Atomenergie; Wie weiter? Ausstieg oder .....................

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Energieanlagen in Schweizer Hand könnten Hälfte der AKW ersetzen
08.09.2016 08:20

Basel (awp/sda) - Schweizer Energieversorger und institutionelle Anleger haben in den letzten fünf Jahren im Ausland rund 7 Mrd CHF in Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie investiert. Diese liefern jährlich mehr als sechseinhalb Terawattstunden (TWh) Strom.

Zum Vergleich: Die in der Schweiz betriebenen Anlagen, die von der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) profitieren, erzeugen insgesamt fast 3,4 TWh erneuerbare Energie pro Jahr, wie der Verein Energie Zukunft Schweiz (EZS) am Mittwochabend mitteilte. Demnach könnten Windparks und Solaranlagen in Schweizer Hand bereits knapp die Hälfte der Schweizer Kernkraftwerke ersetzen.

Die Schweizer AKW lieferten im vergangenen Jahr 22 TWh Strom und deckten damit etwa einen Drittel des hiesigen Strombedarfs ab. Neben den bereits im Betrieb stehenden KEV-Anlagen hatten bis Ende Juni inländische Anlagen für zusätzliche 3,8 TWh Jahresproduktion einen positiven Finanzierungsentscheid erhalten. Projekte für weitere 6,4 TWh befinden sich auf der KEV-Warteliste.

Dass gleichzeitig im grossen Stil in Anlagen im Ausland investiert wird, liegt laut EZS in den dortigen Rahmenbedingungen begründet. So winken attraktive Vergütung, schnellerer Bauabwicklung, günstigerer Planung sowie - insbesondere bei der Windenergie - oft besser geeignete Standorte.

Im November entscheidet das Schweizer Stimmvolk bei der Abstimmung über die Atomausstiegsinitiative, ob die AKW nach maximal 45 Jahren Laufzeit den Betrieb einstellen. Werde im gleichen Tempo wie bis anhin in erneuerbare Energien investiert, seien "in ungefähr sechs Jahren alle Schweizer Kernkraftwerke durch erneuerbare Energie ersetzt", schreibt die EZS weiter.

(AWP)

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Grossbritannien macht Weg frei für Atomkraftwerk Hinkley Point
15.09.2016 12:55

(Ausführliche Fassung)

LONDON (awp international) - Nach jahrelanger Debatte hat die britische Regierung dem Bau des umstrittenen Atomkraftwerks Hinkley Point zugestimmt. Die neue Regierung von Premierministerin Theresa May gab grünes Licht für den Deal mit dem französischen Energiekonzern EDF. Allerdings gebe es mehrere Bedingungen, teilte die Regierung am Donnerstag mit.

So soll EDF seine Kontrollbeteiligung an dem Kraftwerk vor der Fertigstellung nicht ohne Zustimmung der Regierung verkaufen können. Auch nach Aufnahme des Betriebs soll Grossbritannien im Falle eines Verkaufs des EDF-Anteils an der Anlage eingreifen können.

Paris begrüsste die Entscheidung als eine gute Nachricht für die französische Nuklearindustrie. "Diese Bestätigung ist ein bedeutender Schritt in der französisch-britischen Industrie- und Energie-Zusammenarbeit", sagte Wirtschafts- und Finanzminister Michel Sapin.

Kritisch äusserte sich die Umweltschutzorganisation Greenpeace. "Am Ende hat sich nicht energiewirtschaftliche Vernunft durchgesetzt, sondern die Interessen der Atomlobby und der beteiligten Investoren", meinte Sönke Tangermann von Greenpeace Energy. Die Investoren aus Frankreich und China hätten mächtig Druck gemacht.

Noch Ende Juli hatten die Briten das Geschäft überraschend verschoben, nachdem sich der EDF-Verwaltungsrat bereits für die umstrittene Investition ausgesprochen hatte. Der britische Energieminister Greg Clark hatte angekündigt, alle Bestandteile des Projekts sorgfältig zu prüfen und im Frühherbst eine Entscheidung zu treffen. Das sorgte für erhebliche politische Spannungen auf beiden Seiten des Ärmelkanals.

Das Projekt mit zwei Reaktoren vom Typ EPR (Europäischer Druckwasserreaktor) an der Westküste Englands soll nach früheren Angaben rund 21,5 Milliarden Euro kosten, rund ein Drittel soll der chinesische Partner China Nuclear Power Corporation (CGN) schultern. Im März war der EDF-Finanzchef Thomas Piquemal zurückgetreten, weil er Zweifel hatte, ob EDF die Milliardeninvestition stemmen kann.

EDF ist zu mehr als 80 Prozent im Besitz des französischen Staates. Der Konzern musste im vergangenen Jahr deutliche Gewinneinbussen hinnehmen und will bis 2018 fünf Prozent seiner Arbeitsplätze in Frankreich abbauen. Gewerkschaften hatten daraufhin gefordert, den teuren Neubau in England zu stoppen./stw/stb/DP/fbr

(AWP)

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Schweizer AKW sollen bis 2029 vom Netz gehen

Alle AKW in der Schweiz sollen nach 45 Jahren Laufzeit abgeschaltet werden - wenn es die Sicherheit verlangt, auch schon früher.

Mit der Atomausstiegsinitiative, die am Mittwoch ihre Kampagne startete, müssten die fünf AKW bis spätestens 2029 vom Netz gehen.

Die Schweiz betreibe mit Beznau I und II und Mühleberg die drei ältesten Atomkraftwerke der Welt, teilte die Allianz "Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie" mit. Beznau I sei mit seinen 47 Jahren der älteste Atomreaktor überhaupt und soll trotz Sicherheitsbedenken insgesamt 60 Jahre laufen.

Noch nie sei ein AKW länger kommerziell betrieben worden. Das sei ein gefährliches Feldexperiment. Denn schwere Atomunfälle passierten immer wieder. Dieses Risiko sei unnötig.

Atomausstieg unbestritten

Der Atomausstieg sei im Grundsatz unbestritten, doch es fehle ein verlässlicher Plan. "Laufen lassen, so lange es geht, wie es das Parlament vorschlägt, ist fahrlässig und planlos", schreiben die Initianten weiter.

Die Initiative verlangt deshalb, dass die Schweizer AKW nach spätestens 45 Betriebsjahren vom Netz genommen werden. Für Beznau I und II sowie Mühleberg hiesse das, dass sie 2017 abgestellt werden müssten, für Gösgen 2024 und für Leibstadt 2029. Dadurch erhielten die öffentliche Hand sowie die Unternehmen Investitionssicherheit für den Ausbau der erneuerbaren Energien.

Die Initianten sind überzeugt, dass die Stromversorgung nicht gefährdet wäre. Mit Strom aus Wasser, Sonne, Wind und Biomasse könne der Atomstrom naturverträglich und effizient ersetzt werden. Die neuen Technologien hätten sich bewährt.

Ausserdem sei kaum ein anderes Land für die Energiewende besser positioniert als die Schweiz. Bereits heute seien zwei Drittel der Stromproduktion erneuerbar, nur ein Drittel müsste innerhalb der nächsten 13 Jahre noch ausgebaut werden.

Die Grünen hatten das Volksbegehren nach der Atomkatastrophe von Fukushima von 2011 lanciert. Das Stimmvolk stimmt am 27. November darüber ab.

Der Allianz "für einen geordneten Ausstieg aus der Atomenergie" gehören mehr als 40 Organisationen und Verbände an. Von den grösseren Parteien unterstützen die SP, die Grünen und die Grünliberalen das Begehren.

(SDA)

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Umfrage sagt Ja zu Atomausstiegsinitiative voraus
21.10.2016 07:00

Bern (awp/sda) - Die Atomausstiegsinitiative findet gemäss einer ersten, online durchgeführten Tamedia-Abstimmungsumfrage eine Mehrheit. 55% der Befragten sagen Ja oder eher Ja, 43% Nein oder eher Nein. Der Anteil der Unentschlossenen beträgt 2%.

Der Weiterbetrieb von AKW sei zu gefährlich, ein Super-GAU sei auch in der Schweiz nicht auszuschliessen, war mit 43% das am meisten genannte Argument der Ausstiegsbefürworter. 23% begründen ihr Ja mit dem Argument, dass die Entsorgung von radioaktivem Atommüll noch nicht gelöst sei.

Mit 22% ebenso häufig wurde von den Befürwortern ins Feld geführt, dass der Atomausstieg ohne Laufzeitbeschränkung noch jahrzehntelang auf sich warten lasse. Auf der anderen Seite sind 33% der Initiativgegner der Meinung, dass Kernenergie klimafreundlich sei und dass ein verfrühter Ausstieg zum Import von dreckigem Kohlestrom führe.

31% der Ausstiegsgegner glauben, dass die Initiative die Stromversorgung in der Schweiz gefährde. 19% finden, dass eine starre Laufzeitbeschränkung keinen Sinn mache, sondern dass es auf den Zustand der einzelnen AKW ankomme.

Befragt wurden Anfang dieser Woche online knapp 20'000 Personen in allen Landesteilen der Schweiz. Die Daten wurden für die Analyse nach demographischen, geographischen und politischen Variablen gewichtet, wie Tamedia am Freitag mitteilte.

(AWP)

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Axpo schreibt erneut Milliardenverlust - Neue Einheit "Axpo Solutions"
21.12.2016 07:48

Zürich (awp) - Axpo hat im Geschäftsjahr 2015/16 (per Ende September) erneut einen Riesenverlust erlitten. Dieser fiel mit -1,25 Mrd noch einmal höher aus als in den beiden Vorjahren. Im Geschäftsjahr 2014/15 hatte Axpo einen Fehlbetrag von 990 Mio CHF und 2013/14 einen solchen von 730 Mio geschrieben.

Neben den Kraftwerken und Energiebezugsverträgen sei diesmal auch das eben erst eingeweihte Pumpspeicherkraftwerk Linth-Limmern massiv von den Wertberichtigungen betroffen, teilte der Energiekonzern am Mittwoch mit. Insgesamt beliefen sich diese auf netto 1,6 Mrd CHF. Bereits Mitte September 2016 hatte Axpo hohe Wertberichtigungen auf den Kraftwerkspark angekündigt, weil die Preise am Grosshandelsmarkt für Strom länger tief bleiben dürften als ursprünglich angenommen.

Die Gesamtleistung sank in der Berichtsperiode auf 5,42 Mrd CHF nach 5,86 Mrd im Vorjahr. Der Free Cashflow erreichte -529 Mio CHF nach -238 Mio.

Axpo verfüge nach wie vor über eine solide Bilanz, heisst es. Angesichts des herausfordernden Marktumfelds müsse man sich allerdings auch in den kommenden Jahren darauf ausrichten, Kosten zu senken, das Kerngeschäft zu optimieren und über Weiterentwicklung und Innovation neue, rentable Ertragsquellen zu erschliessen. "Die nachhaltige Sicherung der Profitabilität, Liquidität und der Kapitalmarktfähigkeit bleibt das oberste strategische Ziel von Axpo."

Kapital solle künftig nicht nur von Axpo, sondern auch von neuen Investoren kommen, heisst es weiter. Statt bestehende Kraftwerke an Dritte zu verkaufen, will die Gesellschaft Investoren am Geschäftserfolg mit erneuerbaren Energien und dem internationalen Geschäft mit massgeschneiderten Kundenlösungen teilhaben lassen. Wegen der zurückgehenden Cashflows in der konventionellen Stromproduktion könne nämlich nicht im gewünschten Ausmass in die neuen Geschäftsfelder investiert werden.

Unter dem Arbeitstitel "Axpo Solutions" werden daher diese Kompetenzen zusammen mit den Netzen und der Asset-Vermarktung in einer neuen Einheit gebündelt. Investoren sollen mit einem noch zu bestimmenden Minderheitsanteil an der neuen Firma beteiligt werden. Für den Aufbau rechnet Axpo mit einem Zeitbedarf von gut zwei Jahren und sieht den Gang an den Kapitalmarkt für das Jahr 2019 vor.

ys/uh

(AWP)

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Atomkraftwerk Leibstadt ist wieder am Netz
20.02.2017 18:07

Leibstadt (awp/sda) - Das Atomkraftwerk Leibstadt AG ist wieder am Netz. Der Reaktor, der wegen einer Fehlfunktion an der Abgasanlage am Samstag abgeschaltet worden war, wurde am Montag wieder hochgefahren.

Es war das zweite Wiederanfahren innerhalb weniger Tage. Nachdem die Anlage am Freitag nach einem halben Jahr Stillstand wieder eingeschaltet worden war, musste sie in der Nacht auf Samstag von Hand wieder abgeschaltet werden. Grund war eine über das Wochenende behobene Fehlfunktion in der Abgasanlage im Maschinenhaus.

Bevor es am Freitag wieder angeschaltet worden war, hatte das Atomkraftwerk wegen oxydierter Brennstäbe rund ein halbes Jahr lang stillgestanden. Die Brennstäbe waren zeitweise ungenügend gekühlt gewesen.

(AWP)

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Frankreich / Frankreich besiegelt Schliessung von AKW Fessenheim nahe Basel
09.04.2017 17:08

(Meldung durchgehend ausgebaut, u.a. mit Reaktionen aus Deutschland und Basel)

Paris (awp/sda/dpa/afp) - Frankreich hat die Schliessung des umstrittenen Atomkraftwerks Fessenheim rund 40 Kilometer nördlich von Basel besiegelt. Das am Sonntag von der Regierung im Amtsblatt veröffentlichte Dekret knüpft die Stilllegung indes an die Inbetriebnahme des neuen Atomkraftwerks in Flamanville.

Energie- und Umweltministerin Ségolène Royal hatte die Schliessung des AKW Fessenheim bereits angekündigt und die Abschaltung für 2018 versprochen. Royal würdigte das Dekret am Sonntag als Beitrag zur Energiewende, die Frankreichs Abhängigkeit von der Atomkraft verringern soll. Der Beschluss könnte allerdings von einer künftigen Regierung durch eine Gesetzesänderung rückgängig gemacht werden, dies hatte Ministerin Royal am Freitag selbst eingeräumt.

Der Streit um Frankreichs ältestes Atomkraftwerk - es ging 1977 ans Netz - ist jedenfalls noch lange nicht erledigt. Fessenheims Bürgermeister Claude Brender kündigte im Regionalsender "France Bleu Alsace" Beschwerde beim Staatsrat an, der in Frankreich oberster Verwaltungsrichter ist.

Das Regierungsdekret nimmt Bedingungen auf, die der Betreiber EDF gestellt hatte. So soll Fessenheim erst dann geschlossen werden, wenn der Europäische Druckwasserreaktor (EPR) in Flamanville am Ärmelkanal ans Netz geht - er soll nach bisherigen Ansagen Ende 2018 fertig sein.

Das Projekt sorgte allerdings bisher mit Verzögerungen und Kostensteigerungen für Schlagzeilen. So prüfte die Atomaufsicht Materialprobleme am Reaktorbehälter. Solange sie keine Zustimmung gibt, kann es nicht losgehen. Eine Entscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet.

"TEUFLISCHE BINDUNG"

Im Atomkraftwerk Fessenheim gibt es immer wieder Pannen und Zwischenfälle. Kritiker verweisen zudem auf das Erdbebenrisiko in der Region. Ein Reaktor ist bereits seit vergangenem Jahr vom Netz, weil Materialfehler an einem Dampferzeuger überprüft werden.

Mit dem Dekret vom Sonntag verlängert sich die Laufzeit von Fessenheim zunächst weiter. Die beiden Reaktoren sind seit 40 Jahren in Betrieb. Umweltschützer in Frankreich, Deutschland und der Schweiz kämpfen seit langem für ihre Stilllegung. Auch die deutsche Regierung fordert schon länger die Abschaltung. Die deutschen Grünen bezeichnen das Kraftwerk als "Schrottreaktor".

Die deutsche Grünen-Chefin Simone Peter sprach in Berlin von einem wichtigen energiepolitischen Schritt in Frankreich. "Faktisch steht der endgültige Abschalttermin allerdings in den Sternen, denn die Aufhebung der Betriebserlaubnis bleibt an den Starttermin des Europäischen Druckwasserreaktors in Flamanville gebunden." Diese "teuflische Bindung" erlaube es, dass Fessenheim noch lange weiterlaufen könne.

WAHLVERSPRECHEN VON HOLLANDE

Die Schliessung von Fessenheim war ein Wahlversprechen von Präsident François Hollande, der im Mai aus dem Amt scheidet. Französische Gewerkschaften wehren sich gegen die Abschaltung.

Bereits im Januar hatten sich der Stromkonzern EDF und der französische Staat auf eine Entschädigung von rund 490 Millionen Euro für die Kosten der Schliessung verständigt. Der EDF-Verwaltungsrat machte am vergangenen Donnerstag den Weg für die Schliessung grundsätzlich frei. Der Antrag zur Aufhebung der Betriebserlaubnis soll aber frühestens sechs Monate vor der geplanten Schliessung gestellt werden.

Das Thema Fessenheim spaltet auch französische Präsidentschaftskandidaten. Der sozialliberale Anwärter Emmanuel Macron kündigte an, er wolle die Entscheidung nach einem Wahlsieg beibehalten. Seine rechtspopulistische Kontrahentin Marine Le Pen kritisierte hingegen eine "ideologische Entscheidung". Frankreich setzt seit Jahrzehnten auf die Nuklearenergie. Drei Viertel des Strombedarfs kommen aus Atommeilern.

BASLER REGIERUNG ZUFRIEDEN

Die baselstädtische Regierung zeigte sich in einer ersten Stellungnahme zufrieden. Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) liess auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda ausrichten, er habe das Dekret noch nicht lesen können. Wenn sich das so bestätige, sei die Schliessung von Fessenheim eine gute Nachricht für die Gesundheit und Sicherheit der Bevölkerung in der Region. Es gelte nun abzuwarten, wie das Dekret umgesetzt werde.

(AWP)

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waspch
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Hier eine Zusammenfassung in 6 Zeilen:

Das Energieproblem wäre ganz einfach zu lösen.
1. Auf allen Dächern Solarziegel montieren.
2. Stauseen ausbauen und als Batterie betreiben.
3. Atomkraftwerke abschalten.

Was wollen die Lobbyisten ?
Alles, nur das nicht !

5G Sucks !

Elias
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CH Energiefirmen beziehen keinen Strom mehr aus Fessenheim

Alpiq, Axpo und BKW werden ab Ende Jahr keinen Strom mehr aus dem französischen AKW Fessenheim beziehen. Der Strombezugsvertrag wird aufgelöst. Finanziell ist dies für die drei Firmen von Vorteil.

egen der immer tieferen Strompreise im europäischen Grosshandel sind die in den siebziger Jahren mit französischen Atomkraftwerken vereinbarten Bezugsrechte für die Schweizer Versorger zu kostspieligen Knebelverträgen geworden. Aus diesem Grund werden Alpiq, Axpo und BKW erleichtert sein, dass sie Ende dieses Jahres die entsprechenden Verträge auslaufen lassen können. Sie hatten einst über die Kernkraftwerk-Beteiligungsgesellschaft (KBG) vereinbart, 15% der Jahresproduktion des AKW Fessenheim zu beziehen. Ob der Ausstieg per Ende 2017 – ursprünglich lief die Vereinbarung über die ganze Betriebsdauer des Kraftwerks – die Schweizer Firmen etwas gekostet hat, ist offen. Die Bedingungen seien «vertraulich», hiess es vonseiten der BKW. Weil die vorzeitige Stilllegung des ältesten französischen Meilers vorherzusehen war, seien die getätigten Investitionen bereits voll amortisiert worden, erklärte Alpiq die Situation. Aus Fessenheim bezog das Konsortium im Durchschnitt 1,7 TWh pro Jahr. Zu den derzeitigen Spottpreisen in Europa kann diese Menge am Markt günstiger erworben werden. Die Schweizer Stromfirmen bleiben jedoch stark am französischen Nuklearpark beteiligt, einerseits über die Aktiengesellschaft für Kernenergiebeteiligungen (Akeb), die Anteile an Cattenom und Bugey (4 TWh/Jahr) hält, anderseits via langfristige Lieferverträge, welche die Energiefinanzierungs AG (Enag) mit den Franzosen abgeschlossen hat. Die zum derzeit stark gedrückten Preisniveau unattraktiv gewordenen Verträge von z. B. bei Axpo von nach wie vor rund 9 TWh werden den Firmen also noch einige Jahre auf dem Magen liegen.

https://www.nzz.ch/wirtschaft/schweizer-energiefirmen-beziehen-keinen-st...

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Crocc
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Atomenergie muss ersetzt werden, aber wie ?

