter hat ein Vermögen aufgebaut aber vergessen, Erträge damit zu erzielen. Das lag Jahrzehntelang einfach so rum.

Aber wenn die SNB versucht, was daraus zu machen, wird sofort gemotzt.

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Ramon Lull
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Die SNB soll nur die reale Kaufkraft des Frankens sichern. Spekulation gehört nicht zu ihrem Job.

Du hast es selber gesagt, das Problem der 90er Jahre war, dass wir zu viele Schulden gemacht haben. Das Problem löst man nicht indem man einfach sein Vermögen versilbert, sondern besser, indem man seine Ausgaben reduziert (auf jeden Fall so lange man nicht insolvent ist).

Auf jeden Fall stünden wir heute besser da, wenn wir das Gold nicht verkauft hätten.

Und ich argumentiere, dass wir in 5-10 Jahren besser dastehen würden, wenn die SNB nicht sinnloserweise versuchen würde den € gegenüber dem CHF zu stützen und dafür sämtlich CHF Ersparnisse verwässert. Diese Interventionen verpuffen völlig (sprich haben keinen Einfluss auf den Kurs der jeweils länger als ein paar Minuten dauert), der Schaden an unseren CHF Ersparnissen wird allerdings sehr real sein.

P.S. Mir Hellseherei hat das übrigens nichts zu tun. Gesunder Menschenverstand und selbständiges Denken reichen meistens.

Elias
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Ramon Lull wrote:

Die SNB soll nur die reale Kaufkraft des Frankens sichern. Spekulation gehört nicht zu ihrem Job.

Das kommt davon, wenn man das Wesentliche flüchtig überliest.

Nochmals: der Job ab 2000 war folgender

Link http://www.google.ch/url?sa=t&source=web&ct=res&cd=1&ved=0CBgQFjAA&url=h...

Und wie schon mehrfach erwähnt hatte die SNB vor 90ern Mist gebaut, eben WEIL sie umsverrecken alles für die Stärke des Franken getan hat.

Wir hatten 4% Arbeitslose, das schwächste Wachstum aller Industriestaaten bei höherer Inflation als Teuerung.

Was nützt dem Arbeitslosen ein starker Franken. Kann er sich das aufs Brot schmieren?

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Ramschpapierhaendler
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Elias wrote:

Was nützt dem Arbeitslosen ein starker Franken. Kann er sich das aufs Brot schmieren?

Was nützt dem Arbeitslosen sowie dem Arbeitenden ein schwacher Franken? Kann er sich den auf's Brot schmieren? - Wenn er möchte: Ja! - Bedenkenlos! (Jedenfalls bald...)

Ja, ja. Vermögensvernichtung ist eine geile Sache! Vielleicht werden wir also bald 100% Beschäftigung haben? Einfach unter Abschaffung der Löhne? Wäre dies das Ziel? Alle würden sozusagen gratis für die Verfehlungen von Väterchen Staat arbeiten? Und was machen wir dann mit den Bankangestwllten, die wir gerade gerettet haben? Stellen wir die beim Staat an, um die Lohntüten mit wertlosen Papierchen zu stopfen?

***Kompfschüttel***

Ramon Lull
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Gemäss SNB webseite:

Quote:

Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank die Geld- und Währungspolitik des Landes. Sie muss sich gemäss Verfassung und Gesetz vom Gesamtinteresse des Landes leiten lassen, als vorrangiges Ziel die Preisstabilität gewährleisten und dabei die Konjunktur berücksichtigen. Sie setzt damit eine grundlegende Rahmenbedingung für die Entwicklung der Wirtschaft.

Wie bei allen Zentralbanken (ZB) ist die Sicherung der Kaufkraft (sprich der Preisstabilität) die primäre Aufgabe der SNB. Meiner Meinung nach sollten ZB nie lenkungspolitisch agieren. Das ist bis jetzt immer schief gegangen. Das sieht man jetzt eindrücklich, wo ZB als "lender of last resort", sprich Retter in der Not, sämtlichen "Moral Hazard" ausgehebelt haben und somit das Finanzsystem und das Vertrauen der Bevölkerung in Fiatwährungen komplett zerstört haben.

In Amerika haben wir fast 17% Arbeitslose (diejenigen die arbeiten möchten, aber gar nicht mehr suchen, nicht eingerechnet). Elias, gemäss Deinem Argument müsste Amerika doch Vollbeschäftigung haben, da die FED geldpolitisch die Zügel so locker hielt wie es nur menschenmöglich ist. Was ist Deiner Meinung nach denn da bitte falsch gelaufen? Wäre der US$ nicht die de facto Weltwährung (sprich der Petrodollar), wäre der US$ schon lange komplett wertlos. Ähnliches sehe ich in UK. Die BoE hat auch die Zinsen viel zu tief gehalten um allen den Traum der billigen (und scheinbar immer wertvoller werdenden) Immobilien zu ermöglichen. Alles nur Schein. Dafür ist UK heute die finanziell schwächste Wirtschaft innerhalb der OECD (die Defizite und Verschuldung wachsen schneller als anderswo) und die englischen £ Vermögen in CHF oder Gold gemessen sind heute 30%-50% weniger wert als vor 2 Jahren. Von Vollbeschäftigung auch hier keine Spur. Und die meisten neu geschaffenen Jobs waren in den letzten 5-10 Jahren im öffentlichen Sektor (finanziert von immer immer mehr ausufernden Budgetdefizits) und wo die neue Regierung jetzt zurecht als erstes und tief greifend mit Kürzungen ansetzen wird.

Elias, ich verstehe Deine Argumente wirklich nicht. Du sagst eine dauernd schwächere Währung (sprich geringeres Volksvermögen) ist kurzfristiger Arbeitslosigkeit (wenn sie überhaupt eintritt - i.M. kommen ja viele Chinesen, Inder und Russen in die CH und ersetzen europäische Touristen) vorzuziehen? Eine Verwässerung und Schwächung der Währung ist jedoch irreversibel!

Die Schweizer Wirtschaft andererseits hat bis jetzt immer wieder bewiesen, dass sie mittel- bis langfristig auf die Herausforderungen eines starken Frankens reagieren konnte und jedes mal ist sie gestärkt und noch innovativer und produktiver aus solchen Krisen herausgekommen.

Denne
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@Ramon

totally off topic aber dennoch:

Wie schätzt Du die Folgen des Regierungswechsels in UK ein? Die grosse Koalitions-Lähmung oder frischer Wind?

Danke

Angry
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Volle Hyperinflation im CHF

Mein Dreh-Tabak aus dem Denner ist von gestern auf heute um 70% im Preis gestiegen!!! :twisted:

Angeblich habe der Bund die Steuer für Schnitttabak um ca. 100% erhöht! :evil:

Dann darf ich meinen Lohn wohl auch grad um 70% steigern.

Ich denke das ist langsam völlig angemessen!!! :roll: WinkBiggrin

Ramon Lull
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@ Denne

Liam Halligan, ein Kommentator im Daily Telegraph schrieb letzte Woche:

Quote:

... what really spooks the markets is the rate of increase of the UK's total national debt. Buried in Labour's last budget is the deeply damning admission that even if the annual deficit is "halved over the next four years", the outstanding pile of debt we must annually service, which spiralled from £350bn to £750bn under Gordon Brown's deeply flawed economic leadership, will sky-rocket again – to around £1,500bn.

The UK's problem is that our tax base is so focused on financial services and the housing market, and these sectors are so weak, that we're on course to borrow £160bn-plus not just this year, but for the next three years. That generates a speed of debt run-up that's unique among the world's major economies – and uniquely fast.

Ich glaube vor diesem Hintergrund wird das £ das nächste Ziel der Währungsspekulanten sein, was die prekäre Situation dann noch verschärfen wird.

