Mi-Fonds (CH) 45 Sustainalbe A (VALOR 10.270.565)

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18.08.2009 16:51
#1
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Mi-Fonds (CH) 45 Sustainalbe A (VALOR 10.270.565)

Weiss jemand mehr über diesen neuen Fonds der Migrosbank als dies:

-Fonds investiert nur in umwelt- & sozialverträgliche Anlagen

-Langfristiger Anlagecharakter

-45 Prozent Aktienanteil

-Partner Bank Sarasin

Gruss

Rewind

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29.09.2009 05:51
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Perfektionismus bei der Anlage fehl am Platz !

An der Uni war Stevie einer der besten. Er brillierte in seinem gewählten Fach, der Ökonomie. Er übersprang locker einige Jahre und belegte Kurse beim letztjährigen Nobelpreisgewinner.

Und dann gab er plötzlich auf. Begrub seine Pläne, Ökonom zu werden. Ich frage ihn nach dem Warum. Er war doch von Anfang an so begeistert gewesen.

Es lag daran, dass er vom Glauben an sein Fach abgefallen war: Die Theorie war wunderbar und die Mathematik präzise. Aber als er sich weiter eingearbeitet hatte, kam er zu der Schlussfolgerung, dass das Fundament morsch war. Die Ökonomie war in seinen Augen nicht mehr in der Lage, menschliches Verhalten korrekt zu beschreiben. Sie wirkte vielmehr wie ein schönes und ausgeklügeltes, aber letztendlich fiktionales Konstrukt. Er war tief enttäuscht.

Ich musste an Stevie denken, als ich Paul Krugmans Artikel im New York Times Magazine, ‚Wieso lagen die Ökonomen so komplett falsch?‘, las. Unabhängig von den Meinungen, die Krugman in der ökonomischen Debatte vertritt, verdeutlicht der Artikel, wie vorausschauend Stevie war. Diverse Anomalien und Ausnahmen haben die traditionellen ökonomischen Modelle zum Wackeln gebracht. Diese Merkwürdigkeiten existieren aufgrund von vereinfachenden Annahmen und Thesen. Würde man sie korrigieren, wäre solche Modelle so komplex, dass man sie nicht länger manipulieren könnte – auch nicht mit höherer Mathematik. Und selbst wenn es möglich wäre, ließen sich die Ergebnisse nicht einfach interpretieren.

Das ist der Grund dafür, dass sich Alan Greenspan während seiner 20 (meist erfolgreichen) Jahre bei der US-Notenbank (wenn man sein Missverständnis der Immobilienblase außen vor lässt) nicht auf ein einziges großes Modell stützte. Er sammelte an unterschiedlichen Ecken und Enden seine Erkenntnisse und Perspektiven. Darauf baute er seine Handlungen auf, ohne eine offizielle Gebrauchsanleitung. Krimskrams-Ökonomie. Seiner Meinung nach ließ sich der Leitzins nicht an einer einheitlichen Theorie ableiten. Man benötigt mehrere Theorien – oder eher Signale, Theorie ist ein zu erhabenes Wort. Und natürlich viel Menschenverstand, um diese zusammenzusetzen.

Dasselbe gilt für einen Unterbereich der Ökonomie, die Kapitalanlage. Meistens gehen Fondsmanager fallweise vor. Traditionelle Manager wie Warren Buffett orientieren sich an generellen Leitlinien und sehr viel Bauchgefühl. Die meisten Hedgefondsmanager arbeiten auch eher situationsbezogen als mathematisch getrieben, z.B. Julian Robertson oder George Soros. Erfolgreiche Rohstoffhändler bauen typischerweise Systeme, die sich an Vergangenheitsdaten orientieren und nicht an einer Theorie. Ähnlich ist es bei Arbitrageuren.

Analog ist die Botschaft an uns Fondsanleger. Quälen Sie sich nicht damit, Modelle oder Bewertungssysteme zu bauen, um den perfekten Fonds zu finden. Beachten Sie ein paar grundlegende Prinzipien und nutzen Sie Ihren gesunden Menschenverstand, um ein vernünftiges Portfolio zusammenzustellen, das Ihren persönlichen Geschmack trifft. Zu den grundlegenden Prinzipien gehören: moderate Gebühren; eine Fondsgesellschaften, die ihre Anleger ernst nimmt und Expertise in der gewählten Anlageklasse hat; die Anlageklasse ist nicht offensichtlich ‚heißgelaufen‘ (wie aktuell Gold). Diese Konstruktion wird nicht makellos sein. Ein Krimskrams-Portfolio eben. Aber in unruhigen Zeiten hat es gute Chancen zu bestehen.

http://www.morningstar.de/de/default.aspx?lang=de-DE

http://www.morningstar.de/de/snapshot/snapshot.aspx?id=F000002XTQ&tab=10...


 

03.09.2009 08:07
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Mi-Fonds (CH) 45 Sustainalbe A (VALOR 10.270.565)

Das hier ist aber kein ETF sondern ein Anlagestrategiefonds. Und da ist bei den meisten drin was draufsteht. (muss man sich halt informieren und nicht irgendwelche Tracker etc. kaufen)

Erst bei Ebbe sieht man, wer ohne Badehose ins Wasser steigt.

(W. B )

02.09.2009 21:43
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Depotanalyse Nicht drin, was draufsteht!

Depotanalyse: Nicht drin, was draufsteht

In vielen ETF fehlen die Basiswerte des abgebildeten Indizes. Das ermöglicht zwar tiefere Gebühren, führt aber zu zusätzlichen Risiken für die Anleger. Rolling Eyes

Ausgangslage. K.A. aus Z. ist 45 Jahre alt, verheiratet und kinderlos. Das jährliche Erwerbseinkommen beträgt 180  000 Franken. Das gesamte Wertschriftenvermögen umfasst rund 600  000 Franken, wovon 350  000 Franken in ­Obligationen und 250  000 Franken in ­kotierten Indexfonds ETF investiert sind.

Grundlegende Gedanken. Das Vermögen weist mit einem 40-Prozent-Anteil an Sachwerten eine optimale Anlagestruktur auf, von der trotz den Verlusten infolge der Finanzkrise nicht abzurücken ist. Das Portfolio ist auch recht gut gegen den mittelfristig zu erwartenden Anstieg der Inflation abgesichert.

Qualitätsunterschiede bei ETF. Ein Problem zeigt sich jedoch bei der Wahl der ETF. Nicht alle bilden den zugrunde liegenden Index identisch nach. Es gibt auch solche, die nur partiell identisch sind oder gar nur synthetisch einen Index nachbilden. Manche ETF kaufen aus Spargründen nicht die Aktien, die im ­Index enthalten sind. Es ist durchaus möglich, dass ein Indexfonds auf den DAX zu 100 Prozent aus japanischen Aktien besteht. Die Renditedifferenz zwischen dem Portfolio und dem DAX sichert der Fonds bei dieser synthetischen Nachbildung mit einem Renditetauschgeschäft (Swap) ab. So entsteht das Risiko, dass der «Wettpartner» den Swap nicht einlösen kann und der Indexfonds einen erheblichen Verlust erleidet. Vor allem DB X-Tracker von der Deutschen Bank und Lyxor von Société Générale wenden diese synthetische Nachbildung an.

Wertpapierleihe ist üblich. Zudem ist es ist nicht sicher, ob der Indexfonds wirklich Titel im Depot hat oder ob er sie an andere Marktteilnehmer gegen eine Gebühr ausleiht und so wiederum ein Gegenparteirisiko eingeht.

Wie weiter? Die Finanzkrise hat ­gezeigt, dass die Risiken aus Swaps und der Wertpapierleihe nicht zu vernachlässigen sind. Kaufen Sie nichts, was Sie nicht verstehen und dessen Risiken Sie nicht kennen. Voll nachgebildete Indexfonds sind aufgrund der Bewirtschaftung tendenziell teurer, aber auch verständlicher in der Umsetzung und dem ­Risikoprofil. :roll:


 

02.09.2009 21:31
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Mi-Fonds (CH) 45 Sustainalbe A (VALOR 10.270.565)

lass dir ein Factsheet ausdrucken von der MB.

Die Aktienzusammenstellung wird ganz sicher durch die Bank Sarasin gemacht. und auch da kannst du eine Titelliste verlangen (jedenfalls von den 10 grössten). Danach kannst du dir ein Bild machen wo der Fonds investiert.

Erst bei Ebbe sieht man, wer ohne Badehose ins Wasser steigt.

(W. B )

02.09.2009 20:38
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Mi-Fonds (CH) 45 Sustainalbe A (VALOR 10.270.565)

Würde da nicht investieren, meisstens bezahlt man bei Fonds hohe Einstiegsgebühren und dann wird man noch mit Mgmt-Gebühren jährlich abgezockt....

...zumindest ist beides zu prüfen!

Zudem: Migros hat keine Fonds-Kompetenz, das kann ich aus eigenen Investments sogar beweisen - nichts als Verluste :!:

Gruss Hans

21.08.2009 10:32
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nachhaltigkeit.

... ist doch ein arg beflügeltes wort. respektive wäre ich einfach vorsichtig, denn oft handelt es sich um mogelpackungen. da können die dahinter stehenden institute noch so renommiert sein. jeder definiert nachhaltigkeit halt anders, von daher kann man da niemandem böse sein. wenn, dann vielleicht am ehesten noch den anlegern, die sich blindlings auf modethemen oder modeinstrumenten stürzen. :!: