Kommentare + Prognosen

14 Kommentare / 0 neu
24.06.2007 10:36
#1
Bild des Benutzers Costa.
Offline
Kommentare: 71
Kommentare + Prognosen

"Full House Sell Signal"

Wir sind der Meinung, dass sich die Märkte in den kommenden Wochen nach unten orientieren werden…

http://www.wallstreet-online.de/nachricht/2101600.html

Die mögliche Bildung einer Doppel-Topp-Formation ist noch nicht vom Tisch und deshalb ist die Lage aus technischer Sicht völlig offen.

Costa

Aufklappen
01.11.2009 11:22
Bild des Benutzers Karat1
Offline
Kommentare: 1013
Seilziehen zwischen Haussiers und Baissiers

Der aktuelle Börsenzustand lässt wohl nicht die ganz grossen Rückschläge, aber im Moment auch nicht die ganz grossen Haussen erwarten. Es ist eher ein Seilziehen zwischen Haussiers und Bassiers! Wer gewinnt? Auf mittelfristiger Sicht 6 - 18 Monate wohl beide. Wie so oft wird das Timing entscheiden.

In einer renommierten Finanzzeitung habe ich gestern eine interessante Meinung und Interpretation zur kurzfristigen Entwicklung gelesen:

" Schliesslich herrscht ein Machtkampf zwischen Haussiers und Bassiers, manchmal könnten ihre Interesse gar vorübergehend gleichgerichtet sein. Beide hätten nichts gegen einen Rückschlag einzuwenden - um günstig eisteigen (Haussiers) oder um endlich Leerverkaufspositionen eindecken zu können"

Das es so ablaufen könnte in den nächsten Wochen, würde mich nicht wirklich überraschen.

Karat

21.08.2009 09:12
Bild des Benutzers Karat1
Offline
Kommentare: 1013
Re: Mark Faber - Starke Kurserholung .....

Costa wrote:

Laut Faber sind die Aktienmärkte völlig überverkauft, besonders auch Goldminenaktien und andere Rohstoffe. Auf der anderen Seite wären der US Dollar und Dollar-Anleihen völlig überkauft. Innerhalb der kommenden 3 Monate wäre ein Ausverkauf von Bonds und Dollar und eine Rallye bei den Aktien zu erwarten.

Quelle:http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=9042 Gruss von Costa

Was anfangs März 2009 passiert ist, wissen wir ja. Es zeigt auch, dass es nicht genügt, dass einer ein Szenario möglichst glaubhaft und überzeugend darstellt. Es reicht auch nicht irgendwann mal etwas richtig prognostiziert zu haben. Da lieb ich die Beiträge von Marcus Fabian geradezu. M.F. sagt mir zwar oft konkret auch "zu wenig", aber er gibt uns hier wertvolle Unterstützung zur Selbstverwirklichung. Karat

22.11.2008 09:27
Bild des Benutzers Costa.
Offline
Kommentare: 71
Mark Faber - Starke Kurserholung .....

Laut Faber sind die Aktienmärkte völlig überverkauft, besonders auch Goldminenaktien und andere Rohstoffe. Auf der anderen Seite wären der US Dollar und Dollar-Anleihen völlig überkauft. Innerhalb der kommenden 3 Monate wäre ein Ausverkauf von Bonds und Dollar und eine Rallye bei den Aktien zu erwarten.

Quelle:

http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=9042

Gruss von Costa

09.09.2008 20:10
Bild des Benutzers Emil
Offline
Kommentare: 2865
Swissquote Börsensendung

:?: Vor der Tagesschau kommt jeweils von Swissquote ein kurzer Börsenkommentar und Prognosen.

Heute hörte ich, dass Syngenta stark gefalen sei. Dies sei weil die Rohstoffpreise gesunken seien und die Anleger nun glauben würden, dass die Bauern weniger Saatgut einkaufen deshalb.

:?:

Also wenn es billiger wird, kauft man nicht mehr.

Anbauen muss man auch nicht mehr.

Ich glaube, ich werde doch wieder mal zur Kirche gehen. Vielleicht kann dort jemand helfen?

Emil

23.07.2008 18:54
Bild des Benutzers Jodellady
Offline
Kommentare: 1863
Kommentare + Prognosen

Der "Lieber Investor" ist immer wieder spannend zu lesen!!!

Danke für den Text, ich hab nur immer FuW samstags.

Trotzdem einwenig weit her geholt, dass man jetzt selber schuld ist, wenn die Russen bei uns einkaufen?!

Wir kennen das Kaufverhalten von den Russen doch zugut... "DAS muss ich haben - Preis spielt keine Rolle!".. Warum also nicht auch in der Wirtschaft??? Knowhow zahlt sich mit der Zeit schon aus und ist deutlich mehr wert als die Aktie selber!!

Zudem was der "Praktikus" vergessen hat: Dank WEM haben denn die Russen das Geld???

Wir bezahlen für die teuren Rohstoffe viel Geld, damit die Ausländer unsere Unternehmen aufkaufen können?? (klar ist etwas zu pauschal gesagt, aber in der Tat stimmt dies nämlich schon!)

Und noch was: Ein Sechstel aller Chinesen müssen pro Tag mit 1.5 $ leben, währenddessen andere teure Rolex-Uhren kaufen können.. Tolle Sache *ironie*...

Und last but not least: Dank Verstaatlichung kann man auch reich werden (gell Herr Chavez??!)

23.07.2008 09:29
Bild des Benutzers Simona
Offline
Kommentare: 1324
Heute gelesen in der FuW

Für Interessierte:

Lieber Investor

< zurück 23.07.2008 , Ausgabe: 58 , Seiten: 13 , Rubrik: KAPITALANLAGEN

Als ich gestern Dienstag die Zeitungen aus Deutschland durchblätterte, fielen mir folgende Überschriften auf: «Mordaschew geht auf 15%» – angesprochen ist der Ausbau der Beteiligung des russischen Stahlmagnaten Alexej Mordaschew an TUI –, «Russe will Öger Tours übernehmen» – die Rede ist vom Interesse des russischen Multimilliardärs Alexandr Lebedew, 76% des sechstgrössten deutschen Tourismusanbieters zu kaufen –, «Übernahmegerüchte um Gildemeister» – spekuliert wird über eine durch verdeckte Käufe russischer Investoren erworbene Beteiligung von 15% am deutschen Werkzeugmaschinenhersteller.

Die Russen, dann die Chinesen?

Die Beispiele belegen, dass mehr und mehr Kapital aus Russland Richtung Westen fliesst. Dabei tauchen laufend neue Namen auf. Victor Vekselberg, in der Schweiz aufgrund seiner Engagements in Sulzer und OC Oerlikon schon weitum bekannt, und Oleg Deripaska, wegen seines Einstiegs im Baukonzern Strabag in unserem östlichen Nachbarland auch kein Nobody mehr, sind bereits eingeführte Investoren. Anzunehmen, das Interesse russischer Oligarchen habe bereits den Zenit erreicht, wäre etwas gar blauäugig. Vermutlich stehen wir erst am Anfang der osteuropäischen Invasion.

Ich kann mir auch vorstellen, welche Unternehmen auf das Radar geraten könnten oder bereits geraten sind: intakte Industriegesellschaften mit solider Bilanz, an der Börse zurzeit aber wegen Bedenken vieler Anleger in Bezug auf die Konjunkturentwicklung (zu) tief bewertet. Ich denke an Georg Fischer oder auch an den zurzeit leidenden Rieter-Konzern. Und was folgt nach der russischen Welle? Greifen dann reiche Chinesen nach wertvollem helvetischem Industriegut? Noch ist es nicht so weit, dass chinesische Privatpersonen im Ausland investieren dürfen. Chinas Staatsfonds indes könnten jederzeit als Käufer auftreten. Machen wir uns gefasst auf einige Veränderungen in den Eigentumsverhältnissen unserer Industrielandschaft. Man wird dann wohl da und dort den «Ausverkauf» bedauern. Doch sind wir letztlich nicht mitschuld, dass ausgezeichnet aufgestellte Industriekonzerne an der Börse so billig geworden sind?

Wenn nicht jetzt – wann?

An sich wüssten es ja alle, private und institutionelle Investoren, dass Aktien – insbesondere Schweizer Papiere – jetzt günstig zu kaufen wären. Auch das Risiko wäre für langfristig orientierte Investoren vertretbar. Doch die Chancen, die sich bieten, mögen nur wenige nutzen. Was hält sie davon ab? Am Fehlen von Mitteln kann es in den meisten Fällen nicht liegen – Private und Institutionelle verfügen nicht erst seit Ausbruch dieser Korrektur über sehr viel Liquidität (Festgelder, Geldmarktfonds usw.), die «eigentlich» schon lange für den Kauf von Dividendenpapieren vorgesehen wäre.

