Börsianisch für Anfänger

44 Kommentare / 0 neu
12.10.2007 21:48
#1
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Börsianisch für Anfänger

Es gibt immer noch 2-3 Dinge, die ich total nicht verstehe. Heute habe ich versucht mir in Wikipedia die fehlenden Infos zu beschaffen, was mir aber leider nicht gelang.

Meine Fragen beziehen sich darauf, WO das Geld eines Aktienkaufes bleibt. Wenn ich eine Aktie kaufe, bekommt das Geld dann die Firma oder die Börse?

Noch spannender wird es dann, wenn eine Aktie verkauft wird. Bekommt dann die Börse das Geld vom Verkäufer? Was passiert, wenn eine Aktie fällt? Wo bleibt die Differenz zwischen EP und Verkaufspreis?

Ich versuche mal ein paar Beispiele zu konstuieren und nehme mit Absicht kleine Zahlen, weil die ja in diesem Fall ziemlich irrelevant sind.

Eine Firma geht an die Börse und gibt 100 Aktien à 10 Franken heraus. Damit hat die Firma ein Aktienkapital von 1'000 Franken. Wie kommt die Firma zum Geld des Aktienkapitals?

Nun steigen die Aktien auf 15 Franken. Und ich verkaufe sie der Börse zu diesem Preis. Ein anderer kauft sie für 15 Franken. Nun habe ich 15 Franken erhalten und der Käufer hat 15 Franken bezahlt. Wie kommt die Firma nun zu dem Geld?

Oder anders herum. Die Aktie fällt auf 5 Franken. Fehlen also irgendwie 5 Franken in der Kasse. Wem genau fehlen die nun?

Es wäre schön, wenn mir das irgendjemand so erklären könnte, dass auch ICH das begreifen kann. Vielen Dank im Voraus.

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Börsenerfolg ist eine Kunst und keine Wissenschaft. André Kostolany
26.10.2007 16:01
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Börsianisch für Anfänger

Ich habe eine Kategorie zu hilfreicher Börsenliteratur auf meiner website erstellt. http://www.BoersenTalk.com

Die Frage danach taucht(e) immer wieder auf.

Grüsse aus Bern

Simon

26.10.2007 11:06
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Börsianisch für Anfänger

brasser wrote:

MarcusFabian wrote:
Es gibt hierzulande drei Kriterien, wovon eines erfüllt sein muss, damit Du als professioneller Trader eingestuft werden kannst:

1. Mehr als 200 Trades pro Jahr

2. Trading mit über Fr. 100'000

3. Hab ich vergessen.

Vielleicht ist es ähnlich wie bei der Steuererklärung. Da musst Du ja auch angeben, was Du am 31.12. im PF hattest.

Viele Leute verkaufen am 30.12. und steigen dann Anfang Januar wieder ein Wink

Etwas spät, aber dennoch folgender Link, damit diese Frage für einmal seriös beantwortet wird: Hier das entsprechende Kreisschreiben der EStV:

http://www.estv.admin.ch/d/dvs/kreisschreiben/1-008-D-2005-d.pdf

Und hier kurz zusammengefasst die Punkte, die erfüllt sein müssen, um NICHT als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler eingestuft zu werden:

- Anlagen sind nicht fremdfinanziert oder die steuerbaren Vermögenserträge (z.B. Zinsen, Dividenden) sind grösser als die anteiligen Schuldzinsen.

- Die Summe aller Käufe und Verkäufe pro Kalenderjahr beträgt nicht mehr als das Fünffache des Wertschriften- und Guthabenbestands zu Beginn der Steuerperiode.

- Die realisierten Kapitalgewinne betragen weniger als 50 Prozent aller steuerbaren Einkünfte in der betreffenden Steuerperiode.

- Die Anlagen sind grundsätzlich allen Anlegern zugänglich und stehen nicht in engem Zusammenhang mit einer besonderen beruflichen Tätigkeit.

- Die Haltedauer der veräusserten Wertschriften beträgt mindestens ein Jahr.

- Kauf und Verkauf von Derivaten (insbesondere Optionen) beschränken sich auf die Absicherung von eigenen Wertschriftenpositionen.

