Ausblick US-Wirtschaft

21 Kommentare / 0 neu
15.11.2008 15:58
#1
Bild des Benutzers untouchable
Offline
Kommentare: 1319
Ausblick US-Wirtschaft

Ich habe mir mal die Mühe gemacht mich mit den wichtigsten Indikatoren zu befassen und eine Standortbestimmung zu machen. Als Ursprung habe ich die Immokrise der USA genommen. Ihr dürft mich gerne kritisieren, ich bein kein Analyst, daher bin ich gegenüber jeglichen Inputs oder Korrekuren offen.

Als erstes habe ich dazu den Chart Baubeginne & Baugenehmigungen unter die Lupe genommen. Baubeginne sind die besten Anzeichen für die momentane Bautätigkeit von Wohnanlagen. Während die Baugenehmigungen die Aussicht in den kommenden Monaten beschreibt.

Gut ersichtlich ist hier wie nach dem 911 im Jahr 2002 der Trend zum Häuslebauen begonnen hat. Durch die entstandene Wirtschaftskrise sind durch die Zinssenkungen der FED auch die Hypothekarzinsen ins Rutschen geraten. Attraktiv hat man sich gedacht und hat die Chance wahrgenommen sich sein Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Typisch in einer Krise ist auch die Flucht in Sachwerte. Begünstigt durch den eintretenden Aufschwung 2003 und den noch immer tiefen Hypothekarzinsen ist ein regelrechter Bauboom entstanden. Die tiefen Zinsen und steigenden Häuserpreise bewegten die Banken auch mehr Risiken einzugehen. Man entschied sich vermehrt Subprimekredite zu tätigen. Finanzierungen an schlecht verdienende Personen, die sich selbst finanzieren, in dem sich die Häuser durch den Preisanstieg selbst amortisieren. Für gutverdienende hat sich der Preistrieb auch gelohnt, mit Erhöhungen auf den Finanzierungen konnte zusätzlich der Privatkonsum angekurbelt werden, gleichzeitig stieg dabei natürlich die Verschuldung des Volkes.

Während 2003-2006 hat sich die Wirtschaft erholt und die Zinsen haben durch Zinserhöhungen begonnen zu steigen. 2006 – 2007 haben die Zinsen nochmals markant angezogen. Den Hauseigentümer, besonders den Subprime Schuldnern stand das Wasser bis zum Hals. Die Kosten für Ihr Eigenheim haben sich markant verteuert. Viele kamen in die Schuldenfalle konnten Ihr Eigenheim nicht mehr halten. Trotz dem im 2007 startenden Wirtschaftsabschwung und den Zinssenkungen der FED sanken die Hypothekarzinen nur marginal.

Als nächstes habe ich mir den MBA Hypothekenanträge Index zur Brust genommen.

Der Index ist ein Frühindikator für Hausverkäufe und gibt so den Finanzmärkten einen Hinweis in welche Richtung sich der Immobilienmarkt wendet. Auffallend ist das mitte 2003 ein regelrechter Cut stattgefunden hat. Exakt an dem Punkt als die Zinsen wieder anfingen zu steigen. Wie ist das zu erklären? M.E. kam hier der ganze Subprime Markt in die Stagnation, die Banken haben die Bremse gezogen. Das Ausfallrisiko der Schuldner nahm mehr und mehr zu und die Kreditvergabe wurde deshalb rigoros eingeschränkt. Mit dem Auge auf die steigenden Zinsen und das Risikomanagement gerichtet wurden die Forderungen aus Subprimekrediten in Pakete verpackt und in Form von Anleihen und Derivaten etc. unter den Banken hin und her geschoben und schlussentlich auch auf dem freien Markt platziert.

Durch den anhaltenden Wirtschaftsaufschwung spekulierten die Banken aber auf eine Erholung bei den Subprimekrediten und den Hypothekaranträgen. Allerdings ist der Aufschwung während den fetten Börsenjahren 2003-2007 zu langsam bei der mittleren und unteren Bevölkerungsschicht angekommen. Während dieser Zeit zeichnete sich eine Seitwärtsphase an. Das hatte Folgen wie wir im nächsten Chart sehen.

Der NAHB Housing Market Index wird als guter Frühindikator für die Baubranche angesehen. Der Index für den Immobilienmarkt ist dem Verbrauchervertrauen sehr ähnlich. Er bietet einen Sentiment-Massstab des Baugewerbes hinsichtlich der momentanen und zukünftigen Bedingungen. Ein Wert von 50 bedeutet grundsätzlich, dass die Anzahl der positiven bzw. "guten" Einschätzungen die der negativen oder "schlechten" Einschätzungen überwiegt.

