Money- und Risikomanagement

43 Kommentare / 0 neu
30.11.2007 08:45
#1
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Money- und Risikomanagement

Ich wollte mal einen Thread über Risiko- und Moneymanagement starten, weil ich denke, dass dem Thema hier viel zu wenig beachtung geschenkt wird.

Ich denke jeder sollte ein Grundsystem haben und sich an dieses auch halten, damit schmerzliche Verluste verhindert werden können. V. a. für Anfänger ist es meines Erachtens wichtig sich mit den Risiken zu befassen und diese auch zu strukturieren.

Wie könnte so ein Money- und Risikomanagement aussehen:

Ich mache mal ein Bsp., da ich persönlich noch keine Strategie für mich gefunden habe.

- Pro Trade wird nicht mehr als 2% des Depots riskiert:

Bsp.

Bei einem Depot von 10'000.-- könnte ich max. 200.-- pro Trade riskieren. Bsp. ich kaufe Aktien zum Kurs von 30,5 CHF und denke das ein Stop-Loss bei 29,95 Sinnvoll ist. Der Risikobetrag pro Aktie ist dementsprechen 0,55 CHF. Ich ziehe von den 200.-- noch 50.-- für Gebühren und Slippage ab.

150/0,55= 272,7...270 Aktien

Ich könnte also unter diesen Vorgaben 270 Aktien kaufen und riskiere damit 2% meines Depot wertes.

Ob jetzt 2% viel oder wenig ist darüber kann man sicherlich diskutieren. Da es wahrscheinlich nicht sinnvoll ist 82% des Depots in einen Titel zu stecken, müsste man hier mit Margin handeln oder unter dem Gesichtspunkt der Differenzierung die Positionsgrösse nach unten anpassen. Es wird sofort klar, dass bei dieser Methode die Positionsgrössen je höher werden, je enger wir den Stop setzen. Es macht jedoch keinen Sinn sich ewigs austoppen zu lassen nur weil man grösserer Positionen handeln möchte! Der Stop bestimmt die Positonsgrösse und nicht umgekehrt!

- Wenn jetzt der Trade in die richtige Richtung läuft kann ich den Stopp nachziehen und damit das Risiko verringern oder die Position vergrössern.

Nehmen wir an der Kurs steigt nach unserem EInstieg auf 31,5 und ich erachte es als Sinnvoll den Stop Loss auf 30,95 nachzuziehen. Damit wäre das Risiko für den ersten Trade gedeckt und wir könnten weiter 270 Aktien erwerben, ohne das Ausgangsrisiko zu erhöhen, etc...

- kummuliertes Depotrisiko (ich nenn das mal so, keine Ahnung wie der Fachbegriff lautet) max. 10%

Wenn ich pro Trade 2% riskiere kann ich max. 5 Positionen gleichzeitig eröffnen. Sobald ein Trade durch nachziehenden Stop gesichert ist, könnte eine weiter Position eröffnet werden...

-Differenzierung (denke eher bei höheren Depotbeständen relevant)

Man könnte das Depot noch nach Sektoren unterteilen. Zum Bsp. nicht mehr als 40% des Depotwertes in einen Sektor investieren etc...

Ebenfalls möglich ist auch die Differenzierung in teure und günstige Aktien...Bsp. min. 60% des Depot für Aktien die 15.-- oder mehr kosten.

oder in Aktien, nicht mehr als 30% pro Titel etc.

So, nun bin ich natürlich gespannt was ihr für Systeme anwendet und hoffe einige von Euch legen Ihre Strategie dar. Interessant ist natürlich die Meinung der Leute die mit Warrants handeln, da bei Warrants Stops meistens nicht sinnvoll sind.

In diesem Sinne hoffe ich auf eine lebhafte Diskussion.

Gruess

Aufklappen
„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“



Konrad Adenauer
06.01.2009 12:18
Bild des Benutzers weico
Offline
Kommentare: 4550
Money- und Risikomanagement

Vontobel wrote:

Kennst du zufälligerweise die derzeitige Performance von Warren Buffet?

http://www.cnbc.com/id/28451773

weico

06.01.2009 10:36
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Money- und Risikomanagement

Ich kenne sie nicht aber sein Depot bzw. das von BH muss blutrot sein.

Aber der vergleich hinkt. Buffet muss im Abwärtstrend kaufen bei seinen Beträgen...er muss Antizyklisch handeln.

Stell Dir vor Du möchtest für 10 Mia. CHF UBS Aktien kaufen:

Was wäre passiert, wenn Du das vor der SubprimeKrise gemacht hättest...und was wenn Du es im 2008 machen würdest?

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

06.01.2009 10:26
Bild des Benutzers Vontobel
Offline
Kommentare: 5686
Money- und Risikomanagement

Johnny P wrote:

Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht...bei manchen geht es 20 Jahre gut bis es tätscht Lol

http://online.wsj.com/article/SB122886123425292617.html

Und dieses Beispiel zeigt doch wieder, dass es langfristig praktisch niemandem gelingt den Markt zu schlagen. Irgendwann geschieht irgendetwas - wie hier die Subprime Krise - und man fällt wieder auf den Durchschnitt zurück.

Kennst du zufälligerweise die derzeitige Performance von Warren Buffet?

Ich weiß, dass ich nichts weiß!



www.starmind.com - Know-How Trading

www.pvi.ch - currently inactive

www.payoff.ch - ALL ABOUT DERIVATIVE INVESTMENTS

06.01.2009 10:17
Bild des Benutzers the boss
Offline
Kommentare: 1560
Money- und Risikomanagement

gelöscht?

In a battle between price and momentum, always trust momentum. Boris Schlossberg

11.12.2008 16:48
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Money- und Risikomanagement

Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht...bei manchen geht es 20 Jahre gut bis es tätscht Lol

http://online.wsj.com/article/SB122886123425292617.html

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

26.11.2008 10:05
Bild des Benutzers racer79
Offline
Kommentare: 161
Money- und Risikomanagement

Wichtig ist zuerst Stopp Loss waehlen und nachher den Kapitaleinsatz bestimmen. Das heisst bei mehr Vola ist der Stopp Loss weiter weg und die Positionsgroesse kleiner.

26.11.2008 09:45
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Re: stop-loss

arunachala wrote:

um keinen neuen thread zu beginnen frag ich hier, hat mit risikomanagment zu tun:

wie setzt ihr stop-loss? anhand von trendlinien, unterhalb von supports, unterhalb von runden zahlen, anhand des orderbuchs, prozentual, oder wie oder was?

anfangs hab ich nie stop-loss gesetzt, die bilanz: fatal!

Dieses Thema füllt ganze Bücher und es gibt keine wahre Antwort. Es gibt sehr viele arten einen Stop loss zu setzten...man muss erstens schauen das er zu einem passt und noch viel wichtiger, das er mit der gewählten Entrymethode profitabel ist...backtesting!!!

Schlussendlich eine Aufgabe die den Trader sein leben lang begleitet. :roll:

Wichtig finde ich, dass der SL der Vola angepasst wird...also Stopps müssen im Moment weiter weg gesetzt werden, als noch vor eienem Jahr :evil:

Quote:

nun geschieht mir immer wieder das selbe: kurs sinkt, stop-loss wird ausgelöst und kurs steigt wieder. das nervt! also ziehe ich stop-loss zu eng. ist ein plus von 10% zu wenig, um bereits einen kleinen gewinn mit stop-loss abzusichern? fragen über fragen ...

Tja das passiert allen, die Dummen verzichten dan auf den SL und werden grilliert...die schlauen probieren Entry und SL zu verbessern! Ich persönlich lasse nie eine Gewinnposition wieder ins Minus laufen...aber das passt zu meiner Strategie...auf einem anderen System wird dies wahrscheinlich unprofitabel sein.