Gerade auch vor dem Hintergrund der Forex und Bond Märkte wird die jetzige Koalition wohl kaum darum herum kommen trotzdem (oder gerade deswegen) schnell drakonische Steuererhöhungen und Kosteneinsparungen durchzusetzen und so politischen Willen zu signalisieren, das Schulden- und Budgetproblem rasch in den Griff zu bekommen.

Trotzdem gehe ich davon aus, dass die Bondmärkte bald viel höhere Renditen auf den Gilts fordern werden, was die ganze Situation dann noch verschärfen wird und auch endlich die Immobilienblase zum platzen bringen wird.

Darum sehe ich sehr schwarz für England, da auch viele der staatlichen und kommunalen Verpflichtungen noch gar nicht in den offiziellen Staatsschulden enthalten sind, sondern versteckt sind in sog. "Public Private Partnerships", sprich privat finanzierten öffentlichen Projekten.

Positiv ist sicher zu werten, dass die durchschnittliche Duration der ausstehenden Gilts ziemlich hoch ist, und sich das Problem einer teureren Refinanzierung bestehender Staatsschulden so noch etwas hinauszögern lässt.

Für die Koalition bedeutet all das meiner Meinung nach, dass sie in ihrer jetzigen Form nicht mehr als 1-2 Jahre überstehen wird, da der Wohlstand der Engländer in den nächsten 1-2 Jahren weiter massgeblich abnehmen wird und das zu starker Unzufriedenheit in der Bevölkerung, bis hin zu sozialen Unruhen führen wird.

Die Koalition wird einen Eiertanz zu vollbringen haben zwischen dem was politisch vertretbar ist und dem was die Märkte fordern. Ich gehe davon aus, dass die Märkte sich durchsetzten werden und die Koalition deshalb verlieren wird.

MarcusFabian
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geht der CHF mit dem EUR und/oder USD unter?

Elias wrote:

Einer der Gründe, warum die SNB Gold verkauft hatt ist, dass Gold keine Erträge liefert, ausser man verkauft es und erwirtschaftet etwas damit.

Rechne mal aus:

Was hätte uns seit 2000 mehr Gewinn / weniger Verlust eingebracht:

1. Gold zu behalten

2. UBS Aktien zu kaufen?

Rendite ist nicht immer Alles. Manchmal geht es auch schlicht und ergreifend nur um Werterhalt. Und genau in dieser Phase befinden wir uns seit 2000.

Elias wrote:

Das rechnet keiner nach, was das der Volkswirtschaft gebracht hat und laufend bringt. Da sind die 20% vermuteter Verlust auf den Dollar ein Furz in den Wind.

Also mit "Dollar ein Furz in den Wind" kann ich leben.

Was zum Teufel bringen uns diese grün bedruckten Papierscheinchen?

Ich bleibe dabei: Der Tausch Gold für Dollars in den letzten 10 Jahren war ein Verlustgeschäft erster Sahne!

Elias wrote:

Die SNB machte und macht das ganz clever.

Vielleicht. Aber in wessen Interesse?

Oder anders gefragt: Wer hat vom Tausch Gold gegen Dollar am meisten profitiert?

Das Schweizer Volk ist es nicht, soweit so klar. Also: Cui bono?

MarcusFabian
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geht der CHF mit dem EUR und/oder USD unter?

@Ramon Lull,

Warum postest Du erst seit kurzem in diesem Forum?

Du bist eine echte Bereicherung für das Forum!

8)

MarcusFabian
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Re: @ Denne

Ramon Lull wrote:

Daily Telegraph wrote:

The UK's problem is that our tax base is so focused on financial services and the housing market,

Nicht zu vergessen die austrocknende Ölförderung, die UK nun wieder zum Öl-Importeur gemacht hat.

Denne
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@Ramon

Besten Dank für Deine Einschätzung.

Denne

Ramon Lull
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@ Marcus Fabian

Danke. Ich bin schon seit längerem ein passiver Besucher dieses Forums. Aber bei der ganzen Thematik SNB und Geld- und Währungspolitik in der CH konnte ich mich nicht mehr zurück halten. Das Thema scheint mir zu wichtig, als dass man es blindlings ein paar angelsächsisch ausgerichteten Herren überlässt, die meinen FED und BoE wären Vorbilder denen man nacheifern sollte. Man muss sich nur die Lage in USA und UK ansehen, um zu wissen, dass dort grob fahrlässig gehandelt wurde.

