Verrechnungssteuer: wie, was und wo

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Pomchipz
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Im Forum ist eine längere Diskussion im Gange, wofür die Verrechnungssteuer (VSt) sei und wo das Geld am Schluss hinfliesst.

Meiner Meinung nach ist die VSt wegen dem Bankgeheimnis eingeführt worden. Ohne VSt hat der Staat ja keine Chance zu ermitteln, was alles so auf den Bankkonti liegt und wieviel Ertrag das Geld abwirft.

Die VSt wird ja auf Zins- und Dividenden-Erträgen erhoben, ist somit eine vorgezogene Einkommenssteuer, die bei Deklaration zurückgefordert werden können. Mit der Deklaration ist der Steuerbehörde bekannt, welche Konti vorhanden sind und so können sie die Kontoabschlüsse einfordern, auf denen Erträge und Vermögen ersichtlich sind.

Da der Grossteil der Steuerzahler weniger als 35% Steuern auf ihr Einkommen zahlen, lohnt es sich für die meisten stuerlich, die VSt zurückzufordern.

Nebenbei: Die Nichtangabe von Vermögen gilt als Steuerhinterziehung. Allerdings ist das in der CH schon fast ein Kavaliersdelikt, denn es gibt die Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug. Als Hinterziehung gilt die "vergessene" Angabe von Vermögen und wird deutlich milder bestraft als Betrug, d.h. die Fälschung von Steuerbelegen.

bvg75
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Re: Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Pomchipz wrote:

Im Forum ist eine längere Diskussion im Gange, wofür die Verrechnungssteuer (VSt) sei und wo das Geld am Schluss hinfliesst.

Meiner Meinung nach ist die VSt wegen dem Bankgeheimnis eingeführt worden. Ohne VSt hat der Staat ja keine Chance zu ermitteln, was alles so auf den Bankkonti liegt und wieviel Ertrag das Geld abwirft.

Die VSt wird ja auf Zins- und Dividenden-Erträgen erhoben, ist somit eine vorgezogene Einkommenssteuer, die bei Deklaration zurückgefordert werden können. Mit der Deklaration ist der Steuerbehörde bekannt, welche Konti vorhanden sind und so können sie die Kontoabschlüsse einfordern, auf denen Erträge und Vermögen ersichtlich sind.

Da der Grossteil der Steuerzahler weniger als 35% Steuern auf ihr Einkommen zahlen, lohnt es sich für die meisten stuerlich, die VSt zurückzufordern.

Nebenbei: Die Nichtangabe von Vermögen gilt als Steuerhinterziehung. Allerdings ist das in der CH schon fast ein Kavaliersdelikt, denn es gibt die Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug. Als Hinterziehung gilt die "vergessene" Angabe von Vermögen und wird deutlich milder bestraft als Betrug, d.h. die Fälschung von Steuerbelegen.

Diese Erklärung finde ich sehr gut und kann gerne so stehen gelassen werden!

Und auch wenn rein theoretisch das "Vergessen" von Vermögensdeklaration als Steuerhinterziehung gelten mag, so ist es juristisch gar nicht durchsetzbar, da wegen dem Bankgeheimnis nie jemand herausfinden wird bzw. kann, wer wie viel auf seinem Konto hat! Daher bewegt sich das Ganze in der Grauzone und wird als Schlupfloch betrachtet! Smile

Pomchipz
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Re: Verrechnungssteuer: wie, was und wo

bvg75 wrote:

...Und auch wenn rein theoretisch das "Vergessen" von Vermögensdeklaration als Steuerhinterziehung gelten mag, so ist es juristisch gar nicht durchsetzbar, da wegen dem Bankgeheimnis nie jemand herausfinden wird bzw. kann, wer wie viel auf seinem Konto hat! Daher bewegt sich das Ganze in der Grauzone und wird als Schlupfloch betrachtet! Smile

Da wäre ich vorsichtig! Steuerbeamte sind auch nicht die dümmsten. Plötzlich erfahren sie etwas von dem Konto durch einen Zufall (z.B. eine Transaktion, Scheidung, Erbsache), dann kannst du nicht einfach damit kommen, das Konto sei vor einem Monat eröffnet worden. Die wollen dann jeden Beleg sehen. Aber ohne diesen Zufall erfahren sie nichts.