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

26.11.2008 08:34
Bild des Benutzers bengoesgreen
Offline
Kommentare: 1214
Money- und Risikomanagement

zur quizfrage: immerhin war ich eine zeitlang reich! Wink

3) Φιλαργυρία

26.11.2008 04:31
Bild des Benutzers arunachala
Offline
Kommentare: 832
stop-loss

um keinen neuen thread zu beginnen frag ich hier, hat mit risikomanagment zu tun:

wie setzt ihr stop-loss? anhand von trendlinien, unterhalb von supports, unterhalb von runden zahlen, anhand des orderbuchs, prozentual, oder wie oder was?

anfangs hab ich nie stop-loss gesetzt, die bilanz: fatal!

nun geschieht mir immer wieder das selbe: kurs sinkt, stop-loss wird ausgelöst und kurs steigt wieder. das nervt! also ziehe ich stop-loss zu eng. ist ein plus von 10% zu wenig, um bereits einen kleinen gewinn mit stop-loss abzusichern? fragen über fragen ...

zur quizfrage: NULL

seid schlang wie die klugen und schlug wie die klangen. (kasimir 487)

22.11.2008 15:43
Bild des Benutzers racer79
Offline
Kommentare: 161
Money- und Risikomanagement

Johnny P wrote:

fritz wrote:
Johnny P wrote:

Und die nullnummer ist noch Buchautor Lol

Vielleicht haben sie das unterdessen auch gemerkt:

404 | Page Not Found!

Sorry, but the page you were looking for is not here.

Gruss

fritz

Aha da ist doch noch jemand um seinen Ruf besorgt...gell Herr pierre Deubner LolLolLol

Hoffentlich hat niemand einen Screenshot von seinem Account gespeichert LolLolLolLolLol

Google cache!!!

Johnny P wrote:

Quizfrage:

Wie ist der kontostand, wenn man 250% Gewinnt und dann 100% verliert

150% immer noch im plus, logisch oder? Pierre? 8) 8)

Der Typ ist bestimmt kein Held. Wenn jemand so gravierende Fehler macht, habe ich kein Verständnis. Die Community macht jetzt auf Kindergarten und versucht ihn zu trösten....

22.11.2008 15:10
Bild des Benutzers cidix
Offline
Kommentare: 429
Money- und Risikomanagement

= 0

22.11.2008 14:39
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Money- und Risikomanagement

fritz wrote:

Johnny P wrote:

Und die nullnummer ist noch Buchautor Lol

Vielleicht haben sie das unterdessen auch gemerkt:

404 | Page Not Found!

Sorry, but the page you were looking for is not here.

Gruss

fritz

Aha da ist doch noch jemand um seinen Ruf besorgt...gell Herr pierre Deubner LolLolLol

Hoffentlich hat niemand einen Screenshot von seinem Account gespeichert LolLolLolLolLol

Man sagt er habe mit 5 kontrakten angefange und drei wurden vom broker durch Margin Call eliminiert Lol

Quizfrage:

Wie ist der kontostand, wenn man 250% Gewinnt und dann 100% verliert

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

22.11.2008 14:35
Bild des Benutzers Touni
Offline
Kommentare: 1664
Money- und Risikomanagement

"Die Betrachtung der Dinge, so wie sie sind, ohne Ersatz oder Betrug, ohne Irrtum oder Unklarheit, ist eine edlere Sache als eine Fülle von Erfindungen." Francis Bacon (1561-1626)

22.11.2008 13:51
Bild des Benutzers fritz.
Offline
Kommentare: 5319
Money- und Risikomanagement

Johnny P wrote:

Und die nullnummer ist noch Buchautor Lol

Vielleicht haben sie das unterdessen auch gemerkt:

404 | Page Not Found!

Sorry, but the page you were looking for is not here.

Gruss

fritz

21.11.2008 13:11
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Money- und Risikomanagement

Diesen Thread empfehle ich jedem zu lesen!

http://www.daytrading.de/blog/2008/1...boden-anzeigt/

Und die nullnummer ist noch Buchautor Lol

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

28.05.2008 09:53
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Money- und Risikomanagement

Ich lese gerade Van K Tharp - Safe Strategies for financial Freedom

Das ist quasi die Bibel des Risk- und Moneymanagements und enthält sehr viel psychologie - absolut zu empfehlen!

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

24.01.2008 21:28
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Money- und Risikomanagement

gjn wrote:

indem man zur betreffenden aktie short geht.

Die Seitenlinie ist immernoch der billigste Hedge! Hedgen brauch ich nur zum Newstrading...ich gehe vor den News Positionen in beide Richtungen ein (idealerweise schaffe ich es schonmal die Shortposition auf dem höheren Kurs zu eröffnen als die Long (dann sind die Spreads/Gebühren schon gedeckt :wink:) und dann setzt ich für beide Positionen den SL und die falsche Richtung wird ausgestoppt...ich ziehe diese Strategie dem einstoppen vor, weil man schneller aus einer Posi raus als rein ist, wenn so richtig abgeht! (Ist zumindest meine Erfahrung)

Ich denke auch das man unter bestimmten Umständen nachkaufen kann, wenn der Titel gesunken ist. Aber dann sollte man dies als unabhängigen neuen Trade ansehen und nicht als EP-Senkung! (hat psychologisch einen ganz anderen Effekt!)

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

24.01.2008 18:53
Bild des Benutzers gjn
gjn
Offline
Kommentare: 192
Money- und Risikomanagement

indem man zur betreffenden aktie short geht.

oder stop loss.

oder man lässt es ganz sein :=)

24.01.2008 18:38
Bild des Benutzers sArge
Offline
Kommentare: 513
Money- und Risikomanagement

Die da wären?

Manchmal gehts sehr gut - meistens jedoch in die Hose ...

Und zur Auflockerung schau ich mir jetzt eines von sArge's videos auf sArge.ch an!

24.01.2008 18:36
Bild des Benutzers gjn
gjn
Offline
Kommentare: 192
Money- und Risikomanagement

hehe, das kenne ich von einem freund von mir...der hatte damals auch versucht, seine swisscom aktien zu retten, indem er immer wieder hinzugekauft hat...ging sehr viel den bach runter.

manchmal klappts, aber meist nicht. zudem gibt es doch bessere methoden, um verluste aufzufangen.

24.01.2008 17:38
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Money- und Risikomanagement

Noch ein Bsp:

2007: Bei der Bank of Montreal verspekulieren sich Händler bei Termingeschäften für Erdgas um mehr als 660 Millionen Dollar. Angeblich wurden die Einsätze ständig erhöht, um aufgelaufene Verluste zu kompensieren.

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

24.01.2008 17:17
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Money- und Risikomanagement

Natürlich ein extremes Bsp. aber auch im kleinen kann:

- EP senken und damit Looser Positionen vergrössern verdammt teuer werden!!!

Händler rätseln über Milliardenskandal bei Societe General

24 Jan 2008 - 15:49

(Streicht überflüssiges Wort im ersten Satz)

- von Kirsti Knolle -

Frankfurt, 24. Jan (Reuters) - Die Nachricht über einen milliardenschweren Betrugsfall bei Societe Generale hat bei Aktienexperten für Fassungslosigkeit gesorgt. Börsianer fragten sich, wie das Fehlverhalten eines einzelnen Händlers solch einen Verlust verursacht haben soll. "Wir diskutieren das hier sehr und fragen uns, wie das möglich sein konnte", sagte ein Händler. "Bei uns gehen die Alarmglocken an, wenn jemand nur einen Bruchteil dieser Summe eingeht. Da steht innerhalb von Sekunden jemand neben dir."

Die französische Großbank hatte am Donnerstagmorgen mitgeteilt, einen "außergewöhnlichen Betrug" in einer Handelssparte aufgedeckt zu haben. Der Bank zufolge hat ein Händler aus dem hauseigenen Aktienhandel Positionen mit Optionsscheinen aufgebaut, die über sein erlaubtes Limit hinausgegangen seien, wodurch ein Verlust von 4,9 Milliarden Euro entstanden sei.

Den Betrug jetzt allein dem Händler anzulasten, sei allerdings zu einfach, meinten Börsianer. Das Problem liege wohl eher in den Strukturen der Bank. "Meiner Einschätzung nach war das ein Riesenmangel im Risk Management. Da muss irgendwo ein Riesenloch sein", konstatierte ein Händler.