Fazit: Es müssen relativ viele Punkte erfüllt sein, um als gewerbsmässiger Händler eingestuft zu werden

Es müssen eher viele Punkte erfüllt sein um NICHT als gewerbsmässiger Händler eingestuft zu werden, oder?

Sind wir mal ehrlich. Es gibt so viele Kunden, welche mit Lombardkrediten traden, Derivate im grossen Stil als Spekulation benutzen & Intraday Trading betreiben...eig. alles gute Gründe um als gewerbsmässiger Händler eingestuft zu werden.

Aber eben, das ist bloss Theorie. In der Praxis...werden die wenigsten so eingestuft...

Ich weiß, dass ich nichts weiß!



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26.10.2007 10:05
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Börsianisch für Anfänger

MarcusFabian wrote:

Es gibt hierzulande drei Kriterien, wovon eines erfüllt sein muss, damit Du als professioneller Trader eingestuft werden kannst:

1. Mehr als 200 Trades pro Jahr

2. Trading mit über Fr. 100'000

3. Hab ich vergessen.

Vielleicht ist es ähnlich wie bei der Steuererklärung. Da musst Du ja auch angeben, was Du am 31.12. im PF hattest.

Viele Leute verkaufen am 30.12. und steigen dann Anfang Januar wieder ein Wink

Etwas spät, aber dennoch folgender Link, damit diese Frage für einmal seriös beantwortet wird: Hier das entsprechende Kreisschreiben der EStV:

http://www.estv.admin.ch/d/dvs/kreisschreiben/1-008-D-2005-d.pdf

Und hier kurz zusammengefasst die Punkte, die erfüllt sein müssen, um NICHT als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler eingestuft zu werden:

- Anlagen sind nicht fremdfinanziert oder die steuerbaren Vermögenserträge (z.B. Zinsen, Dividenden) sind grösser als die anteiligen Schuldzinsen.

- Die Summe aller Käufe und Verkäufe pro Kalenderjahr beträgt nicht mehr als das Fünffache des Wertschriften- und Guthabenbestands zu Beginn der Steuerperiode.

- Die realisierten Kapitalgewinne betragen weniger als 50 Prozent aller steuerbaren Einkünfte in der betreffenden Steuerperiode.

- Die Anlagen sind grundsätzlich allen Anlegern zugänglich und stehen nicht in engem Zusammenhang mit einer besonderen beruflichen Tätigkeit.

- Die Haltedauer der veräusserten Wertschriften beträgt mindestens ein Jahr.

- Kauf und Verkauf von Derivaten (insbesondere Optionen) beschränken sich auf die Absicherung von eigenen Wertschriftenpositionen.

Fazit: Es müssen relativ viele Punkte erfüllt sein, um als gewerbsmässiger Händler eingestuft zu werden

26.10.2007 08:06
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Börsianisch für Anfänger

Spekulantin wrote:

Darf ich noch eine Frage fragen?

Du Phil hast schon mehrfach davor gewarnt, dass es bedenklich wird, wenn die Volumen zurückgehen. Es soll zeigen, dass die MEHRHEIT nicht mehr an eine Aktie glaubt. Aber wtf interessiert mich die Mehrheit? Wenn weniger Leute in einer Aktie drin sind, wird es doch einfach ruhiger, muss aber nicht unbedingt runtergehen. Oder habe ich da irgendwas übersehen?

Man irgendwas war da noch, was ich hier posten wollte .......... aber es fällt mir nun einfach nicht mehr ein. Wie sieht es aus, habe ich noch Fragen gut, oder habt Ihr Euer Antwortsoll nun erfüllt?

Richtig, dies ist jedoch eine generelle Aussage. Das soll nicht bedeuten, dass sobald eine Aktie weniger Volumen hat...zwangsmässig sinken muss.

Aber tatsache ist: eine Aktie die mit steigendem Volumen ansteigt, hat mehr Substanz, als eine die mit kleinen Volumen ansteigt.

Es ist wie überall im Leben: Wo eine sehr grosse Nachfrage nach einem Gut besteht, werden die Preise stark ansteigen. Nimmt die Nachfrage ab...und reduziert sich auf ein Minimum, besteht die Gefahr von stark sinkenden Preisen...

