Rund ums traden - Psychologie, Regeln, Strategie, Weisheiten

69 posts / 0 new
Letzter Beitrag
Johnny P
Bild des Benutzers Johnny P
Offline
Zuletzt online: 02.12.2011
Mitglied seit: 28.09.2007
Kommentare: 3'970
Rund ums traden - Psychologie, Regeln, Strategie, Weisheiten

Jep ich hab den ultimativen Trading Coach von ihm gelesen...Top!!!

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.12.2018
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 16'995
Gewinn ist Können, Verlust Pech

Je höher die Rendite der Anlagen sei, desto weniger ist dies für die Anleger Glück, sondern Können. Verluste werden dagegen als Pech empfunden.

Das Vertrauen vermögender Bankkunden in ihre Privatberater nimmt seit der Finanzkrise ab. Stattdessen halten sich Menschen, die beträchtliche Beträge in Wertpapiere anlegen können, bei den Anlageentscheiden selbst für erstaunlich kompetent.

Die Lichtensteiner Fürstenbank LGT hat in der Schweiz 155 vermögende Menschen befragt, die 900 000 Fr. frei verfügbares Anlagevermögen haben. Die Studie zeigt nun, dass sich Privatanleger verstärkt Rat bei Freunden oder Vertrauenspersonen aus ihrem Umfeld holen.

Rückzug ins soziale Umfeld

Im Frühling dieses Jahres sagten 30 Prozent der Befragten in der Schweiz, dass sie Anlageentscheide mit Personen ausserhalb der Bank besprechen. 27 Prozent ziehen den Anlageberater hinzu. 2011 hatten 22 Prozent angegeben, im persönlichen Umfeld Rat zu suchen, 32 Prozent hatten auf den Berater bei der Bank verwiesen.

«Der Rückzug ins soziale Umfeld ist sichtbar», meinte Prof. Teodoro Cocca bei der Präsentation der Studie am Donnerstag. Daneben haben die Studienautoren unter der Leitung des Wissenschaftlers herausgefunden, dass 39 Prozent der Schweizer (2010: 37 Prozent) ihre Anlageentscheidungen selber treffen.

Die Umstände sind schuld

Dabei stellten die Autoren, welche die Studie mit 103 Personen auch in Österreich durchführten, ein «assymetrisches» Verhältnis zum Faktor «Zufall» fest: Je höher die Rendite der Anlagen sei, desto weniger ist dies für die Anleger Glück, sondern Können. Bringen die Investitionen hingegen nicht die erwünschten Erträge, wird dies häufig als «Pech» bezeichnet.

Dabei glaubt eine Minderheit von 29 Prozent der Schweizer und 17 Prozent der Österreicher, dass Aktienrenditen prognostizierbar sind. Der Rest glaubt daran, dass die Märkte bei der richtigen Anlagepolitik die entsprechenden Resultate erbringen. Für Prof. Cocca ist dies eher verblüffend.

Mehr Franken, weniger Euro

«Im Lichte der Ereignisse der letzten Jahre spricht auch einiges gegen die Effizienz der Märkte», sagte der Wissenschaftler. Es zeige sich nämlich auch, dass sich die Bankkunden immer noch vor zu grossen Risiken scheuen.

Im Durchschnitt halten diese Bankkunden, die alle Privatbanken- Dienstleistungen beziehen und nicht bei der LGT sind, 27 Prozent ihrer Mittel in Cash. Bei vielen Schweizer Kunden zeigte sich auch, dass sie heute im Vergleich zu 2010 in Folge der europäischen Schuldenkrise mehr Geld in Franken und weniger in Euro und Dollar anlegen. http://www.20min.ch/finance/news/story/Gewinn-ist-Koennen--Verlust-Pech-...

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Petrosilius Zwa...
Bild des Benutzers Petrosilius Zwackelmann
Offline
Zuletzt online: 20.09.2013
Mitglied seit: 17.03.2013
Kommentare: 403

 

Ok, das Forum hat mich irrigiert, weil plötzlich etwas aufgepoppt ist, wodurch ich den Tab schloss und mein langer Text verlogen gegangen ist.

