Chartkunde

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09.11.2007 02:19
#1
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Chartkunde

Wir beginnen mal ganz einfach mit den bekanntesten Indikatoren.

Gleitender Durchschnitt und MACD

Als dritten nehme ich den vielleicht unbekannten Money Flow Index mit hinzu.

Wir betrachten diesen Chart:

Gleitender Durchschnitt

Der gleitende Durchschnitt (auch als Tageslinie bezeichnet) ist nichts anderes als der Durchschnitt der Kurse der letzten x Tage.

Am wichtigsten ist der GD200. Da ein Börsenjahr etwa 200 Trading-Tage hat, entspricht diese Kurve der Entwicklung des letzten Jahres. Eine aufwärts gerichtete GD200 spricht für einen Bullenmarkt. So wie hier beim Dow.

In einem Bullenmarkt ist die GD200 die so ziemlich stabilste Unterstützung, die eine Aktie haben kann. Das sehen wir beispielsweise oben für den Wendepunkt Mitte August, der exakt auf der GD200 stattgefunden hat.

Hier ein längerfristiges Bild desselben Charts:

Im Jahr 2005 wurden die Bullen-Nerven dreimal, im Jahr 2006 zweimal strapaziert als die GD200 um etwa 200 Punkte über einen Zeitraum von etwa je 1 Monat unterschritten wurde. Aber im Grossen und Ganzen hat sie recht gut gehalten.

Die beiden anderen GD's 50 und 100 Tage zeigen entsprechend kürzere Trends an. Wichtig sind unter- und überschneidungen. Aber das sehen wir am besten am MACD

MACD

Der MACD ist eine Kombination aus drei Exponentiellen Gleitenden Durchschnitten. "Exponentiell" bedeutet grob gesagt, dass Kurse von heute stärker gewichtet werden als jene von letzter Woche. Hier gibt es zwei Kurven. Eine schnelle und eine langsame. Wenn die schnelle Kurve die langsame von unten nach oben durchschneidet wie z.B. am 20. August, dann gilt das als Kaufsignal.

Entsprechend ist ein Schnitt von oben nach unten (11. Oktober) ein Verkaufssignal.

Wichtig ist auch, auf welchem Niveau (oben oder unten) die Kreuzung stattfindet. Je weiter unten ein bullisches Signal auftritt, umso weiter können die Kurse laufen.

Es gibt eine wichtige Regel: "Never fight the MACD"!

So hat sich beispielsweise am 31. Oktober abgezeichnet, dass sich die Signallinien kreuzen werden. Taten sie aber nicht und haben viele Bullen auf dem falschen Fuss erwischt.

Money Flow Index

Dieser Indikator ist kaum bekannt. Ich nehme ihn aber dennoch mir rein, weil es eine wichtige Information ist, zu wissen, wie hoch das Volumen ist, das interesse, das eine Aktie oder ein Index hat. Volumen * Preis = Geld, das in ein Papier fliesst.

Wenn der Kurs der UBS von 57 auf 65 steigt, dann ist das irrelevant, wenn sich herausstellt, dass irgend ein Trottel bei der Order 65 statt 56 eingegeben hat. Wenn aber nicht nur eine Aktie sondern ein paar Hunderttausend zu diesem höheren Preis den Besitzer wechseln ist das aussagekräftig.

Den MFI darf man nicht alleine betrachten sondern muss ihn im Zusammenhang mit dem Kurs bewerten. Dabei geht es in erster Linie um Divergenzen.

Divergenzen? Was zum Teufel ist das schon wieder? :evil:

Der MFI alleine zeigt die Geldmenge, die in ein Papier fliesst. Dabei ist mal klar, dass der MFI auch mit steigenden Kursen zunimmt.

Nun ist es aber interessant, ob auch das Kaufinteresse mit steigenden Kursen zu- oder abnimmt.

Beispiel:

Von Mitte März bis 18. April (rot) ist das Kaufinteresse (MFI) wie auch der DOW gestiegen.

Interpretation: Die Krise ist überwunden, es ist Kaufkraft vorhanden und Geld fliesst vermehrt in den DOW.

Vom 18. April bis 21. Mai (blau) ist der DOW zwar weiter gestiegen. Allerdings bei gleichem Geldfluss.

Interpretation: Es geht Aufwärts und es fliesst weiterhin viel Geld in den DOW.

21. Mai bis 5.6. (hellblau): Hier haben wir eine bärische Divergenz. Divergenz deshalb, weil der DOW noch weiterhin bullisch steigt, der Geldfluss aber (bärisch) abnimmt.

Interpretation: Warnsignal! Die Kaufkraft lässt nach, demnächst ist eine Korrektur möglich.

Das Gegenteil, nämlich eine bullische Divergenz sehen wir in diesen Tagen (grün).

Während die Kurse ziemlich massiv in die Tiefe stürzen, steigt das Handelsvolumen. Wie die Geschichte ausgeht wissen wir noch nicht aber ....

Interpretation: Die sinkenden Kurse werden vermehrt zum günstigen Einstieg genutzt. Es ist also sehr gut möglich, dass die Kurse sehr bald anziehen.

---

Weiterführende Erklärungen zu den einzelnen Indikatoren finden sich unter http://www.tradesignalonline.com/content.asp?p=wsn/default.asp

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20.05.2009 02:12
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Chartkunde

Wie siehts mit dem "MFI" aus?

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

22.03.2009 01:40
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Re: Double Smoothed Stochastic

Revinco wrote:

Würde gerne den "Double Smoothed Stochastic" (DS1) genauer erläutert haben,

Guck mal hier: http://www.charttec.de/html/indikator_dss_double_smoothed_stochastic.php

Ich selbst habe allerdings keine Erfahrung mit Stochastic Indis.

17.03.2009 00:02
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Double Smoothed Stochastic

Würde gerne den "Double Smoothed Stochastic" (DS1) genauer erläutert haben, d.h. welchen Nutzen hat dies gegenüber dem normalen slow/fast/full stochastik?

Wenn wir gerade dabei sind, was haben folgende 'Smoothed Stochasics' noch für zusätzliche Eigenschaften?:

- Double Smoothed Stochastik "Blau Bressert" (DS2)

- Wilder Smootheed

Double smoothing sto und Wilders sind glaube ich sehr ähnlich, sie die aber identisch wie den

full stochastic?

Hat das nur einen Nutzen bei Futures / CFD's, wo die Linien geglättet werden und weniger Rauschen?

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

04.03.2009 23:22
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MACD

Der MACD - Indikator ist einer der bekanntesten Indikatoren der technischen Analyse von Indices, Aktien und Devisen. Nahezu jeder Chartanalyst verwendet den Moving Average Convergence / Divergence - Indikator.

Die Wikipedia meint zum MACD folgendes:

Der MACD (Moving Average Convergence/Divergence)-Indikator ist als Trendfolger ein Instrument der Technischen Analyse. Der Indikator wurde 1979 von Gerald Appel vorgestellt und kommt wegen seiner Vielseitigkeit häufig zum Einsatz. Der MACD berechnet sich aus der Differenz zweier exponentiell gleitender Durchschnitte. Für die Analyse wird er meistens in Verbindung mit einer Signallinie (Trigger) eingesetzt.

Beim MACD - Indikator handelt es sich im Prinzip um einen speziellen TBI (Trendbestätigungs-Indikator) mit einer festen Einstellung von 12- und 26-Tagen für die GDL und einer 9-Tage »Trigger«-Linie. Der MACD wurde bereits 1979 »erfunden«, und gilt heute noch, fälschlicherweise, in seiner Standardinterpretation als einer der erfolgreichsten Kurzfrist-Indikatoren der technischen Chartanalyse. In seiner ursprünglichen Form und Anwendung hat der MACD jedoch deutliche Schwächen.

Da der MACD einer der ältesten Indikatoren überhaupt ist, gibt es eine Fülle von Anwendungsregeln für diesen Indikator. Manche dieser Regeln sind lange überliefert, aber trotzdem wenig erfolgreich, andere neuere Regeln haben sich im Laufe der Zeit aber bewährt.

    •Überschreitet der Indikator seine Signallinie (»Trigger«) ist dies ein Kaufsignal
    •Unterschreitet der Indikator die Signallinie gilt dies als Verkaufssignal

    •Divergenzen deuten auf Trendwechsel der Aktie hin

    •Der MACD sollte nur bei starken Trendbewegungen verwendet werden

    •Das Histogramm des MACD gibt an, wie weit sich der Indikator von der Triggerlinie entfernt hat und hilft damit bei der Bestimmung der Signifikanz

    •Interessant sind meiner Meinung nach nur längerfristige Trends im MACD

Im Chart des DAX - Index oben werden die Vor- und Nachteile des klassischen MACD deutlich. Der MACD - Indikator liefert bei starken Trends ordentliche Trendumkehr- und Trendbestätigungssignale (Anfang September 2000, Ende Oktober 2000.) Sehr häufig kommen Signale aber auch zu spät (Juli 2000, August 2000) oder es treten Zonen mit einer gewissen Unsicherheit auf (graue Flächen), in denen Signale zu früh kommen.

(klassisches MACD - Handelssystem)

Der Chart oben zeigt einen Systemtest des klassischen »Handelssystems«: kaufen, wenn der MACD den seinen Trigger übersteigt, verkaufen wenn der MACD den Trigger unterschreitet. Die obere Linie zeigt die Performance eines Musterdepots, das auf diesem Tradingsystem aufbaut. Noch schlimmer: dieses Handelssystem wurde sogar hinsichtlich der Parameter, und damit der Performance, optimiert und das Musterdepot zeigt trotzdem eine negative Performance, während sich der DAX - Index in dieser Zeit verdoppelte! Etwas besser als die übliche Verwendung des MACD ist die Signalgebung durch das MACD - Histogramm. Das MACD - Histogramm zeigt den Abstand zwischen MACD und seiner Triggerlinie an.

Interessant sind Divergenzen und Konvergenzen zwischen dem MACD und dem betrachteten Wertpapier oder Index. Sie liefern zwar keinen konkreten Handelssignale, bestätigen aber Trends bzw. warnen vor Trendbrüchen. Es zeigt sich auffällige »bearishe« Divergenzen zwischen zumindest gleich hohe Tops im Index und sinkenden Tops im MACD auf. Die Bottoms im Index stiegen zusammen mit den Bottoms im MACD an. Mit dem Bruch dieser Aufwärtslinie ergibt sich dann ein gutes Ausstiegssignal.

Fazit:

Die Standardregeln des MACD sind absolut nicht ausreichend um sinnvoll danach zu handeln. Mit einer Ausweitung des Regelwerkes (Histogramm, Trendlinien, Konvergenzen/ Divergenzen) bzw. der Filterung durch andere (Trendstärke-) Indikatoren kann aber auch ein alter Indikator wie der MACD noch sinnvoll in einem Handelssystem verwendet werden, zumal dieser Indikator auch noch durch seine weite Verbreitung sehr stark beachtet wird. Wie jeder Trendfolger ist der MACD in Seitwärtsbewegungen überfordert und fehleranfällig.

(http://www.charttec.de/html/indikator_macd_moving_average_convergence_di...)

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

04.03.2009 22:19
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Re: TRIN

Revinco wrote:

TRIN hatten wir bereits, könntest Du bitte den TRIX erläutern?

Der TRIX - Indikator: Dreifach gebügelt hält besser

Der TRIX dient zur Identifikation von Trendwechseln und ist in seiner Aussage relativ gut zu gebrauchen. Der TRIX verwendet, wie der Name bereits andeutet, eine dreifach exponential geglättete Durchschnittslinie und berechnet hieraus die prozentuale Abweichung zum Schlußkurs. Als Signallinie dient dann eine weitere Durchschnittslinie.

http://www.charttec.de/html/ind_tri.php

Meiner Erfahrung nach ist der TRIX recht zuverlässig in der Vorhersage von Trendwechseln. Aber mit der Mathematik dahinter habe ich mich auch nicht befasst.

19.02.2009 21:55
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Re: TRIN

TRIN hatten wir bereits, könntest Du bitte den TRIX erläutern?

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

24.04.2008 06:18
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Chartkunde

Master_Sepp wrote:

Zudem dünkt es mich auch ein bisschen komisch, da beispielsweise die braune Linie die blaue von unten nach oben (Kaufen) durchschnitten hat, als der Kurs fiel (und es auch weiter tat).

Kann mir jemand helfen? Ansonsten super Erklärung!

Sepp

Es ist relativ einfach! Wenn Du die Stellen betrachtest, an der die blaue Linie, die braune Linie von unten nach oben kreuzt, stimmt es Smile

Handelt sich also bloss um eine Verwchslung der Linien.

22.04.2008 19:05
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Chartkunde

Ich habe eine Frage zum ersten Post: dort, wo der MACD erklärt wird, in welchem Jahr sind die Daten? Ist die blaue Linie die lange und die braune, gestrichelte die kurze? Und muss man dieses Schneiden wirklich dort im unteren Kasten "MACD" ablesen? Wenn ja, fällt mir das irgendwie schwer, weil man kaum sehen kann, wo die Kurve die andere durchschnitten hat. Zudem dünkt es mich auch ein bisschen komisch, da beispielsweise die braune Linie die blaue von unten nach oben (Kaufen) durchschnitten hat, als der Kurs fiel (und es auch weiter tat).

Kann mir jemand helfen? Ansonsten super Erklärung!

Sepp

19.04.2008 13:54
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Zum visuellen Spielen und gleich Backtesten des einfachen GD (SMA):

SMI 200 mit 4% Presfilter und 1% Transaktionskosten

Dabei gibt es den von Johnny P beschriebenen Preisfilter auch als Parameter. Ebenso können Transaktionskosten berücksichtigt werden.

In dem oberen Beispiel hätte der erste Kauf dann am 1991-10-02 stattgefunden und zu einem Gewinn von netto 178.59% geführt. Dies lässt sich jetzt mit anderen Parametern vergleichen.

Ein ausführlicheres Beispiel mit dem Euro Stoxx 50 und etwas Optimierung ist hier auf Englisch:

Backtesting Moving Averages

02.04.2008 13:31
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Besten Dank für die ausführliche Erklärung!

Genau das habe ich getan. Mit diversen Aktien, Index, etc. Sind meine Beobachtungen richtig, dass es Titel gibt, die zb. starken Widerstand/Unterstützung beim EMA50 erhalten, andere hingegen beim EMA200?! Interessante Sache!

Den Rest scheine ich auch kapiert zu haben, bzw. deckt sich mit meinen Vermutungen! Danke für die Bestätigung. So kann ich banal vereinfacht sagen, durchbricht der Kurs den SMA ist die Tendenz eindeutiger, jedoch habe ich den "perfekten" Einstieg mit so ziemlich sicher verpasst! In etwa korrekt? (natürlich ohne Gewinngarantieen, dem bin ich mir bewusst!)

Danke nochmals!

Der Wissensdurstige Lol

ps. später komme ich mal noch auf die TRIX'S und Konsorte zurück. Schlage mich jedoch noch durch die Godmode Trader Lektüren....

31.03.2008 22:40
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Millenstein wrote:

WMA: Weighted Moving Average

http://wiki.tradesignal.com/de/index.php?title=Weighted_Moving_Average

Zurück zu meiner Frage:

Welcher geniesst welche Aufmerksamkeit?

Danke euch beiden vielmals für die Ausführungen! Ich versuche meine Fragen meist selbst zu beantworten aber leider stehen in den Theorien selten etwas über die praktische Anwendungen!

Danke!

Ich versuche mal eine Antwort zu geben:

In der reihenfolge SMA - WMA - EMA kommen wir immer dem aktuellen Kurs näher, da die letzten Kurse stärker gewichtet werden.

Man spricht beim EMA auch von einem schnellen GD, da sich EMA's schneller kreuzen als SMA's mit der gleichen Perioden Anzahl.

Der Vorteil der EMA liegt daher auf der Hand, wir sind schneller im Markt als mit SMA's (wenn wir z. Bsp. einen Cross als Einstieg verwenden). Dadurch haben wir aber auch mehr fehlsignale, da sich die schnellen GD's in Seitwärtsmärkten ständig kreuzen.

Bei der Verwendung muss man daher einen Kompromiss machen:

Entweder man ist früh im Markt (EMA) und nimmt daher mehr von der Bewegung mit oder man steigt später ein (SMA) und hat dafür weniger Fehlsignale.

Interessant sind für mich vor allem GD's die als Support/Resistance fungieren. Dafür muss man jedoch für jeden Markt und jeden Timeframe neue Einstellungen definieren.

Leg einfach mal ein paar GD's über den Markt und such eine Einstellung, wo der Markt häufig abprallt.

Gruess

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

25.03.2008 11:43
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Chartkunde

WMA: Weighted Moving Average

http://wiki.tradesignal.com/de/index.php?title=Weighted_Moving_Average

Zurück zu meiner Frage:

Welcher geniesst welche Aufmerksamkeit?

Danke euch beiden vielmals für die Ausführungen! Ich versuche meine Fragen meist selbst zu beantworten aber leider stehen in den Theorien selten etwas über die praktische Anwendungen!

Danke!

25.03.2008 11:23
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Chartkunde

SMA ist der einfache Gleitende Durchschnitt (Simple Moving Average). Also die Summe aller Schlusskurse dividiert durch die Anzahl Kurse.

EMA ist ein exponentieller GD. Das heisst, dass die näher liegende Kurse (also z.B. von gestern) höher gewichtet werden als die weitere zurückliegenden (z.B. vor 10 Tagen). Ein EMA reagiert also schneller auf eine Kursveränderung als der SMA.

WMI? Nie gehört.

Übrigens: Die Perioden für die GD's kommen von den Handelstagen her: 200 = Anzahl Börsentage pro Jahr, 20=Tage pro Monat.

GD 200 ist also in etwa der Jahresdurchschnitt.

25.03.2008 10:01
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Chartkunde

Zur zweiten Frage:

Am meisten werden die gleitenden Durchschnitte von 20, 50 und 200 Tagen angewendet. Du fährst am besten, wenn du es gleich machst wie die Mehrheit, denn darauf basiert zu einem grossen Teil die Charttechnik.

Wenn alle anderen ein Kaufsignal sehen und darum wie wild einkaufen, dann kann es nicht schaden, das gleiche zu sehen und mit der Masse mitzufahren.

Allerdings gibt es manchmal auch Fehlsignale, man sollte sich daher nicht unbedingt auf nur ein Signal verlassen, sondern besonders dann reagieren, wenn gleich mehrere Indikatoren das gleiche anzeigen.

Ja, du siehst das richtig, diese gleitenden Durchschnitte gelten als Unterstüzungen und Widerstände, je längerfristiger, desto stärker.

Bei der ersten Frage kann ich dir nichtweiterhelfen, diese Abkürzungen sagen mir nichts (respektive nichts in diesem Zusammenhang und nicht frühmorgens).

Gruss

fritz

25.03.2008 08:58
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Re: Chartkunde

fritz wrote:

Millenstein wrote:

Gibt es Regeln, die zur Anwendung kommen, wenn der Wiederstand durchbrochen wird, ab welchem Zeitpunkt der Wiederstand zu einer Unterstützung wird?

Wenn der Widerstand durchbrochen wird, wird er anschliessend meistens nochmals von oben getestet, danach gilt er als Unterstützung, wenn er dabei wieder durchfällt, bleibt es eben ein Widerstand.

Gruss

fritz

Besten Dank!

Nächste Frage:

Es gibt ja diverse Moving Average. Darüber habe ich mich so weit informiert. Welchen oder welche werden jedoch verwendet?

SMA?

WMA?

EMA?

und Anschlussfrage:

Welche Laufzeit wird verwendet? 200? 50? 100? Hier gehe ich jedoch davon aus, dass 50 eine/n kurzfristige/n Wiederstand oder Unterstützung darstellt und je länger wir gehen, also 100 oder 200, dies als nächste, bzw. langfristige Wiederstände/Unterstützungen gelten. Kann man das so sagen?

20.03.2008 11:42
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Re: Chartkunde

Millenstein wrote:

Gibt es Regeln, die zur Anwendung kommen, wenn der Wiederstand durchbrochen wird, ab welchem Zeitpunkt der Wiederstand zu einer Unterstützung wird?

Wenn der Widerstand durchbrochen wird, wird er anschliessend meistens nochmals von oben getestet, danach gilt er als Unterstützung, wenn er dabei wieder durchfällt, bleibt es eben ein Widerstand.

Gruss

fritz

19.03.2008 14:57
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Re: Chartkunde

MarcusFabian wrote:

Gleitender Durchschnitt

Der gleitende Durchschnitt (auch als Tageslinie bezeichnet) ist nichts anderes als der Durchschnitt der Kurse der letzten x Tage.

Am wichtigsten ist der GD200. Da ein Börsenjahr etwa 200 Trading-Tage hat, entspricht diese Kurve der Entwicklung des letzten Jahres. Eine aufwärts gerichtete GD200 spricht für einen Bullenmarkt. So wie hier beim Dow.

In einem Bullenmarkt ist die GD200 die so ziemlich stabilste Unterstützung, die eine Aktie haben kann. Das sehen wir beispielsweise oben für den Wendepunkt Mitte August, der exakt auf der GD200 stattgefunden hat.

Im Jahr 2005 wurden die Bullen-Nerven dreimal, im Jahr 2006 zweimal strapaziert als die GD200 um etwa 200 Punkte über einen Zeitraum von etwa je 1 Monat unterschritten wurde. Aber im Grossen und Ganzen hat sie recht gut gehalten.

Die beiden anderen GD's 50 und 100 Tage zeigen entsprechend kürzere Trends an. Wichtig sind unter- und überschneidungen. Aber das sehen wir am besten am MACD

Frage zum GD:

Ich gehe davon aus, dass die unterstützung nach Unten auch umgekehrt angewendet werden kann. Will heissen, das aktuell gegen oben einen starken Wiederstand gebildet wird?

Gibt es Regeln, die zur Anwendung kommen, wenn der Wiederstand durchbrochen wird, ab welchem Zeitpunkt der Wiederstand zu einer Unterstützung wird?

Sorry ich weiss, Hammerfrage, wenn wir alles wüssten, wären wir Stinkreich, dennoch, kann es ja sein, dass es eine Art Faustregel gibt! 8) Lol

19.03.2008 14:54
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Chartkunde

Danke MarcusFabian, einfach Klasse

Gruss Seimen

17.03.2008 18:14
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Chartkunde

Ebenfalls ein danke schön Wink

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

17.03.2008 17:36
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Re: PCR (Put Call Ratio)

MarcusFabian wrote:

Ist das Verhältnis von Put zu Call Optionen auf den S&P500.

Beispiel: Die Anleger haben 2000 Puts und 1500 Calls in Händen.

Das PCR beträgt entsprechen (2000 / 1500) = 1.33

Ein PCR über 1.0 ist bärisch, ein PCR unter 1.0 entsprechen bullisch.

Aber wie beim Trin gilt auch hier: Extremwerte sind Kontraindikator.

Link zum 5Min PCR: http://tinyurl.com/2u5zoc

Merci für den Beitrag.

Aber auf deiner Grafik hätten wir ja bullishe Verhältnisse, nicht?

Ich weiß, dass ich nichts weiß!



www.starmind.com - Know-How Trading

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www.payoff.ch - ALL ABOUT DERIVATIVE INVESTMENTS

17.03.2008 17:20
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PCR (Put Call Ratio)

Ist das Verhältnis von Put zu Call Optionen auf den S&P500.

Beispiel: Die Anleger haben 2000 Puts und 1500 Calls in Händen.

Das PCR beträgt entsprechen (2000 / 1500) = 1.33

Ein PCR über 1.0 ist bärisch, ein PCR unter 1.0 entsprechen bullisch.

Aber wie beim Trin gilt auch hier: Extremwerte sind Kontraindikator.

Link zum 5Min PCR: http://tinyurl.com/2u5zoc

17.03.2008 17:16
Bild des Benutzers MarcusFabian
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TRIN

Link zm Chart (aus Platzgründen zerhackt)

http://new.quote.com/us/stocks/chart.action?s=%24TRIN&

chartUi.period=V&chartUi.bardensity=LOW&chartUi.bartype=CANDLE

&chartUi.size=620x300&chartUi.minutes=15

oder direkt: http://tinyurl.com/33m2po

Etwas vereinfacht ausgedrückt: Der Trin zeigt an, ob mehr Aktien verloren oder gewonnen haben.

Etwas komplizierter: Es multipliziert die Volumen der Verlierer und Gewinnen.

Ein Trin von 1.0 bedeutet, dass es gleichviele Gewinner wie Verlierer gibt.

Ein Trin von über 1.0 bedeutet, dass es mehr Verlierer gibt. Das ist also bärisch.

Ist der Trin allerdings zu hoch (über 2.5), dann ist das so bärisch, dass man von einer balidgen Gegenreaktion ausgehen kann.

Umkekehrt: ist der Trin bei 0.5 oder kleiner, ist das so extrem bullisch, dass es wieder bärisch ist Wink

07.03.2008 07:26
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Chartkunde

Ich habe festgestellt, das dem User Revinco seine Frage noch nicht beantwortet wurde. Der Einstieg über zwei (oder mehrere) gleitende Durchschnitte ist sehr einfach und verbreitet. Du kannst praktisch davon ausgehen, dass jeder erdenkliche GD Cross gehandelt wird. Der MACD ist übrigens ebenfalls nichts anderes.

Beim Arbeiten mit GD's wirst Du auf folgende Probleme treffen:

- Entweder Du nimmst sehr langsame GDs (viele Perioden und Einfach) und bekommst damit sehr späte Signale, welche dafür eine hohe Trefferquote haben.

oder

- du nimmst schnelle GD's (Exponentiell, gewichtet, wenig Perioden) die sehr frühe Signale geben, dafür auch sehr viele Fehltrades produzieren.

Die GD's sind ganz klar für Trendfolger geeignet. Für Trendfolger sind Seitwärtsphasen wie wir sie gerade seit einiger Zeit haben gift. Deshalb ist es wichtig abschätzen zu können, in welcher Trendlage sich unser Titel befindet.

Bei mechanischen Handelssystemen wird dabei oft der ADX (Trendstärkeindikator) verwendet, der Signale in Seitwärtsmärkten rausfiltern soll.

Eine weitere Möglichkeit (wie ich sie auch verwende) ist statt die Signale mit dem ADX (der leider auch nicht immer funktioniert!!!) zu filtern einen Preisfilter einzusetzen. Praktisch heisst das, sobald sich meine GD's kreuzen muss der Preis noch X% steigen bis für mich ein Kaufsignal relevant wird. Die Entwicklung dieser Systeme ist sehr Zeitaufwändig, um die optimalen Einstellungen für einen Markt zu finden (Backtests)...und leider auch kein Garant für zukünftige Erfolge!

Gruess

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

07.03.2008 07:07
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Chartkunde

Habe den Thread wieder mal ausgegraben, da ich bei godmode einen lohnenswerten Text gefunden habe.

V.a. für Anfänger kein schlechtes Instrument:

http://www.godmode-trader.ch/news/?ida=797632

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

03.01.2008 00:30
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gleitende Durchschnitte

Ich wechsle für meine Frage kurz zum DJ Chart, da bekannterweise vieles von dort in Einklang verläuft...

Wie wichtig sind gleitende Durchschnitte, denn ich dachte in Zusammenhang mit dem Stochastik und Trendkanäle zählen diese zu den stärksten Indikatoren :?:

Wenn man nun etwa 1 Monat zurückblickt sieht man, dass der kurzfristige Moving Average (20 Tage) den 200-Tage-Durchschnitt nach unten durchbrochen hatte. Aber am selben Tag hat das überverkaufte DJ eine Aufwärtskorrektur hinterlegt (siehe Bar) um den gleitenden Durchschnitt Ende Dezember wieder zu übersteigen.

Nun eine Ausnahme der Regel kann mal vorkommen je nach Nachrichtenlage, aber Ende Dezember war der 20 Tage Linie erneut über die long-term Linie und es wurde trotzdem wieder heftig verkauft (siehe letzter Bar).

Deswegen Frage ich mich, wie stark man sich auf den gleitenden Durchschnitt (im Zusammenhang mit dem Stochastik und Trendkanälen) bei relativ ruhiger Nachrichtenlage verlassen kann? Oder begründet man das einfach mit der volatilen Wirtschaftslage.

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13.12.2007 10:00
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Chartkunde

Sehr interessant Marcus, weiter so Wink Habe schon viel gelernt...

Bin schon gespannt auf die nächste prima erklärte Lektion Biggrin

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

20.11.2007 13:21
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Chartkunde

duke wrote:

Wie z.B. vorhin im SMI-Thread..

Und würdest du einem Chartanfänger diese Entscheudunshilfe mit dem Williams empfehlen?

Nehmen wir die Charts aus dem SMI-Thread vielleicht gleich mal als Beispiel:

SMI 5 Min

SMI 15 Min

SMI stündlich

SMI täglich

Wir haben nun unterschiedliche Aussagen: der 5er und 15er sind auf Kauf, der tägliche Trend ist auf Verkauf und der stündliche etwas unentschlossen. Was soll man da tun?

Die wichtigste Trading-Regel lautet, nie gegen den übergeordneten Trend zu handeln! Wer intraday traded, wird den 15er und stündlichen Chart als Ein- und Ausstiegspunkt beachten sollte aber ausschliesslich in Richtung des täglichen Trends handeln. Der Grund ist einfach: Sollte der Trade schlecht laufen, hat man bessere Chancen, dennoch zum Erfolg zu kommen. Schliesslich ist der tägliche Trend stärker zu gewichten als der stündliche.

Entsprechend sollten längerfristig denkende Trader mit einem Zeithorizont von Tagen und Wochen immer in Richtung des Wochentrends handeln usw.

Bei den Charts verwende ich grundsätzlich immer die Standard-Einstellungen. Ganz einfach deshalb, weil die meisten Trader mit diesen Einstellungen arbeiten. Ich will daselbe Bild sehen, wie Millionen andere Trader auch. Nur so kann ich abschätzen, wie sich die anderen positionieren.

Im Grunde glaube ich nämlich gar nicht an Charttechnik. Aber die anderen tun's und somit wird sie zur selbsterfüllenden Prophezeihung Wink

Was ich am Parabolic SAR so schätze ist, dass er sehr einfach und auf einen Blick zu interpretieren ist. Ausserdem zeigt er nicht nur die Richtung sondern auch wie sicher der Trade derzeit läuft. Zu beachten ist nämlich auch der Abstand, den die einzelnen Punkte zur zugehörigen Kerze haben. Wenn sich der Abstand verringert, läuft der Trend Gefahr zu kippen.

Im Idealfall traded man dann, wenn die Indikatoren auf allen Zeitebenen in dieselbe Richtung weisen. Dann hat man einen schönen Trend, der sich erfolgreich traden lässt.

Kommen wir zum Problem mit den Stop-Losses: Hier sollte der maximale Verlust den Stop-Loss bestimmen. Und bei einem hochbrisanten CFD-Konto beträgt dieser etwa 1% des PF.

Bei einem Konto von Fr. 10'000 sollte der Verlust pro Trade auf Fr. 100 begrenzt bleiben. Entsprechend ist der Stop-Loss zu wählen.

Besonders interessant sind Ausbruch-Trades. Zum Beispiel dann einzusteigen, wenn ein markanter Widerstand oder eine wichtige Unterstützung durchbrochen wurde. Hier tradet man in die Richtung des Ausbruchs und setzt den Stop-Loss direkt unterhalb der Ausbruchsmarke bzw. knapp oberhalb des Widerstandes.

Ist der Trade weiter in die richtige Richtung gelaufen, kann das Stop-Loss auf etwa Einstiegskurs nachgezogen werden. Man vermeidet somit, dass der Trade dennoch zum Verlusttrade wird.

20.11.2007 12:28
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Re: Chartkunde

MarcusFabian wrote:

Das Gegenteil, nämlich eine bullische Divergenz sehen wir in diesen Tagen (grün).

Während die Kurse ziemlich massiv in die Tiefe stürzen, steigt das Handelsvolumen. Wie die Geschichte ausgeht wissen wir noch nicht aber ....

Interpretation: Die sinkenden Kurse werden vermehrt zum günstigen Einstieg genutzt. Es ist also sehr gut möglich, dass die Kurse sehr bald anziehen.

Da bin ich jetzt aber nicht ganz einverstanden, stark sinkende Kurse mit grossen Volumen deuten doch eher auf einen Panikverkauf hin. Ich deute es als eher bullish, wenn die Kurse sinken, dabei die Volumen immer kleiner werden, am Schluss fast versiegen, weil einfach keiner mehr verkaufen will, das sehe ich als Anfang der Bodenbildung, die natürlich noch bestätigt werden muss.

Gruss

fritz

20.11.2007 12:12
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Chartkunde

Hallo Marcus Fabian

Beim SAR, mit welchen Werten arbeitest du da? Was stellst du für eine Periode ein?

Wie z.B. vorhin im SMI-Thread..

Und würdest du einem Chartanfänger diese Entscheudunshilfe mit dem Williams empfehlen?

Gruss duke

20.11.2007 11:44
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Chartkunde

@marcusfabian

Danke vielmals für die tollen Beiträge (nicht nur dieser sondern alle in diesem Forum! Grosse Klasse!!!)

Mich würde sehr interessieren wie Du auf GCI tradest, also wie weit Du den Stop legst, wie Du die Einstiegspunkte festlegst, welche Indikatoren du berücksichtigst, etc. Vielleicht kannst Du mir(uns) in diesem oder anderen Thread mal Nachhilfe geben?

Danke und Gruss

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer