Grundsätzliche Frage zu ETF's

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19.04.2008 19:03
#1
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Grundsätzliche Frage zu ETF's

Hallo,

bezahlt man bei ETF's eine Courtage beim Kauf/Verkauf oder sind die einzigen Kosten die laufend anfallenden Verwaltungsgebühren (0,60% des investierten Betrages z.B.)?

Bei Anlagefonds bezahlt man ja z.B. keine Courtage wenn man via Primärmarkt zeichnet (man bezahlt nur die Verwaltungsgebühr, welche natürlich höher ist als bei ETFs).

Wenn man also ETFs zum regelmässigen Investieren nutzen möchte und angenommen immer noch Courtage zahlt beim Kauf, frage ich mich, ob sich das rechnet....

Warum gibt es keine Lösungen auf ETF's basierend im Stile eines Fondskontos?

Danke im voraus für Antworten.

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20.04.2008 22:34
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Grundsätzliche Frage zu ETF's

piper wrote:

Bei aktiv gemanagten Fonds ist es dem Anleger praktisch unmöglich, die wahre und die ausgewiesene Performance zu korrelieren; zu intransparent. Der Gap ist das Geld, womit die Banker ihre Villen und Yachten finanzieren *.

Nicht so bei ETFs; die kannst Du jederzeit schlüssig über den Index legen. Stimmt +- auf den Millimeter genau!

Genau aus diesem Grund werde ich nur noch ETFs kaufen (und Aktien natürlich). Andere Fonds sind für mich gestorben.

Gruss

fritz

20.04.2008 20:15
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Grundsätzliche Frage zu ETF's

rascalinho wrote:

Danke vielmals. Werde demnach vorderhand einmal bei meinen normalen Fonds bleiben. Mein Traum für die Zukunft wäre mal ein ETF-Fondskonto. Wird wohl noch eine Zeit dauern, bis sowas mal möglich ist.

Henosode. Die 60 Stutz entsprechen etwa 0.2% des Transaktionsvolumens, und das scheint mir fair. (Es ist ein sponsored Trade, bei dem der Emittent einen Grossteil der Handelsgebühren übernimmt).

Tip: Prüfe genau, welche Kosten Du wirklich hast; die Banken sind trickreich, wenn es darum geht, Gebühren zu vernebeln. Habe mich bei UBS mal bodenlos geärgert, als die Wahrheit über eine Fonds-Anlage (teilweise) ans Licht kam. Im Zorn hab ich alle verkauft und bin in ETFs umgestiegen.

Bei aktiv gemanagten Fonds ist es dem Anleger praktisch unmöglich, die wahre und die ausgewiesene Performance zu korrelieren; zu intransparent. Der Gap ist das Geld, womit die Banker ihre Villen und Yachten finanzieren *.

Nicht so bei ETFs; die kannst Du jederzeit schlüssig über den Index legen. Stimmt +- auf den Millimeter genau! Lol

*) Du kennst den Spruch: Die Grossen Yachten im Hafen gehören den Bankern, die jenen in den Ruderbooten Fonds verkauft haben.

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Der Goldpreis? Das ist Substanz plus Glaube und Angst minus Zinsen. (Allan Greenspan)

20.04.2008 19:19
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Grundsätzliche Frage zu ETF's

Danke vielmals. Werde demnach vorderhand einmal bei meinen normalen Fonds bleiben. Mein Traum für die Zukunft wäre mal ein ETF-Fondskonto. Wird wohl noch eine Zeit dauern, bis sowas mal möglich ist.

20.04.2008 17:50
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Grundsätzliche Frage zu ETF's

rascalinho wrote:

Wenn man nun aber kontinuierlich mit kleineren Beträgen investieren möchte und möglichst den Cost-Average-Effekt nutzen, so schlagen sich meiner Meinung nach die Courtagen für ETF (mind. 9 CHF) schon mit der Zeit erheblich ins Gewicht.

