Tag eines Daytrader

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13.03.2008 08:32
#1
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Tag eines Daytrader

Hallo,

kann mir jemand einen Tag eines Daytrader beschreiben?

Die Personen die hier Daytrader sind, was haben Sie für Ausbildungen? Kann einer, der keine Bankausbildung hat überhaupt Daytrader werden, vorausgesetzt er setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander? Wo Arbeiten die Daytrader? Zuhause? Wie haben SIe den Wechsel vom Arbeitnehmer zum selbständigen Daytrader geplant?

Noch ein paar Fragen zum Handel:

In welchen Zeitfenster handel Sie Devisen?

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17.03.2008 17:09
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Tag eines Daytrader

Kruger wrote:

Es gibt einfach keine Taktik, die erstens ENORM gewinnbringend ist und zweitens RISIKOARM ist. Da riskiert man halt schon einmal einne Verlust.

Ich denke das ist kurzfristig betrachtet richtig. Längerfristig behaupte ich, dass ein Daytrader mit strengem Risikomanagement die viel höhere Rendite erzielen wird, als derjenige der stets mit hohem Risiko im Markt ist. Der risikobewusste Trader wird zwar langsamer voran kommen mit seinem Konto, aber dafür wird er keine grösseren Drawdowns erleiden müssen. Wer effektiv davon leben will, kann sich diese Drawdowns nicht leisten.

Kruger wrote:

Und dass man meine Taktik nicht mit illiquiden Titeln anwenden sollte ist mir schon bewusst. Aber ich bin mir auch sicher, dass andere Daytrader auch manchmal 50% ihres Trading-Vermögens oder mehr in eine einzelne Aktie wie Apple stecken bzw. in enorm liquide Titel (theoretisch ist da kein Risiko dabei, wenn genug Liquidität vorhanden ist). Oder denkst du es gibt Daytrader mit Vermögen von über 500k, die dauernd nur mit 10k Apple kaufen und mit solche kleinen Beträgen versuchen Gewinne einzufahren. Da investiert man locker mal 250k in Apple um eine Marktschwankung Intraday auszunutzen.

Und noch etwas: Wer nicht auf Margin spielt, kann auch nicht im Margin-Call landen.

Das ist alles richitg. Du verwechselst aber die Positionsgrösse mit der Risikogrösse. Ich kann sogar für weit mehr als 100% meines Depots Apple Aktien kaufen (Was ich sehr oft tue!). Dies geht jedoch nur, wenn es die Situation erlaubt den Stopp so nahe zu setzten, dass ich bei der kleinsten Gegenbewegung aus dem Markt bin (klassische Durchbruchstrades). Solange die Aktie genügend liquid ist spielt das keine Rolle. Mit einer Meyer Burger oder Schulthess kannst Du das natürlich vergessen.

Grundsätzlich solltest Du pro Trade nicht mehr als max. 2% deines Depots riskiren (Besser wäre 1%). Das heisst auf ein 500'000 $ Konto kannst Du 5'000$ pro Trade riskieren. Wenn Du jetzt den Stop nur 80 Cents vom Kaufpreis entfernst und noch 20 Cents für Gebühren und Slippage dazurechnest (also 1$ Risiko pro Aktie) könntest Du 5000 Apple Aktien kaufen (ca. 625'000 $) ohne ein zu hohes Risiko zu fahren.

Diese Denkweise gilt es als Trader zu verinnerlichen. Das Risikomanagement bestimmt die Positionsgrösse! Und diese vorgehensweise sollte systematisch ablaufen und nicht nach Gefühl! Die Variation der Positionsgrösse nach diskretionärer Entscheidung ist übrigens einer der häufigsten Tradingfehler. Die Bedeutung der Positionsgrösse wird ebenfalls gerne unterschätzt!

Gruess

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

17.03.2008 08:09
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Tag eines Daytrader

Naja, irgendwann wirds jeden erwischen. Bei Schulthess wären das dann schon einige k's gewesen. Aber rein wahrscheinlichkeitstheoretisch gesehen sind solche Ereignisse enorm selten, wo man keine Chance hat noch vorher seine Titel abzustossen. Bisher bin ich damit gut gefahren.

