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Zürcher Grenzgemeinde Rheinau

Zürcher Grenzgemeinde Rheinau will Grundeinkommen testen

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Zürcher Grenzgemeinde Rheinau sollen für ein Jahr ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten.

06.06.2018 07:09

Die Gemeinde unterstützt einen privat organisierten Test. Das Experiment hat jedoch ein paar Haken. Vor genau zwei Jahren sagte die Schweizer Stimmbevölkerung wuchtig Nein zu einer Initiative für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Die Abstimmung hatte aber die Schweizer Filmemacherin Rebecca Panian dazu veranlasst, einen Schweizer Ort zu finden, der sich für ein Grundeinkommens-Experiment zur Verfügung stellt.

Bei Panian und ihrem Team meldeten sich zahlreiche interessierte Dörfer, ausgewählt wurde nun Rheinau im Kanton Zürich mit rund 1300 Einwohnern. Am Dienstagabend wurde nach der Gemeindeversammlung den Anwesenden eröffnet, dass sie sich für den Versuch anmelden können. Beginnen soll dieser 2019 - so er denn zustande kommt.

Das nötige Geld ist nämlich noch nicht beisammen: Für die Finanzierung ihres Experiments zählen die Organisatoren auf ein Crowdfunding sowie auf Beiträge von Stiftungen. Zudem muss rund die Hälfte der Bevölkerung mitmachen, also 600 bis 700 Personen.

An Bedingungen geknüpft

Das Kleingedruckte nimmt dem Versuch auch etwas die Attraktivität: Die teilnehmenden Rheinauerinnen und Rheinauern können sich nämlich nicht uneingeschränkt auf den Zustupf freuen: Zwar erhalten alle Erwachsenen ab 25 Jahren monatlich 2500 Franken ausbezahlt (für Kinder und junge Erwachsene liegt der Betrag tiefer).

Aber: Wer Einkommen erzielt, muss auch wieder Geld zurückzahlen. Das heisst: Wer mehr als 2500 Franken verdient, erhält unter dem Strich keinen Rappen Grundeinkommen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das eigene Einkommen aus Lohn, AHV oder Sozialleistungen stammt.

Die Idee dahinter laut den Initianten: "Jede Person über 25 Jahren hat pro Monat mindestens 2500 Franken zur Verfügung". In der Theorie würde das Grundeinkommen jegliche Sozialleistungen ersetzen - das kann das Experiment nicht simulieren. Unter anderem deshalb ist die Rückzahlung vorgesehen.

Die Idee sei auf einen privaten Kontakt hin entstanden, sagte Andreas Jenni, Gemeindepräsident von Rheinau, der Agentur Keystone-sda vor der Versammlung. Das Projekt erscheine dem Gemeinderat aus gesellschaftspolitischer Sicht unterstützenswert, auch wenn er es durchaus auch kritisch betrachte.

Nur bestehende Einwohner bezugsfähig

Die grösste Herausforderung sei, auch jene Leute zu überzeugen, die keinen persönlichen Vorteil aus dem Experiment ziehen könnten, sagte er. Diese sind nötig, um den einjährigen Versuch wie geplant wissenschaftlich begleiten zu können.

Wie viele Menschen Geld erhalten könnten, hat die Gemeinde noch nicht berechnet. Deshalb sind auch die Kosten nicht genau abschätzbar. Aufgrund der Regeln sei kein riesiger Ansturm zu erwarten, sagte SP-Politiker Jenni. Er zeigte sich deshalb auch zuversichtlich, dass das benötigte Geld zusammenkommt.

Die Ankündigung soll eine Diskussion eröffnen, wie Jenni sagte. "Die Leute sollen am Stammtisch darüber reden." Mehr Details sollen an einer Veranstaltung am 31. August folgen. Dann erst können sich die Interessierten verbindlich anmelden.

Vorgesorgt hat die Gemeinde, dass sie nicht von Leuten aus aller Welt überrannt wird. Teilnehmen am Versuch kann nur, wer heute bereits in Rheinau wohnt.

(SDA)

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Wer zahlt 50 Prozent Zinsen,

Wer zahlt 50 Prozent Zinsen, um Messi spielen zu sehen?

Die Argentinier sind so fussballverrückt, dass eine Bank darauf wettet, dass sie 50 Prozent Zinsen zahlen werden, um ihre Reisen zur Weltmeisterschaft in Russland in diesem Monat zu finanzieren.

10.06.2018 17:23

BBVA Banco Frances, die argentinische Tochter der spanischen Bank, hat Fernsehwerbespots gesendet, die Argentinier dazu ermutigen sollen, sich geschlossen hinter Lionel Messi und seine Teamkollegen zu stellen und dafür einen Kredit mit siebenjähriger Laufzeit aufzunehmen. Die Bank bietet bis zu 1 Million Pesos (34'000 Euro) in 84 Raten an. Und wer alle Zahlungen leistet, braucht im letzten Jahr keine Steuern und Gebühren bezahlen.

Nun kann ein effektiver Zinssatz von 50 Prozent pro Jahr für einen Kredit sogar für den hartgesottensten Fussballfan wie Wahnsinn aussehen. Aber angesichts von Argentiniens Inflation von mehr als 25 Prozent und einer Notenbank, die den Benchmark-Zins im letzten Monat auf 40 Prozent angehoben hat, sieht das BBVA-Angebot weniger erdrückend aus. Eine hohe Inflation ist ein Anreiz, sich Geld zu leihen und später zurückzuzahlen, wenn das Geld weniger wert ist. Das Kreditportfolio von BBVA Frances für private Darlehen wuchs im ersten Quartal um 80,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, da die Argentinier in Scharen Hypotheken und Verbraucherkredite aufnehmen.

"Diese Art von Zinsen kann für jeden ausserhalb Argentiniens verrückt erscheinen, aber die Argentinier sind Experten darin geworden, das Inflationsspiel zu spielen und auf Zeit zu setzen", sagt Juan Alonso, ein Analyst, der BBVA für TPCG Valores SA in Buenos Aires abdeckt. "Argentinier schauen nicht auf Zinssätze, sie fragen nur nach der monatlichen Rate, die sie zahlen müssen. Wenn sie die Chance haben, über sieben Jahre einen Weltcup-Trip abzuzahlen, werden sie diese wahrnehmen. "

Ein Repräsentant von BBVA Frances in Buenos Aires lehnte es ab, sich zu den Zinsen zu äussern, die von der Bank verlangt werden, oder zu der Anzahl der Kunden, die diese Kredite für Reisen nutzt.

Himmelblau-Team

BBVA Frances hat seit der Einführung des Produkts im vergangenen August 8'500 Darlehen und insgesamt rund 1,2 Milliarden Pesos vergeben. Die ursprünglichen Konditionen des Kredits lagen bei nominal 32 Prozent an jährlichen Zinsen, was mit Steuern und Gebühren auf einen realen Zins von 46,38 Prozent hinauslief. Die Bank erhöhte den Zinssatz im März auf 34 Prozent, womit die effektiven Kosten für den Kreditnehmer auf 49,85 Prozent stiegen.

La Albiceleste, oder die Weiss-Himmelblaue, wie die Mannschaft nach den Nationalfarben genannt wird, gehört zu den Favoriten, die in diesem Jahr die Trophäe hochhalten könnten. Die Mannschaft hat immer darauf gesetzt, dass eine leidenschaftliche Fangemeinde sie anfeuert. Dieses Jahr ist da keine Ausnahme, denn die Argentinier haben nach Angaben der FIFA 52'999 Tickets gekauft und rangieren damit in den Top 10 hinter Ländern wie den USA und Russland. Insgesamt sind bislang mehr als zwei Millionen Tickets verkauft worden.

Die Ratenzahlung ist eine bewährte Strategie, die viele Argentinier nutzen, um die Inflation zu schlagen. Kredite wie die von BBVA Frances sind auch eine wichtige Möglichkeit für viele, sich die Tickets und die Reise zu leisten, nachdem ihre Währung in diesem Jahr um mehr als 25 Prozent eingebrochen ist. Das Land verhandelt derzeit über eine Kreditlinie von rund 40 Milliarden Dollar, um ein Haushaltsdefizit zu schliessen und Anleger zu beschwichtigen, die sich Sorgen über die wirtschaftlichen Aussichten des Landes machen.

Jedenfalls können die Fans erst einmal nach Russland reisen, wo Argentinien am 16. Juni in Moskau sein erstes Spiel gegen Island bestreiten wird.

"Eine Weltmeisterschaft ist eine religiöse Erfahrung", sagt Marcelo Bertolino, der 2014 nach Brasilien reiste und sich nun mit seinem Sohn mehrere Spiele in Russland ansehen wird. "Diesmal wird es wegen des schwächeren Pesos und der Entfernung teuer, aber es ist immer noch eine Reise wert."

(Bloomberg)

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Donald Trump: «Gipfel mit Kim

Donald Trump: «Gipfel mit Kim ist ein Erfolg»

US-Präsident Donald Trump hat das Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un als Erfolg bezeichnet.

12.06.2018 06:58

Es sei besser gelaufen, als es jeder erwartet habe, sagte Trump am Dienstag in Singapur. "Es gab große Fortschritte - wirklich sehr positiv. Ich denke, besser, als es sich irgendjemand vorstellen konnte." Nun werde "etwas unterzeichnet".

Nähere Details wurden zunächst nicht bekannt. Die beiden Politiker lächelten, als sie nach Abschluss der Gespräche einen Spaziergang über das Gelände des Hotels auf der Ferieninsel Sentosa machten. Es ist das erste Treffen eines amtierenden US-Präsidenten mit einem nordkoreanischen Machthaber.

Unmittelbar vor den Beratungen hatte Trump getwittert: "Wir werden bald alle wissen, ob es anders als in der Vergangenheit einen wirklichen Deal geben kann oder nicht." Trump hat auch ein Friedensabkommen ins Gespräch gebracht. Der Korea-Krieg vor 65 Jahren endete nur mit einem Waffenstillstandsabkommen. Formell gibt es zwischen Nordkorea und den USA bis heute keine diplomatischen Beziehungen.

(Reuters)

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Milliardenwette von Amateur

Milliardenwette von Amateur-Händler legt Sicherheitslücke offen

Die Sicherheitsnetze für den Wertpapierhandel in Europa weisen offenbar immer noch Lücken auf.

25.06.2018 20:21

So gelang es einem Amateur-Händler in Frankreich im vergangenen Jahr, innerhalb nur eines Tages eine spekulative Position in Aktienfutures im Wert von umgerechnet mehr als fünf Milliarden Euro aufzubauen. Dies zeigen Handelsaufzeichnungen, die die Nachrichtenagentur Reuters einsah. Der Fall ist umso erstaunlicher, da sich auf seinem Handelskonto lediglich 20'000 Euro befanden.

Derartige Fälle sollten eigentlich nicht mehr möglich sein. Denn nach massiven Fehlspekulationen wie die des Investmentbankers Jerome Kerviel vor zehn Jahren, durch die sein früherer Arbeitgeber Societe Generale rund 4,9 Milliarden Euro verlor, waren die Sicherheitsvorschriften und -kontrollen für den Wertpapierhandel bei Finanzfirmen verschärft worden. Der Aufbau hochspekulativer Milliardenpositionen durch einzelne Händler sollte so verhindert werden.

Doch der 41-jährige Harouna Traore schaffte es im vergangenen Jahr am 29. Juni, 43'941 Futures-Kontrakte auf den US-Index S&P 500 im Wert von umgerechnet 4,5 Milliarden Euro zu erwerben. Dazu kamen 34'388 Futures auf den europäischen Aktienindex Eurostoxx 50 im Wert von weiteren rund 1,2 Milliarden Euro. Traore, der laut seinem LinkedIn-Profil von 2013 bis 2017 für den Nachrichten- und Datenanbieter Thomson Reuters arbeitete, nutzte dabei eine Plattform des Londoner Brokers Valbury Capital. Traore ist kein Handelsprofi: Er hatte damals gerade wenige Wochen lang auf dem System geprobt.

Traore bestätigte die Wertpapier-Transaktionen. Die Geschäfte seien aber das Ergebnis eines Fehlers gewesen. Er sei anfangs der Auffassung gewesen, nur eine Übungsplattform zu nutzen, auf der keine Handelsobergrenzen bestünden. Erst dann habe er realisiert, dass es sich um echte Geschäfte handle, als seine Verluste sich auf eine Million Euro aufgetürmt hätten. "Ich dachte, das ist das Ende meines Lebens. Ich dachte daran, wie werde ich das alles zurückzahlen?", so Traore Er habe dann aber beschlossen zu versuchen, durch weiteres Handelsgeschäfte in die Gewinnzone zu gelangen. Dies sei ihm geglückt.

Traore hat inzwischen Valbury Capital verklagt. Der Grund: Er wirft dem Broker vor, ihm umgerechnet 9,4 Millionen Euro an Gewinnen aus diesen Wertpapiergeschäften vorzuenthalten. Valbury Capital leitet Anfragen zu dem Fall an die Kanzlei Reed Smith weiter, die die Firma vertritt. Laut deren Partner Robert Falkner gab es sehr wohl ein Limit auf dem Handelskonto von Traore. Laut einer e-mail von Valbury Capital an Traore, die Reuters einsah, besaß das 20.000-Euro-Konto ein Handelslimit von lediglich zehn Futures-Kontrakten pro Tag. Die britische Finanzmarktaufsicht FCA und die französische Aufsichtsbehörde AMF lehnten eine Stellungnahme ab. 

(Reuters)

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Bundesrat macht Frauen

Bundesrat macht Frauen Rentenalter 65 schmackhaft

Die Finanzen der AHV sind in Schieflage. Nachdem die Reform der Altersvorsorge an der Urne gescheitert ist, nimmt der Bundesrat einen neuen Anlauf. Mit zusätzlichen Einnahmen aus der Mehrwertsteuer und dem Frauenrentenalter 65 will er die AHV auf Kurs bringen.

28.06.2018 08:33

Diese Vorschläge hat der Bundesrat am Donnerstag in die Vernehmlassung geschickt. Sie entsprechen grundsätzlich jenen Eckwerten, die er bereits im März definiert hat. Die Mehrwertsteuer soll um 1,5 Prozentpunkte angehoben werden. Der Normalsatz würde damit bei 9,2 Prozent liegen. Der reduzierte Satz für Güter des täglichen Bedarfs soll lediglich von 2,5 auf 3 Prozent steigen.

Das bringt der AHV zwischen 2021 und 2030 zusätzlich rund 49 Milliarden Franken ein. Nötig sind aber 53 Milliarden Franken, wenn der AHV-Fonds auch 2030 noch eine volle Jahresausgabe enthalten soll. Diese Lücke will der Bundesrat schliessen, indem das Rentenalter der Frauen auf 65 Jahre erhöht wird. Insgesamt bringt das der AHV Zusatzeinnahmen von rund 10 Milliarden Franken.

Deal für Frauen

Die Erhöhung des Frauenrentenalters war mit verantwortlich für das Scheitern Altersvorsorge-Reform im September 2017. Das Frauenrentenalter 65 ist schon 2004 an der Urne gescheitert. Um den Schritt diesmal mehrheitsfähig zu machen, schlägt der Bundesrat Ausgleichsmassnahmen vor. Er schickt zwei Varianten in die Vernehmlassung.

Eine sieht vor, dass Frauen zu guten Bedingungen vorzeitig in Rente gehen können. Davon sollen grundsätzlich alle profitieren. Bei Frauen mit geringen Einkommen werden aber besonders tiefe Kürzungssätze angewendet. Nach den Plänen des Bundesrats können diese zu den gleichen Bedingungen mit 64 Jahren in Rente gehen wie heute. Der Bundesrat schätzt, dass sich die Kosten dafür im Jahr 2030 auf rund 400 Millionen Franken belaufen.

Die zweite Variante sieht ebenfalls reduzierte Kürzungssätze bei frühzeitigem Rentenbezug vor. Zusätzlich sollen die Renten jener Frauen erhöht werden, die bis 65 Jahre oder länger arbeiten. Davon sollen ebenfalls in erster Linie Frauen mit tieferen Einkommen profitieren. Die Kosten der zweiten Variante belaufen sich auf rund 800 Millionen Franken.

Die weiteren Reformschritte, die der Bundesrat vorschlägt, lehnen sich an die gescheiterte Reform der Altersvorsorge an. 65 gilt neu als Referenzalter. Die Rente kann flexibel zwischen 62 und 70 Jahren bezogen werden. Einkommen bis 1400 Franken, die nach 65 Jahren erzielt werden, sind nicht beitragspflichtig.

Enger Zeitplan

Angesichts der finanziellen Lage der AHV hält der Bundesrat die Reform für dringlich. Die Vernehmlassung dauert bis zum 19. Oktober 2018. Im Frühjahr 2019 will die Regierung ihre Vorschläge dem Parlament vorlegen. 2021 soll die Reform in Kraft gesetzt werden.

Dieser Zeitplan erlaubt dem Bundesrat, seine Pläne mit der Steuervorlage 17 abzustimmen. Der Ständerat hat in der Sommersession beschlossen, der AHV als sozialen Ausgleich für die Unternehmenssteuerreform rund 2,1 Milliarden Franken zukommen zu lassen. Finanziert werden soll der Beitrag aus Lohnprozenten und aus der Bundeskasse.

Dadurch würde sich der Finanzbedarf für die AHV etwa halbieren. Laut Bundesrat wäre dann nur noch eine Mehrwertsteuererhöhung um 0,7 Prozentpunkte nötig. Die Steuervorlage soll in der Herbstsession bereinigt werden. Eine allfällige Referendumsabstimmung würde in der ersten Jahreshälfte 2019 stattfinden.

(AWP)

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Kylie Jenner wohl bald

Kylie Jenner wohl bald jüngste Self-Made-Milliardärin

Reality-Star Kylie Jenner steht laut Schätzungen des Wirtschaftsmagazins "Forbes" kurz davor, die jüngste Milliardärin aller Zeiten zu werden, die ihr Geld selbst verdient hat. Das schreibt das Magazin in seiner Augustausgabe, in der es die "reichsten Self-Made-Frauen" vorstellt und Jenner auf dem Cover abbildet.

12.07.2018 08:50

Die 20-Jährige verfügt laut der Berechnungen der "Forbes"-Redakteure zurzeit über ein Vermögen von 900 Millionen US-Dollar (rund 770 Millionen Euro). Davon sollen 800 Millionen Dollar (rund 685 Millionen Euro) der Wert ihrer Kosmetikfirma Kylie Cosmetics sein und 100 Millionen Dollar (rund 86 Millionen Euro) die Einnahmen aus Fernsehauftritten und Werbeverträgen.

Jenner selbst postete ein Foto des "Forbes"-Covers auf ihrem Instagram-Account und schrieb dazu: "Wow. Ich kann nicht glauben, dass ich gerade mein eigenes Forbes-Cover poste. Danke für diesen Artikel und die Anerkennung." Sie ist die Tochter von Kris und Caitlyn Jenner und gehört in den USA zu den bekanntesten Prominenten.

Sollte sie die Milliardenmarke tatsächlich bald knacken, hätte Jenner Promis wie Mark Zuckerberg überholt, der laut dem Wirtschaftsmagazin im Alter von 23 Jahren zum Milliardär wurde./haw/DP/jha

(AWP)

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Milliardär Buffett gibt an 88

Milliardär Buffett gibt an 88. Geburtstag Anlage-Tipps

US-Starinvestor Warren Buffett setzt weiter auf Aktien.

Aktualisiert um 08:13

Damit seien Anleger noch immer besser beraten als mit Anleihen, sagte der Milliardär hinter der Investmentfirma Berkshire Hathaway , am Donnerstag dem TV-Sender CNBC. Die Konzerne profitierten von der guten Wirtschaftslage.

Buffet äußerte sich an seinem 88. Geburtstag, an dem auch sein traditioneller Wohltätigkeits-Lunch anstand. Ein Spender hatte das Essen mit Buffett für mehr als 3,3 Millionen Dollar ersteigert. Buffett sagte CNBC aus einem New Yorker Steak-Haus weiter, sein Unternehmen habe erstmals seit 2012 damit begonnen, eigene Aktien zurückzukaufen.

Auch hat die Firma ihren bereits sehr großen Anteil an Apple weiter aufgestockt. Er habe gerade "ein wenig" hinzugekauft, sagte Buffett. Im zweiten Quartal hatte Berkshire Hathaway die Beteiligung an dem kalifornischen Technologie-Konzern bereits um rund fünf Prozent aufgestockt. Mit einem Anteil im Wert von zuletzt etwa 56 Milliarden Dollar zählte Berkshire Hathaway Ende Juni schon zu den grössten Apple-Aktionären.

Buffett zeigte sich hochzufrieden mit dem Investment und lobte abermals die Markenstärke von Apple. Der Starinvestor hat gut lachen - die Aktie ist steil im Aufwind, erst jüngst hat Apple als erstes US-Unternehmen die Billionenmarke beim Börsenwert geknackt. Buffetts lobende Worte hievten den Kurs auf ein neues Rekordhoch, zuletzt stand die Aktie bei 228 Dollar. 

Bereits früher in dieser Woiche war durchgesicket, dass Berkshire offenbar eine Beteiligung am Unternehmen hinter Paytm, Indiens größter Marke für digitale Zahlungen, kaufen will. Für Warren Buffett wäre es der erste Vorstoß in die Start-Ups des Landes.

Buffett werde demnach drei bis vier Prozent an One97 Communications übernehmen, womit das Unternehmen mit mehr als 10 Milliarden Dollar bewertet wäre. One97 Communications, gegründet von Milliardär Vijay Shekhar Sharma, betreibt die Marke Paytm und ist der führende Anbieter in Indiens boomendem digitalen Zahlungsmarkt. Buffett würde sich einer hochkarätigen Gruppe anschließen, die in Sharmas Unternehmen investiert hat, darunter Masayoshi Sons SoftBank und Jack Mas Alibaba sowie Ant Financial.

One97 hält 49 Prozent an Paytm Payments Bank, die in Indiens Markt für digitale Zahlungen führend ist. 

(Reuters/Bloomberg/AWP)

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Weisses Haus weist Vorwürfe

Weisses Haus weist Vorwürfe über Steuerbetrug von Trump zurück

Das Weisse Haus hat den Bericht der "New York Times" über mögliche Steuerhinterziehung von US-Präsident Donald Trump in den 1990er Jahren zurückgewiesen. "Es ist ein absolut falscher Angriff, basierend auf einer alten, recycelten Geschichte", sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Mittwoch in Washington. "Es gab keinen Betrug und keine Steuervermeidung."

03.10.2018 20:17

Laut dem Bericht sollen Trump und seine Familie ihr Immobilienimperium zum Teil durch Steuerbetrug in Höhe von Hunderten Millionen Dollar aufgebaut haben. Der Bericht erschüttert auch den von Trump gepflegten Mythos eines Selfmade-Milliardärs, der alles aus eigener Kraft geschafft hat. Die New Yorker Steuerbehörden haben Untersuchungen gegen Trump eingeleitet. Dieser hatte sich verärgert auf Twitter geäussert.

Das einzig Wahre an der Geschichte sei, dass Trumps Vater seinem Sohn sehr vertraute, sagte Sanders. Trump habe viele gemeinsame Geschäfte in die Wege geleitet. Laut Sanders hat Trumps Vater über seinen Sohn gesagt: "Alles was er anfasst, wird zu Gold"./amu/DP/he

(AWP)

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YouTube weltweit mit

YouTube weltweit mit Störungen

Nutzer in aller Welt haben in der Nacht zu Mittwoch (MESZ) Probleme gehabt, Videos auf der Plattform Youtube abzurufen. So gab es unter anderem Störungsmeldungen aus Deutschland, Australien, Mexiko und den USA, stattdessen erschien eine schwarze Fläche mit einer Fehlermeldung und der Aufforderung, es später nochmals zu versuchen. YouTube selbst bedankte sich via Twitter über die Mitteilungen über Störungen. Man arbeite daran, diese zu lösen und halte die Nutzer auf dem laufenden. Auch andere Medien berichteten, dass User weltweit keinen Zugang zu der Plattform hätten. Über den Grund für die Probleme gab es zunächst keine Angaben. Am frühen Morgen (MESZ) funktionierte die Plattform in Deutschland und in Australien wieder./hme/DP/zb

17.10.2018 06:33

(AWP)

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Schweizer Pharmaunternehmen

Schweizer Pharmaunternehmen spendete laut Medienberichten AfD 130'000 Euro

Laut Recherchen von WDR, NDR und der "Süddeutschen Zeitung" hat die Alternative für Deutschland (AfD) zwischen Juli und September 2017 Spenden von über 130'000 Euro aus der Schweiz angenommen. Der Absender der Spenden soll eine Pharmafirma aus Zürich gewesen sein.

11.11.2018 18:11

Mit der Annahme der Spenden habe die AfD gegen das Parteiengesetz verstossen, berichten die deutschen Medien. Parteispenden, die aus dem Nicht-EU-Ausland kommen, sind laut dem deutschem Gesetz illegal.

Die Schweizer Pharmafirma soll das Geld in 18 Tranchen von meist 9000 Schweizer Franken auf das Sparkassenkonto der Partei überwiesen haben - mit dem Betreff "Wahlkampfspende Alice Weidel". Das sollen Kontoauszüge zeigen, die WDR, NDR und der "Süddeutschen Zeitung" vorliegen. Weidel ist Co-Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, gab Weidel zu, dass sie schon im September 2017 von der Spende aus der Schweiz erfahren habe. Die Spende sei jedoch nicht an sie selbst gegangen. Sie habe deshalb auf den richtigen Umgang der Schatzmeisterin vertraut.

Über die Hintergründe der Pharmafirma, deren Besitzer und die Motive der Spende habe Weidel "keinerlei Informationen". Unterdessen hat die Partei das Geld jedoch zurückgezahlt. Das zeigen ebenfalls Kontoauszüge.

mk

(AWP)

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Höhere Bonuszahlungen kommen

Höhere Bonuszahlungen kommen für (fast) alle an der Wall Street

Aktienhändler, Fondsmanager, Geschäftsbanker, Underwriter und sogar «Erbsenzähler» an der Wall Street können auf höhere Jahresendprämien hoffen.

12.11.2018 20:00

In einem zweiten Jahr in Folge wird ein Grossteil der Branche in den kommenden Monaten "moderat" höhere Bonuszahlungen bekommen, heisst es in einem viel beachteten, am Montag veröffentlichten Jahresbericht des Vergütungsberaters Johnson Associates. Seine Prognosen für Erhöhungen von bis zu 20 Prozent zeigen, wie hart nervöse Märkte gegenüber Menschen sein können, die Unternehmen bei der Durchführung von Übernahmen unterstützen, aber nicht so sehr bei Aktienhändlern und Anlegern, die langfristige Wetten eingehen: "Es gab viele alltägliche Dinge, und dort verdienen diese Händler Geld - mit der Volatilität", sagte Alan Johnson, Geschäftsführer von Johnson Associates, in einem Bloomberg-Interview. "Es ist nicht so, dass sie extrem volatil waren, aber mehr als in den letzten Jahren."

Migros Bank zahlt keine Boni mehr – «nicht mehr zeitgemäss»

Private Equity-Manager profitierten von Zuflüssen, während Aktien- und Anleiheverkäufer laut dem Bericht ein sehr geschäftiges Jahr hatten. Manager von Finanzunternehmen - eine Kategorie, die Geschäftsleiter, Controller, Senior-Rechtsanwälte und andere Mitarbeiter umfasst - steuern auch auf Schwankungen zu. Die von den Republikanern im Dezember letzten Jahres durchgesetzte US-Steuerreform steigerte die Gewinne bei den grössten Banken des Landes.

Investment Banking-Berater könnten laut Umfrage die einzige Kürzung erleiden. Jedoch werden in dem Bereich in der Regel die höchsten Boni auf absoluter Basis gezahlt, sagte Johnson.

Trübere Aussichten

Die guten Zeiten werden möglicherweise nicht anhalten. "Wir schätzen 2019 nicht als rosig ein", warnte Johnson. Dem Bericht zufolge werden Banken voraussichtlich geopolitischen Turbulenzen und dem Druck ausgesetzt sein, die Gebühren im nächsten Jahr zu senken, während neue Technologien Arbeitsplätze vernichten und es für Unternehmen leichter machen, weniger zu zahlen.

(Bloomberg)

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Billag-Gebühr: UVEK plant

Billag-Gebühr: UVEK plant Rückzahlung der Mehrwertsteuer

Die Konsumenten dürfen auf eine Rückerstattung der zu Unrecht erhobenen Billag-Mehrwertsteuer hoffen. Gemäss Bundesgericht besteht zwar keine generelle Rückerstattungspflicht. Das UVEK will nun aber ein Gesetz für eine Pauschale an alle Haushalte schaffen.

14.11.2018 12:15

Die Rückzahlung der Mehrwertsteuer an alle Haushalte soll in Form einer pauschalen Gutschrift auf der zukünftigen Rechnung der Erhebungsstelle der Radio- und Fernsehempfangsgebühr erfolgen. Dies hat das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) am Mittwoch in einer Medienmitteilung bekannt gegeben.

Das UVEK folgt damit der vom Parlament überwiesenen Motion der Nationalrätin Sylvia Flückiger (SVP/AG), die eine Rückzahlung an alle Haushalte fordert.

Die Bekanntgabe des UVEK ist unter anderem eine Reaktion auf ein am Mittwoch publiziertes Urteil des Bundesgerichts. Die Lausanner Richter haben eine Beschwerde des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) teilweise gutgeheissen. Das Gericht hält fest, dass Forderungen auf die Rückerstattung der Mehrwertsteuer für die Zeit vor dem 1. Januar 2010 verjährt sind.

Das Bundesgericht stützt sich im aktuellen Urteil auf einen die gleiche Materie betreffenden Entscheid vom September. Darin hatten die Lausanner Richter die Forderung eines Betroffenen zu beurteilen, der eine Rückerstattung seit Januar 2007 verlangte.

Konsumentenschutz klagte

Im nun entschiedenen Fall hatten vier Konsumenten geklagt, die von der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) und deren Partnern in der West- und Südschweiz unterstützt wurden. Sie strebten die Rückzahlung der Mehrwertsteuer für die Zeit vom 1. Juni 2005 bis am 1. Juni 2015 an alle Gebührenzahlenden an und nicht nur an diejenigen, die ein Gesuch gestellt hatten.

Das Bundesgericht führt im aktuellen Urteil nochmals aus, wie es sich mit den geltenden Verjährungsbestimmungen verhält und dass Ansprüche von vor dem 1. Januar 2010 verjährt sind.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte das Anliegen der Vertreter der Konsumentenorganisationen gestützt und ihre Beschwerde im März 2017 gutgeheissen. Dagegen gelangte das Bakom ans Bundesgericht.

Parlament entscheidet

Insgesamt sollen den abgabepflichtigen Haushalten rund 170 Millionen Franken zurückerstattet werden, wie das UVEK in seiner Medienmitteilung schreibt. So hoch ist die Summe der zwischen 2010 und 2015 erhobenen Mehrwertsteuer, die auf den Empfangsgebühren bezahlt wurde.

Gemäss aktueller Schätzung belaufe sich der Rückerstattungsbetrag auf etwa 50 Franken pro Haushalt. Ob die Gutschrift gemäss den Vorstellungen des UVEK ausbezahlt wird, entscheidet letztlich das Parlament.

"Praktikable Lösung"

Die Stiftung für Konsumentenschutz und ihre Partnerorganisationen sind zufrieden mit dem Urteil des Bundesgerichts, wie sie am Mittwoch in einer Medienmitteilung schreiben. Sie begrüssen aus Praktikabilitäts- und Zeitgründen auch die vom UVEK vorgeschlagene Rückerstattung in Form einer Pauschale.

Das UVEK und die Konsumentenschutz-Organisationen weisen darauf hin, dass auch jene auf die gesetzliche Regelung für eine pauschale Rückerstattung warten müssen, die ein Gesuch gestellt hatten. Diese Verfahren sind nämlich sistiert.

Der Konsumentenschutz kündigt an, dass er diese Gesuche reaktivieren werde, wenn der Gesetzgeber das Geschäft unverhältnismässig lange nicht behandeln sollte oder sich doch gegen eine Pauschale entscheiden sollte. (Urteil 2C_355/2017 vom 02.11.2018)

(AWP)

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'Cum-Fake'? Neuer

'Cum-Fake'? Neuer Steuerbetrugs-Skandal droht

(Ausführliche Fassung) - In Deutschland bahnt sich ein neuer Betrugsskandal mit dubiosen Aktiengeschäften zu Lasten der Steuerzahler an. Nach Recherchen von WDR und "Süddeutscher Zeitung" geht die Staatsanwaltschaft Köln einer bislang unbekannten Masche nach, mit der Banker und Aktienhändler Millionen deutscher Steuergelder ergaunert haben könnten. Der Trick solle auf "Phantom-Papieren" basieren. Bei umstrittenen "Cum-Ex"-Steuergeschäften hatte es bereits einen Milliardenschaden für Steuerzahler in ganz Europa gegeben.

21.11.2018 19:39

Das Bundesfinanzministerium erklärte am Mittwoch auf dpa-Anfrage: "Die Recherchen der Medien weisen auf einen ernsten Vorgang hin. Das Bundesfinanzministerium geht diesen Vorwürfen mit Hochdruck nach und arbeitet dabei eng mit dem Bundeszentralamt für Steuern, das für die Erstattung von Kapitalertragsteuern zuständig ist, sowie mit den zuständigen Stellen der Bundesländer zusammen."

Dem Bericht zufolge hat das Ministerium per Erlass vorsorglich ein digitalisiertes Erstattungsverfahren gestoppt, das es potentiellen Kriminellen besonders leicht gemacht haben könnte, in die Staatskasse zu greifen.

Es sei nun die Aufgabe der Ermittlungsbehörden, einschlägige Sachverhalte zu prüfen und zu ahnden. Dies umfasse auch die Haftung beteiligter Geldinstitute für den möglicherweise entstandenen Schaden, betonte das Haus von Finanzminister Olaf Scholz (SPD).

Konkret geht es um Geschäfte mit sogenannten American Depositary Receipts (ADR). Dies sind laut dem Bericht Papiere, die von Banken ausgestellt und in den USA stellvertretend für ausländische Aktien gehandelt werden. Normalerweise müsse jedem ADR-Papier eine echte Aktie zugrunde liegen. Grossbanken und Aktienhändler werde aber nun vorgeworfen, in den USA Millionen von ADR-Papieren herausgegeben zu haben, die nicht mit einer echten Aktie hinterlegt waren. Als Begriff für den neuen Skandal wurde der Begriff "Cum-Fake" geprägt.

Der Kölner Staatsanwalt Renè Seppi betonte auf dpa-Anfrage, er könne lediglich bestätigen, dass Geschäfte mit "American Depositary Receipts" im Zuge der Cum-Ex Ermittlungen auch einmal eine Rolle gespielt hätten und es Überlegungen gebe, "ob das auch so ein System war". Bereits durch die "Cum-Ex"-Affäre wurden Milliarden an Steuergeldern über Schlupflöcher von Grossbanken gezielt abgegriffen.

Dem Bundesfinanzministerium und dem Bundeszentralamt für Steuern sind bisher für Deutschland 418 Fallkomplexe umstrittener Aktiengeschäften zu Lasten der Staatskasse mit einem Volumen von 5,7 Milliarden Euro bekannt. Nach jüngsten Medieninformationen soll der Fiskus in verschiedenen Ländern insgesamt um bis zu 55 Milliarden Euro geprellt worden sein. 2012 wurde das Steuerschlupfloch in Deutschland geschlossen.

Bei den umstrittenen Geschäften schoben Investoren rund um den Dividendenstichtag Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch rasch zwischen mehreren Beteiligten hin und her. Diese liessen die Papiere untereinander zirkulieren, bis dem Fiskus nicht mehr klar war, wem sie überhaupt gehörten. Die Folge der Karussellgeschäfte: Bescheinigungen über Kapitalertragsteuern und den darauf entfallenden Solidaritätszuschlag wurden mehrfach ausgestellt.

Das Ministerium erklärte zum neuen Fall, Steuerbescheinigungen dürften ausschliesslich für ADR-Papiere ausgestellt werden, die sich tatsächlich im Depot des jeweiligen Instituts befänden und für die die Kapitalertragsteuer auf die dem ADR zugrundeliegende Aktie abgeführt worden sei. Sollten Bescheinigungen dennoch beantragt und ausgestellt worden sein, liege ein klarer Gesetzesverstoss vor.

Der Grünen-Finanzpolitiker Gerhard Schick sieht das Versagen in den Fällen und auch in der neuen Affäre beim Scholz-Vorgänger Wolfgang Schäuble (CDU). "Hier hat der ehemalige Finanzminister Schäuble versagt, denn erneut wurde durch betrügerische Geschäfte dem Steuerzahler in die Tasche gegriffen." Jedes Knöllchen für Falschparken werde akribisch verfolgt und geahndet. "Gross angelegten Steuertricksereien wie Cum-Ex, Cum-Cum und Cum-Fake-Deals werden trotz aller Warnungen und der erschreckenden kriminellen Dimension immer noch auf die leichte Schulter genommen", kritisierte Schick./ir/hoe/DP/men

(AWP)

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300 reichste Schweizer wurden

300 reichste Schweizer wurden dieses Jahr um 1,7 Milliarden reicher

Seit der Finanzkrise vor zehn Jahren ist das Vermögen der 300 Reichsten der Schweiz pro Jahr im Durchschnitt um 28 Milliarden Franken gewachsen.

29.11.2018 22:00

Im laufenden Jahr hat sich der Zuwachs allerdings deutlich abgeschwächt: Nur noch um 1,7 Milliarden Franken stieg es an. Gemeinsam besitzen die 300 Reichsten neu 675 Milliarden Franken, wie das Wirtschaftsmagazin Bilanz am Donnerstag bekanntgab. Ungeachtet des geringeren Wachstums seien sie aber noch nie so vermögend gewesen wie heute.

Ein Vermögen von 100 Millionen Franken ist nötig, damit man in die Liste der 300 Superreichen aufgenommen wird. Fünfzehn Personen oder Familien haben dieses Jahr diesen Status neu erhalten. Die Debütanten bringen zusammen 6,6 Milliarden Franken auf die Waage.

Der finanziell gewichtigste Zuwachs ist Marc van der Straten-Ponthoz mit einem Vermögen von 1,5 bis 2 Milliarden Franken. Auf Platz zwei der Neuen steht Urs Hölzle. Seit 20 Jahren ist er Technologiechef der Google-Mutter Alphabet. Sein Vermögen beläuft sich auf knapp eine Milliarde.

Nicht ganz so viel Geld, dafür ebenfalls ein grosses Mass an Bekanntheit, bringt unter den neuen Personen auf der Liste der Politiker Hermann Hess mit. Der einstige Nationalrat (FDP) verwaltet laut dem Magazin ein Immobilienportfolio im Wert von über 200 Millionen Franken.

Ikea-Familie unangefochten auf Platz 1

Die reichste Familie auf der gesamten Liste ist aber nach wie vor die Ikea-Familie Kamprad. Sie hält seit 17 Jahren ununterbrochen die Spitzenposition. Die Möbelhändler haben 2018 ihr Vermögen um 2 Milliarden Franken vermehrt.

Neu besitzen die Kamprads 50 bis 51 Milliarden Franken. Firmengründer Ingvar Kamprad selbst war im Januar gestorben. Seine drei Söhne Jonas, Peter und Mathias leiten heute den Konzern, wobei alle drei den Schweizer Pass besitzen.

Dafür gab es auf den Plätzen zwei und drei der Liste eine Veränderung. Der Brasilien-Schweizer Jorge Lemann hat neu nur noch die Bronzemedaille. Die schwachen Aktienmärkte liessen sein Vermögen 2018 um 7 Milliarden auf geschätzte 21 bis 22 Milliarden absacken. Überholt wurde er somit von den Basler Roche-Familien Hoffmann und Oeri.