Ich rate von allzu kleinen Trasaktionsvolumen ab; bedenke, es gibt noch andere Spesen, namentlich der Stempel aus der Zeit der Hexenverbrennungen. Abrechnungsbeispiel:

BEZEICHNUNG VALOREN NR ISIN

DB X-TR MSCI EM LATAM 3'067'303 LU0292108619

ANZAHL KURS BETRAG

-500.00- USD 62.86 USD 31'430.00

Courtage SQB USD 9.85

Eidg. Stempel USD 47.15

Börsengebühren USD 3.19

----------------------

ZU IHREN LASTEN USD 31'490.19

60 Stutz gehen also drauf für diese Transaktion. Es ist klar, dass sich das Aufwand/Nutzen-Verhältnis umgekehrt proportional (oder exponentiel schlechter) zur Auftragsgrösse verhält. Deshalb: Die Mäuse bündeln und dann erst loslassen. :?

Der Goldpreis? Das ist Substanz plus Glaube und Angst minus Zinsen. (Allan Greenspan)

20.04.2008 16:24
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Grundsätzliche Frage zu ETF's

Ja ok, danke.

Bei den meisten Banken gibt es allerdings für ihre hauseigenen Fonds keine Ausgabe- oder Rücknahmegebühren sondern eben nur die Verwaltungsgebühr sprich TER, welche dann so bei 1% oder so liegt. Und wie Du richtig bemerkst, spürt man davon nichts, da sie ja dem Fondsvermögen direkt belastet werden.

Wenn man nun aber kontinuierlich mit kleineren Beträgen investieren möchte und möglichst den Cost-Average-Effekt nutzen, so schlagen sich meiner Meinung nach die Courtagen für ETF (mind. 9 CHF) schon mit der Zeit erheblich ins Gewicht. Zudem kann ich offenbar keine Fraktionen kaufen wie bei Anlagefonds (wegen Cost-Average).

Insofern sehe ich den Vorteil vom Kostenstandpunkt her noch nicht wenn es darum geht, dass man kontinuierlich mit kleineren Beträgen investieren möchte.

Wenn man eine Einmaleinlage macht von einem grösseren Betrag sind sie natürlich schon kosteneffizienter als Anlagefonds. Aber da ist dann auch die Timingfrage entscheidender.

Ich denke, da muss schon noch einiges gemacht werden, um ETF für Kleinanleger attraktiver zu gestalten, um zu erreichen, dass auch bei Kleinanlegern grosse Umschichtungen von Anlagefonds in ETFs erfolgen.

20.04.2008 09:02
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Re: Grundsätzliche Frage zu ETF's

rascalinho wrote:

bezahlt man bei ETF's eine Courtage beim Kauf/Verkauf oder sind die einzigen Kosten die laufend anfallenden Verwaltungsgebühren (0,60% des investierten Betrages z.B.)?

Der Deal mit ETF funktioniert genau gleich wie bei Aktien; "Exchange Traded..." heisst ja "Börsengehandelt...". Es fallen Courtagen an beim Kauf und Verkauf. Die sind aber (hoffentlich) immer wesentlich geringer als die teils unverschämten Ausgabe- und Rücknahmegebühren im %-Bereich bei Fonds.

Swissquote hat einen äusserst menschenfreundlichen Einheitssatz von 9.- pro ETF-Transaktion; ob sie nun 100 oder 100 Millionen CHF wiegt. Vorbildlich! Wink

Von den "Verwaltungsgebühren" (TER), spürst Du nichts; die sind in der Kursstellung des ETF stets enthalten bzw. abgerechnet. Und sie sind festgelegt; siehe Produktdatenblätter.

Und ganz toll: Hier funktioniert der Markt. Als z.B. DB als Emittent auftauchte (0.15%!), haben die alten Platzhirsche ihre Gebühren in den vergleichbaren Produkten gesenkt, um sich ihre Marktanteile zu sichern.

Der Goldpreis? Das ist Substanz plus Glaube und Angst minus Zinsen. (Allan Greenspan)