Aber naja, wenn das nicht stimmen sollte, was ich gesagt habe über Daytrader, dann stimmt es halt nicht für die Allgemeinheit. Aber ich bin mir TOTSICHER, dass andere Daytrader exzessiv auf Margin spielen, wo auch immer sie können. Und ich habe von Daytradern gelesen, die damit enorm Kohle gemacht haben aber auch von solchen, die es dann einmal knallhart erwischt hat. Es gibt einfach keine Taktik, die erstens ENORM gewinnbringend ist und zweitens RISIKOARM ist. Da riskiert man halt schon einmal einne Verlust.

Und dass man meine Taktik nicht mit illiquiden Titeln anwenden sollte ist mir schon bewusst. Aber ich bin mir auch sicher, dass andere Daytrader auch manchmal 50% ihres Trading-Vermögens oder mehr in eine einzelne Aktie wie Apple stecken bzw. in enorm liquide Titel (theoretisch ist da kein Risiko dabei, wenn genug Liquidität vorhanden ist). Oder denkst du es gibt Daytrader mit Vermögen von über 500k, die dauernd nur mit 10k Apple kaufen und mit solche kleinen Beträgen versuchen Gewinne einzufahren. Da investiert man locker mal 250k in Apple um eine Marktschwankung Intraday auszunutzen.

Und noch etwas: Wer nicht auf Margin spielt, kann auch nicht im Margin-Call landen.

16.03.2008 21:10
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Tag eines Daytrader

@kruger

Sorry aber was Du verzapfst ist einfach ein riesen Müll. 99% deiner Sorte landen im Margin Call! Das ist nichts gegen Dich (bei Dir scheints ja mehr als gut zu funktionieren), aber ich will einfach nicht das jemand deinem Bsp. folgt und seine Kohle verliert. Vielleicht bist Du ja ein Ausnahmetalent und vielleicht wirds Dich schon Morgen richtig schlimm erwischen. Wer weiss?

Du tradest ja am liebsten illiquide Werte...ich behaupte der GAU wird Dich einmal hart treffen! Z. Bsp. Schultess (die Du ja gerne tradest): Ich hoffe Du warst nicht long als die Big Boys die Pakete auf den Markt rührten...wenn niemand mehr kaufen will kanns trotz Stopp ins Auge gehen.

Wünsche Dir viel Erfolg!

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

16.03.2008 20:09
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Tag eines Daytrader

In den ziemlich langen Semesterferien nutze ich die Grunst der Stunde und trade jeweils etwa drei Wochen lang voll durch. Und bisher hatte ich damit immer massiven Erfolg. Persönlich habe ich KEINE Ahnung von Wirtschaft. Aber ich sage jetzt etwas: Daytrading hat Gar nichts, aber auch gar nichts mit Wirtschaft zu tun, es hat mit reiner Logik zu tun. Und wie sieht denn mein Tag so aus während dieser drei Wochen (und ich denke der Tag von anderen Daytradern, die sich das zum Beruf gemacht haben sieht etwa ähnlich aus):

Ich stehe morgens um 8.45Uhr auf, lese kurz innerhalb von ca. 10 Minuten alle relevanten Nachrichten und News durch in Hinblick auf den Schweizer Aktienmarkt. Anschliessend trade ich dann von 9.00Uhr bis 11.30Uhr durch und nochmals nach Dow-Jones Eröffnung, also von 15.30Uhr bis 17.20Uhr. Die Positionsdauer ist enorm unterschiedlich, man darf sich da als Daytrader wirklich nicht festsetzten mit Regeln denke ich (obwohl es viele doch tun). Ein Trade ist mir jeweils ca. 50-70% meines Kontoguthabens wert. Was von brachialer Wichtigkeit für mich ist das strikte Schliessen von Positionen am Tagesende, das ist es ja gerade was einen Daytrader ausmacht.

Und ja, nach Handelsende wird egal ob der Tag übel war oder gut nicht mehr daran gedacht, anderen Aktivitäten nachgegangen und am nächsten Tag geht es dann wieder los.

Man darf sich den Gewinnverlauf überhaupt nicht geradlinig vorstellen. Die meisten Tage sind eher langweilig.

13.03.2008 23:15
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Tag eines Daytrader

Schau mal im Daytrading Thread. Dort hab ich alle arbeiten aufgeführt, die vor dem Open gemacht werden (sollten).

Hilfsmittel, Tools arbeite ich sehr einfach...nichts aufregendes.

ProRealtime (Dort kann ich Indikatoren einfügen und verändern bis sie mir gefallen)

Level 2 Orderbook...welches ich aber kaum verwende (frage mich manchmal wieso ich das überhaupt abonniert habe! :oops: ). Andererseit wenn ich nur 2x im Jahr einen Trade (und damit einen Verlust) nicht mache aufgrund des Orderbooks sind die Kosten schon raus.

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

13.03.2008 22:33
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God
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Würde mich auch wundernehmen, wie dies abläuft.

Hilfsmittel, Toos etc...

Alles ist möglich...

13.03.2008 10:28
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Tag eines Daytrader

Der profesionelle Einstieg birgt ein hohes psychologisches Risiko! Es ist nicht dasselbe an der Börse einen Zustupf zu verdienen, wie davon leben zu müssen! Wie arbeitest Du unter Druck?

PS: Erwartest Du wirklich das hier jemand genau seine Abrechnungen postet? Lol

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Konrad Adenauer

13.03.2008 09:52
Bild des Benutzers noah13
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Tag eines Daytrader

Mit welchen Software oder Broker arbeitest du? Verdienst du gut? Könntest du noch nicht davon Leben?

Ich setzte mich jetzt seit 3 Jahren mit der Börse auseinander. Mit Demo Kontos und auch richtigem Geld. Bisher nur in Aktien. Vor einem halben Jahr habe ich den Forex handel kennen gelernt. Ich habe mich sehr Intensiv damit beschäftigt und habe auch mit Demo Kontos gearbeitet. Ich bin mir jetzt am überlegen professionel in den Devisenhandel einzusteigen. Leider arbeite ich 100% und habe fast keine Zeit um nebenbei zu traden.

13.03.2008 09:43
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Tag eines Daytrader

noah13 wrote:

danke Jonny P

Du arbeitest zur Zeit noch als Angestellter? Wann hast du den Zeit zum Traden? Mit wieviel Geld hast du angefangen zum Traden? Was tradest du genau?

Jawohl Teilzeit.

Ich richte es mir möglichst so ein, dass ich die "nahrhaften" Stunden trade...also am Morgen das Open und evt. am Nachmittag US-Open...und desöftern noch am Abend (nur wenn ich Enzugserscheinungen habe Lol )

40'000 CHF

Praktisch alles!!! Soft-Commodities (Eher swing- bis positionstrading, Devisen, Indexe, Rohstoffe und manchmal auch Aktien.

Keine Warrants!!! Nur CFD's wenn der Future zu gross ist!

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

13.03.2008 09:34
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Tag eines Daytrader

danke Jonny P

Du arbeitest zur Zeit noch als Angestellter? Wann hast du den Zeit zum Traden? Mit wieviel Geld hast du angefangen zum Traden? Was tradest du genau?

13.03.2008 09:29
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Re: Tag eines Daytrader

noah13 wrote:

Hallo,

kann mir jemand einen Tag eines Daytrader beschreiben?

Das kann man nicht für allgemeinern! Da gibt es wohl unendlich viele Variationen! Es kommt auf die Strategie an! Der einte sitzt vielleicht 10 h am Stück am Schirm und einem anderen reichen 2h pro Tag.

noah13 wrote:

Die Personen die hier Daytrader sind, was haben Sie für Ausbildungen? Kann einer, der keine Bankausbildung hat überhaupt Daytrader werden, vorausgesetzt er setzt sich intensiv mit diesem Thema auseinander? ?

Eine Bankausbildung ist weder notwendig noch förderlich Wink

noah13 wrote:

Wo Arbeiten die Daytrader? Zuhause? ?

Die meisten wohl zuhause...es gibt aber auch einige professionelle die sich ein Büro zu traden mieten...hat den Vorteil, das man mehr Abstand zur Arbeit hat, wenn man zu Hause ist.

noah13 wrote:

Wie haben Sie den Wechsel vom Arbeitnehmer zum selbständigen Daytrader geplant?

Ich habe dies leider noch nicht vollzogen! Ich denke ein Jahr beständiger Erfolg sind das Minimum, bevor dieser Schritt in Erwägung gezogen wird.

noah13 wrote:

Noch ein paar Fragen zum Handel:

In welchen Zeitfenster handel Sie Devisen?

Ich handle den Einstieg oft im 30min. Ausstieg 5min

Gruess

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer