Verkauf vor Dividendenausschüttung

9 Kommentare / 0 neu
28.04.2007 10:47
#1
Bild des Benutzers zuerihegel73
Offline
Kommentare: 468
Verkauf vor Dividendenausschüttung

Ich verkaufe regelmässig meine Aktien vor der Ausschüttung und kaufe danach (meistens) wieder. Dies mit dem einzigen Grund, auf die Dividende keine Einkommenssteuer bezahlen zu müssen. Nach der Ausschüttung kann ich zu einem tieferen Kurs wieder einsteigen und habe somit einen steuerfreien Kapitalgewinn.

Da ich kaum der Einzige bin, der von dieser Möglichkeit gebrauch macht, müssten doch die Kurse vor der Ausschüttung tendenziell fallen. Dies ist aber meistens gar nicht der Fall.

Die einzige für mich logische Begründung ist, dass die natürlichen Personen im Wertschriftenhandel so stark in der Minderheit sind, dass sie praktisch keinen Einfluss auf den Aktienkurs haben.

Wie seht ihr das?

Aufklappen
28.04.2007 13:35
Bild des Benutzers Piismaker
Offline
Kommentare: 630
Re: Verkauf vor Dividendenausschüttung

Vontobel wrote:

zuerihegel73 wrote:
Ich verkaufe regelmässig meine Aktien vor der Ausschüttung und kaufe danach (meistens) wieder. Dies mit dem einzigen Grund, auf die Dividende keine Einkommenssteuer bezahlen zu müssen. Nach der Ausschüttung kann ich zu einem tieferen Kurs wieder einsteigen und habe somit einen steuerfreien Kapitalgewinn.

Da ich kaum der Einzige bin, der von dieser Möglichkeit gebrauch macht, müssten doch die Kurse vor der Ausschüttung tendenziell fallen. Dies ist aber meistens gar nicht der Fall.

Die einzige für mich logische Begründung ist, dass die natürlichen Personen im Wertschriftenhandel so stark in der Minderheit sind, dass sie praktisch keinen Einfluss auf den Aktienkurs haben.

Wie seht ihr das?

Ich meine es ist klar, warum dies nicht viele machen. Logischerweise werden Grossaktionäre oder Langfristanleger kaum ihre Aktien vor Dividendenausschüttung verkaufen, denn sie glauben ja an das Langfristige Überleben der Firma. Würden alle so denken wie du, dann würden die Aktien bei Dividendenauszahlung um praktisch 100% einbrechen, weil ja jeder verkaufen will. Dies macht keinen Sinn.

Es gibt zudem viele Aktionäre bzw. Anleger, (vorallem ältere) welche mit den regelmässigen Dividenden ihren Lebensunterhalt bestreiten und auf eine Ausschüttung angewiesen sind.

Zudem vergisst du halt den eigentlichen Sinn des Aktien sparens. Eigentlich sollte man Aktien über Jahre behalten. Wenn man eine gute Nase hat, dann wird man zu günstigen Kursen in Firmen investieren, welche über einen längeren Zeitraum stark an Wert zulegen werden. Dabei wird die Dividende wohl eher im Hintergrund stehen.

Klar kannst du mit deiner Strategie "Steuern sparen". Doch meistens ist es so, dass Aktien nach der Dividendenauszahlung oft weniger stark sinken als die eigentliche Auszahlung (z.B werden 2.- ausbezahlt aber der Kurs sinkt nur um 1.50). Dies wird damit begründet, dass die Anleger langfristig an die Firma glauben und eine regelmässige Dividende als klaren Vertrauenbeweis wahrgenommen wird. Das Management bestätigt damit ihre Zuversicht über lange Zeit erfolgreich weiterzuarbeiten.

Und sind wir mal ehrlich. Den optimalen Ein- bzw. Ausstiegspunkt beim Aktienhandel wirst du nie finden. Wichtig ist, dass du relativ günstig kaufst, und die Aktie später teurer verkaufen kannst. Ob du nun noch etwas Steuern zahlen musst bei der Dividende ist doch im Prinzip egal. Die Dividende ist sowieso höher als die Steuer darauf... Smile

Sinn und Zweck der Dividende

Mit der Dividende entschädigt eine Firma die Aktionäre. Sie ist als Zins auf einem Kapital zu verstehen, welcher aber nicht zwingend entrichtet werden muss (Entscheid Management). Je nach Erfolgslage der Unternehmung wird die Dividende angepasst. Eine regelmässige Dividende weisst auf eine solide Unternehmung hin. Die Regelmässigkeit der Dividendenauszahlung zeigt die finanzielle Stärke einer Unternehmung wobei auch hier bedenkt werden muss, dass eine Firma auch in schlechten Zeiten eine Dividende auszahlen kann und somit auch gewisse "Manipulationen" möglich sind (es wird der Eindruck erweckt, dass die Firma immer Gewinne schreibt).

Wenn eine Dividende erhöht wird, dann ist dies sehr positiv aufzufassen, denn damit bestätigt das Management, dass sie daran glauben, dass die Firma ihre Gewinne steigern kann & die Geschäfte gut laufen. Mit dem erhöhen einer Dividende setzt sich das Management zusätzlich unter Druck, denn sie wissen genau, dass sie das neue Ausschüttungslevel unbedingt halten müssen. Eine Kürzung kommt immer sehr schlecht an bei den Anlegern. Eine Kürzung weist auf einen schlechten Geschäftsgang hin.

Dividenden und Steuern

Ich meine klar, niemand bezahlt gerne Steuern. Doch diese müssen nunmal bezahlt werden. Da kommt man nicht dran vorbei. Ich persönlich sage mir einfach, okey, wenn ich z.B 5 Franken pro Aktie kriege und darauf 1 Stutz Steuern bezahlen muss, dann nehme ich lieber diese 4 Franken als gar kein Geld...

Solche Spielchen mit "Ich verkaufe vorher damit ich nicht bezahlen muss..." sind meiner Meinung nach nicht unbedingt sinnvoll (hin- und her macht Taschen leer).

Anlegen grundsätzlich

Wer seine Anlagen gut überdenkt und sich Zeit nimmt & Geduld hat, dem müssen die Steuern zwangsmässig nicht gross was ausmachen, denn der erwirtschaftete Ertrag wird um einiges höher sein.

Hinweis

Bevor man versucht 5 Stutz steuern zu sparen...sollte man sich besser überlegen wo man den ganzen schönen Tag lang sein Geld aus dem Fenster wirft. Sind Raucher hier im Forum? Biggrin

Toller Beitrag! Sehe ich genau so. Vor allem der Spruch hin und macht Taschen leer, kommt hier sicherlich zur Geltung.

Und wenn man immer vor der Dividendenausschützung die Position glattstellt, ist die erreichte Performance schon wieder im Eimer und man beginnt dann wieder von neuem...

Ich bin Raucher, und ne Packung kostet leider schon mehr als 5 Stutz. Darum nehm ich auch gern eine Dividende Wink

2 x 2 gibt niemals 4, sondern 5 - 1

28.04.2007 13:08
Bild des Benutzers Vontobel
Offline
Kommentare: 5686
Re: Verkauf vor Dividendenausschüttung

zuerihegel73 wrote:

Ich verkaufe regelmässig meine Aktien vor der Ausschüttung und kaufe danach (meistens) wieder. Dies mit dem einzigen Grund, auf die Dividende keine Einkommenssteuer bezahlen zu müssen. Nach der Ausschüttung kann ich zu einem tieferen Kurs wieder einsteigen und habe somit einen steuerfreien Kapitalgewinn.

Da ich kaum der Einzige bin, der von dieser Möglichkeit gebrauch macht, müssten doch die Kurse vor der Ausschüttung tendenziell fallen. Dies ist aber meistens gar nicht der Fall.

Die einzige für mich logische Begründung ist, dass die natürlichen Personen im Wertschriftenhandel so stark in der Minderheit sind, dass sie praktisch keinen Einfluss auf den Aktienkurs haben.

Wie seht ihr das?

Ich meine es ist klar, warum dies nicht viele machen. Logischerweise werden Grossaktionäre oder Langfristanleger kaum ihre Aktien vor Dividendenausschüttung verkaufen, denn sie glauben ja an das Langfristige Überleben der Firma. Würden alle so denken wie du, dann würden die Aktien bei Dividendenauszahlung um praktisch 100% einbrechen, weil ja jeder verkaufen will. Dies macht keinen Sinn.

Es gibt zudem viele Aktionäre bzw. Anleger, (vorallem ältere) welche mit den regelmässigen Dividenden ihren Lebensunterhalt bestreiten und auf eine Ausschüttung angewiesen sind.

Zudem vergisst du halt den eigentlichen Sinn des Aktien sparens. Eigentlich sollte man Aktien über Jahre behalten. Wenn man eine gute Nase hat, dann wird man zu günstigen Kursen in Firmen investieren, welche über einen längeren Zeitraum stark an Wert zulegen werden. Dabei wird die Dividende wohl eher im Hintergrund stehen.

Klar kannst du mit deiner Strategie "Steuern sparen". Doch meistens ist es so, dass Aktien nach der Dividendenauszahlung oft weniger stark sinken als die eigentliche Auszahlung (z.B werden 2.- ausbezahlt aber der Kurs sinkt nur um 1.50). Dies wird damit begründet, dass die Anleger langfristig an die Firma glauben und eine regelmässige Dividende als klaren Vertrauenbeweis wahrgenommen wird. Das Management bestätigt damit ihre Zuversicht über lange Zeit erfolgreich weiterzuarbeiten.

