Japan Szenario -> Eurobonds -> PEG

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16.08.2011 10:54
#1
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Japan Szenario -> Eurobonds -> PEG

Es wird Zeit, über die Möglichkeit zu diskutieren, dass die Eurobonds kommen und welche Auswirkungen sie haben.

Meine Sichtweise ist hier ausreichend bekannt: Cash für die Deflation, EM für die ständigen Reflationsversuche; mit Aktien zocken, dann zum Zeitpunkt der Mega-Monetisierung in die Aktien einsteigen.

Wenn wir davon ausgehen, das momentan noch konservative Lösungsversuche druchgespielt werden, dann droht auch und ein Japanszenario. In einer überalternden Gesellschaft, mit der Wählermacht der Alten, ist eine agressive Reflation fast unmöglich.

In einem solchen Szenario werden die Bondpreise immer stärker steigen, weil jeder wenigstens noch etwas an Zinsen erhalten möchte. In der Schweiz sind wir mit dieser Situation bezüglich "risikolosem Zins" längst vertraut.

Im Euroraum bieten sich aber noch viele Chancen (und Risiken). Ein Risiko war stets das Währungsrisiko, das sich gerade in den letzten Jahren akzentuiert hat, gegen das die SNB jetzt aber mildernd vorzugehen droht.

Käme eine Art PEG, würde es tatsächlich interessant, im Euroraum Bonds zu kaufen. Staatsanleihen.

Da der Euroraum nach aussen hin ausgeglichen scheint (ausgeglichene Leistungsbilanz) und nur im innern ein grosses Gefälle zwischen Deutschland und den PIGS aufweist, würde ein Konzept mit Eurobonds, wie immer es auch ausgestaltet wäre, Sicherheit bringen und die Renditen wieder etwas angleichen: Deutschland hätte höhere Zinsen, die PIGS tiefere.

Der Markt ist schon in Antizipation eines solchen Szenarios und korrigiert die PIGS Renditen ein wenig.

Bei Eintreten von Japan-Eurobonds-PEG, kriegte man auf Jahre keine solchen Renditen mehr. Momentan ist das Risiko noch hoch; später, wenn alles klar ist, werden sie weg sein.

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18.08.2011 23:54
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Ganz krass, wie die Renditen von einigermassen solventen Ländern wieder sinken! In Euroland öffnet sich der Spread hingegen wieder. Also lieber Hände weg von PIGS Anleihen. Wink

http://pigbonds.info/

http://www.treasury.gov/resource-center/data-chart-center/interest-rates...

17.08.2011 00:48
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Ok, sollte ein solches System kommen, wären die staatlich ausgegebenen Anleihen viellecht keine so gute Idee:

16.08.2011 23:38
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MarcusFabian wrote:

Nixon Ends Bretton Woods International Monetary System

15. August 1971 (gestern vor 40 Jahren)

http://www.youtube.com/watch?v=iRzr1QU6K1o&feature=player_embedded

Ja, habs gestern auch gesehen. Stimmt aber nicht, dass Nixon den Goldstandard beendete, er sagt ja ausdrücklich nur "temporär" Wink

16.08.2011 21:37
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Nixon Ends Bretton Woods International Monetary System

15. August 1971 (gestern vor 40 Jahren)

http://www.youtube.com/watch?v=iRzr1QU6K1o&feature=player_embedded

16.08.2011 21:35
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Bullish wrote:

kann ich mit einem Teil des CHF EUR-Bonds picken, um an Zinsen zu kommen.

Was nützen Dir geschätzte 5% Zins in Euro, wenn der Euro gegen Gold 10-15% pro Jahr an Kaufkraft verliert?

16.08.2011 21:31
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Bullish wrote:

Kämen Eurobonds und Fiskalkontrolle, würden plötzlich alle in der Eurozone sparen wie die Deutschen.

Ist nicht genau das Gegenteil der Fall?

- Fiskalkontrolle: wenn die so gut greift wie die bei der Aufnahme Griechenlands...

- Eurobonds: weshalb sparen, wenn man sich billig Geld beschaffen kann? - Auch wenn die Eurobonds "rationiert" werden: man kann sich ja auch hintenrum zusätzlich verschulden.

16.08.2011 21:20
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Kämen Eurobonds und Fiskalkontrolle, würden plötzlich alle in der Eurozone sparen wie die Deutschen.

Wohin könnte dann exportiert werden? Deutschland ist Japan ja nicht unähnliche, extremer Export, verhältnismässig wenig Binnennachfrage.

Drücken nun die Deutschen der ganzen Eurozone ihren Stempel aufs Auge - was dann?

China, Japan und die bisher ausgeglichene Eurozone würden darum konkurrieren, in die klamme USA zu exportieren. Dies verbunden mit einem Abwertungswettbewerb und Lohndruck auf die Angestellten.

Mangels Anlagemöglichkeiten werden sichere Bonds gesucht, die immer weniger Rendite bringen; daneben werden auch die EM prosperieren.