 

 

Ich zitierte einige Aussagen aus diesem Thread, worin einer meinte, er verkaufe bei Verlusten, obwohl die Aktien meist später noch steigen.

Ich schrieb dazu: Wenn die Aktien wider steigen, lass sie doch liegen.

 

 

 

Es sind gross klingende Namen, die Du da nennst, aber jeder hat so seine Geschichte, Warren ist in erster Linie erfolgreicher Unternehmer, lag mit seiner Vermögensverwaltung auch schon mehrmals unter der S&P500 Performance und tut ja kaum mehr als kaufen und jahzentelang halten, Soros ist wegen Insiderhandel verurteilt und seine anfangs riesig performanten Fonds waren später reine Geldvernichtungsmaschinen, auch Templeton hatte jahrelang sehr gut und später höchstens mittelmässig performt.

Sie alle unterlagen - wie auch alle super performanten Fonds oder Indices - dem ungeschriebenen Naturgesetz "Rückkehr zur Normaliltät".

 

 

 

Ok, Warren Buffett ist also "zur Normalität zurück gekehrt" und daher hat er 60 Milliarden US-Dollar?

Ist das dein Ernst?

Und er "tut ja kaum mehr als kaufen und jahrzehntelang halten".

Wenn es so einfach ist, wieso macht das niemand sonst?

Ganz einfach: Einerseits gehört noch ein bisschen mehr dazu (Value-Investing). Andererseits haben die Leute schlicht nicht die geringste Disziplin.

Ich persönlich verkaufe beispielsweise voraussichtlich (fast) keine Aktie mehr die nächsten 15 Jahre. (bis der SMI 20'000).

 

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.12.2018
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 16'995
Gefährliche Wertpapierkäufe auf Pump

Risikofreudige Anleger nutzen die günstig erscheinenden Rahmenbedingungen zunehmend zum Kauf von Wertpapieren auf Kredit. Ändert sich das Umfeld, droht eine fatale Kettenreaktion.

Die enormen Kursturbulenzen der vergangenen Jahre an den Finanzmärkten haben manche Anleger so verschreckt, dass sie immer weniger bereit sind, Risiken einzugehen. Trotz unglaublich geringen Renditen kaufen sie weiterhin Obligationen scheinbar solider Emittenten oder investieren in «Betongold». Immobilien gelten als sichere Anlageform, obwohl Skeptiker den durch geldpolitische und steuerliche Anreize ausgelösten Preisauftrieb kritisch betrachten. Immerhin haben geplatzte Immobilien-Preisblasen nicht nur in Japan und in den USA, sondern auch andernorts massgeblich zu finanziellen Wirren beigetragen und staatliche Rettungsaktionen erzwungen.

«Animal Spirits» wiederbelebt

Risikofreudige Anleger dagegen tun gerade das Gegenteil. Sie haben sich von den von ihnen als sehr günstig eingeschätzten Rahmenbedingungen dazu verleiten lassen, in Erwartung hoher Renditen riskante Wertpapiere zu kaufen. In ihren Augen bedingt die Kombination von sehr tiefen Zinsen und überaus optimistischen Umsatz- und Gewinnerwartungen bei effizient geführten Unternehmen unausweichlich eine erfolgversprechende Handlungsweise, nämlich den Kauf von Aktien oder den Erwerb von Effekten mit vergleichbaren Charakteristika.

Inzwischen hat ihre Logik zu einer entsprechenden Eigendynamik an den Finanzmärkten geführt. Denn die Börsenkurse steigen in den als produktiv geltenden Volkswirtschaften nun schon seit langem beinahe kontinuierlich im Trend. In den USA eilen verschiedene Börsenindizes schon seit Wochen von Rekordniveau zu Rekordniveau, ohne dass es dazwischen zu grösseren Kursrückschlägen gekommen wäre.