Nebst "Verlierer" Jorge Lemann gibt es 2018 mit Gérard Wertheimer auch einen klaren Gewinner zu vermelden. Sein Vermögen ist um 8 Milliarden Franken auf 18 bis 19 Milliarden gestiegen. Die Vermehrung ist aber einzig das Resultat einer Neueinschätzung, was den Wert seines Modehauses Chanel anbelangt.

Insgesamt haben die "Top Ten" dieses Jahr 2 Milliarden Franken dazugewonnen. Sie besitzen zusammen 203 Milliarden. Drei Prozent der 300 Reichsten halten damit 30 Prozent des Gesamtvermögens aller Reichsten.

Vekselberg steigt ab

Nicht mehr in den "Top Ten" ist dafür der Wahlschweizer Viktor Vekselberg. Als sein Name auf die Russland- Sanktionsliste der US-Regierung kam, gerieten wichtige Firmenbeteiligungen unter Druck. Vekselberg verlor 3 Milliarden Franken.

Ebenfalls aus der Liste der zehn Reichsten gefallen ist die Familie Blocher. Der Schwächeanfall der Aktien von Ems-Chemie sowie Dottikon ES schmälerte die Blocher'sche Habe um eine Milliarde.

Betrachtet man das Vermögen der 300 Reichsten über Zeit, so ist es seit 1989 rund dreimal stärker gewachsen als das Bruttoinlandprodukt der Schweiz. Würde ihr Geld auf die gesamte Bevölkerung der Schweiz verteilt, erhielte jeder Bewohner 79'400 Franken.

kw/tt

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Kylie Jenners Geschäftsmodell

Kylie Jenners Geschäftsmodell

Noch immer hält Facebook-CEO Mark Zuckerberg den Rekord, als jüngster Mensch aus eigener Kraft die erste Milliarde verdient zu haben. Allerdings könnte er diesen Rekord bald an Kylie Jenner verlieren. Wer ist die Frau?

Kylie Jenner wurde im August diesen Jahres 21 und besitzt laut Forbes ein Vermögen von rund 900 Millionen Dollar. Wer ist diese Frau und wie hat sie ihr Vermögen verdient?

Kylie Jenner ist die Tochter von Kristen und Caitlyn Jenner. Ja, sie haben richtig gelesen! Als Kylie geboren wurde, hiess ihr Vater noch nicht Caitlyn, sondern Bruce. Unter diesem Namen hatte er 1976 die Goldmedaille im Zehnkampf an den Olympischen Spielen in Montreal gewonnen. Damals verbesserte er seinen eigenen Weltrekord auf 8618 Punkte und wurde in den USA zum Sportler des Jahres gekürt. Bruce Jenner trat unmittelbar nach seinem Olympiasieg, bei dem er in nahezu allen Einzeldisziplinen persönliche Bestleistungen aufstellte, vom aktiven Wettkampfsport zurück.

1991 heiratete er Kris Kardashian. Vier Jahre später wurde die erste gemeinsame Tochter Kendall und 1997 die zweite gemeinsame Tochter Kylie geboren. Bruce hatte bereits einen Sohn und eine Tochter aus seiner ersten sowie zwei Söhne aus seiner zweiten Ehe. Kris brachte die Töchter Kourtney, Kim und Khloé sowie den Sohn Rob aus ihrer erster Ehe mit dem verstorbenen Staranwalt Robert Kardashian in die Ehe ein.

Kylies Eltern liessen sich Ende 2014 scheiden. Im Frühjahr 2015 gab ihr Vater öffentlich bekannt, eine Transfrau zu sein, unterzog sich einer Geschlechtsangleichung und änderte seinen bzw. ihren Vornamen. Als Caitlyn Jenner wurde sie in der Folgezeit auf zahlreichen Titelseiten abgelichtet und war laut Google im Jahr 2015 die zweitpopulärste Persönlichkeit, womit sie zwei Plätze vor Donald Trump lag, der damals gerade seine Präsidentschaftskandidatur bekannt gegeben hatte. Den Spitzenplatz nahm damals übrigens Khloé Kardashians Ehemann Lamar Odom, ein ehemaliger Basketballstar, der 2015 notfallmässig in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, nachdem er während seines Aufenthaltes in einem Bordell im US-Bundesstaat Nevada infolge übermässigen Drogenkonsums kollabierte.

Kylies Mutter ist vor allem als TV-Persönlichkeit der Reality Soap Keeping Up with the Kardashians bekannt. Zudem ist sie als Managerin ihrer Tochter Kim sowie ihrer anderen Kinder tätig. Laut unbestätigter Berichte erhält sie für ihre Managementleistungen zehn Prozent der Einnahmen.

Wegen der Popularität ihrer Familie wird die Eigenleistung von Kylie Jenner oft nicht ausreichend gewürdigt. Tatsächlich beruht aber der Löwenanteil ihres Vermögens auf ihrem eigenen Geschäftserfolg. Zunächst hat sie ihre Popularität in den sozialen Medien (Facebook, Instagram und Twitter) systematisch erhöht. Beispielsweise hatte sie als fünfzehnjährige bereits über zwei Millionen Follower auf Instagram. Heute liegt diese Zahl deutlich über 100 Millionen. Ohne Snapchat erreicht Kylie heute auf den sozialen Medien über 150 Millionen Interessierte. Gemäss der auf Sozialmedien spezialisierten Firma D’Marie Analytics hat jeder Post von Kylie mittlerweile einen Werbewert von rund einer Million Dollar. Damit hat sie Beyoncé als bestbezahlteste Influencerin der Welt abgelöst.

Bei ihren Posts hatte sie auch immer wieder ihre Lippen, vermutlich ihr wichtigstes Markenzeichen, gekonnt in Szene gesetzt. Vor drei Jahren gründete sie dann ihre eigene Kosmetikfirma: Kylie Cosmetics. Das Kosmetikunternehmen brachte zunächst ein Lippenset bestehend aus einem Lippenstift und einem Lippenliner auf den Markt. Das Set wurde für 29 Dollar direkt über das Internet verkauft und war in Kürze ausverkauft. Dies gilt auch für die nachfolgenden Produkte. Sie wurden jeweils vorab angekündigt und dann in viel kleineren Mengen als nachgefragt angeboten. Dies führte dazu, dass ein regelrechter Hype entstand und die Produkte jeweils innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren. Beispielsweise wurden einige der für 29 Dollar verkauften Lippensets für vierstellige Dollarbeträge auf eBay angeboten, nachdem sie bei Kylie Cosmetics ausverkauft waren.

Kylie Jenner hätte also für ihre Lippensets entweder einen deutlich höheren Preis verlangen oder zum Preis von 29 Dollar eine viel grössere Menge verkaufen können. Beides hat sie bewusst nicht gemacht. Dies erinnert mich an die Strategie von Nintendo, denen es bereits vor Jahrzenten gelang, mit einer bewussten Rationierung ihres Spielwarenangebots eine höhere Marktkapitalisierung als die ansonsten wesentlich umsatzstärkeren Unternehmen Sony und Nissan zu erreichen.

Die bewusste Rationierung hat mehrere Effekte. Kurzfristig stellt die Rationierung einen irrationalen Umsatzverzicht dar. Gleichzeitig erhöht sich aber infolge der bewusst herbeigeführten Knappheit der Markenwert des Unternehmens. Gerade bei Kosmetikartikeln, die relativ günstig in grossen Mengen produziert werden können, spielt das Produktimage im Wettbewerb eine wesentliche Rolle. Die Kundschaft interessiert sich bei Kosmetikartikeln viel weniger für die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Produkts als vielmehr für den Status und das Ansehen, die mit diesem Produkt verbunden sind. Status und Ansehen sind natürlich für ein Produkt, das nach wenigen Minuten komplett ausverkauft ist und auf eBay zum hundertfachen Originalpreis gehandelt wird, ungleich höher, als für ein Produkt, das man jederzeit kaufen kann.

Der kurzfristige Umsatzverzicht infolge der bewussten Produktrationierung wird also durch einen Imagegewinn und damit einem zukünftigen Umsatzpotenzial kompensiert. Bei Kylie Cosmetics hat dieser Imagegewinn dazu geführt, dass bereits im letzten Geschäftsjahr ein Jahresumsatz von über 300 Millionen Dollar erzielt wurde. Dies ist eine respektable Zahl für ein Unternehmen, das gerade einmal drei Jahre alt ist, und dessen Alleineigentümerin bei der Gründung erst 18 Jahre alt war!

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US-Präsident Trump nimmt am

US-Präsident Trump nimmt am WEF 2019 teil

(Meldung mit weiteren Informationen ergänzt) - US-Präsident Donald Trump nimmt im Januar 2019 erneut am World Economic Forum (WEF) in Davos teil. Dies gab Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders am Dienstag in Washington bekannt.

18.12.2018 21:51

Die US-Delegation werde von Finanzminister Steven Mnuchin angeführt, sagte Huckabee Sanders im Weissen Haus laut der Nachrichtenagentur AP. Zudem würden Aussenminister Mike Pompeo, Handelsminister Wilbur Ross, Transportministerin Elaine Chao sowie weitere ranghohe Mitglieder der Regierung mit Trump in die Schweiz reisen. Trumps Tochter Ivanka und ihr Mann Jared Kushner werden ebenfalls am WEF teilnehmen.

Auch Russland wird mit einer Regierungsdelegation im Januar am WEF vertreten sein, wie am Sonntag bekannt wurde. Zuvor hatte Moskau gedroht, das WEF wegen US-Sanktionen zu boykottieren.

Trump hatte bereits dieses Jahr am Weltwirtschaftsforum teilgenommen und dabei etwa Bundespräsident Alain Berset (SP) und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann (FDP) sowie Aussenminister Ignazio Cassis (FDP) getroffen. Er war der erste US-Präsident, der das WEF beehrte, seit Bill Clinton im Jahr 2000 in Davos gewesen war.

Die Auftritte Trumps erregten viel Aufsehen. Bereits seine Ankunft - in einem Konvoi aus acht Helikoptern - hatte hunderte Schaulustige angezogen. Teilweise fieberte die globale Elite dem Auftritt des US-Präsidenten wie bei einem Popkonzert entgegen. Andererseits waren aus dem Publikum auch Buhrufe zu hören und Aktivisten protestierten mit einem 60 Meter langen Anti-Trump-Transparent an einer Felswand bei Sargans SG gegen Trump.

(AWP)

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Wie Investoren am Transfer

Wie Investoren am Transfer-Boom im Fussball verdienen wollen

Das boomende Milliardengeschäft mit dem Profifussball weckt Begehrlichkeiten von Finanzinvestoren. Besonders grosse Ambitionen zeigt die chinesische Fosun-Gruppe.

06.01.2019 18:35

Ihre Anfang 2016 verkündete Kooperation mit Europas mächtigstem Spielervermittler Jorge Mendes dient nicht allein dem offiziell ausgerufenen Ziel, den Siegeszug des Fussballs in der Volksrepublik und Sportlerkarrieren zu befördern. Den Partnern geht es vor allem darum, ein Geschäftsimperium zu schmieden, mit dem sie an den explodierenden Transfergeldern in der Branche im grossen Stil mitverdienen können.

Dabei versuchen sie Hindernisse der Fussballverbände zu umgehen, die Investorenbeteiligungen an Spielern verhindern wollen, wie aus den sogenannten Football Leaks hervorgeht, die dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorliegen. Aus dem Dokumentenfundus wertete die Nachrichtenagentur Reuters im Rahmen ihrer Partnerschaft mit dem europäischen Recherche-Netzwerk EIC zahlreiche Mails und interne Präsentationen aus, die im Zusammenhang mit dem Fosun/Mendes-Deal stehen.

Aus Sicht von Branchenkennern ist für Renditejäger ein Einstieg bei Fussballclubs tendenziell nur mässig attraktiv. Denn viele Vereine kämpfen mit Verlusten. Ausserdem sind Mitspracherechte mitunter sehr begrenzt. Das betrifft insbesondere deutsche Clubs. Als deutlich profiträchtiger gilt das prosperierende Geschäft mit Spielerwechseln. Das ist auch der Ansatz des mehr als zehn Milliarden Dollar schweren Fosun-Konglomerats, das in seinem internationalen Portfolio ganz unterschiedliche Firmenbeteiligungen aufweist, vom französischen Touristikunternehmen Club Med über Spitzenimmobilien in New York bis zum Frankfurter Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Der Transfer von Spielern sei der "lukrativste Geschäftsbereich in der Fussball-Branche", konstatierte ein Fosun-Manager in einer Mail aus dem Jahr 2016.

Star der Spielervermittler

In diesem Feld dürfte sich kaum einer so gut auskennen wie Mendes. Nachdem sich eine eigene Karriere als Spitzenprofi zerschlagen hatte, stieg der Portugiese rasant zum Star der Vermittlerbranche auf. Anfang der 2000er-Jahre nahm er mit Trainer Jose Mourinho und Stürmer Cristiano Ronaldo zwei Landsleute unter Vertrag, die inzwischen zur Weltelite zählen. Fosun kontaktierte Mendes im Oktober 2014 und schlug ihm eine Zusammenarbeit vor. "Das Potenzial ist enorm - meiner Meinung nach", kommentierte Mendes' Neffe und Geschäftspartner Luis Correia in einer Mail an seinen Onkel die Vorschläge der Chinesen.

