seltsame Kauf- und Verkaufsstrategie

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20.12.2007 15:29
#1
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seltsame Kauf- und Verkaufsstrategie

Ich habe diese Frage schon im Swatch- und Richemontthread gestellt, aber nie eine Antwort bekommen, scheinbar interessieren sich unsere Spezialisten nicht für Uhren.

Also hier nochmals:

Schon seit ein paar Tagen beobachte ich wieder etwas im Auftragsbuch, das ich bei Richemont und Swatch schon öfters gesehen habe, aber nicht verstehe.

Es gibt immer auf die Sekunde genau (oder manchmal um eine Sekunde getrennt) einen Kauf und Verkaufsantrag in grossem Volumen, und immer beide in gleichem Volumen. Beide mit dem gleichen Abstand zum aktuellen Kurs, und wenn sich der Kurs ändert, werden beide wieder gleichzeitig verschoben, damit der Abstand zum aktuellen Kurs gleich bleibt.

aktueller Kurs: 74.70

Verkauf: 50'000 Stück bei 75.80

Kauf: 50'000 Stück bei 73.80

1.Frage: Wie wird das technisch erledigt? Wohl kaum von Hand. Kann man das irgendwie automatisieren?

2.Frage: Wer macht das und aus welchem Grund? Kaufen und Verkaufen will der ja scheinbar nicht, denn mit dieser Taktik bekommt er keine und verkauft auch keine. Was bezweckt er also damit?

Weiss das wirklich keiner?

Gruss

fritz

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20.12.2007 16:06
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seltsame Kauf- und Verkaufsstrategie

Danke, sunny, das tönt logisch.

Gruss

fritz

20.12.2007 16:00
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sunny
seltsame Kauf- und Verkaufsstrategie

noch was: bei swatch ist sicherlich das rückkaufprogramm wie oben beschrieben ein entscheidender faktor. richemont allerdings, hat ja kein offizielles roückkaufprogramm (allerdings weiss ich, dass sie trotzdem, eben inoffiziell, aktien zurückkaufen). der grund für das market making mandat liegt hier wahrscheinlich eher bei der verhinderung zu hoher volatilität.

20.12.2007 15:57
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sunny
seltsame Kauf- und Verkaufsstrategie

hallo fritz!

die antwort sieht mit grosser sicherheit so aus:

der auftraggeber ist die unternehmung selber, gemacht wird dies durch eine bank. diese bank hat vom unternehmen einen market making auftrag erhalten. kurspflege ist ein bestandteil dieser aufgabe.durch die zwei grossen positionen wird verhindert, dass z.B. durch bestens-aufträge der kurs sich stark (zu) bewegen kann.

warum will dies die unternehmung nicht?

- die volatilität kann gesenkt werden, dies ist wichtig und für viele investoren mitentscheidend beim aktienkauf

- ein absturz des kurses will die unternehmung sicherlich vermeiden, dies ist wohl nicht weiter zu begründen

- warum aber das obere limit? was hat die unternehmung gegen einen höheren kurs? erstens ist wie oben beschrieben zu hohe volatiliät nicht gewünscht und ein zweiter entscheidender punkt: aktienrückkaufprogramme. diese werden fast ausschliesslich über die 2.linie gemacht. dieser kurs sollte natürlich immer höher sein, als der "normale" aktienkurs, damit die aktien auch angeboten werden und die aktien gekauft werden. darum ist das unternehmen daran interessiert, dass der kurs nicht expoldiert. allerdings könnte man ja entgegnen, dass eine solche kursexplosion nicht von langer dauer ist und der kurs sich automatisch wieder einpendeln würde, und diese massnahme somit nicht nötig wäre. aber bei den aktienrückkäufen gibts es genau definierte tagesziele und soviele aktien müssen reingeholt werden. wenn es jetzt zu solchen unkontrollierten kursexplosionen kommt, könnten die tagesziele leicht verfehlt werden (oder nur unter stark höheren kosten, bzw. weniger zurückgekaufte aktien für das gleiche geld).

ich hoffe, dies hilft.

p.s. technisch ist dies für eine bank leicht zu machen.