Banken

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14.09.2014 12:36
#1
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Banken

Grossbanken drohen den Schotten mit Exit

Führende britische Banken wollen Schottland nach einer Abspaltung von Grossbritannien den Rücken kehren.

http://classic.cash.ch/news/top_news/grossbanken_drohen_den_schotten_mit_exi...

Das nenne ich Erpressung und Angstmacherei um das Abstimmungsresultat zu beeinflussen. Die Banken haben wohl die Hosen gestrichen voll. Ich hoffe der Schuss geht nach hinten los.

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--------------------------------------------------------------------------------------------- Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.
15.09.2014 09:59
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Man muss es aus der Sicht einer Firma sehen.

Wenn die Schotten sich abspalten, sind sie wohl erst mal nicht mehr in der EU drin. Und ob England und Spanien (wegen Katalonien & Baskenland) einem Beitritt zustimmen werden, ist ungewiss.

 

Chancen und Risiken einer Unabhängigkeit

http://www.nzz.ch/wirtschaft/spanien-im-banne-von-katalonien-1.18382605

 

Leopold Kohr Ein Europa der 75 Regionen, nicht der Staaten.

http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Kohr

 

Das andere Extrem: keine Staaten. Keine Armeen. Keine Grenzen.

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

14.09.2014 12:38
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Damit es nicht in Vergessenheit gerät

147 Finanzkonzerne regieren die Welt

Die ETH Zürich liefert das intellektuelle Basismaterial für die Occupy-Wall-Street-Bewegung. Sie zeigt, wie eine Gruppe von nur 147 Finanzkonzernen praktisch die gesamte Weltwirtschaft kontrolliert. UBS und Credit Suisse mischen ganz vorne mit.

Die Occupy-Wall-Street-Bewegung belagert seit Wochen die Wall Street in New York. An anderen Finanzplätzen wie London oder Zürich sind ebenfalls Bewegungen entstanden. Glaubt man einer Studie der ETH Zürich, sind das die richtigen Standorte, um gegen die Auswüchse der globalen Finanzindustrie zu protestieren: Die Studie von ETH-Systemspezialisten zeigt erstmals, wie wenige Finanzkonzerne als in sich geschlossenes Netzwerk einen Grossteil der Weltwirtschaft kontrollieren. UBS und CS sind die Nummern 9 und 14 im Machtnetz.

Die Datenbankanalyse der ETH ergibt Erstaunliches: Ein Netzwerk von nur 147 Konzernen übt eine rund 40-prozentige Kontrolle über alle 43060 international tätigen Unternehmen aus, die 2007 in der Wirtschaftsdatenbank Orbis erfasst waren. Diese Kerngruppe der globalen Wirtschaft kontrolliert sich zudem über ein gegenseitiges Beteiligungsnetzwerk praktisch vollständig selber. Das renommierte Wissenschaftsmagazin «New Scientist», das diese Woche erstmals über die Studie schrieb, titelte mit den markigen Worten: «Enthüllt – das kapitalistische Netzwerk, das die Welt regiert».

«Die Konzentration der wirtschaftlichen Kontrolle, die wir gefunden haben, ist enorm», sagt Stefano Battiston . Der ETH-Wissenschafter gehört zu den führenden Forschern auf dem Gebiet der hochkomplexen Systeme und hat seine Analysen von Wirtschaftsnetzwerken unter anderem gemeinsam mit dem Nobelpreisträger Joseph Stiglitz publiziert.

«Während etwa im ähnlich netzwerkartig aufgebauten Internet oder bei Wikipedia rund 40 Prozent der Webseiten zum mehrfach verbundenen Kern gehören, sind es bei den multinationalen Unternehmen nur 0,3 Prozent.» Man muss sich das als riesigen Wollknäuel vorstellen: Die 43060 multinationalen Unternehmen haben insgesamt 400000 Beteiligungen und identifizierbare Beteiligte. Von diesen sind 1318 mehrfach vernetzt und haben im Durchschnitt 20 Verbindungen untereinander und repräsentieren selber einen Umsatzanteil von 20 Prozent. Über direkte und indirekte Beteiligungen kontrollieren sie aber zusätzlich noch einmal über 60 Prozent.

Innerhalb des vernetzten Kerns haben die ETH-Forscher zudem eine 147 Konzerne umfassende geschlossene Gesellschaft identifiziert, die nach Umsätzen gerechnet allein 40 Prozent der multinationalen Umsätze kontrolliert. Angeführt wird Macht-Rangliste von der britischen Barclays Bank. Die UBS ist die Nummer 9, die Deutsche Bank die 12 und Credit Suisse die 14. Bis zur China Petrochemical Group auf Rang 50 figurieren nur Finanzunternehmen. Darunter auch eine Reihe von kaum bekannten Fonds- und Investmentgesellschaften wie etwa der amerikanischen Capital Group Companies auf Rang zwei, die Beteiligungen – unter anderem auch an Geberit – in der Höhe von rund 1 Billion Dollar verwaltet.

Seit 2007, dem Jahr, auf dem die Analyse beruht, dürfte es im Zug der Finanzkrise zu einigen Platzwechseln gekommen sein. Die Kontrollkonzentration des Machtzirkels ist seither jedoch kaum kleiner geworden. Im Gegenteil: Die Vernetzung der Finanzriesen untereinander dürfte sogar eher noch gewachsen sein. Denn schliesslich hat der Konkurs der nur auf Rang 34 platzierten Lehman Brothers Holding der Finanzindustrie eindrücklich klargemacht, wie stark die faktische Staatsgarantie mit der Systemrelevanz korreliert. So hat Barclays beispielsweise 2009 ihre Vermögensverwaltung an Blackrock abgetreten, die nun über 3 Billionen Dollar kontrolliert. Da der Deal zur Hälfte in Aktien getätigt wurde, sind die beiden Unternehmen jetzt gegenseitig im zweistelligen Prozentbereich aneinander beteiligt.

Die Resultate der ETH-Forscher sind Wasser auf die Mühlen der Occupy-Wall-Street-Bewegung. Zeigen sie doch, dass sich nicht nur der private Wohlstand auf eine kleine Minderheit konzentriert. Die wirtschaftliche Macht liegt in den Händen eines noch viel exklusiveren Zirkels. Nur 1,7 Prozent der multinationalen Unternehmen kontrollieren 80 Prozent der Umsätze. Im Vergleich dazu wirkt die weltweite Verteilung der Vermögen geradezu egalitär, müssen sich doch zwischen 5 und 10 Prozent Reiche 80 Prozent des Besitzes teilen.

Für eine derartige Machtballung ist allerdings keine bewusste Verschwörung notwendig, wie sie viele Occupy-Aktivisten vermuten, betont Battiston. Ihr Entstehen lässt sich durch Marktmechanismen erklären. So gehören gegenseitige Beteiligungen zu den gängigen Anti-Übernahme-Strategien. Sie helfen zudem – zumindest in einer ersten Näherung – die Risiken zu verteilen, und sie senken die Zusammenarbeitskosten.

«Unsere mathematische Analyse ist grundsätzlich weder positiv noch negativ», so Battiston weiter. «Sie ist vielmehr eine Grundlage, um die weltweite wirtschaftliche Vernetzung besser verstehen und damit auch die Folgen von politischen und unternehmerischen Entscheiden besser abschätzen zu können.»

Erstaunlicherweise ist die ETH-Studie die erste, welche die ökonomischen Machtverhältnisse auf globalem Niveau abbildet. Bisherige Analysen beschränkten sich auf einzelne Länder oder Märkte.

Auch wenn verschiedene Details der Studie, wie etwa die Gleichsetzung einer Beteiligung mit einer entsprechenden Kontrolle, umstritten sind – der generelle Befund ist so klar, dass er nicht ignoriert werden kann. Die gewaltige Machtkonzentration in den Händen weniger Konzerne und die nicht minder grosse gegenseitige Abhängigkeit dieser Konzerne untereinander werfen eine Reihe von Fragen auf.

Aus liberaler Sicht stellt etwa die enge Verknüpfung der Marktteilnehmer den Wettbewerb infrage. Die Regulatoren stehen vor der Herausforderung, Wege zu finden, wie Risiken in einem solchen Abhängigkeitsnetzwerk überhaupt isoliert werden können. So dürfte beispielsweise eine Abspaltung der Investment-Aktivitäten der UBS unter diesen Umständen zwar die unmittelbaren Auswirkungen auf die Schweiz begrenzen, das weltweite Finanzsystem würde von deren Bankrott aber kaum weniger stark erschüttert. Die UBS ist nicht nur «too big to fail» für die Schweiz, sondern «too connected to fail» für die Welt.

Die Politik hinwiederum muss sich Strukturen schaffen, um dieser Machtkonzentration zumindest gleichwertig entgegentreten zu können. Denn auch wenn 147 Konzerne so wenig wie die 193 UNO-Staaten in der Lage sind, ihre Eigeninteressen zurückzustellen, um eine Schatten-Weltregierung zu bilden, so können sie doch besser als die Staatengemeinschaft ihre Kräfte bündeln, um gemeinsame Interessen zu schützen. Wie effektiv sie dabei sind, zeigt das erfolgreiche Lobbying gegen effektive Regulierung der Finanzmärkte.

Aber nicht nur Gesellschaft und Politik sind gefordert. Auch die Konzerne selber müssen ihr Netzwerk angesichts der kaum mehr beherrschbaren Turbulenzen der letzten Jahre überdenken. Die gegenseitige Beteiligungsvernetzung, die kurzfristig die Risiken für das einzelne Unternehmen reduziert, wächst immer mehr zu einem unkontrolliert schwingenden Klumpenrisiko, welches das ganze System in den Abgrund zu ziehen droht.

http://www.schweizamsonntag.ch/ressort/aktuell/1921/

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