Atomenergie hat nach jetziger Technik in der Schweiz keine Zukunft mehr, schon weil dies niemand mehr finanzieren würde.
Nun muss Ersatz her. Sonne, Wind, Wasserkraft, etc. sind meist ausreichend vorhanden, aber eben an einigen Winterwochen NICHT. Speicherstauseen, Accumulatoren, Gas und Holz, etc. helfen für einen beschränkten Ausgleich, auch bei täglichen Schwankungen.
In der Privatwirtschaft muss dies aber ausgebaut und vorfinanziert werden. Diese Anlagen müssen die Kosten decken und einen Gewinn erwirtschaften können. Wenn sie nun nur kurzzeitig gebraucht werden, sind die Kosten enorm; d.h. diese Lückenbüsser-Energie kann bis 100 MAL TEURER sein, oder muss subventionniert. Deshalb sollte man KEINE SOLAR- oder WINDANLAGEN subventionnieren, sondern nur ENERGIESPEICHER, wie Stauseen, Accus, Wasserstofftanks, Gasspeicher, etc. Ob dies dann ausreicht, werden wir sehen. Unser Stromnetz muss unbedingt stabil gehalten werden, sonst bricht die Wirtschaft ein: Lifte bleiben stehen, Computer, TV und Licht fallen aus, Kühlaggregate und Heizungen, Wasserversorgung fallen aus, u.v.m.
Die Stromversorgung ist kein Spielzeug für grüne Umweltspinner ! Es braucht ein flexibles Netz mit vielen kurzfristigen Regulierungen. Wir schaffen das !

Zyndicate
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AKW Leibstadt muss wegen

AKW Leibstadt muss wegen Störung vom Netz

Das AKW Leibstadt ist am Samstag wegen einer technischen Störung vom Stromnetz getrennt und abgeschaltet worden. Es ist die dritte Reaktorschnellabschaltung innert acht Monaten.

28.12.2019 18:25

Das teilte die Betreiberin mit. Nach der Klärung der Ursache soll die Anlage baldmöglichst wieder in Betrieb genommen werden.

Die Abschaltung erfolgte laut der Betreiberin um 07.48 Uhr. Zuvor habe es "eine technische Störung im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks" gegeben, hiess es in einer Mitteilung. Wann die Anlage wieder hochgefahren werden kann, ist unklar.

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi), das die Kernanlagen in der Schweiz beaufsichtigt, teilte mit, dass der Schutz von Mensch und Umwelt zu jeder Zeit gewährleistet gewesen sei. Der Reaktor sei automatisch abgeschaltet worden, es handle sich um eine sogenannte Schnellabschaltung.

"Die Anlage befindet sich in einem sicheren Zustand", schreibt das Ensi weiter. Das Messnetz zur automatischen Überwachung in der Umgebung der Kernkraftwerke habe keinen Anstieg der Radioaktivität gezeigt.

Umformer ausgetauscht

Im April und im Mai 2019 war es bereits zu zwei Reaktorschnellabschaltungen in Leibstadt gekommen. Beide hatten die gleiche Ursache. Laut der Aufsichtsbehörde führte ein fehlerhaftes Verhalten eines Messwertumformers damals zu falschen Messwerten in einem Kanal der Frischdampfdruckmessung. Diese lösten ein schnelles Schliessen der Turbineneinlassventile aus. Die Anlage reagierte daraufhin mit einer Reaktorschnellabschaltung, die normal verlief.

Nach dem zweiten Vorkommnis tauschte das Kernkraftwerk Leibstadt den ganzen Umformer aus. Untersuchungen zeigten Kontaktprobleme zwischen übereinander angebrachten Platinen als Ursache für die temporären Messwertschwankungen. Da die Messwertschwankungen aufgrund der Kontaktprobleme bei den folgenden Prüfungen des Umformers nicht mehr auftraten, wurde der Fehler als behoben betrachtet.

Personalabbau führt zu Problemen

Doch nicht nur die Technik, auch der Abbau von Personal hat im zu Ende gehenden Jahr für Probleme im Aargauer Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) geführt. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Bundes, der Ende August publik wurde.

Demnach ist der Personalabbau seit 2015 einer der "wesentlichen Gründe für die Probleme im KKL". Menschliche und organisatorische Faktoren hätten einen "wesentlichen Anteil" an den Vorkommnissen. Das KKL will die Zahl der Mitarbeitenden bis 2022 von rund 500 auf 470 Stellen senken, vor allem bei nicht sicherheitsrelevante Posten, wie das KKL betonte.

Die Werksleitung muss der Aufsichtsbehörde nun belegen, wie sie die Sicherheit trotz weniger Personal gewährleisten will. Das Ensi prüft derzeit den Vorschlag, den die Leitung des KKL Mitte August eingereicht hat. Zudem unterstellte das Ensi das KKL aufgrund seiner Vorbehalte gegen die Sicherheitskultur einer verschärften Aufsicht.

(AWP)

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