Aber es ist noch schwierig diese Regel in der Praxis anzuwenden...aber als Indikator hat sie sicherlich ihren Nutzen...

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25.10.2007 23:40
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Börsianisch für Anfänger

Fragen kannst du natürlich immer Smile ist ja ein Forum.

Ja wen das Volumen zurück geht, ist die Nachfrage ja viel kleiner, und nur eine grosse nachfrage teibt den Preis nach oben. Den desto mehr das teil wollen desto mehr kann man verlangen Wink

25.10.2007 23:28
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Börsianisch für Anfänger

Darf ich noch eine Frage fragen?

Du Phil hast schon mehrfach davor gewarnt, dass es bedenklich wird, wenn die Volumen zurückgehen. Es soll zeigen, dass die MEHRHEIT nicht mehr an eine Aktie glaubt. Aber wtf interessiert mich die Mehrheit? Wenn weniger Leute in einer Aktie drin sind, wird es doch einfach ruhiger, muss aber nicht unbedingt runtergehen. Oder habe ich da irgendwas übersehen?

Man irgendwas war da noch, was ich hier posten wollte .......... aber es fällt mir nun einfach nicht mehr ein. Wie sieht es aus, habe ich noch Fragen gut, oder habt Ihr Euer Antwortsoll nun erfüllt?

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18.10.2007 12:34
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MarcusFabian wrote:

Vontobel wrote:

Bist du dir sicher, dass es von Bedeutung ist ob man die Position Overnight oder nur im Tagesverlauf hält?

Nein, bin ich nicht. In den USA ist es so. Aber hier?

Es gibt hierzulande drei Kriterien, wovon eines erfüllt sein muss, damit Du als professioneller Trader eingestuft werden kannst:

1. Mehr als 200 Trades pro Jahr

2. Trading mit über Fr. 100'000

3. Hab ich vergessen.

Vielleicht ist es ähnlich wie bei der Steuererklärung. Da musst Du ja auch angeben, was Du am 31.12. im PF hattest.

Viele Leute verkaufen am 30.12. und steigen dann Anfang Januar wieder ein Wink

Ich hatte das vor einigen Monaten mal mit der Steuerabteilung besprochen........würden diese Kriterien hart durchgesetzt werden, so wären viele als berufstrader einzustufen.......gem. meinen Informationen stufen die Behörden jedoch die Leute sehr restriktiv ein....dort wo ich wohne...im Zürcher Oberland...gibt es anscheinend nur deren 3...die so eingestuft werden.

Man muss natürlich auch bedenken, dass wenn man als berufstrader eingestuft wird...man auch die Verluste abziehen kann...und langfristig haben die meisten mühe...aktiv viel geld zu verdienen...sie verlieren eher...und so wird der staat natürlich zu kurz kommen...daher das motto: keep it like before

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18.10.2007 10:37
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Börsianisch für Anfänger

Vontobel wrote:

Bist du dir sicher, dass es von Bedeutung ist ob man die Position Overnight oder nur im Tagesverlauf hält?

Nein, bin ich nicht. In den USA ist es so. Aber hier?

Es gibt hierzulande drei Kriterien, wovon eines erfüllt sein muss, damit Du als professioneller Trader eingestuft werden kannst:

1. Mehr als 200 Trades pro Jahr

2. Trading mit über Fr. 100'000

3. Hab ich vergessen.

Vielleicht ist es ähnlich wie bei der Steuererklärung. Da musst Du ja auch angeben, was Du am 31.12. im PF hattest.

Viele Leute verkaufen am 30.12. und steigen dann Anfang Januar wieder ein Wink

18.10.2007 08:55
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fritz wrote:

Spekulantin wrote:
Nochmal zu diesem Abendsammeleinkauf. Theoretisch verstehe ich das. Aber wie läuft das praktisch ab. Zumal ich das heute mit den Estim Werten bei Swissquote verfolgt habe. Da kamen ja ganz unterschiedliche zu erwartende Kurse.

Werden einfach ALLE offenen Aufträge von dem Handelstag in einem Rutsch abgerechnet? Aber wie geht das, wenn einer eine Order mit 10 und der andere mit 12 gemacht hat?

Genau wie bei der Eröffnung und nach einem Stop Trading wird der Kurs ausgerechnet, zu dem am meisten Transaktionen möglich sind, diesen siehst Du bei Swissquote als "estimated", der kann natürlich ständig ändern, nämlich bei jedem neuen Auftrag.

Alle Bestens-Aufträge und alle anderen, die zu diesem Kurs gematcht werden können, werden dann gleichzeitig mit dem gleichen Kurs ausgeführt, nach der Eröffnung und nach dem Stop Trading geht es dann mit normalem Matching weiter, bei Börsenschluss ist nach dieser einen grossen Transaktion eben Schluss.

Gruss

fritz

http://www.pvi.ch/07-12-2006/matching-regeln/

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18.10.2007 08:28
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Spekulantin wrote:

Nochmal zu diesem Abendsammeleinkauf. Theoretisch verstehe ich das. Aber wie läuft das praktisch ab. Zumal ich das heute mit den Estim Werten bei Swissquote verfolgt habe. Da kamen ja ganz unterschiedliche zu erwartende Kurse.

Werden einfach ALLE offenen Aufträge von dem Handelstag in einem Rutsch abgerechnet? Aber wie geht das, wenn einer eine Order mit 10 und der andere mit 12 gemacht hat?

Genau wie bei der Eröffnung und nach einem Stop Trading wird der Kurs ausgerechnet, zu dem am meisten Transaktionen möglich sind, diesen siehst Du bei Swissquote als "estimated", der kann natürlich ständig ändern, nämlich bei jedem neuen Auftrag.

Alle Bestens-Aufträge und alle anderen, die zu diesem Kurs gematcht werden können, werden dann gleichzeitig mit dem gleichen Kurs ausgeführt, nach der Eröffnung und nach dem Stop Trading geht es dann mit normalem Matching weiter, bei Börsenschluss ist nach dieser einen grossen Transaktion eben Schluss.

Gruss

fritz

18.10.2007 08:22
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MarcusFabian wrote:

Es ist tatsächlich so, dass das Volumen in der letzten Handelsstunde stark ansteigt. Daytrader müssen abends ihre Positionen glattstellen. Wenn man Aktien über Nacht hält, wird man ab 200 Trades pro Jahr als professioneller Trader eingestuft und muss entsprechend Steuern zahlen. (Gibt noch andere Kriterien). Auf alle Fälle macht es Sinn, abends die Positionen zu schliessen. Morgen bringt dann ein neuer Tag eine neue Situation und ein neues Glück.

Es ist also in erster Linie so, dass es am Tagesende sehr starke und volumenstarke Bewegungen gibt. In einem Bullenmarkt tendenziell nach oben, in einem Bärenmarkt nach unten.

@Marcus

Bist du dir sicher, dass es von Bedeutung ist ob man die Position Overnight oder nur im Tagesverlauf hält?

Ich meine...ich würde jemanden eher als prof. Trader einstufen, wenn er die Positionen am selben Tag wieder schliesst...als wenn er sie länger behält.

Ich weiss nicht ob diese Aussage stimmt...?

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18.10.2007 00:12
Bild des Benutzers MarcusFabian
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Börsianisch für Anfänger

Es ist tatsächlich so, dass das Volumen in der letzten Handelsstunde stark ansteigt. Daytrader müssen abends ihre Positionen glattstellen. Wenn man Aktien über Nacht hält, wird man ab 200 Trades pro Jahr als professioneller Trader eingestuft und muss entsprechend Steuern zahlen. (Gibt noch andere Kriterien). Auf alle Fälle macht es Sinn, abends die Positionen zu schliessen. Morgen bringt dann ein neuer Tag eine neue Situation und ein neues Glück.

Es ist also in erster Linie so, dass es am Tagesende sehr starke und volumenstarke Bewegungen gibt. In einem Bullenmarkt tendenziell nach oben, in einem Bärenmarkt nach unten.