Und sind wir mal ehrlich. Den optimalen Ein- bzw. Ausstiegspunkt beim Aktienhandel wirst du nie finden. Wichtig ist, dass du relativ günstig kaufst, und die Aktie später teurer verkaufen kannst. Ob du nun noch etwas Steuern zahlen musst bei der Dividende ist doch im Prinzip egal. Die Dividende ist sowieso höher als die Steuer darauf... Smile

Sinn und Zweck der Dividende

Mit der Dividende entschädigt eine Firma die Aktionäre. Sie ist als Zins auf einem Kapital zu verstehen, welcher aber nicht zwingend entrichtet werden muss (Entscheid Management). Je nach Erfolgslage der Unternehmung wird die Dividende angepasst. Eine regelmässige Dividende weisst auf eine solide Unternehmung hin. Die Regelmässigkeit der Dividendenauszahlung zeigt die finanzielle Stärke einer Unternehmung wobei auch hier bedenkt werden muss, dass eine Firma auch in schlechten Zeiten eine Dividende auszahlen kann und somit auch gewisse "Manipulationen" möglich sind (es wird der Eindruck erweckt, dass die Firma immer Gewinne schreibt).

Wenn eine Dividende erhöht wird, dann ist dies sehr positiv aufzufassen, denn damit bestätigt das Management, dass sie daran glauben, dass die Firma ihre Gewinne steigern kann & die Geschäfte gut laufen. Mit dem erhöhen einer Dividende setzt sich das Management zusätzlich unter Druck, denn sie wissen genau, dass sie das neue Ausschüttungslevel unbedingt halten müssen. Eine Kürzung kommt immer sehr schlecht an bei den Anlegern. Eine Kürzung weist auf einen schlechten Geschäftsgang hin.

Dividenden und Steuern

Ich meine klar, niemand bezahlt gerne Steuern. Doch diese müssen nunmal bezahlt werden. Da kommt man nicht dran vorbei. Ich persönlich sage mir einfach, okey, wenn ich z.B 5 Franken pro Aktie kriege und darauf 1 Stutz Steuern bezahlen muss, dann nehme ich lieber diese 4 Franken als gar kein Geld...

Solche Spielchen mit "Ich verkaufe vorher damit ich nicht bezahlen muss..." sind meiner Meinung nach nicht unbedingt sinnvoll (hin- und her macht Taschen leer).

Anlegen grundsätzlich

Wer seine Anlagen gut überdenkt und sich Zeit nimmt & Geduld hat, dem müssen die Steuern zwangsmässig nicht gross was ausmachen, denn der erwirtschaftete Ertrag wird um einiges höher sein.

Hinweis

Bevor man versucht 5 Stutz steuern zu sparen...sollte man sich besser überlegen wo man den ganzen schönen Tag lang sein Geld aus dem Fenster wirft. Sind Raucher hier im Forum? Biggrin

Ich weiß, dass ich nichts weiß!



www.starmind.com - Know-How Trading

www.pvi.ch - currently inactive

www.payoff.ch - ALL ABOUT DERIVATIVE INVESTMENTS

28.04.2007 12:20
Bild des Benutzers Elias
Offline
Kommentare: 16250
Verkauf vor Dividendenausschüttung

Speedy3 wrote:

Vermutung oder Wissen, das ist hier die Frage?

Gibt es es ein Papier wo dies geregelt ist?

Das Thema wurde auch schon abgehandelt

http://board.cash.ch/bb/viewtopic.php?t=668&highlight=optionen+dividenden

Die voraussichtliche Dividende ist eingerechnet

Es gibt auch im Internet viele Beiträge dazu:

http://de.wikipedia.org/wiki/Option_(Wirtschaft)

Untermenu: Bewertung und Optimale Ausübung

Bewertung

Einflussgrößen

Der Preis einer Option hängt zum einen von ihren Ausstattungsmerkmalen ab, hier

* der aktuelle Preis des Basiswerts,

* der Ausübungspreis,

* die Restlaufzeit bis zum Ausübungsdatum,

zum anderen von dem zugrunde gelegten Modell für die zukünftige Entwicklung des Basiswertes und anderer Marktparameter. Unter dem Black-Scholes-Modell sind die weiteren Einflussgrößen

* die Volatilität des Basiswerts,

* der risikofreie, kurzfristige Zinssatz am Markt,

* erwartete Dividendenzahlungen innerhalb der Lebenszeit.