Börsianer im Eigenhandel einer Bank verfügen in der Regel über eine bestimmte Summe an Geld, mit der sie auf eigene Verantwortung für die Bank Geschäfte machen. Das Volumen hängt unter anderem davon ab, für wen sie arbeiten, in welchem Anlagebereich sie aktiv sind und über wieviel Erfahrung sie verfügen. "Das kann durchaus in den Milliardenbereich gehen", sagte ein Börsianer. Dass es aber ein einzelner Händler der Societe Generale geschafft haben soll, ohne Mitwisser diese Riesen-Positionen aufzubauen, mochte in den Handelsräumen niemand glauben. Vor allem deshalb nicht, weil für gewöhnlich solche Positionen täglich von mehreren Management-Ebenen kontrolliert werden sollten.

"Diese Summe wird nicht an einem Tag aufgelaufen sein, das hätte jemand merken müssen", merkte ein Händler an. "Kleine Verluste gehen in einen gemeinsamen Topf, aber so einen Verlust kannst du nicht verstecken."

Der Händler der Societe Generale hatte nach Angaben der Bank mit sogenannten Plain-Vanilla-Futures auf europäische Aktienindizies gehandelt. Aufgrund seiner früheren Tätigkeit im Middle Office - also der Abteilung, die die Risiken der Produkte bewertet - habe er es geschafft, die Positionen durch ein System "komplizierter fiktiver Transaktionen zu verbergen", teilte die Bank mit. Plain-Vanilla-Papiere sind Standard-Optionssscheine, die als eigenständiges Wertpapier gehandelt werden können. "Letzten Endes war das die Gier eines Traders, der nach Ergebnis bezahlt wird", konstatierte ein Börsianer. "Gier motiviert einen Trader. Wenn sich der Markt gegen seine Positionen entwickelt, muss er entweder raus, oder er versucht durch Positionsvergrößerung, seine Verluste wieder reinzukriegen."

kir/ban

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

23.01.2008 08:29
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Money- und Risikomanagement

gjn wrote:

ich habe früher öfter gepokert, und da ist das bankroll management das A und O.

Der einzige Unterschied besteht darin, dass Du dich an der Börse nicht rausbluffen kannst! Aber sonst ist es sehr sehr ähnlich! Anhand deines Blattes bestimmst Du die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen...an der Börse gibt es viele Möglichkeiten dein Blatt zu bewerten (Technische Analyse, Fundamentals...). Und genau wie beim Pokern verlierst Du auch, wenn Du das Gefühl hast, Du müsstest mit jedem Blatt mitgehen!

Wünsche Dir viel Glück beim Anlegen.

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

22.01.2008 12:43
Bild des Benutzers gjn
gjn
Offline
Kommentare: 192
Money- und Risikomanagement

ich bin neu an der börse, und bin auch überrascht, dass relativ wenig in diesem board über bankroll management steht.

ich habe früher öfter gepokert, und da ist das bankroll management das A und O.

Danke an Johnny P für die Tips.

Und nun wünscht einem Kleinanleger (7000.-) Glück.

21.01.2008 18:16
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Kommentare: 3970
Money- und Risikomanagement

Gem. Posting im Fluchthread nach oben katapultiert.

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

04.12.2007 09:49
Bild des Benutzers fritz.
Offline
Kommentare: 5319
Money- und Risikomanagement

rascalinho wrote:

Ich selber versuche aber auch weniger in Einzeltitel zu investieren als vielmehr in Fonds. Wenn man es da durchhält und jeden Monat/Jahr unabhängig von der Börsensituation den gleich Betrag einzahlt, spielt der cost average-Effekt (bei tiefen Kursen werden mehr Anteile gekauft als bei hohen). Bei einem sehr langen Anlagehorizont (30+ Jahre) bin ich überzeugt, kann man so nicht viel falsch machen.

Interessante Strategie, da ich keine Geduld habe, kommt das für mich nicht in Frage, und in dreissig Jahren brauche ich höchstens noch Kohle fürs Altersheim...

Aber für junge Leute, die ohne allzu grossen Aufwand, regelmässig kleinere Beträge anlegen möchten, sicher eine gute Sache.

Besser als normale Fonds finde ich ETFs, die haben alle Vorteile von Fonds, ohne deren Nachteile und sind viel billiger bei den Gebühren, was gerade bei monatlichen Einzahlungen von kleineren Beträgen interessant ist.

Gruss

fritz

03.12.2007 23:22
Bild des Benutzers rascalinho
Offline
Kommentare: 67
Money- und Risikomanagement

Ja sehe das ähnlich wie Spacecadet. Wobei man sagen muss, dass (aktive) Fondsmanager den Vergleichsindex oftmals nicht schlagen, weil sie für Fondsumschichtungen Courtagen zahlen müssen, was der Index ja nicht muss. Insofern hat der Index einen kleinen unfairen Vorteil.

Ich selber versuche aber auch weniger in Einzeltitel zu investieren als vielmehr in Fonds. Wenn man es da durchhält und jeden Monat/Jahr unabhängig von der Börsensituation den gleich Betrag einzahlt, spielt der cost average-Effekt (bei tiefen Kursen werden mehr Anteile gekauft als bei hohen). Bei einem sehr langen Anlagehorizont (30+ Jahre) bin ich überzeugt, kann man so nicht viel falsch machen. Ich gehe hier aber bezüglich Marktgewichtung gar keine Wetten ein und bilde einfach den MSCI World-Index ab (in CHF). Einzelne heisse Regionen/Sektoren kommen und gehen, da mute ich mir nicht zu, mich auf einzelne langfristig festzulegen und im MSCI World wird die Gewichtung ja auch laufend angepasst.

Ansonsten setze ich nur auf sehr wenige Einzeltitel, von welchen ich langfristig sehr überzeugt bin und welche ich in Schwächephasen dazukaufe. Hier mache ich es so, dass ich aber nur kaufe wenn eine bestimmte Limite um einen bestimmten absoluten Betrag nach unten durchbrochen wurde. nicht aber bei einem Rebound (schwierig zu erklären).

Beispiel:

Kurs Aktie: 100

Kurs Aktie: 90 - ich mache nichts

Kurs Aktie: 80 - ich kaufe für Totalbetrag X

Kurs Aktie: 70 - ich kaufe für Totalbetrag X

Kurs Aktie: 60 - ich kaufe für Totalbetrag X

Kurs Aktie: 75 - ich mache nichts

Kurs Aktie: 95 - ich mache nichts

Kurs Aktie: 65 - ich mache nichts

Kurs Aktie: 55 - ich mache nichts

Kurs Aktie: 45 - ich kaufe für Totalbetrag X

Kurs Aktie: 65 - ich mache nichts

Kurs Aktie: 105 - ich mache nichts

etc.

Das geht aber natürlich nur bei absoluten Qualitätstiteln und auch nur solange ich vom Titel überzeugt bin. Ein Beispiel für mich ist z.B. UBSN.

Aber wie gesagt, Einzeltitel kaufe ich relativ selten und auch nur wenn ich davon überzeugt bin, dass der Titel langfristig den MSCI World schlagen kann, sonst könnte ich es ja gleich lassen.

Bei Warrants habe ich mir ein bestimmtes Limit selber festgelegt, welches durch die Hälfte der bislang mit Warrants erzielten Gewinne bestimmt wird. Mehr als dieses Limit darf ich nicht investieren (separates Konto, damit ich den Überblick behalte). Allerdings investiere ich grundsätzlich nur in sehr langlaufende Warrants (3+ Jahre), bei welchen ich auf bestimmte Parameter setze. Z.B. langfristiger Rebound bei "ausgebombten" Werten oder Spezialsituationen wie z.B. mögliche Übernahmen. Ein Beispiel hier wäre z.B. Clariant. Aber auch hier muss ich langfristig vom Potenzial des Titels überzeugt sein. Aber: Auch wenn ich mit Warrants bislang gut gefahren bin, bin ich derivativen Instrumenten allgemein gegenüber mit einer gesunden Portion Skepsis eingestellt, deshalb die obenerwähnten rigorosen Grundsätze mit dem speziellen Konto etc.

Von anderen derivativen Instrumenten (Eurex, Futures) halte ich nichts. Obligationen nur im Rahmen des 3.Säule-Vorsorgekapitals. (Eigentlich sollte die Aktienquote ja 100 minus aktuelles Alter betragen aber da ich eh gesamthaft eine sehr tiefe Investitionsquote habe [damit ich ruhig schlafen kann] ist meine Aktienquote vom investierten Kapital ein wenig höher und der Rest halt in Cash).

Das sind so meine Grundsätze. Bin demnach - wie unschwer erkennbar ist - ein Value-Investor...

03.12.2007 22:00
Bild des Benutzers Spacecadet
Offline
Kommentare: 71
Money- und Risikomanagement

@Vontobel

Na ich wünsche dir auch viel Glück bei Deiner Alles-Oder-Nichts-Strategie. Du solltest Dir von Deinen Gewinnen aber ruhig mal einen ordentlichen Vorrat an Beruhigungspillen anlegen, so für ca. 2 Jahre, weil solange dauert es, bis die meisten Crashs ausgebügelt sind. Und das auch nur, wenn man auf Indizes setzt, bei Einzelaktien ist oft alles weg.

Dann macht's auf einmal auch nicht mehr soviel Spass.

Ich mag ja bullishe Leute, aber über Kredite zu spekulieren halte ich für fahrlässig.

Die Börse hat nur bedingt was mit Können zu tun. 80% aller professionellen Manager schaffen es nicht, ihren Vergleichsindex zu schlagen und das sind meisten (überbezahlte) Profis.

Während der letzten Jahre waren wir in einer weltweiten WACHSTUMSPHASE, da war es keine Kunst, Geld zu machen. Es wäre eher Kunst gewesen, keine Gewinne einzufahren.

Die nächste Kunst wird sein, diese Gewinne in der nächsten Phase des Abschwungs nicht wieder zu verlieren und genau DARUM geht es beim Risikomanagement!

Ich versuche, mein Risiko über Diversifikation zu senken und investiere deshalb in die Indizes direkt (über ETFs oder Index-Zertifikate) und habe noch ein paar Einzelwerte als Aktien. Letztere Position versuche ich jedoch abzubauen, weil mir beruflich die Zeit fehlt, mich richtig drum zu kümmern.

Daher bin ich dabei, mir ein Lazy-Portfolio, bestehend nur aus ETFs zu basteln, mit einem Arbeitsaufwand von 2 Stunden pro Monat.

03.12.2007 07:33
Bild des Benutzers Discoverer
Offline
Kommentare: 542
Money- und Risikomanagement

Ich war in der Vergangenheit auch zu risikoreich. Denke eine Risikomanagement schadet nicht, ist ja im Geschäftsleben auch so, warum sollte das man nicht bei seinem Depot machen.

Ich als Risiko freudiger Anleger würde mal sagen -5% vom Spielgeld sind locker zu verkraften, aber dann immer mit schön nach ziehen....

Was Vontobel macht finde ich auch nicht schlecht. Er bezeichnet sich als Risiko- Anleger und arbeitet mit Krediten etc. was ich eigentlich nicht als schlimm betrachte, solange er weiss was er tut und überzeugt ist. Man braucht einfach ein grosses Wissen und Erfahrungen. Für mich kommt das im Moment nicht in Frage, da ich zu wenig Ahnung habe.

Ich finde es auch langweilig in 20 verschiedene Titel zu investieren, denn dafür hat man kaum Zeit. Ich halte nie mehr als Positionen und stehe ähnlich wie Phil auf turnaround Aktien. Der Grund ist eigentlich ganz simple. Wenn vor einem grösseren Zusammenbruch viele Anleger an dieses Unternehmen glaubten, kann sie ja nicht so schlecht gewesen, sonst hätte all diese Ideoten in eine marode Aktie investiert. Nun da es genug Ideoten gibt, ist dies natürlich nicht der einzige Grund auf turnaround Kandidaten zu setzten. Wichtig ist die Analyse warum dieser Titel zusammen sackte. Und nicht gleich beim Boden einsteigen, sondern ruhig abwarten. Ich denke mir einen grossen Einbruch eines Titels gibt auch im Unternehmen aus Fehlern zu lernen und diese in Zukunft zu vermeiden.

Wichtig ist zu wissen welche Strategie das Unternehmen nun hat.

Dann alle Marketing Konzepte studieren, was bietet die Firma für Produkte oder Dienstleistungen an, hinterfragen ob dies der Konsument (c to c) oder Kunde (b zo b) braucht und wie viel er bereit ist zu bezahlen (Marge).

Der Produktlebenszyklus ist hier auch entscheidend. Da diese Lebenszyklen stets kürzer werden, ist es wichtig zu wissen was in Forschung und Entwicklung abgeht.

Dann die Kundenbindungs- Massnahmen ebenfalls analysieren, da dort ein sehr grosses Gefahrenpotential steckt (ohne Kunden kein Umsatz, wie sieht es mit der Kundenentwicklung aus).

Kommunikation- Strategie auseinander nehmen, wie sieht das Corporate identity CI aus.

Eines der wichtigsten Punkte sind aber die Analyse der der Ressourcen (Maschinen, Infrastruktur) welchem Stand der Technik..

Die Human Ressourcen sind für mich die wichtigsten. Wie zufrieden sind die MA wirklich. Was tut das Unternehmen die guten MA zu halten und neue anzusprechen. Welche Entwicklung Möglichkeiten werden gelebt. Führungsstiel etc. (ABB ein gutes Beispiel) Es ist nicht zwingend das es monetäre benefits sein müssen, aber menschliche und gewinnbringende mit klaren Zielen und grossem Vertrauen. Jedoch auch mit konsequenter Hand und die Grenzen müssen gesetzt sein.

leider stieg ich im nachhinein zu früh aus ABB aus ( bei knapp 19.-, viele haben mir geraten die Gewinne zu realisieren), aber der Einstieg habe ich geschickt gewählt (bei ca. 8.35.-) nachdem man die positive Entwicklung bei der Analyse voraussehen konnte.

Ein weiterer Titel den ich auf Grund der Marketing Analyse sehe, ist Swisslog. Der Titel entwickelte sich prächtig und nun einige grosse Schritte Rückwerts und das Management bleibt cool, das kann nur ein gutes Zeichen sein. Erinnert man an ABB die hatte auch einige Rückschritte und dies nicht nur aufgrund der Gesamtmarkt Korrektur.

Also Leute analysiert nicht nur die Finanztechnischen Aspekte sondern die rein rationale, was bietet das Unternehmen am Markt an und wie entwickelt sich die Nachfrage in der Zukunft.

Dies braucht auch sehr sehr viel Zeit, darum kann man nicht mehr als 5 Titel im Depot haben.

Erfindung, Euphorie, Aktiencrash, technologischer Durchbruch

03.12.2007 05:38
Bild des Benutzers fritz.
Offline
Kommentare: 5319
Money- und Risikomanagement

Vontobel wrote:

Achso...ja gut, kommt nun darauf an, was du als Spielgeld bezeichnest.Sich so einzugrenzen mit max Verlust vom Portefeuille von 2% mag vielleicht für einen Daytrader nützlich sein, für mich persönlich ist diese Strategie jedoch fehl am Platz.

Als Spielgeld bezeichne ich das Geld, das ich in meinem Depotkonto habe, und das ich den nächsten Jahren sicher nicht für anderes brauchen werde.

Und es ist nicht 2% vom ganzen Porte-feuille, sondern 2% pro Position, aber nicht vom Preis einer einzelnen Position, sondern vom gesamten Depot. Nochmals zum Beispiel von oben:

Bei einem Depot von 50'000.- (100%) riskiere ich etwa 1000.- (2%) pro Position, d.h. wenn eine Position 1000.- im Negativen steht, wird verkauft.

Haben wir das so schlecht erklärt? Ausserdem ist das keine Erfindung von Johnny P oder mir, ich habe schon öfters von dieser Strategie gelesen, meistens ist allerdings von 1% die Rede, das ist noch besser, aber nur bei Depots über CHF 100'000.- realistisch.

Wer mutig ist, darf natürlich auch mit ausgeliehenem Geld in einer unsicheren Situation auf Hoch-Risiko-Titel setzen, mir wäre das zu riskant, aber jedem das seine.

Gruss

fritz

Seiten