Der eigene Erfolg scheint inzwischen sogar die Ur-Instinkte, die «Animal Spirits», dieses Teils der Anlegerschaft geweckt zu haben. Wie Daten der New Yorker Börse (NYSE) zeigen, genügt vielen von ihnen der Kauf von Aktien mit unmittelbar verfügbarer Liquidität alleine nicht mehr. Sie wollen mehr. In den vergangenen Monaten sind immer mehr Investoren dazu übergegangen, ohne Rücksicht auf mögliche Risiken gegen Verpfändung der schon in ihren Portfolios schlummernden Wertpapiere mit steigendem Wert Kredite aufzunehmen, um ihre Aktienbestände noch weiter zu erhöhen. So wollen sie noch stärker vom Börsenboom profitieren.

Im April 2013 erreichte die «Margin Debt» in New York, also der Kunden von Maklern eingeräumte Kreditrahmen für Wertpapierkonten, in ihrer Gesamtheit einen nominalen Rekord von gut 384 Mrd. $. Im Mai und Juni lagen die entsprechenden Werte zwar leicht darunter, aber historisch betrachtet immer noch auf sehr hohen Niveaus. Bemerkenswert ist die Entwicklung der gesamthaften Nettoposition der Anleger, welche sich aus der Summe frei verfügbarer Liquidität auf ihren Konti und den Guthaben auf den sogenannten Margin Accounts unter Abzug der Wertpapier-Kredite ergibt. Sie zeigt, dass die Anleger ihre Kreditrahmen für Wertpapiergeschäfte derzeit in beachtlichem Masse ausgeschöpft haben.

Warnsignal für Überhitzung

Diese Tatsache sorgt zumindest unter markttechnisch orientierten Analytikern für eine gewisse Aufmerksamkeit. Denn der Blick auf die Entwicklung der Daten in den vergangenen 30 Jahren zeigt, dass es an den Börsen regelmässig zu beachtlichen Kursrückschlägen gekommen ist, nachdem die Investoren verstärkt dazu übergegangen waren, «auf Pump» zu spekulieren. Aus diesem Grund gelten entsprechende Kenngrössen inzwischen als Warnzeichen für eine mögliche Überhitzung der Märkte, auch wenn sie aufgrund der um zwei Monate verzögerten Veröffentlichung allenfalls bedingt als zeitnahe Indikatoren für bevorstehende Kursrückschläge gelten können.

Einseitige Positionierung

Die starke Inanspruchnahme von Wertpapier-Krediten bedeute nicht, dass es bald zu einem «Crash» kommen werde, sie mache jedoch die fragile Basis des noch laufenden Kursaufschwungs sichtbar, erklären etwa Analytiker der Deutschen Bank. Sie zeigen auch die möglichen Konsequenzen auf. Sollten die Kurse an den globalen Aktienmärkten selbst aus einem scheinbar unbedeutenden Grund nach unten drehen und möglicherweise überraschend rasch fallen, könnte eine gefährliche Eigendynamik entstehen, fürchten sie.

Fallende Börsennotierungen würden die Werte der als Sicherheit für die Wertpapier-Kredite hinterlegten Aktien in den Depots der Anleger dahinschmelzen lassen und die darlehengebenden Broker auf den Plan rufen. Diese würden die Investoren zum Nachschuss von weiteren Sicherheiten auffordern oder sie zum Verkauf von Wertpapieren zwingen. Genau diese Mechanik hat schon in der Vergangenheit wiederholt dafür gesorgt, dass sich der Verkaufsdruck in ohnehin schwachen Marktphasen noch verstärkte. Entsprechende Phänomene seien zuletzt im April an den Gold- und Silbermärkten zu beobachten gewesen, heisst es.

Experten erklären, die Ankündigungen der grossen Zentralbanken der Welt, geldpolitisch bis auf weiteres sehr expansiv zu bleiben, hätten in den vergangenen Monaten zu einer sehr einseitigen Positionierung der Anleger an den Finanzmärkten geführt. In einem derartigen Umfeld genüge schon ein leichter, möglicherweise sogar ungewollter Kommunikationsfehler, um eine Kettenreaktion auszulösen, welche schliesslich zu einer bemerkenswerten Verkaufswelle bei risikobehafteten Wertpapieren führen könnte, fürchten sie. Interessant sei zudem die Beobachtung, dass die Wertpapier-Kredite in der Vergangenheit jeweils schon leicht zurückgegangen seien, bevor es zu grösseren Kurskorrekturen gekommen sei. Manche Marktteilnehmer seien gut darin, entsprechende Ereignisse zu antizipieren, heisst es weiter.

Die Erkenntnis lässt sich mit einer neuen Analyse der Bank of America in Verbindung bringen. Sie zeigt, dass mittlerweile immer mehr private Anleger dazu tendieren, sich in die boomenden Aktienmärkte einzukaufen. Dagegen nehmen die Verkäufe vonseiten professioneller institutioneller Investoren in der Tendenz zu.

http://www.nzz.ch/finanzen/strukturierte_produkte/uebersicht/gefaehrlich...

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.12.2018
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 16'995
Strategische Asset-Allocation: Das Rezept für den Anlageerfolg

Anleger stehen vor einer Flut an Marktinformationen. Diese verleitet viele zu kurzfristigen Anlageentscheidungen und dem Wunsch, stets schnell auf Kursbewegungen zu reagieren. Der entscheidende Erfolgsfaktor ist aber die langfristige Strategie.

Viele Anleger wünschen sich den ultimativen Aktien-Tipp für den Kursgewinner des Jahres, ein glückliches Händchen für den Ein- und Ausstieg bei Gold oder den richtigen Riecher bei der Suche nach renditestarken Anleihen. Schaden könnte nichts davon, aber für den langfristigen Anlageerfolg ist etwas anderes von viel grösserer Bedeutung: die strategische Asset-Allocation. Eine Studie von Brinson, Hood & Beebower, die 91 grosse US-Pensionskassen von 1973 bis 1986 (aktualisiert 1991) untersucht haben, kam zu dem Ergebnis, dass die strategische Asset-Allocation mehr als 90% zum langfristigen Erfolg des Anlageansatzes beiträgt. Die Titelselektion, also das Auswählen einzelner Aktien oder Anleihen, die sich besser entwickeln als der Gesamtmarkt, trägt nur 4,6% zum Erfolg bei. Die taktische Allokation, mit der auf kurzfristige Marktbewegungen reagiert wird, hat sogar noch eine geringere Bedeutung und hat nur einen Einfluss von weniger als 2% auf den Erfolg. Trotzdem richten viele Investoren vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit auf die strategische Ausrichtung ihres Portfolios. Auch bei Asset-Managern lässt sich dies feststellen. Diese verwenden gemäss Umfragen nur bis zu 30% ihrer Zeit auf das Erarbeiten von Benchmarks bzw. die strategische Anlage-Allokation. Bis zu 80% ihrer Ressourcen verwenden sie dagegen auf die Selektion.

Ein Rezept aussuchen

Anleger sollten in einem ersten Schritt ihre Anlageziele definieren. Was möchte ich mit meinem Portfolio erzielen? Dazu zählt auch die Bestimmung der finanziellen Risikofähigkeit. Dabei gilt es zu berücksichtigen, welche laufenden Kosten anfallen und wie viel Vermögen und Einkommen zur Verfügung stehen. Die Risikofähigkeit verändert sich beispielsweise, wenn innerhalb der nächsten drei Jahre eine grössere Summe benötigt wird. Auch die Familiensituation spielt eine entscheidende Rolle.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Anlagehorizont. Viele Investoren setzen diesen irrtümlicherweise mit ihrem erwarteten Lebensalter gleich. Doch vor allem bei grossen Familienvermögen, bei denen in der Regel der Vater der Inhaber ist, endet der Anlagehorizont nicht mit dem Tod des Patriarchen. Das Vermögen geht an die nächste Generation über, und es ist daher ratsam, eine höhere Aktienquote zu wählen als bei betagten Anlegern, die keine Nachfahren haben und ihr Vermögen ausgeben möchten, solange sie leben.

