Uebernahmen

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19.02.2008 21:08
#1
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Uebernahmen

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Zürich (AWP/sda) - Der Baukonzern Implenia startet mit gut gefüllten Auftragsbüchern ins neue Jahr. Der Übernahmekampf mit dem Investor Laxey dürfte den Konzern auch 2008 weiterhin belasten. Im letzten Jahr hat Implenia dafür über 2 Mio CHF ausgegeben.

"Wir sind für das laufende Jahr sehr zuversichtlich", sagte

Implenia-Verwaltungsratspräsident Anton Affentranger am Dienstag an einer Telefonkonferenz. Zum Beginn des Jahres 2008 liege der Auftragsbestand bereits um 13,4% über dem Vorjahr.

Bei der Generalunternehmung sei der für das laufende Jahr budgetierte Umsatz praktisch bereits jetzt unter Dach, sagte Affentranger. Auch im Konzernbereich Infra liege der Auftragsbestand ebenfalls über 100 Mio CHF über dem

Vorjahreswert.

2007 hatte Implenia den Gewinn laut provisorischen Zahlen von 6,1 Mio auf 25,5 Mio CHF fast vervierfacht, wie der Baukonzern bereits am Samstag mitgeteilt hatte. Dies bei einem leicht gesunkenen Umsatz von 2,771 Mrd CHF. "Wir haben damit unsere Profitabilität stark erhöht", sagte Affentranger am Dienstag.

Auch 2008 stehen die Zeichen für ein gutes Resultat recht günstig. So werden Einmalkosten für die Fusion von Zschokke und Batigroup zur Implenia im laufenden Jahr wegfallen, sagte Affentranger. Dafür kämen die Synergien im Betrieb voll zum Tragen. Im laufenden Jahr werde es noch einmal weitere Fortschritte bei der Produktivität geben, sagte auch Konzernchef Christian Bubb. Allerdings dürften diese durch Lohnerhöhungen und durch Steigerungen bei den Materialpreisen wettgemacht werden, warnte er.

Wie hoch die Kosten im laufenden Jahr im Zusammenhang mit dem unerwünschten Übernahmeangebot durch Laxey sind, könne man derzeit nicht sagen, sagte der Verwaltungsratspräsident. Rückstellungen auch im Zusammenhang mit der juristischen Aufarbeitung habe Implenia aber keine gemacht.

Weiterhin zeigt sich die Implenia-Führung nicht bereit, die Laxey-Aktien im Aktienregister einzutragen und dem britischen Fonds damit die entsprechenden Stimmrechte zuzugestehen. Daran ändere sich auch nichts, wenn Laxey die Beteiligung von den zuletzt gemeldeten 34,1% inzwischen erhöht habe, sagte

Affentranger.

Der Implenia-Präsident zeigte sich weiter überzeugt, dass Laxey beim Aufbau ihrer Implenia-Beteiligung Meldepflichten umgangen habe. Einen Entscheid der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) dazu erwarte er bis Ende Februar.

mk

Was beinhaltet ein Uebernahmekampf eigentlich genau und warum werden damit imense Kosten verbunden, um die Uebernahme abzuwehren :?:

Wenn eine Firma wie Implenia das Gewinn vervierfacht oder versechsfacht, würde man meinen, die Aktie würde trotzdem raketenartig hochschiessen. Warum hat ein Uebernahmekampf einen so negativen Einfluss???

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Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

21.02.2008 08:03
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Uebernahmen

Wird der Plan aufgegeben, die Firma zu kaufen, sollte sich die Aktie weitgehend erholen. Das hängt einerseits von Kommunikation des Unternehmens ab und andererseits von den Anlegern, ob sie misstrauisch bleiben oder nicht.

Interessant ist dieser Link

http://de.wikipedia.org/wiki/Feindliche_%C3%9Cbernahme

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

21.02.2008 02:03
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Uebernahmen

Danke Elias. Sobald aber Anzeichen einer erfolgten Abwehr entstehen, erholt sich der Kurs rapide zur Ausgangslage wieder, oder wird er immer noch wegen den entstandenen Aufwandskosten oder weitere Uebernahmegefahren im Normalfall weiterhin unter Druck bleiben?

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

20.02.2008 13:28
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Re: Uebernahmen

Revinco wrote:

Warum hat ein Uebernahmekampf einen so negativen Einfluss???

Ich habe es unter ABB schon mehrfach angesprochen.

Dort wünschen sich auch viele, dass ABB ums verrecken eine andere Firma übernimmt.

Um es vereinfacht in wenigen Sätzen zusammenzufassen:

Es kommt auf die Umstände an.

Aber in aller Regel sinkt der Kurs der kaufenden Firma.

Ausser

- der Preis ist fair

- es entstehen keine Folgekosten

- die Integration ist nicht langwierig

- durch Synergien werden kosten eingespart

Ist es dann noch eine feindliche Übernahme, wird alles unternommen um dem Käufer die Suppe zu versalzen.

Am besten dadurch, dass der Kaufpreis in die Höhe getrieben wird.

Dass wirkt sich zusätzlich negativ auf den Aktienkurs aus.

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