Das ist wie beim Autofahren: Wenn ich 180 fahre, ist das auch nicht Grauzone nur weil ich nicht geblitzt werde.

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omega
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Re: Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Pomchipz wrote:

Da der Grossteil der Steuerzahler weniger als 35% Steuern auf ihr Einkommen zahlen, lohnt es sich für die meisten stuerlich, die VSt zurückzufordern.

Stimmt diese Aussage? Wäre mir da nicht ganz sicher.

Was betrachtest du als Einkommen? Brutto, Netto, Einkommen nach Abzügen?

Und was hat das Einkommen mit den 35% Verrechnungssteuern zu tun die vom Vermögen berechnet werden?

bvg75
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Re: Verrechnungssteuer: wie, was und wo

omega wrote:

Pomchipz wrote:

Da der Grossteil der Steuerzahler weniger als 35% Steuern auf ihr Einkommen zahlen, lohnt es sich für die meisten stuerlich, die VSt zurückzufordern.

Stimmt diese Aussage? Wäre mir da nicht ganz sicher.

Was betrachtest du als Einkommen? Brutto, Netto, Einkommen nach Abzügen?

Und was hat das Einkommen mit den 35% Verrechnungssteuern zu tun die vom Vermögen berechnet werden?

Diese Aussage stimmt schon. Denn wenn du annimmst, dass du 1000 Franken Zins hast, so werden dir ja 350 Franken an VST abgezogen.

Gibst du den Zins nicht an, verlierst du diese 350 Franken.

Gibst du den Zins an, so musst du zwar auf die deklarierten 1000 Franken deine Einkommenssteuer verrichten. Doch diese ist erst ab sehr hohen Einkommen so hoch wie die 350 Franken (bzw. 35%), die dir abgezogen wurden!

Nehmen wir an, dein Steuersatz beträgt 20%. So würdest du auf diese 1000 Franken deren 200 Franken an zusätzlicher Steuer bezahlen. Du bekommst aber die 350 VST wieder zurück. Also hast du 150 Franken oder eben 15% vorwärts gemacht!

Um auf einen Steuersatz von 35% zu kommen (also dass der zurückerstatte Betrag gleich hoch ist wie der Betrag, den du deswegen mehr bezahlen musst) müsstesst du in einer durchschnittlichen Gemeinde im Kanton Zürich rund eine Million Franken an steurbarem Einkommen haben! Alles, was darunter liegt, bringt dir eine Steuerersparnis!

Für uns "normalverdiener" ist das Rückfordern von VST in jedem Fall ein Gewinn-Geschäft!

Pomchipz
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Re: Verrechnungssteuer: wie, was und wo

omega wrote:

Pomchipz wrote:
Da der Grossteil der Steuerzahler weniger als 35% Steuern auf ihr Einkommen zahlen, lohnt es sich für die meisten stuerlich, die VSt zurückzufordern.

Stimmt diese Aussage? Wäre mir da nicht ganz sicher.

Was betrachtest du als Einkommen? Brutto, Netto, Einkommen nach Abzügen?

Und was hat das Einkommen mit den 35% Verrechnungssteuern zu tun die vom Vermögen berechnet werden?

Ich gehe vom steuerbaren Einkommen aus. Hier mal ein konkretes Beispiel (kann das gerade für meine Weiterbildung brauchen :roll:

Steuerbares Einkommen: 100'000

Steuertarif: Grundtarif (bei Verheirateten ist der Steuersatz tiefer)

Bundessteuer: 3.14% = 3'140

Einfache Staatssteuer ZH: 6.535% = 6'535

Steuerfuss total je nach Gemeinde: ca. 180% - 235%

Staatssteuer total: ca. 11'760 - 15'360

Gesamte Steuern (günstige Gemeinde): 14'900 = 14.90%

Gesamte Steuern (teure Gemeinde): 18'500 = 18.50%

Bei einem steuerbaren Einkommen von 1 Mio. kommt man auf ca. 32% - 40%.