Wenn nicht jetzt – wann dann, muss man sich da fragen. Viele Investoren hoffen, erwarten, sind überzeugt, dass die Kurse weiter fallen und Aktien bald noch günstiger zu kaufen sein werden. Mag sein, dass ihre Rechnung aufgeht. Dass sie aber dann, auf nochmals tieferem Niveau, zugreifen, ist zu bezweifeln. Denn nach jedem weiteren Einbruch wird die Angst, die Abneigung, in Aktien zu investieren, noch ausgeprägter sein. Und so ist zu erwarten, dass die hohen Barreserven unangetastet bleiben. Ziehen die Kurse später wieder an und setzt ein neuer Haussezyklus ein, werden Aktien bald wieder als teuer gelten, und der Einsatz der Liquidität wird auf den nächsten Einbruch vertagt.

Die Frage drängt sich auf: Lernen es die Anleger nie? Werden sie es auch diesmal mit Market Timing versuchen – was sich für das Gros in der Vergangenheit fast immer als Misserfolg erwiesen hat? Zu diesem Fazit kommt auch Erwin Brunner, der Zürcher Vermögensverwalter und Manager von Long-Short-Aktienfonds. Seit vierzig Jahren ist er im Anlagegeschäft, mit privaten und institutionellen Kunden. Was sagt er im Interview mit «Finanz und Wirtschaft» (vgl. Seite 25): «In meiner langen Karriere sah ich immer das gleiche Verhalten der Anleger: Sie kaufen im Höhepunkt und verkaufen im Börsentief – buy at the high, sell at low.»

Und warum dieses alles andere als kluge Verhalten? «Dies kommt daher, dass die Investoren entweder auf den Anlageberater Gier oder den Anlageberater Angst hören. Doch beide Berater schauen nur in den Rückspiegel und sind zukunftsblind.» Noch etwas konnte Brunner wiederholt beobachten: Sie spekulieren auf den richtigen Einsteigezeitpunkt, verpassen ihn in der Regel und hinken in der Folge der Marktentwicklung hinterher. Und was rät Brunner: Grundsätzlich immer angelegt sein und in gut diversifizierte Long-Short-Aktienfonds investieren. Sie haben sich in turbulenten Börsenzeiten als ideale Investmentvehikel erwiesen.

Doppelter Glücksfall

45 Mrd. Fr., möglicherweise auch mehr, ist Roche bereit, für den Erwerb der restlichen 46%-Genentech-Beteiligung hinzublättern (vgl. Seite15). Es wird der bislang grösste Kauf eines Schweizer Unternehmens sein. Auch im vorliegenden Fall streiten sich die Berichterstatter und die Analysten, ob der Preis zu hoch, zu tief oder angemessen ist. Dabei kann das zum jetzigen Zeitpunkt keiner sagen – eine Meinung abgeben ist wie einen Ball in die Luft werfen. Erst in einigen Jahren wird sich beurteilen lassen, ob Genentech ein Schnäppchen war oder ob Roche zu tief in die Tasche gegriffen hat.

Aus heutiger Sicht lässt sich feststellen, dass viel Innovation aus der Genentech-Forschung stammt, auch dank den gewährten Freiheiten aus Basel. Ich gehe nicht davon aus, dass Roche-Konzernchef Severin Schwan den Stolz und die Motivation der Genentech-Mannschaft aufs Spiel setzt und damit einen Exodus von Forschern und Führungskräften riskiert.

Aber das stärkere Wachstum der Roche-Tochter gegenüber der Mutter hätte früher oder später vermehrt zu Friktionen, Spannungen und Reibungsverlusten geführt. Das zu verhindern, die Stärken zu bündeln, das Potenzial auszuschöpfen und den Wettbewerbsvorsprung zu halten, ja auszubauen, ist jetzt die prioritäre Aufgabe der Roche-Führung.

Der Verlust an Eigenständigkeit mag für die Genentech-Belegschaft kurzfristig frustrierend und bedauerlich sein – andererseits wäre Genentech ohne Roche als Förderer und Geldgeber wohl nie dort, wo die Gruppe mit ihren 11000 Beschäftigten achtzehn Jahre nach dem vom damaligen Roche-Chef Fritz Gerber durchgeführten Kauf heute steht. Denn Gewinn schreibt die Genentech erst seit wenigen Jahren. Zuvor hatte dieser Glücksfall für Roche von der Basler Patenschaft «gelebt».

