Wie funktioniert das Geld wirklich?

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09.03.2014 14:27
#1
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Wie funktioniert das Geld wirklich?


Also nochnmals eine viel diskutierte Frage, die ich hier nochmals ganz einfach abhandeln möchte:

Wie funktionert das Geldsystem?

zB höre ich immer die Behauptung, Vermögen = Schulden. Das geht für mich nicht auf.

Weitere Thesen:
Wenn sich die Geldmenge verdoppelt (bei gleicher Gütermenge), sinkt der Wert des Geldes um die Hälfte.
Dh gesamte Geldmenge entspricht immer der Menge an Gütern.


Lasst uns diese Thesen doch  mal überprüfen, in dem wir ein vereinfachtes Beispiel nehmen:

1'000 Leute sind auf eine entfernte Insel gegangen.

Man hat scih von der Aussenwelt verabschiedet.

Es gibt auf der Insel eine Regierung aus 12 Köpfen. Es gibt darüber ein Verfassungsgericht aus 12 Köpfen,
dass auch die Gesetze macht (Judikative und Legislative vereinigt).

Dazu gibt es Regionalregierungen, wobei diese kein Geld selber herstellen dürfen.

Als Geld hat man die Einheit Katze.
1 Katze = 100 Cent.
Katzen sind in Form von Münzen geprägt worden auf dem Festland, auf hohem Standard,
dh innerhalb der Insel unmöglich fälschbar. Ausserhalb der Insel nur mit viel Aufwand fälschbar.

1 Katze = 2 US-Dollar. (Notwendig zum Umtausch).

Der Status ist zunächst so:

Es wurden 1 Million Katzen geprägt, und zwar in unterschiedlichsten Stückelungen.

Diese sind beim Finanzminister im Büro eingeschlossen.

Zunächst sind alle Aufgaben auf der Insel staatlich gelöst, bis eine Regionalregierung die Verantwortung übernimmt.
Dh alle Kokosnüsse, etc. gehören dem Staat. Dies ist in einem Gesetz genau geregelt.

Der Staat hat nun Entsalzungsanlagen etc. zur Verfügung gestellt.

Das ist der Status beim Start.

Der Kreislauf beginnt nun wie folgt:

Alle Regierungsmitglieder erhalten persönlichen Lohn, die staatlichen Ausgaben werden von den geprägten
"Katzen" gedeckt.
Die staatlich angestellten Kokosnuss-Anhänger erhalten pro Stunde (oder pro 10 geenrter Kokosnüsse) 20 Katzen.
Der Verkaufspreis einer Kokosnuss liegt bei 2,5 Katzen.
1 m3 (1'000 L ) Trinkwasser kosten 1 Katze.

Der Staat vergibt nebenbei zinslose (!) Darlehen an jeden Bürger.

Nun haben wir also diese Situation:
1. Ganzes Geld liegt beim Staat.
2. Wer Geld braucht, muss arbeiten.
3. Man kann auch einen zinslosen Kredit erhalten.
4. Geld wird auch in Umlauf gebracht, in dem der Staat Güter und Arbeiten einkauft.
5. Geld fliesst zurück an den Staat, in dem dieser Kokosnüsse, Trinkwasser und andere Waren mit kleinen Gewinnen
verkauft.

Und jeder Bürger erhält nach Erhalt der Staatsbürgerschaft 500 Katzen.

Die Inflations-Situation sieht nun so aus:
Es gibt 1 Million Katzen auf der Insel. Die Hälfte davon ist sofort in Umlauf (1'000 Bewohner mal 500 Katzen).
Die andere Hälfte decken die staatlichen Ausgaben. Zugleich fliesst Geld zurück.

Der Staat verkauft seine Kokosnüsse zu fixen Preisen.
Er verkauft aber auch insgesamt die Hälfte der Kokosnuss-Bäume. Deren neue Besitzer dürfen selber Preise festlegen.

Die genaue Zahl an Waren auf der Insel ist nicht bekannt.

Die Bewohner verhalten sich wie folgt:
80% geben die 500 Katzen innert weniger als 6 Monaten komplett aus und suchen erst danach einen Job.
10% suchen sofort einen Job und sparen die 500 Katzen.
10% geben die 500 Katzen innert 6 Monaten aus, aber arbeiten parallel.

Dh 50'000 Katzen (100 Bewohner mal 500 Katzen) sind aus dem Verkehr gezogen.
500'000 Katzen sind beim Staat und kommen nur in Umlauf sofern der Staat weniger einnimmt als ausgibt.

Wie wirkt sich das auf die Inflation und die Preise aus?

 

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16.07.2014 00:41
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Sehr gute Zusammenfassung des Debitismus

 

http://www.dasgelbeforum.net/img/up/user/Ein_Buch_fuer_Keinen-Der_Kapita...

 

 

weico

25.03.2014 14:03
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16.03.2014 12:08
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MarcusFabian hat am 14.03.2014 - 16:59 folgendes geschrieben:

Elias hat am 14.03.2014 - 09:09 folgendes geschrieben:

MarcusFabian hat am 12.03.2014 - 21:27 folgendes geschrieben:

Mit diesem MBS (engl. "Morgage backed security") geht sie zur Zentralbank und holt sich eine Million.

Das wäre in dem Fall, wo sie selber zu wenig Geld hat. Und ob dann die Nationalbank noch Geld geben würde, ist zu bezweifeln. Nicht wegen einer Million

 

 

Richtig. Es geht auch ohne Zentralbank:
Die Bank

 

UBS beschafft sich Geld über Pfandbriefbank
Noch vor Weihnachten Mittelaufnahme von rund zwei Milliarden Franken

http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/uebersicht/ubs-kann-sich-ueber-pfan...

 

UBS beschafft sich 3,8 Milliarden frisches Geld

Die Kapitalerhöhung erfolgt durch die Platzierung von mehr als 293 Millionen Aktien aus dem vorhandenen genehmigten Kapital, wie die UBS in der Nacht zum Freitag mitteilte. Die Aktien wurden bei wenigen institutionellen Großinvestoren platziert.

http://www.welt.de/wirtschaft/article4002052/UBS-beschafft-sich-3-8-Mill...

 

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Benjamin Franklin

14.03.2014 17:50
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frankenstein

dieser thread ist ein wenig wie das geldsystheme-thread, mit einem ganz neuen anfang Smile

das video behandelt sehr viele verschiedene ansichten. den nachstehenden text, muss man sich nicht antun, wenn man das englische video versteht - es ist eine stichwortartige zusammenfassung auf deutsch.

 

http://www.youtube.com/watch?v=5fbvquHSPJU

-    "die erfahrung hat gezeigt, dass die menschheit eher dazu neigt, zu leiden - solange das übel erleidbar bleibt - als sich selber zu korrigieren, indem sie die gelebte art und weise verwirft."
-    konvergenz verschiedenster probleme - die 4 reiter (der apokalypse) kommen
-    der film möchte keine schuldzuweisungen machen. er hinterfragt die ursache und zeigt lösungsvorschläge auf.
-    in der vergangenheit wurden veränderungen am system vorgenommen, die nicht allen
    dienten, sondern nur einigen, was zur unterdrückung durch eliten führte
-    die unterdrückung bedarf der kontrolle über die produktion/ das geld und der programmierung unserer kognition (denkmuster)
-    es ist nicht wichtig was vor publikum gesagt wird, sondern was nicht debattiert, nicht ausgesprochen wird
-    geschichte und neue entwicklungen der kommunikation "etwas zu verstehen, bedeutet, sich von seiner last zu befreien"
-    "alles was eine grossmacht tun muss, um sich selbst zu zerstören, ist, unbeirrt am unmöglichen zu beharren" Stephen Vizinczey
-    aufstieg und fall von imperien beginnen meistens von innen heraus (beschrieb des zyklus und übertragung auf unsere geschichte)
-    wir haben uns von brot und spiele einlullen lassen, suchen nun nach "dem besten" was uns ein dekadenter markt zu bieten hat
-    wir wollen jetzt so viel erreichen, um unseren nachfahren das leben zu ermöglichen, indem wir kommende generationen unermesslich belasten
-    ein system der gegensätze, das allen materiellen ansprüchen genügen kann, aber wegen unmoralischer gier niemanden befriedigt
-    "wenn plünderung eine lebensphilosophie für eine gruppe von menschen wird, die in einer gemeinschaft leben, erschaffen sie im laufe der zeit ein juristisches system, welches plünderung erlaubt, und ein moralisches system, welches die plünderung glorifiziert." Frederic Bastiat
-    erklärung von fiat money - erzeugung von geld durch verschuldung - als freiwillige sklaverei
-    je grösser der kuchen, desto grösser das stück für jeden - werden die ressourcen knapp, muss es auf kosten der gierigen gehen
-    wie die deregulierung zur neoclassischen wirtschaft führte, welche die natur aus der ökonomischen gleichung streicht
-    kapitalismus für die grossen, sozialismus für die kleinen
-    die flucht in kredite und immobilienblase
-    unterschiede in den wertvorstellungen von reichen und armen menschen
-    die folgen der pyramidenartigen wirtschaft, welche auf kosten der demokratischen regulierung lebt
-    in einem plutokratischen system wird es immer schwieriger, sich aus der armut hoch zu arbeiten - parasitisches verhalten
-    unterschiede zwischen individuen (stärken und schwächen) und die selbstgerechte propaganda von finanziell besser gestellten
-    die gundzüge von Adam Smith, falsche interpretationen und wie sich der wertverlust des geldes auswirkt, bis es beim kleinen mann ankommt
-    "wir müssen politische prozesse re-strukturieren, damit die stimme des normalen menschen mehr gehöhr findet"Joseph Stiglitz
-    terrorismus und militärische kampagnen; "politische zungen... sind designed, um LÜGEN wie eine wahrheit, MORD wie eine wohltat und WIND als auftritt der solidität erscheinen zu lassen" George Orwell
-    wie destabilisierende kräfte gewinnbringende investitionen tätigen
-    warum krieg heute als entwicklungshilfe gelten soll und wem es dient
-    die optionen der menschenwürdigen vorausplanung und verhandlung oder der tierähnlichen kämpfe um endliche energie-ressourcen
-    affekt (elterliche zuneigung) und apathische selbstzerstörung (in vitro)
-    anregung zur besprechung von gemeinsamen zielen und abschaffen von ungleichheiten und hürden
-    abkehr von indoktrinierter desinformation und interne aufklärung durch wissensmitteilung über neue medien
-    vorschlag einiger reformen des monetären systems (beschränkte mittel) und steuerreform (siehe auch masseneinwanderungsinitiative)
-    wie verschieden reiche und arme personen besteuert werden können (von 6:1 bis 500:1)
-    arten des kapitalismus (befreiend oder versklavend)
-    politische und juristische grenzen setzen
-    beschreibung realer ideologien
 

14.03.2014 16:59
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Elias hat am 14.03.2014 - 09:09 folgendes geschrieben:

MarcusFabian hat am 12.03.2014 - 21:27 folgendes geschrieben:

Mit diesem MBS (engl. "Morgage backed security") geht sie zur Zentralbank und holt sich eine Million.

Das wäre in dem Fall, wo sie selber zu wenig Geld hat. Und ob dann die Nationalbank noch Geld geben würde, ist zu bezweifeln. Nicht wegen einer Million


 

Richtig. Es geht auch ohne Zentralbank:
Die Bank bucht dann einfach eine Million auf das Konto des Häuslebauers (Passivposten aus Sicht der Bank) und die MBS über eine Million auf die Aktivseite.
Somit entsteht die Million durch eine simple Buchung: "Forderungen an Verbindlichkeiten".
 

Siehe auch hier ab 0:52

https://www.youtube.com/watch?v=Tp8BQgr1Tc4

 

14.03.2014 12:22
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Pesche hat am 14.03.2014 - 09:49 folgendes geschrieben:

 Ja bist Du kleinlich, 90 000 000 000 mehr oder weniger, spielt im Milchbüechli keine Rolle.


Aber mein Taschenrechner kann nur max. mit Milliarden rechnen und das genügt mir meistens  


 

Ich war doch nur so kleinlich wie du es bei Elias warst. Biggrin

Ich denke, dass du auf deinem Taschenrechner durch potenzieren auch grössere Beträge rechnen kannst. Drinks

14.03.2014 11:27
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Elias hat am 14.03.2014 - 10:53 folgendes geschrieben:



Pesche hat am 14.03.2014 - 10:28 folgendes geschrieben:



Das nächste Mal wo ich als Betrüger vor dem Richter stehe,


Einmal ist keinmal. Aber das "nächste Mal" bedingt , dass es schon mindestens einmal was gegeben hat....


Das riecht nach Ausschaffung oder Sondersetting. Es droht ein Jahr Karibik, bei Caipirha,  Reggae, Kuschel-Therapie etc.


 


Ja ja Ferien buchen war früher einmal.


Ein kleiner Betrug, zugleich Arbeitsscheu, und schon fliegen einem die Prospekte für ein Sondersetting in die Zellen.


Umso verstockter Du bist kannst Du sogar die Betreuerin aussuchen.


Weiterbilden je nach Veranlagung:


Gewalttätige = Kampfsportarten


Betrüger = Finanz-Wirtschaftskurse


Vergewaltiger = Kamasutrakurse


Mörder = Metzgerkurse

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

14.03.2014 10:53
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Pesche hat am 14.03.2014 - 10:28 folgendes geschrieben:

Das nächste Mal wo ich als Betrüger vor dem Richter stehe,

Einmal ist keinmal. Aber das "nächste Mal" bedingt , dass es schon mindestens einmal was gegeben hat....

Das riecht nach Ausschaffung oder Sondersetting. Es droht ein Jahr Karibik, bei Caipirha,  Reggae, Kuschel-Therapie etc.

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Benjamin Franklin

14.03.2014 10:28
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Elias hat am 14.03.2014 - 09:58 folgendes geschrieben:



Das läuft unter Fatfingertrade bzw. feinmotorische Störung. Milliarden hätte es heissen müssen.


Der Kaffe war wohl etwas zu stark.


 


 Die Ausrede ist gut. Das nächste Mal wo ich als Betrüger vor dem Richter stehe, bringe in die Entschuldigung.


"Herr Richter, ich wollte das Geld nicht auf mein Konto transferieren aber ich habe das seltene Leiden "Fatfingertrade bzw. feinmotorische Störung" ich kann nichts dafür, und dazu war der Kaffe wohl etwas zu stark.


 


 

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

14.03.2014 09:58
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Jeremias hat am 14.03.2014 - 09:31 folgendes geschrieben:

Pesche hat am 14.03.2014 - 09:22 folgendes geschrieben

800 Billiarden = 800 000 000 000 000 000 Fr

 

8 000 000 Einwohner ergibt pro Einwohner 10 000 000 000

 

Eine Billiarde sind tausend Billionen

 

Warum brauchen wir noch einen Kredit

Es ergibt pro Einwohner 100 000 000 000.

Einfache Milchbüechlirechnung.

Das läuft unter Fatfingertrade bzw. feinmotorische Störung. Milliarden hätte es heissen müssen.

Der Kaffe war wohl etwas zu stark.

 

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14.03.2014 09:49
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Jeremias hat am 14.03.2014 - 09:31 folgendes geschrieben:



 


Es ergibt pro Einwohner 100 000 000 000.


Einfache Milchbüechlirechnung.


 Ja bist Du kleinlich, 90 000 000 000 mehr oder weniger, spielt im Milchbüechli keine Rolle.


Aber mein Taschenrechner kann nur max. mit Milliarden rechnen und das genügt mir meistens  


 

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

14.03.2014 09:31
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Pesche hat am 14.03.2014 - 09:22 folgendes geschrieben

800 Billiarden = 800 000 000 000 000 000 Fr


8 000 000 Einwohner ergibt pro Einwohner 10 000 000 000


Eine Billiarde sind tausend Billionen


Warum brauchen wir noch einen Kredit

Es ergibt pro Einwohner 100 000 000 000.

Einfache Milchbüechlirechnung.

14.03.2014 09:22
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Elias hat am 14.03.2014 - 09:09 folgendes geschrieben:



 


800 Billiarden an Vorsorgegeldern hat die Schweiz und auch die wollen verzineszinst werden.


 


 


 


Ja die Schweiz das reiche Land


 


800 Billiarden = 800 000 000 000 000 000 Fr


8 000 000 Einwohner ergibt pro Einwohner 10 000 000 000


Eine Billiarde sind tausend Billionen


Warum brauchen wir noch einen Kredit

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

14.03.2014 09:09
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MarcusFabian hat am 12.03.2014 - 21:27 folgendes geschrieben:

Mit diesem MBS (engl. "Morgage backed security") geht sie zur Zentralbank und holt sich eine Million.

Das wäre in dem Fall, wo sie selber zu wenig Geld hat. Und ob dann die Nationalbank noch Geld geben würde, ist zu bezweifeln. Nicht wegen einer Million

Aktuell ersaufen die Banken im Geld und können keinen Zins mehr geben, weil sie es selber nirgend mehr gewinnbringend anlegen können.

800 Billiarden an Vorsorgegeldern hat die Schweiz und auch die wollen verzineszinst werden.

 

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12.03.2014 21:27
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SVP Bremgarten hat am 09.03.2014 - 14:27 folgendes geschrieben:

 


zB höre ich immer die Behauptung, Vermögen = Schulden. Das geht für mich nicht auf.

Es gibt verschiedene Geldsysteme. Geld kann aus Leistung generiert werden (= Mehr Kokosnüsse geernter = mehr Geld wird produziert) oder auch aus Schulden.

Unsere aktuellen Geldsysteme (egal, ob Dollar, Euro, Franken oder sonst was) sind Kreditgeldsysteme.

Um das vorweg zu nehmen: Auch wenn Du in Deinem Beispiel ein Leistungs-Geldsystem beschreibst, täuscht das nicht darüber hinweg, dass unsere aktuellen Geldsysteme Schuldgeldsysteme sind.

Also schauen wir mal, wie Geld derzeit entsteht und warum die Formel "Vermögen = Schulden" auf den Rappen genau stimmt:

Angenommen, Du möchtest ein Haus bauen und benötigst dafür von Deiner Bank einen Kredit über 1 Mio.
Das Haus hat mehr als 1 Mio. Wert (Du hast ja noch Eigenkapital) und die Bank spricht den Kredit.
Wie geht es weiter?

Die Bank hat keine Million flüssig. Ist auch egal. Sie hat ja den von Dir unterschriebenen Hypothekarantrag im Wert von 1 Mio.

Mit diesem MBS (engl. "Morgage backed security") geht sie zur Zentralbank und holt sich eine Million. Sie muss dafür nur 2.5% oder 25'000 als Sicherheit in Form von Zentralbankgeld (bei uns also Franken) bereitstellen. Als Sicherheit übergibt sie den MBS an die Zentralbank.

Was passiert konkret?

Die Zentralbank bucht auf das Geschäftskonto Deiner Bank eine Gutschrift von 1 Mio. Das sind aus Sicht der Zentralbank Passiva also eine Schuld der Zentralbank an Deine Bank.
Als Gegenbuchung auf der Aktivseite wird Dein MBS über 1 Mio verbucht. Die Bilanz der ZB ist ausgeglichen.

Aus Sicht Deiner Bank:
Gegenüber der ZB: Sie bekommt eine Gutschrift auf ihrem Konto bei der ZB über 1 Mio. Auf der Passivseite steht der MBS im Wert von 1 Mio.
Gegenüber Dir: 1 Mio auf der Passivseite (= Die Bank schuldet Dir jetzt 1 Mio.) und auf der Aktivseite der MBS.

 

Aus Sicht der Bank also bisher (fast) ein Nullsummenspiel: Sie bekommt einen MBS von Dir, den sie an die ZB weitergibt.
Sie bekommt von der ZB eine Gutschrift über 1 Mio, die sie eins-zu-eins an Dich weiterleitet.
Somit wurde 1 Mio. an neuem Geld geschaffen, das vorher nicht existiert hat. Als Detail kommt lediglich hinzu, dass die Bank besagte 25'000 als Sicherheit bei der ZB hinterlegen muss.

Schlussendlich hast Du 1 Mio auf dem Konto und die ZB hält Deinen MBS. Die Geldmenge hat sich um 1 Mio erhöht.

Diese Million ist eine Schuld von Dir gegenüber Deiner Bank und gleichzeitig Vermögen der Bank.
Gleichzeitig ist diese Million eine Schuld der Bank gegenüber der Zentralbank und Vermögen der Zentralbank.

Die einzige Möglichkeit, wie neues Geld entstehen kann ist über einen Kredit. Das kann wie in diesem Beispiel ein Kredit sein, dem ein Sachwert (Dein Haus) gegenüber steht. Es kann aber auch eine Staatsschuld sein, der nichts gegenübersteht.

Bei Staatsanleihen werden im Wesentlichen nur Papiere getauscht: Ein Schuldschein (aka. Staatsanleihe) über eine Milliarde gegenüber einer Kontoüberweisung von 1 Milliarde der Zentralbank.

Im Endeffekt bedeutet das: Jeder Dollar, jeder Euro, jeder Franken, der generiert wird, hat zwei Seiten: Er ist die Schuld des einen und zugleich Vermögen eines anderen.

Deshalb ist es durchaus korrekt zu behaupten: Vermögen und Schulden sind immer exakt gleich gross!

Um das ganze abzurunden: Wenn Du dereinst Deine Schuld von 1 Mio. an Deine Bank abgestottert hast, wird die Bank ihrerseits ihre Schulden gegenüber der ZB abstottern. Der MBS wird dann vernichtet und ebenso die Geldmenge von 1 Mio.

Soweit klar oder soll ich noch ein anderes Beispiel bringen?


Zum Thema Inflation (auf Deiner einsamen Insel) kannst Du auch das als Einstiegspunkt nehmen:
http://www.trader-forum.ch/viewtopic.php?p=81832#p81832

 

P.S.: Die Frage nach der Herkunft und Entstehung des Geldes werden von 99% der Menschen nicht gestellt. Dass Du sie stellst, ist durchaus lobenswert! Lass Dich nicht von dem Thema und den Fragen abbringen, nur weil Dich einige Leute, die zu den 99% der Nicht-Interessierten zählen, als "Irren" darstellen.

 

11.03.2014 14:37
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SVP Bremgarten hat am 11.03.2014 - 11:08 folgendes geschrieben:

Also da der Text offenbar den geneigten Leser überfordert, hier die Kurzfassung:

 

1. Es gibt eine einsame Insel.

2. Als Währung würden eigene Münzen geprägt, Währung heisst "Katze".

3. Es gibt 1 Million "Katzen" (in ver. Stückelung).

4. Es sind 1'000 Bewohner.

5. Jeder Bewohner erhält 500 Katzen als Startkapital.

6. Der Staat verkauft neben Privaten auch Kokosnüsse.
(Das ist nicht so gemeint, dass Privatpersonen vom Staat verkauft werden!)

7. Von 1 Million Katzen sind somit die Hälfte sofort unter dem Volk verteilt. Der Rest kommt langsam in Umlauf. Die Gesamtmenge ist aber konstant 1 Million (sogar abnehmen weil Münzen verloren gehen).

 

Jetzt die Frage:

Wie hoch wäre die Inflation ungefähr?

Sehe ich das richtig, dass ich damit ein Geldsystem ohne Schulden hätte?
(Klar gibts Schulden, aber Vermögen = Schulden ist bei mir nicht gültig).

 

 

Euer

Alex

 

deine zusammenfassung hat mein interesse geweckt.

mir ist nicht alles klar, aber ich versuche meinen senf hinzu zu fügen:

1. "einsame insel" heisst für dich, die insel hat keine handelspartner?

2. naja

3. ok

4. wenn fortpflanzung erlaubt ist, spielt es bei der inflation eine rolle. auch die lebensdauer und die umwelt (nahrung), wegen der umlaufgeschwindigkeit.

5. was ist mit behausung? schon vorher gebaut?

6. der staat hat also das monopol über die nahrung, die bewohner arbeiten in der bewirtschaftung und besorgung der eigenen nahrung?

7. wenn jemand schwer arbeitet, ist der energiebedarf höher (nahrung). wenn es sonst nichts gibt, was man sich für die währung kaufen könnte, müsste nichts weiter in umlauf kommen. die währung wäre also lohn und wirtschaftungsmittel für den hunger.

meine antwort auf die frage: wenn 1. mit "ja" beantwortet wird und der einzige zweck auf der insel das anbauen und essen von kokosnüssen ist, dann ist die inflation = 0.

11.03.2014 12:59
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Elias hat am 11.03.2014 - 12:11 folgendes geschrieben:



 



 


Die Preise für Katzenfelle fallen ins bodenlose. Das aus den Katen produzierte Schaschlik gilt als Grundnahrungsmittel und wird gratis bis zum Erbrechen abgegeben.


Nur Kokussnüsse sind noch geniessbar. Aber unerreichbar, weil alles im Schlick ersäuft. Wer nicht verstinkt, der verhungert.


 


 


 


 Ja aber die Katzen kann mann auf viele Arten zubereiten. Oder muss könnte im Devisenhandel Katze gegen Hund wechseln.


Zur Zeit ist der Kurs 1 Katze gleich 0.00002417 Hund


Das gäbe Abwechslung auf dem Tisch

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

11.03.2014 12:11
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SVP Bremgarten hat am 11.03.2014 - 11:08 folgendes geschrieben:

Also da der Text offenbar den geneigten Leser überfordert, hier die Kurzfassung:

 

1. Es gibt eine einsame Insel.

2. Als Währung würden eigene Münzen geprägt, Währung heisst "Katze".

3. Es gibt 1 Million "Katzen" (in ver. Stückelung).

 

6. Der Staat verkauft neben Privaten auch Kokosnüsse.


Jetzt die Frage:

Wie hoch wäre die Inflation ungefähr?

Sehe ich das richtig, dass ich damit ein Geldsystem ohne Schulden hätte?
(Klar gibts Schulden, aber Vermögen = Schulden ist bei mir nicht gültig).

Katzen können bis zu dreimal im Jahr werfen.  Ein Wurf besteht zumeist aus vier bis sechs Jungtieren.

Die Katzen-Inflation beträgt mindestens so um die 1'000%. Das Wachstumsrate ist exponentiell. Die produzierte Kacke & Pisse ebenfalls.

Die Preise für Katzenfelle fallen ins bodenlose. Das aus den Katzen produzierte Schaschlik gilt als Grundnahrungsmittel und wird gratis bis zum Erbrechen abgegeben.

Nur Kokussnüsse sind noch geniessbar. Aber unerreichbar, weil alles im Schlick ersäuft. Wer nicht verstinkt, der verhungert.

 

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

11.03.2014 11:39
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OK; gehe doch wieder schön in Dein Zimmer, der Pfleger kommt gleich. Er wird hoffendlich Dir eine andere Medizin geben.


Oder säufst Du noch den Tee mit den schwarzen Pilzen.


  

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

11.03.2014 11:08
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Also da der Text offenbar den geneigten Leser überfordert, hier die Kurzfassung:

 

1. Es gibt eine einsame Insel.

2. Als Währung würden eigene Münzen geprägt, Währung heisst "Katze".

3. Es gibt 1 Million "Katzen" (in ver. Stückelung).

4. Es sind 1'000 Bewohner.

5. Jeder Bewohner erhält 500 Katzen als Startkapital.

6. Der Staat verkauft neben Privaten auch Kokosnüsse.
(Das ist nicht so gemeint, dass Privatpersonen vom Staat verkauft werden!)

7. Von 1 Million Katzen sind somit die Hälfte sofort unter dem Volk verteilt. Der Rest kommt langsam in Umlauf. Die Gesamtmenge ist aber konstant 1 Million (sogar abnehmen weil Münzen verloren gehen).

 

Jetzt die Frage:

Wie hoch wäre die Inflation ungefähr?

Sehe ich das richtig, dass ich damit ein Geldsystem ohne Schulden hätte?
(Klar gibts Schulden, aber Vermögen = Schulden ist bei mir nicht gültig).

 

 

Euer

Alex

 

09.03.2014 15:21
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@SVP Bremgarten


 


Du musst aufpassen was man Dir ins Dessert tut!


Oder hast Du etwas schlechtes geraucht?


Oder willst Du etwa sagen, dass Du immer so bist.

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