Optimale Ausübung

Amerikanische Optionen lassen sich zu mehreren Zeitpunkten ausüben. Das Ausübungsverhalten wird beeinflusst von den Faktoren Zinsen auf Basispreis, einen Flexibilitätseffekt und die Dividende. Zu differenzieren ist nach Calls und Puts.

Ein positiver Effekt bedeutet, dass ausgeübt werden soll, ein negativer Effekt, dass es lohnender ist abzuwarten.

Bei Zinsen auf den Basispreis ist der Effekt auf Calls negativ, auf Puts dagegen positiv. Der Flexibilitätseffekt wirkt sowohl negativ auf Calls wie auch auf Puts. Das Dividendenereignis hat einen positiven Effekt auf Calls, jedoch einen negativen auf Puts.

Dividenden

* Wird keine Dividende gezahlt, so ist die Ausübung eines Calls am Ende der Laufzeit immer optimal.

* Bei Dividendenzahlung ist das Abwarten bis zum Endtermin für Puts weiterhin optimal. Jedoch werden nach der Zahlung einer Dividende Calls nie ausgeübt.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

28.04.2007 11:59
Bild des Benutzers zuerihegel73
Offline
Kommentare: 468
Verkauf vor Dividendenausschüttung

Speedy3 wrote:

Vermutung oder Wissen, das ist hier die Frage?

Gibt es es ein Papier wo dies geregelt ist?

Ich habe die Put-Option RUKHL. Bei der Dividenenzahlung am 25.04.07 hat sich der Ausübungspreis nicht verändert. Und der Preis der Option auch praktisch nicht, obwohl der Kurs aufgrund der Ausschüttung 3% sank.

Dies ist wohl ein Beweis, dass es so ist. Aber etwas Schriftliches (Regelung) kann ich dir nicht geben. Sorry.

28.04.2007 11:50
Bild des Benutzers Speedy3
Offline
Kommentare: 2453
Verkauf vor Dividendenausschüttung

Vermutung oder Wissen, das ist hier die Frage?

Gibt es es ein Papier wo dies geregelt ist?

28.04.2007 11:44
Bild des Benutzers zuerihegel73
Offline
Kommentare: 468
Re: Bewertung Warrants vor Dividendenauszahlungen

Speedy3 wrote:

Wie ist eigentlich die Bewertung Warrants vor Dividendenauszahlungen?

quote]

Ich denke, du hast recht. Die Anleger wissen von der zukünftigen Ausschüttung und somit ist diese schon im Preis enthalten.

28.04.2007 11:27
Bild des Benutzers Speedy3
Offline
Kommentare: 2453
Bewertung Warrants vor Dividendenauszahlungen

Wie ist eigentlich die Bewertung Warrants vor Dividendenauszahlungen?

Sehe ich dies so richtig:

Wenn man weiss, dass eine grössere Dividendenauszahlung

stattfindet, wäre es einfach mit einem Put Gewinn einzufahren.

Darum ist es wahrscheinlich dass die Bewertung des Puts

bereinigt wird, will heissen ist die Dividende z.B. 5Fr, der

Kurs des Basispreises also 5 Fr sinkt, bleibt der Put im selben

wert, obwohl der Kurs stark sinkt.

Oder anders, ist die Dividende 5 Fr, der Kurs des Basispreises

sinkt nur 2.50Fr, wäre dies also bereinigt ein Anstieg des Kurs,

darum verliert der Wert des Puts, obwohl der Kurs des Basispreises

gesunken ist.

Wie seht ihr dies?

28.04.2007 11:01
Bild des Benutzers spion
Offline
Kommentare: 202
Verkauf vor Dividendenausschüttung

Jeder Aktionär hat seine eigene Strategi. Wenn ein Aktionär "nur" 10 Aktien einer Firma hält. Hätte er/sie die höheren Bankspesen weder wenn er die 35% Verrechnungssteuern bezahlt und diese ende Jahr an der Steuererklärung deklariert.

Ein Beispiel:

1. ABB (bezahlt 0.24)

Also hättest du 2.40 Franken gespart jedoch je nach Bank 18-? Spesen-> Also ein negativ Geschäft

2. Swisscom (bezahlt 17.-)

Also hättest du 170.- Franken gespart jedoch je nach Bank 18-? Spesen-> Also ein positives Geschäft mit mehraufwand

Wenn du jedoch eine genügend Grosse Anzahl Aktien besitzt kannst du natürlich immer solche spielereine treiben.

Oder sehe ich das falsch? Bin kein Finanzfachmann komme von der Baubranche. Vielleicht könnte uns da Vontobel oder sonst ein Bänkler eine plausible Antwort geben.

An der Börse kannst du "nur" 100% verlieren, aber ein vielfaches gewinnen.