Eure grössten Tradingfehler! Systematische Fehleranalyse

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17.05.2008 14:57
#1
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Eure grössten Tradingfehler! Systematische Fehleranalyse

Eure grössten Tradingfehler! Systematische Fehleranalyse und neue Erkenntnisse im Sinne von „learned lessons“

Auf dem Weg zu besseren Trading-Entscheidungen in einem schwierigen Marktumfeld

Einleitung

Angetrieben und berührt von den persönlichen Schicksalen einiger Forenuser, die im Rahmen der allgegenwärtigen Hypotheken- und Kreditkrise im letzten Halbjahr viel Geld verloren haben, ist mir spontan die Idee für diesen Thread eingefallen. Ziel ist, dass ihr einen beliebig ausgewählten Tradingfehler aus eurer Vergangenheit detailliert und sachlich hier aufarbeitet, auswertet und schlussendlich neue (alte?) Erkenntnisse präsentiert, die in der Zukunft zu besseren Trading-Entscheidungen führen sollen. Ausserdem sollen unsere stillen Mitleser von euren schmerzlich gesammelten Erkenntnissen auch profitieren können – damit dieselben Fehler nicht immer wieder passieren müssen!

Sicher braucht es eine gehörige Portion Mut sich hinzustellen und seine eigenen Fehler zu präsentieren. Hohn und Spott sind hier sowieso fehl am Platz. Es geht darum aus Fehlern von andern zu lernen und dadurch selbst zu besseren Entscheidungen zu gelangen. Deswegen mache ich auch den Anfang und fange mit meinem glücklicherweise bisher einzigen Tradingfehler an.

Dieser Thread soll in keinster Art und Weise eine Konkurrenz zum bestehenden Traderfriedhof darstellen. Er ist eher als Ergänzung gedacht mit einem klar sachlichen Fokus.

Ausgangslage

Am 11. Februar 08 publiziert die Credit Suisse Group ihr Jahresergebnis 07 mit einem Nettogewinn von 8.5 Mrd SFR. Dieses Ergebnis überraschte die Anleger und die Presse damals positiv v.a. weil i.R. der Hypothekenkrise nur ca. 2 Mrd SFR per Ende Dezember abgeschrieben werden mussten. Dies war im Vergleich zur direkten Konkurrenz ein fast schon bescheiden anmutender Betrag. CS-Chef Brady Dougan jedenfalls strahlte in die Kameras und strotzte vor Zuversicht i.S. von „Wir haben die Krise deutlich besser gemeistert und die Risiken rechtzeitig erkannt“. Die Fundamentaldaten des Unternehmens schienen mir also in Ordnung zu sein.

CS-Chef Brady Dougan - Der Strahlenmann

Der Kursverlauf der CS-Namensaktie offenbarte eine stark fallende Kurstendenz seit dem 2007-Höchststand von ca. 95.—SFR in die Region von 55-60 SFR pro Aktie. Ich entschied, noch einen Tag zuzuwarten und den Kursverlauf weiter zu beobachten. Bei einem vermeintlich attraktiven Kurs von 56.85 stieg ich einen Tag später am 12. Februar mit 90 Aktien bei CSG NA ein.

Die Markttendenz zeigte klar nach unten. Der SMI lag am 11. Februar um 7300 Punkte, am 27. Februar i.R. einer kleinen Bärenmarktrally um 7700 Punkte. Der DJ dümpelte zwischen 12250 und 12750 Punkten umher.

Quelle: Swissquote

Mein banaler Plan war es mit der an der Börse offensichtlich zu Unrecht abgestraften CSG-NA von einer kurzfristigen Erholung zu profitieren – die Fundamentaldaten des Unternehmens haben zu diesem Zeitpunkt ja gestimmt und ich war überzeugt, dass die Anleger in Anbetracht des CS-Jahresergebnis keine Kollektivstrafen an die Banken mehr verteilen würden. Ich hatte ebenfalls etwas Angst, den Anfang der Erholung zu verpassen wenn ich jetzt nicht kaufe.

Verlauf

So weit – so gefehlt! Am 19. Februar bricht meine heile CS-Welt das erste Mal zusammen. Die CS schreibt im Namen von Neubewertungen fürs 1. Quartal 08 aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung insgesamt 2.85 Mrd Dollar ab. Ausserdem laufe noch eine generelle Ueberprüfung von verdächtigen Positionen. Zudem müsse ev. das Jahrersergebnis nachkorrigiert werden.

Die folgende Woche zeigte eine fallende Kurstendenz. Trotz der leicht negativen Kurstendenz kaufte ich am 27.02. noch einmal 90 Aktien „günstig“ nach zu 54.70. Nach wie vor bin ich sicher: Das war sicher der letzte Abschreiber!

Endresultat

Im Rahmen der weltweit fallenden Börsen, der omnipräsenten Hypotheken- und Kreditkrise, dem sinkenden Dollar und der stetig neuen Abschreiber in der Branche fällt CSG NA am 07.03. unter 50.—SFR. Langsam aber sicher stellt sich bei mir eine Mini-Panik ein. Ich fürchte einen Absturz des CS-Kurses auf UBS-Niveau und rechne mit weiteren, völlig unkalkulierbaren Abschreiber. Ich ziehe gleichentags die Notbremse und verkaufe alle 180 Aktien zu 49.20. Mit 12% Verlust und 1300.—SFR ärmer schliesse ich die Position.

Quelle: Swissquote

Zumindest was das schlechte Gefühl beim Quartalsergebnis angeht, habe ich Recht behalten. Die CS publiziert am 24.04. einen Nettoverlust von 2.15 Mrd. SFR fürs 1. Quartal 08.

Persönliche Erkenntnisse

1. Dont fight the trend! Die Kurstendenz war schon beim Kauf negativ. In eine fallende Kurstendenz kaufe ich nicht mehr ohne Weiteres hinein.

2. Was den Bärenmarkt allgemein betrifft: Erstens dauert es länger und zweitens geht es tiefer!

3. Günstige Aktien sind in Bärenmärkten oft nur auf den ersten Blick attraktiv bewertet. Günstig Einkaufen kann man mit etwas Glück auch noch später.

4. Spätestens wenn ein Banken-CEO sagt: „Wir haben keine Probleme“ ist es Zeit alle Aktien zu verkaufen…

5. Als Hobby-Trader: Finger weg von kriselnden Branchen und Zockeraktien.

Fazit

Hätte ich meine CS-Aktien bis heute behalten, wäre ich wieder Break-Even…

Ich bin gespannt auf eure "learned lessons"!

Herzliche Grüsse

ArgonNova

Hobby-Börsianer

P.S. Ich hoffe auf rege Teilnahme! Ansonsten bringt der Thread ja nix.

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12.06.2008 09:24
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Eure grössten Tradingfehler! Systematische Fehleranalyse

Wollt etwas neues Auskundschaften und hatte mitte 2007 meiner ersten Soft Runner gekauft. Dacht ich nehme als ersten Versuch die "sichere" UBS. Den Verlauf kennen wir ja leider.

Nock-In und notiert nun bei -52.85%

Meine Erkenntnis: In nächster Zeit keinen Softrunner mehr.

Bleibe bei den Aktion und behandle meine Wunde.

12.06.2008 08:37
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Eure grössten Tradingfehler! Systematische Fehleranalyse

torres200 wrote:

G@ngst@ wrote:
aus 4000 innert 2 1/2 Monaten 14600 gemacht...

Mit was handelst du wenn ich fragen darf. Warrents?

Am liebsten USD-Short KO's, mal übers Wochenende aus 3000 - 7400 gemacht... aber eben... die "kleinen" beträge liefen alle gut, den grössten verlust habe ich ja leider mit einem abb-call gemacht, ende märz verkauft (wie kann man auch so blöd sein) denn 1 1/2 monate später wäre der call seit EP über verdoppelt gewesen, und ich hatte mit ca. 50% verlust realisiert!

weiter hatte ich noch ein gutes näschen mit einem UBS-Call, einem Geberit-Call (danke an einen user hier im forum) und dann habe ich noch einen kleinen gewinn auf MBTN realisiert.

USD-Short ist einfach witzig, du musst nur geduld haben, runter geht er immer, ist mir aufgefallen Smile

12.06.2008 00:12
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Bin in NOBE (heute NOBN) eingestiegen kurz bevor die Canepa den Hut nahm.

Bin bis heute nicht raus weil ich immer dachte schlimmer kann's ja nicht mehr werden -> -51.1% :cry:

Wer andern eine selbst hinein !

11.06.2008 18:13
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God
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Habe Ende 2007 mit der Petroplus-Option PPHVA CHF 58'000 in den Sand gesetzt....

:oops:

Alles ist möglich...

11.06.2008 18:09
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G@ngst@ wrote:

aus 4000 innert 2 1/2 Monaten 14600 gemacht...

Mit was handelst du wenn ich fragen darf. Warrents?

Spanien Europameister 08 Biggrin

11.06.2008 16:57
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ist schon noch witzig... mit grossen beträgen habe ich praktisch nur verloren und jetzt auf einem kleinen traderkonto aus 4000 innert 2 1/2 Monaten 14600 gemacht...

das ist doch einfach nicht fair, wieso gelingt mir das nicht wenn ich "all-in" gehe???

18.05.2008 15:08
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ich tendiere je länger je mehr zu aktien stabiler unternehmen mit einem oder mehreren langfristigen aktionären, die das unternehmen seit längerer zeit begleiten. ziel ist nicht der kurzfristige gewinn, sondern eine langfrsitige wertschöpfung über jahre hinaus. ein beispiel dafür ist conzetta, ein anderes porsche. zwei drittel investiere ich in solche unternehmen. daneben frische ich das depot mit "gewagteren titeln" wie beispielsweise canadian solar oder austria microsystems auf. trading in in intensivem stil ist mir zu riskant, zu stressig und auch steuerlich ein risiko (einstufung als gewerbsmässig und damit keine steuerfreien kapitalgewinne mehr).

das wichtigste allerdings: der grösste tradingfehler meiner meinung nach ist, alles an der börse zu investieren - sei man nun daytrader oder buy and hold investor. meiner meinung nach sollte man maximal 50 % investieren bzw. riskieren. diese 50 % beziehen sich auf die gesamte vermögensmasse, also inklusive vermögen 2./3. säule, cash oder allfälliges immobilien ek.

also jemand hat zum beispiel ein gesamtkapital von ca. 250 k. davon stecken 80k in der zweiten und dritten säule. dann sollte man ca 50 k cash halten und maximal ca 120 k an der börse investieren.

18.05.2008 15:06
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Ich begann mit der Warrants-Zockerei im Jahr 1999 als mir aus einer Erbschaft DM 5000 unerwartet zuflossen.

Mit diesen Fr. 3750 als Startkapital habe ich bei Swissquote vor allem auf Indizes (DAX, SMI) und grosse Einzeltitel (UBS, ZURN, ABB) gezockt und dabei verschiedene Strategien ausprobiert.

Innerhalb von etwas über zwei Jahren (November 2002) mit Auf's und Ab's ist mein Startkapital auf Fr. 14500 angewachsen.

Fr. 4500 habe ich rausgenommen und mit dem Reingewinn von Fr. 10'000 weitergezockt.

Von da an gings bedeutend schneller:

Im Februar 2003 stand mein Konto bereits bei Fr. 32'000.

Mutig und arrogant geworden dank meiner Erfolge habe ich alles auf Nasdaq-Puts gesetzt. Am 12. März 2003 kam bekanntlich die grosse Trendwende. Aber ich wollte das nicht wahrhaben und habe alles verloren!

18.05.2008 14:47
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Ich habe in den letzten 12 Monaten viel gehandelt, hierbei sind etwa 10'000.- Courtagen aufgelaufen, ich handle mit Swissquote und nicht besonders hohe Beträge. Gerade shwache Trades haben mich dadurch zusätzlich Geld gekostet.

Mein hautsächlicher Fehler war das schlechte Risikomanagement. Ich habe einige Totalverluste mit Warrants erlitten, weil ich nicht wahrhaben wollte, dass ich unrecht hatte. Ich ziehe daraus die Lehre, bei Warrants relativ schnell die Notbremse zu ziehen, 30% Minus ist bei mir etwa das Limit. Ausserdem investiere ich nun eher in trägere Vehikel, da ich etliche Warrants gekauft habe, welche nur noch wenige Wochen Laufezeit hatten. Wenn es nun gegen meine Tradingidee lief, sanke die Chance, den Break even zu erreichen gerade im volatilen Börsenumfeld ziemlich schnell. Warrants leiden dabei massiv, die mit kurzer Laufzeit noch viel mehr. Die Strikes habe ich eigentlich immer nahe am effektiven Kurs gewählt.

Ungeduld und Nervenflattern war sicher auch ein Problem. Ich habe etliche Positionen zu früh verkauft, ich hätte statt einem Verlust trotzdem noch einen Gewinn erwirtschaften können oder einen massiv höheren Gewinn. Ich teile seither meine Investments klar in langfristige Positionen mit Aktien und einigen wenigen Warrants, hier schaue ich nicht stündlich rein und lasse mich von den Tagesbewegungen verrückt machen. Auf der anderen Seite zocke ich mit kleinem Kapital eher kurfristigen Geschichten (Laufzeit der Warrants einige Monate, Anlagedauer einige Tage bis wenige Wochen) wo ich sehr genau die Tageskurse verfolge. Interday-Zocken mache ich aus Zeitgründen nicht mehr, das hat mich zu stark gestresst, ich habe oft keine Zeit, am Tage die Kurse zu verfolgen, ich orientiere mich daher eher an Mehrtagestrends.

Meine dümmsten Trades:

SLOG-Optionen gekauft Ende Dezember, Anfang Januar gings ziemlich runter, ich habe mich jeden Tag geärgert, aber nie verkauft, der Warrant ist wertlos verfallen...

SMIUD-(damals SMI-Put Sept./07) - eigentlich lag ich mit den Trend richtig, allerdings war ich etwas zu früh und habe in ungünstigen Momenten gekauft und verkauft, ich habe im März 07 angefangen zu kaufen (damals noch keinen blassen Schimmer von Charttechnik etc.), immer mal wieder nachgekauft, im Juni und Juli zittrig verkauft (ich hatte bis 30% meines Depots darin investiert). Was ich dort gelernt habe: Timing ist alles, nicht zu schnell Zukäufe zum EP senken zu machen, Geduld bringt Rosen (ich habe einen kleinen Teil damals mitte August mit einem prozentual grossen Gewinn verkauft). Unter dem Strich nicht besonders viel Geld verloren aber dafür die Nerven Smile

Mein allerdümmster Trade:

Als meine Put-Strategie im Frühsommer 07 nicht aufgegangen ist, habe ich SMI-Calls gekauft (obwohl ich noch ein paar Puts hatte, ich habe diese als "Absicherung" noch behalten), immer wieder zugekauft, als der Marks sank. Ende Juli habe ich entnervt und in Panik verkauft obwohl der Markt schon Mitte August wieder deutlich stieg. Ich habe dort innert weniger Wochen meine Verluste erlitten (seit da ist mein Depot etwas gleich geblieben mit leichter Tendenz nach oben). Vorher war ich schön im Plus, trotz einiger Fehltritte. Ich wusste eigentlich nicht was ich tun sollte und was ich tat, wollte aber unbedingt auf Gedeih und Verderb handeln, man hätte ja etwas verpassen können und ich wollte die Verluste wieder wett machen. Ich war "süchtig". Ich klebte ständig an den Charts und verlor damit die Übersicht und die Ruhe.

Ich habe wohl diese Erfahrung gebraucht und damit viel gelernt. Ich beobachte immer noch täglich die Charts, steige aber nur ein, wenn ich auch wirklich gute Chancen sehe. Bin ich unsicher, lasse ich es sein. Ich handle wesentlich weniger, dafür überlegter. Ich versuche die Trends zu traden, wenn ich unsicher bin, versuche ich mich nicht beeinflussen zu lassen (das Forum, Zeitschriften und andere Medien sind hier heikel), seid da mache ich auch hin und da schöne Gewinne. Ich wollte früher auf Teufel komm raus Gewinne erwirtschaften. Ich habe sehr viel Zeit in die Börse investiert, dabei hat meine übrige Freizeit, mein Privatleben und mein Job gelitten. Seit ich die Börse wieder etwas entspannter anschaue, macht es mehr Spass und es läuft deutlich besser. Es sollte nie ein "handeln müssen" sein und man sollte nicht auf die Kohle angewiesen sein. Funktioniert etwas nicht, ärgere ich mich viel weniger und überdenke meine Strategie in Ruhe und nicht in Panik. Ausserdem überlege ich mir schon vorher, wann ich reagiere, wenns nicht klappt (z.B. geistiger Stop Loss).

18.05.2008 13:57
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ArgonNova

Zu deinem CS, also ich haette die auch abgestossen, vieleicht hast du jetz im nachhinein 1300.- verloren, aber wer musste dass sie sich so schnell widerholen wird!!!!

Ich denke dies Strategie wenn der Kurs unter 8-10% faellt abzustossen kann dich, uns, vor groesseren Verlusten bewahren da man ja nicht weiss im momentum wo der Boden ist !

Das Proplem ist dann halt einfach dass die meisten wenn die Aktien dann 8% faellt denken, hoffen dass es schon bald wider aufwaehrts geht, warten und warten und der Kurs faellt und faellt -15 - 30 und noch immer denkt man es wird wider steigen, na klar nach einem fall wird eine Aktie sehr wahrscheindlich irgendwann steigen, nur sind mir jetz in einem miuns von 15 oder 30% und diese braucht eine Zeitu um wider raufzukommen!

Also wenn man sich an eine der beiden Regeln halet, von Kurs - 8% oder Ep -8%, verkaufen, kann man ja wider, wenn die Aktie ihren Boden wider gefunden, sich einkaufen und kann somit von einem Kursanstieg profitieren und ist nun nicht in einem Minus von 15-30%, oder muss eine Ewigkeit warten bis ma wider an seinem Ep angekommen ist !

Wink

18.05.2008 13:51
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David wrote:

Ein paar kleine Fragen, bei denen wohl so mancher ein paar ??? hat!

Warum kauft man Aktien?

Um Geld zu verdienen!

Man kauft eine bestimmte Aktie jetzt, weil man davon überzeugt ist, dass jetzt der ideale Zeitpunkt gekommen ist, um diese Aktie zu kaufen.

Von wem kauft man die Aktie? Von einem Anleger, der sie hat (oder leerverkauft) und der davon überzeugt ist, dass jetzt der ideale Zeitpunkt gekommen ist, diese Aktie zu verkaufen.

Wir spielen also nicht gegen die Börse sondern gegen andere Anleger. Käufer oder Verkäufer: Wer hat recht?

Einer von beiden ist ein Idiot. Wir wissen nur noch nicht welcher.

Dabei kennen wir unseren Gegner nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es ein ganz ausgebuffter Profi ist, der die Börse sehr viel besser kennt als wir und über jahrelange professionelle Erfahrung und unermessliches Kapital verfügt.

Wir müssen uns also fragen, was sich unser Gegner denkt, wie er vermutlich handeln wird und entsprechend seinen Schachzug vorausahnen. Dabei sind wir gut beraten, die Position der Big-Boys einzunehmen und mit ihnen zu spielen. Keinesfalls gegen sie! Denn sie sind stärker und haben den längeren Atem.

Ein erstes Hilfsmittel ist die Charttechnik. Dabei müssen wir darauf achten, möglichst simple Mittel einzusetzen, denn wir wollen ja ein Bild haben, das möglichst viele Anleger auch genau so sehen.

Wir werden also bei Unterstützungen kaufen und bei Widerständen verkaufen. Wir werden bei Durchbrüchen von Unterstützungen verkaufen und bei Durchbrüchen von Widerständen kaufen ... das ganze klassische technische Trading.

Wichtig sind auch die Börsen-Medien wie cash, stocks und Banken-Newsletter. Diese Medien werden von vielen gelesen und befolgt und entsprechend kann man auch hier in kurzfristige Trends einsteigen, die in den Blickpunkt der breiten Masse gelangt sind.

Aber aufgepasst! Titel, die in den Medien empfohlen werden, steigen nach der Veröffentlichung im Schnitt nur 3-14 Tage lang, während sich die Kleinanleger eindecken. Die werden von den Big-Boys bedient. Danach sinken sie meist auf das Niveau vor der Veröffentlichung und die Big-Boys kaufen die Papiere von den frustrierten Anlegern wieder zurück.

Wer US-Titel kauft, ist gut beraten, einen Broker zu suchen, der Level 2 anbietet.

Level 1 sind Realtime-Kurse und ein Blick ins Orderbuch

Level 2 sagt zusätzlich, wer auf der Käufer- und Verkäuferseite steht. Das ist eine wichtige Information, denn ich will kein Papier kaufen, in dem ein Big-Boy wie Goldman Sachs massiv short ist.

Wir müssen uns auch bewusst sein, dass die Big-Boys die Möglichkeit haben, die Medien zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Wenn beispielsweise die Bank x den Auftrag hat, Aktie y in grossem Stil zu verkaufen, kann sie durchaus für positive Nachrichten zu Aktie y sorgen und so ihre Position an die Kleinanleger verkaufen ohne dass der Kurs zusammenbricht. Selten kommen solche Manipulationen an die Öffentlichkeit, denn sie sind kaum nachweisbar aber ab und zu passiert's dennoch. Der bekannteste Fall liegt ein paar Jahre (ich glaube so um 2003) zurück, als die Deutsche Bank die Telekom-Aktie zum Kauf empfahl aber selbst 50 Mio Stück verkaufen musste.

Also aufgepasst!

Unsere Gegner sind grösser, mächtiger und erfahrener als wir.

Willkommen im Haifischbecken!

18.05.2008 12:00
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habe schon paarmal danebengegriffen. grösster verlust in prozent war jomed, die gingen pleite.

interessanter der fall converium: ins fallende messer gegriffen nach ersten 50% kursrückgang, dann gingen sie nochmals um die hälfte runter, dann im zeichen der kapitalerhöhung nochmals tiefere kurse.

lösung: bei der kapitalerhöhung voll mitgegangen, nach langer wartezeit von über einem jahr dann schliesslich mit ca. 15% gewinn kurz vor der scor übernahme raus.

learning: durchhalten kann sich lohnen. dasselbe wie bei converium ist mir jahre zuvor auch mit der ehemaligen mutter zfs passiert, auch da kam ich letztlich aber mit gewinn raus (aber nur, weil ich ganz unten nochmals zugekauft habe, sonst wär ich heute noch im minus).

aktuell bin ich bei ubs und nobel in derselben situation: bei ubs, weil ich die vor jahren bei 55 gekauft und immer gehalten habe und nicht verkauft habe. deshalb habe ich unter 40 dieselbe menge zugekauft und werde auch die kapitalerhöhung voll mitmachen (mein ep aktuell: 45).

bei nobel warte ich einfach ab (ep 50).

heute in blick gelesen, dass studien über daytrader zeigen, dass nur die wenigsten auf dauer erfolg haben. meine erfahrung ist: aktien bieten dir, im gegensatz zu optionen etc, die chance, ne krise auszusitzen. totalverlust a la jomed ist eher selten. da ich permanent ca. 12-20 titel halte, kann auch mal ein totalverlust verschmerzt werden. zumal ich mit keiner position über 15% des portfolios gehe. was in den wirklich guten fällen (raetia, vetropack) manchmal auch schade ist. denn am meisten geld "verloren" habe ich nicht mit verlustpositionen, sondern mit zu wenig gekauften und zu früh verkauften volltreffern wie vetropack.

18.05.2008 08:59
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Meine allgemeine Strategie ist, bei grösseren Kursabschlägen einzusteigen um von einer technischen Erholung zu profitieren. Trotz des Spruches "Never catch a falling knife" (niemals ein fallendes Messer auffangen), versuche ich mein Glück, sofern ich der Meinung bin, dass die "Korrektur" übertrieben ist.

Fehler 1

Bei Micronas war dies z.B. ein Fehler. Ich habe hier gewissen Usern blind vertraut, die auf diese Aktie schwörten (will jetzt keine Namen nennen, da ich die Schuld nicht an jemanden weitergeben will). Ich war noch ein Neuling und kannte Micronas nicht so gut, die WM-Saison war am Start, viele schwörten auf den HDTV-Boom. Nach 30 Fr. EP, kann man ja sehen, dass Micronas bis auf 7 Fr. sank. Ich bin nun auch ein Verleiderverkäufer und bin froh, dass ich draussen bin.

Fehler 2

Hier nun einer meiner grössten Tradefehler:

Ich bin seit geraumer Zeit ein Stocks-Leser. Nun wenn man die Zeitschrift Jahre lang liest, so bemerkt man, dass sie vielfach die selben Tipps auf schweizer Aktien geben. Verständlicherweise, da der Markt ja auch nur eine begrenzte Anzahl an Aktien ausweisen kann :).

Voll erfreut las ich im Frühling 2007 den Bericht über die Next11-Staaten (Nachfolger der BRIC [Brasilien-Russland-Indien-China]), da sie endlich eine Alternative zu CH-Aktien anboten, die auch in CHF gerechnet werden.

Also kaufte ich das VIECH-Zertifikat von ABN-AMRO zu 111.40. Der Aktienmarkt von Vietnam nam dann tendenziell bis im Sommer zu. Leider jedoch nicht mein Zertifikat:

- Spread war definitiv zu hoch

- Zertifikat wird in CHF gerechnet, der CHF war schwach und die vietnamesische Währung verstärkte sich

Zwischenzeitlich war ich mit über 65% im Minus (siehe angehängte Grafik). Obwohl dieses Zertifikat für einen Anlagehorizont von mehreren Jahren gedacht war, bin ich von der Performance deutlich enttäuscht. Da wurde von ABN AMRO (und auch Stocks) zuviel versprochen!!! Schade, aber ich habe gelernt, was Wechselkurse alles ausmachen können (sofern dies wirklich der Grund war), wofür auch Fehler 3 verantwortlich war!

--> Ich bleib jedenfalls noch investiert und hoffe, dass Vietnam sich beruhigen wird. "Hoffnung ist eine gute Sache - und gute Sachen sterben nicht"!

Fehler 3

Ebenfalls einer meiner Fehler war, dass ich auf sinkenden Ölpreis gesetzt habe, als der Barrel-Preis bei ungefähr 75-80$ lag. Ich habe schlicht und einfach nicht soweit gerechnet, dass sich der Dollar so massiv verschlechtern wird, dass der Ölpreis sich soo erhöhen könnte. Nun ja, sind halt wieder ein paar Tausend Franken in Warrants verloren gegangen. Sad

17.05.2008 22:26
Bild des Benutzers David
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Eure grössten Tradingfehler! Systematische Fehleranalyse

An der Börse kannst du fast mit jeder Aktie einen Gewinn erzielen, das Problem ist meistens der Käufer selbst.

-Strategie (Zeithorizont)

-Kauf und Verkaufsziele inkl. Absicherung. (manuell oder automatisch)

-Investition oder Zock

Ein paar kleine Fragen, bei denen wohl so mancher ein paar ??? hat!

Warum kauft man Aktien?

-Forumbeitrag?

-Zeitschrift (Bilanz, Handelszeitung, Stocks usw...)

-Produkt

-Freundeskreis

-Quartalsbericht

-usw...

Was bringt das alles, wenn man selbst nicht daran glaubt und die ganze Strategie von Heute auf Morgen über Board wirft.

Bei den meisten fehlt die Geduld, da Sie das Gefühl haben, dass Sie bereits bei einer anderen Aktie etwas verpassen oder schon verpasst haben und somit wir das Geld von A nach B verschoben und wieder zurück. Wie der bekannt Spruch sagt, "Hin und Her macht Taschen leer".

Was kann man dagegen tun?

Hier kommt wieder die Frage bezüglich Strategie, ziehe ich die schlechten Aktien durch den Sumpf und kaufe evt. noch nach oder schiebe ich die Aktien generell bei evt. -10% ab, ob ich nun daran glaube oder nicht.

Jene Personen die in einem Forum lesen oder auch schreiben werden von Meinungen überflutet, da muss man ja das Gefühl bekommen, den Zug bereits wieder verpasst zu haben oder auf der falschen Zug zu sein und daher werden die Strategien meist über den Haufen geworfen.

Meine Empfehlung:

Immer einen kühlen Kopf bewahren und erstmals darüber schlafen.

Gruess David

17.05.2008 15:18
Bild des Benutzers Peter Bateman
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Eure grössten Tradingfehler! Systematische Fehleranalyse

ich bin genau wie um die 57.- eingestiegen und habe sie bis heute nicht verkauft.. werde ich auch nicht tun bevir sie nicht wieder 65-70.- eriecht haben was sicher ende jahr der fall sein wird

Wer viel Geld hat, kann spekulieren;

wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren;

wer kein Geld hat, muß spekulieren.