Insiderskandal an der Wall Street

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04.03.2007 13:17
#1
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Insiderskandal an der Wall Street

«Alles was du brauchst, ist ein bisschen Insiderinformation.» :shock:

.....das wussten wir doch schon, jetzt ist's wieder mal sichtbar, selbst Angestellte von Banken, Investmenthäuser - UBS !!,... - "mischten" mit, echt bedenklich :!:

4. März 2007, NZZ am Sonntag

Austern, Cash und heisse Tipps - ein Insiderskandal erschüttert den Finanzplatz New York

Mit dreisten Tricks ergaunerte sich eine Gruppe von Bankern Millionen. Ihre Informationen reichten sie an Hedge-Funds weiter. In der legendären Oyster Bar trafen sie sich bei Austern und Champagner.

Heike Buchter, New York

Es ist eine höchst peinliche Angelegenheit für UBS und Morgan Stanley. Die Schweizer Grossbank und das US- Investmenthaus sehen sich in einen der grössten Insider-Skandale der Wall Street verwickelt. Die US-Börsenaufsicht SEC hat zusammen mit der US- Staatsanwaltschaft in Manhattan am Donnerstag 13 Personen angeklagt. Zudem hat die US-Börsenaufsicht SEC Zivilverfahren gegen drei Hedge-Funds angestrengt.

Zu den Drahtziehern des Insiderringes gehört ein leitender Mitarbeiter der UBS. Die Verschwörer manipulierten Tausende von Handelstransaktionen. Die Beteiligten konnten damit über 15 Mio. $ kassieren. Selbst die Ermittler zeigten sich beeindruckt: «Dreist» nannten sie das Vorgehen der Bande. Das Schlimmste in den Augen der Behörden: «Dies sind keine Hinterzimmer-Abzocker. Es ist bei Top-Institutionen der Wall Street passiert», sagte Linda Chatman Thomsen, die Leiterin der SEC-Ermittlungsabteilung.

UBS-Mitarbeiter verhaftet

Alles begann in der Oyster Bar, jenem beliebten Restaurant im Keller des New Yorker Grand-Central-Bahnhofs, wo Pendler gerne Austern schlürfen. Im Jahr 2001 trafen sich dort zwei alte Freunde. Mitchel Guttenberg stand bei Erik Franklin mit 25 000 $ in der Kreide. Gemeinsam heckten die beiden eine Idee aus, die Schulden zu begleichen: Guttenberg, der bei der UBS eine leitende Funktion in der Beratungsabteilung für institutionelle Anleger hatte, erhielt vor der Veröffentlichung Einblick in die Kaufs- und Verkaufsempfehlungen der UBS-Analysten. So konnte er Franklin, der verschiedene Hedge-Funds leitete, vorab mitteilen, wenn die Aktien bestimmter Unternehmen auf- oder abgewertet wurden.

Das funktionierte so gut, dass das Duo das System beibehielt, als Guttenbergs Schulden längst getilgt waren. Für seine Tipps erhielt Guttenberg Cash. Im März 2006 etwa erfuhr der UBS-Mann, dass die Analysten der Bank die Aktien des Baumaschinenkonzerns Caterpillar am nächsten Tag herabstufen würden. Daraufhin verkaufte einer der Hedge-Funds-Händler 11 000 Caterpillar-Aktien leer. Das heisst, er setzte auf fallende Kurse. Sein Profit: 30 000 $. Ähnlich ging der Insiderring bei einer bevorstehenden Aufwertung von Aktien der Investmentbank Goldman Sachs vor. Auf die lukrativen Tipps Franklins wurden Händler bei Bear Stearns aufmerksam, mit denen er zusammenarbeitete. Bald gehörten sie - und ihre Freunde - auch zu den Verschwörern.

Geheimcode und Handy

Dann gelang es dem Insiderring, Morgan Stanley anzuzapfen. Sie nutzten Informationen über bevorstehende Fusionen und Übernahmen, bei der die Investmentbank die beteiligten Unternehmen beriet. Die Quelle waren eine Morgan-Stanley-Mitarbeiterin der Rechtsabteilung sowie ihr Ehemann. Sie gaben wesentliche interne Dokumente an ihre Komplizen weiter. Zu den betroffenen Unternehmen gehören unter anderem die Softwareanbieter Adobe Systems und Macromedia.

Um ihre Machenschaften zu vertuschen, bedienten sich die Verschwörer filmreifer Methoden. So benutzten sie Wegwerf-Handys, Geheimcodes und übergaben Schmiergelder in Kartoffelchips-Säcken. Doch die Vorsichtsmassnahmen halfen nichts. «Dies sollte eine Warnung sein für alle, die glauben, dass mit Insiderhandel schnell und leicht Geld zu verdienen ist», sagte Chatman Thomsen. Vier der Angeklagten haben sich bereits schuldig bekannt. Bei einer Verurteilung drohen den Beschuldigten bis zu 20 Jahre Haft pro Anklagepunkt. UBS, Morgan Stanley und Bear Stearns erklärten, man werde umfassend mit den Behörden kooperieren.

Es ist kein Zufall, dass Hedge-Funds am Betrug beteiligt waren. Die Zahl der bisher kaum überwachten Investment- Pools hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Mehr als 8000 Hedge-Funds verwalten inzwischen über 1300 Mrd. $ weltweit. Viele sind auf kurzfristige Spekulationsgewinne angewiesen. «Damit wächst die Versuchung, sich einen illegalen Informationsvorsprung gegenüber anderen Investoren zu sichern», sagt der New Yorker Anleger-Anwalt Jacob Zamansky. Das wusste schon Gordon Gecko, der fiktive ruchlose Held des legendären Hollywood-Streifens «Wall Street»: «Alles was du brauchst, ist ein bisschen Insiderinformation.»

http://www.nzz.ch/2007/03/04/wi/articleEY4V5.html

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Gruss Hans

24.03.2007 14:51
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Insiderskandal an der Wall Street

Jodellady wrote:

Ist natürlich unglaublich...

Aber etwas doch noch zu deinem Satz Quote:

selbst Angestellte von Banken, Investmenthäuser - UBS !!,... - "mischten" mit, echt bedenklich

Was ist daran so spektakulär?? Wieviel Mitarbeiter hat die UBS?? Mir ist die Zahl nicht grad so im Kopf hängig... Jedoch sinds viele Biggrin

Kein Wunder, dass dabei die Chance auf ein schwarzes Schaf höher ist, als wenn irgend ein Banker der Urner Kantonalbank (oder Glarner oder oder oder) darin involviert wäre..

Finds jedenfalls gut, dass diese Leute geschnappt wurden! Richtig so.

so in etwa um die 70'000 arbeiten bei der UBS.

2 x 2 gibt niemals 4, sondern 5 - 1

04.03.2007 15:58
Bild des Benutzers Hans
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Insiderskandal an der Wall Street

hahaaaa...bitte nicht ablenken auf Nebenschauplätze, schlussendlich gilt in diesem Bereich Nulltoleranz...und was da aufgedeckt wurde ist eh nur die Spitze des Eisbergs !

Gruss Hans

04.03.2007 13:39
Bild des Benutzers Jodellady
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Insiderskandal an der Wall Street

Ist natürlich unglaublich...

Aber etwas doch noch zu deinem Satz Quote:

selbst Angestellte von Banken, Investmenthäuser - UBS !!,... - "mischten" mit, echt bedenklich

Was ist daran so spektakulär?? Wieviel Mitarbeiter hat die UBS?? Mir ist die Zahl nicht grad so im Kopf hängig... Jedoch sinds viele Biggrin

Kein Wunder, dass dabei die Chance auf ein schwarzes Schaf höher ist, als wenn irgend ein Banker der Urner Kantonalbank (oder Glarner oder oder oder) darin involviert wäre..

Finds jedenfalls gut, dass diese Leute geschnappt wurden! Richtig so.