Deine Beiträge in Sachen Gold lese ich schon seit längerem mit grossem Interesse.

N2O
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geht der CHF mit dem EUR und/oder USD unter?

eine frage, werden die amis nichts gegen einen schwachen euro unternehmen? schliesslich wollen die auch Ford, GM, Apple etc. exportieren....

Denne
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geht der CHF mit dem EUR und/oder USD unter?

N2O wrote:

eine frage, werden die amis nichts gegen einen schwachen euro unternehmen? schliesslich wollen die auch Ford, GM, Apple etc. exportieren....

Die Amis wollen vor allem ihr Defizit exportieren. Die Euroschwäche lässt den Dollar für ein paar Monate etwas besser aussehen.

Ob Apple ein paar iPads mehr oder weniger verkauft, ist schnuppe. Wenn sich der Dollar nicht mehr verkauft, wird's ungleich schwieriger.

Die Macht der USA steht und fällt mit dem Dollar.

Ramon Lull
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Wem gehört die SNB?

Wo wir schon beim Thema SNB waren, weiss eigentlich jemand wem die 45% der Aktien von der SNB gehören die nicht in öffentlicher Hand sind?

weico
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Re: Wem gehört die SNB?

Ramon Lull wrote:

Wo wir schon beim Thema SNB waren, weiss eigentlich jemand wem die 45% der Aktien von der SNB gehören die nicht in öffentlicher Hand sind?

Privaten Aktionären !

http://www.snb.ch/de/mmr/reference/shares_structure/source

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Deutsc...

weico

Ramon Lull
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Re: Wem gehört die SNB?

weico wrote:

Privaten Aktionären !

http://www.snb.ch/de/mmr/reference/shares_structure/source

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Deutsc...

weico

Danke Weico! Interessant wäre es doch eine Auflistung der 2,200 oder so privaten Aktionäre zu haben, die ca. 39% der Stimmen ausmachen.

Habe gerade Art. 99 der BV gelesen. Interessant: Die SNB darf eigentlich nur aus erwirtschafteten Gewinnen Währungsreserven bilden; von CHF aus dem Nichts drucken steht dort nichts.

Wobei CHF drucken rein buchhalterisch wahrscheinlich sogar einen Buchgewinn darstellt. So einfach würde ich ja auch gerne mal Gewinne machen....

Ja und diese Gewinn werden dann sogar ausgeschüttet? Dann wäre doch long SNB, short CHF ein ganz guter Trade (mindestens kurzfristig)?

Vielleicht haben mich ja auch meine bescheidenen Buchhaltungskenntnisse hier etwas im Stich gelassen.

Vielleicht kann das jemand qualifizierteres als ich besser beurteilen.

Elias
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geht der CHF mit dem EUR und/oder USD unter?

MarcusFabian wrote:

Also mit "Dollar ein Furz in den Wind" kann ich leben.

Was zum Teufel bringen uns diese grün bedruckten Papierscheinchen?

Ich bleibe dabei: Der Tausch Gold für Dollars in den letzten 10 Jahren war ein Verlustgeschäft erster Sahne!

Nochmals:

Das Gold wurde verkauft und die Dollar wurden in Franken gewechselt.

Es ging und geht darum, einen Ertrag zu erwirtschaften. Steht ja im Link so drin.

Jedes Jahr erhalten die Kantone davon was ausbezahlt.

Das Geld ist immer noch da.

Buchgewinne auf Gold nützen dem Schweizer Volk nichts.

Die Steuersenkungen der letzten Jahre waren wegen den Sparmassnahmen und wegen den Zahlungen der SNB möglich.

Diesen Spareffekt sehen offensichtlich viele nicht.

Ich habe selten so leicht Steuern bezahlt wie in den letzten Jahren.

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

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