Während die Hypothekaranträge stabil seitwärts liefen wurde munter gebaut. Wie wir auf dem ersten Chart gesehen haben nahmen die Baugenehmigungen und Baubewilligung sogar noch während 2004-2006 markant zu und das nur im Hinblick dass der Aufschwung das absorbieren wird. Ich komme deshalb auch zum Fazit dass die Baubranche kläglich versagt hat ihre Bautätigkeiten einzuschränken und sich wieder zu redimensionieren. Andererseits haben auch die Banken vesagt indem Sie die Kredivergabe in der Baubranche hätte einschränken sollen. Das Ganze führte zu einem Überangebot und in der Folge zum Preisdruck auf den Verkaufspreisen und liess als letztes Elend auch die Häuserpreise der bestehenden Immobilien einbrechen.

Ende 2007 stiegen die Zinsen auf ein neues Hoch an. Die Subprimeschuldnern konnten ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. An diesem abzeichnenden Punkt, können wir aus dem Chart interpretieren, hat sogar die Baubranche begriffen dass ein Sturm droht.

In der USA müssen die Banken massiv Liegenschaften in den Eigenbestand aufnehmen und wieder veräussern, dass mit erheblichen Preisabschlägen unter Wert der gewährten Finanzierungen. In den USA übernimmt die Bank zu finanzierende Liegenschaft zu Eigentum. Kann ein Schuldner seinen Forderungen nicht mehr nachkommen steckt er den Schlüssel in ein Couvert und schickt Ihn der Bank. Die Bank muss dann besorgt sein einen neuen Käufer zu finden. In den USA haften die Kreditnehmer deshalb auch nicht mit dem Privatvermögen.

Hierzulande werden die Immobilien durch Schuldbriefe sichergestellt und in Form von einer Grundpfandschuld der Bank hinterlegt. Die Liegenschaft ist grundsätzlich Eigentum des Kreditnehmers. Kommt der Schuldner seinen Forderung nicht mehr nach erfolgt zuerst die Grundpfandverwertung womit der Schuldbrief und damit verbunden die Liegenschaft zu Eigentum der Bank wird. Erst dann kann die Bank die Liegenschaft auf der Zwangsversteigerung veräussern. Zudem haftet der Schuldner mit dem Privatvermögen, deckt der Verkaufserlös nicht die vorhandenen Schulden.

Nehmen wir den nächsten Chart in Angriff. Die Immobilienmaklervereinigung, National Association of Realtors (NAR), hat 2005 einen Index aufgelegt, der die aktuellen Umsätze für Hausverkäufe aus Bestand prognostizieren soll. Dieser Frühindikator, die 'Pending Homes Sales', beinhalten Vorverträge, die in der kurzen Vergangenheit des Index in 80% der Fälle innerhalb von zwei Monaten zum endgültigen Vertragsabschluss geführt haben. Der Grossteil der offen gebliebenen Verträge kam nach drei bis vier Monaten zum Abschluss.

Gehen wir langsam aber sicher zum heutigen Stand über. Ende 2007 hatte sich eine Erholung

abgezeichnet. Wenn man diese aber zusammen mit den MBA Hypothekaranträge anschaut ergibt sich eine neues Bild. Einerseits ist der Anstieg damit zu Begründen dass viele die ihr Haus der Bank überlassen haben sich einfach ein günstigeres zugelegt haben. Andererseit hat der tiefe Dollar bewirkt dass divesere ausländische Investoren auf dem Allzeittief des Dollars günstig Immobilien eingekauft haben. Die meisten davon wurden wohl Cash und ohne Finanzierung gekauft. Darauf deuten die Hypothekenanträge welche weiter auf dem Allzeittief verharren. Heute steht der Dollar wieder fast bei 1.20.-, hat man damals 1:1 USD / CHF gekauft hätte man grundsätzlich bereits 20% verdient. Allerdings war das ein Nullnummernspiel weil die Häuserpreise weiter sanken und die Erholung sowie die Chance auf ein „Soft Landing“ wieder verpuffte.

Werfen wir als letztes noch einen Blick auf die Verkäufe. Wenn man sich den Chart mit den Baubewilliungen und Baubeginne nochmals ansieht wird nochmals deutlich wie rigoros

die Baufirmen und die Banken ins Leere bauten und damit massgeblich zur Krise beigetragen hat. Im Detailhandel hätte man platzende Lager mit unmengen an Ladenhütern gehabt und einem Chef der sich die Kugel gibt aufgrund seiner Fehleinkäufen. Dass man so blind ins Leere produziert ist eigentlich unbegreifflich und wäre verhinderbar gewesen.

Was für Chancen bestehen dass sich der Immobilienmarkt bald erholt? In erster Linie müssten die günstigen Leitzinsen auch auch beim Schuldner ankommen. Derzeit haben die Banken zwar gute Margen, aber die Ausfälle und Kapitalrückzüge aus den ausgegebenen Papieren setzten die Banken massiv unter die Druck. Zudem gilt auch bei der FED Ausleihungen gegen Gegenwert, doch derzeit gibt die FED den Banken nicht viel Geld gegen Immobilienverbriefungen. Die Voraussetzung das System wieder in Gang zu kriegen ist auch dass sich die Banken wieder untereinander Vertrauen und der Interbankenmarkt wieder liquid wird. Dazu wird nun der Spreu vom Weizen getrennt. Ohne gut aufgestelltes Unternehmen kein günstiges Geld oder gar keine Gelder werden ausgeliehen.

Die Bautätigkeiten und Häuserpreise sind schon fast auf hystorischem Tief. Der Markt ist m.E. deshalb am Ende der Bereinigungsphase. Die stetig steigende Bevölkerungszahl und die zunehmende Zuwandererrate werden einen Teil des Überbestandes absorbieren. Damit der Markt wieder nach oben gehen kann braucht es eine Angebotsverknappung. Damit würden die Preise wieder stabil und gewinnbringend werden. Allerdings wird sich durch die Entlassungswelle in der Realwirtschaft die Situation nochmals verschärfen. Umso wichtiger ist es derzeit Jobs zu erhalten. Doch wohin mit den Homeless? Das Auffangbecken des Staates funktioniert nicht.Die USA muss eine Lösung finden die Leute in dieser Phase zu unterstützen ihre Häuser zu halten. Noch mehr Zeltstädte sind nicht zumutbar. Auch für diese Leute muss eine Lösung gefunden werden.

Ein positives Indiz dass sich die Lage wieder entspannen dürfte ist der Index über die verkauften Eigenheime aus Bestand. Die Verkäufe scheinen sich langsam zu stabilisieren, dass vorderhand aber natürlich nur unter massivem Preisdruck.

Gehen wir in die Realwirtschaft über. Die 2. grösste Sorge, die Industrie in den USA. Da die Industrieproduktion für unterschiedlichste Anteile am nationalen Ertrag verantwortlich ist, geben diese Daten einen Einblick in die momentane Verfassung der Wirtschaft. Die Kapazitätsauslastung stellt eine wertvolle Messung einer Flaute der Ökonomie dar.

Wenn man sich den anstieg nach dem 911 im 2002 ansieht erkennt man dass die nötigen Redimensionierung nie stattgefunden hat. Die Unternehmen waren erst Mitte 2006 wieder zu 100% ausgelastet, an einem Punkt als die Produktion bereits in einer Seitwärtsphase war. Die Unternehmen haben also sehr viel Geld damit verloren Ihre Produktion nicht der Auslastung anzupassen. Dementsprechen hart war der Stop als sich 2007 das Umfeld wieder eintrübte. Jetzt haben wir noch das umgekehrte Bild. Wir haben eine Kapazitätsauslastung über der Produktion, somit schlägt sich der Einbruch nur verzögert auf die Unternehmen. Allerdings umso härter auf diesen Unternehmen die bereits während der letzten Boomjahren nicht auf die Zahlen kamen (GM etc.) Man kann also auch sagen die Industrie wurde ungenügend an die Leine genommen.

Sehen wir uns das Ganze noch auf dem Philadelphia FED Survey an. Die Serie stellt frühe Informationen zu Preisveränderungen, Beschäftigungstrends und Konjunkturaussichten im verarbeitenden Gewerbe zur Verfügung, welche die Erwartungen auf makroökonischer Ebene widerspiegeln. Auch hier zeichnet sich ein deutliches Bild ab. Die Abwärtsspirale dürfte nochmals 3 Monate nach unten zeigen. Das Ganze wiederspiegelt sich im gleichen Masse auch auf dem ISM Index den ich hier mal weglasse. Der steht bereits auf einem historischen Tief.

Ein Blick auf die Erstanträge der Arbeitslosenunterstützung bestätigt diese Bild. Doch diesmal wird es härter kommen das hoch ist noch lange nicht erreicht. Wir sind jetzt schon auf dem Stand von 2002 und viele Kündigungen sind noch gar nicht ausgesprochen und die Erstanträge folgen erst noch. Diesmal scheint die Wirtschaft Ihre Aufgaben zu machen, was den Staat vor ein ernsthaftes Problem stellt. Das ist auch der Grund warum man alles versucht die Wirtschaft zu stimulieren. Dabei geht es weniger um die Unternehmen selbst.

Dieser Index macht nochmals deutlich was uns noch bevor steht. Er zeigt momentan dass die Betriebe Ihre Mitarbeiter noch brauchen da Sie derzeit noch die Aufträge der letzten Jahre abarbeiten können, wiederum ist der Einbruch so gross dass die Betrieben massenhaft Entlassungen sprechen müssen um den Auftragseinbruch auffangen zu können.

Schaut man sich die Lagerbestände im Grosshandel an wird schnell klar was für ein Problem wir überhaupt haben. Während vor 2001 die Lagerbestände mehr oder weniger im Einklang mit der Wirtschaftssitation liefen, sieht es heute ganz anders aus. Wir haben eine sich abschwächende Wirtschaft und proppenvolle Lager. Nur die Verbrauchsgüter scheinen sich der Situation entsprechend anzupassen wo sich nach eine weitere Korrektur auch eine Stabilisierung abzeichnen dürfte. Ein Indiz mehr dafür dass es nicht so schnell wieder bergauf gehen kann, weil erst die Lager abgearbeitet werden müssen. Die langlebigen Güter und deren Produktion müssen nun massiv eingeschränkt werden, nochmehr Ladenhüter können Sie nicht verkraften.

Schauen wir uns die Einzelhandelsumsätze an. Seit 1993 sind diese nie so sehr eingebrochen wie heute. Nochmals deutlich wird hier der grosse Einbruch in der Autobranche, schaut man den Index ohne Autos an, ist eigentlich alles nur halb so schlimm. Wieder ein Indiz dass die Verschuldung der Amerikaner so weit fortgeschritten ist, dass nun sparen angesagt ist. So einen Einbruch hat die Autobranche wirklich noch nie erlebt.

Hier klärt sich das Bild gleich doppelt auf. Die Hersteller bleiben mehr und mehr auf Ihren Waren sitzen, während die Lagerbestände beim Einzelhandel immer kleiner werden, da Sie einfach nicht mehr genügend Absatz finden und die Rückgängigen Umsätze die Einkäufe einschränken.

Es ist Zeit mal ein erstes Fazit zu ziehen. Ich bin zum Schluss gekommen dass der Immobilienmarkt sich erholen könnte. Dort wo der Ursprung eigentlich seinen Lauf genommen hat. Jedoch ist diese Krise allein für mich nicht der massgebliche Punkt weshalb wir nun in grösseren Problemen stecken. Die Industrie hat noch viel schlimmer gewirtschaftet als alle Banken zusammen. Massiv auf Punp und hohe Lagerbestände produziert und stehen schlussentlich ohne den nötigen Absatzkanal da, der durch die vielen Entlassungen die eigentlich zwingend sind nochmals kleiner werden düfte.

Wir haben aber ein ganz anderes Problem derzeit. Um es mal ganz einfach auszudrücken, die Wirtschaft allein kann den Einbruch nicht verdauen und der Staat Amerika auch nicht. Wir haben eine Game Over Situation wie wir sie so noch nie gesehen hätte. Man kann nun sagen, eigentlich ist es ein mittelfristiges Problem, aber eines dass so gross ist, dass es zu einem Kollaps führen kann wobei die Handlungsspielräume des Staates praktisch ausgeschöpft sind.

Das US Wirtschaftssystem kann sich kurzfristig nicht gesund schrumpfen. Denn die USA kann mit seiner überdimensionalen Verschuldung diese Situation nicht mehr auffangen. Das Sozialsystem versagt auf voller Linie. Wie deutlich das ist zeigt sich auf folgendem Bild. Man kann nur hoffen das Obama die richtigen Entscheidungen trifft um diese Misere wieder abzubauen. Doch diesmal müsste vermutlich 12 Jahre lang ein Demokrat an der Macht bleiben um diesen Scherbenhaufen wieder aufzuräumen. Nur noch als letzte Info heute haben wir 900 Mrd. Staatsverschuldung. Mal ganz hart gesagt verkümmert die USA in ein modernes 3. Weltland, dass Zuschüsse benötigt um über die Runden zu kommen. Bevor der Aufschwung wieder beginnen kann, müssen die Lager abgebaut werden. Sollten es zu weiteren Massenentlassungen kommen, gerät der Immobilienmarkt und viele Branchen weiter unter Druck, die Handelsumsätze sinken weiter. Die Situation könnte sich also nochmal verschärfen. Nun müssen die Amerikaner ihre noch vorhandenen Mittel geschickt ausspielen und m.E. tun sie das am schlausten wenn Sie in erster Linie das Volk stützen und nicht die Firmen. Es gibt jedoch wenige Firmen die grundsätzch zu Gross sid um sie Konkurs gehen zu lassen. Diese gilt es zu retten, zu verstaatlichen und aufzuspalten. Einige Schritte haben wir bereits gesehen. Hoffen wir dass sie Amerikaner ihre Hausaufgaben machen werden.

Somit gehe ich davon aus dass wir mind. Noch 6-12 Monate warten müssen, bis sich die Wolken wieder verziehen und das auch nur wenn wirklich die richtigen Entscheidungen getrofen werden. Vorderhand dürften die Börsen somit weiter im Abwärtstrend bleiben.

Kursanstiege sind noch keine Rally sondern technische Erholungen und basieren vorderhand noch auf der Hoffnung der Turnaround wird geschafft.

Aufklappen
14.09.2011 21:59
Bild des Benutzers aprecio
Offline
Kommentare: 1042
Investment Behavior and Policy Implications
14.09.2011 21:53
Bild des Benutzers aprecio
Offline
Kommentare: 1042
Inequality and its corrosive effects on democracy
14.09.2011 21:17
Bild des Benutzers aprecio
Offline
Kommentare: 1042
the american jobs act

"The package is intended to deliver stimulus that is timely, temporary, and targeted to areas of immediate need, while promising to pay for stimulus when the economy is stronger and the FOMC better poised to offset any drag associated with the payback. On these grounds the plan seems reasonable to us. It is not, however, a panacea that will put the unemployment rate on a notably steeper descent towards full employment. Rather, it shifts growth from the future, when we hope the economy will be stronger, to today when we know it remains mired in a sub-par expansion."

http://macroadvisers.blogspot.com/2011/09/updated-american-jobs-act-grea...

26.08.2011 12:05
Bild des Benutzers untouchable
Offline
Kommentare: 1319
Ausblick US-Wirtschaft

War schon ewig nicht mehr angemeldet. Zwar noch mitgelesen aber nichts geschrieben.

Schon witzig wenn man seinen alten Tread wieder einmal durchliest Smile Interessant ist dass die Charts durch die Verlinkung weiter geführt wurden.

Aber wenn ich mir die Indikatoren ansehe und die neuen Probleme die hinzugekommen sind ergänzen würde, da sieht meine Prognose nicht allzu rosig aus für die nächste Zeit.

18.11.2008 00:01
Bild des Benutzers untouchable
Offline
Kommentare: 1319
Re: Toller Thread

sizzLa wrote:

also so macht die Abendzeitung Spass...

....weiter so!

sry 4 the spam Wink

Danke für die Blumen. Hab mich mal 2 Stunden damit befasst um mal selber zu ein paar Schlüssen zu kommen und dachte ich lasse die Leute hier drin daran teilhaben. Mal was anderes anstatt hier drin nur den weiteren Absturz oder einen Upmove zu prophezeihen.

Hatte eigentlich mit ein bisschen mehr Gegenwind und Inputs dazu gehofft....aber vielleicht kommt das ja noch Smile Bin ja nicht über alles erhaben und auch kein Wirtschaftsstudent der das aus dem FF beherrschen sollte. Wenn man weiss was die Charts aussagen kann man auch als Normalsterblicher einiges daraus lesen.

17.11.2008 21:14
Bild des Benutzers Simona
Offline
Kommentare: 1324
Ausblick US-Wirtschaft

Irgendwie zum kotzen...... Da könnte man wirklich langsam USA-Hasser werden, wenn dies aus historischen Gesichtspunkten absolut nicht angebracht wäre. Zumindest nicht wenn man Europäer ist.

Gruss

Dr.Zock

Ich bin es geworden. 8) :twisted:

Gruss,

Simona

17.11.2008 20:57
Bild des Benutzers sizzLa
Offline
Kommentare: 72
Toller Thread

also so macht die Abendzeitung Spass...

....weiter so!

sry 4 the spam Wink

now that I have crossed the borders of realites and dimensions, I cant believe how blind I have been...........

17.11.2008 18:51
Bild des Benutzers Dr.Zock
Offline
Kommentare: 5617
Ausblick US-Wirtschaft

@ Eptinger

Bleibt abzuwarten ob diese "everything goes" Mentalität einen Dämpfer erhält. Ich glaubs noch nicht. Die werden sicher bald wieder die nächste Blase angehen, nur um dem "american way of life" auch weiterhin zu fröhnen. Ausbaden kann es dann ja der Rest der Welt.

Irgendwie zum kotzen...... Da könnte man wirklich langsam USA-Hasser werden, wenn dies aus historischen Gesichtspunkten absolut nicht angebracht wäre. Zumindest nicht wenn man Europäer ist.

Gruss

Dr.Zock

Es ist leichter, einer Begierde ganz zu entsagen, als in ihr maßzuhalten. ( Friedrich Nietzsche )

17.11.2008 18:01
Bild des Benutzers Eptinger
Offline
Kommentare: 1688
Ausblick US-Wirtschaft

Die Bereinigung sollte sich auf die ganzen Staaten ausdehnen. Feuer kann sehr reinigend sein. Lol 8) :evil:

Gruss vom Eptinger

17.11.2008 13:16
Bild des Benutzers scaphilo
Offline
Kommentare: 701
Ausblick US-Wirtschaft

Dr.Zock wrote:

Das predige ich auch schon eine ganze Zeit. Wenn den "Häuslebesitzer" geholfen wird ( z.B. mittels Zinsreduktion / Entlastung der Schulden o.ä. ) dann würden diese aufatmen können, der Konsum könnte wieder an Fahrt aufnehmen, und die Immobilienpreise dürften sich auch stabilisieren.

Ich verstehe einfach nicht warum dass dies nicht schon früher erfolgte, resp. endlich erfolgen sollte.

Gruss

Dr.Zock

Ich bin der Meinung dass die Rezession erst mal gespürt werden muss bevor man sie zu beheben versucht. Das Problem ist nämlich wenn man sie vorher beheben möchte kostet das ungleich mehr. Ausserdem muss der Mensch zurückfahren können. Eine Phase der Entspannung ist gar nicht schlecht. Es ist nicht möglich ein, mit Krediten überfülltes System, mit noch mehr Krediten am Leben zu erhalten. Etwas anderes wie Kredite haben die Staaten sowieso nicht mehr.

Die Staaten machen einen Fehler wenn sie das System jetzt retten wollen. Es ist noch zu früh und es wird so nicht funktionieren. Trotzdem machen sie den Fehler und das führt unweigerlich zu einer Katastrophe die im Vergleich zu der jetzigen Rezession viel schlimmer ist.

Den gleichen Fehler haben sie schon 2001 gemacht. Das Ergebnis sehen wir heute Wink

Natürlich sehe ich auch, dass der Staat sich im Zugzwang befindent, denn wenn es der Wirtschaft schlecht geht dann kommen keine Steuern rein und wenn die ausfallen ist der Staat pleite. Es ist einefach eine Illusion wenn man glaubt, dass muss Schulden nur bedienen muss und nicht zurückzahlen muss. Der Staat selbst befindet sich zunehmend in der Kreditklemme...

17.11.2008 09:25
Bild des Benutzers untouchable
Offline
Kommentare: 1319
Ausblick US-Wirtschaft

Dr.Zock wrote:

Das predige ich auch schon eine ganze Zeit. Wenn den "Häuslebesitzer" geholfen wird ( z.B. mittels Zinsreduktion / Entlastung der Schulden o.ä. ) dann würden diese aufatmen können, der Konsum könnte wieder an Fahrt aufnehmen, und die Immobilienpreise dürften sich auch stabilisieren.

Ich verstehe einfach nicht warum dass dies nicht schon früher erfolgte, resp. endlich erfolgen sollte.

Gruss

Dr.Zock

So wies aussieht werden mit den 700Mrd. nun andere Löcher gestopft, nur beim Volk kommt die Hilfe vermutlich wieder nicht an. Wir hatten ja auch schon die Idee die USA würde die Hypothekarzinsen einfrieren. Wäre m.E. gar keine so dumme Idee.

@ Marcus Fabian

In Kalifornien sind 800 Häuser abgefackelt...die Bereinigung geht voran Smile

16.11.2008 16:15
Bild des Benutzers Azrael
Offline
Kommentare: 5133
Ausblick US-Wirtschaft

marcus fabian: ich hoffe es ist wenigstens buchstabensuppe - dann kann ich mich intellektuell noch ein wenig betätigen.

"der krug geht zum brunnen bis er bricht" - so auch hier. viele wussten es, viele vermuteten es, trotzdem wollten alle die bereits leere zitrone noch mehr ausdrücken. glück für diejenigen welche sich noch genüg früh retten konnten - pech für die, welche 2 tage vor dem grossem bumms noch reingingen und immer noch drinsitzen.

WOMEN & CATS WILL DO AS THEY PLEASE, AND MEN & DOGS SHOULD GET USED TO THE IDEA.

A DOG ALWAYS OFFERS UNCONDITIONAL LOVE. CATS HAVE TO THINK ABOUT IT!!

16.11.2008 15:44
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Kommentare: 16379
Ausblick US-Wirtschaft

Dr.Zock wrote:

Ich verstehe einfach nicht warum dass dies nicht schon früher erfolgte, resp. endlich erfolgen sollte.

Das kann man am schönsten mit einem kurzen Zitat erklären, das ich dieses WE irgendwo gelesen habe:

"Die US Regierung rettet die Wallstreet und vergisst die Bronx".

Aber bei uns ist es ja auch nicht besser. Der Steuerzahler sitzt bei der UBS jetzt zwangsweise mit im sinkenden Boot und darf die Suppe die nächsten 100 Jahre auslöffeln.

15.11.2008 23:10
Bild des Benutzers Khan
Offline
Kommentare: 100
Ausblick US-Wirtschaft

vielen Dank für eure wichtigen Einschätzungen und eure Mühen........ super .............

15.11.2008 18:51
Bild des Benutzers Dr.Zock
Offline
Kommentare: 5617
Ausblick US-Wirtschaft

Das predige ich auch schon eine ganze Zeit. Wenn den "Häuslebesitzer" geholfen wird ( z.B. mittels Zinsreduktion / Entlastung der Schulden o.ä. ) dann würden diese aufatmen können, der Konsum könnte wieder an Fahrt aufnehmen, und die Immobilienpreise dürften sich auch stabilisieren.

Ich verstehe einfach nicht warum dass dies nicht schon früher erfolgte, resp. endlich erfolgen sollte.

Gruss

Dr.Zock

Es ist leichter, einer Begierde ganz zu entsagen, als in ihr maßzuhalten. ( Friedrich Nietzsche )

15.11.2008 18:29
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Kommentare: 16379
Ausblick US-Wirtschaft

untouchable wrote:

Denke dass massiv weniger gebaut wird ist ein Fact.

Absolut einverstanden. Das steht ausser Frage. Es wurde viel zuviel gebaut und nun gibt's genau zwei Möglichkeiten:

1. Wir warten, bis die Bevölkerung so weit gewachsen ist, dass sie die zuviel gebauten Immos absorbiert.

2. Wir zerstören Häuser Wink

Letzteres ist übrigens gar nicht so abwegig. Viele frustrierte EFH-Besitzer haben nämlich nicht brav den Haus-Schlüssel an die Bank zurück geschickt sondern vorher ihr Haus noch demoliert.

Oder aber eine Hütte steht leer und Vandalen plündern alles von der Kloschüssel bis zu den Kupferkabeln, die sie aus den Wänden reissen.

Da gibt es einige Häuschen, die z.B. verlassen wurden, weil der Wert von $150k auf $100k sank und die Hypothek von $120k überstieg. Aber nch der Plünderung ist die Hütte keine $10k mehr wert.

Insofern macht das Programm der US-Regierung auch Sinn, direkt den überlasteten Häuschen-Besitzern zu helfen und ihnen die Möglichkeit zu geben, im Haus zu bleiben. Besser, die Bank muss nur $30k abschreiben als (fast) das ganze Haus.

15.11.2008 18:03
Bild des Benutzers untouchable
Offline
Kommentare: 1319
Ausblick US-Wirtschaft

MarcusFabian wrote:

Ein paar Ergänzungen:

Dass 2003 die Anträge für Hypotheken gesunken sind, muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass weniger gebaut wurde. Die Amis haben ja ab 2002 am meisten Kohle mit Refinanzierung verdient (Refinanzierung = Ablösen z.B. einer 8% Hypothek durch eine 6% Hypothek).

Danke für den Input....das mit den Subprimes war ein bisschen unglücklich formuliert hast Du recht.

Denke dass massiv weniger gebaut wird ist ein Fact. Wenn Du dir den Chart zu den Bauausgaben anschaust wird dies untermauert, oder würdest Du den ganz anders interpretieren?? Gilt natürlich nicht für öffentliche Gebäude, hoffe bloss das sind Notunterkünfte Smile

15.11.2008 17:25
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Kommentare: 16379
Ausblick US-Wirtschaft

Ein paar Ergänzungen:

Subprimes sind nicht eine eigene "Art von Hypothek" sondern einfach Pakete aus diversen Hypotheken. Das Problem mit den Subprimes ist einfach, dass man nicht weiss, aus welchen (= Qualität) Hypotheken sich das Paket zusammensetzt. Man hat also die Katze im Sack.

Dass 2003 die Anträge für Hypotheken gesunken sind, muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass weniger gebaut wurde. Die Amis haben ja ab 2002 am meisten Kohle mit Refinanzierung verdient (Refinanzierung = Ablösen z.B. einer 8% Hypothek durch eine 6% Hypothek).

Ich weiss allerdings nicht, ob diese Refis bei den Hypotheken mit eingerechnet werden oder ob sich die Grafik nur auf neue Hypotheken bezieht.

Dein Argument, dass Bevölkerungswachstum der USA die zuviel gebauten Häuser absorbieren wird, ist stichhaltig. Das sehe ich genau so. Nur, wird das noch ein bisschen dauern:

Die Trendlinie der Häuserpreise folgt ziemlich präzise der Bevölkerungsstruktur der USA. Die Bevölkerung wächst recht präzise seit den 1950er Jahren um ca. 1% pro Jahr.

Seit dem Peak wurden bereits 20-25% korrigiert. Es werden also noch weitere 15-20% folgen, bis wieder der vernünftige Marktwert erreicht ist.

15.11.2008 16:23
Bild des Benutzers weico
Offline
Kommentare: 4550
Re: Ausblick US-Wirtschaft

untouchable wrote:

Man kann nur hoffen das Obama die richtigen Entscheidungen trifft um diese Misere wieder abzubauen. Doch diesmal müsste vermutlich 12 Jahre lang ein Demokrat an der Macht bleiben um diesen Scherbenhaufen wieder aufzuräumen. Nur noch als letzte Info heute haben wir 900 Mrd. Staatsverschuldung. Mal ganz hart gesagt verkümmert die USA in ein modernes 3. Weltland, dass Zuschüsse benötigt um über die Runden zu kommen. Bevor der Aufschwung wieder beginnen kann, müssen die Lager abgebaut werden. Sollten es zu weiteren Massenentlassungen kommen, gerät der Immobilienmarkt und viele Branchen weiter unter Druck, die Handelsumsätze sinken weiter. Die Situation könnte sich also nochmal verschärfen. Nun müssen die Amerikaner ihre noch vorhandenen Mittel geschickt ausspielen und m.E. tun sie das am schlausten wenn Sie in erster Linie das Volk stützen und nicht die Firmen. Es gibt jedoch wenige Firmen die grundsätzch zu Gross sid um sie Konkurs gehen zu lassen. Diese gilt es zu retten, zu verstaatlichen und aufzuspalten. Einige Schritte haben wir bereits gesehen. Hoffen wir dass sie Amerikaner ihre Hausaufgaben machen werden.

Somit gehe ich davon aus dass wir mind. Noch 6-12 Monate warten müssen, bis sich die Wolken wieder verziehen und das auch nur wenn wirklich die richtigen Entscheidungen getrofen werden. Vorderhand dürften die Börsen somit weiter im Abwärtstrend bleiben.

Die Leute haben schlicht kein Geld mehr um die Lager abzubauen.

Damit das Volk bzw. die Grosskonzerne gerettet werden,wird Obama nicht um einen weiteren "New Deal" (wie zu Roosevelt's Zeiten) umherkommen.

Für die USA heisst dies, sich wieder vermehrt um sich selber zu kümmern bzw. Ihren "Heimmarkt" nach Aussen abzuschotten .

http://de.wikipedia.org/wiki/New_Deal

Mit verheerenden Folgen für die restliche Welt,die damit Ihren grössent Verkaufsmarkt verliert.

P.S...

Spannungen bzw.spannende Zeiten sind da am "anrollen".. Wink

weico

15.11.2008 16:04
Bild des Benutzers untouchable
Offline
Kommentare: 1319
Re: Ausblick US-Wirtschaft

Sorry dachte dass man auch bei einer Umfrage normal antworten kann.....nun müsst Ihr mich halt zitieren um hier einen Beitrag zu schreiben.