17.10.2007 21:04
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Börsianisch für Anfänger

Vielen Dank für Deine ausführlichen Ergänzungen technischer. Ich denke, dass nun wirklich so gut wie alles zu dem Thema ausgeführt wurde.

Nochmal zu diesem Abendsammeleinkauf. Theoretisch verstehe ich das. Aber wie läuft das praktisch ab. Zumal ich das heute mit den Estim Werten bei Swissquote verfolgt habe. Da kamen ja ganz unterschiedliche zu erwartende Kurse.

Werden einfach ALLE offenen Aufträge von dem Handelstag in einem Rutsch abgerechnet? Aber wie geht das, wenn einer eine Order mit 10 und der andere mit 12 gemacht hat?

Börsenerfolg ist eine Kunst und keine Wissenschaft. André Kostolany

17.10.2007 17:06
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Börsianisch für Anfänger

Spekulantin wrote:

Das mit dem bestens Kauf heute früh hat wunderbar geklappt. Was mir allerdings schon öfter aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass kurz vor Börsenschluss die Volumen oftmals recht ansteigen. Kann mir einer erklären, warum das so ist? Was ist der Vorteil, wenn man am Ende eines Tages noch Aktien kauft?

Hier gibt es ein schönes Zitat:

Rookies open the market; Professionals close it...

17.10.2007 10:16
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Börsianisch für Anfänger

Ich habe einige Tage das Forum hinter mir gelassen... und komme deshalb nochmals auf den Ursprung zurück wenn das erlaubt ist.

Beim Grund der Übernahme gebe ich recht. Wenn ich als interessierter Investor alle Aktien einer Unternehmung kaufen will, kostet mich das mehr wenn die Aktie CHF 100 ist als wenn die Aktie CHF 50 ist. Wobei der Preis heute nicht mehr so massgebend ist, da heute unmengen an Geld in diesen Investitionsgefässen nur darauf wartet gebraucht zu werden. Viel mehr spielt die Frage wie der Aktienkurs zum Gewinn steht (oder in Zukunft stehen wird) eine Rolle. Wenn ich für einen Aktienkurs von 50 einen Gewinn von 25 erhalte ist die Aktie interessanter als wenn ich für 100 einen Gewinn von 25 erhalte. Aus meiner Sicht spielt diese Attraktivität heute viel mehr eine Rolle ob eine Firma zum Übernahmeobjekt wird.

Der Grund mit der Fremdfinanzierung stimmt so nicht ganz. Da die Bilanzzahlen der Unternehmung nicht ändern mit dem Aktienkurs, bleibt der Fremdfinanzierungsgrad gleich. Das ganze könnte höchstens beim Rating eine Rolle spielen, was dann günstigeres Fremdkapital bedeuten würde. Wobei die Banken wohl eher auf die Jahresrechnung abstellen sollten für eine Bewertung. Und dann ist es wieder egal.

Phil, bei deinem Bericht ist noch anzufügen, dass nicht nur die meisten, sondern eigentlich alle Unternehmungen mehr Vermögen haben als Eigenkapital. Firmen mit einem Eigenkapitalanteil von 50% und mehr haben Seltenheistswert. Kannst ja nicht dein ganzes Vermögen mit Eigenkapital finanzieren. Hast ja sicher zumindest Lieferantenrechnungen (was ja auch Kredite sind).

Und der wahre Grund warum der Aktienpreis möglichst hoch sein sollte, ist wohl der von Fabian. Das Management kriegt den erfolgsabhängige Anteil des Gehalts in Optionen. Und jeder will ja viel verdienen. Und das Management kann natürlich seinen Leistungsausweis für die Zukunft mit Rosinen schmücken... Ist ja dann auch wieder Lohnwirksam beim neuen Arbeitgeber.

So, ich glaube sonst habe ich nichts mehr beizufügen...

17.10.2007 04:49
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Börsianisch für Anfänger

Vor Börsenschluss gibt es ja die Closing Auction Period, eigentlich das gleiche, wie ein Stop Trading, und danach werden alle noch match-baren Aufträge gleichzeitig abgeschlossen. Ich nehme an, das ist der Grund für die grossen Volumen in der letzten Sekunde.

Ich kaufe selten kurz vor Börsenschluss, besser erst am Morgen, wenn ich weiss wie USA und Asien stehen.

Manchmal mache ich aber auch Ausnahmen, es gibt Titel, die in einem Aufwärtstrend regelmässig bei Börsenschluss sinken, durch Gewinnmitnahmen von Leuten, die ruhig schlafen wollen und auch der Day-Trader. Dann ist es eine gute Kauf-Gelegenheit, weil sie am nächsten Morgen schon wieder deutlich im Plus eröffnen könnten.

Gruss

fritz

16.10.2007 20:14
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Das mit dem bestens Kauf heute früh hat wunderbar geklappt. Was mir allerdings schon öfter aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass kurz vor Börsenschluss die Volumen oftmals recht ansteigen. Kann mir einer erklären, warum das so ist? Was ist der Vorteil, wenn man am Ende eines Tages noch Aktien kauft?

Börsenerfolg ist eine Kunst und keine Wissenschaft. André Kostolany

16.10.2007 09:28
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sunny
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fritz wrote:

Oder Youtube, da basteln zwei Jungs eine Webseite zusammen, wo man aus Langeweile ein paar Filmchen hochladen kann, die sich dann erstaunlicherweise auch noch andere gelangweilte Leute anschauen - und ein paar Jahre später verkaufen sie das ganze für mehrere Milliarden Dollar. Wo ist denn da der Wert drin? Ich verstehe das nicht, aber darum werde ich wohl auch immer arm bleiben.

Gruss

fritz

naja, ganz so, wars im fall von youtube nicht. da haben nicht einfach zwei jungs in ihrem studenten wohnheim aus langeweile ne seit gebastelt. die beiden hatten die idee und haben kapital gesucht und aus der privat equity branche haben sie x millionen venture kapital erhalten. das wurde alles proffesionell aufgezogen (wenn ich mich richtig erinnere wurden 40 millionen $ investiert (bin mir aber nicht mehr sicher)). übrigens die privat equity leute haben den besitzern abgeraten, an google zu verkaufen. die "experten" haben also den wert für youtube noch viel höher gesehen.

15.10.2007 23:14
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viel glück Wink

15.10.2007 23:01
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Vielen Dank, dann kann es jetzt losgehen Wink

Börsenerfolg ist eine Kunst und keine Wissenschaft. André Kostolany

15.10.2007 22:35
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Bei bestens ist es ja kein Problem bekommst deine Aktien für den nächsten verfügbaren Kurs.

15.10.2007 22:21
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Was kann ich denn tun, um eine Aktie sicher zu kriegen? Weiss ja heute noch nicht, wie hoch morgen der Kurs ist und was ich für eine Limite eingeben müsste. Und vor allem habe ich morgen keine Möglichkeit während des Tages ins Internetbanking zu gehen.

Ich war überzeugt, dass es mit bestens durchgehen wird.

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15.10.2007 21:49
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Ja wen jemand bereit ist zum eröffnungskurs zu verkaufen.

15.10.2007 21:33
Bild des Benutzers Spekulantin
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Börsianisch für Anfänger

Äusserst informativ all Eure Statements. Vielen Dank dafür. Habe einiges begriffen, wenn es um Aktienkurse geht.

Aber die Fragen gehen mir natürlich so schnell auch nicht aus. Wenn ich heute Abend einen Auftrag mit bestens eingebe, bekomme ich dann morgen früh die Aktien zum Eröffnungskurs?

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15.10.2007 19:56
Bild des Benutzers chuecheib
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MarcusFabian wrote:

Klar, wer heute Google für $625 kauft ist ein Idiot.

Allerdings ein Idiot, der zu Recht darauf spekuliert, morgen einen noch grösseren Idioten zu finden, der ihm Google zu einem höheren Preis abkauft.

Der letzte Idiot macht dann das Licht aus. Er findet keinen noch dümmeren und geht pleite.

Das kommt mir irgendwie vor wie das Spiel "Reise nach Jerusalem".

wunderbar erklärt Smile

START! Time to play the Game !!!!!

15.10.2007 19:13
Bild des Benutzers MarcusFabian
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Börsianisch für Anfänger

Klar, wer heute Google für $625 kauft ist ein Idiot.

Allerdings ein Idiot, der zu Recht darauf spekuliert, morgen einen noch grösseren Idioten zu finden, der ihm Google zu einem höheren Preis abkauft.

Der letzte Idiot macht dann das Licht aus. Er findet keinen noch dümmeren und geht pleite.

Das kommt mir irgendwie vor wie das Spiel "Reise nach Jerusalem".

15.10.2007 11:34
Bild des Benutzers Vontobel
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Börsianisch für Anfänger

fritz wrote:

Spekulantin wrote:
Ist es aber auch denkbar, dass der Kurs (MTBN) zu hoch wird?

Das verstehe ich auch nicht, manchmal werden Kurse durch die grosse Nachfrage in die Höhe getrieben und keiner weiss (zumindest ich nicht), ob das noch etwas mit dem realen Wert der Firma zu tun hat.

Bei MTBN kommen da auch diese Fragen auf: Wurde etwa der Börsengang zu tief angesetzt? Wenn ja, warum? Wem nützt das etwas (ausser uns Biggrin )?

Wer entscheidet das überhaupt, zu welchem Betrag die Titel beim IPO angesetzt werden?

Ich erwähne immer wieder gerne ein Beispiel aus der Technoblase, CISCO ist zwischen 1990 und 2000 um 75'000% gestiegen, das ist doch verrückt, das kann doch nicht zu jedem Zeitpunkt der faire Preis gewesen sein...

Anderseits gibt das auch weiter Hoffnung für MBTN Blum 3 ...

Oder Youtube, da basteln zwei Jungs eine Webseite zusammen, wo man aus Langeweile ein paar Filmchen hochladen kann, die sich dann erstaunlicherweise auch noch andere gelangweilte Leute anschauen - und ein paar Jahre später verkaufen sie das ganze für mehrere Milliarden Dollar. Wo ist denn da der Wert drin? Ich verstehe das nicht, aber darum werde ich wohl auch immer arm bleiben.

Gruss

fritz

Im Prinzip ist es egal ob es dem realen Wert oder nicht entspricht, solange du jeweils einen anderen findest, welcher dir mehr für dein Papier bezahlt.

Doch grundsätzlich sollte man nur Preise für Aktien bezahlen, welche irgendwo durch auch noch realistisch sind...was aber genau ein realistischer Preis ist, darüber lässt sich natürlich streiten.

Wenn man einfach mit Titeln handelt wie z.B in der Technoblase...welche Werte erreichen, die jenseits von gut und böse sind...dann läuft man einfach Gefahr, dass wenn die Märkte mal nicht mehr laufen...man auf grossen Verlusten sitzen bleibt...

Die bisherigen Besitzer entscheiden meiner Meinung nach wo der Preis angesetzt wird. Immerhin sind sie es, welche schlussendlich den Erlös aus dem Going Public erhalten...

In der Technoblase gab es X Firmen, welche gar keine Gewinne schrieben aber extrem hohe Marktkapitalisierungen aufwiesen. In dieser Zeit hatten die Investoren einfach die Realität vergessen...und waren dermassen durch die Gier getrieben...dass sie nicht mehr auf Bewertungen achteten...

Wenn ein Titel mal stark anfängt zu steigen...gibt es sehr viele Leute welche mtimachen...dabei sein wollen...vielleicht Fonds welche sich beteiligen, oder hedge funds welche das Momentum ausnutzen wollen...solange Käufer vorhanden sind...kann das Spiel beliebig nach oben gepusht werden...bis dann der zeitpunkt kommt wo die Käufer fehlen...dann viel Spass!

Mit Youtube musst du dir das so vorstellen...warum wurde dermassen viel für diese Plattform bezahlt?

Ganz einfach, weil so viele Leute diese Seite kennen...und wenn man mit einer Seite die ganze Welt erreichen kann (Werbung), dann hat man einen grossen Trumpf in der Hand.

Aber es ist natürlich schon krass...die Vorstellung, dass man mit einer einfachen Internetseite so viel Geld generieren kann...das ist mir schon klar...aber das ist halt die neue Realität...