Gruss,

Simona

18.07.2008 10:59
Bild des Benutzers Simona
Offline
Kommentare: 1324
Kommentare + Prognosen

Hoi Costa

Merci für den Bericht. Ja was tut man nicht alles, wenn man seit Jahren auf Schulden hockt und dringend Cash braucht. - Man muss der Welt ja auch nicht immer so genau erklären, um welche es sich denn ganz konkret handelt. Dafür und deshalb gibt es doch Abgangsentschädigungen. - Wir hatten seit mehr als einem Jahr die Gelegenheit, dies ganz genau beobachten zu können (wer gut hinschaute und hinhörte). Ob das Börsenkässeli nun wieder gefüllt werden soll? So freut es mich doch, dass wenigstens die Welt nicht untergeht, das Wirtschaftswachstum erhalten bleibt und auch die Häusle-Geschichte auf absehbare Zeit ihr Ende finden wird. Blum 3 Frohes Investieren. 8)

Gruss,

Simona

18.07.2008 09:20
Bild des Benutzers Costa.
Offline
Kommentare: 71
Keine US-Rezession - definitiv

Soeben hat der Internationale Währungsfonds seine Konjunkturprognose für die Welt, die USA und Deutschland veröffentlicht. Das Ergebnis erstaunt und überrascht zugleich.

Im Gegensatz zu seiner vorherigen Prognose hat das IWF in seinem jetzigen Bericht die Prognose für das Weltwirtschaftswachstum in 2008 um +0,4 Prozentpunkte auf 4,1 % angehoben und für das deutsche Wirtschaftswachstum um +0,6 Prozentpunkte auf 2,0. Außerdem wies es darauf hin, dass sich die Finanzkrise weit weniger schnell ausbreiten würde als ursprünglich erwartet.

Für die USA wird das Wachstum in diesem Jahr von 0,5 % auf 1,3 % angehoben. Dabei wird darauf hingewiesen, dass die Immobilienmärkte voraussichtlich in den nächsten Quartalen ihren Boden finden werden. Für das Jahr 2009 erwarte man einen Rückgang auf +0,8 % bevor es wieder aufwärts gehen soll. Die Welt soll dann angabegemäß um +3,9 % und Deutschland um + 1% wachsen.

Quelle: http://www.aktienboard.com/content/200807/keine-us-rezession-definitiv-n...

28.01.2008 20:58
Bild des Benutzers alpenland
Offline
Kommentare: 4269
interessanter Bericht

01.2008 - 16:13 Autor: Jochen Stanzl, Chefredakteur Rohstoff-Report

Die Rohstoff-Trends an den Weltbörsen in 2008: Was Analystenhäuser erwarten

Die zunächst unterschätzte Kreditkrise hat in den ersten Wochen des neuen Jahres zu einer Zurücknahme der Konjunkturprognosen durch die Analystenhäuser geführt. Von einer Fortsetzung der Rallye an den Aktienmärkten geht mittlerweile fast niemand mehr aus. Trotzdem scheinen sich die Gefahren, die besonders die USA und den Finanzsektor über dem Teich wie hier gleichwohl treffen, auf die Weltwirtschaft wenn dann nur begrenzt auszuwirken. Zum einen warnen Analysten derzeit vor einer Rezession in den USA, sehen aber ein fast nicht geschwächtes Weltwirtschaftswachstum im Zuge dessen.

Theodor Schonebeck von Deutsche Bank Economic Research erklärt sich dieses Paradox durch zwei Gründe. „Erstens dürften die eingebauten Stabilisatoren einer international verflochtenen Wirtschaft und der globalen Finanzmärkte dazu beitragen, die negativen Auswirkungen des Ölpreisschocks auf den Konsum zu kompensieren. Zweitens bestehen zwar weiterhin beträchtliche Abwärtsrisiken für die Hauspreisentwicklung in den USA und Europa, die erforderliche Korrektur der Wohnungsbauinvestitionen in den USA hat jedoch bereits große Fortschritte gemacht, und in Europa ist das Überangebot an Immobilien sehr viel geringer.“

Daneben hätte die zeitig eingetretene Reaktion der Zentralbanken das Schlimmste abgewendet. „Drittens dürften die Zentralbanken kurzfristig genügend Liquidität bereitstellen, damit sich die Kapitalmärkte aus eigener Kraft erholen und wieder normal funktionieren, ohne dass sich die Kreditklemme zu einer Krise auswächst. Und schließlich dürften die Zentralbanken eine Geldpolitik verfolgen, die stimulierend genug ist, um die belastenden Auswirkungen der drei oben genannten Schocks zu kompensieren und die Weltwirtschaft über Wasser zu halten.“

Für die USA rechnen die Deutschbanker mit einem Wirtschaftswachstum von 2,2% in diesem Jahr, nach ebenfalls 2,2% im letzten. Das Wachstum der japanischen Wirtschaft werde ich hingegen von 1,6% auf 1,2% und das europäische auf 2,6% auf 1,6% abschwächen. Für Japan wird in 2009 dann der größte Sprung erwartet: Das Wachstum soll sich dann nunmehr auf 2,4% verdoppeln, für Euroland wird ein Anstieg um 0,3% auf 1,9% erwartet. Die USA werden sich nur leicht um 0,2% auf 2,4% Wachstum verbessern.

BIP-Wachstumsprognosen der Deutschen Bank 2007e 2008e 2009e

USA 2,2 2,2 2,6

Japan 1,6 1,2 2,4

Euroland 2,6 1,6 1,9

Asien (ohne Japan) 9,5 8,6 8,5

Osteuropa, Arika 6,5 6,2 6,3

Lateinamerika 5,0 4,4 4,2

Welt gesamt 5,2 4,6 4,8

Besonders für die Rohstoffe interessant sind aber freilich weniger die USA und Europa, als die Schwellenländer Asiens. Ohne Japan soll der asiatische Raum in diesem Jahr laut Prognose der Deutschen Bank um 8,6% und damit nur marginal schwächer als im Jahr 2007 wachsen. Auch das Wachstum in Afrika, Osteuropa und Lateinamerika wird sich den jetzigen Erwartungen nach nur marginal abschwächen. Aus Rohstoffsicht bedeutet dies, dass sich die Nachfrage also ebenso nur schwach mindern wird.

Unsere Strategie im Jahr 2008

Fielen die USA in eine Rezession, so würde dies insbesondere die Basismetall- und Energiepreise belasten, da spekulative Verkäufe die Preise drücken würden. Überstünde das Wachstum der Schwellenländer die Delle in den USA dann aber fast unbeschadet, würden alle zusätzlich freigesetzten Rohstoffmengen von der dortigen Nachfrage aufgefangen. Vor diesem Hintergrund kann es daher ratsam sein, neue Rohstoffpositionen im Verlauf des ersten und zweiten Quartals dieses Jahres zu kaufen, wenn die Preise durch die Auflösung spekulativer Long-Positionen übermäßig unter Druck geraten.

Dabei sei angemerkt, dass Rohstoffe untereinander immer zu unterscheiden sind. Denn einzelne Rohstoffe unterscheiden sich merklich voneinander. Die treibenden Faktoren, die jeden Rohstoff lenken, sind bei jedem Rohstoff unterschiedlich. Dennoch wächst die Korrelation der Einzelrohstoffe untereinander durch die wachsenden Anteile der Käufe von Indexfonds und langfristigen Investoren. Im Folgenden werfen wir nun einen spezifischen Blick auf die einzelnen wichtigen Rohstoffgruppen und die Prognosen der Analystenhäuser.

Erdöl und Energieaktien

Die meisten Analysten rechnen damit, dass der Ölpreis sich im Jahresverlauf 2008 wieder abschwächen wird, nachdem er zum Anfang des Jahres die Marke von 100 Dollar kurzzeitig erreichte. Grund hierfür sei vor allem die Wachstumsabschwächung in den USA. Nach der Konsolidierung räumen Analysten dem Ölpreis aber weiteres Aufwärtspotenzial ein. „Wir glauben dass der Ölpreisanstieg im vierten Quartal 2007 über das hinaus reicht, was durch die Dollarschwäche und das weltweite Wirtschaftswachstum erklärt werden könnte. Wir rechnen mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 75 Dollar in diesem Jahr“, so Analysten der Deutschen Bank. Analysten von Merrill Lynch sehen den Ölpreis zudem in engem Zusammenhang mit den Wechselkurssystemen in den Schwellenländern Asiens und hier vor allem Chinas.

Das Twin-Peg in China

So erhalte China seine hohe Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt durch eine Bindung der eigenen Währung zum US-Dollar. Mit dieser Fixierung verhindert China eine längst überfällige Aufwertung seiner Währung und erzielt durch einen hohen Außenhandelsüberschuss gigantische Dollarreserven, die mittlerweile ein Volumen von 1 1/2 Billionen US-Dollar überschritten haben. Diese hohe Liquidität fördert die Rohstoffnachfrage, die China zum Aus- und Aufbau seiner Städte und Infrastruktur (Urbanisierung) und seiner Fabriken und Industrie benötigt.

Um die Preissteigerungen nicht allzu stark zu bremsen und um mögliche Aufstände in der Bevölkerung zu verhindern, werden die Preise für Rohstoffe auch fixiert. Seit Jahresanfang hat China die Preise für Getreide, Speiseöl, Fleischprodukte, Milch, Eier und Autogas fixiert, bereits am 13. Januar kündigte Beijing an, dass die Strafgebühren für Zuwiderhandlung gegen die neuen Vorschriften verdreifacht wurden. Beijing betrachtet die hohe Inflation als Gefahr, die mögliche Aufstände provozieren könnte. Bereits im letzten Jahr gab es in einem Supermarkt von Carrefour SA in der Stadt Chongqing drei Tote, als Menschenmassen in den Supermarkt drängten, um Speiseöl zu kaufen. Die Ausschreitungen auf dem Tiananmen Square im Jahr 1989 wurden teilweise auch von steigenden Preisen ausgelöst.

Das Twin-Peg – also die doppelte Fixierung von inländischer Währung und Rohstoffpreisen – führt dazu, dass China seine Inflation exportiert und auch dazu, dass die Preissteigerungen auf dem Weltmarkt bei Rohstoffen nicht dazu führen, dass sich die chinesische Inlandsnachfrage preisbedingt abschwächen kann. Verbraucher in den Industrieländern, also Sie und ich, können Hightech-Geräte und andere Exportartikel aus China dadurch zwar günstig einkaufen. Die Preise für Milch, Benzin, Heizöl, Nahrungsmittel und andere Rohstoffe werden dadurch aber teurer.

Ölnachfrage weiter stark

Die Nachfrage nach Erdöl dürfte also weiter auf hohem Niveau liegen. „Bevor die OPEC oder die Schwellenländer sich gezwungen sehen, Maßnahmen zur Drosselung der Ölpreise zu ergreifen, dürfte der Ölpreis noch weiter ansteigen“, so Merrill Lynch in einer aktuellen Studie. „Die Entwicklung der Ölnachfrage ist dynamisch und das Angebot immer noch knapp.“ Die Nachfrage in den Industrieländern liege dabei nicht weit entfernt von dem Niveau vor einem Jahr. Die Kombination aus subventionierten Mineralölprodukten im Nahen Osten und den staatlich festgesetzten Preisobergrenzen in China und Indien habe dazu geführt, dass die dortige Nachfrage deutlich angezogen habe, so Merrill Lynch weiter. Außerdem seien die Ölimporte in den USA gefallen und zusammen mit zahlreichen unvorhersehbaren Produktionsproblemen bei US-Raffinerien seien die dortigen Ölvorräte massiv zurückgegangen. Das habe die Terminkurve bei Erdöl weiter fallen lassen (Backwardation), was den Ölgesellschaften noch weniger Anreiz gibt, Öl auf Lager zu halten, da es zu einem späteren Zeitpunkt ja ohnehin günstiger am Markt erworben werden kann. Die niedrigen Lagerbestände in den USA sind also ein nennenswerter Grund, warum die Ölpreise hoch notieren. Im Zuge des milden Winters dürften sich die niedrigen Bestände aber nicht so stark auswirken, wie befürchtet. Vielmehr wirkt die geringere Heizölnachfrage seit Jahresbeginn preisdämpfend.

Geopolitische Risiken ?

Eine Untersuchung der US-Geheimdienste, die der US-Regierung im Dezember vorgelegt wurde, brachte erstaunliches zu Tage. So soll Iran sein Atomprogramm schon im Jahr 2003 eingestellt haben. „Vor der Veröffentlichung des neuen Dokuments der Geheimdienste deutete alles darauf hin, dass es zu einer Krise kommen werde“, so die Deutsche Bank in einer Analyse. „Die USA bauten rasch eine Allianz mit den Sunniten im Irak und den Regierungen der Region auf. Die Finanzsanktionen waren verschärft worden, und die westlichen Regierungen hatten sich darauf vorbereitet, neue Sanktionen im Sicherheitsrat durchzusetzen. Wir vertraten lange Zeit die Auffassung, dass sich die Situation bis hin zu einer gefährlichen Krise verschärfen, dann jedoch eine Seite vor Ausbruch eines tatsächlichen Konflikts nachgeben werde. Anscheinend ist die Lage jetzt ohne ernsthafte Krise entschärft worden.“

Vor diesem Hintergrund rechnen die Analysten der Deutschen Bank mit einer allmählichen oder gar schnellen Rückführung der im letzten Jahr angesichts der drohenden Krise aufgebauten Risikoprämie im Ölpreis. „Weil dieser Konflikt nun auf Eis liegt, dürfte die jahrelange Ära vorerst beendet sein, während der die jederzeit im nächsten Quartal möglichen geopolitischen Turbulenzen ein wesentliches Risiko für die Weltwirtschaft darstellten“, so die Analysten. Auch in Südkorea geben die Analysten Entwarnung. Alle verbleibenden Krisenherde würden derzeit keine unmittelbaren und auf globaler Ebene bedrohlichen Ausmaße annehmen. Aus diesem Grund ist damit zu rechnen, dass das Thema geopolitische Risiken im Jahr 2008 zunächst keine Top-Priorität mehr einnehmen wird. Wir setzen hier mit Bedacht das Wort „zunächst“, da gerade in Pakistan, zwischen Israel und Palästina, Syrien und dem Libanon, der Türkei und den Kurden, in Afghanistan sowie zwischen China und Taiwan immer wieder neue Krisen auf die geopolitische Agenda wandern könnten.

Dollar-Comeback vs. Gold-Rallye

Eine wachsende Zahl von Analysten rechnet im Jahr 2008 mit einer Erholung des US-Dollars. Dahingegen gibt es auch viele Analysten, die weiteres Abwärtspotenzial im US-Dollar nicht ausschließen. Die Verfechter einer Dollarstärke sehen als Hauptgrund für eine eine technische Erholung des Greenback die technische Verfassung des Marktes. Er sei überverkauft und bereit für eine Gegenbewegung. Außerdem spiele der US-Wahlkampf eine wichtige Rolle. „Anfang Februar wird es warm werden. Zumindest für den amerikanischen Wahlkampf. Es stehen gleich mehrere Nominierungen an. In unseren Augen wird Hillary Clinton weiter an Boden gewinnen. Die Republikaner haben nach der Bushregierung keine Chance mehr. Noch dazu, ist laut Statistik noch nie eine Partei länger als zwei Legislaturperioden noch einmal gewählt worden“, so Daniel Fehring, Analyst und Devisenhändler bei Godmode Devisen Trader Paket. „Wird Clinton Präsidentin, dann werden die Militärausgaben drastisch zurückgefahren werden. Dann sind sicherlich mehr als 130 MRD. USD Wirtschaftshilfe möglich.“ Im Zuge dessen räumt Fehring dem US-Dollar im Jahresverlauf Erholungspotenzial ein. Die Deutsche Bank rechnet hingegen nicht damit, dass der Dollar schon seine Tiefs der laufenden Bewegung gesehen hat und noch weiter abwerten kann.

Wir rechnen im Rohstoff-Report damit, dass die Dollarschwankungen zwar weiterhin wichtig, aber nicht mehr so wichtig wie in den letzten Jahren bei der Goldpreisbestimmung sein werden. Eine möglicherweise eintretende Dollarstärke muss nicht zwangsläufig negativ für den Goldpreis sein. Vielmehr dürfte die hohe Nachfrage nach Gold-ETFs, die unter der Nachfrage liegende Goldproduktion sowie der im Jahresverlauf wachsende Bedarf nach „sicheren“ Anlageklassen im Zuge der anhaltend hohen Volatilität an den Aktienmärkten den Goldpreis stützen. Die Analysten von UniCredit Markets & Investment Banking sehen darüber hinaus weitere Stützpfeiler für den Goldpreis. „Die aggressive Zinssenkungspolitik der Fed führt zu negativen Realzinsen in den USA“, so die Analysten. „Wir erhöhen unser Kursziel für den Jahresdurchschnitt 2008 von 780 auf 870 US-Dollar.“ Kurzfristig, ausgehend von den Höchstkursen im Bereich von 910 Dollar, könnte es aufgrund der hohen Long-Positionierung der Fonds und einer möglichen preisbedingten sinkenden Schmucknachfrage zu einer Konsolidierung im Goldpreis kommen.

1000 Dollar-Kursziel im Visier Biggrin

Nach dieser Konsolidierung könnte es aber wieder in Richtung der 1000-Dollar-Marke gehen, auch wenn der Dollar wieder fester notieren sollte. Die Unicredit-Analysten sehen sogar noch Kurspotenzial, das darüber hinausgeht: „Bis 2010 sehen wir die Feinunze Gold bei 1400 USD BiggrinBiggrin . Dies entspricht dem Monatsdurchschnitt vom Januar 1980 auf realer Basis.“ Auch Harald Weygand, Head of Trading bei Godmode-Trader.de, sieht weiteres Aufwärtspotenzial für Gold: „Die schon mehrfach auf Godmode-Trader.de im Rohstoff-Bereich genannten charttechnischen Kursziele liegen bei 1.000 $ und 1.230 $. Stoplossabsicherung von Gold Longpositionen kann leicht unterhalb von 845 $ und 795 $ erfolgen.“

25.01.2008 19:22
Bild des Benutzers Costa.
Offline
Kommentare: 71
Kurserholung - Wie weit geht das jetzt ?

Technische Reaktionen auf die massiven Kursverluste seit Jahresbeginn.

http://www.godmode-trader.de/front/?titel=DAX-DOW-Jones-Nikkei-usw-Aktie...

Es ist davon auszugehen, dass sich die Indizes in den kommenden Monaten in hochvolatilen Tradingmärkten bewegen.

Costa

11.11.2007 21:19
Bild des Benutzers marabu
Offline
Kommentare: 1505
Kommentare + Prognosen

Habe mich heute entschlossen, Marc Fabers monthly newletters zu abonnieren. Die sorgfältigen strategischen Analysen mit diversen Charts wägen pros und kontras ab. Einzelne Titel scheinen nicht diskutiert zu werden. Gegensätzliche Meinungen werden mit ins Kalkül gezogen.

Die 200 US$ lohnen sich! 8)

11.11.2007 17:47
Bild des Benutzers marabu
Offline
Kommentare: 1505
Kommentare + Prognosen

Die andere Prognose... :roll:

Die amerikanische Börse ist immer noch überbewertet. Das Wachstum der Märkte beruhte auf der Ausweitung der Kredite. David vom Prudent Bear Fund - Bloomberg sieht einen weiteren Rückgang von 50% bis 60% möglich. Heute ist das FED machtlos und kann keine weiteren, agressiven Aktionen mehr vornehmen. Vielmehr verpasste es Bernanke, die Zinsen schon von Monaten (!) anzuheben.

Retail numbers gehen zurück. Man befürchtet einen Rückgang der Weihnachtsverkäufe bis zu 20%.

Notwendig wäre jetzt ein Wachstum der Realeinkommen.

Hier noch eine gute Analyse aus dem Jahr 2005 - als Retrospektive:

http://www.gloomboomdoom.com/subscribers/download/051009.pdf

11.11.2007 17:26
Bild des Benutzers Costa.
Offline
Kommentare: 71
Bitte anschnallen, aber keine Panik

Die gegenwärtige Börsen-Situation wird derzeit oft als "reifer Bullenmarkt" beschrieben. Diese Reifephase neigt zu weitaus stärkerer Volatilität, kann aber nichtsdestotrotz attraktive Renditen abwerfen. Das wichtigste Merkmal dieser neuen Phase ist ein Nachlassen der Gewinndynamik.

Weitere typische Merkmale eines reifen Bullenmarktes sind die verstärkte Fremdmittelaufnahme bei Unternehmen und eine Zunahme der Fusions- und Übernahmetätigkeit. In dieser Phase kann es leicht zur "Blasenbildung" kommen.

In China hat sich zweifelsohne bereits eine Blase aufgebaut, in anderen Schwellenländern ist das jedoch durchaus nicht der Fall. Bullenmärkte enden in der Regel mit Überbewertungen, übermäßigem Optimismus, Blasen und strapazierten Bilanzen. Bisher liegt noch keines dieser Merkmale vor.

Für uns ist das Glas daher immer noch halb voll und nicht etwa halb leer. Auch über die nächsten sechs bis zwölf Monate dürfte mit Aktien noch Geld zu machen sein. Investoren sollten dabei auf Large Caps mit gesunden Bilanzen und überdurchschnittlich hohem Gewinnwachstum setzen, auch wenn diese Titel vergleichsweise teuer erscheinen. Echte Wachstumswerte werden auf reifen Bullenmärkten normalerweise nur noch teurer. Wir mögen zwar einen turbulenten Flug vor uns haben, aber das Ziel ist es wert!

Quelle: ING Investment Management