Bailout des Jahrtausends

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20.09.2008 01:52
#1
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Bailout des Jahrtausends

Es ist unglaublich was die Amis wieder sich erlauben. Klar darf man den Finanzmarkt nicht hops gehen lassen, aber es kann nicht anstehen, dass Firmen, die das ABC des investierens nicht verstehen mit Steuergeldern rausgepaukt werden.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Paulson seine alten Freunde von Goldman Sachs aus der $cheisse holen muss. Oder anderst gesagt, jeder Ami muss $100'000 bezahlen, damit die Finanzfirmen über die Runde kommen.

Es kommt noch besser - das hat auch Auswirkungen auf uns. Die Inflation wird global steigen, die Wertpapiere an Wert verlieren etc etc.

Einfach unglaublich !

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11.06.2015 13:56
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die meisten der verschwundenen milliarden befinden sich höchstwahrscheinlich in der schweiz.

https://www.youtube.com/watch?v=2zzMWcadFE4

wo viel scheisse liegt, hat es viele fliegen.

naturgesetz

09.06.2015 15:34
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Gläubiger schlagen Bailout-Verlängerung bis März 2016 vor

Um die Pattsituation bei den Verhandlungen zwischen den Kreditgebern und Griechenland für die Auszahlung der restlichen Milliarden aus dem EFSF-Programm zu beenden gibt es den Vorschlag für eine Verlängerung bis März 2016. Athen würde demzufolge zusätzlich auch die 10,9 Milliarden Euro erhalten, die ursprünglich für die Rekapitalisierung der griechischen Banken vorgesehen waren.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/06/09/griechenland-glaeu...

 

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Benjamin Franklin

19.12.2013 08:02
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Mit 55 Milliarden Euro gegen kollabierende Banken

Steuerzahler in Europa sollen nie mehr zahlen müssen, wenn Finanzkolosse zusammenbrechen. Und so sehen die Notfallpläne aus, die in der Nacht beschlossen wurden.

Die EU hat sich auf das Regelwerk für die Schliessung von Pleitebanken geeinigt. Damit werde das Vorhaben der europäischen Bankenunion abgeschlossen, teilten EU-Diplomaten heute Mittwochabend nach gut zwölfstündigen Verhandlungen der EU-Finanzminister in Brüssel mit.

Das Europaparlament muss dem Kompromiss im nächsten Jahr noch zustimmen. Kernstück der neuen Bankenabwicklung ist ein gemeinsamer Topf, der über zehn Jahre hinweg mit Bankengeldern aufgebaut wird.

Ob und wie eine Bank abgewickelt wird, entscheidet ein neues Gremium, dem Vertreter der Mitgliedsstaaten angehören. Die EU-Kommission hat ein Veto-Recht. Besonders umstritten waren unter den Ministern zusätzliche öffentliche Hilfen in der Aufbauphase des gemeinsamen Topfs.

Die Staats- und Regierungschefs hatten zu ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag einen Kompromiss der Finanzminister erwartet. Die Bankenunion ist derzeit das wichtigste Vorzeigeprojekt Europas. Die Finanzminister brauchten mehrere Marathonsitzungen für den Kompromiss.

Kleine Sparer geschützt

Nach der Krise wollen die Europäer für mehr Vertrauen in die europäische Finanzindustrie sorgen. Bei Bankenschieflagen werden verstärkt Aktionäre und Gläubiger in die Pflicht genommen. In der Finanzkrise hatten die EU-Länder insgesamt rund 1,6 Billionen Euro in marode Geldhäuser gepumpt.

Die Verhandlungen mit dem EU-Parlament ergaben, dass bei Bankenkrisen Guthaben von kleinen Sparern in einer Höhe von bis zu 100'000 Euro komplett geschützt sind. Auf ihr Geld sollen Bankkunden künftig bereits nach sieben statt bisher zwanzig Werktagen zugreifen können,

Keine Banken-Runs

Mit den Auflagen will die EU auch verhindern, dass es zu «Banken-Runs» kommt, bei denen Kunden angeschlagener Institute panisch ihr Geld abheben - und die Geldhäuser in noch grössere Bedrängnis bringen. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des deutschen Bankenverbandes, sprach von einem wichtigen «Signal für die europäischen Bankkunden.» Das Vertrauen in die Geldhäuser werde gestärkt.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband teilte mit: «Mit dieser Entscheidung gibt es überall in Europa ein einheitliches Mindest-Sicherungsniveau für Einlagen sowie Standards für die entsprechenden Sicherungsfonds. Es ist absolut positiv, dass dabei die besonderen Sicherungssysteme der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe uneingeschränkt erhalten bleiben können.»

Fonds für Bankenabwicklung

Die Eurogruppe legte bereits in der Nacht zum Mittwoch die Kompromisslinien für die Bankenabwicklung fest. Besonders umstritten waren zusätzliche öffentliche Hilfen. Diese sollen gerade in der Aufbauphase des neuen europäischen Bankenabwicklungsfonds notfalls zur Verfügung stehen. «Im Kern sind wir auf dem Wege, eine gemeinsame Lösung zu finden», resümierte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Der Fonds soll innerhalb von zehn Jahren mit Bankengeldern aufgebaut werden und bis zu 55 Milliarden Euro umfassen. Der Fonds könne in der Aufbauphase auch Kredite aufnehmen, falls er klamm sei, so Teilnehmer. Das gepumpte Geld müsse aber letztlich von den Banken nachbezahlt werden.

Für den Abwicklungsfonds sehen die Kassenhüter einen neuen internationalen Vertrag vor; er soll bis Ende Februar kommenden Jahres ausgearbeitet werden. Dem Vernehmen nach hatte vor allem Deutschland auf diese rechtliche Lösung gedrungen. Berlin befürchte Klagen beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, hiess es.

Das neue System zur Bankenabwicklung soll von 2016 an kommen. Es muss im kommenden Jahr noch vom Europaparlament gebilligt werden. Es ergänzt die bereits fest vereinbarte europäische Bankenaufsicht, die im November 2014 als erster Pfeiler der Bankenunion starten wird.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Mit-55-Milliarden-Euro...

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13.12.2013 10:36
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EU-Durchbruch zur Bankenabwicklung

Gläubiger bluten ab 2016

Unterhändler der Mitgliedstaaten und des EU-Parlaments haben sich auf ein Gesetz zur Bankenabwicklung geeinigt. Ab 2016 sollen primär die Aktionäre und Gläubiger statt der Steuerzahler für die Kosten aufkommen.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/glaeubiger-bluten-ab-201...

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17.09.2013 14:09
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Britische Regierung trennt sich Lloyds-Anteilen

Einen milliardenschweren Lloyds-Anteil hat die britische Regierung verkauft. Das Paket entspricht sechs Prozent der Anteile. Dem Staat gehört dennoch noch knapp ein Drittel der Bank.

Die britische Regierung hat ein Paket mit Aktien der Großbank Lloyds Banking Group für 3,21 Milliarden Pfund (3,83 Milliarden Euro) abgestoßen. Das Paket entspricht sechs Prozent der Lloyds-Anteile, teilte die staatliche Agentur UKFI am Dienstag vor Börsenstart mit. Der Staat hält damit noch 32,7 Prozent an der Bank, die er in der Finanzkrise im Jahr 2008 mit mehr als 20 Milliarden Pfund vor dem Zusammenbruch retten musste.

Das Aktienpaket wurde zum Anteilspreis von 75 Pence verkauft. Die Regierung hatte im Jahr 2008 im Schnitt 73,8 Pence für die Lloyds-Aktien bezahlt und somit brutto ein Plus von rund 60 Millionen Pfund gemacht. Allerdings war der Staat auch an den laufenden Verlusten der Bank beteiligt. Vor einem weiteren Anteilsverkauf will UKFI, die auch die Beteiligung an der ebenfalls mit öffentlichen Geldern gestützten Royal Bank of Scotland (RBS) verwaltet, mindestens 90 Tage warten.

Die Regierung hatte Lloyds 2008 in der Finanzkrise aufgefangen und insgesamt umgerechnet knapp 25 Milliarden Euro an Steuermitteln in das Geldhaus gepumpt. Für Lloyds und RBS zusammen beliefen sich die Rettungsgelder sogar auf 79 Milliarden Euro.

http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/verkauf-von-...

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13.09.2013 17:32
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Elias hat am 13.09.2013 - 08:08 folgendes geschrieben:

Wegelin, die älteste Schweizer Privatbank, zahlte 74 Mio. Dollar und schloss ihre Türen.

Warum hat eigentlich Wegelin nicht zuerst die Türen geschlossen und die $74 Mio. behalten?

 

13.09.2013 08:08
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«100 Banken sterben nach US-Steuerdeal»

Laut Vontobel-CEO Zeno Staub wird die Initiative der USA zur Offenlegung von geheimen Schweizer Konten einen Drittel aller Schweizer Banken das Leben kosten.

Die Anzahl der Banken in der Schweiz wird auf rund 200 schrumpfen - von heute mehr als 300, sagte Staub, Chef der Vontobel Holding, am Donnerstag bei einer Veranstaltung in London. Einige Institute dürften seiner Meinung nach aufgekauft werden, andere schliessen. Zudem würden kleinere Banken in Erwägung ziehen, aufsichtsrechtliche Lizenzen zu wechseln - um zu Asset-Managern zu werden und so regulatorischen Kosten aus dem Weg zu gehen.

Das US-Justizministerium hatte am 29. August ein Programm angekündigt, unter das möglicherweise hunderte Banken fallen. Die Schweizer Regierung hatte ihm zugestimmt. Jene Banken, die Ermittlungen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung vermeiden wollen, müssen dem Programm zufolge Daten übermitteln und zudem die Zahlung von Strafen akzeptieren.

Die UBS konnte Ermittlungen bereits vermeiden, indem sie 780 Mio. Dollar überwies und die Daten zu 4500 Konten übergab. Wegelin, die älteste Schweizer Privatbank, zahlte 74 Mio. Dollar und schloss ihre Türen. Gegen Credit Suisse, Nummer zwei unter den Schweizer Banken, laufen Ermittlungen.

http://www.cash.ch/news/front/100_banken_sterben_nach_ussteuerdeal-31229...

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11.08.2013 20:48
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Seit 2008: Banken machen 20'000 Filialen dicht

Die Banken haben seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 in der EU mittlerweile mehr als 20'000 Filialen geschlossen. Ein Krisenland hat noch immer das dichteste Filialnetz.

Allein im vergangenen Jahr dünnten die gebeutelten Institute ihr Netz um 5500 Vertretungen aus und 2011 um 7200, wie einer Reuters-Analyse zufolge aus Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht. Die Zahl der Filialen schrumpfte damit seit 2008 um insgesamt acht Prozent, im vergangenen Jahr belief sich der Rückgang auf 2,5 Prozent.

Die Geldhäuser wollen mit der Schließung von Filialen vor allem ihre Kosten drücken und somit die geschmolzenen Gewinne aufpäppeln. Zusätzlich verstärkt die anhaltende Zunahme von Internet-Banking diesen Trend, der Experten zufolge noch jahrelang anhalten dürfte.

Kaum eine Bank kann sich heute noch den Luxus unprofitabler Filialen leisten. Immerhin verursacht das Filialnetz wegen der hohen Ausgaben für Immobilien und Personal einer Analyse der Deutschen Bank zufolge insgesamt etwa 60 Prozent aller Kosten im Privatkundengeschäft. Deshalb könnte die Branche in der EU dem Beratungsunternehmen McKinsey und Bankenverbänden zufolge spätestens 2021 durch die Ausdünnung des Netzwerkes zusätzliche Gewinne in Höhe von 15 bis 20 Milliarden Euro generieren.

Dennoch zögern viele Institute - obwohl sie gleichzeitig zugeben, dass sie bei der Ausdünnung des Netzes eigentlich viel zu langsam vorgehen. Sie fürchten den Verlust langjähriger Kunden und Proteste in ländlichen Gebieten. "Eine Schließung liefert den Kunden immer einen Anlass, über einen Wechsel der Bank nachzudenken", erklärt etwa Fabrice Asvazadourian von dem Beratungsunternehmen Roland Berger.

Spanien hat die meisten Filialen

Ende 2012 gab es in der EU den EZB-Daten zufolge insgesamt noch 218'687 Filialen - also etwa eine Zweigstelle pro 2300 Einwohner. Die Schließungen konzentrierten sich im vergangenen Jahr auf die Länder im Zentrum der Schuldenkrise. So schlossen in Griechenland vor allem wegen Zusammenschlüssen regionaler Institute fast sechs Prozent der Bankfilialen ihre Pforten zum letzten Mal. Das von einer Bankenkrise erfasst Spanien verlor 2012 rund fünf Prozent seiner Bankvertretungen. In Irland und Italien betrug der Rückgang jeweils gut drei Prozent. Im Gegensatz dazu verbuchte Osteuropa Zuwächse: In Polen, Tschechien und Litauen nahm die Zahl der Filialen zu.

Spanien hat zwar seit der Finanzkrise insgesamt den dramatischsten Rückgang erlebt: Dort sank die Zahl der Filialen innerhalb von vier Jahren um 17 Prozent. Dennoch hat das Land mit insgesamt 38'200 Vertretungen noch immer das dichteste Netz, weil im Schnitt eine Bankfiliale 1210 Einwohner bedient. Dies belegt das Ausmaß des jahrelangen Immobilien und Banken-Booms, der mit der Finanzkrise ein jähes Ende fand und schließlich in ein internationales Rettungspaket für die Institute mündete. Eine Ausdünnung der Filialnetze war deshalb eine Bedingung für die Hilfen.

Auch in anderen Ländern dürfte der Trend noch lange kein Ende gefunden habe. So hat Frankreich mit insgesamt 38'450 in absoluten Zahlen mehr Bankfilialen als jedes andere EU-Land - und damit eine pro 1709 Einwohner. Die französischen Institute waren bei der Schließung bislang auch deutlich zurückhaltender als in anderen Ländern. In den vier Jahren bis Ende 2012 gingen insgesamt nur drei Prozent der Zweigstellen verloren, während es in Großbritannien fünf Prozent und in Deutschland acht Prozent waren.

http://www.cash.ch/news/top_news/seit_2008_banken_machen_20000_filialen_...

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04.08.2013 10:04
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Warnung vor Bankensterben

Thomas Matter, Teilhaber und Präsident der Neuen Helvetischen Bank, fürchtet um die Zukunft des Schweizer Finanzplatzes. Er sagt das Ende von einem Drittel aller rund 320 Schweizer Banken voraus, wenn sich der Bundesrat in allen Punkten mit neuen Vorschriften durchsetzt. Das gefährde 50 000 Jobs. Die Schweizer Regierung kümmere sich primär um das Image des Finanzplatzes bei anderen Regierungen und nicht um dessen Ruf bei ausländischen Kunden. Das sei verheerend. Der Schaden sei bereits angerichtet. Es fliesse Geld aus der Schweiz ab.

Quelle SonntagsZeitung

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30.07.2013 14:35
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Das Jahrtausend ist ja auch noch jung Wink

 

30.07.2013 13:53
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In der zwischenzeit sind viele nicht systemrelevante Banken pleite gegangen,

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25.03.2013 10:10
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Laiki-Bank wird geschlossen

Gläubiger und Kunden der beiden größten Banken des Landes, der Bank of Cyprus und der Laiki Bank, werden dabei Geld verlieren - wie viel genau, steht noch nicht fest. "Diese Lösung ist besser als die von vergangener Woche, weil wir uns jetzt auf die beiden Problembanken konzentrieren", sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am frühen Montagmorgen in Brüssel. Im ersten Anlauf war eine Abgabe auf Bankeinlagen geplant, was in Zypern wie im Rest der Euro-Zone auf großen Protest gestoßen war.

Der neue Plan sieht vor, dass die Laiki Bank - die zweitgrößte des Landes - geschlossen wird und damit Tausende Jobs wegfallen. Die Konten mit Beträgen bis zu 100.000 Euro, die gesetzlich von der Einlagensicherung geschützt sind, werden auf die größte Bank, die Bank of Cyprus, übergehen. Einlagen der Laiki Bank oberhalb dieser Summe werden eingefroren und in eine Bad Bank übertragen. Insgesamt handelt es sich nach Dijsselbloems Angaben um 4,2 Milliarden Euro. Ob diese vollständig verloren sein werden, sei noch nicht absehbar, da bei der Abwicklung der Bad Bank noch Erträge anfallen könnten.

Schäuble: Parlament in Nikosia muss nicht zustimmen

Auch die Bank of Cyprus muss drastisch verkleinert werden. Aktionäre, Anleihegläubiger und als letztes Kontoinhaber müssen mit Abschreibungen rechnen, bis die Bank eine gesunde Größe und eine Eigenkapitalquote von neun Prozent erreicht hat. Zypern wird mit zehn Milliarden Euro Kredit aus dem Euro-Rettungsmechanismus ESM und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) gestützt. Das erste Geld soll im Mai fließen. Als Gegenleistung dafür sind auch harte Einsparungen bei den öffentlichen Ausgaben fällig.

Dijsselbloem sprach von sehr schwierigen Gesprächen. Die Verhandlungen standen nach einem Ultimatum der Europäischen Zentralbank (EZB) unter hohem Zeitdruck. Die EZB hatte gedroht, den beiden insolventen Großbanken ab Dienstag, wenn die Banken nach mehr als einer Woche Schließung erstmals wieder öffnen sollen, die Notkredite zu entziehen. Damit hätte der Kollaps des gesamten Finanzsektors gedroht, der acht Mal so groß ist wie die Wirtschaftsleistung des Landes und damit als überdimensioniert gilt. Er soll bis 2018 halbiert werden und so EU-Durchschnitt erreichen. Ob die Banken am Dienstag öffnen, war noch nicht sicher.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble wies darauf hin, dass für die neue Vereinbarung eine Zustimmung des Parlaments in Nikosia nicht nötig sei. Dort hatten die Abgeordneten am Freitag ein Gesetz zur Bankenabwicklung verabschiedet und zudem die Grundlage geschaffen, Kapitalverkehrskontrollen zu verhängen. Mit der Blockade großer Überweisungen für maximal sechs Monate soll verhindert werden, dass die Anleger ihr Geld nun massenweise aus dem Land abziehen. IWF-Chefin Christine Lagarde bezeichnete das Rettungspaket als einen "umfassenden und glaubhaften Plan". "Diese Vereinbarung legt die Basis, um das Vertrauen im Bankensystem wiederherzustellen. Das ist entscheidend, um das Wachstum zu stützen", erklärte Lagarde. Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici sagte: "An alle, die sagen, dass wir ein ganzes Volk strangulieren: Zypern ist eine Kasinowirtschaft, die am Rande des Bankrotts stand."

Erfolglose Verhandlungen mit Russland

Der Einigung war eine Woche mit einem wahren Nervenkrieg zwischen Zypern und seinen Rettern vorausgegangen. Der ursprüngliche Plan hatte eine Abgabe auf sämtliche Bankeinlagen vorgesehen. Darauf hatte Zypern bestanden, um die großen Kunden seiner Banken nicht zu stark belasten zu müssen. Die Regierung in Nikosia sollte von den Banken selbst 5,8 Milliarden Euro eintreiben. Diese Zahl gelte nun nicht mehr, sagte Dijsselbloem. Den Finanzbeitrag der Gläubiger und Kunden der Banken zu deren Sanierung sei jetzt noch nicht bezifferbar.

Das Parlament Zyperns hatte den ersten Plan abgelehnt. Auch im Rest der Euro-Zone herrschte Entsetzen, dass zur Rettung eines Staates erstmals die kleinen Sparer Geld verlieren sollten. Die Regierung unter dem konservativen Präsidenten Nikos Anastasiades hatte tagelang vergebens mit Russland über Kredite oder einen Einstieg in die Banken oder in den Energiesektor des Landes verhandelt. Ein Großteil der betuchten Bankkunden sind Russen. Nach Vermutung des Bundesnachrichtendienstes ist Zypern ein Geldwäscheparadies, das mit hohen Zinsen und niedrigen Steuern Anleger lockt. Deshalb bestanden vor allem Deutschland, und der IWF darauf, die Rettungskosten auch Bankkunden und nicht nur den Steuerzahlern in der Euro-Zone aufzubrummen.

Kein Kommentar von Anastasiades

Das neue Programm dürfte nach Ansicht Schäubles eine Mehrheit im Bundestag finden. Die Abgeordneten können noch in dieser Woche abstimmen, auch wenn dies rechtlich noch nicht notwendig sei, erklärte er. Die formelle Einigung soll erst Mitte April vorliegen. Alle Forderungen der Fraktionen würden erfüllt: Bekämpfung von Geldwäsche und Steuerhinterziehung, eine Beschränkung der Kredite auf zehn Milliarden Euro, die Beteiligung des IWF und schließlich ein Kostenbeitrag der beiden großen Banken.

Anastasiades hatte ab dem Nachmittag mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, Währungskommissar Olli Rehn, EZB-Präsident Mario Draghi und IWF-Chefin Lagarde verhandelt. Zwischenzeitlich hatte er nach Auskunft von EU-Diplomaten mit Rücktritt gedroht, falls beide Banken dichtgemacht werden müssten. Nach der Einigung am frühen Morgen verließ er das EU-Ratsgebäude kommentarlos und überließ seinem Finanzminister alle weiteren Erklärungen. http://www.cash.ch/news/top_news/zypern_gerettet_laikibank_wird_geschlos...

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Benjamin Franklin

11.12.2012 07:20
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US-Regierung verkauft restliche AIG-Aktien

Mit einem milliardenschweren Aktienverkauf zieht sich die US-Regierung beim Versicherungskonzern AIG zurück. Das Finanzministerium veräussert nach eigenen Angaben vom Montag seinen restlichen Anteil an Stammaktien an dem in der Finanzkrise aufgefangenen Konzern.

Die Regierung trennt sich von 234,2 Millionen Papieren. Auf Basis des Schlusskurses vom Montag hat das Aktienpaket damit einen Wert von knapp acht Milliarden Dollar. Das Ministerium halte nach der Transaktion aber weiterhin Optionsscheine zum Bezug von AIG-Aktien.

Allmählicher Ausstieg

Die US-Regierung hatte die American International Group (AIG), die 2008 wegen riskanter Geschäfte auf dem Hypothekenmarkt vor der Pleite stand, zu 80 Prozent übernommen und insgesamt 182 Mrd. Dollar in das Unternehmen investiert.

:bravo:  Als der Staatsanteil im September von 53,4 auf 15,9 Prozent verringert wurde, ergab sich durch den Aktienverkauf ein zwischenzeitlicher Gewinn von 15,1 Mrd. Dollar. Bereits im Mai 2011 begann die US-Regierung mit dem allmählichen Ausstieg aus dem Konzern. http://www.20min.ch/finance/news/story/US-Regierung-verkauft-restliche-A...

 

Abgerechnet wird immer zum Schluss. Wer nichts wagt, hat schon verloren.

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Benjamin Franklin

11.06.2012 09:58
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Das sagen Ökonomen zum Spanien-«Bail-Out»

Nachfolgend die Einschätzungen von Börsianern:

PHILIPPE GIJSELS, BNP PARIBAS

"Fundamental gesehen ist der spanische Hilfsantrag ein wichtiger Schritt, da nun Geld vorhanden ist, um die Banken des Landes zu retten. Dennoch heißt das nicht, dass die Märkte nun durchstarten können. Strukturelle Reformen und Wachstum sind weiterhin gefragt."

WEST LB, RENTENANALYSTEN

"Der Hilfsantrag eliminiert zumindest einen Unsicherheitsfaktor und fällt zudem deutlich weniger kostspielig aus als ein ausgewachsenes Rettungspaket, das schnell die verbleibenden Mittel zur Erhaltung der 'Brandmauer' für die Finanzmärkte in Frage gestellt hätte. Dennoch dürfte sich die Erleichterung der Anleger im Vorfeld der griechischen Wahlen am kommenden Wochenende in Grenzen halten."

TAKAO HATTORI, MITSUBISHI UFJ MORGAN STANLEY SECURITIES

"Die Unsicherheiten bleiben. Offen ist, auf welchem Weg die Gelder an die spanischen Banken gezahlt werden, wie das Ergebnis der Wahlen in Griechenland ist und wie sich die Situation in Peripherieländern wie Italien entwickelt."

UBS-KOMMENTAR

"Das spanische Bankenproblem zu lösen, heißt, nur ein Symptom der Mängel in der Euro-Krise zu bekämpfen. Das eigentliche Probleme eines in sich zersetzenden Bankensystems wird damit nicht gelöst."

LUTZ KARPOWITZ, DEVISENANALYST DER COMMERZBANK

"Mit dieser Summe signalisieren sie (die Finanzminister) letztlich, dass geklotzt und nicht gekleckert werden soll."

"Wie lange die gute Stimmung am Devisenmarkt anhalten wird, hängt vor allem davon ab, was mit den spanischen Renditen passiert. Zwar könnten diese zunächst sinken, da die Finanzminister mit ihrem schnellen Handeln ein Zeichen der Solidarität innerhalb der Euro-Zone gesetzt haben. Allerdings ist nun auch klar, dass Spanien seine Dinge nicht allein regeln kann. Alle bisherigen Hilfsprogramme haben in den Empfängerländern lediglich kurzfristig für Erleichterung gesorgt. In Spanien könnte das nicht anders sein. Schließlich hat Madrid nun erklärt, dass es derzeit nicht in der Lage ist, seinen Finanzbedarf vollständig über den Kapitalmarkt zu decken. Es ist aus unserer Sicht zweifelhaft, ob sich nach diesem Eingeständnis auf Dauer genug Investoren für spanische Staatsanleihen finden werden. Darum könnte sich eine eventuelle Entspannung am Euro-Rentenmarkt als vorübergehend erweisen. Auch könnte, unterstellt man das bisherige Muster der Schuldenkrise, nun Italien vermehrt in den Fokus geraten."

http://www.cash.ch/news/topnews/das_sagen_oekonomen_zum_spanienbailout-1...

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Benjamin Franklin

04.12.2008 22:45
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Bailout des Jahrtausends

Jeder zehnte US-Amerikaner braucht Lebensmittel-Marken

04.12.2008

Im Schatten der Wirtschafts-Krise erlebt ein Gut in den USA die höchste Nachfrage seiner Geschichte: Die Lebensmittel-Marken. Im September wurden über 31,5 Millionen davon beantragt.

In den USA sind so viele Menschen auf staatliche Lebensmittelhilfe angewiesen wie nie zuvor. Nach Angaben der US-Regierung beantragten im September mehr als 31,5 Millionen Bürger Lebensmittelmarken, was der höchste Stand seit Einführung des Programms ist.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Anzahl der Bedürftigen dabei um 17 Prozent. In Zahlen bedeuten, dass etwa jeder zehnte US-Bürger auf staatliche Lebensmittelhilfe angewiesen ist.

"Beunruhigender Trend"

Experten führen den sprunghaften Anstieg auf die Finanzkrise und den wirtschaftlichen Abschwung in den USA zurück. "Es ist ein beunruhigender Trend", sagte Ellen Vollinger vom Food Research and Action Center am Mittwoch.

Die Zahl der Bedürftigen werde noch weiter zunehmen, da landesweit mit weiterem Stellenabbau und schwächerem Wachstum zu rechnen sei. Deshalb müsse die neue US-Regierung möglichst bald das staatliche Lebensmittelprogramm ausweiten.

Lebensmittelmarken

Die sog. "Food Stamps" sind Guthaben auf einer Art "Kreditkarte", die nur für Lebensmitteleinkäufe verwendet werden.

Man kann sie beantragen, wenn das Haushaltseinkommen abzüglich der Haushaltsausgaben (Miete, Strom etc.) nicht ausreicht, um Essen zu kaufen. Die genauen Kriterien legen die jeweils zuständigen Behörden in den Bundesstaaten fest.

30.11.2008 22:14
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November 18 2008 / House Financial Services Committee

Hier auch noch was zu Ron Paul vs. Ben Bernanke...

http://de.youtube.com/watch?v=dECy9RCS2L8&feature=related

Und für die nicht Englisch sprechenden, eine passende Übersetzung dieser Anhörung...

Quote:

Ron Paul:

"Meine Frage richtet sich an den Vorsitzenden Ben Bernanke. Seit Jahren prognostizierten Ökonomen die Probleme, die wir jetzt haben. Und sie hatten offenbar Recht. Und sie sagten auch, dass sie nicht sehr zufrieden seien mit den so genannten Lösungen. Wir versuchen mit viel Energie und Geld ein System zusammenzuhalten, dass eigentlich gar nicht mehr funktionieren kann. Wir haben in den letzten Jahren einfach zu viel ausgegeben. Wir haben alles inflationiert, was aufblasbar war. Wir haben vertuscht und verschleiert. Wir, die FED, haben Assets gekauft, die wertlos waren.

Die FED hat Billionen ins System geschleust, aber niemand scheint das zu interessieren. Aber was wir nicht wahr haben wollen, ist die Tatsache, dass das System nicht länger funktioniert. Aber ich kann verstehen, warum wir das machen. Andererseits, wenn die FED macht, was sie will, und der Kongress macht was er will und das Finanzministerium - dann sind wir alle irrelevant.

Anstatt die Ursachen zu analysieren muss man feststellen, dass die Lösungen hier (im Kongress) offenbar nicht gefunden werden - obwohl wir uns hier alle sehr wichtig fühlen. Ein Grund, warum wir eine Form von Wichtigkeit empfinden, ist die Tatsache, dass wir seit 1971 Maßnahmen einleiten konnten, die anscheinend auch funktionierten.

Doch eigentlich funktionierte seit 1971 gar nichts mehr. Das Handelsbilanzdefizit ist aus dem Ruder gelaufen. Und Ökonomen, gleich, ob sie rechts, mitte oder links waren, haben immer gesagt, dieses Handelsbilanzdefizit ist ein großes Problem. Und nun ist es total ausser Kontrolle.

Jetzt versuchen wir hier irgendwas zu unternehmen, etablieren neue Regulierungen, vorwärts und rückwärts, und kommen eigentlich nirgendwo hin.

Meine Frage ist, wenn wir zu dem Schluss kommen, dass das System nicht mehr funktioniert, was werden wir dann machen? Was für Möglichkeiten haben Sie (Ben Bernanke)um dieses Problem zu lösen?

Wir sehen schon, dass die Leute darüber sprechen, dass die Zeitungen darüber berichten, dass möglicherweise eine neue internationale Weltreservewährung kommt. Und für mich ist das ziemlich wichtig, weil das Fiat Dollar Reserve System nicht mehr funktioniert.

Das sind die Fakten, die wir zu aktzeptieren haben und nun entscheiden müssen, was wir in der Zukunft tun werden.

Ebenso - und das ist geschichtlich nichts neues - sind Währungen untergangen, Finanzsysteme sind untergegangen und die Folge war, dass man eine neue Währung finden musste, der man vertrauen konnte. Diese musste besser sein als das einfache FIAT MONEY.

Derzeit besitzen die Zentralbanken der Welt 15% allen Goldes, das je in der Geschichte produziert wurde. Dass sie dieses Gold besitzen muss einen Grund haben.

Vor diesem Hintergrund frage ich mich, warum wir weiter Zeit verschwenden, dieses System weiter zusammen zu flicken.

Gerade letzte Woche gab es einen Report, dass der Iran Gold im Werte von 75 Milliarden Dollar gekauft hat. Die haben ihre Reserven aus Europa abgezogen und Gold gekauft und es nach Asien geschafft. Ist das ein Zeichen der Zeit? Wird das so weitergehen?

Und meine Frage ist: In ihren Treffen, und sie hatten gerade kürzlich noch ein Treffen mit anderen Zentralbänkern, ist da der Gedanke aufgekommen oder wurde da gesprochen über eine neue Welt-Reservewährung? Und wenn es so war, hat Gold in diesem Zusammenhang eine Rolle gespielt? Wie wollen sie das Vertrauen wieder herstellen?

Hatten sie kürzlich Kontakt in Verbindung mit diesem Thema mit irgendeinem Zentralbänker? Und gibt es Hinweise darauf, das Dollar-System zu ersetzen? Denn das Dollar-System ist praktisch für tot erklärt worden, weil es nicht funktioniert.

Das war ja vorhersehbar aufgrund der riesigen Ungleichgewichte, welche nie ausgeglichen wurden. Es wurde immer nur geflickt. Wir haben ausgegeben, was das Zeug hielt. Wir haben inflationiert. Wir haben Defizite erhöht. Seit 1971 waren wir unfähig, dieses Problem zu beheben.

Können sie mir sagen, welche Überlegungen sie getätigt haben in Hinblick auf eine neue Weltreservewährung?"

Antwort Bernanke:

"Ich glaube nicht, dass das Dollar System tot ist. Ich denke, der Dollar bleibt die internationale, primäre Währung. Wir haben eine Aufwertung des Dollars während der Krise gesehen, weil er offenbar als sicherer Hafen gilt und genügend Liquidität da ist. Wenn man Swaps machen will, braucht man eine solche liquide Währung. Das mag ein Grund sein, warum der Dollar stark ist und ich glaube, dass der Dollar stark bleibt.

Ich teile ihren Standpunkt, dass das Handelsbilanzdefizit ein Problem darstellt. Die gegenwärtigen Ungleichgewichte sind ein großes Problem. Aber auch in dieser Hinsicht gibt es in letzter Zeit gewisse Verbesserungen"

Frage von Paul:

"Aber hat das Thema einer neuen Währung nie eine Rolle gespielt?"

Benranke: "Nein, hat es nicht."

Paul: "Und hat Gold bei ihren Gesprächen je eine Rolle gespielt?"

Bernanke: "Nur in Zusammenhang mit Verkäufen, welche die Zentralbanken planen."

30.11.2008 14:04
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Bailout des Jahrtausends

@Revinco

Extrem, wieviele Leute sogar hier Ron Paul kennen, und seine Ansichten teilen. Darin sieht man die Macht des "noch" ziehmlich freien Internets. Er ist ohne die Hilfe unserer Massenmedien in die Schweiz gekommen. Die Lage bezüglich unserer Art, wie wir gefiltert informiert werden, ist besorgniserregend. Wir mokieren uns gerne über Nordkorea, aber Andorra ist hier. Traurig ist, das interessiert keine Sau. Das Extreme ist, ich kenne einige "Intellektuelle", die sich als tiefgründig bezeichnen würden; dabei schlagen sie sich mit Floskeln herum wie: "MAN sollte etwas dagegen tun", "wieso lassen DIE das zu", etc. Lieber der Gruppe zum Schutz der jap. Delfine beitregen, oder der gegen den Hunger in Afrika oder anderes, oberflächliches Zeugs. Wenn man sich selber eine Meinung bilden möchte, ist es nicht einfach und einen klaren Standpunkt findet man nicht so schnell; aber wieso nicht einmal die Fakten akzeptieren:

- Die Resourcen sind knapp

- Es gibt eine Verteilungskampf dieser Resourcen

- Nur gesteigerte Effizienz könnte zu einer besseren Nutzung dieser Resourcen führen

- Dh mit Arbeit (Kreation) kommt man weiter, aber nicht mit Administrieren und Drucken

Der Ausdruck "Corporatism" trifft es gut, es ist noch fast schlimmer als das Beamtentum. Wer für eine Grossbank arbeitet oder einen anderen Konzern, sollte sich schnell mal klarwerden, dass dies nicht mehr viel mit freier Marktwirtschaft zu tun hat. Es gibt gerade in der Schweiz einige linke SP Politiker, die viel eher die freie Marktwirtscht vertreten, als die Rechten (ok, nicht die freie, aber trotzdem die Marktwirtschaft). Wo "Wirtschaft" draufsteht, ist meistens nicht "Marktwirtschaft" drin, denn ein Wirtschaftsobjekt möchte ja gerade zu gerne die Marktwirtschaft überwinden, um durch Monopolstellung ein quasi-governmentaler-Akteur zu werden, aber mit dem Vorteil, nicht demokratisch legitimiert zu sein. Das FED ist die schlimmste, dieser möglichen Existenzform.

30.11.2008 02:18
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Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

26.11.2008 04:02
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Ja - es geht fleissig weiter !

" Nov. 24 (Bloomberg) -- The U.S. government is prepared to provide more than $7.76 trillion on behalf of American taxpayers after guaranteeing $306 billion of Citigroup Inc. debt yesterday. The pledges, amounting to half the value of everything produced in the nation last year, are intended to rescue the financial system after the credit markets seized up 15 months ago."

21.10.2008 18:20
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MarcusFabian wrote:

Das Thema, Hypotheken mit der Kreditkarte bezahlen, hatten wir schon mal:

http://www.cash.ch/forum/viewtopic.php?p=77843&highlight=hypothek+kreditkarte#77843

habs nachgelesen. dabei ist mir eine zeiel in einem betrag besonders aufgefallen: "Ich denke so 7800 nächste Woche sind nicht unrealistisch".

das waren noch zeiten!!

21.10.2008 18:18
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Quote:

Wie lange dauert es, bis eine Person Zahlungsunfähigkeit erklären muss? Sicher einige Monate (ich schätze mal 6).

Aso ich verstehe jetzt ein bisschen warum der Absturz nicht so schnell kommen sollte... es kommt auf die Statistiken drauf an, nicht auf die Erwartungen. Im ungekehrten Sinn ist es nämlich die Hoffnung welche die Märkte in Aufschwung versetzt.

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

21.10.2008 18:12
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Das Thema, Hypotheken mit der Kreditkarte bezahlen, hatten wir schon mal:

http://www.cash.ch/forum/viewtopic.php?p=77843&highlight=hypothek+kreditkarte#77843

20.10.2008 06:41
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Nimm als Beispiel die Hypotheken-Besitzer. Die Hypos sind z.T. ganz speziell konstruiert, so dass man am Anfangs nichts zahlt und nachher SEHR viel. Gewisse Gruppen können die Zinsen und/oder Amos nicht zurück bezahlen. Als einziger Ausweg bleibt momentan die Kreditkarte. D.h. dort ist ein Risiko, dass je nachdem ganz übel ausarten könnte, wenn dann die Kreditkarten Kredite hops gehen.

Momentan ist das eine Spekulation - aber das ist sicher im Auge zu behalten ob von jener Seite aus was kommt.

Technische Erholung könnte kommen, aber längerfristig gibt's ne üble Rezession und da denke ich, dass es vllt sogar besser ist deine Aktien jetzt zu verscherbeln (kommt auf deinen EP drauf an ...) aber könnte sehr gut sein, dass es noch sehr tiefer geht. V.a. bei denen Firmen, die noch relativ überbewertet sind resp. forward EPS noch zu hoch eingestuft ist.

19.10.2008 23:06
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Das verstehe ich jetzt nicht... der Spiegel ist ja auch ein Teil der Media. Warum sollte ich mir im moment keine Sorgen machen, dass die Finanzwelt bachab geht? Mir ist klar das eine technische Erholung fällig ist und viel gemacht wurde um Vertrauen zwischen den Banken herzustellen, aber denkst Du die big boys werden einfach so tun als ob es noch kein grosses Problem gäbe?

Inzwischen werden es wohl die Mehrheit der Anleger wissen und ich will nicht mit meinem Aktiendepot abseits stehen wenn plötzlich alles fällt. Vielleicht könntet ihr mir etwas besser erklären warum es noch nicht so weit sein sollte?

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

19.10.2008 18:49
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Revinco wrote:

Deswegen versuche ich Infos zu bekommen ob der Absturz wirklich erst im März/April 2009 stattfinden würde wie es Marcus abschätzt, oder ob wir nicht wie Dr. Martin Weiss in den nächsten 2-3 Monaten so weit sind. Auf dem Börsenparkett sagt man es gäbe noch weitere Schritte die man machen könnte um ein verherrender Absturz abzudämpfen, aber ob die bis anfangs 2009 genügen?

Warum so pressant..? Wink

Nach der Baukrise ...

http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2008/10/18/international/zur_...

sollten wir doch die Medien zuerst noch über die Kreditkartenkrise und die Autokreditkrise berichten- und die Börse diese News "verarbeiten" lassen..! 8)

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,585058,00.html

weico

19.10.2008 17:53
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weico wrote:

Richtig! Nicht nur Jens Korte sieht es so. Wir stehen erst gaaaanz am Anfang der Kursverluste... Lol

Deswegen versuche ich Infos zu bekommen ob der Absturz wirklich erst im März/April 2009 stattfinden würde wie es Marcus abschätzt, oder ob wir nicht wie Dr. Martin Weiss in den nächsten 2-3 Monaten so weit sind. Auf dem Börsenparkett sagt man es gäbe noch weitere Schritte die man machen könnte um ein verherrender Absturz abzudämpfen, aber ob die bis anfangs 2009 genügen?

Hier noch ein update von Dr. Martin Weiss:

https://www.investor-verlag.de/reports/?page=sg-08-27&code=SG500592&nlid=gas&ref=kaz&ehkz=enl5203&emhk=nlste

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

19.10.2008 15:59
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Revinco wrote:

Das wäre aber dann der Fehler der EU, weil die US wollte eine freie Marktwirtschaft behalten. Nur mussten die 250 Mia. Bankunterstützung einleiten um das Gleichgewicht mit Europa zu behalten.

Die USA haben zuerst,mit Lehman,ja absolut Systemkonform und Richtig gehandelt. Aber dann hat Sie leider der Mut verlassen und es wurde leider nur noch "gerettet".... :cry:

Revinco wrote:

"Wenn man das KGV der amerikanischen Unternehmen nach dem Crash von 1987 anschaut, dann hat das Abwärtspotential noch etwa 40% (!) gutzumachen!" (Jens Korte, 14.10.08)

Richtig! Nicht nur Jens Korte sieht es so. Wir stehen erst gaaaanz am Anfang der Kursverluste... Lol

weico

19.10.2008 15:49
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Fine-Tuner wrote:

Im weiteren ist allen klar, dass, wenn eine gewise Anzahl CDS Emittenten ... ausfallen, das System kolabiert. Tönt schlimm, is es aber de facto gar nicht, denn es wird geschätzt, dass nach Abrechnung aller Forderungen und Verpflichtungen aller am Markt beteiligten, noch eine Nettoverpflichtung von weniger als 20Mrd. USD übrig bleiben würde.

Ob wir da schon drüber sind?

Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers Holdings Inc. hat ein Nachspiel!

Lehman hatte mit seiner Pleite 618 Mrd. Dollar an finanziellen Verbindlichkeiten hinterlassen, darunter jede Menge Unternehmensanleihen, dies löst nun den weltweit bislang größten CDS-Versicherungsfall aus. Für Verkäufer von Kreditderivaten Banken und Hedgefonds zeichnet sich ein schwarzer Tag ab.

Eine heute angesetzte Auktion ermittelte einen Wert von nur 8,625 Cent je Dollar der Unternehmensanleihen von Lehman.

Auf Grundlage dieser Ermittlung müssen nun die Schreiber der Credit Default Swap (CDS) auf Lehmananleihen 91,375 Cent je Dollar, insgesamt über 270 Mrd. Dollar an die Versicherungsnehmer zahlen.

http://wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2008/10/cds-in-aktion.html

Aber andere Quellen: Andere Zahlen:

Im Gegensatz zu Bloomberg berichtet Forbes bezugnehmend auf die International Swaps and Derivatives Association (ISDA) das es bei den 400 Mrd. Dollar an ausstehenden CDS-Volumen auf Lehman nur zu 2% Nettozahlungen in Höhe von 8 Mrd. Dollar kommt. Nach Angaben der Depository Trust and Clearing Corporation (DTCC) sollen nur 6 Mrd. Dollar bzw. 1,5% des ausstehenden Volumen fällig werden.

19.10.2008 12:51
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weico wrote:

Das Experiment mit Namen freie Marktwirtschaft hätte jedenfalls VOLL durchgezogen werden sollen.Dann hätte man wenigstens gewusst,ob das System funktioniert oder nicht.

Das wäre aber dann der Fehler der EU, weil die US wollte eine freie Marktwirtschaft behalten. Nur mussten die 250 Mia. Bankunterstützung einleiten um das Gleichgewicht mit Europa zu behalten.

"Wenn man das KGV der amerikanischen Unternehmen nach dem Crash von 1987 anschaut, dann hat das Abwärtspotential noch etwa 40% (!) gutzumachen!" (Jens Korte, 14.10.08)

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

19.10.2008 11:38
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MarcusFabian wrote:

Fazit: Mit jedem Eingriff der FED ist der Patient kränker geworden und die Lösung wurde nur hinausgezögert. Wir werden wahrscheinlich unseren Enkelkindern dereinst sagen, dass es besser gewesen wäre, die Rezession 2001 einfach durchzustehen und sich so die Krise 2009 zu ersparen.

Exakt !

Vielleich sagen wir aber auch,dass Grossvaters Häuschen aus dem Gewinn von der Krise stammt... 8) Lol

Das Experiment mit Namen freie Marktwirtschaft hätte jedenfalls VOLL durchgezogen werden sollen.Dann hätte man wenigstens gewusst,ob das System funktioniert oder nicht.

Solche massiven staatlichen Eingriffe verzerren nur die marktwirtschaftliche Logik und erzeugen ein politisches Vakuum bzw.Instabilität .

Am meisten leiden wird sicherlich solche künstlichen (wirtschafts)Gebilde wie die EU.Ob die EU eine solche Zerreisprobe wirklich aushält..??

Nach Island, wird sicherlich bald Irland und Ungarn ,die Hilfe der Gemeinschaft, brauchen... :oops:

weico

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