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15.10.2007 11:15
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Börsianisch für Anfänger

Spekulantin wrote:

Ist es aber auch denkbar, dass der Kurs (MTBN) zu hoch wird?

Das verstehe ich auch nicht, manchmal werden Kurse durch die grosse Nachfrage in die Höhe getrieben und keiner weiss (zumindest ich nicht), ob das noch etwas mit dem realen Wert der Firma zu tun hat.

Bei MTBN kommen da auch diese Fragen auf: Wurde etwa der Börsengang zu tief angesetzt? Wenn ja, warum? Wem nützt das etwas (ausser uns Biggrin )?

Wer entscheidet das überhaupt, zu welchem Betrag die Titel beim IPO angesetzt werden?

Ich erwähne immer wieder gerne ein Beispiel aus der Technoblase, CISCO ist zwischen 1990 und 2000 um 75'000% gestiegen, das ist doch verrückt, das kann doch nicht zu jedem Zeitpunkt der faire Preis gewesen sein...

Anderseits gibt das auch weiter Hoffnung für MBTN Blum 3 ...

Oder Youtube, da basteln zwei Jungs eine Webseite zusammen, wo man aus Langeweile ein paar Filmchen hochladen kann, die sich dann erstaunlicherweise auch noch andere gelangweilte Leute anschauen - und ein paar Jahre später verkaufen sie das ganze für mehrere Milliarden Dollar. Wo ist denn da der Wert drin? Ich verstehe das nicht, aber darum werde ich wohl auch immer arm bleiben.

Gruss

fritz

14.10.2007 21:20
Bild des Benutzers Spekulantin
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Börsianisch für Anfänger

Vielen Dank für die hilfreichen Ausführungen. Die bildliche Anschauung auf Deiner Homepage ist sehr gut nachvollziehbar, vielen Dank dafür Phil.

Was ich bei der Gelegenheit auch noch mitgekriegt habe, ist das zustande kommen des Eröffnungskurses, was aus sehr aufschlussreich war.

Euch allen wünsche ich einen erfolgreichen Start in die neue Börsenwoche.

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14.10.2007 21:00
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Re: Börsianisch für Anfänger

Spekulantin wrote:

Es gibt immer noch 2-3 Dinge, die ich total nicht verstehe. Heute habe ich versucht mir in Wikipedia die fehlenden Infos zu beschaffen, was mir aber leider nicht gelang.

Meine Fragen beziehen sich darauf, WO das Geld eines Aktienkaufes bleibt. Wenn ich eine Aktie kaufe, bekommt das Geld dann die Firma oder die Börse?

Noch spannender wird es dann, wenn eine Aktie verkauft wird. Bekommt dann die Börse das Geld vom Verkäufer? Was passiert, wenn eine Aktie fällt? Wo bleibt die Differenz zwischen EP und Verkaufspreis?

Ich versuche mal ein paar Beispiele zu konstuieren und nehme mit Absicht kleine Zahlen, weil die ja in diesem Fall ziemlich irrelevant sind.

Eine Firma geht an die Börse und gibt 100 Aktien à 10 Franken heraus. Damit hat die Firma ein Aktienkapital von 1'000 Franken. Wie kommt die Firma zum Geld des Aktienkapitals?

Nun steigen die Aktien auf 15 Franken. Und ich verkaufe sie der Börse zu diesem Preis. Ein anderer kauft sie für 15 Franken. Nun habe ich 15 Franken erhalten und der Käufer hat 15 Franken bezahlt. Wie kommt die Firma nun zu dem Geld?

Oder anders herum. Die Aktie fällt auf 5 Franken. Fehlen also irgendwie 5 Franken in der Kasse. Wem genau fehlen die nun?

Es wäre schön, wenn mir das irgendjemand so erklären könnte, dass auch ICH das begreifen kann. Vielen Dank im Voraus.

Ich habe für dich einen Beitrag auf meiner Homepage erfasst:

http://www.pvi.ch/14-10-2007/was-geschieht-bei-einer-borsentransaktion/

Ich weiß, dass ich nichts weiß!



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