In einem zweiten Schritt – und das ist etwas schwieriger – sollte die subjektive Risikofähigkeit bestimmt werden. Dabei geht es um die persönliche Risikobereitschaft. Einige Anleger können Kursschwankungen nur schwer verkraften. Portfolios mit hohem Aktienanteil zeichnen sich aber durch eine höhere Volatilität aus, und auch Jahre mit Verlusten im zweistelligen Prozentbereich zählen zur Normalität an den Aktienmärkten. Wem das schlaflose Nächte bereitet, sollte sich von Anfang an für eine möglichst niedrige Aktienquote entscheiden. Das ist in jedem Fall besser, als in einer Baisse das Portfolio komplett umzubauen und den Aktienanteil radikal zu reduzieren. Es lässt sich kein Geld damit verdienen, einer Marktentwicklung nachzulaufen.

Die Zutaten sorgfältig wählen

Schliesslich geht es darum, die einzelnen Asset-Klassen auszuwählen und zu gewichten. «Aktien sind die wichtigste Anlageklasse in einem gemischten Portfolio», sagt Albin Kistler, geschäftsführender Partner der Vermögensverwaltung Albin Kistler. Aktien sind auf lange Sicht die ertragsstärksten Anlagevehikel. Es folgen festverzinsliche Titel wie Staats- und Unternehmensanleihen. Weitere Beimischungen sind Immobilien sowie Rohstoffe und Gold. Zudem ergänzen viele institutionelle Investoren ihre Portfolios mit alternativen Anlagen wie Hedge-Funds oder Derivaten.

Der Aktienanteil sollte in einem Portfolio nie kleiner als 20% sein, sagt Yves Bonzon, Chefstratege der Genfer Privatbank Pictet. Selbst sehr konservativen Anlegern rät er davon ab. Portefeuilles mit einer Gewichtung von 20% Aktien und 80% Anleihen sind am wenigsten risikobehaftet. Mit einer Anleihequote von 100% ist das Risiko, das Anlageziel zu verfehlen, höher als mit einem gemischten Portfolio. In Kontinentaleuropa wird traditionell ein tieferer Aktienanteil gewählt als in den USA oder Grossbritannien. «Aktien haben hierzulande den Nimbus, gefährlich und riskant zu sein – und werden daher eher zu tief gewichtet», sagt Kistler. Sogar Pensionskassen wählten trotz ihrem sehr langen Anlagehorizont eine zu geringe Aktienquote und verschwendeten dadurch Gewinnchancen.

Immer gut mischen

Nannette Hechler-Fayd'herbe, Leiterin Anlagestrategie bei der Credit Suisse, weist darauf hin, dass eine gute Diversifikation entscheidend für die Gestaltung des Portfolios ist. Es sollten Anlageklassen kombiniert werden, die untereinander wenig oder sogar negativ korrelieren. So kann die Durchschnittsrendite des Anlagedepots stabilisiert werden. Die Wertentwicklung von Obligationen ist beispielsweise gut, wenn die Konjunktur schwach ist und die Zinsen fallen, Aktien liefern hohe Erträge in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs und guter Firmenergebnisse. Cash und Gold stellen eine weitere Komponente dar zur Sicherheit des Portfolios, da beide tiefe Korrelationen sowohl mit Obligationen als auch Aktien haben.

Zudem sollten Investoren schon bei der Aktienanlage auf eine gute Durchmischung achten. Anlagen in den heimischen Leitindex, wie etwa den Swiss-Market-Index, sind aufgrund der Konzentration dieser Börsenbarometer nicht ratsam. Engagements in einen europaweiten Aktienindex sind deutlich weniger anfällig für Schwankungen.

Ruhenlassen

Nach Abschluss der strategischen Allokation des Portfolios ist vom Anleger Disziplin gefragt, denn sie sollte für viele Jahre Bestand haben. Abhängig von der Marktsituation können Investoren für bis zu einem Jahrzehnt eine strategische Asset-Allocation unangetastet lassen. Ein Investor sollte sein Portfolio so gestalten, dass er für sechs Monate im Himalajagebirge wandern könne, ohne in dieser Zeit sein Portfolio zu überprüfen, sagt Bonzon von Pictet. Zu viele Anleger bauten Positionen kurzfristig auf und ab, statt an ihrer langfristigen Asset Allocation festzuhalten.

In der Vergangenheit konnten strategische Anleger Allokationen für fünf oder zehn Jahre haben. «Die Verwerfungen der vergangenen Jahre an den Finanzmärkten und die darauffolgenden einmaligen wirtschaftspolitischen Reaktionen haben eine häufigere Überprüfung der Portfolios erfordert», sagt die Marktexpertin Hechler. Bei der Credit Suisse werden die strategischen Allokationen seither beispielsweise zirka alle drei Jahre auf die Notwendigkeit grösserer Umschichtungen überprüft.

Auch wenn die grundsätzliche Gewichtung der Anlageklassen für Jahre festgelegt wird, sind Anpassungen innerhalb von Bandbreiten sinnvoll.

http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/finanzportal/das-rezept-fuer-den-a...

 

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

aprecio
Bild des Benutzers aprecio
Offline
Zuletzt online: 10.08.2015
Mitglied seit: 15.03.2011
Kommentare: 1'042
daumenwahl

Researchers have confronted us in recent years with example after example of how we humans get things wrong when it comes to making decisions. We misunderstand probability, we’re myopic, we pay attention to the wrong things, and we just generally mess up. This popular triumph of the “heuristics and biases” literature pioneered by psychologists Daniel Kahneman and Amos Tversky has made us aware of flaws that economics long glossed over, and led to interesting innovations in retirement planning and government policy.

It is not, however, the only lens through which to view decision-making. Psychologist Gerd Gigerenzer has spent his career focusing on the ways in which we get things right, or could at least learn to. In Gigerenzer’s view, using heuristics, rules of thumb, and other shortcuts often leads to better decisions than the models of “rational” decision-making developed by mathematicians and statisticians. At times this belief has led the managing director of the Max Planck Institute for Human Development in Berlin into pretty fierce debates with his intellectual opponents. It has also led to a growing body of fascinating research, and a growing library of books for lay readers, the latest of which, Risk Savvy: How to Make Good Decisions, is just out.

http://blogs.hbr.org/2014/06/instinct-can-beat-analytical-thinking/

aprecio
Bild des Benutzers aprecio
Offline
Zuletzt online: 10.08.2015
Mitglied seit: 15.03.2011
Kommentare: 1'042
bubble-radar service pack 0.5

(pimped) dokument:

linke maustaste drücken zum zoomen.

einfach maus bewegen zum leseposition optimieren.

linke maustaste drücken zum heraus-zoomen und blättern.

http://issuu.com/columbiaup/docs/scheinkman-speculation-excerpt

paper (pdf) komplett zum downloaden:

http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2227701

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 13.12.2018
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 16'995
Denkfehler, die uns Geld kosten: Die Tragik von Monte Carlo

Wenn beim Roulette mehrmals hintereinander „Schwarz“ gewonnen hat, muss doch auch mal wieder „Rot“ dran sein: So denken viele Spieler - und verlieren.

Am 18. August 1913 gab es in Monte Carlo ein bemerkenswertes Ereignis. In dem legendären Spielcasino, in dem sich die Oberschicht halb Europas in Frack und Abendgarderobe ein Stelldichein gab, landete die Kugel des Roulette stolze sechsundzwanzig Mal hintereinander auf Schwarz. Ungefähr nach dem 15. oder 16. Mal soll es in der erlesenen Spielerschar zu geradezu „chaotischen Zuständen“ und „ungezügeltem Setzen“ gekommen sein, wie glaubhaft überliefert ist: Immer mehr Hinzukommende wollten auf Rot setzen, weil sie glaubten, irgendwann müsste diese Serie doch ein Ende haben. Einige waren davon sogar so überzeugt, dass sie alles setzten und kein Geld mehr hatten, als in der 27. Runde endlich Rot kam. Das Casino verdiente an diesem Tag Millionen.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/denkfehler-die-uns-ge...

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Seiten