Da ich bisher CHF und EM übergewichtete, weil dies das beste im Deflations/Reflations-Szenario ist, kann ich mit einem Teil des CHF EUR-Bonds picken, um an Zinsen zu kommen.

Wobei das Themo Eurobonds und PEG etwas hypothetisch ist; auf der anderen Seite wird täglich darüber geschrieben. Das kann einen auch in die Irre schicken, siehe SNB PR. Dasselbe gilt auch für die PIGS-Bonds, die wegen der Eurobonds plötzlich attraktiver erscheinen und so die Zinsen für die PIGS gesenkt werden können.

Da ist es mit Gold einfacher Wink : egal ob Euro kracht oder ob Eurobonds inkl PEG kommen, Gold würde in beiden Szenarien steigen.

16.08.2011 16:06
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Bullish wrote:

Nur in Bezug auf die Schweiz und einen Investor, der in CHF rechnet.

Ok, das kommt schon eher hin.

Im Moment sieht es allerdings so aus, dass die Bemühungen der SNB, den Franken zu schwächen, Früchte tragen.

Von daher sehe ich keine weitere massive Aufwertung des Franken und somit auch keine sinkenden Preise in Franken.

16.08.2011 15:06
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MarcusFabian wrote:

Zumindest für die USA schliesse ich ein Japanszenario aus.

Nur in Bezug auch die Schweiz und einen Investor, der in CHF rechnet.

- Kommt etwas PEG ähnliches, spielt es keine grosse Rolle, ob man in CHF oder EUR ist (bis zur nächsten erzwungenen CHF Aufwertung)

- Euroländer werden nicht "aus der Krise wachsen", sondern per Fiskalmassnahmen versuchen, Wachstum zu erzeugen. Das können sie sich nur leisten, wenn die Zinsen weiter sinken. Zinsen können nur steigen, wenn entweder die Wirtschaft voll anspringt (dann ist das Problem gelöst) oder wenn Assets stark steigen (was wiederum die Wirtschaft auf Touren bringt, denn dann werden diese Assets sofort hergestellt).

- Solange aber die Zinsen sinken, werden im Szenario mit Eurobonds die schlechtesten Schuldner die beste Rendite anbieten können.

16.08.2011 13:02
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Zumindest für die USA schliesse ich ein Japanszenario aus.

Was bedeutet überhaupt Japanszenario?

Die BoJ hat damals nach dem Immobiliencrash 1998 eine Inflationspolitik betrieben, die keine Wirkung gezeigt hat. Die Geldmenge wurde aufgebläht, Zinsen auf Null und darunter gesehkt, gebracht hat es nichts.

Die Preise sind dennoch auf breiter Basis gesunken. Also Deflation der Preise trotz Inflation der Geldmenge.

Hierzu muss man wissen, dass die Japaner von den USA genötigt (wenn nicht gezwungen) worden waren, den Yen aufzuwerten. Der Yen hat sich in den Jahren 1990 bis 95 fast verdoppelt.

Würde man sich die Mühe machen, die japanischen Konsumentenpreise von Yen in Dollar umzurechnen, käme man also unweigerlich zum Schluss, dass die Preise gestiegen und nicht etwa gefallen sind.

Japan war damals bereits eine Exportnation und konnte trotz des gestiegenen Yen den Status als Exporteur halten. Eine beeindruckende Leistung, wie ich meine. Dabei hatte Japan allerdings das Glück, dass der Westen in einem Bullenmarkt war und die japanischen Exportgüter auch abgenommen hat.

Somit sehe ich vier wesentliche Unterschiede zwischen Japan damals und den USA heute:

1. Japan war Exporteur mit Handelsüberschuss, die USA sind das Gegenteil.

2. Der Yen hat an Kaufkraft gewonnen, der Dollar verliert.

3. Japan hatte Absatzmärkte, die es heute nicht mehr gibt bzw. die im Schrumpfen begriffen sind.

4. Japan war eine Industrienation während die USA derzeit 67% ihres GDP aus der Finanzindustrie generieren. Finanzdienstleistungen lassen sich aber nicht beliebig exportieren und die Nachfrage nach US Finanzdienstleistungen dürfte nach den Erfahrungen der letzten Jahre eher zurückgehen.

16.08.2011 11:10
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Quote:

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Deswegen-braucht-es-Eurobonds...

Deutschland müsse Europa die Lösung diktieren, um eine Depression abzuwenden.

«Damit der Euro funktioniert, müssen seine Mitgliedsländer in der Lage sein, einen Grossteil ihrer Schulden zu gleichen Bedingungen zu refinanzieren. Deswegen braucht es Eurobonds.»

Griechenland und Portugal sollen aussteigen

Soros meint allerdings auch, dass die grössten Spekulanten heute doch die Zentralbanken seien. «Sie haben damit längst die Hedgefonds abgelöst.»

«Ich wette ganz sicher nicht gegen den Euro.» Die Chinesen hätten grosses Interesse an einer Alternative zum Dollar und würden den Euro sowie alle Bemühungen der Europäer unterstützen, ihn zu retten. «Deswegen gibt es ja auch diesen mysteriösen Käufer, der ständig den Euro stützt.»