BVG75 liegt als mit der Schätzung recht gut. Wink

Da die VSt vom Einkommen (Zinsen, Dividenden) und nicht vom Vermögen (Kontoguthaben, Depotbestand) berechnet werden, fährt man etwa bis zu einem steuerbaren Einkommen von 1 Mio. (bei Verheirateten noch mehr) besser, wenn man die 35% der VSt zurückfordert.

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Pomchipz
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Sorry, kleiner Fehler

Mir ist bei der Berechnung oben ein Fehler unterlaufen.

Die Berechnung der Steuern und der Steuersätze stimmt meiner Ansicht nach.

Aber für das VSt-Problem ist nicht der Steuersatz massgebend, sondern der Grenz-Steuersatz (wichtiger Unterschied!)

Der Grenz-Steuersatz beträgt im obigen Beispiel 8.8% (Bundessteuer) und 10% (einfache Staatssteuer; also 18% bis 23.5% je nach Gemeinde)

Angenommen man hat ein steuerbares Einkommen von 100'000 und nun ist da ein Konto mit 100.- Zinsertrag. Wenn man das Konto auch noch versteuert um die 35.- VSt rückfordern zu können bezahlt man für die 100.- Zins 26.80 (8.80 + 18.-) bis 32.30 (8.80 + 23.50) zusätzliche Steuern.

Also in der "Steuerhölle" bezahlt man bereits ab einem steuerbaren Einkommen von 130'000.- 35.- Steuern um 35.- VSt rückfordern zu können.

In einer "Steueroase" beträgt der max. Grenz-Steuersatz hingegen ziemlich genau 35%. Also auch für Herr Vasella würde es sich steuerlich nicht lohnen, Zins- und Dividenden-Erträge mit VSt nicht anzugeben.

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omega
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Ich danke für die Aufklärung.

Gitane
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Könnte es nicht auch sein, dass es bei der Verrechnungssteuer auch um eine Motivationserhöhung geht, sein ganzes Vermögen zu deklarieren ?

Wenn man die Verrechnungssteuer auf einem Vermögensertrag zurückfordern will, muss man ja wahrscheinlich auch das zugrundeliegende Vermögen ausweisen.

In der Schweiz ist das ja noch ziemlich undurchsichtig gelöst, von wegen Bankgeheimnis, Steuerhinterziehung bzw. -betrug.

Ich hab's jetzt nicht durchgerechnet aber ich denke ab einigen Mio. Vermögen könnte es sich schon lohnen, auf die Rückerstattung zu verzichten, dafür keine Vermögenssteuer zu bezahlen weil man das einfach nur vergessen hat anzugeben (=Sterhinterziehung = Kavaliersdelikt ohne Strafrechtliche folgen)

Wer andern eine selbst hinein !

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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Gitane wrote:

Könnte es nicht auch sein, dass es bei der Verrechnungssteuer auch um eine Motivationserhöhung geht, sein ganzes Vermögen zu deklarieren ?

Wenn man die Verrechnungssteuer auf einem Vermögensertrag zurückfordern will, muss man ja wahrscheinlich auch das zugrundeliegende Vermögen ausweisen.

In der Schweiz ist das ja noch ziemlich undurchsichtig gelöst, von wegen Bankgeheimnis, Steuerhinterziehung bzw. -betrug.

Ich hab's jetzt nicht durchgerechnet aber ich denke ab einigen Mio. Vermögen könnte es sich schon lohnen, auf die Rückerstattung zu verzichten, dafür keine Vermögenssteuer zu bezahlen weil man das einfach nur vergessen hat anzugeben (=Sterhinterziehung = Kavaliersdelikt ohne Strafrechtliche folgen)

Ja, natürlich ist die Idee dahinter, dass das vollständige Vermögen angebenen werden muss. Und ich gehe mit dir einig, dass es sich bei Millionären und Milliardären durchaus rechnen kann, die Vermögenswerte nicht zu deklarieren und auf die VST zu verzichten. Aber vermutlich nur dann, wenn die Vermögenswerte mehrheitlich Zins- und Dividendenlos sind. Also Beispielsweise dividendenlose Aktien, aber auch Schmuck, Kunstobjekte, Fahrzeuge etc. Oder eben, wenn das steuerbare Einkommen so hoch ist, dass die Rechnung nicht mehr aufgeht.

Ein Millionär, der aber eine grosse Summe an Dividenden einstreicht, für den lohnt es sich wohl schon eher! Oder wer ausschliesslich vom Zins lebt und über gar kein Einkommen verfügt, für den ist der Fall eh klar! Smile

Man muss es von Fall zu Fall durchrechnen. Kommt ja auch auf Wohngemeinde und Kanton drauf an...

Mustang.
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Frage

Ich habe hier noch eine anschliessende Frage.

Nehmen wir mal an ein Schweizer lebt im Ausland (um genauer zu sein in einem Land das kein Doppelbesteuerungsabkommen mit der CH hat). Er hat sein Geld in Aktien investiert und lebt von den Dividenden.

Wie verhält es sich hier mit der Verrechnungssteuer? Ist diese verloren oder kann man die zurückfordern?

Elias
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

@Mustang

Wieso solltest du sie nicht zurückfordern können? Du zahlst ja weiterhin Steuern in der Schweiz, und die 35% sind ja kein Geschenk an den Staat, also kein direktes Lol , sondern gelten nur zur Überprüfung des Vermögens. Deshalb kannst du sie unter allen Umständen wieder einfordern. Der Staat lehnt die 35% zweckmässig nur aus! Wink

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Dakytrader wrote:

Wieso solltest du sie nicht zurückfordern können? Du zahlst ja weiterhin Steuern in der Schweiz,...

Wenn er im Ausland lebt, zahlt er dort Steuern und nicht in der Schweiz und wie ich es sehe, ist dann die Verrechnungssteuer futsch. So ging es mir auch 20 Jahre lang.

Gruss

fritz

Dakytrader
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Wenn du in der Schweiz angemeldet bist, und dir irgendwelche Beträge abgezogen werden, dann sollten die auch logischerweise wieder eingefordert werden können. Oder sonst werden dir die 35% nicht abgezogen. Eine Logik müsste es da schon geben. Wenn du in der Schweiz nichts mehr zahlen solltest, so musst du es in deiner neuen Heimat tun. Die Schweiz zieht dir die 35% wegen der Überprüfung des Vermögens ab. Damit es richtig besteuert werden kann. Was für einen Grund hätte der Staat sonst, wenn du nicht hier lebst? Bürger die hier leben können die 35% einfordern, und allen anderen wird die 35% VST einfach so entnommen. Irgendwie unlogisch nicht?

Quote:

Wenn er im Ausland lebt, zahlt er dort Steuern und nicht in der Schweiz und wie ich es sehe, ist dann die Verrechnungssteuer futsch. So ging es mir auch 20 Jahre lang.

Könnten wir da etwas näher eingehen? Musstest du gar nichts mehr in der Schweiz abliefern? Warst du noch abgemeldet? Hast du die Zinsen in dem anderen Land angegeben?

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fritz.
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Dakytrader wrote:

Oder sonst werden dir die 35% nicht abgezogen.

Davon habe ich auch mal geträumt.

Dakytrader wrote:

Quote:
Wenn er im Ausland lebt, zahlt er dort Steuern und nicht in der Schweiz und wie ich es sehe, ist dann die Verrechnungssteuer futsch. So ging es mir auch 20 Jahre lang.

Könnten wir da etwas näher eingehen? Musstest du gar nichts mehr in der Schweiz abliefern? Warst du noch abgemeldet? Hast du die Zinsen in dem anderen Land angegeben?

Ich habe im Ausland gelebt und dort Steuern bezahlt, natürlich war ich dann in der Schweiz nicht mehr gemeldet. Die Verrechnungssteuer in der Schweiz musste ich trotzdem bezahlen. So läuft das in unserem Rechtsstaat.

Übrigens habe ich damals auch lange AHV, etc. bezahlt, weil ich bei einer Schweizer Firma angestellt war. Diese Jahre zählen aber nicht als Beitragsjahre!!

Gruss

fritz

Dakytrader
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Quote:

Übrigens habe ich damals auch lange AHV, etc. bezahlt, weil ich bei einer Schweizer Firma angestellt war. Diese Jahre zählen aber nicht als Beitragsjahre!!

Wie meinst du das? Du hast ja die AHV trotzdem weiterhin bezahlt...

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Dakytrader
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Dieser Aussage zu Folge, hat Fritz Recht:

Quote:

Die Verrechnungssteuer wird vom inländischen Schuldner der Leistung auf Gewinnausschüttungen, Ausschüttungen von kollektiven Kapitalanlagen und Zinsen aus Obligationen und Bankguthaben erhoben (Art. 4 des Verrechnungssteuergesetzes; SR 642.21). Die Erhebung erfolgt grundsätzlich unabhängig vom Empfänger der Leistung. Für den im Inland ansässigen steuerehrlichen Empfänger hat die Verrechnungssteuer lediglich Sicherungscharakter. Diese wird ihm, bei entsprechender Deklaration der Erträge, vollumfänglich zurückerstattet bzw. an den Einkommenssteuerbetrag angerechnet. Ist der Empfänger im Ausland ansässig, so hat die Verrechnungssteuer den Charakter einer definitiven Besteuerung, es sei denn, ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) schränke das schweizerische Besteuerungsrecht ein. Besteht ein DBA, kann der ausländische Empfänger die Verrechnungssteuer ganz oder teilweise zurückfordern und eine allenfalls verbleibende Steuer in seinem Ansässigkeitsstaat an die dort erhobene Steuer anrechnen. Die betroffenen Einkünfte unterliegen folglich dem Grundsatz nach einer ähnlichen Besteuerung, wie wenn die im DBA-Ausland ansässige Person entsprechende Einkünfte aus ihrem Ansässigkeitsstaat vereinnahmt hätte.

Für mich macht das allerdings keinen Sinn, da wird den ausländischen Steuerbetrügern sogar der rote Teppich ausgerollt... :roll:

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Dakytrader
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Dieser Aussage zu Folge, hat Fritz Recht:

Quote:

Die Verrechnungssteuer wird vom inländischen Schuldner der Leistung auf Gewinnausschüttungen, Ausschüttungen von kollektiven Kapitalanlagen und Zinsen aus Obligationen und Bankguthaben erhoben (Art. 4 des Verrechnungssteuergesetzes; SR 642.21). Die Erhebung erfolgt grundsätzlich unabhängig vom Empfänger der Leistung. Für den im Inland ansässigen steuerehrlichen Empfänger hat die Verrechnungssteuer lediglich Sicherungscharakter. Diese wird ihm, bei entsprechender Deklaration der Erträge, vollumfänglich zurückerstattet bzw. an den Einkommenssteuerbetrag angerechnet. Ist der Empfänger im Ausland ansässig, so hat die Verrechnungssteuer den Charakter einer definitiven Besteuerung, es sei denn, ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) schränke das schweizerische Besteuerungsrecht ein. Besteht ein DBA, kann der ausländische Empfänger die Verrechnungssteuer ganz oder teilweise zurückfordern und eine allenfalls verbleibende Steuer in seinem Ansässigkeitsstaat an die dort erhobene Steuer anrechnen. Die betroffenen Einkünfte unterliegen folglich dem Grundsatz nach einer ähnlichen Besteuerung, wie wenn die im DBA-Ausland ansässige Person entsprechende Einkünfte aus ihrem Ansässigkeitsstaat vereinnahmt hätte.

Für mich macht das allerdings keinen Sinn, da wird den ausländischen Steuerbetrügern sogar der rote Teppich ausgerollt... :roll:

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Dakytrader wrote:

Quote:
Übrigens habe ich damals auch lange AHV, etc. bezahlt, weil ich bei einer Schweizer Firma angestellt war. Diese Jahre zählen aber nicht als Beitragsjahre!!

Wie meinst du das? Du hast ja die AHV trotzdem weiterhin bezahlt...

Ich meine das genauso, wie ich es geschrieben habe. Wenn ich im Ausland lebe, muss ich (wenn ich keine Ausfalljahre haben will) bei der Auslandschweizer-AHV einzahlen (was ich aufgrund einer Fehlinformation nicht gemacht habe). Diese Beiträge werden als Beitragsjahre angerechnet.

Wenn ich gleichzeitig bei einer Schweizer Firma angestellt bin, dann werden mir die AHV-Beiträge auch vom Lohn abgezogen - diese zählen aber nicht als Beitragsjahre.

Gruss

fritz

fritz.
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Dakytrader wrote:

...da wird den ausländischen Steuerbetrügern sogar der rote Teppich ausgerollt... :roll:

Jackpot! Welcome to Switzerland!!!

Das ändert sich aber jetzt.

Gruss

fritz

Dakytrader
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Quote:

Ich meine das genauso, wie ich es geschrieben habe. Wenn ich im Ausland lebe, muss ich (wenn ich keine Ausfalljahre haben will) bei der Auslandschweizer-AHV einzahlen (was ich aufgrund einer Fehlinformation nicht gemacht habe). Diese Beiträge werden als Beitragsjahre angerechnet.

Da bin ich ja beruhigt, so hab ich das nämlich auch verstanden. War nur etwas verwirrt, da du sagtest, die AHV hättest du bezahlt, aber sie zählt nicht.

Allerdings stellt sich die Frage nun, was für AHV Beträge hast du dieser Unternehmung abgeliefert, wenn sie nicht offiziell anerkannt sind?

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fritz.
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Dakytrader wrote:

Allerdings stellt sich die Frage nun, was für AHV Beträge hast du dieser Unternehmung abgeliefert, wenn sie nicht offiziell anerkannt sind?

Die Beträge, die wie bei dir auch direkt vom Lohn abgezogen werden. Wenn du nicht in der Schweiz wohnst, dann sind diese Beiträge für die Katz..., sie werden nicht angerechnet.

Gruss

fritz

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Ja wow, können die dir einfach so AHV Beträge abziehen, und du hast nichts davon? Komisch, komisch... Das ist ja bei dir demfall, brutal in die Hose... :?

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CrashGuru
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

fritz wrote:

Dakytrader wrote:

Allerdings stellt sich die Frage nun, was für AHV Beträge hast du dieser Unternehmung abgeliefert, wenn sie nicht offiziell anerkannt sind?

Die Beträge, die wie bei dir auch direkt vom Lohn abgezogen werden. Wenn du nicht in der Schweiz wohnst, dann sind diese Beiträge für die Katz..., sie werden nicht angerechnet.

Gruss

fritz

Hast Du schon einmal einen Beitragszusammenzug verlangt. Dort sind alle Beiträge aufgelistet. Wenn die Beiträge Deines Arbeitgebers dabei sind, sollten sie ja eigentlich, dann sollten diese Jahre wohl auch zählen.

Es lohnt sich um jedes einzelne Beitragsjahr zu kämpfen....

Mustang.
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

Eben genau darum habe ich geschrieben, dass wenn einer in einem Land wohnt ohne Doppelbesteuerungsabkommen lebt. Dann bekommt er sie nicht zurückerstattet...

Elias
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Quote:

Für im Ausland wohnhafte Leistungsempfänger stellt die Verrechnungssteuer grundsätzlich eine endgültige Belastung dar. Personen, deren Wohnsitzstaat mit der Schweiz ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat, können jedoch je nach Ausgestaltung dieses Abkommens Anspruch auf die ganze oder teilweise Rückerstattung der Verrechnungssteuer erheben, sofern sie die im betroffenen Abkommen aufgestellten Voraussetzungen erfüllen.

http://www.estv.admin.ch/verrechnungssteuer/themen/00166/index.html?lang=de

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CrashGuru wrote:

Hast Du schon einmal einen Beitragszusammenzug verlangt. Dort sind alle Beiträge aufgelistet. Wenn die Beiträge Deines Arbeitgebers dabei sind, sollten sie ja eigentlich, dann sollten diese Jahre wohl auch zählen.

Nein, das habe ich bisher nicht gemacht. Vielleicht habe ich tatsächlich Glück und das fällt irgendwie in einen Graubereich. Laut Definition trete ich aber dann aus der AHV aus, wenn ich mich in der Schweiz abmelde und nicht wenn ich zum letzten Mal Beiträge bezahle.

Genau das wurde mir ja zum Verhängnis. Ich habe mich 1991 in der Schweiz abgemeldet. Damals hat man mir bei der AHV mitgeteilt, dass ich mich "nach Austritt aus der AHV innerhalb eines Jahres bei der Auslandschweizer-AHV anmelden muss".

Von 1991 bis 2004 habe ich regelmässig für Schweizer Firmen im Ausland gearbeitet und es wurde mir die AHV vom Lohn abgezogen. Nach diesem letzten Lohn habe ich mich innerhalb eines Jahres bei der Auslanschweizer-AHV gemeldet. Die haben mir aber gesagt (und auch anhand von schriftlichen Regulationen bestätigt), dass ich denen nur innerhalb eines Jahres nach Abmelden in der Schweiz beitreten kann, egal ob ich nachher noch Beiträge bezahlt habe.

Das wurde mir auch in Basel und Genf so bestätigt, die haben mir gesagt, dass diese Beiträgsjahre nicht zählen, aber einen schriftlichen Auszug habe ich bisher nie verlangt.

Meine einzige Chance wieder ins AHV-System zu kommen, ist dass ich mindestens fünf Jahre am Stück in der Schweiz angemeldet bin und Beiträge bezahle - das erste Jahr davon habe ich gerade hinter mir. Die nicht angerechneten Jahre bleiben trotzdem verloren.

Gruss

fritz

Sallatunturi
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

@ fritz (the cat)

Warum das Pferd am Schwanze aufhängen? Wink

Bin selber mehrere Jahre im Ausland gewesen.

Wenn man zurück in old Switzerland ist, ist es nicht verboten als 1stes entsprechende Unterlagen (einbezahlte Beiträge, anrechenbare Jahre etc) bei der AHV schriftlich zu verlangen.

Sofern abgezogene Beiträge vom Arbeitgeber einbezahlt (oder vielleich auch nicht, yu never know, es heisst noch lange nicht wenn auf dem Lohnausweis ein Abzug von AHV ist, dass der auch einbezahlt wurde :?: ??) wurden, und nicht angerechnet werden, kannste es event auch zurückfordern.

Habe immer gute Erfahrungen mit den AHV Stellen gemacht, und sind sehr kompentent. Die sind komplizierte Fälle gewohnt.

good luck

fritz.
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

@ Sallanturi: Ich werde das sicher noch machen. Du hast Recht, ich weiss ja nicht mal, ob das mein Arbeitgeber wirklich einbezahlt hat.

Bisher habe ich mich mit der mündlichen Aussage begnügt, dass dies Geld verloren sei, was mir von mehreren Stellen so gesagt wurde.

Gruss

fritz

CrashGuru
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Verrechnungssteuer: wie, was und wo

fritz wrote:

@ Sallanturi: Ich werde das sicher noch machen. Du hast Recht, ich weiss ja nicht mal, ob das mein Arbeitgeber wirklich einbezahlt hat.

Bisher habe ich mich mit der mündlichen Aussage begnügt, dass dies Geld verloren sei, was mir von mehreren Stellen so gesagt wurde.

Gruss

fritz

Nid luggloh gwünnt :!:

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