Vor rund drei Jahren präsentierten Mendes und Fosun-Mitgründer Guo Guangchang ihre Partnerschaft vor zahlreichen Fussballprominenten in einem Luxushotel in Shanghai. Guo erwarb gemeinsam mit Partnern 15 Prozent an der Mendes-Holdinggesellschaft Start SGPS, zu der die Vermittlungsagentur Gestifute gehört, für 42 Millionen Euro. Damit wurde die gesamte Holding mit fast 280 Millionen Euro bewertet. Im Jahr 2015 erwirtschaftete Start SGPS einen Nettogewinn von 25,1 Millionen Euro, wie diverse Mails zeigen. Lediglich zehn europäische Fussballclubs erzielten nach Daten des Dachverbandes UEFA höhere Überschüsse.

Aufbau eines Imperiums

Fosun zeigte sich begeistert von Gestifutes Geschäftsmodell. "Der Geschäftseinfluss von Mendes übertrifft den gewöhnlicher Vermittler", heisst es in einer firmeninternen Präsentation aus dem September 2015. "Er kontrolliert derzeit indirekt viele Clubs in grossen europäischen Ligen, weil die Clubs und Spieler von seinen Geschäftsmöglichkeiten stark abhängig sind." Diese Einschätzung ist heikel, denn sie bestätigt die Bedenken von Fans, Funktionären und Politikern. Kritiker fürchten, dass der Einfluss von Investoren dem Fussball schaden könnte, weil damit kleineren Vereinen Geld entzogen und ein fairer sportlicher Wettstreit gefährdet werde. "Fussball ist ein Unterhaltungsgeschäft und sollte kein Finanzgeschäft sein", mahnt etwa Didier Quillot, Chef des Verbandes der Profiligen in Frankreich.

Weiteren Zündstoff bietet eine interne Fosun-Präsentation aus dem November 2014, die laut Überschrift, den "Aufbau eines umfassenden Fussball-Geschäftsimperiums" skizziert. Darin wird der Plan für eine Organisation vorgestellt, die sich in eine "China-Einheit" und eine "Non-China"-Sparte aufteilt. Zu letzterer sollte demnach Mendes' Agentur Gestifute gehören. Deren Geschäftstätigkeit besteht der Beschreibung zufolge in der "Beteiligung an Transferrechten von Fussballspielern". Aus dem Vertrag zum Verkauf des Gestifute-Pakets geht hervor, dass die Agentur bis November 2015 Anteile an 54 Spielern erworben hatte. Darunter befanden sich die beiden brasilianischen Stars Ederson, der derzeit für Manchester City das Tor hütet, und Fabinho, der inzwischen beim Rivalen FC Liverpool unter Vertrag ist.

Streitpunkt Third-Party Ownership

Den internationalen Verbänden sind die sogenannten Besitzanteile von Dritten ("third-party ownership") ein Dorn im Auge. Wie verbreitet diese Praxis ist, lässt sich nicht ermitteln. Denn es gibt keine öffentlichen Register dafür. Bereits 2012 geisselte die UEFA derartige Besitzverhältnisse als Wettbewerbsverzerrung. Im Mai 2015 untersagte der Weltfussballverband FIFA Clubs wie Spielern, künftig entsprechende Neuverträge mit Investoren einzugehen.

Mendes kritisierte seinerseits das Verbot als "tödlich für den Wettbewerb" und suchte gemeinsam mit Fosun nach Wegen, die neue Regelung zu umgehen. Um sich die Transferrechte an Spielern zu sichern, mussten die Partner also nun selbst Clubs unter ihre Kontrolle bringen. Zu dem angestrebten Netzwerk sollten ferner Fussballakademien in Europa gehören, um dort frühzeitig die Weichen für Spielerkarrieren stellen zu können. Fosun sondierte also den Kauf von Vereinen in Portugal, Italien, England und Spanien, wie zusätzliche Mails zeigen. Im Gespräch war etwa Espanyol Barcelona.

Im Jahr 2016 schlugen die Chinesen dann zu und übernahmen den englischen Club Wolverhampton Wanderers, der nach üppigen Kaderinvestitionen 2018 wieder in die oberste Liga aufstieg. Zur Mannschaft gehören aktuell zahlreiche portugiesische Spieler. Auf der Trainerbank sitzt ein alter Mendes-Vertrauter: Nuno Espirito Santo. Der frühere Torhüter war Mendes' erster wichtiger Mandat als Spielervermittler. Mendes' Beziehung zu den "Wolves" wurde nach Kritik aus anderen Vereinen vom Ligaverband EFL untersucht. Dieser kam im April allerdings zu dem Ergebnis, dass keine Regelverstösse vorlägen.

Mendes und Fosun haben ihr Projekt auch nach der "Wolves"-Übernahme vorangetrieben, wie aus weiteren Mails zu erkennen ist. Die Dokumente reichen jedoch nur bis Mitte 2017. Wie es weiterging, ist unklar. Von Fosun, Guo, Mendes und Correia waren keine Stellungnahmen zu erhalten. Ein Anwalt der Mendes-Agentur Gestifute wollte sich nicht äussern. Er erklärte, die Reuters-Anfrage basiere "ganz offensichtlich auf Informationen, die mittels eines kriminellen Hackerangriffs auf privilegierte Daten gewonnen" worden seien.

(Reuters)

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Investoren-Legende John Bogle

Investoren-Legende John Bogle gestorben

Vanguard-Gründer John Bogle ist im Alter von 89 Jahren gestorben.

17.01.2019 10:06

John, genannt auch "Jack" Bogle hatte den Typ des kostengünstigen, indexbasierten Investmentfonds als Gründer von Vanguard bekannt gemacht und die Meinung vertreten, dass die meisten aktiven Fondsmanager die von ihnen erhobenen Gebühren nicht wert seien.

Er starb am Mittwoch in Bryn Mawr, Pennsylvania, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung. Todesursache war Krebs, schrieb der Philadelphia Inquirer unter Verweis auf die Familie von Bogle. Im Alter von 31 Jahren erlitt er den ersten von mindestens sechs Herzinfarkten. 1967 bekam er einen Herzschrittmacher, 1996 eine Herztransplantation.

Mit Wort und Tat setzte sich Bogle für geduldige Langfristinvestments in eine diversifizierte Gruppe gut geführter Unternehmen ein. Dabei präferierte er Indexfonds, die die breitesten Aktienmischungen kaufen und halten. Er warnte davor, dass das Streben nach schnellem Handel und kurzfristigen Gewinnen in der Regel den Anlageberatern mehr helfe, als den Investoren.

Mit Bogles Ansatz wurde Vanguard der größte amerikanische Manager für Aktien- und Rentenfonds."Er war eine überragende Figur", sagte Burton Malkiel, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Princeton University und Vanguard-Vorstandsmitglied seit 1977, in einem Bloomberg-Interview. "Die Investmentfondsbranche ist dank Jack Bogle unendlich viel besser."

John Bogle: Tipps und Prognosen eines alten Mannes, der fast immer richtig liegt

Bogle gründete 1974 das in Valley Forge, Pennsylvania, ansässige Unternehmen Vanguard. Aufgrund seiner niedrigen Gebühren konnte das Unternehmen den Konkurrenten American Funds, Teil der in Los Angeles ansässigen Capital Group Inc., als größten US-amerikanischen Aktien- und Rentenfondsmanager überholen. Vanguard verwaltet ein Vermögen von 4,9 Billionen US-Dollar.

Milliardär und Investoren-Legende Warren Buffett lobte Bogle Anfang 2017 in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway.

"Wenn jemals ein Denkmal errichtet wird, um die Person zu ehren, die das meiste für amerikanische Investoren getan hat, sollte zweifellos die Wahl auf Jack Bogle fallen," schrieb Buffett. „Er hat die Genugtuung zu wissen, dass er Millionen von Anlegern geholfen hat, weitaus bessere Renditen auf ihre Ersparnisse zu erzielen, als sie sonst verdient hätten. Er ist ein Held für sie und für mich."

(Bloomberg)

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WEF 2019 Oxfam: Superreiche

WEF 2019 Oxfam: Superreiche gewinnen 2,5 Milliarden Dollar pro Tag

Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander. Während das Vermögen der Milliardäre im vergangenen Jahr um zwölf Prozent gestiegen ist, erlitt die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung Einbussen von elf Prozent.

21.01.2019 07:11

Wie aus einer am Montag vorgestellten Studie der Nothilfeorganisation Oxfam hervorgeht, sind die Superreichen demnach um 2,5 Milliarden US-Dollar pro Tag wohlhabender geworden.

Der Bericht "Public Good or Private Wealth" (Gemeinnutz oder privater Reichtum) wurde im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos veröffentlicht, bei dem diese Woche wie jedes Jahr die Spitzen aus Politik und Wirtschaft zusammenkommen.

Oxfam kritisiert in dem Bericht, dass öffentliche Angebote in den Bereichen Bildung, Gesundheit und soziale Sicherung "weltweit dramatisch unterfinanziert" seien, obwohl sie wesentlich zur Verringerung von Armut und Ungleichheit beitragen. Deshalb brauche es mehr Investitionen in öffentliche Bildung und Gesundheitsversorgung sowie eine effektivere Besteuerung von Konzernen und Vermögenden.

"Während die Superreichen ihr Vermögen in Lichtgeschwindigkeit vermehren, geht es für die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung wirtschaftlich bergab", kritisierte Oxfam-Kampagnenleiter Jörn Kalinski. "Aber extreme Ungleichheit ist kein Naturgesetz. Sie ist die Folge einer verfehlten Politik."

Frauen mit weniger Vermögen

Während sich die Zahl der Milliardäre und Milliardärinnen in den zehn Jahren seit der Finanzkrise "nahezu verdoppelt" habe, könnten sich immer weniger Menschen aus extremer Armut befreien, heisst es in der Untersuchung. Das Tempo, in dem diese abnehme, habe sich seit 2013 halbiert. In Teilen Afrikas nehme sie sogar wieder zu.

Besonders von sozialer Ungleichheit betroffen seien Frauen und Mädchen. Männer besässen im Durchschnitt 50 Prozent mehr Vermögen als Frauen, deren Gehälter um 23 Prozent niedriger seien als jene der Männer. Pro Jahr leisteten Frauen Pflege- und Sorgearbeit im Wert von zehn Billionen US-Dollar, was etwa dem 38-fachen Jahresumsatz des VW-Konzerns entspreche.

Oxfam kritisiert zugleich, dass Regierungen weltweit Konzerne und Vermögende "mit dicken Steuergeschenken beglückt" hätten. Zwischen 1970 und 2013 seien etwa die Spitzensteuersätze in reichen Ländern von 62 auf 38 Prozent gefallen. In einigen Ländern, darunter Grossbritannien und Brasilien, würden die ärmsten zehn Prozent der Bevölkerung einen höheren Anteil ihres Einkommens für Steuern aufwenden als die reichsten zehn Prozent.

Oxfam beruft sich vornehmlich auf Daten der Schweizer Grossbank Credit Suisse sowie auf Vermögensschätzungen des US-Magazins "Forbes". Die Organisation weist darauf hin, dass die Werte nicht zwingend vergleichbar sind mit den Ergebnissen der Vorjahre, da es minimale Änderungen an der Methodik geben könnte.

cf/

(AWP)

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George Soros warnt vor neuen

George Soros warnt vor neuen Technologien und China

George Soros hat vor den Auswirkungen fortgeschrittener Technologien in den Händen autoritärer Staaten gewarnt.

25.01.2019 07:05

Offene Gesellschaften seien einer "tödlichen Gefahr" ausgesetzt, wenn maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz als Kontrollinstrumente genutzt würden, sagte der ungarisch-stämmige 88-jährige am Donnerstagabend am Rande der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Vor allem mit dem chinesischen Vorhaben eines sozialen Kreditpunktesystems ging der Milliardär hart ins Gericht. Menschen würden darin von Algorithmen danach bewertet, ob sie eine Gefahr für den Staat seien. "Das wird das Schicksal des Einzelnen in einem historisch nicht gekannten Ausmass den Interessen des Ein-Parteien-Staates unterwerfen", sagte Soros. China sei nicht das einzige autoritäre Regime in der Welt, aber es sei das wohlhabendste und technologisch am weitesten fortgeschrittene. Das mache Chinas Staatspräsident Xi Jinping zum gefährlichsten Gegner offener Gesellschaften.

Zudem nahm Soros Peking für sein Machtstreben beim Projekt "Neue Seidenstrasse" ins Visier. China versucht, sich dadurch mit Infrastrukturivestitionen in Nachbarstaaten und Schwellenländern wirtschaftlichen und politischen Einfluss zu sichern.

"Anstatt einen Handelskrieg mit praktisch der ganzen Welt anzuzetteln, sollte Präsident Trump sich auf China konzentrieren", sagte Soros. Die chinesischen Tech-Konzerne ZTE und Huawei lasse er jedoch zu einfach davonkommen. Wenn diese Firmen den Markt für den künftigen schnellen Mobilfunkstandard 5G dominieren sollten, würden sie laut Soros ein unakzeptables Sicherheitsrisiko für den Rest der Welt darstellen.

(AWP)

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Sauber-Team wird umbenannt:

Sauber-Team wird umbenannt: Künftig als Alfa Romeo Racing in Formel 1

Nach mehr als 25 Jahren verschwindet der Name Sauber aus der Formel 1. Das zuletzt als "Alfa Romeo Sauber" bezeichnete Team wurde in "Alfa Romeo Racing" umbenannt. Dies teilte der Rennstall am Freitag mit.

01.02.2019 13:09

Peter Sauber hatte ein gleichnamiges Team 1970 gegründet und dann mit ihm im Jahr 1993 sein Debüt in der Motorsport-Königsklasse gefeiert. Der Finne J.J. Lehto hatte den C12 gleich auf Platz fünf gesteuert.

Das Sauber-Team bezieht schon länger Motoren von Ferrari und war in der vergangenen Saison eine Zusammenarbeit mit Alfa Romeo eingegangen. Wie Ferrari gehört auch Alfa Romeo zum Fiat-Konzern.

"Die Dauer der Partnerschaft wurde weiter verlängert, wobei die Eigentümer sowie das Management von Sauber unverändert und unabhängig bleiben. Das Ziel von Alfa Romeo Racing bleibt weiterhin, ehrgeizige Resultate an der Spitze des Motorsports zu erreichen", hiess es.

2019 fahren Kimi Räikkönen und Antonio Giovinazzi für das Formel-1-Team von "Alfa Romeo Racing". Teamchef ist mittlerweile der Franzose Frédéric Vasseur./mom/DP/jha

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Aus für weltgrössten

Aus für weltgrössten Passagierjet A380 - Airbus stellt Produktion ein

(neu: Bilanz für 2018) - Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus stellt die Produktion des weltgrössten Passagierjets A380 ein. Die letzte Auslieferung des Luftgiganten sei für 2021 geplant, teilte Airbus am Donnerstag in Toulouse mit. Die grösste Kundin des A380, die die arabische Fluggesellschaft Emirates, habe ihre Bestellung um 39 Maschinen reduziert - auch bei anderen Airlines sei der Auftragsbestand mangelhaft. Daher gebe es nun keine Grundlage mehr für eine Fortsetzung der Produktion.

14.02.2019 07:51

Der doppelstöckige Passagierjet hat Airbus schon länger grosse Sorgen bereitet. In den vergangenen Jahren hatte kaum noch eine Fluglinie ein Modell geordert. Airbus drohten, die Bestellungen auszugehen. Der Konzern fuhr die Jahresproduktion zuletzt von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf nur noch sechs Exemplare zurück.

Emirates habe nun beschlossen, die A380-Bestellungen von 162 auf 123 Maschinen zu reduzieren. Dabei würden in den kommenden zwei Jahren noch 14 verbleibende Passagierjets in Empfang genommen. Als Konsequenz werde Airbus seine Auslieferungen 2021 einstellen, teilte das Unternehmen mit.

"Die heutige Ankündigung ist schmerzlich für uns und für die A380-Communities weltweit", so der scheidende Airbus-Konzernchef Tom Enders laut Mitteilung. Der Passagierjet werde aber noch viele Jahre lang am Himmel unterwegs sein. Selbstverständlich werden wir die Betreiber der A380 auch weiterhin uneingeschränkt unterstützen", so Enders weiter.

Airbus werde in den nächsten Wochen Gespräche mit den Sozialpartnern bezüglich der 3000 bis 3500 Stellen aufnehmen, die in den kommenden drei Jahren betroffen sein könnten. Es werde aber zahlreiche Möglichkeiten für interne Stellenwechsel geben.

Teile des Luftgiganten werden an Airbus-Standorten in Deutschland gefertigt - darunter Hamburg, Bremen, Stade und Augsburg. Wegen der Auftragsflaute beim A380 stehen bundesweit bereits Tausende Jobs auf der Kippe.

Vielen Airlines ist der Flieger zu gross und verbraucht zu viel Treibstoff - das ist nicht wirtschaftlich, besonders wenn der Riesenjet nicht voll besetzt ist. Andere Flugzeuge bei des Boeing -Rivalen sind hingegen sehr beliebt. Die kleineren Maschinen der A320-Familie sind ein Kassenschlager.

Auch die australische Fluggesellschaft Qantas hatte kürzlich die Bestellung von acht A380-Passagierjets zurückgezogen. Anfang Februar hatte zudem der Chef der Fluggesellschaft Qatar Airways, Akbar Al-Baker, dem A380 ein schlechtes Zeugnis ausgestellt und erklärt, dass er über eine vorzeitige Einstellung der Produktion nicht traurig wäre. Nach Al-Bakers Auffassung ist der Flieger zu schwer, weil seine Tragflächen für die nie gebaute Langversion ausgelegt sind.

Der A380 hat je nach Ausstattung bis zu 853 Sitze. Der Superjet hat eine Reichweite von 15 200 Kilometern und ist gut 72 Meter lang. Seine Flügelspannweite liegt bei knapp 80 Metern. Für den Luftgiganten bekamen zahlreiche Flughäfen neue Terminals. Die Planungen für den A380 begannen 1995, im Jahr 2000 fiel der offizielle Startschuss.

Den Erstflug absolvierte der Riesenvogel am 27. April 2005. Der kommerzielle Einsatz startete Ende Oktober 2007 mit einem Sonderflug zwischen Singapur und Sydney.

Trotz der hohen Belastungen durch die Einstellung des Riesenfliegers und Kosten für den Militärtransporter A400M im vergangenen Jahr konnte Airbus einen deutlichen Gewinnsprung erzielen. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 3,05 Milliarden Euro und damit 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Umsatz legte um acht Prozent auf 63,7 Milliarden Euro zu. Die Sonderbelastungen durch A380 und A400M summierten sich auf rund 900 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen eine um zehn Prozent auf 1,65 Euro erhöhte Dividende erhalten. Analysten hatten im Schnitt jedoch mit einer stärkeren Anhebung gerechnet.

Für 2019 nimmt sich das Management um Vorstandschef Tom Enders weitere Zuwächse vor. Der bereinigte operative Gewinn soll um etwa 15 Prozent steigen. Dazu will das Unternehmen 880 bis 890 Verkehrsflugzeuge ausliefern. Im vergangenen Jahr hatte Airbus 800 Maschinen an seine Kunden übergeben und damit nur noch 6 Maschinen hinter dem weltgrössten Flugzeugbauer Boeing aus den USA gelegen. Boeing baut seine Produktion aber ebenfalls kräftig aus und will im laufenden Jahr rund 900 Verkehrsjets ausliefern./nau/stw/DP/stw

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Geld ist des Schweizers

Geld ist des Schweizers grösster Stress

Es scheint paradox: Denn obwohl die Schweizer in einem der wohlhabendsten Länder der Welt leben, so stellt Geld dennoch für mehr als die Hälfte der grösste Stressfaktor in ihrem Leben dar. Mehr noch als Gesundheit, Arbeit oder Familie.

20.03.2019 07:10

Geld ist für 55 Prozent der Schweizer der Stressfaktor Nummer eins in ihrem Leben. 61 Prozent sind gar der Meinung, dass ihre Finanzkraft ihr Wohlbefinden beeinflusst, wie dem am Mittwoch vom US-Vermögensverwalter BlackRock veröffentlichten "Global Investor Puls" zu entnehmen ist.

Dabei wurden 1'067 Schweizer im Alter zwischen 25 und 74 Jahren mit einem investierbaren Vermögen von 15'000 Franken (im Median) befragt.

Angst vor Kontrollverlust

Viele Schweizer hätten Angst, die Kontrolle über ihre Finanzen zu verlieren, sagte André Bantli von BlackRock vor den Medien. Lediglich 37 Prozent dieser "Otto-Normal-Verbraucher" seien der Ansicht, dass sie mit ihrer Finanzkraft ein sorgenfreies Leben führen können. Rund zwei Drittel haben dies nicht.

Die Schweizer fürchten - ein weiteres Paradoxon -, dass ihnen trotz eines ausgebauten Vorsorge- und Gesundheitssystems das Geld in der Pension ausgehen (43%) oder dass sie die steigenden Gesundheits- (55%) und hohen Lebenshaltungskosten (48%) nicht mehr stemmen könnten.

Zwei Drittel sorgen fürs Alter vor

Angesichts dieser Sorgen überrascht es nicht, dass hierzulande rund zwei Drittel (69%) der Schweizer explizit für den Ruhestand vorsorgen. Das sei zwar etwas mehr als globalen Durchschnitt (63%), doch durchaus ausbaufähig, sagte Bantli weiter.

Erstaunlicherweise machen sie das nicht etwa via hochrentierende Produkten, sondern vor allem mit Sparrücklagen: Denn zu 64 Prozent besteht das zur Verfügung stehende Vermögen aus Cash.

Wer nicht investiert, führt dies gemäss Bantli vor allem auf die persönliche finanzielle Situation zurück: Knapp zwei Drittel (64%) der Befragten gaben an, nicht genug Geld dafür zur Verfügung zu haben. Ein Drittel begründete ihre mangelnde Investitionsbereitschaft mit zu geringen Kenntnissen der Materie.

sig/rw

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Weltweite Getreideernte deckt

Weltweite Getreideernte deckt Verbrauch nicht

Zum zweiten Mal in diesem Jahrzehnt wird die weltweite Getreideernte nicht reichen, um den Bedarf zu decken. Das erwarten sowohl die UN-Welternährungsorganisation (FAO) in Rom als auch der Internationale Getreiderat (IGC) in London. Im Agrarjahr 2018/19 werden demnach knapp 30 Millionen Tonnen mehr verbraucht, als geerntet werden, schätzt die FAO in ihrer jüngsten Prognose. Die erwartete Gesamternte rund um den Globus beziffern die UN-Experten auf fast 2,66 Milliarden Tonnen.

07.04.2019 14:30

Das letzte globale Getreide-Defizit gab es im Agrarjahr 2012/13, als die US-Farmer unter den Folgen einer mehrjährigen Dürre litten. Der Getreiderat - ein Zusammenschluss der wichtigsten Getreide produzierenden Staaten - gibt eine ganz ähnliche Prognose ab.

Eine Ursache des aktuellen Rückgangs ist die letztjährige Dürre in weiten Teilen Europas, die einen Rückgang der Weizenernte in der EU und Russland zur Folge hatte. Ein Agrarjahr bezeichnet den Zeitraum von einer Ernte bis zur nächsten. Auf der Nordhalbkugel beginnt dieses immer im Sommer, wobei die Starttermine in den USA, Europa und Asien unterschiedlich sind.

Weizen ist überwiegend für den menschlichen Verzehr bestimmt, während der grössere Teil der Maisernte für die Produktion von Futter für Rinder, Schweine und andere Nutztiere verwendet wird.

Die Folgen des knappen Weizens sind in Europa bereits zu spüren: Die Erzeugerpreise für Lebensmittel - also die Preise, die die Hersteller verlangen - sind laut Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) im Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahr kaum gestiegen. Doch bei Brot und Getreideerzeugnissen legten die Erzeugerpreise in Deutschland um kräftige 6,3 Prozent zu, wie der Verband auf Anfrage mitteilte. Schon 2018 gab es bei Brot und Getreideprodukten grössere Preiserhöhungen als bei Lebensmitteln im Schnitt.

Europas grösster Händler von Agrar-Rohstoffen ist die Münchner Baywa . Deren Vorstandschef Klaus-Josef Lutz vermutet, dass sich der Klimawandel bemerkbar macht. 2018 fiel die europäische Getreideernte dürrebedingt um sechs Prozent niedriger aus als im Vorjahr. "2018 war nicht der Ausreisser", sagte Lutz kürzlich dazu. "Das ist das dritte und vierte Jahr in Folge, dass klimatische Kapriolen uns das Geschäft schwer machen."

Ein Minus bei der Getreideernte bedeutet nicht, dass Hungersnöte drohen: Die Lagerhäuser und Speicher rund um den Globus sind gut gefüllt. In den Vorjahren war die Getreideproduktion kräftig gestiegen. Bei dieser Entwicklung spielt nach Einschätzung der Baywa der wachsende globale Appetit auf Fleisch eine wichtige Rolle. "Die Wahrheit ist einfach: Die Menschen wollen mehr Fleisch essen, damit brauchen wir Getreide", sagte Vorstandschef Lutz dazu. "Wir sehen, dass wir einerseits eine rückläufige Produktion, und andererseits einen höheren Verbrauch haben."

In der Tat: "Wir haben in den vergangenen zehn Jahren einen ziemlich kräftigen Anstieg der weltweiten Maisproduktion", sagte FAO-Ökonom Abdolreza Abbassian in Rom. Er nennt zwei Ursachen: "In den USA ist der Maisanbau für die Produktion von Biokraftstoffen ausgeweitet worden." Und auf der anderen Seite des Pazifiks essen die Chinesen mehr Fleisch.

Die Ausweitung der Maisproduktion hat nach Abbassians Worten aber keine wesentlichen Auswirkungen auf den Weizenanbau und damit die Herstellung von Lebensmitteln. "Mais und Weizen wachsen an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten", sagte der FAO-Experte.

Der Internationale Getreiderat in London geht davon aus, dass die weltweiten Vorräte sowohl in diesem als auch im nächsten Jahr schrumpfen werden. Die Londoner Fachleute prophezeien für 2018/19 eine etwas grössere Schrumpfung der Lagerbestände um 44 Millionen Tonnen, für 2019/20 rechnen sie mit einem weiteren Rückgang von 28 Millionen Tonnen./cho/DP/fba

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So kommen Sie als Auktionator

So kommen Sie als Auktionator zu einer Stange Geld

Gegenstände zu verkaufen ist keine klassische Anlagestrategie. Aber wer über die Jahre angesammelte Gegenstände mit dem nötigen Geschick verkauft, kommt unter Umständen zu viel Geld.

Aktualisiert um 07:50

Von Marc Forster

Kleider landen im Kleidersack, Alltagsgegenstände auf dem Sperrmüll und Möbel im Brockenhaus oder mit einem "Zum-gratis-Mitnehmen"-Vermerk am Strassenrand. Doch eigentlich ist das alles Geld wert. Effizientere Finanzen anzustreben kann durchaus auch darin liegen, nicht mehr benötigte Besitztümer an Meistbietende zu verkaufen. Systematisch Gegenstände loszuwerden, die sowieso nur herumstehen oder in Schränken verschwunden sind, kann lukrativ sein.

Der Customer-to-Customer-Markt über das Internet ist in der Schweiz etwa 800 Millionen Franken gross, wobei diese Summe auch dank professionellen Händler zustandekommt, die auf Ricardo, Ebay und anderen Plattformen Waren anbieten. "Der rein private Markt ist schwer abschätzbar, weil er etwas an den Statistiken vorbeläuft", sagt Thomas Lang, Experte für e-Commerce vom auf Onlinehandel spezialisierten Beratungsunternehmen Carpathia.

Potenzial liegt brach

Man darf aber vermuten, dass sich in Schweizer Haushalten viel stapelt, was zu Geld gemacht werden kann. Dies gilt umso mehr, weil in der Schweiz insgesamt weniger fleissig private Gegenstände über das Internet gehandelt werden, wie dies im Ausland der Fall ist. Experten vermuten gar, dass der private Customer-to-Customer-Markt im Moment schrumpft.

Somit liegt Potenzial brach. Beispielsweise in einem Einfamilienhaus eines Ehepaars um die 50 Jahre dürften sich vielerorts Kleider, Kinderwaren, Spielzeug, aber auch Geschirr, Accessoires, Bücher oder Möbel befinden, die mit etwas Geschick, Engagement und Geduld durchaus einmal einen vierstelligen Frankenbetrag wert sind. 

Anders gesagt: Würde man zusammenrechnen, für was man im Leben alles Geld ausgegeben hat, käme ein Riesenbetrag zusammen. Ein Teil davon kann man zurückbekommen, wenn man sich davon trennt. 

Über das Internet Gegenstände anzubieten, hat wegen der grossen Verbreitung gute Erfolgschancen. Bei Online-Verkäufen und -Auktionen gibt es einige Tipps zu befolgen: 

1. Ein Gegenstand wird nicht verkauft, wenn ihn niemand mehr will. Abschätzen, herumfragen, vergleichen und Internetrecherchen helfen, den Wert eines Gegenstands abschätzen zu können. Wer wegen des Angebotspreises unsicher ist, orientiert sich an vergleichbaren Gegenständen. Ausserdem ist es wichtig, den Gegenstand in der richtigen Kategorie anzubieten. 

2. Sich gut zu organisieren und seine Waren zu sortieren ist das A und O. Dazu gehört auch, sich von Anfang an mit Kartonschachteln für den Versand einzudecken.

3. Je professioneller der Auftritt auf einem Portal, desto leichter findet man Käufer.  Das betrifft vor allem auch die Fotos. Je besser der Text zum Angebot, desto leichter auffindbar ist der Artikel.

4. Schummeln bringt nichts: Wenn der Gegenstand Mängel hat, soll man dies angeben. Käufer sind sowieso dankbar, wenn die Ware möglichst genau beschrieben ist. 

5. Ein Tipp ist, das Auktionsende auf einen Sonntagabend zu legen. Dann schauen am meisten Leute auf einem Handelsportal vorbei. 

6. Ein Tipp, der gerne vergessen geht: Je sorgfältiger und speditiver der Versand organisiert ist, desto besser der Eindruck. Denn Käufer werden den Verkäufer bewerten.

7. Es gibt Alternativen zu Ricardo, Ebay & Co. Facebook ist seit einiger Zeit sehr beliebt für Annoncen. Mit einer kurzen Internetrecherche finden sich weitere Plattformen, die man natürlich zuerst einmal auf ihre Seriosität überprüfen muss. 

Zu Geld machen lässt sich fast alles. Für wertvollere Gegenstände wie Uhren, Wein und Kunst bestehen spezielle Handelsplattformen. Catawiki beispielsweise ist spezialisiert auf Sammlerstücke. Eine Uhrenplattform wie Chronext bietet auch Expertisen oder einen versicherten Versand an. Weinhändler werben online damit, dass sie gute Weine begutachten und allenfalls aufkaufen.

Flohmärkte und Secondhandläden

Es mag aber auch gute Gründe geben, teure wie weniger teure Besitztümer ausserhalb des Internets loszuwerden. Ein Garagenverkauf erreicht meist nur die Nachbarschaft als potentielle Kunden, und selber an einem Flohmarkt einen Stand zu betreiben, mag aufwändig sein. Aber es gibt Flohmarktverkäufer, die gezielt bestimmte Waren suchen – einfach einmal herumfragen. Oder mit Stichworten googeln.

Möbel müssen nicht zwingend im Brockenhaus oder am Strassenrand landen. Letzteres ist genaugenommen heikel, weil es als "illegale Entsorgung" eingestuft ist und gebüsst werden kann. Brockenhäuser wiederum betrachten Ware in aller Regel als Spenden, was im Sinne der Entsorgung bequem und unter dem Gedanken sozialen Engagements vorbildlich ist.

Secondhand-Läden allerdings zahlen für qualitativ gute Ware auch durchaus etwas. Vor allem dann, wenn es sich um Designerstücke oder Mobiliar mit Bekanntheitswert handelt. Einen guten Preis lässt sich mitunter auch für Mode von bekannten Labels und anderen Designergegenständen erzielen.

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Presse: TÜV-Bericht macht BER

Presse: TÜV-Bericht macht BER-Inbetriebnahme 2020 unsicher

Ein interner TÜV-Bericht, der nach Informationen des "Tagesspiegels" (Freitag) weiter zahlreiche Mängel am neuen Hauptstadtflughafen BER auflistet, soll dessen geplante Eröffnung im Herbst 2020 höchst unwahrscheinlich machen. Die Flughafengesellschaft (FBB) wies die Darstellung zurück und versicherte am Donnerstagabend auf dpa-Anfrage, dass der Airport wie geplant im Oktober 2020 eröffnen werde.

12.04.2019 06:36

Das Blatt schreibt, inzwischen seien sogar "Rückbaumassnahmen" im Terminal notwendig, um gravierende Mängel an Sicherheitskabeln des Brandschutzsystems beseitigen zu können. Es bezieht sich auf einen 61 Seiten starken "Statusbericht" des TÜV Rheinland vom 8. März dieses Jahres.

Die Flughafengesellschaft erklärte, "kleinere Rückbaumassnahmen" bei sicherheitsrelevanten Kabeln dürfe man sich nicht etwa als "Abriss" vorstellen. Vielmehr gehörten sie "zu jeder Baufertigstellung eines komplexen Gebäudes dazu" und seien "kein Problem für den Fertigstellungstermin", heisst es in der Stellungnahme.

Der TÜV-Bericht stellt laut Zeitung noch 11 519 Mängel allein bei den Kabeln für die Sicherheitsbeleuchtung und Sicherheitsstromversorgung fest, die nach der gescheiterten Eröffnung 2012 ausgetauscht und erneuert wurden. Das seien fast vier Mal so viele wie bisher von den Verantwortlichen angegeben. Dazu sagte FBB-Sprecher Hannes Stefan Hönemann, dass sich nicht die Anzahl der Mängel geändert habe, sondern die Art der Dokumentation. In den kommenden Wochen werde die Zahl schnell schrumpfen.

Die FBB räumte ein, dass die Brandmeldeanlage nicht termingerecht zum 29. März fertiggestellt war. Inzwischen habe die Firma Bosch die Arbeiten aber weitgehend abgeschlossen. Es werde noch einige Wochen dauern, bis der TÜV diese endgültig geprüft habe und ein Gesamtergebnis feststehe.

Dem Zeitungsbericht zufolge kommt hinzu, dass das Problem der im Terminal benutzten verwendeten Plastikdübel bei der Befestigung von Kabeln nicht gelöst sei. So verdichteten sich Hinweise, dass die von der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) erhoffte Einzelfallzulassung nicht erteilt werde. Schlimmstenfalls könnten die Dübel so "zu einem k.-o.-Problem" werden. Hönemann konterte, entscheidend sei nicht die Norm, sondern dass die Dübel sicher seien. Das Nachweisverfahren hierzu sei gerade in Arbeit.

Am 8. März habe der TÜV dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft den Status der prüfpflichtigen Anlagen vorgestellt, erinnerte der Sprecher. Die Prüfer hätten "naturgemäss einen kritischen Blick". "Dies deckt sich weitgehend mit unseren eigenen Einschätzungen." Die FBB arbeite hart daran, alle Mängel abzustellen. "Wir werden den Eröffnungstermin im Oktober 2020 sichern, wenn die Baufirmen und Dienstleister ihren Job machen."/bb/DP/he

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Gegen den Trend - Mehr Frauen

Gegen den Trend - Mehr Frauen machen sich selbstständig

Die Zahl der Unternehmensgründungen in Deutschland hat sich nach drei Jahren mit starken Rückgängen 2018 weitgehend stabilisiert. Dazu trug vor allem bei, dass mehr Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit wagten, wie aus einer ersten Auswertung des Gründungsmonitors der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Insgesamt machten sich 547 000 Menschen selbstständig, das waren 2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. In der Vergangenheit hatte es noch Rückgänge mit jeweils zweistelligen Raten gegeben.

16.04.2019 06:32

Entscheidend zur Stabilisierung trug die Gründungstätigkeit von Frauen bei. Der Umfrage zufolge machten sich 216 000 Frauen selbstständig und damit 4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl der männlichen Existenzgründer sank hingegen um 5 Prozent auf 331 000. Zu den Gründen für diese Entwicklung gibt es aktuell keine Auswertung.

Insgesamt bremst allerdings nach wie vor die historisch gute Lage auf dem Arbeitsmarkt das Interesse an einer Selbstständigkeit. "Potenzielle Gründer finden derzeit andere sehr attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten. Berufliche Entscheidungen fallen daher häufig zugunsten eines Angestelltenverhältnisses aus", erläuterte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

Die Zahl der Menschen, die sich in einem Nebenjob selbstständig machten, fiel das fünfte Jahr in Folge auf nun 292 000 Personen (minus 31 000). Die Zahl der Vollerwerbsgründer legte dagegen auf 255 000 (plus 21 000) zu.

Ein Grossteil der Gründer (70 Prozent) machte sich den Angaben zufolge selbstständig, um eine Geschäftsgelegenheit auszunutzen. Der Anteil derjenigen, die mangels besserer Erwerbsalternativen gründeten, lag bei 27 Prozent. Die restlichen Befragten legten sich nicht fest./mar/DP/mis

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Wo es für Hypotheken sogar

Wo es für Hypotheken sogar noch Geld gibt

Geld für eine Immobilie aufnehmen und dank negativer Verzinsung sogar Geld zurückerhalten: Was völlig absurd klingt, ist in Dänemark wegen der Negativzinsen im Moment die Realität.

28.05.2019 14:52

Von Pascal Züger

Die tiefen Renditen von Staatsanleihen haben in der Schweiz die Immobilienfinanzierung so günstig wie nie gemacht. Zehnjährige Festhypotheken kosten im Schnitt nur noch 1,17 Prozent, fünfjährige gibt es sogar für 0,97 Prozent (cash berichtete).

Doch Dänemark geht noch einen deutlichen Schritt weiter und "belohnt" Immobilienfinanzierungen mit negativen Verzinsungen: Wie Bloomberg am Freitag schrieb, werden aktuell einjährige variable Hypotheken mit minus 0,23 Prozent verzinst. Für dreijährige sind es minus 0,28 Prozent und für fünfjährige minus 0,04 Prozent.

Dänemark ist der Vorreiter der Negativzinsen. Bereits 2012 - drei Jahre vor der Schweiz - führte das Land den Minuszins ein. Die Notenbank will dem starken Aufwärtsdruck der Krone entgegenwirken, die an den Euro gebunden ist. Die maximal zugelassene Schwankungsbreite zum Euro beträgt 15 Prozent. Derzeit werden Einlagen bei der Dänischen Notenbank mit minus 0,65 Prozent verzinst.

Anderes System als in der Schweiz

Eine Hypothekenaufnahmen läuft konkret so ab: Wer in Dänemark eine einjährige variable Hypothek für 1 Millionen dänische Kronen aufnimmt (das entspricht ungefähr 150'000 Franken), bekommt dafür nach einem Jahr 23'000 Kronen zurückbezahlt, anstatt einen Zins darauf bezahlen zu müssen. Schulden machen für die Immobilienfinanzierung ist also einträglich. Im Grund genommen ist dies völlig widersinnig, selbst dann noch, wenn man in Betracht zieht, dass Bankgebühren einen Teil der Auszahlung wegfressen. 

Das Hypothekensystem in Dänemark ist etwas anders aufgebaut als in der Schweiz: Dänische Banken sind nicht Kreditgeber, sondern nur Vermittler. Hypotheken werden dort als Pfandbriefe an die Börse gebracht, wo sie andere Anleger kaufen können.

Sehr verbreitet sind im skandinavischen Land auch Fixhypotheken mit 30-jähriger Laufzeit, die derzeit ab 1 Prozent Zins erhältlich sind - ebenfalls ein extrem tiefer Wert. In der Schweiz werden Laufzeiten mit dieser Länge üblicherweise nicht angeboten, am häufigsten sind zehnjährige Fixhypotheken.

Überhitzung am Immobilienmarkt

Die günstige Finanzierung am Immobilienmarkt ist in Dänemark nicht unproblematisch. Verschiedene Experten warnen vor einer Immobilienblase, die bei einem Zinsanstieg zu einem Crash führen könnte. Die Eigenkapitalvorschriften sind viel lascher als in der Schweiz. Lange Zeit waren für die Finanzierung gar keine Eigenmittelmittel erforderlich, inzwischen müssen 5 Prozent des Immobilienwertes selbst eingebracht werden. In der Schweiz sind mindestens 20 Prozent Eigenkapital bei der Hypothekenvergabe vorgeschrieben.

In der Hauptstadt Kopenhagen sind seit der Einführung der Negativzinsen bis heute die Wohnungspreise um 80 Prozent angestiegen. In Zürich, das allgemein als sehr teures Pflaster gilt, beträgt der Anstieg im gleichen Zeitraum leicht über 10 Prozent.

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Hat es Warren Buffett auf

Hat es Warren Buffett auf diese europäischen Firmen abgesehen?

Vieles spricht dafür, dass Warren Buffetts Investmentgruppe Berkshire Hathaway in Europa auf Shopping-Tour gehen wird. Europas zweitgrösste Fluggesellschaft gehört zu den möglichen Kandidaten.

12.06.2019 23:10

Von Henning Hölder

Der US-amerikanische Grossinvestor Warren Buffett pirscht sich offenbar immer mehr an europäische Firmen heran. Den ersten Schritt machte er bereits Ende April.  Vor sechs Wochen gab Buffett der Londoner Financial Times (FT) ein ausführliches Interview. Eine seiner Aussagen: "Ich bin bereit, etwas in Grossbritannien zu kaufen."

Das Interview in der FT war ein strategischer Move, um sich und seine Investmentfirma, Berkshire Hathaway, in Europa für Firmenübernahmen anzubieten. Denn an der Aktionärsversammlung in Omaha legte Buffett nach: "Ich würde mir wünschen, dass sie öfter an Berkshire denken, wenn Unternehmen zum Verkauf stehen".

Zwar sollte man meinen, dass Buffett mit seinem grossen Namen keine Werbung nötig hätte. Doch in Europa geniesst er nicht die gleiche Priorität im Mergers & Acquisitions Markt (M&A) wie in den USA. Dort gehen Verkäufer aktiv auf ihn zu und nennen ihm einen Preis, wenn eine Firma zum Verkauf steht. 

Verkauf von Anleihen gegen Euro und Pfund

Dass Buffett mit seinem Vorhaben, europäische Firmen aufzukaufen, bald ernst machen könnte, zeigt die Tatsache, dass Berkshire Hathaway derzeit im grossen Stil Obligationen in Europa verkauft. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg diese Woche unter Berufung auf eine mit der Materie vertrauten Person. Demnach habe die Investorengruppe Banken damit beauftragt, Anleihen mit 20 bis 30-jähriger Laufzeit gegen Euro und Pfund zu verkaufen. Damit hätte Buffett den zweite Schritt, Akquisitionen in Europa vorzubereiten, hinter sich gebracht. Das Bargeld wäre da.

Dass der US-amerikanische Starinvestor gerade jetzt einen verstärkten Blick auf europäische Firmen wirft, erscheint durchaus schlüssig. Erstens, weil die Querelen um den Brexit sowie die allgemeine Schwäche europäischer Volkswirtschaften den europäische Aktienmarkt vergleichsweise günstiger machen für US-amerikanische Investoren. Buffett äusserte zuletzt desöfteren Bedauern darüber, dass er (zu) wenig gut geführte Unternehmen sehe, die er übernehmen könne. Viele seien schlicht zu teuer. Zweitens ist das Umfeld zur Kapitalaufnahme derzeit attraktiv wie selten zuvor.

Ryanair im Visier von Buffet?

Doch welche Firmen hat Buffett im Visier? Auch wenn das Orakel von Omaha regelmässig feste Kriterien bei der Akquisition von Firmen hochhält – nur in Firmen investieren, deren Geschäftsmodell man verstehe, ist eine davon – ist es stets schwierig seine nächsten Deals vorauszusagen. Noch schwieriger gestaltet es sich, seine Vorhaben in Europa abzuschätzen, wo seine Ziele weniger klar sind.

Bloomberg versuchte es trotzdem und führte ein Screening durch mit dem Ziel, potenzielle Übernahme-Kandidaten für Berkshire Hathaway zu eruieren. Eines der (Ausschluss-)Kriterien ist etwa die Wahrscheinlichkeit einer Firma, dass sie von einer möglichen Labour-Regierung übernommen wird. Ein anderes wichtiges Kriterium ist die Marktbewertung der Unternehmen: 5 bis 50 Milliarden Dollar sollte sie betragen. Darunter lohnt sich ein Investment für Berkshire Hathaway kaum. Diese Firmen sind laut Bloomberg Übernahme-Kandidaten von Berkshire Hathaway:

Atlas Copco

Schwedischer, international agierender Industriekonzern. Umsatz: rund 86 Milliarden Schwedischen Kronen (9 Milliarden Franken). 

Metso

International tätiger Technologiekonzern mit Sitz in Finnland. Tätig in der Bergbau-, Bau-, Papier- und Erdölindustrie tätig. Umsatz: ca. 3,2 Milliarden Euro.

Mondi

Österreichisches Verpackungs- und Papierunternehmen. Umsatz: knapp 7,5 Milliarden Euro.

Ryanair Irische Billigfluggesellschaft, Nach Passagierzahlen die zweitgrösste Fluglinie Europas nach der Lufthansa. Umsatz: 7,5 Milliarden Euro.

 

Auf der Liste finden sich keine Schweizer Firmen. Was nicht heisst, dass Buffett kein Auge auf den Schweizer Markt werfen könnte. Vor elf Jahren hatte Buffett einen Auftritt am IMD in Lausanne. cash fragte ihn in der Medienrunde, ob er eine Schweizer Uhrenfirma übernehmen wolle. Da zeigte Buffett seine Rolex am Handgelenk und signalisierte unverhohlenes Interesse an der Uhrenfirma: "Sie haben meine Telefonnummer. Leider haben sie noch nie angerufen".

Mit etwas mehr Ernsthaftigkeit führte er dann noch aus: "Wir lieben es, gute und von Familien kontrollierte Unternehmen zu kaufen - auch in der Schweiz". 

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Börsen-Legende Peter Tuchman

Börsen-Legende Peter Tuchman hat noch nie eine Aktie besessen

Peter Tuchmann ist einer der berühmtesten Händler an der Wall Street. Mit Humor, Witz und emotionalem Engagement hat der 61-jährigen auch die grössten Börsenstürme in New York gemeistert.

17.06.2019 10:50

Von Nicola Imfeld, «Blick»

Peter Tuchmanan ist an der New York Stock Exchange einer der meistfotografierten Händler.

Peter Tuchmanan ist an der New York Stock Exchange einer der meistfotografierten Händler.

Bild: Bloomberg

New York City, Wall Street, kurz vor 9.30 Uhr: Börsenhändler und Fotografen blicken gebannt in Richtung des kleinen Balkons, der rechts über dem Eingang in den Börsensaal ragt. Davor eine Glocke, darüber eine riesige USA-Flagge. Dann springt der grosse Zeiger auf die 30 – Händeklatschen, Glockenscheppern. 

Das zehn Sekunden lange Geläut, das den Start aller Aktivitäten an der New York Stock Exchange symbolisiert, ist eine der grossen Traditionen, die jeden Wandel im Börsengeschehen überlebt haben. Auf dem Parkett ist es ruhiger geworden, seit die Aktien elektronisch gehandelt werden, über Computerprogramme und Smartphone-Apps. Doch die «Opening Bell» ist geblieben – und hat nichts von ihrer Magie eingebüsst.

Geblieben ist auch Peter Tuchman. 1985 nahm der heute 61-Jährige einen Sommerjob am Fernschreiber an, einer Mischung aus Schreibmaschine und Telegraf, und arbeitete sich von ganz unten zum unabhängigen Broker hoch. Heute ist er an der Wall Street eine Legende. Der Sicherheitsmann, der Typ von Goldman Sachs, die Journalistin von Fox News: Alle winken sie dem kleinen Mann zu. Wenn er übers Parkett schreitet, gleicht er mit seinem grauen, lichten Haar ein wenig dem Physikgenie Albert Einstein (1879–1955).

«Einstein» hasst Computer

Laut Wikipedia ist Tuchman, den hier jeder liebevoll "Einstein" nennt, der meistfotografierte Aktienhändler der Welt. Kaum ein anderer Trader zeigt seine Emotionen so offen wie er: Freude, Entsetzen, Angst und Triumph – kein Wunder, lieben ihn Fotografen und Kameraleute. Alles nur Show? "Nein", sagt Tuchman. "Ich lebe den Aktienkurs. Ich bin mit ganzem Herzen dabei." 

Die Lebenslust habe er von seinen Eltern, erklärt er bei einem Espresso. Marcel und Shoshana Tuchman überlebten den Holocaust; sie waren im Konzentrationslager von Auschwitz. Peter Tuchmans Grossmutter wurde vor den Augen seines Vaters ermordet. "Das ist meine Geschichte, nun erzähl mir deine", sagt er und grinst.

Sein Interesse ist keineswegs gespielt. "Einstein" liebt die Menschen. Die meisten Händler hätten sich über die Jahre hinweg geöffnet und ihm private Angelegenheiten anvertraut. Sonst aber dominiert auch in seinem Arbeitsalltag der Computer. "Ich hasse es, Aufträge mit Tastatur und Mausklick abzuschliessen", sagt er und zieht ein Bündel Papiere aus dem Anzug. Wehmütig erklärt er den Handel von anno dazumal und seufzt: "Das waren noch Zeiten!" 

«Geld ist nicht meine Motivation»

Peter Tuchman passt so gar nicht ins klassische Bild des Börsenhändlers an der Wall Street. Kalt? Geldgierig? Erbarmungslos? Er doch nicht! "Einstein" sagt Sätze wie: "Geld ist nicht meine Motivation", und erklärt, dass er gerade seine zwei Kinder mit Ach und Krach durchs College bringen konnte. "Wir Broker auf dem Parkett verdienen nicht so viel, wie alle denken." Abkassierer seien vielmehr die Entscheidungsträger im Hintergrund.

Tuchman tradet an der Börse für die Kunden eines Unternehmens, bei dem er angestellt ist. Pro Tag setzt er zwischen 10 und 150 Millionen Dollar aufs Spiel. Schlecht schlafen müsse er deswegen nicht. "Ich nehme meine Arbeit nicht mit nach Hause." Tuchman selbst hat noch nie eine Aktie besessen. "Wie soll ich mich auf die Kunden konzentrieren, wenn ich mich selber die ganze Zeit um mein Geld sorgen muss?" 

Er liebt das Drama – aber nicht jedes

Kurz vor 12 Uhr: Tuchman hält jetzt ein Sandwich in der Hand. "Keine Zeit, woanders zu essen", sagt er mit vollem Mund und klopft einem jungen Mann auf die Schultern. "Das ist mein Sohn", sagt er, dreht ihm aber gleich wieder den Rücken zu: "Der tut immer so beschäftigt."

Nach der "Opening Bell" herrscht auf dem Parkett Konzentration. Kein Geschrei, kaum Gequatsche. Nur die Fernsehgeräte sorgen für einen stetigen Lärmpegel. Früher sei es immer hektisch gewesen. Auch heute gebe es noch "verrückte" Tage, so Tuchman. So etwa, wenn Präsident Donald Trump wieder mal Strafzölle ankündige. "Da schlägt mein Herz höher."

Auf den Black Monday 1987, den 11. September 2001 oder den Kollaps von Lehman Brothers 2008 blickt Tuchman, die Frohnatur, weniger gern zurück. Besonders der Terror von 9/11 hat den waschechten New Yorker mitgenommen. "Mein Leben, unser aller Leben hier hat sich an jenem Tag für immer verändert." Die Märkte blieben eine Woche lang geschlossen. Tuchman: "Ich war dann froh, als zumindest an der Wall Street wieder etwas Alltag einkehrte."

Alkohol, Partys? «Sicherlich»

Der Dow-Jones-Börsenindex entwickelt sich an diesem Juni-Tag positiv. "Endlich, das waren schwierige Tage", so Tuchman einige Stunden später. Ob man die guten Tage an der Wall Street ausgiebig feiert? "Nein, wir haben ja alle unsere Familien. Mein Sohn vielleicht", sagt er und lacht. 

Hat er den Film "The Wolf of Wall Street" gesehen? "75 Prozent Hollywood, 25 Prozent Realität", antwortet Tuchman. Klar, hätten in den 80er- und 90er-Jahren auch Drogen eine Rolle gespielt. Sex-Partys? "Sehen Sie, davon weiss ich nicht wirklich was", sagt er, blickt nach oben und schmunzelt. Alkohol, Partys? "Sicherlich. Aber keiner, mit dem ich gearbeitet habe, ist ein verrückter, drogenabhängiger Leonardo Di Caprio." 

Glaubt "Einstein", dass er irgendwann genug hat von der Wall Street? "Nie, ich bleibe bis ganz zum Schluss!"

Dieser Beitrag erschein zuerst im «Blick» unter dem Titel «Die Börsen-Legende hatte noch nie eine Aktie».

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